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Samstag, 31. Oktober 2020

On the road again

By On Oktober 31, 2020


Es scheint mir noch gar nicht besonders lange aus, als ich letztes Jahr dieselbe Überschrift hier im Blog niedergeschrieben habe. Und nun ist es tatsächlich schon wieder so weit: meine 5-monatige Auszeit steht an - oder besser gesagt: Sie hat gerade begonnen. 

Michiumdiewelt
Meine letzten Tage in der wunderschönen Schweiz genieße ich in vollen Zügen. 

Reisen in Corona Zeiten

Dass ich meine kompletten Reisepläne bereits geschätzte 500 mal komplett über den Haufen werfen musste (= ändern, überarbeiten), brauche ich wohl niemandem zu erzählen. Wenn ich heute etwas plane, dann ist das morgen so schon wieder nicht mehr möglich. Vor vielen Monaten glaubte ich noch, nach Südamerika (mit dem Schwerpunkt Patagonien) reisen zu wollen. Mit der Zeit wurde mir aber bewusst, dass der ganze Corona Wahnsinn noch nicht so schnell vorüber sein wird. Ich beschloss deshalb Europa zu erkunden. Mit einem Interrail Ticket wollte ich mit dem Zug in Richtung Nordeuropa und dann wieder weiter südlicher in die wärmeren Länder reisen.


Da nun aber fast tagtäglich neue Einschränkungen hinzukommen, habe ich auch diesen Plan wieder auf Eis gelegt. In Zeiten wie diesen muss man spontane Entscheidungen treffen. Aber ich mache mir keine ernsthaften Sorgen, dass ich nur Zuhause sein muss. Kaum schließt sich eine Tür, öffnet sich zumeist auch schon wieder gleich eine neue. Packtechnisch bin ich für sämtliche Klimazonen gerüstet - was sich auf das Gewicht meines Rucksacks leider nicht besonders positiv auswirkt *lach*.


Die aktuelle Lage sieht so aus: Ich sitze gerade im Zug von der Schweiz nach Österreich. Dort werde ich vorerst ein paar Tage mit meinen Liebsten verbringen. Alles weitere steht noch in den Sternen. Und genau diese Spontanität und die unvorhersehbaren Dinge machen das Reisen so besonders. Wer mich kennt, weiß, dass ich neue Herausforderungen und Abenteuer liebe und Langeweile für mich einfach das Schlimmste ist. Anfangs dachte ich noch, dass Backpacking in Europa sicher nicht besonders spannend werden wird - zumindest im Vergleich zu den anderen Ländern, die ich bereits bereist habe.


Wer meine letzten Reisen verfolgt hat weiß, dass es bei mir schon öfters vorkam, dass ich nicht wusste, ob ich über die nächste Landesgrenze kommen werde oder eben nicht. Ich hatte wirklich spannende Grenzübergänge hinter mir - z.B. als ich mich fünf Monate in Ecuador aufgehalten habe, obwohl mein Visum nur für drei Monate gültig war. Ich überquerte dann die Grenze nach Peru zu Fuß und hatte ordentlich Schiss dabei -  doch das Glück stand tatsächlich immer auf meiner Seite. Ich musste nicht einmal Strafe zahlen, sondern bekam lediglich einen "Landesverweis" für ein Jahr. In Bolivien kam ich nicht so glimpflich davon und musste letztendlich eine kleine Strafe zahlen, weil ich mein Visum um ein paar Tage überzog - man muss aber dazu sagen, dass dies unbewusst geschah. An der Grenze zu Namibia musste ich den Grenzbeamten erstmals finden und aufwecken. Danach chillte ich stundenlang mit der Grenzpolizei unter einem Baum im Schatten, in der Hoffnung, dass irgendein Gefährt vorbeikommen würde, um mich mitnehmen zu können nach Windhoek. Öffentliche Verkehrsmittel gab es dort keine. Tja, das waren tatsächlich abenteuerliche Zeiten. 


