Enter your keyword

Home Slider

Samstag, 6. Januar 2018

Wanderung auf den Harder Kulm und den Wannichnubel

By On Januar 06, 2018

Mein neues Zuhause Interlaken ist - wie viele vielleicht wissen - touristisch recht überlaufen. Jeder der schon einmal hier war, weiß auch warum. Es ist ein kleines Örtchen, das zwischen zwei unglaublich schönen Seen liegt und von einer traumhaften Bergkulisse umgeben ist. Eines der bekanntesten Ausflugsziele ist unter anderem der "Harder Kulm". Dieser Aussichtspunkt liegt auf 1.322 m Seehöhe. Man wird dort mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, zudem gibt es ein Panorama-Restaurant, das aussieht wie ein Schloss. 

am Harder Kulm

Nun wohne ich schon fast eine ganze Woche in meiner neuen Heimat in der Schweiz. Die meisten Formalitäten habe ich zum Glück schon hinter mich gebracht. Das war teilweise ganz schön nervenaufreibend. Zudem kamen gravierende Verständigungsschwierigkeiten hinzu. Nie hätte ich mir zuvor gedacht, dass schwitzerdüütsch sich so grundlegend von der normalen deutschen Sprache unterscheidet. Aber es geht von Tag zu Tag besser.

Heute Morgen war der erste Tag, der wirklich mit strahlendem Sonnenschein begann. Das wollte ich natürlich ausnutzen. Da ich aufgrund des regnerischen Wetters (ja richtig gehört, hier regnet es tatsächlich im Winter - damit hätte ich nicht gerechnet, da ich aus meiner Heimat Österreich massenhaft Schnee gewohnt bin) noch nicht viel zum Erkundschaften der Gegend gekommen bin, beschloss ich mit etwas Bekannterem zu starten: Dem Harder Kulm. Mir graute es zwar schon ein wenig vor den Menschenmassen, die sich dort wohl aufhalten würden, aber einmal gesehen haben muss man ihn ja doch.


Wanderung auf den Harder Kulm (1.322 m)

Ich schwang mich auf mein neu gekauftes Damenfahrrad und radelte damit zum Bahnhof Interlaken Ost. Hier stellte ich meinen Drahtesel ab und spazierte Richtung Harderbahn (ca. 5 Minuten Fußweg), denn von dort aus starten auch die Wanderwege. Dabei muss man einfach den Fluss (die Aare) bei der nächsten Brücke überqueren und schon ist man da. Bei der Bahn angekommen, konnte ich mein Glück kaum fassen: Es war ein Schild angebracht, dass die Harderbahn im Winter geschlossen sei. Was für eine Freude! Ihr wisst ja wie wenig mir Touristenmassen liegen. Vielleicht konnte ich die Aussicht dort nun doch ohne Menschengedränge genießen.

Die Gehzeit war mit 2 Std. 20 Min. angeschrieben. Ich machte mich ganz gemächlich auf den Weg - immerhin hatte ich alle Zeit der Welt. Zuerst ging es an einem kleinen Wildpark vorbei, dort konnte ich sogar ein paar Steinböcke im Gehege erspähen. Weiter ging es den anfangs noch komplett schneefreien aber sehr idyllischen Wanderweg. Es wirkte tatsächlich wie im Frühling hier. Der Weg ist gut ausgebaut, derzeit hat er sich jedoch an einigen Stellen in einen Fluss verwandelt.



Erst das letzte Viertel des Weges war dann schneebedeckt. Da ich nur meine Trekkingschuhe anhatte war ich froh über die Fußspuren im Schnee - es muss also heute schon jemand vor mir hier hinaufgewandert sein. Insgesamt kamen mir auch zwei Wanderer entgegen - beide waren Einheimische. Ich bin wirklich immer wieder überrascht über die freundlichen und redseligen Schweizer. Ganz selbstverständlich blieben sie kurz stehen um mit mir ein wenig zu plaudern. Vor ein paar Tagen verwickelte mich sogar die Supermarktverkäuferin in ein 15-minütiges Gespräch. Die Vorurteile, die ich vor meinem Umzug in die Schweiz zu hören bekam, dass die Schweizer sehr "reserviert" seien, haben sich bis jetzt noch nicht annähernd bewahrheitet.

mit der Zeit wurde der Weg immer schneebedeckter


Nach etwa 1 Std. 40 Min. kam ich beim Harder Kulm an. Bis auf ein Pärchen, das gerade ihr Picknick in Sonne genoss, war keine Menschenseele hier. Ich spazierte auf die Aussichtsterrasse zu und genoss einen atemberaubenden Ausblick auf die Bergwelt. Man sieht von hier aus die drei höchsten Berge der Umgebung sehr gut: Jungfrau (4.158m), Mönch (4.099m) und Eiger (3.970m). Außerdem kann man Interlaken und den Brienzer- und Thunersee aus der Vogelperspektive betrachten.

endlich konnte ich den Harder Kulm erspähen

Blick vom Harder Kulm auf den Thunersee und Interlaken


Weiter auf den Wannichnubel (1.585 m)

Eigentlich hatte ich nicht geplant noch weiter zu wandern, aber auf der Suche nach einem sonnigen Plätzchen für eine Pause, stieß ich auf ein paar Wegbeschilderungen. Ich folgte dem kleinen Wanderweg am Hardergrat entlang. Der Schnee wurde immer tiefer, und meine Schuhe waren schön langsam schneegefüllt. Es war auch hier wieder eine Spur zu sehen, aber das half auch nicht viel. Auf meiner Landkarte konnte ich sehen, dass der Wannichnubel nicht mehr weit entfernt liegt. Da wollte ich nun unbedingt hin. Mit der Zeit versank ich sogar bis über die Knie im Schnee. Es ging also nur sehr langsam voran.



Nach etwa 45 Minuten kam ich dann tatsächlich am absolut paradiesischem Gipfel des Wannichnubel an. Das Panorama hier würde ich als nochmals um einiges gewaltiger bezeichnen als das vom Harder Kulm aus.

