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Montag, 6. September 2021

Die größten Reinfälle auf meiner bisherigen Reise

By On September 06, 2021


Mittlerweile bin ich insgesamt wohl schon mehrere Jahre mit meinem Rucksack quer durch die Welt gereist - wenn auch mit regelmässigen Unterbrechungen. Während dieser Zeit gab es neben der unzähligen, unvergesslich schönen Erlebnissen auch ein paar richtige Reinfälle. 


Es gibt ja so einige "alltägliche Probleme" eines Backpackers, welche ich   =>HIER<=  schon einmal beschrieben habe. Ein paar Ereignisse sind mir aber ganz besonders in Erinnerung geblieben:





Verhaftung in den frühen Morgenstunden am Titicacasee
Bolivien, Juli 2017
Ich war gerade zum Couchsurfen bei einem Vorarlberger Aussteiger namens Ernst. Er hatte sich in einem kleinen, abgelegenen Dörfchen am Titicacasee in einem kleinen Lehmhäuschen niedergelassen. Mit mir befand sich ein weiterer Gast in seinem Haus: ein 20-jähriges bolivianisches Mädchen, das mir leicht seltsam erschien. Mit ihrem nächtlichen Schlafwandeln hat sie mir schon öfters ordentlich Angst eingejagt. Eines schönen Morgens stand plötzlich das ganze Dorf samt Polizei vor unserem Haus. Tatverdacht: Illegaler Drogenhandel, das Anzünden eines Hauses und als Draufgabe wurde Ernst noch Mädchenhandel unterstellt. Mit viel Glück konnte ich einer Nacht im Gefängnis entgehen, Ernst aber leider nicht. Trotz meines abgelaufenen Visums blieb ich ein paar Tage zusätzlich im Land und setzte alles daran ihn dort wieder rauszuholen. Das gelang mit dann auch mit Hilfe amerikanischer Missionare. Trotzdem musste Ernst der sehr korrupten Polizei einiges an Schmiergeld bezahlen.
Die ganze Geschichte könnt ihr =>HIER<= nachlesen.

"Verhaftung am Titicacasee"
 Hier am Bild: Ernst mit der Polizei und den aufgebrachten Dorfbewohnern



Zudringlicher Couchsurfing Gastgeber
Bolivien, Juni 2017
Da ich meine Pläne wieder einmal spontan geändert hatte, suchte mich mir einen Last-Minute Couchsurfing Gastgeber in Oruro. Leider gab es dort nicht viel Auswahl. Dann fand ich Paul, er hatte zwar nicht viele Referenzen, aber immerhin wohnte er laut Angabe auf seinem Profil mit seiner Mama und seinen Großeltern zusammen - da kann ja nicht viel schief gehen. Er holte mich mit dem Auto vom Busbahnhof ab und meinte, dass wir gleich zu schönen Thermalquellen hier in der Nähe fahren könnten. Das hörte sich gut an. Es ging also gleich schnurstracks zur Therme. Leider war das Hauptbecken aufgrund von Reinigungsarbeiten gesperrt. Es blieb uns also nur die Möglichkeit in einem kleinen, privaten Minipool zu baden. Irgendwie hatte ich so das Gefühl das Paul sich an mich ranmachen wollte, deshalb erzählte ich ihm gleich, dass ich einen Freund hätte. Das schien ihn nicht sonderlich zu stören. Als wir endlich auf dem Rückweg zu ihm nach Hause waren, meinte er er müsste mir noch etwas zeigen. Wir fuhren einen kleinen Berg hoch. Mittlerweile war es schon stockdunkel. Oben angekommen stiegen wir vom Auto aus und sahen hinunter auf das funkelnde Lichtermeer der Stadt. Es war wunderschön, aber ich hatte immer noch das Gefühl, dass Paul sich irgendwas erhoffte. Zu allem Überfluss packter er dann auch noch eine Flasche Rotwein und Weingläser aus dem Kofferraum aus. Ich trank anstandshalber zwei Schlücke. Paul leerte sich das Zeugs dafür nur so runter. Kaum war die erste Flasche geleert kam schon die zweite dran. Durch den Alkohol schien er nun noch mutiger geworden zu sein und wurde nun wirklich ekelig zudringlich, obwohl ich ihm eindeutig zeigte und auch sagte, dass ich nicht an ihm interessiert war. Ihm schien das nicht im geringsten zu stören. Letztendlich erklärte ich ihm lautstark, dass ich JETZT zurück in die Stadt will. Er schaute mich erstaunt an und merkte nun wohl, dass es mir richtig ernst war. In der Stadt angekommen, ließ ich ihn an einem Hostel halten, nahm meinen Rucksack und verließ wortlos sein Auto.



Zweimalig gescheitere Besteigung des Chimborazo 6.310 m
Ecuador, März 2017
Gleich zweimal misslang mir der Gipfelsieg des über 6.000 m hohen Chimborazo. Das erste Mal lag es an den großen Massen von Neuschnee, die das Vorankommen sehr verzögerten. Zusätzlich kamen meine Probleme mit der Höhe dazu. Beim zweiten Mal scheiterten wir an zu gefährlichen Schneeverhältnissen.
Die genauen Berichte dazu kannst du =>HIER<= (1. Besteigung) und =>HIER<= (2. Besteigung) nachlesen. 

