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Sonntag, 8. Januar 2023

Route Norwegen

By On Januar 08, 2023

 

Reisezeitraum & Route: 

29.12.2022 - 07.01.2022

DEUTSCHLAND - Tromsø - Harstad - Stokmarknes - Svolvær / Lofoten - Evenes - SCHWEDEN




Samstag, 7. Januar 2023

Ein Abstecher auf die Lofoten

By On Januar 07, 2023

 

Von Stokmarknes nach Svolvær

Mein Ziel auf den Lofoten sollte der Ort Svolvær sein. Wieder einmal musste ich feststellen wie einfach - ja fast zu einfach - es ist in zivilisierten Ländern zu reisen. Man kann sich die komplette Route mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Google Maps planen lassen. Und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit stimmt das dann auch alles so - also sowohl die Busnummern, sowie die Haltestellen und die Abfahrtszeiten. Die Tickets kann man sich online kaufen oder vor Ort im Bus. Da bin ich aus Afrika und Lateinamerika wirklich rustikalere Zustände gewohnt. Das hat natürlich alles seine Vor-und Nachteile. Während sich hier alles recht gut planen lässt ist es dafür anderswo immer ein absolutes Abenteuer und man weiß eigentlich nie wann und wo man dann am Ende des Tages ankommen wird.


Ich fuhr also bis zu dem Ort Melbu mit dem Bus. Dort stieg ich in eine Fähre um, die nach Fiskebøl fuhr. Die 30-minütige Überfahrt ist für Fußpassagiere tatsächlich gratis. Dann ging es noch einmal mit dem Bus weiter. Die Fahrt war bereits sehr eindrücklich: unzählige majestätische Fjorde, schroffes Gebirge, malerische kleine Siedlungen mit hübschen roten Holzhäusern und natürlich ganz viel Schnee und Eis. 


Zwischen 100 und 300 Kilometer nördlich des Polarkreis befindet sich das entlegene Paradies der Lofoten. Insgesamt bestehen sie aus etwa 80 kleinen Inseln, die über Brücken und Tunnel mit dem Festland verbunden sind. Auch hier gibt es im Sommer fast zwei Monate lang nonstop Sonnenschein, während sie sich im Winter gar nicht blicken lässt. 


Die Faszination der Lofoten


Angekommen in Svolvær 

Kurz nach Mittag kam ich Svolvær, dem Hauptort der Lofoten, an. Ich entschied mich für diesen Ort, da er die beste Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz hat und es halbwegs günstige Unterkünfte gibt. Da es noch ein wenig Dämmerungslicht gab bevor es ganz dunkel wurde, startete ich sogleich einen Erkundungsspaziergang. Spontan entschied ich dann noch einem kleinen Wanderweg zu folgen, um einen Ausblick von oben auf die imposante Landschaft zu haben. Die Gegend wirkt fast schon märchenhaft. Ich kann die Faszination der Lofoten nun wirklich gut nachvollziehen. Nur allzu gerne möchte ich auch im Sommer einmal hierher kommen. Es muss fantastisch sein zum Wandern. 


Mein kleiner Nachmittagsspaziergang in Svolvær. Ich wanderte dann noch ein Stückchen diesen Berg hoch. 



Am nächsten Tag hatte ich bis Mittag Zeit, bevor dann mein Bus nach Evenes abfuhr. Ich nutzte die Zeit für einen weiteren Spaziergang.


Svolvær / Lofoten


Angekommen in Evenes

Die Busfahrt nach Evenes dauerte etwa drei Stunden und kostete 469 NOK (= 44 €). Der Bus fuhr direkt zum Flughafen. Da mein Flug aber erst am nächsten Tag ging habe ich mir in Flughafennähe ein Zimmer gebucht. Es waren bloß 20 Gehminuten dorthin, also beschloss ich zu Fuß zu gehen. Das gestaltete sich recht abenteuerlich, da es mittlerweile schon wieder stockdunkel war und man an der Hauptstraße entlanggehen musste - ohne Gehsteig. Zum Glück hielt sich der Verkehr in Grenzen. Sobald ein Auto kam sprang ich einfach in den Tiefschnee am Straßenrand *lach*. 


