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Dienstag, 17. November 2015

Im Busch - Tag 2: Wunderheiler, Verbrennungen, etc.

Arafat und seine Frau kümmern sich rührend um mich. Da wir gleich Tür an Tür wohnen, kommen sie immer wieder vorbei und fragen ob mir auch an nichts fehle.

Dorfklatsch

Mittlerweile bin ich über sämtliche Intrigen im Dorf aufgeklärt. Welcher Mann sich heimlich mit welcher Frau trifft, wer mit wem verfeindet ist usw. - geht also genauso zu wie zu Hause. 

Fatima erzählte mir noch weitere spannende Fakten, die das Leben hier im Busch betreffen

  • Stiehlt jemand eine Kuh, wird diese Person bei lebendigem Leibe verbrannt. Vor nicht allzu langer Zeit war dies hier im Dorf der Fall. Ähnliche Stories erzählten mir bereits mehrere Leute. Ist schon eine krasse Vorstellung, dass solche Rituale vom Großteil der Bevölkerung in der heutigen Zeit noch gutgeheißen werden.
  • Es gibt nach wie vor Wunderheiler bzw. Menschen mit "Hexenkraft". Diese Leute werden von den meisten gefürchtet, auch Fatima flüstert nur als sie mir von ihnen erzählt. 
  • Ein junger Mann kann nur heiraten wenn er bzw seine Familie genug Kühe haben. Ohne Kühe keine Frau. Normalerweise sind es so 5-15 Kühe, die die Familie des Mädchens erwartet, kommt natürlich immer auf den sozialen Status an. Viele Männer können sich demnach keine Frau leisten. Auch die Eltern haben großes Mitspracherecht bei der Auswahl des Partners. So läuft das übrigens nicht nur im Busch ab sondern in fast ganz Uganda.

Fatima ist ein richtiges Herzstück, sie begleitet mich den ganzen Tag, hilft mir Wasser holen, kocht für mich, hilft mir beim Wäsche waschen usw. Im Anbetracht der Tatsache, dass sie und ihr Mann wirklich unter ärmlichen Bedingungen leben, finde ich das richtig rührend. Mir kommen jetzt schon fast die Tränen hoch wenn ich daran denke, diese wundervollen Menschen bald wieder verlassen zu müssen und vielleicht nie wieder zu sehen. Vor allem wenn sie vor mir stehen und mich inständig bitten bald wiederzukommen und ich es ihnen nicht versprechen kann. Das ist der Nachteil beim Reisen, man hat immer nur Kurzkontakte, schließt Menschen ins Herz und dann muss man sie schon wieder verlassen.

Familienbesuche im Dorf

Heute machte ich mit Fatima eine Dorfrunde und wir besuchten ein paar Familien. Einige wohnen ein ordenliches Stück außerhalb des Dorfzentrums und die Wege dorthin sind jetzt in der Regenzeit sehr schlecht. Die Familien freuten sich alle sehr über meinen Besuch und waren dabei richtig aufgeregt - immerhin war es für viele das erste Mal, dass sich so ein Muzungu auf ihrem Grundstück befindet. Einige glaubten zwar ich hätte viel Geld für sie dabei, doch in der Hinsicht  musste ich sie enttäuschen. Eine alte Frau erzählte mir von unerträglich starken Schmerzen, die sie seit einigen Wochen habe, jedoch ist ärztliche Hilfe für sie weder erreichbar noch bezahlbar.

Wobei es sogar eine kleine "Klinik" im Dorf gibt, welcher wir auch einen Besuch abstatteten. Sie ist 3 m² groß und besteht lediglich aus einem Kästchen mit den nötigsten Tabletten und einem Doktor, der davor sitzt. Die gängigsten Krankheiten im Dorf seien Malaria, Durchfälle aufgrund von verunreinigtem Wasser bzw Lebensmittel, Syphilis und Schlangenbisse. Für Schlangenbisse gäbe es den sogenannten "schwarzen Stein" (Näheres auf Google). Der Doktor verarztet auch kleinere Wunden bzw näht diese. Ich würde vor solchen Aktionen hier im Busch dringend abraten, weil die Spritzen, die er verwendet, benutzt er meines Erachtens bestimmt nicht nur zum Einmalgebrauch.


Michi um die Welt, Einmal um die Welt, Weltreise, worldtrip, Reiseblogger, Reiseblog, Travelblogger, Travelblog, Uganda, Backpacking, Dorf in Uganda fernab jeglicher Zivilisation
eine Familie im Dorf


der Dorfdoktor in seiner Klinik



Arafat junior beim Baden

hier lebt dieser ältere Herr

Fatima mit Kids

ein weiteres Zuhause einer Familie


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