"Gescheiterte Besteigung des Chimborazo"



Flucht aus einer partywütigen Hippie-Villa
Mexiko, September 2016
Nach einer schlaflosen Nachtbusfahrt kam ich völlig übermüdet bei meinem Couchsurfing Gastgeber in Puerto Escondido an. Dieser entpuppte sich als wilder Hippie, der gemeinsam mit seinen Freunden in einem kleinen Haus lebte. Es gab sogar einen kleinen Pool. Mein Gastgeber fragte mich, ob es mich eh nicht stören würde, wenn hier heute Nacht eine kleine Party steigen würde. Ich schluckte erstmals. Nach und nach trudelten die Partygäste bereits ein. Letztendlich waren bestimmt 50 Leute vor Ort. In der Küche wurde mit lustig machenden Kräutern ein Dessert geköchelt, währenddessen dasselbe Kraut dazu geraucht wurde. Auch ein paar Pillen gingen durch die Runden, während sich andere lieber was durch die Nase zogen. Mir war aber eigentlich nur zum Schlafen zumute. Ich fragte meinen Gastgeber wo ich mich denn etwas ausruhen könnte, worauf dieser antwortete, dass ich mich überall hinlegen könnte wo ich wollte. Ach du lieber Himmel. Im ganzen Haus wimmelte es von Leuten. Ich ging auf die Dachterrasse, denn dort gab es so etwas ähnliches wie ein kleines Bett. Aber auch hier saßen mindestens zehn Leute, die mich die ganze Zeit zum Mitfeiern motivieren wollten. Dass ich gerade einfach viel zu müde dafür war, verstanden sie natürlich überhaupt nicht. Ich stopfte mir meine Ohrenstöpstel rein und versuchte irgendwie zu schlafen, was aber nur sehr bedingt möglich war. Am frühen Morgen packte ich gleich meine sieben Sachen. Überall lagen völlig stoned Leute herum - neben mir auf der Dachterrasse, am Küchenboden, im Wohnzimmer, neben dem Pool,... Ich schrieb einen schnellen "Danke-fürs-Übernachten-Zettel" und machte mich aus dem Staub. Eigentlich hatte ich meinem Gastgeber ja angekündigt ein paar Tage hier zu bleiben, doch diesen Plan änderte ich ganz spontan.



Unsanfter Rausschmiss aus einem Hostel
Nicaragua, Juni 2016
Ich war gerade an einem wunderschönen Traumstrand in Nicaragua zum Arbeiten in einem Hostel. Leider kam ich mit der Besitzerin Leslia nicht besonders gut klar, da diese eine richtige Hexe war. Sie versuchte mir das Leben wo es nur geht schwer zu machen, während ihr Gatte ein richtig netter Kerl war, mit dem ich sehr gut auskam. Irgendwann brachte Leslia das Fass zum Überlaufen, als sie zu mir meinte es würde Geld in der Kassa fehlen. Daraufhin erklärte ich ihr, dass ich morgen abreisen würde. Das passte ihr am Anfang gar nicht so und sie versuchte es kurz nochmals mit der zuckersüßen Art, aber mir reichte es nun eindeutig. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Leslia stand vor mir und erklärte mir ungehalten, dass ich sofort ihr Hostel verlassen sollte. Mir war es ein Rätsel wie sie in mein Zimmer kam, da ich dieses abgeschlossen hatte. Sie schrie mich an, dass  ich mich gefälligst beeilen sollte, denn sie würde mein Zimmer für neue Gäste brauchen. Ich wusste natürlich, dass das nicht stimmte, da es jede Menge freie Zimmer gab. Sie wollte mir nun so richtig eins auswischen und wahrscheinlich hatte sie Angst, dass ich um 8 Uhr noch da bin, wenn dann ihr Gatte kommt. Wenn der von den gestrigen und heutigen Geschehnissen Wind bekommen würde, wäre er sicher nicht begeistert, wie mich seine Frau behandelte. Aber gut. Ich wollte keine Streit und packte alles zusammen. Da wir recht abgelegen waren, kam nur einmal am Tag - nämlich um 10 Uhr - ein Bus. Ich wollte also auf der Straße vor dem Hostel warten. Da kam die aufgebrachte Hexe herbeigerannt und schrie ich sollte auf der Stelle ihr Grundstück verlassen, sonst würde sie die Polizei rufen. Ich hatte schon Angst, dass die Gute gleich eine Herzattacke bekommen könnte, da sie sich so unwahrscheinlich aufregte. Ich warf ihr noch ein zuckersüßes Lächeln zu, packte mir meinen Rucksack auf den Rücken und begann loszuwandern. Bis zum nächsten Ort würde ich ca. zwei Sunden brauchen, der Weg ging zudem stetig leicht nach oben. In der brütenden Hitze hier, war das Ganze gleich nochmal so schlimm. Ich plagte mich also den Weg hoch. Wie durch ein Wunder hielt ein junger Mopedfahrer neben mir und bot mir an mich in den nächsten Ort zu bringen. Letztendlich wollte er nicht einmal Geld annehmen für seinen Gefallen. Der Kleine rettete wirklich meinen Tag - es gab also doch noch gute Menschen auf dieser Erde. 



Bedrängnis im Nebelwald
Costa Rica, April 2016
Wieder einmal war ich zum Couchsurfen. Diesmal bei einem etwa 50-jährigen Mann, der inmitten eines Nationalparks in einem Nebelwald in einem kleinen Haus wohnte. Zuerst waren wir zusammen beim Dorffest. Danach brachte uns ein Freund von ihm zu seinem Haus, das relativ abgelegen lag. Die beiden führten das Fest zu Hause fort und begannen sich am Balkon weiter zu besaufen. Als der Freund nach Hause gefahren war, begann mein Gastgeber plötzlich etwas zudringlich zu werden. Ich fragte ich wo ich denn nun schlafen könnte, woraufhin er antwortete, ob ich nicht sehen könnte, wie klein sein Haus wäre und dass wir uns sein Bett teilen müssten. Ich war wie versteinert vor Schreck. Mitten in der Nacht konnte ich unmöglich zurück ins Dorf, denn dieses lag etwa 15 km entfernt. Ich legte mich ganz an den Rand des Bettes, machte aber die ganze Nacht kein Auge zu. Der Typ war Gott sei Dank so besoffen, dass er sofort in einen tiefen Schlaf fiel. Ich wusste, dass er am nächsten Tag früh aufstehen und zur Arbeit musste. Als er endlich weg war, nahm ich meinen Rucksack und haute so schnell wie möglich ab. Tagsüber gab es zum Glück öffentliche Verkehrsmittel, die beim Haus vorbei fuhren.



Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel
Namibia, Februar 2016
Als meine Reisebegleitung Patrick und ich gerade am Busbahnhof in Walvis Bay an der namibischen Küste ankamen, lechzte Patrick bereits nach einem kalten Bier. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdecken wir dann auch gleich eine kleine Kneipe, aus der lautstarke Musik dröhnte. Sie sah zwar etwas heruntergekommen aus, aber das störte uns nicht. Der Schuppen war ganz schön voll. Wir bestellten Bier und schon bald gesellten sich ein paar Einheimische zu uns. Sie waren total sympathisch aber auch sehr erstaunt, dass hier Weiße in der Bar waren. Wir wären sogar die ersten weißhäutigen Menschen, die sie jemals hier gesehen hatten. Das wunderte uns, denn  hier in Walvis Bay sollten anscheinend viele Weiße leben. Ein junger Mann erklärte uns, dass diese alle in den reicheren Stadtvierteln wohnen würden und hier eigentlich nie herkämen. Die Männer gaben gleich eine Runde für uns und wir verbrachten lustige Stunden mit ihnen. Später sprach uns erneut ein Mann in der Bar an und auch er meinte, dass hier normalerweise nie Weiße herkommen und wir sollten gut aufpassen, denn es sei gefährlich hier. Das schien uns nicht Grund genug, den Ort zu verlassen, bis uns dann wahrhaftig die Polizei rausholte. Wir saßen gerade an einem Tisch vor der Kneipe, als ein Polizeiauto die Straße entlang fuhr. Dann stoppten sie doch glatt neben uns und winkten uns herbei. Sie wollten uns in eine sicherere Gegend bringen. Das sah ich vorerst überhaupt nicht ein und fand es noch dazu diskriminierend. Patrick zischte mir zu, ich solle mich doch beruhigen und er möchte hier keine Probleme bekommen. Na gut, widerwillig holte ich meinen Rucksack. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Diese meinten, wir sollen doch bald wiederkommen, was wir ihnen dann auch versprachen. Die Polizei brachte uns dann zu einem Hostel im Stadtzentrum.


"Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel"
Hier am Bild: Die Polizei, Patrick und ich



Geld aus dem Rucksack gestohlen
Botswana, Februar 2016
Am besagten Tag, plante ich eine Reittour durch das Okavango Delta. Als ich auf der Pferdefarm ankam, erklärte mir die Besitzerin, dass ich meinen kleinen Rucksack während der Tour doch bei ihrem Kollegen lassen sollte, damit er mich nicht stört. Ich dachte mir nicht viel dabei und händigte ihm das Ding aus. Als die Tour nach wenigen Stunden vorüber war, vergaß ich meinen Rucksackinhalt zu kontrollieren. Erst bei der Ankunft meines Hostels dachte ich daran. Leider fehlte wirklich etwas - zu meinem Glück aber nur ein Teil des Bargeldes (umgerechnet vielleicht 30-40 Euro). Das war mir wieder einmal eine Lehre nicht jedem zu vertrauen und auf meine Sachen besser aufzupassen.



Überfall von einem Pavian bei den Viktoriafällen
Sambia, Februar 2016
Als ich die Viktoriafälle an der Grenze Sambia-Simbabwe besuchte, beschloss ich noch ein wenig die wunderschönen Wanderwege entlang der imposanten Schlucht zu erkunden. Ich war alleine unterwegs. Auf meiner Erkundungstour sah ich Unmengen von Pavianherden. Diese schienen hier in der Gegend nicht besonders schüchtern zu sein und kamen teilweise ziemlich nah ran. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass sie von den Touristen immer wieder gefüttert wurden. Anfangs fand ich die Vieher auch noch wirklich süß und machte Videos und Fotos aus nächster Nähe von ihnen. Nur von den ausgewachsenen Männchen hielt ich immer leichten Sicherheitsabstand, da die Tiere ganz schön groß waren. Als ich gerade ein paar Babyaffen aus nächster Nähe beim Spielen beobachtete, baute sich plötzlich ein riesiges Pavian-Männchen vor mir auf. Er fletschte die Zähne und riss mir meine gelbe Tüte aus der Hand. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war er dann auch schon mit dem Ding in den Baumkronen verschwunden. Na, zum Glück hatte ich bloß mein Wurstbrot und nichts Wertvolles in der Tüte. Im weiteren Verlauf der Wanderung hatte ich dann immer panische Angst, dass mir nochmals so ein Riesen-Vieh über den Weg laufen könnte. 




Rucksack vergessen
Malawi, Jänner 2016
Am wunderschönen Malawisee vergaß ich leider meinen heißgeliebten Tagesrucksack in einem Hostel. Diese Unachtsamkeit brachte eine zusätzliche fast zweitägige Busfahrt mit sich. Aber  der Rucksack war es mir wert. 



Handy futsch 
Malawi, Jänner 2016
Zu meiner großen Freude fand ich in einem kleinen malawischen Dörfchen eine Unterkunft für umgerechnet bloß einem Euro/ Nacht. Doch die Freude hielt nicht lange. Als ich am Abend kurz das Zimmer verließ, hatte in der Zwischenzeit jemand mein Handy aus dem Zimmer gestohlen. Die Dorfgemeinschaft zeigte sich äußerst hilfsbereit und half mir bis tief in die Nacht hinein das Ding zu suchen - leider erfolglos. Als ich am nächsten Tag den Polizeiposten im Nachbarort aufsuchte, musste ich mich noch mit den Polizisten ärgern, die Austria nicht von Australia unterscheiden konnten. Ansonsten waren sie aber ganz lieb und teilten sogar ihr Mittagessen mit mir.
Die genauen Details zu der Geschichte kannst du =>HIER< nachlesen. 