Norwegens Abenschiedsgeschenk an mich 

Kurz vor dem Schlafengehen ging ich noch kurz auf die Dachterrasse meiner Unterkunft, um mir den Sternenhimmel Norwegens ein letztes Mal anzusehen. Morgen Früh geht es immerhin schon weiter nach Schweden. Ich konnte es kaum glauben als plötzlich ganz leichte grünliche Farben am sternenklaren Himmel erschienen. Sie wurden nach ein paar Minuten etwas intensiver. Was für ein Geschenk, dass ich an meinem allerletzten Abend noch einmal die Nordlichter sehen durfte. Zwar nicht besonders stark, aber immhin waren sie da. Ich finde es herrscht immer eine besonders magische Stimmung wenn diese Lichter über den Himmel tanzen. Nun habe ich in den neun Tagen in Nord-Norwegen tatsächlich dreimal die Nordlichter gesehen. Ich glaube das ist gar nicht so schlecht :)

Das Abschiedgeschenk von Norwegen an mich: Nordlichter :)

Mittlerweile bin ich am Flughafen in Evenes angekommen. Ich bin die Strecke wieder zu Fuß gegangen. Der Flughafen ist ziemlich klein und überschaubar. Selbst hier läuft alles kontaktlos ab. Auch die Gepäckaufgabe. Das erlebe ich so zum ersten Mal. Es war aber letztendlich ganz einfach und ich hatte zum Glück mehr als genug Zeit, um herauszufinden wie das alles läuft. 


Ich melde mich dann das nächste Mal aus Schweden!


Eure Michi :)


=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von den Lofoten <=


=> Hier findest du noch mehr Fotos von den Nordlichter <=





Donnerstag, 5. Januar 2023

Nordlichter in Stokmarknes

By On Januar 05, 2023

 

Stokmarknes, Norwegen  

Die Busfahrt von Harstad nach Stokmarknes lief völlig komplikationslos. Als ich gegen 15 Uhr an meinem Zielort ankam, war es schon wieder stockdunkel. Mein Couchsurfing Gastgeber Martin holte mich liebenswürdigerweise von der Bushaltestelle ab. Ich bin ganz froh wieder einmal jemanden zum Plaudern zu haben. Immerhin läuft hier in Norwegen sehr viel kontaktlos ab. In all den Unterkünften, in denen ich bis jetzt geschlafen habe, bin ich meinen Gastgebern nie begegnet. Nicht einmal in den privaten Airbnb-Zimmern. Selbst dort habe ich den Code für das Zahlenschloss an der Haustüre zugeschickt bekommen und bin nie einer Menschenseele begegnet, obwohl wir im selben Haus wohnten. Das ist wohl der Fortschritt der Technik. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Martin und ich verstanden uns auf Anhieb sehr gut und erzählten uns den ganzen Abend lang von unseren verrücktesten Reiseerlebnissen. 


Wanderung auf den Storheia

Während Martin tagsüber arbeitete wanderte ich auf seine Empfehlung hin auf  den Storheia, das ist der sozusagene Hausberg des Ortes. Er liegt "nur" 504 Meter über dem Meeresspiegel. Die Wanderung war aber trotzdem etwas anspruchsvoll. Das lag vor allem daran, dass ich teilweise bis über die Knie im Schnee versank. Es gab in den letzten Tagen viel Neuschnee und es ist seitdem keiner vor mir dort hinaufgewandert. Ich sah lediglich ein paar Spuren von Tourenschigängern. Die Wanderung war aber jede Anstrengung wert. Ich machte noch einen kleinen Abstecher auf den Aussichtsberg Tuva, dann ging es weiter auf den Storheia.  Die Ausblicke waren einfach fantastisch. Man sieht hinter auf die Lichter von Stokmarknes, auf die umliegenden Fjorde und Inseln und sogar bis zu den Lofoten. Zudem war der Himmel von zehn bis 13:30 Uhr wieder komplett rosarot gefärbt. Der eiskalte Wind hier oben ließ mich aber nicht allzu lange verweilen. 