Ausblick vom Wannichnubel auf den Brienzersee


Zu meinem Erstaunen, sonnte sich dort bereits ein Mann mittleren Alters auf der kleinen Holzbank. Nach einem kurzen Smalltalk fanden wir heraus, dass wir beide aus Österreich sind. Was für ein Zufall! Er war sichtlich verwundert mich hier anzutreffen - vor allem mit meinem Schuhwerk. Der Mann heißt übrigens Bert und wohnt schon seit vielen Jahren hier in der Gegend. Bert erzählte mir, dass hier im Winter normalerweise gar niemand außer ihm selbst hochkommt. Tja, da erkennt man die Österreich wieder mal *lach*. Wir plauderten noch ein Weilchen. Als Bert sich verabschiedete sonnte ich mich noch ein halbes Stündchen an diesem idyllischen Fleckchen weitab jeglichen Trubels.

Zurück ging es dann nicht mehr über den Harder Kulm, da schon vorher eine kleine Abzweigung in Richtung Interlaken Ost war. Den Abstieg bewältigte ich recht schnell, habe dabei aber nicht mehr auf die Uhr geschaut.

Fazit:

Die Wanderung auf den Harder Kulm kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Im Winter, wenn nicht allzu viel Schnee liegt ist es wahrscheinlich  noch schöner, da man die Ruhe ohne Touristenansammlungen genießen kann. Nichtsdestotrotz ist es bestimmt auch im Sommer schön hier. Wer noch genug Energie hat, sollte unbedingt auch den Wannichnubel mitnehmen.

Zusammenfassung der Tour:


  • Ausgangspunkt: Bahnhof Interlaken Ost
  • Gehzeit: ca. 1,5 - 2 Std. zum Harder Kulm; von da aus noch ca. 30 Min. zum Wannichnubel (im Winter bei viel Schnee verlängert sich die Gehzeit dementsprechend)
  • Schwierigkeit: leicht
  • Ausrüstung: festes Schuhwerk (im Winter besser Winterstiefel oder Schneeschuhe), Sonnenschutz, ausreichend Flüssigkeit, etwas zu Essen

Harderbahn:

Für die Bequemerem fährt eine Standseilbahn auf den Harder Kulm.
Dauer: ca. 10 Minuten
Preis: 32 CHF für Hin- und Rückfahrt (Stand 2018)
Betrieb: von April bis November
Frequenz: fährt ungefähr alle 30 Minuten

Freitag, 29. Dezember 2017

Mein Interview mit Michael Blömeke: "Als Frau alleine reisen - unterwegs im Niemandsland"

By On Dezember 29, 2017

Vor Kurzem traf ich Michael Blömeke (erfolgreicher Podcaster, Blogger und Autor) von WorkandTravel20.de . Wir führten ein super spannendes Live-Interview über meine Reise mit dem Schwerpunkt "Alleinreisen" in einem kleinen Kaffeehaus in Karlsruhe. 




Vorstellung, stelle Dich kurz vor Mein Name ist Michaela, ich bin 29 Jahre alt, komme aus Österreich und bin seit etwa zwei Jahren auf Weltreise. Davor arbeitete ich sieben Jahre als Krankenschwester in einem Spital. Ende September 2015 packte ich meinen Rucksack und startete eine Reise ins Ungewisse. Ausgestattet bloß mit einem One-Way Ticket nach Uganda und viel Optimismus ging es los. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung was mich in Afrika erwarten würde, wie meine Route aussehen sollte oder wie lange ich unterwegs sein würde. Es war mein erster richtiger Backpacking Trip, mein erstes Mal im tiefsten Afrika und meine erste Reise alleine. Die besten Voraussetzungen also für das Abenteuer meines Lebens. Nach sechs Monaten Backpacking in Afrika ging es weiter für ein halbes Jahr nach Zentralamerika und Mexiko. Danach war ich über zehn Monate in Südamerika. Im Moment bin auf Besuch in meiner wunderschönen Heimat Österreich. Michaela Gruber Ich reise vorwiegend abseits der abgetretenen Touristenpfade und bin immer auf der Suche nach versteckten Plätzen. Warum bist Du auf Reisen? Dieser Lebenstraum ist im Jahr 2013 in mir erwacht, als ich das erste Mal nur mit einem Rucksack bewaffnet mit einer Freundin auf Bali und Lombok in Indonesien herumreiste. Es machte sich ein ungeahntes Freiheitsgefühl in mir breit. Außerdem lernte ich dort auch erstmals andere Weltreisende kennen, die mich sehr inspirierten. Wie bist Du unterwegs? Wie schon gesagt, liebe ich es abseits der abgetretenen Touristenpfade zu reisen. Massentourismus und Sightseeing ist nicht so meins. Ich reise mit öffentlichen Verkehrsmittel und per Autostopp. Unterkünfte suche ich mir meistens über die Webseite Couchsurfing.com und liebe es! Manchmal wird auch gecampt oder ich schlafe in Hostels. Was gibt Dir das, interessiert Dich auf Reisen? Natur, Berge, Seen, das Meer, Tiere, Sonnenauf- und -untergänge am Berg oder Meer, Schreiben, Lesen, Fotografieren, neue Sprachen lernen, essen (vor allem auch fremde Gerichte ausprobieren), Neues ausprobieren, verrückte Ideen, klettern, joggen, Bergsteigen Hast du ein Projekt auf Deiner Reise und willst Du es hier vorstellen? Mein letztes Projekt war mein allererstes Buch. Es geht darin darin um meine sechs Monate Backpacking in Afrika. Seit Kurzem ist das Buch sowohl im E-Book Format sowie auch als Taschenbuch auf Amazon erhältlich und ich bin wirklich mega stolz darauf. Deine Website, wo finden wir weitere Infos über Dich? Meine Webseite: www.michiumdiewelt.com Facebook: https://www.facebook.com/langersehnteweltreise2015/ Instagram: https://www.instagram.com/michiumdiewelt/  

Buchtipps:

Michaelas Buch:

Einmal im Leben mutig sein Backpacking for Beginners Das ultimative Backpacking Buch für Einsteiger

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Die größten Reinfälle auf meiner bisherigen Reise

By On Dezember 13, 2017


Während ich die letzten zwei Jahre mit dem Rucksack um die Welt gereist bin, gab es neben jeder Menge unvergesslich schöner Erlebnisse auch ein paar Reinfälle. 


