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Sonntag, 17. September 2017

Die größten Reinfälle auf meiner bisherigen Reise

By On September 17, 2017


Während ich die letzten zwei Jahre mit dem Rucksack um die Welt gereist bin, gab es neben jeder Menge unvergesslich schöner Erlebnisse auch ein paar Reinfälle. 


Neben den alltäglichen Problemen eines Backpackers, die ich  =>HIER<=  schon einmal beschrieben habe, gab es auch ein paar Ereignisse, die mir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind. Um euch daran teilhaben lassen zu können, habe ich sie hier nochmals aufgelistet:



Verhaftung in den frühen Morgenstunden am Titicacasee

Bolivien, Juli 2017
Ich war gerade zum Couchsurfen bei einem Vorarlberger Aussteiger namens Ernst, der sich in einem kleinen, abgelegenen Dörfchen am Titicacasee niedergelassen hatte. Mit mir befand sich ein weiterer Gast in seinem Haus - ein 20-jähriges bolivianisches Mädchen, das mir leicht seltsam erschien und mir mit ihrem nächtlichen Schlafwandeln schon öfters ordentlich Angst eingejagt hatte. Eines schönen Morgens stand plötzlich das ganze Dorf samt Polizei vor unserem Haus. Tatverdacht: Illegaler Drogenhandel, das Anzünden eines Hauses und als Draufgabe wurde Ernst noch Mädchenhandel unterstellt. Mit viel Glück konnte ich einer Nacht im Gefängnis entgehen, Ernst aber leider nicht. Gott sei Dank konnte die Sache mehr oder weniger aufgeklärt werden. Trotzdem musst Ernst der sehr korrupten Polizei einiges an Schmiergeld bezahlen.
Die ganze Geschichte könnte ihr =>HIER<= nachlesen.

"Verhaftung am Titicacasee"
 Hier am Bild: Ernst mit der Polizei und den aufgebrachten Dorfbewohnern



Zudringlicher Couchsurfing Gastgeber

Bolivien, Juni 2017
Da ich meine Pläne wieder einmal spontan geändert hatte, suchte mich mir einen Last-Minute Couchsurfing Gastgeber in Oruro. Leider gab es dort nicht viel Auswahl. Dann fand ich Paul, er hatte zwar nicht viele Referenzen, aber immerhin wohnte er laut Angabe auf seinem Profil mit seiner Mama und seinen Großeltern zusammen - da kann ja nicht viel schief gehen. Er holte mich mit dem Auto vom Busbahnhof ab und meinte, dass wir gleich zu schönen Thermalquellen hier in der Nähe fahren könnten. Das hörte sich gut an. Es ging also gleich schnurstracks zur Therme. Leider war das Hauptbecken aufgrund von Reinigungsarbeiten gesperrt. Es blieb uns also nur die Möglichkeit in einem kleinen, privaten Minipool zu baden. Irgendwie hatte ich so das Gefühl das Paul sich an mich ranmachen wollte, deshalb erzählte ich ihm gleich, dass ich einen Freund hätte. Das schien ihn nicht sonderlich zu stören. Als wir endlich auf dem Rückweg zu ihm nach Hause waren, meinte er er müsste mir noch etwas zeigen. Wir fuhren einen kleinen Berg hoch. Mittlerweile war es schon stockdunkel. Oben angekommen stiegen wir vom Auto aus und sahen hinunter auf das funkelnde Lichtermeer der Stadt. Es war wunderschön, aber ich hatte immer noch das Gefühl, dass Paul sich irgendwas erhoffte. Zu allem Überfluss packter er dann auch noch eine Flasche Rotwein und Weingläser aus dem Kofferraum aus. Ich trank anstandshalber zwei Schlücke. Paul leerte sich das Zeugs dafür nur so runter. Kaum war die erste Flasche geleert kam schon die zweite dran. Durch den Alkohol schien er nun noch mutiger geworden zu sein und wurde nun wirklich ekelig zudringlich, obwohl ich ihm eindeutig zeigte und auch sagte, dass ich nicht an ihm interessiert war. Ihm schien das nicht im geringsten zu stören. Letztendlich erklärte ich ihm lautstark, dass ich JETZT zurück in die Stadt will. Er schaute mich erstaunt an und merkte nun wohl, dass es mir richtig ernst war. In der Stadt angekommen, ließ ich ihn an einem Hostel halten, nahm meinen Rucksack und verließ wortlos sein Auto.



Zweimalig gescheitere Besteigung des Chimborazo 6.310 m

Ecuador, März 2017
Gleich zweimal misslang mir der Gipfelsieg des über 6.000 m hohen Chimborazo. Das erste Mal lag es an den großen Massen von Neuschnee, die das Vorankommen sehr verzögerten. Zusätzlich kamen meine Probleme mit der Höhe dazu. Beim zweiten Mal scheiterten wir an zu gefährlichen Schneeverhältnissen.
Die genauen Berichte dazu kannst du =>HIER<= (1. Besteigung) und =>HIER<= (2. Besteigung) nachlesen. 