Blick hinunter auf Stokmarknes


Das typisch norwegische Freitagsessen: Tacos

Am Abend kam ein Freund von Martin vorbei. Die beiden stellten mir das typisch norwegische Freitagsessen vor: Tacos. Tatsächlich ist der "Tacofredag" (deutsch: Taco-Freitag) in ganz Norwegen gang und gäbe. Wir hatten zwar erst Dienstag, aber das nahmen die beiden nicht so genau. Tacos sind hier ein gesellschaftliches Event und haben vor allem einen sozialen Aspekt. Es ist fast so wie bei Raclette: es stehen jede Menge Zutaten am Tisch mit denen man seine Maisfladen füllen kann, z.B. Guacamole, Hackfleisch, verschiedenes Gemüse, Saucen etc. Es schmeckte auf alle Fälle sehr lecker und wir hatten einen lustigen Abend mit spannenden Gesprächen. Ich lernte dabei viel über die norwegische Kultur. Zudem erfuhr ich, dass das Bezahlen mit Bargeld hier bereits beinahe komplett abgeschafft wurde. Ich habe bis jetzt auch noch kein norwegisches Geld gesehen. Alles, sogar öffentliche Toiletten, wird hier kontaktlos mit der Karte bezahlt. 

Eine Nordlichter "Show" vom Feinsten

Der beste Part kam nach dem Abendessen. Martin schlug vor, dass wir noch ein Bad im Jacuzzi auf seiner Terrasse nehmen könnten, vielleicht hätten wir ja Glück mit den Nordlichtern. Das klang ja schon mehr als perfekt. Und ihr werdet es nicht glauben: kaum sind wird in die heiße Wanne gestiegen, gab es ein Himmelsschauspiel wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Ganze drei (!!!) Stunden dauerte das Spektakel. Die Nordlichter waren richtig intensiv und tanzten über den arktischen, klaren Himmel. Dabei änderten sie ständig ihre Form und manchmal sogar ihre Farben. Es war richtig magisch. Martin meinte, dass ich ein riesiges Glück hätte so etwas zu erleben. Sein Freund hat vorher noch gemeint, er würde die Nordlichter nur etwa einmal im Jahr sehen. 


In Wirklichkeit waren die Nordlichter noch viel eindrucksvoller. Da ich aber nur mit meiner Handykamera fotografiere, kommen die Fotos nicht annähernd an die Realität heran. 


Das Hurtigrutenmuseum

Ich beschloss noch einen weiteren Tag in Stokmarknes zu bleiben. An diesem Tag besuchte ich das "Hurtigrutenmuseum". Hurtigruten ist eine traditionelle norwegische Postschifflinie, die seit 1893 die Orte der über 2700 Kilometer langen Westküste verbindet. Die Route wird auch als die "schönste Seereise der Welt" bezeichnet. Stokmarknes gilt als eine der Gründungsstätten der Hurtigruten. In dem Museum kann man ein Schiff aus dem Jahr 1956 bestaunen, das dort als Ganzes steht. Man kann sogar in das Schiff hineingehen und es von innen erkunden. Das war sogar für mich, die ich nicht soo gerne in Museen gehe, ganz interessant. Im alten Schiffsrestaurant wird sogar heute noch Kaffee ausgeschenkt. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. 


Im Hurtigruten Schiff aus dem Jahr 1956


Mondschein-Wanderung

Als Martin von der Arbeit heimkam beschlossen wir eine Mondschein-Wanderung zu starten. Natürlich ein bisschen in der Hoffnung, dass wir so ein schönes Nordlichter Spektakel wie vom Vortag noch einmal bestaunen könnten. Von einem Berggipfel aus müsste es ja fast noch beeindruckender sein. Es war Vollmond und klarer Himmel. Der Mond erhellte die Nacht so stark, dass unsere Strinlampen gar nicht zum Einsatz kamen. Weiter oben wehte ein unglaublich kalter und sehr starker Wind. Trotz sehr vielen Kleidungsstücken inklusive Daunenjacke, 2 Paar Handschuhe usw war es eisig kalt. Wir vermuteten, dass es wohl so zwischen -15 und -20 Grad haben musste. Wir wollten am Gipfel eigentlich kurz warten, ob die Nordlichter auftauchen würden. Doch bereits nach wenigen Minuten beschlossen wir den Abstieg zu starten, da die Kälte einfach zu krass war. Leider hatten wir in dieser Nacht kein Glück mit dem Lichterschaupiel, dafür war aber die Wanderung an sich super eindrucksvoll. 