Neben den alltäglichen Problemen eines Backpackers, die ich  =>HIER<=  schon einmal beschrieben habe, gab es auch ein paar Ereignisse, die mir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind. Um euch daran teilhaben lassen zu können, habe ich sie hier nochmals aufgelistet:



Verhaftung in den frühen Morgenstunden am Titicacasee
Bolivien, Juli 2017
Ich war gerade zum Couchsurfen bei einem Vorarlberger Aussteiger namens Ernst, der sich in einem kleinen, abgelegenen Dörfchen am Titicacasee niedergelassen hatte. Mit mir befand sich ein weiterer Gast in seinem Haus - ein 20-jähriges bolivianisches Mädchen, das mir leicht seltsam erschien und mir mit ihrem nächtlichen Schlafwandeln schon öfters ordentlich Angst eingejagt hatte. Eines schönen Morgens stand plötzlich das ganze Dorf samt Polizei vor unserem Haus. Tatverdacht: Illegaler Drogenhandel, das Anzünden eines Hauses und als Draufgabe wurde Ernst noch Mädchenhandel unterstellt. Mit viel Glück konnte ich einer Nacht im Gefängnis entgehen, Ernst aber leider nicht. Gott sei Dank konnte die Sache mehr oder weniger aufgeklärt werden. Trotzdem musst Ernst der sehr korrupten Polizei einiges an Schmiergeld bezahlen.
Die ganze Geschichte könnte ihr =>HIER<= nachlesen.

"Verhaftung am Titicacasee"
 Hier am Bild: Ernst mit der Polizei und den aufgebrachten Dorfbewohnern



Zudringlicher Couchsurfing Gastgeber
Bolivien, Juni 2017
Da ich meine Pläne wieder einmal spontan geändert hatte, suchte mich mir einen Last-Minute Couchsurfing Gastgeber in Oruro. Leider gab es dort nicht viel Auswahl. Dann fand ich Paul, er hatte zwar nicht viele Referenzen, aber immerhin wohnte er laut Angabe auf seinem Profil mit seiner Mama und seinen Großeltern zusammen - da kann ja nicht viel schief gehen. Er holte mich mit dem Auto vom Busbahnhof ab und meinte, dass wir gleich zu schönen Thermalquellen hier in der Nähe fahren könnten. Das hörte sich gut an. Es ging also gleich schnurstracks zur Therme. Leider war das Hauptbecken aufgrund von Reinigungsarbeiten gesperrt. Es blieb uns also nur die Möglichkeit in einem kleinen, privaten Minipool zu baden. Irgendwie hatte ich so das Gefühl das Paul sich an mich ranmachen wollte, deshalb erzählte ich ihm gleich, dass ich einen Freund hätte. Das schien ihn nicht sonderlich zu stören. Als wir endlich auf dem Rückweg zu ihm nach Hause waren, meinte er er müsste mir noch etwas zeigen. Wir fuhren einen kleinen Berg hoch. Mittlerweile war es schon stockdunkel. Oben angekommen stiegen wir vom Auto aus und sahen hinunter auf das funkelnde Lichtermeer der Stadt. Es war wunderschön, aber ich hatte immer noch das Gefühl, dass Paul sich irgendwas erhoffte. Zu allem Überfluss packter er dann auch noch eine Flasche Rotwein und Weingläser aus dem Kofferraum aus. Ich trank anstandshalber zwei Schlücke. Paul leerte sich das Zeugs dafür nur so runter. Kaum war die erste Flasche geleert kam schon die zweite dran. Durch den Alkohol schien er nun noch mutiger geworden zu sein und wurde nun wirklich ekelig zudringlich, obwohl ich ihm eindeutig zeigte und auch sagte, dass ich nicht an ihm interessiert war. Ihm schien das nicht im geringsten zu stören. Letztendlich erklärte ich ihm lautstark, dass ich JETZT zurück in die Stadt will. Er schaute mich erstaunt an und merkte nun wohl, dass es mir richtig ernst war. In der Stadt angekommen, ließ ich ihn an einem Hostel halten, nahm meinen Rucksack und verließ wortlos sein Auto.



Zweimalig gescheitere Besteigung des Chimborazo 6.310 m
Ecuador, März 2017
Gleich zweimal misslang mir der Gipfelsieg des über 6.000 m hohen Chimborazo. Das erste Mal lag es an den großen Massen von Neuschnee, die das Vorankommen sehr verzögerten. Zusätzlich kamen meine Probleme mit der Höhe dazu. Beim zweiten Mal scheiterten wir an zu gefährlichen Schneeverhältnissen.
Die genauen Berichte dazu kannst du =>HIER<= (1. Besteigung) und =>HIER<= (2. Besteigung) nachlesen. 

"Gescheiterte Besteigung des Chimborazo"



