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Samstag, 3. November 2018

Wanderung am Mount Kadam - Tag 2

By On November 03, 2018

Traumhafte Morgenstimmung
Als wir frühmorgens erwachten, wurden wir von einem unbeschreiblich schönen Morgenrot überrascht. Geschlafen haben wir nicht viel, es war nämlich eine bitterkalte Nacht. Die Jungs waren wohl auch die meiste Zeit wach. Sie saßen schon am Lagerfeuer und kochten Teewasser. Was für eine herrliche Morgenstimmung!


Was für ein traumhaftes Fleckchen für einen morgendlichen Kaffee






Gipelsieg fällt aus
Als es wieder weiter gehen sollte, fragte ich die beiden, wie lange es denn noch auf den Gipfel dauern würde. Verdutzt schauten sie mich an. Welchen Gipfel? "Na den vom Mount Kadam", antwortete ich. Dafür waren wir ja immerhin hier. Wir sind doch am Mount Kadam, meinten sie. Es stellte sich heraus, dass sie keine Ahnung davon hatten, dass wir er einen Gipfel besteigen wollten. Und genauso wenig Ahnung schienen sie davon zu haben, wo der überhaupt sei. Der Berg ist nämlich recht zerklüftet. Haha, ja so etwas kann einem natürlich wieder nur in Afrika passieren.
Wir nahmen es aber mit Humor. Immerhin waren wir eh noch ziemlich k.o. von gestern und geschlafen haben wir auch nicht viel. Also hatten wir eigentlich überhaupt nichts dagegen, wenn es heute etwas gemütlicher wird. Ema meinte, dass wir einfach einen der zerklüfteten Gipfel besteigen könnten, am besten den, der am nächsten ist.



Undurchdringlicher Dschungel
Gut, dann los. Die beiden schienen sich aber recht unsicher bezüglich der Route. Wir befanden uns mittlerweile schon auf gar keinem Weg mehr. Es ging wortwörtlich durch den allerdichtesten Urwald. Ema schritt mit der Machete bewaffnet voran und schlug uns den Weg frei. Doch das Dickicht wurde immer dichter. Wir kamen nur sehr langsam voran und waren mittlerweile schon ordentlich aufgeschürft und von Dornen zerkratzt. Ema fragte mich, was wir tun sollen. Sollte nicht er als Guide das wissen? *lach* Wir beschlossen, dass umdrehen die einzige sinnvolle Lösung ist.

mit der Machete voran durch das Dickicht



Wasserstelle





Mittagsidylle
Wir kochten uns in der Nähe des Nachtlagers noch ein sehr leckeres Mittagessen und genossen noch ein wenig die schöne Bergidylle.

Dann machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Nakapiripirit. Wir hatten fast das Gefühl, dass Peter sich ein wenig in Anki verschaut hatte, denn er konnte seine Blicke nur schwer von ihr lassen und wollte ihr dann auch noch den Rucksack tragen. Sein Zeug wollte er dafür bei Jana unterbringen *lach*.



Der Rückweg
Am Rückweg fragten uns Ema und Peter, ob es okay wäre, wenn wir die Lebensmittel, die noch übrig geblieben sind wie Öl, Salz usw. an die Leute verschenken, die hier in den Bergen wohnen. Was für eine Frage, natürlich! Die Freude der Bergbewohner war jedes Mal riesengroß, auch wenn es sich nur um etwas Salz oder eine leere Plastikflasche handelte. Unglaublich oder?

Wir kamen auch wieder an dem Haus des malariakranken Mädchens vorbei. Die Mutter begrüsste uns mit einem Knicks und lächelte uns an. Auch das Mädchen sah wieder besser aus. Als wir sie fragten wie es ihr ginge, antwortete die Mutter freudestrahlend, dass es ihr um Einiges besser geht und sie sogar schon wieder spielen würde. Gott sei Dank!

Der restliche Nachhauseweg zog sich noch ordentlich in die Länge, da unsere Beine schon ganz schön müde waren. 

Zu Tränen gerührt
Zurück in unserer Unterkunft genossen wir erstmals eine ausgiebige Dusche. Später kamen die Jungs noch vorbei und wir bezahlten sie noch und gaben ihnen ein kleines Trinkgeld obendrauf. Immerhin war die Tour ein unvergessliches Erlebnis und die beiden waren im Endeffekt wirklich superlieb und versuchten alles zu unserer besten Zufriedenheit zu machen. Anki schenkte Peter obendrauf noch ihr Paar Sportschuhe und ein paar Socken. Die Schuhe die er am Berg anhatte, waren nämlich schon ordentlich ausgelascht und durchlöchert. Die beiden jungen Männer konnten ihr Glück gar nicht fassen. Peter bekam sogar glasige Augen. Dieser Moment war so rührend, dass auch wir mit den Tränen kämpfen mussten. 