Betrunkener und bekiffter Guide 
Malawi, Jänner 2016
Dass die Einwohner von Malawi ein sehr redseliges Volk sind, mussten meine Reisebegleitung Sonja und ich gleich bei der Einreise nach Malawi feststellen. Wir wollten gerade in Chitimba am Malawisee einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, als uns wieder einmal ein Einheimischer - er hieß übrigens Bob - volllaberte. Er wollte uns ein wenig Gras verkaufen - dieses wird dort übrigens "Malawi Gold" genannt, da es besonders gut sein sollte - und uns zu guter Letzt noch eine kleine Wasserfall-Tour für morgen andrehen. Da er dafür umgerechnet nur drei Euro haben wollte und die Tour fast den ganzen Tag dauern sollte, sagten wir ihm sogar zu. Immerhin lieben wir Wasserfälle. Als Bob am  nächsten Tag am vereinbarten Treffpunkt etwa eine Stunde zu spät erschien, hatte er glührote Mini-Augen. Gleich bei der Begrüßung erzählte er uns dann, dass er heute Morgen schon drei Flaschen irgendeiner lokalen Spirituose getrunken und zwei Joints geraucht hatte. Dafür sah er eigentlich noch ganz gut aus, obwohl man die Alkoholfahne schon deutlich riechen konnte. Er meinte dann noch, dass er mindestens jede Stunde eine kleine Joint-Pause brächte. Na, das kann ja was werden. Nach zehn Minuten gehen musste er sich tatsächlich schon den ersten drehen. Er kam dann auch gleich mit einer Flasche dieser lokalen Spirituose an, die wir unbedingt probieren sollten. Das Zeugs schmeckte gar nicht so schlecht, wir hielten uns jedoch mit dem Trinken etwas zurück, immerhin hatten wir noch eine ordentliche Strecke vor uns. Verwunderlicherweise hatte Bob einen ziemlich flotten Schritt drauf, dem wir nur schwer folgen konnten. Vor allem die Hitze machte uns ordentlich zu schaffen. Der Wasserfall war letztendlich atemberaubend schön. Am Ende der Wanderung verließ uns Bob aber dann ganz plötzlich - er meinte er fühle sich nicht gut und müsste ganz dringend schlafen gehen. Tja, wen wundert´s?

"Betrunkener und bekiffter Guide"
Hier am Bild: Beim Drehen seines Joints



Fähre versäumt aufgrund eines Uhrzeit-Missverständnisses
Tansania, Dezember 2015
Ich war gerade mit meiner Reisebegleitung Alex am Viktoriasee. Wir wollten an diesem besagten Tag mit einer Fähre den See überqueren. Gleich in der Früh machten wir uns auf, um noch ein Ticket am Hafen zu ergattern - immerhin fuhr die Fähre nur zweimal pro Woche ab. Der nette Herr am Ticketschalter erklärte uns, dass wir um 8 Uhr am Hafen sein sollten, denn um 8:30 Uhr wäre Abfahrt. Wir schlossen daraus logischerweise, dass 20 Uhr gemeint sein musste, denn 8 Uhr morgens war schon vorbei. Als Alex und ich gegen 14:30 Uhr gerade gemütlich am See in der Sonne relaxten, sahen wir plötzlich wie die Fähre abfuhr. Das kam uns äußerst seltsam vor. Wir fragten den Besitzer unserer Unterkunft nach dem Grund. Wie wir erfahren mussten, hat es sich tatsächlich um unsere Fähre gehandelt. Viele Einheimische in Tansania würden wohl in der "Swahili-Zeit" reden. In der Swahili-Zeit beginnt der der Tag mit dem Sonnenaufgang um 7 Uhr morgens - da Tansania am Äquator liegt, ist dieser das ganze Jahr zur exakt selben Uhrzeit. Der Sonnenaufgang ist die Stunde 1. 8 Uhr ist demzufolge 2, usw. Der Ticketverkäufer hatte mit 8 Uhr also 14 Uhr gemeint. Dieses Missverständnis bescherte uns weitere zwei Tage in dem Küstenörtchen, da wir ja auf die nächste Fähre warten mussten.

"Fähre versäumt"
Hier am Bild: die Fähre, die ohne uns davongefahren ist



Begegnung mit der grünen Mamba
Uganda, November 2015
Es war noch relativ am Anfang meiner Reise, als ich mich in einem Regenwald in Uganda total verlaufen hatte. Als wäre das nicht genug, sah ich plötzlich vor mir auf einem Ast eine 1,5 m lange  giftgrüne Schlange, die mir direkt in die Augen schaute. Ich war wie versteinert vor Schreck. Ungewöhnlich langsam verschwand das Biest dann in der Baumkrone. Den genauen Bericht dazu könnt ihr =>HIER<= nachlesen.




Bei der Blogparade von Ellen auf => PATROTA.COM <= könnt ihr noch mehr zum Thema "Pleiten, Pech und Pannen auf Reisen" nachlesen ;)


Sonntag, 18. April 2021

Meine größten Reiseabenteuer

By On April 18, 2021


Immer wieder werde ich gefragt, was denn nun die spannendsten Reiseabenteuer auf meinen Backpacking Trips waren. Ich habe deshalb eine kleine Zusammenfassung der Erlebnisse, die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind, geschrieben.


... IN EUROPA


Schlafen unter freiem Himmel auf den Kanaren

Das Schlafen unter dem freiem Sternenhimmel ist selbst für mich als "erfahrene Abenteurerin" immer wieder ein besonderes Erlebnis. Man ist der Natur so unglaublich nahe - kein Zelt, kein Mosikotnetz. Dafür  hat man den besten Blick auf den Mond und die Sterne. Zudem kann man die Geräusche aus der Natur ganz ungefiltert hören. Am liebsten schlafe ich weit weg von der Zivilisation. Auf den Kanaren habe ich besonders oft draußen geschlafen - nur mit meinem Schlafsack und einer Matte. Der Vorteil dort ist, dass es keine gefährlichen Tiere gibt. Ich schlief alleine oder mit meinen Reisebekanntschaften an einsamen Stränden, in den Bergen, in Höhlen oder Ruinen. Es war jedes Mal ein unvergessliches, einzigartiges Abenteuer. 