Flucht aus einer partywütigen Hippie-Villa
Mexiko, September 2016
Nach einer schlaflosen Nachtbusfahrt kam ich völlig übermüdet bei meinem Couchsurfing Gastgeber in Puerto Escondido an. Dieser entpuppte sich als wilder Hippie, der gemeinsam mit seinen Freunden in einem kleinen Haus lebte. Es gab sogar einen kleinen Pool. Mein Gastgeber fragte mich, ob es mich eh nicht stören würde, wenn hier heute Nacht eine kleine Party steigen würde. Ich schluckte erstmals. Nach und nach trudelten die Partygäste bereits ein. Letztendlich waren bestimmt 50 Leute vor Ort. In der Küche wurde mit lustig machenden Kräutern ein Dessert geköchelt, währenddessen dasselbe Kraut dazu geraucht wurde. Auch ein paar Pillen gingen durch die Runden, während sich andere lieber was durch die Nase zogen. Mir war aber eigentlich nur zum Schlafen zumute. Ich fragte meinen Gastgeber wo ich mich denn etwas ausruhen könnte, worauf dieser antwortete, dass ich mich überall hinlegen könnte wo ich wollte. Ach du lieber Himmel. Im ganzen Haus wimmelte es von Leuten. Ich ging auf die Dachterrasse, denn dort gab es so etwas ähnliches wie ein kleines Bett. Aber auch hier saßen mindestens zehn Leute, die mich die ganze Zeit zum Mitfeiern motivieren wollten. Dass ich gerade einfach viel zu müde dafür war, verstanden sie natürlich überhaupt nicht. Ich stopfte mir meine Ohrenstöpstel rein und versuchte irgendwie zu schlafen, was aber nur sehr bedingt möglich war. Am frühen Morgen packte ich gleich meine sieben Sachen. Überall lagen völlig stoned Leute herum - neben mir auf der Dachterrasse, am Küchenboden, im Wohnzimmer, neben dem Pool,... Ich schrieb einen schnellen "Danke-fürs-Übernachten-Zettel" und machte mich aus dem Staub. Eigentlich hatte ich meinem Gastgeber ja angekündigt ein paar Tage hier zu bleiben, doch diesen Plan änderte ich ganz spontan.



Unsanfter Rausschmiss aus einem Hostel
Nicaragua, Juni 2016
Ich war gerade an einem wunderschönen Traumstrand in Nicaragua zum Arbeiten in einem Hostel. Leider kam ich mit der Besitzerin Leslia nicht besonders gut klar, da diese eine richtige Hexe war. Sie versuchte mir das Leben wo es nur geht schwer zu machen, während ihr Gatte ein richtig netter Kerl war, mit dem ich sehr gut auskam. Irgendwann brachte Leslia das Fass zum Überlaufen, als sie zu mir meinte es würde Geld in der Kassa fehlen. Daraufhin erklärte ich ihr, dass ich morgen abreisen würde. Das passte ihr am Anfang gar nicht so und sie versuchte es kurz nochmals mit der zuckersüßen Art, aber mir reichte es nun eindeutig. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Leslia stand vor mir und erklärte mir ungehalten, dass ich sofort ihr Hostel verlassen sollte. Mir war es ein Rätsel wie sie in mein Zimmer kam, da ich dieses abgeschlossen hatte. Sie schrie mich an, dass  ich mich gefälligst beeilen sollte, denn sie würde mein Zimmer für neue Gäste brauchen. Ich wusste natürlich, dass das nicht stimmte, da es jede Menge freie Zimmer gab. Sie wollte mir nun so richtig eins auswischen und wahrscheinlich hatte sie Angst, dass ich um 8 Uhr noch da bin, wenn dann ihr Gatte kommt. Wenn der von den gestrigen und heutigen Geschehnissen Wind bekommen würde, wäre er sicher nicht begeistert, wie mich seine Frau behandelte. Aber gut. Ich wollte keine Streit und packte alles zusammen. Da wir recht abgelegen waren, kam nur einmal am Tag - nämlich um 10 Uhr - ein Bus. Ich wollte also auf der Straße vor dem Hostel warten. Da kam die aufgebrachte Hexe herbeigerannt und schrie ich sollte auf der Stelle ihr Grundstück verlassen, sonst würde sie die Polizei rufen. Ich hatte schon Angst, dass die Gute gleich eine Herzattacke bekommen könnte, da sie sich so unwahrscheinlich aufregte. Ich warf ihr noch ein zuckersüßes Lächeln zu, packte mir meinen Rucksack auf den Rücken und begann loszuwandern. Bis zum nächsten Ort würde ich ca. zwei Sunden brauchen, der Weg ging zudem stetig leicht nach oben. In der brütenden Hitze hier, war das Ganze gleich nochmal so schlimm. Ich plagte mich also den Weg hoch. Wie durch ein Wunder hielt ein junger Mopedfahrer neben mir und bot mir an mich in den nächsten Ort zu bringen. Letztendlich wollte er nicht einmal Geld annehmen für seinen Gefallen. Der Kleine rettete wirklich meinen Tag - es gab also doch noch gute Menschen auf dieser Erde. 



Bedrängnis im Nebelwald
Costa Rica, April 2016
Wieder einmal war ich zum Couchsurfen. Diesmal bei einem etwa 50-jährigen Mann, der inmitten eines Nationalparks in einem Nebelwald in einem kleinen Haus wohnte. Zuerst waren wir zusammen beim Dorffest. Danach brachte uns ein Freund von ihm zu seinem Haus, das relativ abgelegen lag. Die beiden führten das Fest zu Hause fort und begannen sich am Balkon weiter zu besaufen. Als der Freund nach Hause gefahren war, begann mein Gastgeber plötzlich etwas zudringlich zu werden. Ich fragte ich wo ich denn nun schlafen könnte, woraufhin er antwortete, ob ich nicht sehen könnte, wie klein sein Haus wäre und dass wir uns sein Bett teilen müssten. Ich war wie versteinert vor Schreck. Mitten in der Nacht konnte ich unmöglich zurück ins Dorf, denn dieses lag etwa 15 km entfernt. Ich legte mich ganz an den Rand des Bettes, machte aber die ganze Nacht kein Auge zu. Der Typ war Gott sei Dank so besoffen, dass er sofort in einen tiefen Schlaf fiel. Ich wusste, dass er am nächsten Tag früh aufstehen und zur Arbeit musste. Als er endlich weg war, nahm ich meinen Rucksack und haute so schnell wie möglich ab. Tagsüber gab es zum Glück öffentliche Verkehrsmittel, die beim Haus vorbei fuhren.



Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel
Namibia, Februar 2016
Als meine Reisebegleitung Patrick und ich gerade am Busbahnhof in Walvis Bay an der namibischen Küste ankamen, lechzte Patrick bereits nach einem kalten Bier. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdecken wir dann auch gleich eine kleine Kneipe, aus der lautstarke Musik dröhnte. Sie sah zwar etwas heruntergekommen aus, aber das störte uns nicht. Der Schuppen war ganz schön voll. Wir bestellten Bier und schon bald gesellten sich ein paar Einheimische zu uns. Sie waren total sympathisch aber auch sehr erstaunt, dass hier Weiße in der Bar waren. Wir wären sogar die ersten weißhäutigen Menschen, die sie jemals hier gesehen hatten. Das wunderte uns, denn  hier in Walvis Bay sollten anscheinend viele Weiße leben. Ein junger Mann erklärte uns, dass diese alle in den reicheren Stadtvierteln wohnen würden und hier eigentlich nie herkämen. Die Männer gaben gleich eine Runde für uns und wir verbrachten lustige Stunden mit ihnen. Später sprach uns erneut ein Mann in der Bar an und auch er meinte, dass hier normalerweise nie Weiße herkommen und wir sollten gut aufpassen, denn es sei gefährlich hier. Das schien uns nicht Grund genug, den Ort zu verlassen, bis uns dann wahrhaftig die Polizei rausholte. Wir saßen gerade an einem Tisch vor der Kneipe, als ein Polizeiauto die Straße entlang fuhr. Dann stoppten sie doch glatt neben uns und winkten uns herbei. Sie wollten uns in eine sicherere Gegend bringen. Das sah ich vorerst überhaupt nicht ein und fand es noch dazu diskriminierend. Patrick zischte mir zu, ich solle mich doch beruhigen und er möchte hier keine Probleme bekommen. Na gut, widerwillig holte ich meinen Rucksack. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Diese meinten, wir sollen doch bald wiederkommen, was wir ihnen dann auch versprachen. Die Polizei brachte uns dann zu einem Hostel im Stadtzentrum.

"Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel"
Hier am Bild: Die Polizei, Patrick und ich



Geld aus dem Rucksack gestohlen
Botswana, Februar 2016
Am besagten Tag, plante ich eine Reittour durch das Okavango Delta. Als ich auf der Pferdefarm ankam, erklärte mir die Besitzerin, dass ich meinen kleinen Rucksack während der Tour doch bei ihrem Kollegen lassen sollte, damit er mich nicht stört. Ich dachte mir nicht viel dabei und händigte ihm das Ding aus. Als die Tour nach wenigen Stunden vorüber war, vergaß ich meinen Rucksackinhalt zu kontrollieren. Erst bei der Ankunft meines Hostels dachte ich daran. Leider fehlte wirklich etwas - zu meinem Glück aber nur ein Teil des Bargeldes (umgerechnet vielleicht 30-40 Euro). Das war mir wieder einmal eine Lehre nicht jedem zu vertrauen und auf meine Sachen besser aufzupassen.



Überfall von einem Pavian bei den Viktoriafällen
Sambia, Februar 2016
Als ich die Viktoriafälle an der Grenze Sambia-Simbabwe besuchte, beschloss ich noch ein wenig die wunderschönen Wanderwege entlang der imposanten Schlucht zu erkunden. Ich war alleine unterwegs. Auf meiner Erkundungstour sah ich Unmengen von Pavianherden. Diese schienen hier in der Gegend nicht besonders schüchtern zu sein und kamen teilweise ziemlich nah ran. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass sie von den Touristen immer wieder gefüttert wurden. Anfangs fand ich die Vieher auch noch wirklich süß und machte Videos und Fotos aus nächster Nähe von ihnen. Nur von den ausgewachsenen Männchen hielt ich immer leichten Sicherheitsabstand, da die Tiere ganz schön groß waren. Als ich gerade ein paar Babyaffen aus nächster Nähe beim Spielen beobachtete, baute sich plötzlich ein riesiges Pavian-Männchen vor mir auf. Er fletschte die Zähne und riss mir meine gelbe Tüte aus der Hand. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war er dann auch schon mit dem Ding in den Baumkronen verschwunden. Na, zum Glück hatte ich bloß mein Wurstbrot und nichts Wertvolles in der Tüte. Im weiteren Verlauf der Wanderung hatte ich dann immer panische Angst, dass mir nochmals so ein Riesen-Vieh über den Weg laufen könnte. 




Rucksack vergessen
Malawi, Jänner 2016
Am wunderschönen Malawisee vergaß ich leider meinen heißgeliebten Tagesrucksack in einem Hostel. Diese Unachtsamkeit brachte eine zusätzliche fast zweitägige Busfahrt mit sich. Aber  der Rucksack war es mir wert. 



Handy futsch 
Malawi, Jänner 2016
Zu meiner großen Freude fand ich in einem kleinen malawischen Dörfchen eine Unterkunft für umgerechnet bloß einem Euro/ Nacht. Doch die Freude hielt nicht lange. Als ich am Abend kurz das Zimmer verließ, hatte in der Zwischenzeit jemand mein Handy aus dem Zimmer gestohlen. Die Dorfgemeinschaft zeigte sich äußerst hilfsbereit und half mir bis tief in die Nacht hinein das Ding zu suchen - leider erfolglos. Als ich am nächsten Tag den Polizeiposten im Nachbarort aufsuchte, musste ich mich noch mit den Polizisten ärgern, die Austria nicht von Australia unterscheiden konnten. Ansonsten waren sie aber ganz lieb und teilten sogar ihr Mittagessen mit mir.
Die genauen Details zu der Geschichte kannst du =>HIER< nachlesen. 