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Freitag, 2. November 2018

Wanderung am Mount Kadam - Tag 1

By On November 02, 2018

... auf dem Weg in Richtung Mount Kadam


Los geht's
Um 6 Uhr morgens klingelte unser Wecker. Peter und Ema standen schon bereit.

Nach einem raschen Frühstück in unserer Unterkunft ging es los.

Anki, Ema, Jana, Peter & ich

Zuerst wanderten wir etwa eine Stunde geradeaus. Dabei verfolgten uns Kinderscharen, die lautstark "Muzunguu, Muzunguuu!!" grölten. Peter und Ema fanden das nicht so toll und versuchten sie zu vertreiben. An den Lehmhütten, an denen wir vorbeikamen, drehten sich die Leute neugierig nach uns um. Wir waren wohl die Attraktion des Dorfes.





Ein beschwerlicher Weg
Schön langsam wurde der Weg immer steiler und war teilweise ordentlich zugewachsen. Scheint also nicht viel begangen zu sein. Gut dass wir eine Machete dabei hatten. Laut den Jungs soll es aber noch Leute geben, die weit oben am Berg wohnen.

Die Pflanzenwelt hier ist einfach gigantisch. Ausserdem fand ich die Geräuschkulisse sehr beeindruckend. Man hörte das Zirpen von Insekten, wunderschöne Vogelgesänge und das fast unheimlich klingende Brüllen der Colobus-Affen. Wir konnten sogar mehrere davon sehen. Die Tiere haben ein weiß-schwarzes Fell und einen recht auffälligen Schwanz, der hinten wie ein Staubwedel auseinander geht.

Die Luft war schwül und es war sehr heiß. Der Weg wurde extrem steil und das Vorankommen war ziemlich beschwerlich. Anki, Jana und ich waren schon sichtlich erschöpft.



Hilfe für ein kleines Mädchen mit Malaria
Irgendwann kamen wir an einer kleinen Holz - Lehmhütte vorbei, in der ein paar Leute wohnten. Ein kleines Mädchen lag im Schatten am Boden und die Mutter wirkte besorgt. Ema erklärte uns, dass die Kleine Malaria hat und fragte uns ob wir ein Schmerzmittel dabei hätten. Zum Glück hab ich für den Fall der Fälle tatsächlich etwas dabei gehabt. Und Anki fiel dann auch noch ein, dass sie sogar Malaria-Tabletten dabei hatte. Sie spendierte diese dem kleinen Mädchen.

das kleine Mädchen, dem wir unsere Medikamente spendierten

So eine Malaria darf nämlich keinesfalls unterschätzt werden, denn immerhin sterben hier viele daran, vor allem wenn sie abseits medizinischer Versorgung wohnen oder einfach nicht genug Geld für die nötigen Medikamente haben. Wir erklärten der Mutter noch genau wie die Tabletten einzunehmen sind.

Das Geschäft mit den Kath-Blättern
Peter erzählte uns noch, dass die meisten Leute, die hier in den Bergen wohnen, von der Ernte und dem Verkauf von Kath-Blättern leben, da diese hier in Hülle und Fülle wachsen. Die Blätter haben ähnlich wie die Koka-Blätter eine leicht berauschende Wirkung. Sie sollen stimmungsaufhellend und wachmachend wirken. Zuerst werden sue gekaut und dann in der Backentasche behalten, ohne sie zu schlucken. Erst nach Stunden werden die Reste ausgespuckt. Wir kauften ihnen eine Tüte davon ab. Ich stopfte mir auch sogleich ein paar davon in den Mund und bildete mir tatsächlich ein, schon kurze Zeit später eine Wirkung zu verspüren. Nichts Krasses, aber ich fühlte mich plötzlich viel fitter und war gut drauf. Vielleicht war aber auch etwas Placeboeffekt dabei *lach*.

Kath Blätter

... und es wird noch anstrengender
Anki und Jana quälten sich dafür immer mehr ab. Vor allem Jana schien schon recht am Ende zu sein. Als wir einen kurzen Stopp einlegten, gingen dann plötzlich die Emotionen ein bisschen durch mit ihr und sie brach in Tränen aus.