"Gescheiterte Besteigung des Chimborazo"



Flucht aus einer partywütigen Hippie-Villa

Mexiko, September 2016
Nach einer schlaflosen Nachtbusfahrt kam ich völlig übermüdet bei meinem Couchsurfing Gastgeber in Puerto Escondido an. Dieser entpuppte sich als wilder Hippie, der gemeinsam mit seinen Freunden in einem kleinen Haus lebte. Es gab sogar einen kleinen Pool. Mein Gastgeber fragte mich, ob es mich eh nicht stören würde, wenn hier heute Nacht eine kleine Party steigen würde. Ich schluckte erstmals. Nach und nach trudelten die Partygäste bereits ein. Letztendlich waren bestimmt 50 Leute vor Ort. In der Küche wurde mit lustig machenden Kräutern ein Dessert geköchelt, währenddessen dasselbe Kraut dazu geraucht wurde. Auch ein paar Pillen gingen durch die Runden, während sich andere lieber was durch die Nase zogen. Mir war aber eigentlich nur zum Schlafen zumute. Ich fragte meinen Gastgeber wo ich mich denn etwas ausruhen könnte, worauf dieser antwortete, dass ich mich überall hinlegen könnte wo ich wollte. Ach du lieber Himmel. Im ganzen Haus wimmelte es von Leuten. Ich ging auf die Dachterrasse, denn dort gab es so etwas ähnliches wie ein kleines Bett. Aber auch hier saßen mindestens zehn Leute, die mich die ganze Zeit zum Mitfeiern motivieren wollten. Dass ich gerade einfach viel zu müde dafür war, verstanden sie natürlich überhaupt nicht. Ich stopfte mir meine Ohrenstöpstel rein und versuchte irgendwie zu schlafen, was aber nur sehr bedingt möglich war. Am frühen Morgen packte ich gleich meine sieben Sachen. Überall lagen völlig stoned Leute herum - neben mir auf der Dachterrasse, am Küchenboden, im Wohnzimmer, neben dem Pool,... Ich schrieb einen schnellen "Danke-fürs-Übernachten-Zettel" und machte mich aus dem Staub. Eigentlich hatte ich meinem Gastgeber ja angekündigt ein paar Tage hier zu bleiben, doch diesen Plan änderte ich ganz spontan.



Unsanfter Rausschmiss aus einem Hostel

Nicaragua, Juni 2016
Ich war gerade an einem wunderschönen Traumstrand in Nicaragua zum Arbeiten in einem Hostel. Leider kam ich mit der Besitzerin Leslia nicht besonders gut klar, da diese eine richtige Hexe war. Sie versuchte mir das Leben wo es nur geht schwer zu machen, während ihr Gatte ein richtig netter Kerl war, mit dem ich sehr gut auskam. Irgendwann brachte Leslia das Fass zum Überlaufen, als sie zu mir meinte es würde Geld in der Kassa fehlen. Daraufhin erklärte ich ihr, dass ich morgen abreisen würde. Das passte ihr am Anfang gar nicht so und sie versuchte es kurz nochmals mit der zuckersüßen Art, aber mir reichte es nun eindeutig. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Leslia stand vor mir und erklärte mir ungehalten, dass ich sofort ihr Hostel verlassen sollte. Mir war es ein Rätsel wie sie in mein Zimmer kam, da ich dieses abgeschlossen hatte. Sie schrie mich an, dass  ich mich gefälligst beeilen sollte, denn sie würde mein Zimmer für neue Gäste brauchen. Ich wusste natürlich, dass das nicht stimmte, da es jede Menge freie Zimmer gab. Sie wollte mir nun so richtig eins auswischen und wahrscheinlich hatte sie Angst, dass ich um 8 Uhr noch da bin, wenn dann ihr Gatte kommt. Wenn der von den gestrigen und heutigen Geschehnissen Wind bekommen würde, wäre er sicher nicht begeistert, wie mich seine Frau behandelte. Aber gut. Ich wollte keine Streit und packte alles zusammen. Da wir recht abgelegen waren, kam nur einmal am Tag - nämlich um 10 Uhr - ein Bus. Ich wollte also auf der Straße vor dem Hostel warten. Da kam die aufgebrachte Hexe herbeigerannt und schrie ich sollte auf der Stelle ihr Grundstück verlassen, sonst würde sie die Polizei rufen. Ich hatte schon Angst, dass die Gute gleich eine Herzattacke bekommen könnte, da sie sich so unwahrscheinlich aufregte. Ich warf ihr noch ein zuckersüßes Lächeln zu, packte mir meinen Rucksack auf den Rücken und begann loszuwandern. Bis zum nächsten Ort würde ich ca. zwei Sunden brauchen, der Weg ging zudem stetig leicht nach oben. In der brütenden Hitze hier, war das Ganze gleich nochmal so schlimm. Ich plagte mich also den Weg hoch. Wie durch ein Wunder hielt ein junger Mopedfahrer neben mir und bot mir an mich in den nächsten Ort zu bringen. Letztendlich wollte er nicht einmal Geld annehmen für seinen Gefallen. Der Kleine rettete wirklich meinen Tag - es gab also doch noch gute Menschen auf dieser Erde. 



