Enter your keyword

Mittwoch, 24. Mai 2017

Wanderung zum Aussichtspunkt Rataquenua

By On Mai 24, 2017

Nun stand mein Plan fest - morgen sollte es weiter gehen in die Hauptstadt Perus, nach Lima. Nachdem ich die Busabfahrtszeiten checkte und die Preise der einzelnen Buslinien verglichen habe, beschloss ich heute ganz relaxt durch Huaraz zu spazieren. 

Der Aussichtspunkt Rataquenua

Auf meiner Landkarte konnte einen Aussichtspunkt über Huaraz entdecken. Ich wollte mir diesen also ansehen. Zuerst ging es quer durch die Stadt. Danach eine unasphaltierte Straße steil den Berg hoch. Das Wetter war heute traumhaft - zu meinem Leidwesen, immerhin hatte ich immer noch einen Sonnenbrand von gestern. 

Es war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Plötzlich kam mit ein Motorrad entgegen. Es war die Polizei. Das Motorrad stoppte und der Polizist fragte mich ob ich denn spanisch sprechen würde. Ich bejahte. Er klärte mich auf, dass es hier sehr gefährlich sei, alleine als blonde junge Frau herum zu wandern. Ich sollte gut aufpassen. Ich bedankte mich für seinen wohlgemeinten Ratschlag. Trotzdem erschien mir hier nichts gefährlich, immerhin war sowieso keine Menschenseele zu sehen. Am Aussichtspunkt selbst war ein riesiges blaues Gipfelkreuz. Ich wurde mit einem traumhaften Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca und auf das Städtchen Huaraz belohnt. 

Da ich noch nicht erschöpft genug war, beschloss noch ein wenig weiter hinauf zu wandern und kam an einem Hirter mit seiner Schafsherde vorbei. Auch dieser erschien mir nicht besonders angsteinflößend.

So neigt sich mein letzter Tag in dem wunderschönen Huaraz dem Ende zu.


Dienstag, 23. Mai 2017

Die Ruinen von Willkawaín - Huaraz

By On Mai 23, 2017

Willkawaín ist eine archäologische Stätte mit einem über 1.000 Jahre alten Tempel der Wari-Kultur in Peru. Die Ruinen liegen etwa 7 km außerhalb von Huaraz, in der Nähe des Ortes Willkawaín, an den Hängen der Cordillera Blanca. Die Ruinen sind verteilt auf zwei verschiedene Orte, die etwa 10 Minuten Fußweg auseinander liegen. Eintritt sind 5 Soles.



Anfahrt 

Ich glaube ich habe euch noch nicht von Johanna erzählt... Sie ist eine junge Frau aus Deutschland, die auch gerade hier in Huaraz ist. Kennen gelernt haben wir uns mehr oder weniger über Facebook. Jedenfalls beschlossen wir uns heute die Ruinen von Willkawaín anzusehen. Vom Zentrum in Huaraz fahren Collectivos für 1,50 Soles dorthin. Die Fahrt ist eine ordentliche Wackelpartie, da die unasphaltierte Bergstraße recht steil nach oben führt. Da sich Johanna vor Kurzem das Steißbein geprellt hatte, war das Ganze nicht besonders angenehm für sie.

Der Aussichtspunkt Taitarruntu

Bevor wir die Ruinen besichtigten, beschlossen wir zu den Aussichtspunkt Taitarruntu zu wandern. Ein richtig idyllischer Wanderweg führt hier einen Hügel hinauf. Kein Mensch war weit und breit. Nacht etwa 45 Minuten erreichten wir den Gipfel. Dort steht ein riesiges Gipfelkreuz, das mit Plasitkblumen geschmückt ist. Die Aussicht hier ist einfach traumhaft - man sieht auf Huaraz hinunter und aud der anderen Seite erhebt sich die Cordillera Blanca mit ihren schneebedeckten Gipfeln. Die Sonne strahlte gnadenlos vom Himmel, was uns beiden einen leichten Sonnenbrand bescherte. Nachdem wir unser super gesundes Früchte Mittagessen am Gipfel genossen haben, machten wir uns auf den Rückweg. Man könnte von hier aus übrigens noch zu einer Lagune wandern, jedoch würde dies 3 Stunden dauern - das war uns für heute schon zu spät.


der Aussichtspunkt


Die Ruinen von Willkawaín

In den Ruinen waren wir erstmals auch alleine. Wir fanden sie beide sehr beeindruckend. Besonders spannend ist, dass man in den zweistöckigen Haupttempel hineingehen bzw. hineinkriechen kann - die Gänge sind nämlich außerordentlich klein. 