Zum Glück war es von da aus bis zu der Höhle, in der wir laut den Jungs heute schlafen werden, nicht mehr lange. Anki und Jana bissen noch äußerst tapfer bis zum Ende durch.



Suchbild


die traditionelle Kleidung der Karamoja 

Endlich bei der Höhle angekommen
Als wir endlich unser Nachtlager erreichten, staunte ich nicht schlecht. Es war wunderschön hier. Wir hatten eine traumhafte Aussicht über die weite Steppe des Karamoja-Landes. Unter uns der dichte Urwald mit all seinen beeindruckenden Geräuschen.

der Zugang zur Höhle


Der Zugang zur Höhle war zwar mit einer leichten Kletterei verbunden, aber schlussendlich schafften wir es alle dort anzukommen.

Sieht doch ganz gemütlich aus, oder? 😉

Vorbereitung des Nachtlagers
Peter und Ema tauten mit der Zeit auch immer mehr auf und wir hatten richtig Spaß mit ihnen. Jetzt wussten wir wenigstens, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, mit ihnen zu gehen. Wir halfen ihnen beim Gras ausreißen, um daraus eine Matratze für die Nacht zu machen.


Wir genossen die idyllische Abendstimmung während Peter begann ein ein super leckeres Abendessen zuzubereiten. Langsam ging es auch Jana wieder besser.


Interessante Gespräche
Als es finster wurde, saßen wir alle gemeinsam beim Lagerfeuer und tauschten interessante Fakten über die kulturellen Unterschiede unserer Heimat und die der Jungs aus.




Hier eine kurze Zusammenfassung der spannendsten  Sachen, die sie uns erzählten:


  • Möchte ein Mann heiraten, dann muss er bzw. seine Familie die Eltern der Zukünftigen mit Kühen auszahlen.
  • Im Durchschnitt kostet eine Frau etwa 20 Kühe.
  • Kann es sich ein Mann leisten, dann kann er auch mehrere Frauen haben.
  • Die Frau hat meist wenig Mitentscheidungsrecht bei der Wahl ihres Gatten.
  • Hat der Mann die Eltern seiner zukünftigen Frau mit den Rindern bezahlt, dann gehört die Frau sozusagen ihm. Der Frau ist es dann auch nicht erlaubt, einfach vom Mann wieder wegzugehen und wieder zu den Eltern zurückzukehren.
  • Würde die Frau fremdgehen, dann müsste der Mann, der mit der Frau geschlafen hat, den Mann der Frau mit Kühen bezahlen.
  • Die teils bewaffneten Unruhen, die es in der Karamojaregion in den letzten Jahren aufgrund der Viehdiebstähle gegeben hat, entstanden meist genau aus dem Grund, dass Männer nicht genug Rinder hatten, um sich eine Frau zu kaufen.
  • Homosexualität ist verboten. Es wird mit dem Tod bestraft. Abscheinend gab es vor ein paar Jahren mal so einen Fall in einem Nachbarort. Die Betroffenen wurden mit Steinen erschlagen.
  • In einigen abgelegenen Dörfern wird die weibliche Genitalverstümmelung nach wie vor durchgeführt, obwohl diese auch in Uganda verboten ist. Den Mädchen werden im Alter von etwa 7 Jahren die äußeren Geschlechtsteile weggeschnitten, meist unter sehr unsterilen Bedingungen. Dann wird ein Gemisch aus Kohle und rohen Eiern in das Mädchen eingeführt - das soll nämlich die Wundheilung fördern. Dann wird wieder alles vernäht.
  • Dem Mädchen werden dann für eine Woche die Beine zusammengebunden und sie muss in der Hütte liegen bleiben. Logischerweise versterben viele Mädchen bei dem Prozess. Nicht selten werden die Mädchen auch schon bald darauf verheiratet und das oft an deutlich ältere Männer.
Wir waren sehr schockiert über die meisten dieser Fakten. Ich denke es wurde uns plötzlich ganz deutlich bewusst, wie gut wir es eigentlich in unserer Heimat haben und welche unglaublichen Freiheiten wir genießen.