Betrunkener und bekiffter Guide 
Malawi, Jänner 2016
Dass die Einwohner von Malawi ein sehr redseliges Volk sind, mussten meine Reisebegleitung Sonja und ich gleich bei der Einreise nach Malawi feststellen. Wir wollten gerade in Chitimba am Malawisee einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, als uns wieder einmal ein Einheimischer - er hieß übrigens Bob - volllaberte. Er wollte uns ein wenig Gras verkaufen - dieses wird dort übrigens "Malawi Gold" genannt, da es besonders gut sein sollte - und uns zu guter Letzt noch eine kleine Wasserfall-Tour für morgen andrehen. Da er dafür umgerechnet nur drei Euro haben wollte und die Tour fast den ganzen Tag dauern sollte, sagten wir ihm sogar zu. Immerhin lieben wir Wasserfälle. Als Bob am  nächsten Tag am vereinbarten Treffpunkt etwa eine Stunde zu spät erschien, hatte er glührote Mini-Augen. Gleich bei der Begrüßung erzählte er uns dann, dass er heute Morgen schon drei Flaschen irgendeiner lokalen Spirituose getrunken und zwei Joints geraucht hatte. Dafür sah er eigentlich noch ganz gut aus, obwohl man die Alkoholfahne schon deutlich riechen konnte. Er meinte dann noch, dass er mindestens jede Stunde eine kleine Joint-Pause brächte. Na, das kann ja was werden. Nach zehn Minuten gehen musste er sich tatsächlich schon den ersten drehen. Er kam dann auch gleich mit einer Flasche dieser lokalen Spirituose an, die wir unbedingt probieren sollten. Das Zeugs schmeckte gar nicht so schlecht, wir hielten uns jedoch mit dem Trinken etwas zurück, immerhin hatten wir noch eine ordentliche Strecke vor uns. Verwunderlicherweise hatte Bob einen ziemlich flotten Schritt drauf, dem wir nur schwer folgen konnten. Vor allem die Hitze machte uns ordentlich zu schaffen. Der Wasserfall war letztendlich atemberaubend schön. Am Ende der Wanderung verließ uns Bob aber dann ganz plötzlich - er meinte er fühle sich nicht gut und müsste ganz dringend schlafen gehen. Tja, wen wundert´s?

"Betrunkener und bekiffter Guide"
Hier am Bild: Beim Drehen seines Joints



Fähre versäumt aufgrund eines Uhrzeit-Missverständnisses
Tansania, Dezember 2015
Ich war gerade mit meiner Reisebegleitung Alex am Viktoriasee. Wir wollten an diesem besagten Tag mit einer Fähre den See überqueren. Gleich in der Früh machten wir uns auf, um noch ein Ticket am Hafen zu ergattern - immerhin fuhr die Fähre nur zweimal pro Woche ab. Der nette Herr am Ticketschalter erklärte uns, dass wir um 8 Uhr am Hafen sein sollten, denn um 8:30 Uhr wäre Abfahrt. Wir schlossen daraus logischerweise, dass 20 Uhr gemeint sein musste, denn 8 Uhr morgens war schon vorbei. Als Alex und ich gegen 14:30 Uhr gerade gemütlich am See in der Sonne relaxten, sahen wir plötzlich wie die Fähre abfuhr. Das kam uns äußerst seltsam vor. Wir fragten den Besitzer unserer Unterkunft nach dem Grund. Wie wir erfahren mussten, hat es sich tatsächlich um unsere Fähre gehandelt. Viele Einheimische in Tansania würden wohl in der "Swahili-Zeit" reden. In der Swahili-Zeit beginnt der der Tag mit dem Sonnenaufgang um 7 Uhr morgens - da Tansania am Äquator liegt, ist dieser das ganze Jahr zur exakt selben Uhrzeit. Der Sonnenaufgang ist die Stunde 1. 8 Uhr ist demzufolge 2, usw. Der Ticketverkäufer hatte mit 8 Uhr also 14 Uhr gemeint. Dieses Missverständnis bescherte uns weitere zwei Tage in dem Küstenörtchen, da wir ja auf die nächste Fähre warten mussten.

"Fähre versäumt"
Hier am Bild: die Fähre, die ohne uns davongefahren ist



Begegnung mit der grünen Mamba
Uganda, November 2015
Es war noch relativ am Anfang meiner Reise, als ich mich in einem Regenwald in Uganda total verlaufen hatte. Als wäre das nicht genug, sah ich plötzlich vor mir auf einem Ast eine 1,5 m lange  giftgrüne Schlange, die mir direkt in die Augen schaute. Ich war wie versteinert vor Schreck. Ungewöhnlich langsam verschwand das Biest dann in der Baumkrone. Den genauen Bericht dazu könnt ihr =>HIER<= nachlesen.




Bei der Blogparade von Ellen auf => PATROTA.COM <= könnt ihr noch mehr zum Thema "Pleiten, Pech und Pannen auf Reisen" nachlesen ;)


Dienstag, 12. Dezember 2017

Zufälle gibt´s, die gibt´s gar nicht!

By On Dezember 12, 2017


Die Welt ist ja bekanntlich riesengroß. Nicht aber die Welt der Reisenden. Das wurde mir während meines Backpacking-Trips immer wieder bewusst. Ich traf oft an den unmöglichsten Orten auf dieser Welt auf bekannte Gesichter. Zum Teil traf ich Reisebekanntschaften sogar mehrmals in verschiedenen Ländern, ohne es vorher ausgemacht zu haben. Ob solche Zufälle wirklich nur "Zufälle" sind, darüber lässt sich streiten. Auf alle Fälle habe nun ich beschlossen, diese ganzen unglaublichen Stories in einem Artikel zusammenzufassen.

Habt auch ihr bereits solche unglaublichen Zufälle auf euren Reisen erlebt?


Treffen meines Couchsurfing-Gastgebers aus Ecuador in Rom

Italien, 07.11.2017:

So unglaublich es klingen mag: Aber ich traf doch glatt meinen Couchsurfing Gastgeber aus Ecuador in Rom wieder. Das Ganze wieder einmal dank des Internets. 

Alle, die die Couchsurfing Webseite kennen, wissen dass es dort einen Button gibt, der "Hangout" (auf Deutsch: Abhängen) besagt. Dadurch kann man andere Reisende oder auch Einheimische nur zum "Abhängen" treffen. Da mir in Rom gerade etwas langweilig war, suchte ich nach Leuten, die Lust haben was zu unternehmen. Dann antwortete plötzlich Juan Pablo. Ich konnte es kaum glauben. Ich verbrachte ungefähr ein Jahr zuvor einige Tage bei ihm und seiner überaus liebenswürdigen Familie in der ecuadorianischen Stadt Guayaquil. Leider hatte Juan recht viel um die Ohren und wir sahen uns damals nur kurz. 