Mittlerweile glaube ich aber, dass es auch hier in Europa ganz abenteuerlich werden kann und viele unvorhergesehene Dinge passieren werden. Ich freue mich schon drauf ;)


Während viele Menschen im Moment in einer absoluten Corona-Hysterie leben und sich von den Medien in Angst und Panik versetzen lassen, bin ich eher ein Mensch, der ziemlich gut darin ist, in allem etwas Positives zu sehen. 

Auch wenn viele das Reisen zu Corona Zeiten sehr kritisch sehen, kann man auch jede Menge Vorteile daraus ziehen. Beispielsweise ist an den sogenannten Touristen-Hotspots im Moment eher tote Hose. Und da ich ja alles andere als ein Freund von Touristenansammlungen bin, kommt mir das gerade recht. Am liebsten bin ich sowieso irgendwo in der Natur am trekken, fernab der abgetretenen Pfade. Und ich denke, dass dort auf den Bäumen oder in den Bergen noch kein Corona wächst ;)


Aber gut, nun lasst euch überraschen wohin mich das Schicksal führen wird auf dieser spannenden Reise. Ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden!


In diesem Sinne: 

Adieu Schweiz!

Servus Österreich!




Hier noch ein paar Eindrücke aus meinen letzten Tagen in der wunderschönen Schweiz: 

Auf meinem Lieblingsaussichtspunkt: Spitzi Flue

Niederhorn

In den höheren Lagen hat bereits der Winter Einzug gefunden

Ich liebe den Herbst

Life is better with friends :)







Montag, 21. Oktober 2019

Packe, packe Rucksack

By On Oktober 21, 2019

... das hört sich im ersten Moment gar nicht so wild an - dachte ich zumindest bevor ich mir überlegte, was denn alles einpacken muss für meine anstehende Reise. Für alle, die es noch nicht wissen: Mir stehen 5,5 Monate der grenzenlosen Freiheit und Abenteuer bevor. Es geht nun zuerst für ein paar Tage nach Tschechien und dann nach Nepal. Der weitere Reiseverlauf steht noch nicht fest. Immerhin gibt es nichts Schöneres als jeden Tag aufs Neue komplett spontan zu entscheiden, wo es hingehen sollte und wo nicht.

Aber nun wieder zum Grundthema zurück: das liebe Rucksack packen. Da ich ja unter anderem nach Nepal reise und dort - so wie auch bei uns - nun bald der Winter einkehren wird, brauche ich eine ganze Menge warmer Klamotten. Zudem ist mein großes Ziel - wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt - der Himalya. Also kommt noch Wander- und Trekking-Ausrüstung dazu. Dass das ganze Zeugs viel Platz brauchen wird, war mir von Vornherein klar, nichtsdestotrotz unterschätzte ich es ein bisschen. Ich habe aus meinen vorherigen Reisen schon viel für mich gelernt was das Leichtgewicht-Packen angeht, aber dennoch war es erneut eine Herausforderung. So ein Schlafsack für bis zu -36 Grad Celsius beispielsweise, braucht ordentlich Raum. Dann kommen noch Daunenjacke, Hardshelljacke, Haube, dünne und dicke Handschuhe, Schuhwerk usw dazu. Im Endeffekt bin ich aber ziemlich stolz auf mich, denn ich habe tatsächlich alles in meinen Rucksack reingebracht - und das Gewicht fühlt sich am Rücken noch okay an. Das ist auch gut so, immherin werde ich mit dem Ding wochenlang durch den Himalya trekken - das heißt er wird von mir täglich mehrere Stunden am Rücken herumgeschleppt und das in Höhenlagen von 4000 bis über 6000 Metern. Na gut, das mit den über 6000 Metern ist noch nicht so fix, das kommt darauf an, wie es mir diesmal mit der Höhe gehen wird. In den Anden hatte ich damals auf etwa 6000m Seehöhe nämlich eine ordentliche Höhenkrankheit ausgefasst.