Mondscheinwanderung


Weiter geht es auf die Lofoten

Heute am Donnerstag geht es für mich weiter auf die Lofoten. Ich habe mich am Morgen von meinem Gastgeber verabschiedet und bin nun im Bus. Später muss ich dann für eine halbe Stunde auf eine Fähre umsteigen und danach sollte es noch einmal mit dem Bus weiter gehen bis zu dem Ort Svolvær


Ich werde mich in ein paar Tagen wieder melden.


Eure Michi :)



=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Stokmarknes <=





Montag, 2. Januar 2023

Elche in Harstad

By On Januar 02, 2023

 

Harstad, Norwegen  


Harstad ist keine sonderlich touristische Stadt. Genau das ist der Grund warum ich hier bin. An den sonstigen Orten ist es in den Weihnachtsferien nämlich fast unmöglich ein nicht ganz überteuertes Zimmer zu bekommen. Die Stadt liegt auf der Insel Hinnøya, welche die zweitgrößte Insel des Landes darstellt. Größer ist nur die Inselgruppe Spitzbergen


Harstad


Als ich um 14:30 Uhr ankam, war es schon wieder stockdunkel. So schnell werde ich mich an diese langen Nächte bestimmt nicht gewöhnen. Die Norweger lieben Straßenbeleuchtungen und auch ihre Häuser sind mit allerhand Lichterketten, etc geschmückt. So wirkt das Ganze nur noch halb so dunkel. Wie ich später erfahren habe, ist der Strom hier sehr günstig, da er aus Wasserkraft gewonnen wird und davon gibt es zur Genüge. 


Meine ersten Nordlichter 

Tatsächlich habe ich gleich am ersten Abend über dem Haus meiner Unterkunft Nordlichter gesehen. Und das Lustige: Ich habe sie nicht einmal erkannt. Sie waren nämlich nur leicht zu sehen und ich ging sowieso davon aus, dass man diese Lichter nur weit außerhalb von künstlichen Lichtquellen zu sehen bekommt. Deshalb dachte ich mir, dass es sich wahrscheinlich um künstliche Lichter handelt, die in den Himmel projiziert wurden. Trotzdem habe ich ein Foto gemacht und es später ein paar Einheimischen gezeigt, welche mir dann jedoch gesagt haben, dass dies auf alle Fälle Nordlichter waren *lach*. Ich werde euch das Bild aber ersparen, da es leider von schlechter Qualität ist. Im Falle, dass ich sonst keine Nordlichter mehr sehe, werde ich es vielleicht später noch veröffentlichen ;) Nun hoffe ich aber ganz fest, dass ich dieses Himmelsschauspiel noch einmal irgendwo zu sehen bekomme, es ist ja immerhin nichts Alltägliches. An dem selben Abend unternahm ich mit der Stirnlampe bewaffnet eine Wanderung zu einem zugefrorenen See. Es war wunderschön, nur die Nordlichter waren leider schon wieder verschwunden. 


Wanderung auf den Gangsåstoppen

Am nächsten Tag war dann auch schon Silvester. Die Norweger scheinen diesen Tag sehr wichtig zu nehmen, es war nämlich so gut wie alles geschlossen. Mit viel Glück konnte ich ein einziges offenes Café - bzw war es eher eine Bäckerei -  finden. Dort gönnte ich mir einen typisch norwegischen Kanelknuter (= so etwas ähnliches wie eine Zimtschnecke) und eine Tasse Kaffee aus der Thermoskanne. 