Bedrängnis im Nebelwald

Costa Rica, April 2016
Wieder einmal war ich zum Couchsurfen. Diesmal bei einem etwa 50-jährigen Mann, der inmitten eines Nationalparks in einem Nebelwald in einem kleinen Haus wohnte. Zuerst waren wir zusammen beim Dorffest. Danach brachte uns ein Freund von ihm zu seinem Haus, das relativ abgelegen lag. Die beiden führten das Fest zu Hause fort und begannen sich am Balkon weiter zu besaufen. Als der Freund nach Hause gefahren war, begann mein Gastgeber plötzlich etwas zudringlich zu werden. Ich fragte ich wo ich denn nun schlafen könnte, woraufhin er antwortete, ob ich nicht sehen könnte, wie klein sein Haus wäre und dass wir uns sein Bett teilen müssten. Ich war wie versteinert vor Schreck. Mitten in der Nacht konnte ich unmöglich zurück ins Dorf, denn dieses lag etwa 15 km entfernt. Ich legte mich ganz an den Rand des Bettes, machte aber die ganze Nacht kein Auge zu. Der Typ war Gott sei Dank so besoffen, dass er sofort in einen tiefen Schlaf fiel. Ich wusste, dass er am nächsten Tag früh aufstehen und zur Arbeit musste. Als er endlich weg war, nahm ich meinen Rucksack und haute so schnell wie möglich ab. Tagsüber gab es zum Glück öffentliche Verkehrsmittel, die beim Haus vorbei fuhren.



Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel

Namibia, Februar 2016
Als meine Reisebegleitung Patrick und ich gerade am Busbahnhof in Walvis Bay an der namibischen Küste ankamen, lechzte Patrick bereits nach einem kalten Bier. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdecken wir dann auch gleich eine kleine Kneipe, aus der lautstarke Musik dröhnte. Sie sah zwar etwas heruntergekommen aus, aber das störte uns nicht. Der Schuppen war ganz schön voll. Wir bestellten Bier und schon bald gesellten sich ein paar Einheimische zu uns. Sie waren total sympathisch aber auch sehr erstaunt, dass hier Weiße in der Bar waren. Wir wären sogar die ersten weißhäutigen Menschen, die sie jemals hier gesehen hatten. Das wunderte uns, denn  hier in Walvis Bay sollten anscheinend viele Weiße leben. Ein junger Mann erklärte uns, dass diese alle in den reicheren Stadtvierteln wohnen würden und hier eigentlich nie herkämen. Die Männer gaben gleich eine Runde für uns und wir verbrachten lustige Stunden mit ihnen. Später sprach uns erneut ein Mann in der Bar an und auch er meinte, dass hier normalerweise nie Weiße herkommen und wir sollten gut aufpassen, denn es sei gefährlich hier. Das schien uns nicht Grund genug, den Ort zu verlassen, bis uns dann wahrhaftig die Polizei rausholte. Wir saßen gerade an einem Tisch vor der Kneipe, als ein Polizeiauto die Straße entlang fuhr. Dann stoppten sie doch glatt neben uns und winkten uns herbei. Sie wollten uns in eine sicherere Gegend bringen. Das sah ich vorerst überhaupt nicht ein und fand es noch dazu diskriminierend. Patrick zischte mir zu, ich solle mich doch beruhigen und er möchte hier keine Probleme bekommen. Na gut, widerwillig holte ich meinen Rucksack. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Diese meinten, wir sollen doch bald wiederkommen, was wir ihnen dann auch versprachen. Die Polizei brachte uns dann zu einem Hostel im Stadtzentrum.

"Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel"
Hier am Bild: Die Polizei, Patrick und ich



Geld aus dem Rucksack gestohlen

Botswana, Februar 2016
Am besagten Tag, plante ich eine Reittour durch das Okavango Delta. Als ich auf der Pferdefarm ankam, erklärte mir die Besitzerin, dass ich meinen kleinen Rucksack während der Tour doch bei ihrem Kollegen lassen sollte, damit er mich nicht stört. Ich dachte mir nicht viel dabei und händigte ihm das Ding aus. Als die Tour nach wenigen Stunden vorüber war, vergaß ich meinen Rucksackinhalt zu kontrollieren. Erst bei der Ankunft meines Hostels dachte ich daran. Leider fehlte wirklich etwas - zu meinem Glück aber nur ein Teil des Bargeldes (umgerechnet vielleicht 30-40 Euro). Das war mir wieder einmal eine Lehre nicht jedem zu vertrauen und auf meine Sachen besser aufzupassen.



