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Montag, 24. Juli 2017

Goodbye Lateinamerika - mit gemischten Gefühlen zurück nach Hause

By On Juli 24, 2017

Für alle, die es noch nicht wissen: Am Mittwoch bin ich schon wieder zurück in Österreich. Es wird zwar nicht für immer sein, denn nach etwa zwei Monaten Heimatbesuch plane ich meine Reise fortzusetzen. Mittlerweile bin ich seit etwa einem Jahr und 10 Monaten auf Weltreise - ich kann es selbst fast nicht glauben. Vor einem Jahr und vier Monaten war ich das letzte Mal zu Hause, aber auch bloß für zwei Wochen. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich schon ziemlich aufgeregt bin, nach so langer Zeit meine Familie und Freunde wieder zu treffen.

Meine Gefühle sind relativ gemischt. Da ist zum einen riesengroße Vorfreude und zum anderen Traurigkeit und Unsicherheit. Traurigkeit darüber das Kapitel Lateinamerika nun abschließen zu müssen. Über ein Jahr bin ich nun hier und habe die Länder und die Kultur zu lieben gelernt. Außerdem spreche ich nun halbwegs gutes Spanisch - und ich liebe es. Ich habe jede Menge unvergesslicher Bekanntschaften gemacht und Freunde fürs Leben gefunden.

Unsicherheit, weil ich nicht weiß was mich nun in meiner Heimat erwarten wird. Viele Dinge werden sich geändert haben. Ich habe definitiv auch einige Freunde von zu Hause während meiner Reise mehr oder weniger verloren. Es ist immerhin nicht so leicht, mit allen Kontakt zu halten. Aber das ist auch gut so. Mit den Menschen, die mir wirklich viel bedeuten, habe ich nach wie vor regelmäßig Kontakt. Viele meiner Freunde haben geheiratet oder ein Baby bekommen. Ja, es werden sich definitv viele Dinge geändert haben. Unter anderem auch ich selbst.

Ich bin wirklich schon sehr gespannt auf zu Hause, wobei das Gefühlschaos im Moment, einen Tag vor meinem Heimflug wirklich enorm ist.


=> Hier ein kleines Erinnerungsvideo an meine Zeit in Lateinamerika :)


Ein Bild von meinem heutigen Stadtspaziergang durch Lima: der Plaza San Martin - ich hatte übrigens großes Glück mit dem Wetter, denn zur Winterzeit liegt Lima großteils in Wolken und Neben und es dringt normalerweise fast keine Sonne durch


Donnerstag, 20. Juli 2017

Von Cusco nach Lima - 24 Stunden im Bus

By On Juli 20, 2017

Warum es sich nicht auszahlt in Peru für einen "Luxus-Bus" zu bezahlen....

Gestern Nachmittag ging es nun weiter nach Lima für mich. Die Busfahrt sollte 22 Stunden dauern. Diesmal gönnte ich mir etwas Luxus und wählte den "Bus Cama", das heißt, dass die Sitze im Bus so umgelegt werden können, dass sie fast wie ein Bett sind. Außerdem wurde mir WLAN, ein Abendessen, ein Frühstück und Getränke versprochen. Das Ganze zum Preis von 100 Soles (= 26,80 Euro).  Wow, so viel Luxus hatte ich noch nie, sonst fahre ich nämlich immer mit dem billigsten Bus, den ich finden kann. Bin schon gespannt....

Abfahrt: 15:30 Uhr vom Busterminal in Cusco. Zu meiner Begeisterung starteten wir sogar pünktlich. Auch die Sitze schienen mir richtig gemütlich, es wurde sogar eine Decke bereitgestellt. Wenn jetzt auch noch das WLAN funktionieren würde, wäre alles perfekt - dem war natürlich nicht so. Aber gut. Gegen 18 Uhr bekamen wir ein Abendessen serviert - jede Menge trockener Reis mit einem minikleinen Stückchen Hühnchen. Gut, dass ich zur Sicherheit selbst ein wenig Essbares mitgenommen habe. Seit der Woche am Amazonas, wo ich dreimal am Tag Reis serviert bekommen hatte, habe ich nämlich ein leichtes Reistrauma.

Nach dem Abendessen wurde dann der Fernseher eingeschaltet. Die Boxen befanden sich genau über meinem Sitz und die Lautstärke wurde so laut aufgedreht, dass alles um mich herum vibrierte. Außerdem war die Klangqualität alles andere als gut. Ich hoffte inständig, dass nach diesem Film wieder Ruhe sei, doch es wurden bis fast Mitternacht durchgehend irgendwelche furchtbaren Action-Baller-Filme gespielt. Geschlafen habe ich im Endeffekt so gut wie gar nicht.