Wir arrangierten aber einige Wochen später, als ich gerade in Ecuador bei einer Familie Hunde sittete, ein weiteres Treffen. Juan kam mich besuchen und wir verbrachten eine tolle Zeit zusammen. Er erzählte mir damals schon von seinem Filmprojekt - er ist nämlich Schauspieler und auch Regisseur. Dann brach der Kontakt aber leider etwas ab. 

Als ich seine Nachricht in Rom las, arrangierten wir natürlich sofort ein Treffen. Ich traute meinen Augen fast nicht, als der dann tatsächlich - am anderen Ende der Welt - vor mir stand. Juan ging es ähnlich. Er schloss mich sofort in die Arme und ließ mich geschätzte zehn Minuten nicht mehr los. Wie ich doch diese herzliche lateinamerikanische Art liebe!

Wir quatschten noch bis tief in die Nacht hinein. Juan erzählte mir übrigens, dass er gerade in Rom sei, da er sein Filmprojekt hier vorstellen würde. Für alle die Spanisch sprechen: HIER ist der Trailer zu seinem Film. 


Juan Pablo & ich


Selber Couchsurfing-Gastgeber

Peru, 20.07.2017

Dieses Mal war es zwar keine "Wieder-Begegnung" - trotzdem fand ich den Zufall beinahe unglaublich. Ich hatte gerade eine 24-stündige Busfahrt von Cusco nach Lima hinter mir. Als ich in Lima am Busbahnhof ausstieg, sah ich eine weitere Touristin aus dem Bus kommen. Das wunderte mich, da ich um Geld zu sparen mit der schäbigsten Buslinie überhaupt gefahren bin. Normalerweise wird diese nur von Einheimischen genutzt. Außerdem gibt es tatsächliche hunderte Buslinien, die diese Strecke täglich fahren.

Auf alle Fälle hat mich die junge Frau dann angesprochen. Sie fragte mich, ob ich denn zufällig wisse wie sie von hier aus am besten ins Zentrum kommen könne. Sie würde dort nämlich Couchsurfen. Da ich vor wenigen Wochen schon mal in Lima war, und auch couchgesurft habe, fragte ich bei wem sie denn unterkommen würde. Dann antwortete sie doch glatt: "Bei Edy." Das war doch tatsächlich genau der selbe, bei dem ich auch war. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass wir vom selben sprachen, zeigte sie mir sogar noch ein Foto von ihm. Und ja, er war es.

Unglaublich oder? Immerhin ist Lima eine 9-Millionen-Stadt und es sind tausende von Menschen auf Couchsurfing angemeldet! Weiters war die junge Frau genau im selben Bus wie ich und das am selben Tag und zur selben Zeit!


Wiedervereinigung mit einem meiner ersten Couchsurfer  in Peru

Peru, 31.05.2017

Vor etwa zwei Wochen als ich gerade in Huaraz in Peru war, sah ich auf Facebook, dass mein Freund Luis auch gerade im Land war. Luis war einer meiner ersten Couchsurfer, die ich bei mir zu Hause aufnahm. Da wir uns recht gut verstanden, besuchte er mich ein weiteres Mal in Österreich und später kam ich mit einer Freundin zu ihm auf seine Farm in Spanien. Wie es leider oft so ist, wurde der Kontakt mit der Zeit weniger.

Natürlich meldete ich mich sogleich bei ihm, als ich sah, dass wir uns gerade im selben Land befanden. Leider war er in Lima und hatte schon Pläne für die nächsten Wochen: Er würde auf einer Farm mitarbeiten. Dort hätte er auch keine Internetverbindung, da diese recht abgeschottet liegen würde. Luis meinte aber, dass er sich danach bei mir melden würde. Vielleicht ließe sich ja doch ein Treffen bewerkstelligen. Irgendwie glaubte ich jedoch nicht so richtig daran, dass das Ganze etwas werden würde.

An diesem besagten Morgen war ich gerade in der peruanischen Stadt Arequipa und lag noch im Bett. Ich überlegte, ob ich heute eventuell nach Bolivien weiterreisen sollte. Da kam eine Nachricht am Handy rein. Es war Luis! Er schrieb mir, dass er gerade in Arequipa sei und wo ich mich denn so umhertreiben würde. Das gibt´s doch gar nicht! Peru ist immerhin ein riesiges Land mit jeder Menge toller Städte. Und dann ist doch Luis genau am selben Tag wie ich hier in Arequipa.

Natürlich trafen wir uns sogleich. Da wir aber bereits beide schon Vorstellungen von unserer weiteren Route hatten, trennten sich unsere Wege wieder. Wir beschlossen jedoch ein paar Tage gemeinsam zu reisen, falls wir nächstes Monat zufällig beide in Bolivien sein würden. Und so kam es dann auch! Es war dann zwar nicht mehr so ganz dem Zufall überlassen, da wir nun doch mehr oder weniger in Kontakt blieben.

Luis & ich


Treffen eines alten Schulkollegen in Quito

Ecuador, 07.04.2017

Ich arbeitete nun schon über einen Monat in einem Hostel in Quito, der Hautpstadt Ecuadors. In meiner Freizeit gab ich zudem Deutsch-Nachhilfestunden in einem Deutsch-College - so kam wenigstens wieder einmal ein wenig Kleingeld rein.

Ja und wieder einmal war es das so oft verfluchte Internet, das zu einem unglaublichen Zusammentreffen verhalf. Über Facebook kam ich dahinter, dass Markus, ein alter Schulkollege (ich bin mit ihm insgesamt acht Jahre lang in die selbe Klasse gegangen), auch gerade in Quito ist. Das war so was von unfassbar, denn wir wohnten in Österreich in einem richtig kleinen Dörfchen. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass jemand nun genau zur selben Zeit hier in Ecuador und noch dazu in der selben Stadt sein würde wie ich. Auch wenn wir früher nie viel Kontakt hatten, beschlossen wir uns nun zu treffen, immerhin war das gerade ein wirklich außergewöhnlicher Zufall.

Als Draufgabe kamen wir sogar noch drauf, dass sein Hostel nur fünf Gehminuten von meinem entfernt lag. Wir feierten das Zusammentreffen mit einem ausgiebigen Bierklatsch.