So sieht mein Rucksack Inhalt für die nächsten 5,5 Monate aus

Minimalistischer Lebensstil...

Das ist zur Zeit ein Begriff, der in fast aller Munde ist. Die Menschen möchten wieder mehr weg vom Konsumwahn - "weniger ist mehr", also. Bei meiner über 2-jährigen Weltreise lebte ich die ganze Zeit aus dem Rucksack. Und ob man's glaubt oder nicht: Da hatte ich tatsächlich alles dabei, was ich brauchte. Wollte ich mir irgendetwas Neues kaufen, dann musste dafür ein anderes Teil weg, sonst wäre das platzmäßig nicht möglich gewesen.

Kaum begann ich in der Schweiz zu arbeiten, häufte ich mir leider nach und  nach wieder nutzloses Krimskrams an. Da ich jetzt für diese Reise mein kleines Studio wieder räumen musste und nur begrenzten Lagerraum für meine Sachen habe, hieß es ordentlich ausmisten. Es macht mich schon nachdenklich, wie schnell man wieder in so einen Konsumwahn verfällt. Das meiste konnte ich zum Glück verkaufen oder verschenken. Aber mein Vorsatz für die Zukunft ist auf alle Fälle nicht mehr so viel Geld auszugeben, für Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht.


Pack-, Umzieh- und Ausmistchaos *lach*





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Montag, 30. September 2019

Wanderungen im Berner Oberland (Fotos)

Samstag, 15. September 2018

Jungfrau Marathon 2018

By On September 15, 2018


Wahrscheinlich hat sich jeder schon mal darüber Gedanken gemacht, welche zehn oder vielleicht sogar 100 Dinge man im Leben einmal getan haben sollte. Bei mir stand auf dieser Liste auf alle Fälle ganz oben "einmal einen Marathon laufen". Das Laufen gehört ja schon seit Längerem neben dem Bergsteigen zu meinen Lieblingshobbies. Bereits in der Grundschule war ich bei den Laufwettkämpfen immer vorne dabei und hatte auch großen Spaß daran. Vor einigen Jahren war ich dann beim Salzburg Halbmarathon dabei und war sehr überrascht, dass ich ohne viel Training eine gar nicht so schlechte Zeit  lief. Und nun bin ich tatsächlich meinen allerersten richtigen Marathon gelaufen - und das gleich mit 1.800 Höhenmetern: den Jungfrau Marathon in der Schweiz. Ich glaube das Lauffieber hat mich nun richtig gepackt...




Wie es dazu kam...
Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz freiwillig zu diesem Vergnügen kam. Mein ehrenwerter Papi hat mir schlicht und einfach zu meinem 30. Geburtstag einen Startplatz für den Jungfrau Marathon geschenkt *lach*. Aber er kennt mich ja gut genug und wusste, dass für mich so etwas eine absolut willkommene Herausforderung sein wird. Zudem war die Anmeldung zum Marathon bereits im Februar diesen Jahres - ich hatte also noch ausreichend Zeit zum Trainieren.


Mein Papi und ich kurz vor dem Start

Das Training
Ehrgeizig wie ich bin, begann ich auch gleich ordentlich zu trainieren. Das gestaltete sich anfangs nicht ganz komplikationslos. Immerhin ist es gar nicht so gut, gleich von null auf hundert voll durchzustarten. Das wurde mir dann durch ein wochenlang schmerzendes Knie-Seitenband und eine beleidigte Achillessehne ganz deutlich aufgezeigt. Aber ich ließ mich davon nicht lange abhalten. Nach einer fast ein-monatigen Laufpause, in der ich ein ganz tolles Marathon Buch zur Motivation gelesen hatte, startete ich dann langsam wieder mit dem Training und begann nun auch mehr Krafttraining und Stretching einzubauen.