Kaffee und Kanelknuter

Wohl gestärkt beschloss ich eine Silvesterwanderung zu unternehmen und zwar auf den kleinen Berg Gangsåstoppen, der gleich neben Harstad liegt. Der Weg war zum Glück schon ausgetreten und führte durch eine wunderschöne Winterlandschaft. Zuerst ging es durch einen Wald. Weiter oben hat man dann ganz tolle Ausblicke auf die Stadt. Da die Dämmerung nur etwa von 10 Uhr vormittags bis 13:30 Uhr anhält, wurde es während der Wanderung schon wieder dunkel. Das machte aber überhaupt nichts. Der Mond erhellte die Landschaft ausreichend, so dass meine Stirnlampe gar nicht zum Einsatz kam. 


Blick hinunter vom Gangsåstoppen auf Harstad


Als ich zurück in meiner Unterkunft war, begann leider ein leichter Schneeregen, der immer stärker wurde. Das ist für Silvester natürlich nicht so genial. Mich haben zwei andere Reisende über Couchsurfing konaktiert, ob ich Lust hätte mit ihnen in einem Club in Harstad in das neue Jahr zu feiern. Dafür fehlte mir aber die nötige Motivation, zudem war ich gesundheitlich immer noch leicht angeschlagen und fiel nach meiner Wanderung erstmal todmüde ins Bett. Ich habe tatsächlich bis kurz vor Mitternacht durchgeschlafen. Um zehn vor zwölf wurde ich durch das Feuerwerk geweckt. Ich sah mir die tolle Mitternachtseinlage an und tauchte dann schon wieder ins Land der Träume ab. 

Der erste Tag im Jahr 2023

... startete mit klarem Himmel. Ich hatte wieder neue Energie geschöpft und fühlte mich insgesamt besser als die Tage zuvor. Motiviert packte ich meinen Rucksack und startete - oh Wunder - wieder eine Wanderung. Es sollte in Richtung Trondenes - eine kleine Halbinsel - gehen. Bereits der Weg dorthin hat mich sehr fasziniert: Man kann einem kleinen Wanderpfad entlang der Küste folgen. Der Himmel war die ganze Zeit  rosa vom Sonnenauf- und später Sonnenuntergangslicht - natürlich ohne, dass die Sonne jemals zu sehen ist. Viele glauben, dass ein Winter ohne Sonne trostlos sein muss. Aber ich kann euch garantieren: diese wundervolle Dämmerungsstimmung ist einfach nur unglaublich schön und magisch.

Am Weg von Harstad nach Trondenes



Auf Trondenes steht die nördlichste mittelalterliche Steinkirche der Welt. Zudem kamen hier im zweiten Weltkrieg bis zu 1.300 sowjetische Kriegsgefangene ums Leben. Sie wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt und mussten für Hitler eine Festung bauen. Noch heute lässt sich die sogenannte "Adolf-Kanone" besichtigen. 




Als ich durch den Friedhof auf Trondenes spazierte sah ich ganz in meiner Nähe am Waldrand plötzlich zwei Elche. Ich war unglaublich aufgeregt, immerhin habe ich diese Tiere noch nie in der freien Wildbahn gesehen. Und glaubt mir: sie sind riesig. Ich beschloss ihnen zu folgen. Leider kam ich nicht sonderlich weit, da sich dort ein abgesperrtes Miltitärschutzgebiet befindet. Zudem war es schon wieder stockdunkel. Ich hatte aber trotzdem noch einmal das Glück ein Wildtier zu sehen. Etwas schneeweißes sprang vor mir über den Weg. Ich dachte im ersten Moment es wäre ein kleines, weißes Reh. Könnte aber auch ein weißer Hase gewesen sein. In meiner Aufregung habe ich gar nicht daran gedacht mir die Fußspuren des Tieres im Schnee näher anzusehen. 

Auch an dem Tag machte ich am Abend noch einen Spaziergang in der Hoffnung die Nordlichter zu sehen - leider wieder erfolglos. Dafür hat es wunderschöne, dicke Schneeflocken geschneit.