Auf der anderen Seite waren wir sehr berührt darüber, wie ehrlich Peter und Ema mit uns darüber sprachen. Sie lauschten auch sichtlich interessiert wie das alles in Österreich läuft und stellten viele Fragen. Vieles heißen sie nämlich hier auch nicht gut. Aber dass man eine Frau bei uns "gratis" bekommt, schien ihnen etwas unverständlich. Interessant ist auch noch, dass die Jungs Christen sind, obwohl da bestimmt auch viel Einfluss von traditionellen Naturreligionen dabei ist.


Gegen 22 Uhr legten wir Mädels uns ins Schlafgemach. Es war richtig kalt diese Nacht. Kein Wunder wir waren auch auf knapp 2.500 Höhenmetern.



Die Jungs hüteten Kathblätter-kauend das Feuer noch bis in die frühen Morgenstunden.





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Donnerstag, 1. November 2018

Fahrt nach Nakapiripirit

By On November 01, 2018

Das Land der Karamoja
Heute mussten wir wieder früh aus den Federn, denn es sollte weiter nach Nakapiripirit im Nordosten Ugandas gehen. In das Land der Karamoja. Diese noch sehr traditionell lebende Bevölkerungsgruppe lebt großteils von der Viehzucht. Einige davon führen immer noch ein halbnomadisches Leben. Vor einigen Jahren gab es in dieser Region viele Unruhen, da es zwischen den Dörfern immer wieder zu Viehdiebstählen kam. Touristisch ist die Gegend nicht erschlossen. Das heißt es kann spannend werden, wie wir dort hinkommen. Selbst die Einheimischen meinten, dass es schwierig werden könnte.

Das Land der Karamoja 


Rasta Peter, unser Freund und Helfer
Zu unserer Überraschung stand Peter schon bei der Rezeption, um uns noch zu begleiten. Mit einem riesigen Grinsen im Gesicht wünschte er uns einen wunderschönen guten Morgen.

Wir gingen mit ihm zu den Boda Boda Fahrern, da diese Mopedtaxis zu unseren liebsten Transportmitteln zählen. Wir mussten nämlich erstmals zur großen Kreuzung, um von dort dann zu sehen wie wir weiter nach Nakapiripirit kommen.
Leider wurden wir uns nicht ganz einig über den Preis. Wir beschlossen ein Stück weiter zu gehen, um ein anderes Transportmittel zu finden. Keine zwei Minuten später hielt ein Auto an. Es saßen Grasei Schuasch und einer der Männer aus der Bar gestern darin. Komischer Zufall.
Wir fuhren mit ihnen bis zur Kreuzung. Peter kam wieder mit. Er möchte uns noch helfen, einen Transport nach Nakapiripirit zu finden. Was für ein herzensguter Kerl. Da stand auch schon ein Matatu, das wohl in die von uns gewünschte Richtung fuhr. Der Fahrer meinte sogar er würde direkt nach Nakapiripirit fahren.

Wir konnten unser Glück kaum fassen. Als er uns den Fahrpreis sagte, verflüchtigte sich unsere Freude jedoch wieder recht rasch: 25.000 USH wollte er pro Person. Das war für eine solche Strecke viel zu viel. Nach einer langen und intensiven Preisverhandlung, einigten wir uns auf 50.000 USH für alle drei.

Die Fahrt nach Nakapiripirit
Wir fuhren auch schon recht bald los. Interssanterweise stiegen immer mehr Leute aus, jedoch niemand zu. Irgendwann waren wir fast die einzigen im Matatu. Plötzlich wurde uns klar, warum wir so viel zahlen mussten : Das Matatu fuhr extra wegen uns nach Nakapiripirit. Krass, so betrachtet ist der Preis sogar extrem billig.

Die unasphaltierte Straße wurde immer noch holpriger. Und hat es da ordentlich herumgeschmissen auf der Rückbank. Wir fuhren lange Zeit durch eine sehr monotone Steppe. Danach passierten wir einige minikleine Dörfer bestehend aus Lehmhütten mit Strohdächern. Die Leute hier tragen eine Kleidung aus Tüchern, ähnlich wie Massai. Die Gegend ist trocken und heiß.

vollgepacktes Matatu



Ankunft in Nakapiripirit
Wir kamen überraschend früh in Nakapiripirit an. Eigentlich rechneten wir damit, erst spät am Abend anzukommen. Wir wussten ja nicht, dass wir tatsächlich ein Privatmatatu haben werden.
Die Bewohner hier schienen auf den ersten Blick recht arm und waren sehr aufdringlich. Anki und Jana war das anfangs recht unangenehm. Ich hatte solche Situationen auf meinen Reisen schon öfters erlebt, besonders heftig war es damals in Malawi.