Gerald und ich waren zur selben Zeit am selben Ort - leider ohne uns gekannt zu haben

Ecuador, 03.02.2017

Bei diesem Zufall, geht es nicht direkt um ein außergewöhnliches Zusammentreffen, trotzdem finde ich die Geschichte erzählenswert.

Ich tauschte gerade mit meinem ecuadorianischen Couchsurfing-Gastgeber Gerald Reisegeschichten aus. Dann kamen wir doch glatt dahinter, dass wir letztes Jahr genau zur selben Zeit in dem selben Dorf in Guatemala waren. Und mit Dorf meine ich wirklich Dorf! Wir sind uns dort höchstwahrscheinlich auch über den Weg gelaufen, denn es ist wirklich super klein dort. Leider kannten wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

ich & Gerald



Die drei Italiener

Guatemala, 05.08.2016 

Vor etwa zwei Monaten war ich in Nicaragua. Unter anderem verbrachte ich einige aufregende Tage auf der Insel Ometepe. Dort traf ich drei Italiener: Marika, Vanessa und Christian. Da wir so ziemlich auf einer Wellenlänge lagen, unternahmen wir viel gemeinsam. Dann trennten sich unsere Wege wieder.

Als ich heute gerade bei leichtem Regenschauer durch die Stadt Antigua in Guatemala spazierte, traute ich meinen Augen kaum. Standen da doch glatt die drei Italiener. Irgendwo in einer kleinen Seitenstraße. Wie klein die Welt doch ist!

Vanessa, Marika, Christian & ich


Danas - zum dritten Mal!

Südafrika, 28.02.2016

Ich war gerade mit Patrick in Kapstadt in Südafrika. Wir waren nun bestimmt schon zwei Wochen gemeinsam unterwegs. Plötzlich erhielt ich eine Nachricht von Danas, einem jungen Mann aus Litauen.

Ich hatte Danas vor fast einem halben Jahr in einem absolut abgelegenen Massaidorf in Tansania zum ersten Mal getroffen. Ich konnte es damals gar nicht glauben, dass es noch eine andere "weiße" Person dorthin verschlagen hatte. Doch es stellte sich heraus, dass Danas genauso ein Abenteurer war wie ich - immer auf der Suche nach den versteckten Geheimplätzen. Wir schlossen uns daraufhin sogleich für ein paar Tage zusammen.

Das nächste Mal traf ich Danas auf der Insel Sansibar. Wir feierten dann sogar Weihnachten zusammen. Danach trennten sich unsere Wege wieder.

Nun schrieb mir Danas an diesem Tag eine Nachricht, dass er gerade in Kapstadt war. Patrick und ich strahlten wie Honigkuchenpferde - immerhin hatte auch Patrick auf Sansibar mit Danas schon Bekanntschaft gemacht. Es erfolgte ein wunderschönes Wiedersehen!

ich, Patrick & Danas


Die Mexikanerin, die ich ganze viermal in vier verschiedenen Ländern in Afrika traf

Namibia, 20.02.2016

Nachdem Patrick und ich uns zufällig in Windhoek in Namibia wiedergetroffen hatten, beschlossen wir gemeinsam nach Südafrika zu reisen. Die Busfahrt dorthin sollte ganze 22 Stunden dauern. Doch da uns sowieso immer genug Blödsinn einfiel, störte uns das nicht besonders. Kaum betraten wir den Bus, traute ich meinen Augen kaum. Da war doch glatt eine junge Mexikanerin und zwei Männer, die ich nun bereits zweimal zuvor auf meiner Reise getroffen habe.

Das erste Mal in einem kleinen Hostel in Malawi. Dort haben wir aber nicht sonderlich viel miteinander gesprochen. Das nächste Mal traf ich sie in Sambia. Ich irrte dort gerade durch die Hauptstadt Lusaka, als die drei plötzlich vor mir standen. Sie kamen mir wahnsinnig bekannt vor, doch ich wusste nicht ganz wo ich sie hintun sollte. Zum Glück war das Personengedächtnis der drei besser als meines und sie klärten mich sogleich auf. Wir konnten es alle zusammen nicht glauben, dass wir uns hier in irgendeiner unbedeutenden Straße wieder über den Weg liefen.

Als ich sie nun da so im Bus sitzen sah, dachte ich echt, dass ich jetzt spinne. So viele Zufälle kann es doch gar nicht geben, oder? Auch die drei staunten nicht schlecht.

Und der absolute Gipfel ist, dass ich die Mexikanerin ein paar Tage danach nochmals traf und zwar an einem Hafen in Kapstadt. Kann es sowas denn wirklich geben??


Patrick ist wie ich in Windhoek!

Namibia, 05.02.2016

Ich war gerade in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, angelangt. Aus unerfindlichen Gründen musste ich an Patrick denken. Ich hatte den verrückten Kerl vor einigen Wochen auf der Insel Sansibar kennengelernt. Er ist Deutscher und arbeitete auf der Insel im Marketing für ein Hotel. Als ich ihm von meinen aufregenden Backpacking-Abentereuern erzählte, beschloss der Gute kurzerhand zu kündigen und auch loszureisen. Wir reisten für die ersten Tage gemeinsam, dann trennten sich unsere Wege wieder.

Da ich an dem besagten Tag gerade an ihn dachte, beschloss ich ihm eine Nachricht zu senden. Ich vermutete, dass er wohl gerade irgendwo in Südafrika sei, da er meines Wissens vor etwa zwei Wochen hier in Namibia war und seine Reise in den Süden weitergehen sollte. Patrick schrieb doch glatt zurück, dass er etwas krank war und aufgrund dessen tatsächlich immer noch in Windhoek verweilte!! Meine Freude war riesengroß, immerhin erlebte ich mit Patrick immer die verrücktesten Abenteuer. Bei unserem Treffen beschlossen wir dann kurzerhand gemeinsam weiter zu ziehen.


Patrick, ich & mein Couchsurfing Gastgeber






DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:





Folge mir per E-Mail