im Inneren des Tempels 

Zu Fuß zurück nach Huaraz 

Da Willkawaín bloß 7km von Huaraz entfernt liegt, beschlossen wir den Rückweg zu Fuß zurück zu legen. Diese Entscheidung bereuten wir keineswegs. Es war eine traumhafte Wanderung, vorbei an vielen kleinen Lehmhaus-Bauernhöfen, freundlichen Einheimischen, uns zuwinkenden Kindern und einer atemberaubenden Landschaft. Bloß die teilweise sehr aggressiven Bauernhunde, die uns fast aufgefressen haben, machten uns etwas Angst. 

einheimische Frau führt ihre Schweineherde spazieren 







Montag, 22. Mai 2017

Die Ruinen von Waullac - Huaraz

By On Mai 22, 2017

Rund um Huaraz gibt es so Einiges an alten Inka-Ruinen zu entdecken. Darunter zum Beispiel die Ruinen von Waullac. Sie befinden sich etwa 2 km außerhalb von Huaraz - man kann also entweder hinspazieren oder ein Collectivo nehmen. Die Ruinen stammen aus dem Jahr 600 n.Ch. und fallen somit ins Zeitalter der Wari-Kultur.


Die Wari-Kultur

Die Wari-Kultur existierte etwa 600 - 1.100 n.Ch. und fällt somit vor das Zeitalter der Inkas. Die Waris lebten in der Küstenregion Perus. Es wird vermutet, dass klimatische Veränderungen (wie der El Nino) zu ihrem Untergang geführt hatte.

Die Ruinen von Waullac

... scheinen dem Tourismus eher unbekannt zu sein. Immerhin ist nicht einmal ein Eintritt zu bezahlen. Der Eingang besteht aus einem sehr rostigen Willkommens-Schild und einem ebenso rostigen Schranken.

Der Eingang zu den Waullac Ruinen


Raju am Eingang zu den Waullac Ruinen


Raju erzählte mir, dass es hier extrem viele solcher vernachlässigter Ruinen gebe. Nur wenige sind schön hergerichtet und somit auch den Touristen bekannt. Da ich aber solche versteckten und geheimen Sachen sowieso viel lieber mag, kam mir der Vorschlag sehr recht die Ruinen von Waullac zu besuchen. Nachdem wir den Eingang passierten, kamen wir erstmals an Bergen von Müll vorbei. Schade, wie die Menschen einen solchen Ort verunstalten. Als wir die Ruinen selbst erreichten, graste dort gerade eine Herde Kühe unter der Aufsicht eines alten Bauernpärchens. Die Ruinen fand ich sehr interessant, wenn auch alles etwas vermüllt war. In der Wiese saß ein junger Mann, der gerade ein Buch las. Ansonsten war niemand hier. Ein richtig schöner Ort um zur Ruhe zu kommen und sich auszumalen was sich hier hunderte Jahre zuvor so abgespielt hatte.







Sonntag, 21. Mai 2017

Besteigung des Nevado Pisco 5.752m und Wanderung zur Lagune 69

By On Mai 21, 2017


Die Besteigung des fast 6.000 m hohen Andengipfel Nevado Pisco gehört auf alle Fälle zu einem meiner unvergesslichsten und schönsten Abenteuer auf dieser Reise. Er stellt einen der schönsten Aussichtspunkte auf die umliegenden 5 - und 6 - Tausender dar. Gemeinsam mit Raju, der mein Couchsurfing Gastgeber war, machte ich eine 3-tägige Trekking Tour in der Cordillera Blanca, einem atemberaubend schönen Gebirszug in Peru. Gute Kondition, ausreichende Akklimatisierung und entsprechende Ausrüstung sind unerlässlich für eine solche Bergtour.



Kleine Übersicht unserer 3-tägigen Trekking-Tour

Tag 1:

  • Huaraz (3.100m) - Nationalpark Huascarán (3.900m) - Refugio Peru (4.675m) -Campo Morena (4.960m)
  • Gesamtgehzeit: 5,5 Stunden
Tag 2:
  • Campo Morena (4.690m) - Gipfel Nevado Pisco (5.752m) - Campo Morena (4.690m) - Refugio Peru (4.675m)
  • Gesamtgehzeit: 8,5 Stunden 
Tag 3:

  • Refugio Peru (4.675m) - Lagune 69 (4.680m) - Nationalparkeingang Huascarán (3.900m)
  • Gesamtgehzeit: 5,5 Stunden