Überfall von einem Pavian bei den Viktoriafällen

Sambia, Februar 2016
Als ich die Viktoriafälle an der Grenze Sambia-Simbabwe besuchte, beschloss ich noch ein wenig die wunderschönen Wanderwege entlang der imposanten Schlucht zu erkunden. Ich war alleine unterwegs. Auf meiner Erkundungstour sah ich Unmengen von Pavianherden. Diese schienen hier in der Gegend nicht besonders schüchtern zu sein und kamen teilweise ziemlich nah ran. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass sie von den Touristen immer wieder gefüttert wurden. Anfangs fand ich die Vieher auch noch wirklich süß und machte Videos und Fotos aus nächster Nähe von ihnen. Nur von den ausgewachsenen Männchen hielt ich immer leichten Sicherheitsabstand, da die Tiere ganz schön groß waren. Als ich gerade ein paar Babyaffen aus nächster Nähe beim Spielen beobachtete, baute sich plötzlich ein riesiges Pavian-Männchen vor mir auf. Er fletschte die Zähne und riss mir meine gelbe Tüte aus der Hand. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war er dann auch schon mit dem Ding in den Baumkronen verschwunden. Na, zum Glück hatte ich bloß mein Wurstbrot und nichts Wertvolles in der Tüte. Im weiteren Verlauf der Wanderung hatte ich dann immer panische Angst, dass mir nochmals so ein Riesen-Vieh über den Weg laufen könnte. 




Rucksack vergessen

Malawi, Jänner 2016
Am wunderschönen Malawisee vergaß ich leider meinen heißgeliebten Tagesrucksack in einem Hostel. Diese Unachtsamkeit brachte eine zusätzliche fast zweitägige Busfahrt mit sich. Aber  der Rucksack war es mir wert. 



Handy futsch 

Malawi, Jänner 2016
Zu meiner großen Freude fand ich in einem kleinen malawischen Dörfchen eine Unterkunft für umgerechnet bloß einem Euro/ Nacht. Doch die Freude hielt nicht lange. Als ich am Abend kurz das Zimmer verließ, hatte in der Zwischenzeit jemand mein Handy aus dem Zimmer gestohlen. Die Dorfgemeinschaft zeigte sich äußerst hilfsbereit und half mir bis tief in die Nacht hinein das Ding zu suchen - leider erfolglos. Als ich am nächsten Tag den Polizeiposten im Nachbarort aufsuchte, musste ich mich noch mit den Polizisten ärgern, die Austria nicht von Australia unterscheiden konnten. Ansonsten waren sie aber ganz lieb und teilten sogar ihr Mittagessen mit mir.
Die genauen Details zu der Geschichte kannst du =>HIER< nachlesen. 



Betrunkener und bekiffter Guide 

Malawi, Jänner 2016
Dass die Einwohner von Malawi ein sehr redseliges Volk sind, mussten meine Reisebegleitung Sonja und ich gleich bei der Einreise nach Malawi feststellen. Wir wollten gerade in Chitimba am Malawisee einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, als uns wieder einmal ein Einheimischer - er hieß übrigens Bob - volllaberte. Er wollte uns ein wenig Gras verkaufen - dieses wird dort übrigens "Malawi Gold" genannt, da es besonders gut sein sollte - und uns zu guter Letzt noch eine kleine Wasserfall-Tour für morgen andrehen. Da er dafür umgerechnet nur drei Euro haben wollte und die Tour fast den ganzen Tag dauern sollte, sagten wir ihm sogar zu. Immerhin lieben wir Wasserfälle. Als Bob am  nächsten Tag am vereinbarten Treffpunkt etwa eine Stunde zu spät erschien, hatte er glührote Mini-Augen. Gleich bei der Begrüßung erzählte er uns dann, dass er heute Morgen schon drei Flaschen irgendeiner lokalen Spirituose getrunken und zwei Joints geraucht hatte. Dafür sah er eigentlich noch ganz gut aus, obwohl man die Alkoholfahne schon deutlich riechen konnte. Er meinte dann noch, dass er mindestens jede Stunde eine kleine Joint-Pause brächte. Na, das kann ja was werden. Nach zehn Minuten gehen musste er sich tatsächlich schon den ersten drehen. Er kam dann auch gleich mit einer Flasche dieser lokalen Spirituose an, die wir unbedingt probieren sollten. Das Zeugs schmeckte gar nicht so schlecht, wir hielten uns jedoch mit dem Trinken etwas zurück, immerhin hatten wir noch eine ordentliche Strecke vor uns. Verwunderlicherweise hatte Bob einen ziemlich flotten Schritt drauf, dem wir nur schwer folgen konnten. Vor allem die Hitze machte uns ordentlich zu schaffen. Der Wasserfall war letztendlich atemberaubend schön. Am Ende der Wanderung verließ uns Bob aber dann ganz plötzlich - er meinte er fühle sich nicht gut und müsste ganz dringend schlafen gehen. Tja, wen wundert´s?