Schlafen unter freiem Sternenhimmel auf La Gomera





... IN ASIEN 


10-tägige Schweigemeditation in Nepal

Vipassana - Zehn Tage Schweigemditation. Zehn Tage ohne Sprechen, ohne Schreiben, ohne Lesen und ohne Kommunikation jeglicher Form. Kein Handy oder sonstige elektronischen Geräte. Zehneinhalb Stunden meditieren am Tag. Kein Kontakt zur Aussenwelt. Zweieinhalb eher spärliche Mahlzeiten am Tag. Diese zehn Tage zählen eindeutig zu den längsten und härtesten Tagen meines ganzen Lebens. Doch ich habe durchgehalten. Und es hat sich absolut ausgezahlt. Ich konnte sehr viel Wertvolles für und über mich und das Leben lernen. 





20-tägiges Trekking in der Everest Region in Nepal 

Ganze 20 Tage lange trekkte ich gemeinsam mit meinem italienischen Wanderkollegen Andrea in der wunderschönen Everest Region in Nepal. Wir legten dabei über 300km und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Ganze ohne Guide und ohne Träger - außer für die Besteigung des 6.119m hohen Lobuche East war für zwei Tage ein Guide obligatorisch. Wir bewegten uns in Höhen um die 5.000m und stießen dabei immer wieder an unsere körperlichen Grenzen. Die enorme Höhe, der schwere Rucksack und die täglich zurückgelegten Strecken und Höhenmeter gingen ordentlich an die Substanz. Trotzdem kann ich behaupten, dass dieses Trekking eines der schönsten meines ganzen Lebens war. Auch die eisig kalten Nächte (so um die -15 Grad Celcius) in den unbeheizten Unterkünften waren eine Herausforderung - aber im Nachhinein gesehen auch ein unvergessliches Erlebnis. 







.... IN SÜDAMERIKA



Polizeifestnahme am Titicacasee in Bolivien

Eines frühen Morgens wurden mein Couchsurfing Gastgeber Ernst, seine weitere Besucherin Alejandra und ich ganz überraschend von der Polizei festgenommen. Tatverdacht: Drogenherstellung und -schmuggel und obendrein noch Mädchenhandel. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie korrupt die Polizei dort ist. Zum Glück ging die ganze Gesichte nochmals gut aus.


Polizeifestnahme am Titicacasee



Autostoppen in Bolivien - 24 Std auf einem Lieferwagen

Gemeinsam mit einem guten Freund reiste ich von der Salzwüste Uyuni bis nach Sucre per Autstopp in einem Lieferwagen - ganze 24 Stunden dauerte das Vergnügen, es sei aber dazugesagt, dass wir auch Pausen machten und nachts für einige Stunden stoppten. Die einheimische Familie, die uns mitnahm war superlieb und verköstigte uns sogar.


Diese Familie nahm uns 24 Stunden auf ihrem Lieferwagen mit. 



Lama-Opferungsfest mit den Bergarbeitern von Potosí in Bolivien

Ich war in Potosí in Bolivien bei einem Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter dabei. Es war ein wirklich sehr spannendes und authentisches Erlebnis und auf alle Fälle nichts für sanfte Gemüter! Außerdem bewiesen die Bolivianer, dass sie ein sehr trinkfreudiges Volk sind. 


Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí 


Besteigung einiger der höchsten Berge der Welt in Ecuador & Peru

Ich bestieg einige der höchsten Berge der Welt, darunter der 5.752 m hohe Nevado Pisco in der Cordillera Blanca, einem der schönsten Gebirgszüge weltweit, der sich in den Anden Perus befindet. Außerdem versuchte ich zweimal den 6.310 m hohen Chimborazo in Ecuador zu besteigen. Dieser Berg hat die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt und ist ebenso der naheliegendste Punkt zur Sonne auf dieser Erde - und übertrifft damit sogar den Mount Everest. Wir campten sowohl bei der Pisco Besteigung als auch bei der Chimborazo Besteigung auf über 5.000 m Höhe in eisiger Kälte


Camping auf etwa 5.000 Meter Seehöhe



Eine Woche auf einer Fähre am Amazonas

Ich verbrachte insgesamt eine ganze Woche auf einer Fähre am Amazonas auf dem Weg von Leticia (Kolumbien) nach Yurimaguas (Peru) mit Zwischenstopp in Iquitos für zwei Tage. Geschlafen wurde in einer Hängematte zwischen zig Einheimischen. Als einzige Gringa (=Ausländerin) auf der Fähre war ich das Highlight schlechthin - vor allem für die Kinder. Zu essen gab es dreimal täglich Reis - zum Frühstück Reis aufgekocht mit Zuckerwasser und zu Mittag und zu Abend gesalzen mit Soße oder einem minikleinen Stückchen Hühnchen - seitdem kann ich Reis irgendwie nicht mehr essen.

In meiner Hängematte auf der Fähre am Amazonas - hier schlief ich eine ganze Woche



Ayahuasca-Zeremonie bei einem Schamanen im Dschungel von Kolumbien

Ich besuchte einen Schamanen mitten im Dschungel am Amazonas in der Nähe von Leticia und machte dort eine Ayahuasca Zeremonie. Fazit: Eindeutig kein Wiederholungsbedarf, trotzdem möchte ich dieses Erlebnis nicht missen.




Schwimmen im Amazonas

Ich schwamm im Amazonas inmitten von Piranhas und Krokodilen. Unser Guide versichterte uns aber, das sich diese Tierchen nur im Uferbereich aufhalten würden, wir hätten also in der Mitte des Flußes absolut nichts zu befürchten. Das glaubte ich ihm auch, bis mich plötzlich etwas am Bein beknapperte...