Besteigung des Nevado Pisco 5.752 m

Tag 1 - Aufstieg zum Campo Morena

Der Tag startete früh - um 4:30 Uhr morgens klingelte bereits mein Wecker. Um 5 Uhr war Abfahrt mit dem Bus. Zuerst fuhren wir nach Yungay, von dort aus geht es eine unasphaltierte Bergstraße weiter bis zum Nationalpark Huascarán (Nationalparkeintritt: 10 Soles für 1 Tag, 65 Soles für bis zu 20 Tage). Insgesamt dauerte die Fahrt über 4 Stunden - eine kleine Frühstückspause inkludiert. Der Bus passierte noch den Nationaparkeingang und brachte und bis auf eine Höhe von 3.900 m.

Das Wetter war schön - Sonnenschein mit einigen wenigen Wölkchen. Los ging es also. Es ging steil bergauf, die Landschaft war aber wunderschön. Mein Gepäck machte mir ordentlich zu schaffen, immerhin hatte ich geschätzte 15-20 kg auf dem Rücken (Zelt, Schlafsack, Unterlegmatte, Steigeisen, Klettergurt, Helm, Pickel, Essen für 3 Tage, Wasser, usw.). Die Höhe machte das Ganze nicht besser. Nach guten 3,5 Stunden erreichten wir die Schutzhütte Refugio Peru, die auf 4.675 m liegt. Wir machten eine kleine Mittagspause und kochten mit dem Gaskocher leckere Nudeln.



Auf gehts :)

Voll motiviert mit fast 20 kg am Rücken

Aufstieg zum Refugio Peru - im Hintergrund sieht man bereits gletscherbedeckte Berggipfel 


Lamas am Refugio Peru


Danach kämpften wir uns weitere 2 Stunden bis zum Campo Morena, wo wir die Nacht verbrachten. Das Campo Morena ist ein beliebtes Fleckchen zum Zelten vor der Gipfelbesteigung, da es etwas windgeschützt ist und ein kleiner Fluss durchfließt. Wir stellten also das Zelt auf, aßen zu Abend und legten uns dann früh zur Ruhe, denn um 2:30 Uhr morgens hieß es Tagwache. Es war eisig kalt in der Nacht, doch mein Daunenschlafsack leistete gute Dienste.

wunderschöne Lagunen beim Aufstieg zum Campo Morena



unser Zeltplatz

Raju beim Kochen des Abendessens

Tag 2: Gipfelbesteigung des Nevado Pisco 

Der Wecker klingelte also um 2:30 Uhr. Es war eisig kalt. Der Himmel war sternenklar - was für ein Glück! Nun hatte ich wirklich schon genug Wandertouren mit richtig schlechtem Wetter hinter mir. Wir kochten Tee, bereiteten uns Equipment vor und los gings. Bis alles bereit war, war es dann doch schon fast 4 Uhr. 

Im Schein unserer Stirnlampen ging es zuerst etwa eine halbe Stunde über steiniges Geröll und Felsen entlang. Dann kamen wir am Gletscher an. Wir legten die Steigeisen und den Klettergurt an und packten den Pickel aus. Nun hieß es am Seil gehen. Es war schon eine Spur im Gletscher zu sehen, da sich bereits ein Guide mit seinem Klienten vor uns zum Gipfelsturm aufgemacht hatten. Wir mussten etliche Gletscherspalten umgehen. Schön langsam begann es zu dämmern. Der Himmel war immer noch klar und die umliegenden Berge begannen im Morgenrot zu leuchten. Wir hatten unter anderem einen unfassbar schönen Blick auf den Artesonraju - den Berg von Paramount Pictures. 

der Artesonraju von Paramount Pictures



Die ersten 2-3 Stunden ging es mir super gut, danach begann ich allmählich die Höhe zu spüren. Leichte Übelkeit und Kopfschmerzen machten sich bemerkbar. Außerdem schien meine Energie zu schwinden. Ich nahm zur Vorsicht schnell eine Schmerztablette und eine Tablette Acetazolamid (= Medikament gegen Höhenkrankheit) und weiter ging es - jedoch sehr langsam. Jeder Schritt war anstrengend. Nach drei Stunden fragte ich Raju ob wir denn die Hälfte schon hätten. Er meinte fast. Okay, durchbeißen. Es ging steil bergauf.