"Betrunkener und bekiffter Guide"
Hier am Bild: Beim Drehen seines Joints



Fähre versäumt aufgrund eines Uhrzeit-Missverständnisses

Tansania, Dezember 2015
Ich war gerade mit meiner Reisebegleitung Alex am Viktoriasee. Wir wollten an diesem besagten Tag mit einer Fähre den See überqueren. Gleich in der Früh machten wir uns auf, um noch ein Ticket am Hafen zu ergattern - immerhin fuhr die Fähre nur zweimal pro Woche ab. Der nette Herr am Ticketschalter erklärte uns, dass wir um 8 Uhr am Hafen sein sollten, denn um 8:30 Uhr wäre Abfahrt. Wir schlossen daraus logischerweise, dass 20 Uhr gemeint sein musste, denn 8 Uhr morgens war schon vorbei. Als Alex und ich gegen 14:30 Uhr gerade gemütlich am See in der Sonne relaxten, sahen wir plötzlich wie die Fähre abfuhr. Das kam uns äußerst seltsam vor. Wir fragten den Besitzer unserer Unterkunft nach dem Grund. Wie wir erfahren mussten, hat es sich tatsächlich um unsere Fähre gehandelt. Viele Einheimische in Tansania würden wohl in der "Swahili-Zeit" reden. In der Swahili-Zeit beginnt der der Tag mit dem Sonnenaufgang um 7 Uhr morgens - da Tansania am Äquator liegt, ist dieser das ganze Jahr zur exakt selben Uhrzeit. Der Sonnenaufgang ist die Stunde 1. 8 Uhr ist demzufolge 2, usw. Der Ticketverkäufer hatte mit 8 Uhr also 14 Uhr gemeint. Dieses Missverständnis bescherte uns weitere zwei Tage in dem Küstenörtchen, da wir ja auf die nächste Fähre warten mussten.

"Fähre versäumt"
Hier am Bild: die Fähre, die ohne uns davongefahren ist



Begegnung mit der grünen Mamba

Uganda, November 2015
Es war noch relativ am Anfang meiner Reise, als ich mich in einem Regenwald in Uganda total verlaufen hatte. Als wäre das nicht genug, sah ich plötzlich vor mir auf einem Ast eine 1,5 m lange  giftgrüne Schlange, die mir direkt in die Augen schaute. Ich war wie versteinert vor Schreck. Ungewöhnlich langsam verschwand das Biest dann in der Baumkrone. Den genauen Bericht dazu könnt ihr =>HIER<= nachlesen.





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Sonntag, 3. September 2017

Coca-Blätter kauen - der liebste Zeitvertreib der Bolivianer

By On September 03, 2017

In Bolivien werden Coca-Blätter ganz gemütlich im Bus oder vor dem Fernseher gekaut - so wie bei uns die Kartoffelchips. Das Kauen von Coca-Blättern ist dort eine Jahrhunderte alte Tradition. Es ist zum einen Genussmittel, zum anderen dient es medizinischen und kultischen Zwecken.



Was ist Coca eigentlich?

Als Coca werden die Blätter des Coca-Strauches bezeichnet. Dieser ist in den Andenregionen von Bolivien, Kolumbien und Peru beheimatet.


Wie werden die Blätter des Coca-Strauches verwendet?

Bei dem Gedanken an den Coca-Strauch, denken die meisten wahrscheinlich zu allererst an die Herstellung von dem Rauschgift Kokain. Die Blätter der Coca-Pflanze enthalten lediglich 0,5 - 1 Prozent des als Kokain bekannten Alkaloids. Mit Hilfe chemischer Prozesse wird es aus den Blättern des Coca-Strauches gewonnen. Durch Extraktion aus den Blättern entsteht die Coca-Paste, welche zu Kokainhydrochlorid weiterverarbeitet wird. Diese Substanz gelangt meist nach Beimischung von Streckmmitteln in pulverisierter Form als Kokain auf den illegalen Markt. Kokain (oder auch Koks genannt) ist eine Rauschdroge mit starkem Abhängigkeitspotenzial.

Die Blätter des Coca-Strauches werden auch für das Nationalgetränk der Andenregionen Perus und Boliviens verwendet - dem "Mate de Coca". Man kann ihn fertig abgepackt in Teebeuteln in den Supermärkten kaufen oder man geht auf die lokalen Märkte. Dort werden sie meist von recht stämmigen Frauen verkauft, die  in ihren traditionellen Kleidern vor riesigen, randvoll angefüllten Coca-Blätter-Säcken sitzen. Meist bezahlt man je nach Verhandlungsgeschick zwischen umgerechnet 25 Cent bis zu einem Euro für eine kleine Plastiktüte voll mit den Blättern. Für die Zubereitung des Tees nimmt man einige der Blätter und übergießt sie mit heißem Wasser.

Mate de Coca - Tee aus Coca-Blättern
Tee aus Coca-Blättern "Mate de Coca"

Neben dem Mate de Coca werden die Blätter in den Andenregionen auch liebend gerne gekaut. Vor allem in Bolivien und rund um den Titicacasee habe ich das sehr oft beobachten können. Es hat eine jahrhundertelange Tradition.

Früher hat sogar das Coca-Cola echtes Kokain enthalten.

Die Blätter werden außer zum Konsum auch noch für relgiöse Praktiken verwendet. So war ich beispielsweise in der kleinen Minenstadt Potosí in Bolivien und hatte das Glück an einem Lama-Opferungsfest teilnehmen zu können. Die Opfergabe ist für die Pachamama (zu deutsch: Mutter Erde) und sollte für die Bergarbeiter Glück im kommenden Jahr bringen. Dabei werden die Lama vor der Opferung mit Coca-Blättern übersät.