Gegen 4 Uhr morgens rumpelte es ordentlich. Ich schreckte auf. Der leicht risikofreudige Busfahrer ist nun wohl irgendwo angefahren, denn die Fensterscheibe gegenüber von mir bröckelte heraus.

das Loch im Fenster, welches mit der Zeit immer größer wurde


Mich wundert es ja direkt, dass er es schaffte, so viele Stunden unfallfrei zu fahren. Der Bus stoppte und der junge Mann, der uns das Abendessen serviert hatte, begann schrecklich zu schimpfen. Das war es dann aber auch schon und wir fuhren weiter. Es wurde schrecklich kalt, da durch das Loch im Fenster eine ordentliche Luftzirkulation im Bus herrschte. Durch die Fahrtgeschwindigkeit bröckelte immer mehr vom Fenster heraus, und der arme kleine Junge, der unter dem Fenster saß wurde mit Glassplittern übersät. Die Leute im Bus begannen zu schreien. Der Bus stoppte also erneut. Der Mitarbeiter fluchte wieder ordentlich. Zum Glück begann er nun nach einer Lösung für das Problem zu suchen. Mit einer Klebestreifenrolle bewaffnet begann er den kleinen Rest des Fensters zu fixieren und auch das Loch zu stopfen. Das half Gott sei Dank etwas.

Gegen 11 Uhr vormittags stoppten wir an einem Restaurant zum Frühstücken - dieses war natürlich nicht inkludiert. Aus den versprochenen 22 Stunden Fahrt wurden im Endeffekt 24 Stunden.

Beim Aussteigen am Terminal in Lima traf ich ein französisches Mädchen, das mit mir im Bus war. Sie erzählte mir, dass sie Couchsurfen würde hier in Lima. Als ich fragte bei wem, meinte sie bei Edy. Also die Welt ist wirklich klein, denn zufälligerweise kenne ich Edy. Ich habe ihn vor etwa 2 Monaten hier in Lima (auch über Couchsurfing) getroffen. Dazu muss man sagen, dass Lima ein 9-Millionen-Stadt ist mit ein paar tausend Leuten auf Couchsurfing. Zufälle gibts!

Für mich ging es ab in ein Hostel ins Zentrum. Ich möchte meine letzten Tage hier in Südamerika gemütlich ohne allzu viel Stress verbringen.

Gute Nacht :)




Montag, 17. Juli 2017

Cusco - die ehemalige Inka-Hauptstadt Südamerikas

By On Juli 17, 2017

Wie ihr wisst bin ich ja alles andere als ein Städte Fan, aber Cusco hat es mir nun doch ein wenig angetan: uralte Inka-Ruinen, Tempel, enge Kopfsteinflastergassen, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben und das Beste: unendlich viele Trekking Möglichkeiten mit wirklich atemberaubender Landschaft und Vegetation.

Cusco

Cusco bedeutet in der Quechua-Sprache "Nabel der Welt". Cusco war nämlich die Hauptstadt des Inka-Reiches und somit die wichtigste Stadt des Inka-Imperiums. Außerdem stellt sie die archäologische Hauptstadt auf dem amerikanischen Kontinenten dar. Die Form der Stadt verglichen die Inka mit einem liegenden Puma. Es gibt also haufenweise alter Tempel und Ruinen zu besichtigen. Die Grundmauern der Gebäude bestehen aus großen, kunstvoll verfugten Steinen, die Erdbeben und der Zerstörungswut der Spanier standgehalten haben. Es ist bis heute nicht klar, wie die Inka die bis zu 350 Tonnen schweren Blöcke transportieren konnten. 

Plaza de Armas
Inka Ruinen


Der einzig richtig große Nachteil an Cusco ist, dass es absolut überlaufen von Touristen ist - vor allem jetzt in der Hochsaison. Alle paar Meter stehen einheimische junge Damen, die den ganzen Tag über lautstark "Maaassaaaaaageeee!!!!!" brüllen. Andere traditionell gekleidete Frauen laufen mit ihren Babylamas durch die Stadt, um Geld für Fotos mit ihnen zu verlangen. 

Außerdem steht ein Tourunternehmen nach dem nächsten. So gut wie alle Touristen wollen nämlich zu den weltweit bekannten Inka-Ruinen Machu Picchu. Ihr werdet mich wahrscheinlich für verrückt halten, aber ich habe diese ganz gezielt ausgelassen. Ich bin mir zwar sicher, dass es sich um ein absolut interessantes und magisches Fleckchen handelt, andererseits weiß ich auch, dass sich dort täglich hunderte wenn nicht sogar tausende Touristen tummeln und das würde für mich sowieso den ganzen Charme zerstören. Außerdem gibt es Millionen Fotos von diesen Ruinen im Internet. Da mache ich viel lieber auf eigene Faust eine kleine Trekkingtour und entdecke ein paar versteckte Geheimplätze und muss dafür nicht hunderte von Dollar zahlen. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung. Ich weiß nämlich, dass viele (wenn nicht sogar die meisten) die den Machu Picchu besuchten, es nicht bereut haben. Ich bin da einfach ein bisschen anders. Fast täglich bekomme ich zu hören: "Waaas, du warst in Cusco und hast den Machu Picchu nicht besucht????". 