Im Endeffekt war die Trainingszeit geprägt von sehr vielen Auf und Ab´s, aber ich denke das muss auch genau so sein. Im letzten Monat vor dem Marathon bekam ich dann so richtig Stress und begann meinen Laufumfang ordentlich zu steigern und auch auf meine Ernährung mehr zu achten. Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich wollte da auf irgendeine neue Bestzeit hintrainieren. Mein einziges Ziel war es im vorgegeben Zeitrahmen das Ziel zu erreichen. Und das ist bei dieser Strecke und dem doch recht knappen Zeitrahmen schon eine ordentliche Herausforderung, vor allem wenn es sich um den ersten Marathon handelt.

Ich muss noch erwähnen, dass natürlich auch mein Papa beim Marathon angemeldet war. Zudem konnte ich noch meine Freundin Anki und meinen Kumpel Werner überreden mitzumachen. Und die drei waren auch ein riesengroßer Ansporn für mich. Werner hat eine eigene kleine Firma und Anki hat bereits eine Familie, von daher wusste ich, dass es für sie noch um einiges härter sein wird, Zeit zum Trainieren zu finden. Wir motivierten uns aber stets gegenseitig indem wir unsere Laufeinheiten auf Strava oder Runtastic teilten. Immer wenn ich sah, dass einer von ihnen einen langen Lauf hinlegte, motivierte mich das umso mehr, sie gleich wieder zu übertrumpfen *lach*. Und natürlich ermunterten wir uns gegenseitig in unseren Down-Phasen weiter zu machen.


Der Tag X
Nun war es soweit. Der sozusagene Tag X stand vor der Tür. Meine Familie und Freunde aus Österreich reisten am Vortag an. Wir waren alle ordentlich nervös. Die Nacht davor war ich von schrecklichen Kopfschmerzen geplagt. Keine Ahnung woher die plötzlich kamen, so etwas habe ich nämlich normalerweise nie - wahrscheinlich war es tatsächlich bloß die Aufregung. Besonders gut geschlafen habe ich auch nicht. Man muss auch dazu sagen, dass in der Nacht sieben Leute in meiner Ein-Zimmer-Wohnung schliefen.

Nach einem kurzen Frühstück (für mich gab es Kartoffeln mit Salz) begaben wir uns nach Interlaken. Dort war der Start. Unglaublich was da in dem kleinen Örtchen plötzlich los war. Über 4.000 Starter und noch viel mehr Zuschauer. Plötzlich wurde ich richtig nervös. Im Minutentakt musste ich auf die Toilette. Vor den Dixi Klos standen bereits ewig lange Menschenschlangen an. Mit ganz viel Glück konnten wir uns in ein schönes kleines Hotel schwindeln und verbrachten dann die Zeit bis zum Start dort. Immerhin hatten wir es da schön warm und konnten unserem ständigen Harndrang gut nachgehen ;)


Der Lauf
Dann ging es in letzter Minute zur Startaufstellung. Leute, ich sag´s euch, das Feeling war unglaublich. Immerhin drehte sich mein ganzes Jahr 2018 um genau diesen Tag und diesen Marathon, der nun in wenigen Sekunden starten sollte. Genau das wurde mir immer mehr bewusst. Mein Herz raste. Wir umarmten uns alle nochmals ganz fest und wünschten uns viel Glück.

Mein Papa, ich, Anki und Werner in der Startaufstellung


Nun ging es los. Plötzlich begann sich die Masse zu bewegen, und das auch noch ziemlich schnell. Ich bemerkte das anfangs gar nicht. Erst als Anki mir das aktuelle Tempo sagte, wurde mir klar, dass wir einen ordentlichen Speed hinlegten. Ich versuchte nicht zu schnell zu laufen. Aus irgendeinem Grund sind bei mir die ersten 5-10 km sowieso immer eher zäh. Wenn ich dann mal warm bin geht´s  meistens um Einiges besser.

Irgendwann waren Anki und Werner vorne, mein Papi und ich weiter hinten. Das störte mich aber nicht. Nachdem wir das Örtchen Bönigen passierten, musste ich schon wieder pinkeln. Ich machte keine große Sache draus und ging einfach schnell hinter einen Busch.