Weiter geht es nach Stokmarknes

Heute, am 2.1., geht es weiter für mich nach Stokmarknes. Dort werde ich für zwei oder drei Tage bei einem Couchsurfing Gastgeber unterkommen. Auch bei Stokmarknes handelt es sich um kein touristisch bekanntes Gebiet. Ich habe also noch keine Ahnung was mich dort erwarten wird. Die Busfahrt dauert ca 3,5 Stunden inklusive zweimal umsteigen. 

Vorher erzähle ich euch aber noch eine kurze Anekdote von meinem Bäckerei-Besuch gerade eben: Heute Morgen hatte ich irrsinnig Lust auf so eine leckere Zimtschnecke. Ich ging also zum Bäcker nebenan und war recht erstaunt, dass die Dinger so günstig sind - nur 55 NOK pro Stück. Umgerechnet dachte ich seien das etwa 50 Cent, also nahm ich mir gleich zwei davon. Als ich später den Preis in meinen Währungsumrechner eintippte - irgendwie kam mir das nämlich plötzlich doch viel zu billig vor - musste ich feststellen, dass ich die Kommastelle wohl falsch gesetzt hatte *lach*. Ich habe also insgesamt über 10 Euro bezahlt für die zwei Zimstschnecken. Nun ja, das ist eben Norwegen. Und lecker waren sie auf alle Fälle ;)


Also dann, bis bald!



Eure Michi :)




=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Harstad <=




Samstag, 31. Dezember 2022

Willkommen in Tromsø, dem Tor zur Arktis!

By On Dezember 31, 2022

 

Und es geht schon wieder los!

Nachdem ich die Weihnachtsfeiertage bei meiner Familie in Österreich verbracht habe, bin ich nun schon wieder unterwegs. Der Start war etwas holprig, denn genau zu Weihnachten wurde ich leider krank. Glücklicherweise besserte sich mein Zustand am Abreisetag erstmals etwas. Ich habe mich zwar ein wenig mit Medikamenten vollpumpen müssen, um die lange Anreise irgendwie zu überstehen, aber dann ging es tatsächlich jeden Tag ein bisschen besser. Ich hatte eine ganze Nacht Zwischenstopp in Düsseldorf und bin dann gestern Abend in Tromsø, im hohen Norden Norwegens gelandet. Noch nie zuvor bin ich in den Norden gereist. Dementsprechend aufgeregt war ich auch. 


Tromsø: Paris des Nordens

Ja, Tromsø hat viele Spitznamen. Die Stadt wird sowohl als "Tor zur Arktis" wie auch als "Paris des Nordens" bezeichnet. Der zweite Namen kommt scheinbar von Seefahrern, die von dem bunten Treiben hier im abgelegenen Norden so erstaunt waren, dass sie es mit Paris verglichen. Tromsø ist mit seinen gut 77.0000 Einwohnern die größte Stadt im nördlichen Norwegen. Sie liegt 344 Kilometer nördlich vom Polarkreis und damit etwa auf der geografischen Breite von Nord-Alaska. Man findet hier die nördlichste Universität sowie auch die nördlichste Brauerei der Welt - zumindest bezogen auf das Festland. 


Das Wahrzeichen von Tromsø: die berühmte Eismeerkathedrale


Bekannt ist die Stadt vor allem durch die Mitternachtssonne im Sommer und die Nordlichter im Winter. Ganze zwei Monate von Ende November bis Mitte Januar bekommt man hier keine Sonne zu Gesicht. Lediglich ein paar Stunden am Tag werden vom Dämmerungslicht etwas erhellt. 


Die Nordlichter

Zu verdanken ist dieses Himmelsschauspiel den sogenannten Sonnenwinden. Wenn diese in Erdenähe gelangen, werden sie vom Magnetfeld der Erde zu den Polen gelenkt. Deshalb sind Nordlichter vor allem in den Polarregionen zu sehen und werden auch als Polarlichter bezeichnet. Theoretisch gibt es sie das ganze Jahr, in der Regel sind aber nur die Nächte von September bis März dunkel genug, um sie sehen zu können. Sie sind vor allem abseits der Regionen mit Lichtverschmutzung (also abseits von Städten) zu beobachten. Man muss aber schon ein ziemliches Glück haben, denn zum einen muss der Himmel klar sein und zum anderen ist das Schauspiel oft nach ein paar Minuten schon wieder vorbei und mit bloßem Auge kaum sichtbar. Bis jetzt konnte ich leider noch keine Nordlichter zu sehen bekommen. Drückt mir bitte ganz fest die Daumen, dass ich das Vergnügen in den nächsten Tagen noch haben darf!