Wanderung abseits der abgetretenen Touristenpfade rund um Cusco 

Gestern Abend, lernte ich in meiner Unterkunft ein wundervolles junges Pärchen kennen: Anne (Deutsche) und Jose (Bolivianer). Wir schienen so ziemlich auf einer Wellenlänge zu sein. Darum starteten wir heute auch gleich gemeinsam eine Wandertour. 

Anna, Jose und ich

Da wir uns abseits von diesem ganzen Massentourismus bewegen wollten, beschlossen wir einfach drauf los zu gehen und uns nicht an irgendwelchen Wanderrouten zu orientieren. Der Tag hätte schöner nicht sein können. Wir kamen an die paradiesischsten Fleckchen, fernab von jeglichen Touristen. Zu unserer Überraschung entdeckten wir jede Menge geheimer Inka Ruinen auf unserem Weg - unglaublich. Diese Plätze hatten eindeutig ihre Magie. Unter an anderem kamen wir an einen riesigen Felsen, der in den unterschiedlichsten Farben erstrahlte - er ist bekannt als der "Balcon del Diablo" (= Balkon des Teufels). 

Balcon del Diablo


Anna und ich beim Erklettern einer gerade entdeckten Höhle 

die Höhle des "Balcon del Diablo"

That must be paradise

Rettung eines neugeborenen Lämmchen

Später entdeckten wir ein paar kleine Lagunen. Plötzlich hörten wir eigenartige Geräusche - es hörte sich fast an wie ein Schäfchen. Wir schauten uns um und siehe da, da lag doch glatt ein ganz frischgeborenes Lämmchen in der Wiese und schrie nach seiner Mama. Leider war von der weit und breit nichts zu sehen. Wir hoben das kleine niedliche Ding hoch und machten uns sogleich auf die Suche nach seiner Mami. Zum Glück fanden wir sogleich eine Schaf-Esel-Lamaherde, die von zwei Hirten bewacht wurde. Als wir das Lämmchen auf den Boden ließen, lief es sogleich auf ein Schaf zu und begann Milch zu nuckeln. Glücklich über unsere gute Tat setzten wir unsere Wanderung fort. 

der kleine süße Kerl konnte noch nicht einmal richtig auf Beinen stehen

am liebsten hätte ich das süße Ding mit nach Hause genommen



Letztendlich waren wir den ganzen Tag unterwegs und es war einfach soo wunderschön. 


Samstag, 15. Juli 2017

Weiter von Puno nach Cusco

By On Juli 15, 2017

Kurzes Update der letzten Tage: 
Ernst hat gestern sein Eigentum von der Polizei zurückbekommen. Er hat dafür jedoch fast 500 Euro Schmiergeld zahlen müssen, sonst hätte ihn die Polizei erneut eingesperrt. Die Botschaft hat die ganze Angelegenheit leider überhaupt nicht interessiert und es kam keine Hilfeleistung.

Mich hat vorgestern Abend eine schlimme Magen-Darmgrippe erwischt und ich verbrachte die ganze Nacht damit zwischen Bett und WC hin und her zu rennen. Dementsprechend energielos war ich gestern und legte deshalb einen Ruhetag ein.

Lange Busreise nach Cusco 

Heute Morgen fühlte ich mich zum Glück wieder besser. Es sollte weiter nach Cusco gehen. Um 8:30 Uhr war die geplante Abfahrt vom Busterminal in Puno. Kosten: 20 Soles (= 5,30 Euro), geplante Fahrtzeit: 8 Stunden. 

Letztendlich kam ich um 18:00 Uhr in Cusco an. Mein geplanter Couchsurfing Gastgeber hatte spontan doch keine Zeit.  Zum Glück fand ich eine richtig tolle Unterkunft in einem alten Bauernhaus mit Blick über die ganze Stadt - Hospedaje Inka. Für 25 Soles (=6,7 Euro bekommt) bekommt man hier ein nettes Privatzimmer mit Bad und inkludiertem Frühstück. Außerdem ist der Besitzer außerordentlich freundlich. Ich fühle mich immer noch etwas gerädert - wahrscheinlich ein Zusammenspiel des Stresses mit der Polizei in Bolivien und meine Magen-Darmgeschichte. Werde mich deshalb nun in meinem schönen Zimmerchen etwas ausruhen.

Gute Nacht :)



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