Ich war immer noch mega aufgeregt. Aber ich merkte, dass ich kontinuierlich Leute überholte. Irgendwann bei Lauterbrunnen, traf ich dann wieder auf Werner. Ich freute mich unglaublich, nach über 20 Kilometern ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ich sprühte nun förmlich vor Energie. Nach einem kurzen Plausch überholte ich ihn. Kurz vor der steilsten Steigung des Laufes, also unter Wengen, traf ich dann auch noch auf Anki. Sie wirkte etwas gequält und klagte über Übelkeit. Wir liefen ein Stück gemeinsam. Ich war immer noch überraschend energiegeladen und überholte auch sie irgendwann.



Dann meldete sich plötzlich mein Knie-Aussenband. Kurzzeitig brach eine Welt für mich zusammen. Ja, ich glaube ich hätte fast zu heulen begonnen. Ich hatte so unendlich viel Energie und war so adrenalingeladen. Aber ich wusste, dass mir dieses blöde Seitenband alles zunichte machen konnte. Bei der nächsten Massage-Station ließ ich mich etwas massieren und bettelte die Physiotherapeutin an, mir ein Schmerzmittel zu geben. Sie weigerte sich. Wenn es weh tue sollte ich doch aufhören, das sei ein Zeichen des Körpers. Na gut, sie hatte nicht ganz unrecht, aber heute an diesem speziellen Tag würde ich niemals einfach so aufhören. Es ging weiter. Ich überholte immer noch fortwährend Leute. Das war teilweise gar nicht so einfach, da der Weg zu schmal war. Mein Außenband tat kontinuierlich weh, aber es wurde zum Glück nicht mehr.



Mein Papa hat mich schon vorgewarnt, dass ab etwa Kilometer 35 der "Mann mit dem Hammer" kommen wird, was heißen sollte, dass es dann richtig zäh wird und man sich  mit Aufgebens-Gedanken herumschlagen muss. Ich wartete auf diesen Mann vergeblich. Die Kilometer zogen nur so vorbei an mir. Ich fühlte mich fast wie Super-Woman. Überall waren Menschen, die anfeuerten. Es war einfach alles perfekt. Als dann der Single Trail begann, war ein Überholen schlichtweg unmöglich. Das nervte mich zwar kurz, aber die atemberaubende Gegend, die Eiger-Nordwand vor der Nase und das absolut perfekte Wetter machten alles wieder gut. Kurz vor Kilometer 41 kam der Mann mit dem Dudelsack. Von einigen Youtube Videos her wusste ich, dass es nach ihm nur noch bergab bis zur Kleinen Scheidegg ging. Außerdem wusste ich in dem Augenblick, dass ich es schaffen werde. Dass ich in einigen Minuten durch das Ziel laufen werde. Das war für mich in dem Moment alles so emotional berührend, dass ich mit den Tränen kämpfte. 

Nun ging es nur noch bergab. Ich war immer noch so energiegeladen, wie niemals zuvor in meinem Leben. Wenige Momente später lief ich nach 5 Stunden und 13 Minuten überglücklich durch das Ziel. Dort erwartete mich bereits meine Mama, mein Bruder und ein Kumpel. Es war bestimmt einer der schönsten und aufregendsten Augenblicke meines ganzen Lebens.

Überglücklich beim Zieleinlauf


Ich bin immer noch total geflasht von diesem Erlebnis! Und ich kann mich ziemlicher Sicherheit sagen, dass das bestimmt nicht mein letzter Marathon war.