Erster Eindruck von Tromsø

Gleich als ich vom Flugzeug in Tromsø ausstieg stellte ich erstaunt fest, dass es bei weitem nicht so kalt ist, wie ich vermutet hätte. Es hat so um die Null Grad. Wie ich später herausfand liegen die durchschnittlichen Wintertemperaturen hier zwischen 0 und -5 Grad Celsius. Grund für diese milden Temperaturen sind die warmen Westwinde. 

Vom Flughafen aus ging es mit dem Bus zu meiner Airbnb Unterkunft. Ich staunte nicht schlecht, als wir den Großteil der Fahrt in einem unterirdischen Tunnelsystem verbrachten, in dem es sogar mehrere Kreisverkehre gibt. Es ist ingesamt sechs Kilometer lang und hat mehrere Ausgänge nach oben in die Straßen der Innenstadt. 

Was mir natürlich auch gleich auffällt ist, dass die Preise ziemlich gesalzen sind. Ich bin ja von der der Schweiz einiges gewohnt, aber Tromsø übertrumpft meiner Ansicht nach selbst diese. Man muss aber dazu sagen, dass es sich hier wohl um eine der teuersten Städte in Norwegen handelt. Spannend ist auch, dass man so gut wie alles bargeldlos bezahlen kann, sogar öffentliche Toiletten funktionieren mit kontaktloser Kartenzahlung. Bis jetzt musste ich mir noch kein Bargeld abheben. 

Die Innenstadt und die Eismeerkathdrale

Gleich nach meiner Ankunft gestern spazierte ich noch ein wenig durch die Innenstadt und am Hafen entlang. Es wehte ein ziemlich starker Wind, der das Ganze dann doch etwas kälter machte, als es die Temperaturanzeige vermuten lassen würde. Die Straßen sind mit Schnee und Eis bedeckt und es ist stockdunkel. Es gibt aber jede Menge künstlicher Lichter und Straßenbeleuchtungen. 


Heute Morgen verließ ich etwa gegen 10 Uhr das Haus. Das ist genau die Zeit, in der ein leichtes Dämmerungslicht den Tag etwas erhellt. Um kurz vor 14 Uhr verchwindet die Dämmerung dann wieder und es wird erneut stockdunkel. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man meint es sei mitten in der Nacht und dann sieht man auf der Uhr, dass es gerade mal zwei am Nachmittag ist. Ich spazierte erstmal in Richtung Eismeerkathedrale. Diese Kathedrale ist das Wahrzeichen der Stadt und besticht durch seine äußerst spezielle Architektur.

Die Eismeerkathedrale von Tromsø


Bis etwa 13 Uhr erkundete ich Tromsø, dann musste ich auch schon zur Fähre. Es geht nämlich heute schon weiter nach Harstad. Gerne wäre ich noch ein, zwei Tage länger hier geblieben, aber die Unterkuntspreise sind im Moment - wahrscheinlich aufgrund der Weihnachtsferien - absolut überirdisch. Harstad ist bei Touristen weniger bekannt. dort lassen sich auch "günstigere" Unterkünfte finden. Ich habe zwar keine Ahnung was man dort so machen kann, aber mein Fokus wir auf alle Fälle auf der Nordlichtjagd liegen ;)


Die Fahrt mit der Fähre von Tromsø nach Harstad dauert gut drei Stunden und kostet 600 NOK (= 57 €). Da ich gerade auf der Fähre sitze und wir bereits in wenigen Minuten ankommen werden, verabschiede ich mich nun.



Eure Michi :)




=> Hier findet ihr noch mehr Fotos und Videos von Tromsø <=