Lama mit Coca-Blättern übersät
Lama mit Coca-Blättern übersät

Außerdem werden dem Gott der Minenarbeiter, welcher Tio genannt wird, Coca-Blätter als Opfergaben gebracht. Und natürlich sind die Arbeiter selbst auch den ganzen Tag über fest am Kauen. Teilweise haben sie riesige Backentaschen voll mit den Blättern. Es helfe ihnen diese schwere Arbeit leichter zu bewältigen, erzählten sie mir.

Tio - der Gott der Minenarbeiter Bolivien übersät mit Coca-Blättern als Opfergabe

Auch in Kirchen sieht man immer wieder Opfergaben von Coca-Blättern. Die vorherrschende Religion in den Anden ist meist Katholizismus, jedoch vermischt mit den uralten Naturreligionen.

Kirche in Bolivien - Coca-Blätter
in einer Kirche in Bolivien

Was bewirken Coca-Blätter?

Der Genuss von Coca-Blättern ist nur sehr bedingt mit dem Konsum von Kokain zu vergleichen, da die vorhandene Wirkstoffmenge extrem gering ist.

Werden die Blätter in Form eines Tees getrunken, ist die antriebssteigernde Wirkung etwa mit der von starkem Schwarztee oder Kaffee zu vergleichbar. Außerdem hilft er gegen die Höhenkrankheit und gegen Magenbeschwerden.

Werden die Blätter gekaut ist die Wirkung etwas stärker als beim Tee, aber dennoch keineswegs mit der von Kokain vergleichbar. Es tritt eine stimulierende, stimmungsaufhellende Wirkung ein verbunden mit subjektiver Leistungssteigerung. Zudem verbessert sich die Sauerstoffaufnahme, weshalb es ein wirkungsvolles Mittel gegen die Höhenkrankheit darstellt. Außerdem wird das Hungergefühl unterdrückt. Zusätzlich enthalten die Blätter Vitamine und Spurenelemente. Oft werden die Blätter zusammen mit Kalk oder alkalischer Asche gekaut, was die Aufnahme verbessern sollte.

Generell wird gesagt, dass eine Abhängigkeit zum Coca-Blätter Kauen nicht bekannt ist, jedenfalls nicht stärker als es beim Trinken von schwarzem oder grünem Tee vorkommen kann.



Wie kaut man Coca-Blätter?

Wie das Ganze nun genau funktioniert, möchte ich euch hier erklären:
  • Zuerst einmal müssen natürlich die Coca-Blätter gekauft werden. Dies geschieht am besten auf einem lokalen Markt, da dort die Blätter um einiges frischer sind, als die fertig abgepackten im Supermarkt. 
  • Wer die Wirkung verstärken möchte, kauft zusätzlich Pflanzenasche oder Kalk. Auch Backpulver sollte dieselbe Wirkung haben.
  • Wenn man nun die Tüte mit den getrockneten Blättern - die aber auch nicht zu trocken sein sollten - vor sich hat, nimmt man sich erstmals ein Blättchen heraus. Dann entfernt man die harte Blattfaser in der Mitte - einfach rausziehen. Diese führt nämlich oft zu Verletzungen an der Mundschleimhaut. 
  • Hat man die Faser entfernt, stopft man sich das Blatt in den Mund und belässt es in der Wangentasche. 
  • Dasselbe wiederholt man mit ungefähr einer Handvoll Blätter. Die Einheimischen benutzen oft sogar eine ganze Tüte voll. Man kann sich bei dem Vorgang aber Zeit lassen.
  • Zwischendurch nimmt man eine Messerspitze voll mit Pflanzenasche oder eben Backpulver und mischt diese zu den Blättern in der Wangentasche. Es darf auch etwas auf den Blättern gekaut werden, aber nicht zu viel - nur ganz zaghaft. 
  • Die Wangentaschen werden mit der Zeit etwas taub. 
  • Normalerweise belässt man die Blätter für etwa eine Stunde im Mund, es kann aber auch länger sein. Die Einheimischen haben sie oft stundenlang drin und somit schon richtig ausgebeulte Hamsterbacken.
  • Will man die Blätter entfernen, spuckt man sie einfach aus. Man hat danach oft noch reichlich grünes Blätterzeugs zwischen den Zähnen. Mundausspülen hilft hier.


Sind Coca-Blätter legal?

In der Andenregion Südamerikas sind die Blätter völlig legal und können auch so gut wie überall erworben werden. Die Verarbeitung der Coca-Blätter zu Tee wird teilweise sogar staatlich gefördert.

In Österreich und Deutschland sind jedoch alle Produkte, die Bestandteile der Coca-Pflanze beinhalten, verboten. Das gilt anscheinend auch für die fertig abgepackten Coca-Blätter-Teebeutel und Coca-Bonbons, die man in Südamerika in jedem Supermarkt erhält. 


Mein Selbstversuch:

Natürlich wollte ich selbst ausprobieren was des mit diesen Coca-Blättern auf sich hat. Der Coca-Tee zeigte bei mir keine große Wirkung. Ich muss aber dazu sagen, dass ich auch bei Schwarztee oder Kaffee nicht viel merke. Leute, die da sensibler sind, spüren bestimmt mehr. So traf ich bereits einige Reisende, die meinten, dass bereits der Tee bei ihnen eine stark antriebssteigernde und muntermachende Wirkung hätte.