Die stolzen Finisher des Jungfrau Marathon 2018: Werner, Anki & ich




Facts

✅ Start: Interlaken
✅ Ziel: Kleine Scheidegg
✅ Länge: 42,195 km
✅ 1.800 Höhenmeter
✅ Zeit: 5 Stunden und 13 Minuten




=> Mehr Fotos zum Jungfrau Marathon 2018 <=



Mittwoch, 25. April 2018

Die schönsten Wanderungen in und rund um Interlaken

By On April 25, 2018

Wie die Zeit vergeht. Nun bin ich doch tatsächlich schon einige Monate in der schönen Schweiz. Ich habe meine freie Zeit neben dem Arbeiten natürlich auch für ausgiebige Erkundungstouren genutzt. Dabei bin ich bereits auf jede Menge wundervoller Fleckchen gestoßen. Der Großteil davon ist zudem für das schlanke Budget gut erschwinglich. Hier meine Top Wanderungen rund um Interlaken und im Berner Oberland:



Beatushöhlen


1. Wanderung von Interlaken zu den Beatushöhlen

Mehr oder weniger zufällig stieß ich vor einigen Wochen auf diese wunderschöne Route bei einer morgendlichen Jogging-Einheit. Mittlerweile bin ich den Weg bereits mehrere Male gejoggt, wie auch gewandert. Man startet in Interlaken und geht dann die Aare entlang in Richtung Thuner See bis zum Naturschutzgebiet Weissenau. Man sollte hier einen kurzen Stopp einlegen, um die Burgruine dort zu erkundschaften. Sie ist zudem die größte und am besten erhaltene Burganlage im Berner Oberland. Weiter führt der Weg dem Seeufer entlang. Wenn die Sommersonne vom Himmel strahlt, dann gibt es hier jede Menge Möglichkeiten, um sich eine kurze Abkühlung im See zu genehmigen. Es geht nun vorbei an hohen Felsklippen. Sie erinnern mich ein bisschen an die kroatische Küste. Zu guter Letzt kommt man dann bei den Beatushöhlen an. Die Kulisse dort ist paradiesisch schön. Wer das nötige Kleingeld dabei hat, kann auch noch die Höhlen selbst begutachten. Hierzu kann ich aber leider keine Infos geben, da ich selbst noch nie drin war. Den Weg zurück nach Interlaken kann man dann mit dem Bus fahren oder wieder zu Fuß zurücklegen.
=> Fotos <=

Gehzeit: ca. 2,5 Stunden (von Interlaken zu den Beatushöhlen)

Weg zu den Beatushöhlen von Interlaken aus
auf dem Weg zu den Beatushöhlen

2. Wanderung auf den Harder Kulm

Den Aussichtspunkt "Harder Kulm" ist recht bekannt, da man ihn von Interlaken aus gut sehen kann. Er befindet sich sozusagen am Hausberg des Ortes. Die Wanderung kann man entweder von Interlaken oder Unterseen starten - es führen also zwei Routen dorthin. Meine Empfehlung wäre es natürlich auf der einen Seite hinaufzuwandern und und auf der anderen wieder hinunter. Für die nicht so Sportlichen unter euch, fährt tatsächlich auch eine Bergbahn auf den Harder. Ich persönlich bevorzuge die Wanderung im Frühjahr, wenn die Bahn noch geschlossen ist, denn dann kann man oben angekommen eine idyllische Ruhe genießen. Aber die Aussicht auf die traumhafte umliegende Bergkulisse und die beiden Seen entschädigt auch für die Horde Asiaten und Araber, die sich dort im Sommer tummeln, um unendlich viele Selfies zu schießen ;)
=> Fotos <=

Gehzeit: ca. 1,5-2 Stunden hinauf und 1,5-2 Stunden hinunter


am Harder Kulm


3. Wanderung auf den Schönbüel

Die traumhaft schöne Panoramawelt "Lungern-Schönbüel" liegt zwar nicht in unmittelbarer Nähe zu Interlaken, aber sie ist trotzdem einen Besuch wert - sowohl im Sommer wie auch im Winter. Von Interlaken ist man in etwa einer Stunde mit dem Zug in Lungern. Der Aussichtspunkt Schönbüel liegt auf 2008 m Seehöhe. Das hört sich nun aber schlimmer an als es ist, denn mit der Turrenbahn kann man von Lungern aus bereits bis auf 1.532 m fahren. Von dort ist es dann nur noch eine kurze Wanderung auf den Schönbüel. Für die Aktiveren gibt es aber noch unendlich viele Wandermöglichkeiten von der Bergstation der Turrenbahn aus. 
=> Fotos <=