Plötzlich kamen uns unsere Vorgänger entgegen. Sie hatten den Gipfel schon erreicht. Ich fragte wie lange es noch dauern würde. Die Antwort war, dass wir schon fast da wären. Und sie hatten recht, eine halbe Stunde später standen wir am Gipfel. Die Sonne strahlte vom Himmel und wir hatten eine absolut atemberaubende Aussicht auf all die umliegenden 5- und 6-Tausender. Nach einer Weile zogen Wolken auf und es wurde fransig. Wir machten uns bereit zum Abstieg.

Überglücklich am Gipfel des 5.752 m hohen Nevado Pisco angekommen



Gegen 11 Uhr erreichten wir das Campo Morena, wo wir uns erstmals eine Stunde im Zelt ausruhten. Dann kochten wir uns ein Mittagessen, bauten das Zelt ab und machten uns auf den Rückweg zur Schutzhütte Refugio Peru. Hier werden wir diese Nacht campen. Ich schlief wieder früh ein, da ich körperlich doch recht geschafft war von unserer Gipfelbesteigung.


Gletscherspalten







Laguna 69 - ein atemberaubend schöner Gebirgssee

Tag 3: Laguna 69

Tagwache 5:30 Uhr. Wir frühstückten gemütlich. Heute sollte es weiter gehen zur berühmten Lagune 69, ein Gebirgssee auf 4.680m. Ich muss gestehen, dass mir der Rücken mittlerweile etwas weh tat von dem schweren Rucksack, außerdem fühlten sich die Beine richtig schwer an. Aber die schöne Gegend machte alles wieder gut. 

Zuerst ging es etwa eine halbe steil bergab. Danach ging es richtig steil bergauf - bis auf ganze 5.000 m. Die Strapazen des gestrigen Tages machten sich deutlich bemerkbar, es war richtig anstrengend heute. Das Wetter war so lala - wolkig und ein wenig Schneeregen. Als wir am Pass auf 5.000 m ankamen, ging es zum Glück nur noch bergab.

Jede Menge kleiner Gebirgsseen auf dem Weg zur Laguna 69






Endlich konnte ich sie dann sehen, die türkisblaue Lagune 69. Die Farbe der Lagune ist so intensiv und wirkt tatsächlich etwas unwirklich. Dahinter fällt die fast senkrechte, vereiste Südwand des Chacraraju mit einem zerfurchtem Gletscher zu der Lagune hinab. Wir beschlossen den Gletschersee nicht über den normalen Weg zu erreichen, sondern von der anderen Seite - was wir später noch etwas bereuten. Es ging nämlich steil bergab, alles loses Geröll. Ich hatte ernsthaft Angst, dass wir eine Steinlawine loslösen, was aber Gott sei Dank nicht passierte. Ich machte noch ein paar Fotos von der Lagune, dann begann es schon wie aus Eimern zu schütten. So ein Pech aber auch. Wir bauten uns einen Schutz mit dem Zelt und starteten den Gaskocher für das Mittagessen.

endlich angekommen an der Lagune 69

Mittagessen wird gekocht

... und danach natürlich abgewaschen


Gegen 13 Uhr machten wir uns auf zum Abstieg. Vereinzelt drangen ein paar Sonnenstrahlen durch, dann begann es wieder zu schütten. Der Rückweg an sich war wunderschön - kleine Gebirgsseen, Wasserfälle und eine faszinierende Pflanzenwelt.









Außerdem entdeckte ich ein hasenartiges Tier, obwohl der Schwanz nicht ganz dazu passte, seht selbst:

Hat jemand eine Ahnung was für ein Tier das ist? 


Als wir endlich den Busparkplatz erreichen war ich heilfroh. Gesagt wurde uns der Bus startet um 15 Uhr, doch daraus wurde dann 16 Uhr. Nach einer halben Stunde Fahrtzeit, hielten wir plötzlich an. Durch den vielen Regen sei die Straße weggerutscht. Oh nein. Es würde etwa eine Stunde dauern, bis das Ganze wieder gerichtet sei. Natürlich wurden daraus dann 3 Stunden. Als wir gegen 21 Uhr zurück in Huaraz ankamen konnte ich meine Augen kaum noch offen halten. Nun mussten wir leider auch noch das Equipment zurückgeben. Ich freute mich nur noch auf eine heiße Dusche. Doch daraus wurde nichts, das Wasser kam bloß eisig kalt aus der Leitung. So viel Unglück auf einmal. Aber egal, hauptsache ein warmes Bett und schlafen.



Empfohlener Beitrag

Gedanken zum Alleinreisen

Folge mir per E-Mail

Folge mir auf Google+

Bist du an meinem E-Book über meine 6 Monate Backpacking in Afrika interressiert?