Und nun zum Kauen der Blätter. Als ich gerade mit meiner Reisebegleitung Luis eine etwa 8-stündige Busfahrt in Bolivien vor mit hatte, beschloss ich diese Zeit zu nutzen und einmal auszuprobieren, was diese Blätter, wenn man genug davon kaut, so bewirken. Ich habe bereits zuvor öfters welche gekaut, z.B. als ich hohe Berge bestieg, da sie ja gegen die Höhenkrankheit helfen solllten, doch ich merkte eigentlich nie etwas von der Wirkung.

Diesmal hatte ich eine relativ große Coca-Blätter Tüte mit dabei und dazu ein weißes Pulver, dass mir am Markt mit den Blättern verkauft wurde - es stand leider nicht drauf was es war, aber ich vermute mal, Kalk oder Pflanzenasche, was ja die Wirkung verstärken sollte.

Auch Luis beschloss es mir gleichzutun. Wir begannen also ganz gemütlich uns die Blätter in den Mund zu stopfen. Nach einer halben Stunde, meinte Luis, er würde nun aufhören, da er den Effekt schon recht stark spürte. Also er fühlte sich wacher und sehr aktiv.  Ich spürte dafür noch so ziemlich gar nichts und naschte noch weitere vier Stunden an den Blättern. Natürlich ganz gemütlich, also ich stopfte mir vielleicht alle 5-10 Minuten wieder so ein Ding in den Mund. Ich hatte mit der Zeit eine richtige Hamserbacke. Mein Sitznachbar schien recht erstaunt, einen Gringo (so werden in Lateinamerika Ausländer genannt) zu sehen, der Coca-Blätter kaut. Meist machen das nämlich bloß die Einheimischen und das auch vorzugsweise die eher ältere Generation.

Mein Mund war nun schon fast komplett taub und irgendwie fühlte ich mich mit der Zeit recht gut gelaunt, wach und vor allem redefreudig - sehr zum Leidwesen von Luis, denn bei dem war der Effekt nach etwa zwei Stunden wieder weg und er wollte schlafen. Auch bei mir war es nach etwa zwei Stunden wieder vorbei mit der Wirkung.

Fazit: Es war auf alle Fälle ein tolles Experiment und ich konnte diesmal auch etwas von der Wirkung spüren. Natürlich kann es sein, dass auch ein bisschen Placebo-Effekt dabei war. Der einzige Nachteil war, dass meine Mundschleimhaut danach etwas schmerzte, da die teils scharfkantigen Blätter diese reizen. Vom Geschmack her könnte man die Blätter vielleicht mit Heu vergleichen.


Mittwoch, 23. August 2017

Meine liebsten Reisesprüche

By On August 23, 2017

Ich liebe ja Reisesprüche, deshalb möchte ich euch meine kleine Sammlung davon nicht länger vorenthalten ;)


"Not all those who wander are lost."
Kapstadt - Südafrika 2016

"Do more than just exist."
East London - Südafrika 2016

"Dont call it a dream, call it a plan."
Mesa de los Santos - Kolumbien 2016

"Fill your life with adventures, not things. Have stories to tell, not stuff to show."
Lake Natron - Tansania 2015

"Make your dreams bigger than your excuses."
Salar de Uyuni - Bolivien 2017

"LIVE. LOVE. TRAVEL."
Tayrona Nationalpark - Kolumbien 2016

"Let your smile change the world, but dont let the world change your smile."
Titicacasee - Peru 2017

"Die with memories, not dreams."
Quilotoa - Ecuador 2017

"The happiest people dont have the best of everything, they just make the best of everything."
Kisoro - Uganda 2015

"Jobs fill your pocket, adventures fill your soul."
Nationalpark Hohe Tauern - Österreich 2017

"To travel means to live."
Play de Belén - Kolumbien 2016

"We have nothing to lose and a world to see."
Chitimba - Malawi 2016




Sonntag, 13. August 2017

Wie hat mich das Reisen verändert?

By On August 13, 2017

Als ich damals den Entschluss zu dieser Reise fasste, meinte eines Tages eine Arbeitskollegin zu mir: „Ich bin schon gespannt wie dich diese Reise verändern wird.“ Ich schaute sie verwundert an. Aber ja, sie hatte recht, so eine Reise wird mich bestimmt verändern. Aber wie? So genau wusste ich das damals noch gar nicht. Ich war auch lange während meines Trips der Meinung, dass ich immer noch die selbe bin. Doch nun weiß ich es besser: Natürlich hat mich das Reisen schrittweise verändert und noch dazu durchwegs positiv.


Ich bin selbstbewusster und mutiger geworden.