.... IN AFRIKA



Schlafen in einer Höhle in Lesotho

Ich wanderte einige Tage mit einem Einheimischen durch Lesotho und wir schliefen dabei in Höhlen. Wir kamen an den eindrucksvollsten Felsschluchten vorbei und genossen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Weiters durchquerten wir einige Dörfer, für die so ein Muzungu (= weißhäutige Person) eine absolut außergewöhnliche Begegnung war. 





Autostoppen in Namibia

Ich versuchte bei 40 °C in der Mittagshitze mitten im Nirgendwo an der Grenze Botswana - Namibia Auto zu stoppen, um nach Windhoek zu gelangen. Im Endeffekt kam ich mit zwei verschiedenen Trucks dort heil an - jedoch inklusive jeder Menge Nervenkitzel!





Trinken von frischem Ziegenblut mit den Massai in Tanzania

Ich lebte einige Tage mit einem Massai-Stamm in Tanzania am Lake Natron und habe dabei mit ihnen frisches Ziegenblut getrunken und noch weitere unvergessliche Abenteuer erlebt.





Jagen mit einem Stamm, der noch in Höhlen lebt in Tanzania

Ich war mit den Hadzabe, dem ältesten Jäger- und Sammlerstamm jagen. Diese Menschen leben noch in Höhlen und haben eine ganz besondere Sprache, die aus Schnalzlauten mit der Zunge besteht. Sie sind Nomaden und haben keine Schulbildung. Ich fühlte mich wie in einer komplett anderen Welt.


Die Hadzabe rüsten sich für die Jagd



Mithelfen an einer Schule mitten im Busch Ugandas

Ich lebte einige Tage in Uganda in einem kleinen Dörfchen mitten im Busch, fernab jeglicher Zivilisation - also ohne Strom und ohne fließend Wasser. Ich lernte dabei ihre doch recht andersartige Kultur und Brauchtümer näher kennen.











Neben diesen unvergesslichen Reiseabenteuern, hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse. Diese könnte ihr =>HIER<= nachlesen. 



Mittwoch, 31. März 2021

Route Teneriffa

By On März 31, 2021

 

Reisezeitraum & Route: 


11.03.2021 - 30.03.2021

LA GOMERA - Los Cristianos - Los Gigantes - La Caleta - Barranco Mancha de Los Díaz - Playa de Barranco Seco - Barranco Los Sauces - Tamaimo - Icod de los Vinos - Puerto de la Cruz - Cañada Blanca - Guajara 2.718m - Chío - Costa Adeje - SCHWEIZ 


12.01.2021 - 15.02.2021

GRAN CANARIA - Santa Cruz de Tenerife - San José de los Llanos - Chinyero - Santiago del Teide - Los Gigantes - Playa de Barranco Seco - Puerto de Santiago - Playa de Las Américas - San Andrés - Anagagebirge - Igueste de San Andrés - El Draguillo - Benijo - Roque de las Bodegas - Taganana - Semaforo de Anaga - Playa de Antequera - Santa Cruz - Playa de Ijuana - Roque Bermejo - Playa de las Gaviotas - Puerto de la Cruz - Aguamansa - El Portillo (Teide) - Los Gigantes - Alcalá - Chío - Costa Adeje - Adeje - Los Cristianos - LA GOMERA


12.12.2020 - 17.12.2020

GRAN CANARIA - Santa Cruz de Tenerife - Jardina - Mirador de Cruz del Carmen - San Cristóbal de La Laguna - GRAN CANARIA







=> Hier findest du alle meine Fotos und Videos von Teneriffa :) <=




Dienstag, 30. März 2021

Entspannte letzte Tage im Bergdörfchen Chío

By On März 30, 2021

 

Chío, Teneriffa

Am Mittwoch, dem 24.3. bin ich in Chío angekommen. Tatsächlich ist es schon das zweite Mal auf dieser Reise, dass es mich in dieses idyllische Bergdörfchen verschlägt. Es liegt im Südwesten von Teneriffa auf 680 Meter Seehöhe, fernab von jeglichem Massentourismus. Chío ist umgeben von einer faszinierenden Landschaft. Die Häuser sind in einem sehr traditionellen Stil erbaut. Viele Einwohner leben von der Landwirtschaft. Es gibt hier Feigen- und Mandelbäume, Bananenplantagen und noch vieles mehr. 


Freundlicher Empfang in meiner Unterkunft

Der Empfang in meiner Unterkunft in Chío war super herzlich. Die italienischen Gastgeber Andrea und Silvia erzählten mir, dass sie seit meinem ersten Besuch mit Begeisterung meinen Blog und meine Reise verfolgen. Sie lieben meinen abenteuerlichen Reisestil abseits der abgetretenen Touristenpfade. Das freute mich natürlich sehr. Ich hätte nicht einmal damit gerechnet, dass sie mich überhaupt wiedererkennen. Zudem war es sehr schön noch zwei weitere bekannte Gesichter zu sehen. Ein älterer Biologe aus Deutschland und ein junger Holländer haben sich hier für einen Langzeitaufenthalt eingemietet. Ich kannte beide schon von meinem ersten Besuch. Es war wahrlich ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Zudem sind noch eine sympathische Österreicherin und eine ebenso liebe deutsche Dame da.