Hill View Resort
Ich konnte im Internet bereits eine Unterkunft ausfindig machen "Hill View Resort". Wir waren begeistert, denn es gab sogar Strom und fließendes Wasser. Wir konnten uns im Endeffekt auf einen guten Preis einigen : 20.000 USH (~ 4,70 €)  pro Person inklusive Frühstück. Zudem schien der Besitzer recht nett und hilfsbereit. Er wüsste sogar jemanden, der uns auf den Mount Kadam führen könnte.

Die recht nervenaufreibende Suche nach einem Guide
Wir wollten aber ein paar Preisangebote vergleichen und versuchten uns deshalb vorher noch ein wenig im Ort umzuhören. Doch irgendwie starrten uns alle nur ahnungslos an und schienen nicht die geringste Ahnung davon zu haben, ob es hier im Ort jemanden gibt, der so etwas machen könnte - komisch.

Wir entdecken im Ort noch ein einziges anderes Hotel, nämlich das "Panorama Hotel" und versuchten es dort. Auch diese schienen sich nicht ganz sicher zu sein, ob sich da jemand finden lassen könnte, doch sie baten um meine Nummer und versprachen sich umzuhören und mich dann anzurufen.

Wieder zurück in unserer Unterkunft hatte der Besitzer tatsächlich jemanden aufgetrieben. Der junge Mann hieß Ema. Wir wurden mit ihm aber nicht ganz warm. Er war extrem wortkarg und konnte uns mit nur sehr wenig Information dienen, wie die Tour ablaufen sollte. Dafür war der Preis von 50.000 USH pro Tag für uns alle drei eigentlich ganz in Ordnung.

Wir hofften trotzdem inständig, dass sich die vom anderen Hotel nochmals melden würden, da uns dieser Typ hier einfach nicht besonders sympathisch war. Schon kurze Zeit später wurden wir angerufen, dass wir schnell zum Panorama Hotel kommen sollen, da der angebliche Guide da sein sollte. Jana blieb im Bett, da sie Kopfschmerzen hatte, also machten sich nur Anki und ich auf den Weg.

Im Endeffekt hatten auch wir ordentlich Kopfweh, da das Gespräch nicht besonders gut verlief. Es waren zwei Männer da. Sie redeten zwar im Gegensatz zu Ema sehr viel, aber leider extrem verwirrend und sie schafften es nicht wirklich auf den Punkt zu kommen. Das Ganze zog sich über eine Stunde in die Länge und danach hatten wir eigentlich die Schnauze ganz schön voll. Zuerst hieß es wir müssten wie bei Ema 50.000 USH pro Tag zahlen. Doch dann kamen tröpfchenweise immer mehr Kosten zusammen. Und alles musste man ihnen so richtig aus der Nase ziehen. Plötzlich hieß es, dass die 50.000 pro Person wären, da jede einen eigenen Guide braucht. Dann kamen auf einmal noch 50.000 "Office -Gebühr" dazu, und dann die Anfahrt noch extra. Und dann auch noch das Essen für die Guides, usw.

Wir waren nun ziemlich ratlos was wir tun sollten und sprachen deshalb nochmals mit unserem Hotelbesitzer. Der hilfsbereite Herr holte nochmals Ema und diesmal auch seinen Bruder Peter (das ist wohl ein beliebter Name hier) herbei. Peter war sehr sympathisch. Wir bemerkten, dass auch Ema ein ganz netter war. Ich denke die jungen Männer waren anfangs einfach sehr schüchtern.

Wir einigten uns drauf, dass Ema unser Guide sein wird und Peter als Koch mitkommen wird. Zudem werden die Jungs auch das Essen tragen. Ema sollte 50.000 pro Tag bekommen und Peter 30.000. Da wir kein Zelt auftreiben konnten, beschlossen wir in einer Höhle zu schlafen. Perfekter Plan. Als ich nach gefährlichen Schlangen fragte meinten sie, dass es bloß die schwarze und grüne Mamba geben sollte, aber das wäre alles kein Problem. Hmm... okay!

Wir gingen noch gemeinsam mit dem Hotelbesitzer, Ema und Peter einkaufen für morgen : Reis, Nudeln, Gemüse und Tee.

Beim Zubereiten unseres heutigen Abendessens: Tomaten-Avocado- Salat


Nun freuen wir uns schon sehr auf morgen und hoffen nur, dass die Jungs schon jemals auf diesem Berg waren und den Weg kennen *lach*.