Das ist eine der Veränderungen, die mir ganz zuerst aufgefallen ist. Mir wurde plötzlich bewusst wie krass das eigentlich ist, dass ich gerade komplett alleine mit meinem Rucksack auf dem Rücken irgendwo mitten in Afrika herumreise. Ich hätte mir niemals zuvor gedacht, dass ich in der Wüste Namibias mitten im Nirgendwo bei 40°C an der Straße stehen würde um Auto zu stoppen, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Oder dass ich in Uganda im Busch fernab jeglicher Zivilisation mit einem Stamm zusammenlebe. Oder dass ich als einzige Weiße die Nacht auf einer Fähre verbringe. Die Liste könnte ich noch unendlich weit fortführen. Diese Reise zeigte mir, dass ich zu viel mehr imstande bin, als ich mir jemals zuvor erträumen gewagt hätte. Ich bin auch selbstbewusster geworden in Sachen wie auf andere Menschen zugehen. Das fiel mir vorher oft sehr schwer, aber beim Alleinreisen bleibt einem gar nichts anderes übrig. Ich weiß nun, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es nur wirklich will.


Ich bin geduldiger geworden.

Wie oft wäre ich am Anfang meiner Reise einem Busfahrer am liebsten an die Gurgel gesprungen, weil er mir bereits seit drei Stunden versicherte, dass wir in zehn Minuten los fahren würden, doch wir befanden uns immer noch an Ort und Stelle. Mittlerweile habe ich eine außerordentliche Ruhe in solchen Situationen entwickelt. Ich möchte zwar nicht behaupten, dass ich gar nicht mehr ungeduldig bin, aber es hat sich auf alle Fälle um ein Vielfaches gebessert. Und glaubt mir, ich war oft ein sehr ungeduldiger Mensch. Das liegt wohl auch an unserem stressigen europäischen Leben. Alles muss schnell gehen und keiner hat auch nur Zeit für irgendetwas. Ein Mann in Tansania sagte einmal einen sehr schönen Spruch: „Die Europäer haben zwar die Uhren, die Afrikaner haben jedoch die Zeit.“ – Wie wahr das doch ist. Und wie schlimm unsere Ungeduld manchmal ist. Aber diese rührt ganz einfach daher, dass wir oft ununterbrochen unter Strom stehen. Wie musste ich doch in den ersten Wochen in Afrika die Einheimischen bewundern, die völlig ruhig blieben und sich angeregt miteinander unterhielten, als sie schon fast eine Stunde an der Kassenschlange im Supermarkt anstanden oder schon zwei Stunden auf einen Bus warteten, der eigentlich schon längst da sein müsste. Mittlerweile kann ich behaupten, dass ich von diesen Menschen sehr viel gelernt habe. Ungeduld bringt schlichtweg niemandem etwas.



Ich lernte mich selbst besser kennen

Beim Alleinreisen verbringt man natürlich auch viel Zeit mit sich alleine. Man hat dadurch auch viel Zeit um über so Einiges nachzudenken. Was sind meine Ziele im Leben? Was macht mich glücklich? Außerdem kommt man in Situationen, die man noch nie zuvor erlebt hat. Ich weiß nun wie ich in bestimmten Situationen – vor allem auch auswegslos scheinenden Situationen – reagiere. Somit habe ich mich selbst besser kennen gelernt. Zusätzlich treffe ich alle Entscheidungen für mich alleine, meist ohne mit jemanden Rücksprache zu halten. Früher habe ich sobald jegliche Entscheidungen anstanden fast immer Freunde oder Bekannte, um ihren Ratschlag gebeten und somit meist nach deren Meinung gehandelt. Durch das Reisen halbe ich gelernt, tagtäglich wichtige Entscheidungen für mich alleine zu treffen, und habe somit auch etwas mehr über mich selbst erfahren – was will eigentlich ich?


Ich brauche weniger Materielles um glücklich zu sein.

Ich muss ja eingestehen, dass ich es vor meiner Reise geliebt habe zu shoppen – egal ob Klamotten, Schuhe, Dekorationen für die Wohnung, etc. Und ich konnte auch nie genug davon bekommen. In meinem Kleiderschrank stapelten sich Kleider, die ich noch nie getragen habe. Solche materielle Dinge machen einen vielleicht kurzfristig glücklich aber die Betonung liegt auf „kurzfristig“. Auf Dauer gesehen jedoch nicht. Man strebt immer nach mehr und mehr, ist aber trotzdem nicht befriedigt. Klar habe ich auch beim Reisen manchmal das Verlangen einen Tag einfach mal nur zu shoppen. Das ist jedoch nur bedingt möglich, da ich bloß mit meinem Rucksack unterwegs bin und einfach nicht mehr Platz ist. Immer wenn ich mir ein neues Teil kaufe, muss ich einen Kompromiss eingehen und dafür etwas anderes weg geben.


Ich habe sehr viele neue Fähigkeiten gelernt.

Hier eine kleine Liste der Dinge, die ich während meiner Reise gelernt habe:

Ich spreche nun fast fließend Englisch.
Ich habe Spanisch gelernt und kann mich bereits recht gut in dieser Sprache       verständigen und Konversationen führen.
Ich habe Grundkenntnisse in Swahili, der Landessprache Tansanias, erworben.
Ich habe gelernt wie man auf Märkten gewinnbringend verhandelt.
Ich habe gelernt wie man ohne Strom leben kann.
Ich kann nun meine Wäsche richtig gründlich und schnell händisch waschen.
Und noch vieles, vieles mehr!



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