MITI Vivienda Vacacional

... das ist der Name dieser wunderschönen Unterkunft in Chío, welche ich aus vollem Herzen weiterempfehlen kann. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Zum einen liegt sie fernab von den Touristenmassen in einem super entspannten Bergdörfchen. Von hier aus hat man tolle Wandermöglichkeiten. Oder man verbringt den Tag einfach im hübschen Garten oder am kleinen Pool und liest ein gutes Buch. Jeder Gast hat sein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad. Dann gibt es noch eine tolle Gemeinschaftsküche und eine Dachterrasse mit fabelhaften Ausblick. Die Sonnenuntergänge von dort aus sind genial. Und das Ganze zu einem unschlagbaren Preis. Es ist tatsächlich meine günstigste Unterkunft hier auf Teneriffa. Wer interessiert ist, darf gerne auf die Homepage der Unterkunft schauen, wo ihr auch direkt buchen könnt: https://mitichiotenerife.blogspot.com/

Wenn ihr bei einer Buchung erwähnt, dass ihr den Tipp von mir bekommen habt, dann bekommt ihr sogar einen kleinen Rabatt ;)


Der Sonnenuntergang von der Dachterrasse meiner Unterkunft in Chío 



Neben Einzelzimmern gibt es auch Doppelzimmer

Der Garten

Der hübsche Mini-Pool


Die letzten Tage dieser Reise ließ ich ganz entspannt ausklingen. Ich hatte spannende Gespräche mit den anderen Reisenden, relaxte am kleinen Pool und ließ meine Reiseabenteuer Revue passieren. Die Corona-Pandemie hat meine ursprünglichen Reisepläne ordentlich durcheinander gebracht. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass alles was im Leben passiert, aus einem ganz bestimmten Grund geschieht. Ich hätte mir vorher nie gedacht, dass die kanarischen Inseln mich so begeistern würden. Außerdem habe ich wieder viele wundervolle Bekanntschaften gemacht - und dabei auch Freunde fürs Leben gefunden. 


Zwischendurch war ich natürlich auch aktiv und habe kleine Wanderungen unternommen:



Wunderschöne vulkanische Landschaften

Überraschenderweise fand ich sogar ein paar Wasserstollen in der Umgebung von Chío

Wenn ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen hätte, dann wäre ich da wohl nicht durchgekommen *lach*

Und wieder mal ein "Lost Place"


Im Moment sitze ich gerade in dem wunderschönen Gärtchen in Chío und tippe diese Zeilen bei meiner letzten Tasse Kaffee hier. Schon gleich muss ich mich aufmachen zum Flughafen Süd auf Teneriffa. Flughäfen sind für mich immer ein sehr emotionaler Ort.  Die verschiedensten Gefühle kommen dort hoch: Vorfreude auf eine Reise, das Ende einer Reise, Abschiedschmerz, usw. Ich werde die Zeit auf den Kanaren unheimlich vermissen! Aber gleichzeitig freue ich mich auch schon wieder auf die Schweiz, meine Freunde dort und die wunderbare Bergwelt.


Also dann, bis zum nächsten Mal!


Eure Michi :)







Mittwoch, 24. März 2021

Küstenwanderungen, Lost Places und Obst rund um Puerto de la Cruz

By On März 24, 2021

 

Puerto de la Cruz, Teneriffa

Vor gut einer Woche ging es dann also gemeinsam mit Sdravko auf nach Puerto de la Cruz, an der Nordküste Teneriffas. Die Stadt ist eine der größten der ganzen Insel. Ihr wisst ja, dass ich nicht unbedingt ein Fan von Städten bin, aber da es in Puerto die günstigsten Unterkünfte gibt und man von dort aus relativ gute Busverbindungen hat, haben wir uns dafür entschieden. Die Stadt ist bekannt für seine Strände aus schwarzem Vulkansand und dem weitläufigen Zoo Loro Parque


Playa de la Fajana (Puerto de la Cruz)


Der "El Drago" in Icod de los Vinos

Eigentlich hätten wir eine direkte Busverbindung von Los Gigantes nach Puerto gehabt. Eigentlich. Wenn uns da nicht meine schwache Blase einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. In Icod de los Vinos hielt ich es dann nicht mehr aus und wir mussten die Busfahrt unterbrechen. Das war gar nicht mal so eine schlechte Idee, denn hier im Ort steht der bekannte "El Drago" (auch "Drago Milenario" genannt). Es handelt sich hierbei um einen etwa 400 Jahre alten Drachenbaum. Er ist scheinbar der älteste und zudem der größte auf der ganzen Welt. Somit ist er auch eines der bekanntesten Wahrzeichen Teneriffas.


Der "El Drago" bzw "Drago Milenario" in Icod de los Vinos

Icod de los Vinos


Plötzliche Überraschung im botanischen Garten in Puerto 

Nachdem wir den gigantischen Baum bestaunt hatten, ging unsere Reise weiter nach Puerto, wo wir uns wieder ein kleines Appartement gebucht haben. Am Nachmittag wollten wir einen botanischen Garten besuchen. Leider war dieser wohl schon seit längerem geschlossen. Da wir ja schon allerhand Erfahrung mit Zäunen haben, beschlossen wir einfach darüber zu klettern. Gerade als Sdravko ein paar leckere Pitangas gefunden hatte, sahen wir von weitem einen Mann auf uns zukommen. Ziemlich erschrocken machten wir uns so schnell wie möglich von den Socken. Ich war erstaunt wie schnell ich auf einmal über diesen doch recht hohen Zaun springen konnte. Als wir etwa 200 Meter vom Garten entfernt waren, düste plötzlich die Polizei an uns vorbei. Na hoffentlich war die nicht für uns...


Die Barrancos von Puerto

Am nächsten Tag hatte Sdravko die geniale Idee ein paar der Barrancos (=Schluchten) in Puerto zu erkundschaften. Ich war wirklich überrascht, dass man in einer so großen Stadt solch menschenleere und spannende Ecken finden kann. Zu Sdravkos großer Freude entdeckten wir auch ein paar seltene Früchte dort,  an denen er natürlich besonders interessiert war. Neben teilweise recht dichtem Gestrüpp lag auch viel Müll und das ein oder andere tote Tier dort herum. 