Mittwoch, 31. Oktober 2018

Die Sipi Wasserfälle

By On Oktober 31, 2018



Wasserfallwanderung 


Wir konnten es kaum fassen, dass wir heute morgen wirklich warmes Wasser hatten. Sipi liegt nämlich recht hoch, deshalb wird es nachts ganz schön kühl. 

Hier wurde das Wasser für unsere morgendliche Dusche erhitzt

am Morgen tummelten sich Affen vor unserer Hütte 

Auch auf Peter ist tatsächlich Verlass. Pünktlich stand er heute Morgen vor unserer Hütte. Die Wasserfallwanderung war einfach traumhaft schön. Es ging durch Kaffee- und Bananenplantagen und vorbei an traditionellen Häusern - oder eher Hütten. 

"Muzunguuu, Muzunguuuu!!" 

Jana, Peter, Anki und ich

... auf dem Weg zum ersten Wasserfall

In der Region um Sipi gibt es jede Menge Chamäleons. Auch wir fanden mit Peters Hilfe welche 😍

Die Gegend hier ist saftig grün und die Einheimischen äußerst freundlich. Peter scheint recht beliebt zu sein bei den anderen Dorfbewohnern, aber das wundert uns nicht, denn der junge Mann ist wirklich sehr charmant. 

ein besonders schönes Chamäleon








Er führte uns noch zu einer Dame, die lokales Maisbier braut. Dieses Bier ist sehr trüb mit vielen kleinen Stückchen darin. Je mehr wir davon tranken, desto besser schmeckte es. Für einen Liter von dem Bier zahlten wir bloß unglaubliche 1.000 USH (~ 0, 23 Euro). 

selbstgebrautes Maisbier 

Prost



Erfrischende Abkühlung
Später nahmen wir noch ein Bad in dem äußerst erfrischendem, aber leicht hellbraunem Flusswasser. Weiter oben war eine Frau gerade beim Wäsche waschen im Fluss. Zudem sprangen ein paar Kinder fröhlich kreischend darin herum. Als auch wir uns in die Fluten werfen musterten die Kinder uns neugierig. Sie schienen wohl recht amüsiert darüber zu sein, drei Muzungus beim Baden zu sehen.




Peter gab uns später noch etwas Zuckerrohr zum Probieren. Sehr lecker!

Peter schneidet uns ein Stück Zuckerrohr ab

Supergünstiges Abendessen
Als wir nach der Wanderung wieder zurück ins Dorf kamen, hatten wir ordentlich Hunger. Wir gingen gemeinsam mit Peter in ein kleines lokales Restaurant und aßen dort Reis mit  Krautgemüse. Ich hatte richtig Lust auf Avocado. Der Restaurantbesitzer meinte, das wäre überhaupt kein Problem und schickte kurzerhand Peter, um eine zu kaufen. Das Essen war richtig lecker und auch mehr als ausreichend. Wir konnten es wieder kaum fassen, denn wir zahlten für alle drei Gerichte gemeinsam bloss lächerliche 9.000 USH (2,10 €). Ich glaube ja fast, dass Peter immer schaute, dass wir wirklich nur das zahlen müssen, was auch die Einheimischen zahlen.

Wir machten uns auf den Weg zurück in unsere Unterkunft, um ein bisschen Wäsche zu waschen - natürlich händisch - und uns etwas auszuruhen.

Sipi Nightlife
Am Abend trafen wir uns wieder mit Peter. Er wollte uns eine lokale Bar zeigen. Wir verbrachten einen recht unterhaltsamen Abend mit ihm und seinen Freunden. Dabei tranken wir Bier und probierten auch den einheimischen Zuckerrohrschnaps namens "Waragi".


Am Ende wollte uns Peter sogar noch auf die Getränke einladen, das ließen wir aber nicht zu. Der junge Mann hatte selbst nicht viel, seine Schuhe hatten Löcher ohne Ende und dann wollte er auch noch für uns zahlen. Unfassbar, so viel Gastfreundschaft sind wir gar nicht gewohnt. Falls nun jemand glauben sollte, dass sich Peter an uns ranmachen wollte, dann muss ich euch enttäuschen. Er ist einfach nur ein herzensguter junger Mann.


Wieder neigt sich ein wunderschöner und abenteuerlicher Tag dem Ende zu. Bis Morgen :)


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