Ein Barranco in Puerto de la Cruz 


Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich diese Tür auf *lach*


Weiters konnten wir an diesem Tag eine ganze Menge Füchte in der Stadt ernten. Als normal Sterblicher würde man die wahrscheinlich gar nicht sehen. Sdravko hat jedoch ein ganz besonderes Auge dafür. In den Sträuchern vor riesigen Wohnblöcken fanden wir super leckere Pitangans (auch als Surinamkirsche bekannt) und zudem zahlreiche Wollmispel-Bäume. 

Super leckere Pitangas

Pitangas und Wollmispeln


Wieder im Palmetum in Santa Cruz de Tenerife

Das Palmetum in Santa Cruz ist ein botanischer Garten mit der besten Palmensammlung in ganz Europa. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass ich schon einmal mit Sdravko dort war. Er hat nämlich zum Chef Carlo Morici Kontakt aufgebaut. Somit konnten wir kostenlos rein und obendrauf noch jede Menge leckerer Früchte dort probieren. Diesmal durfte Sdravko im Beisein des Gärtners sogar eine Bananenstaude fällen, wobei er diesen fast erschlagen hatte *lach*. Zudem ernteten wir Kokosnüsse und Sdravko machte wieder ein paar interessante Videos für seinen Youtube-Channel


Sdravko (links) und der Gärtner rechts vor dem Fällen der Bananenstaude.


Casa Hamilton und weitere Lost Places 

Abenteuer jeglicher Art sind bei mir immer sehr willkommen. In letzter Zeit habe ich meine Vorliebe für "Lost Places" entdeckt. Gemeint sind damit meistens verlassene Ruinen oder Orte, die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind. Auf den kanarischen Inseln gibt es eine ganze Menge davon. Letzten Donnerstag hielten wir bei einem Küstenspaziergang die Augen offen nach solchen Plätzen. Wir wanderten in Richtung Westen und kamen nach etwa eineinhalb Stunden beim Casa Hamilton ("El Elevador de Aguas de Gordejuela") an - eine Insdustrieruine aus dem Jahr 1903. Ursprünglich war im unteren Teil des Gebäudes eine Wasserpumpenanlage untergebracht. Die oberen beiden Stockwerke wurden als Wohnräume für den Maschinisten und sein Familie genutzt. In diesem Gebäude wurde die erste Dampfmaschine von Teneriffa betrieben. Das Wasser wurde auf die verschiedenen Bananenplantagen gepumpt. Mittlerweile ist die Ruine ein beliebtes Fotomotiv für Wanderer, die den Küstenweg einige hundert Meter oberhalb entlang spazieren. Wir wollten natürlich direkt in das zerfallene Gebäude. Das Unterfangen gestaltete sich wieder einmal recht abenteuerlich. Diesmal schafften wir es aber ohne über einen Zaun klettern zu müssen. Dafür mussten wir aber eine recht waghalsige Kletterei in Kauf nehmen (Bitte nicht nachmachen!!). 


Casa Hamilton (Puerto de la Cruz)

Casa Hamilton (Puerto de la Cruz)


Im weiteren Verlauf unserer Wanderung entdeckten wir noch mehr Ruinen und einen wunderschönen einsamen Strand.


Weitere Ruinen am Playa de la Fajana

Den krönenden Abschluss dieses spannenden Tages stellte ein verlassenes Bauernhaus mit einem riesigen Drachenbaum - "Drago de siete fuentes" - davor dar. 


Drago de siete fuentes


Abschied von Sdravko 

Der Freitag verlief ganz gemütlich. Wir relaxten an den schwarzen Lava-Stränden von Puerto und planschten im Pool unserer Aparthotelanlage. Es war Sdravkos letzter Tag auf Teneriffa. Am Samstag Nachmittag ging sein Rückflug nach Deutschland. Ich begleitete ihn noch den halben Weg zum Flughafen. Ehrlich gesagt mag ich Abschiede nicht besonders gerne. Besonders dieser fiel mir sehr schwer. Immerhin verbrachten wir sehr viel gemeinsame Zeit auf den Kanaren. Eine super abenteuerliche Zeit, in der ich unheimlich viel Neues gelernt habe - vor allem über essbare Pflanzen und Früchte. Aber gut, ich hoffe dass wir uns nicht das letzte Mal gesehen haben...


Wanderung auf den Guajara 2.718m im Teide Nationalpark

Die nächsten zwei Tage verbrachte ich mit Josh - ihr erinnert euch bestimmt: der Schotte, den ich auf Gran Canaria kennengelernt habe. Wir fuhren mit seinem Mietauto in den Teide Nationalpark. Dort machten wir eine super schöne Wanderung auf den Berg Guajara 2.718m. Er ist der vierthöchste Berg Teneriffas und die höchste Erhebung des Caldera-Randgebirges. Wir starteten am Parkplatz Parador Nacional de las Cañadas. Auf unserer Wanderung wurden wir mit unzähligen traumhaften Panoramaaussichten auf die umliegenden vulkanischen Landschaften und den höchsten Berg Spaniens - den El Teide - belohnt. Am Gipfel des Guajara fanden wir alte Steinmauern vor. Sie sind die Überreste der ersten Sternwarte der Welt im Hochgebirge. Bereits 1856 führte hier der Italiener Sir Charles Piazzi Smyth seine Sternbeobachtungendurch durch. Insgesamt dauert die Wanderung etwa 4-5 Stunden und man legt etwa 10 Kilometer und 600 Höhenmeter zurück.


Blick vom Guajara auf den El Teide

Hoch über den Wolken

Jausen-Pause ;)



Heute werde ich Puerto de la Cruz Tschüss sagen und wieder weiterziehen. Es geht nach Chío - ein typisch kanarisches, malerisches Dorf im sonnigen Südwesten der Insel. Ich war vor einigen Wochen schon einmal hier und verliebte mich ebenso in den Ort wie auch in die absolut idyllische Unterkunft dort. Nun werde ich meine letzten sechs Tage dieser Reise in derselben Unterkunft verbringen. Ich freue mich schon sehr!



Eure Michi :)