Gehzeit: ca. 1,5 Stunden von der Turrenbahn Bergstation auf den Schönbüel

Lungern - Schönbüel

4. Wanderung von Interlaken nach Brienz

Die Wanderung startet man direkt in Interlaken - am besten am Bahnhof Interlaken Ost. Von dort aus geht man dann die Aare entlang bis zum Brienzer See. Für diese Route nehmen wir den Weg am rechten Seeufer (von uns aus gesehen), der über Iseltwald geht. Die Wanderung geht nun bis nach Brienz fast ausschließlich am direkten Seeufer entlang. Und sie ist einfach traumhaft schön - nicht zu unrecht auch bekannt als einer der schönsten Uferwege in der Schweiz. Es geht vorbei an felsigen Klippen, idyllischen kleinen Dörfern und imposanten Wasserfällen. Von Brienz aus, kann man dann mit dem Zug wieder zurück nach Interlaken fahren. 

Gehzeit: ca. 5 Stunden

von Interlaken nach Brienz über Iseltwald

5. Wanderung: Lauterbrunnen - Stechelberg - Gimmelwald - Mürren - Lauterbrunnen

Eine traumhaft schöne 1-Tages-Wanderung. Man nimmt den Zug von Interlaken nach Lauterbrunnen. Dort angekommen wandert man unter imposanten Felswänden in Richtung der schneebedeckten Berge. Besonders im Frühjahr donnern hier eindrückliche Wassermassen zu Tale. Grund dafür ist die Schneeschmelze. Am Ende des Tales in Stechelberg angekommen nimmt man die Bergbahn nach Gimmelwald (Kosten: 6,40 CHF Normalpreis; 3,20 CHF Halbtax). Die Fahrt mit der Gondel ist ein weiteres Highlight, denn es geht richtig steil, entlang der Felswände, nach oben. Von Gimmelwald ist es eine sehr idyllische Wanderung - mit dem absolut grandiosesten Ausblick auf die umliegenden 4.000er - nach Mürren. Mürren ist ein niedliches kleines Bergdorf, in dem es aber auch unzählige Hotels gibt -> kein Wunder bei der unvergleichlich schönen Aussicht. Von Mürren aus kann man dann wieder nach Lauterbrunnen hinabwandern, was etwa 2 Stunden dauert, oder die Bahn nehmen.

Gehzeit: ca. 1,5 Stunden von Lauterbrunnen nach Stechelberg; ca. 1 Stunde von Gimmelwald nach Mürren; ca. 2 Stunden von Mürren nach Lauterbrunnen

in Mürren / Schweiz
in Mürren



Montag, 8. Januar 2018

Wanderung auf den Schönbüel (Lungern)

By On Januar 08, 2018

Die traumhaft schöne Panoramawelt "Lungern - Schönbüel" liegt etwa auf halber Strecke zwischen Interlaken und Luzern. Die Wanderung auf den Schönbüel ist sowohl im Winter wie auch im Sommer ein außergewöhnlich schönes Erlebnis. Im Winter stellt die Gegend dort einen Geheimtipp für Tourenschi-Geher und Schneeschuhläufer dar, während es im Sommer unzählige Möglichkeiten für Wandertouren gibt. 

Zudem ist das Gebiet von Juni bis September für seine Vielfalt an Schmetterlingen bekannt - über 100 verschiedene Arten können dann bewundert werden. Es gibt sogar einen eigenen Schmetterlingspfad. Der Aussichtspunkt Schönbüel liegt auf ganzen 2008 m Seehöhe. Durch die Turrenbahn ist er aber auch für die nicht so Sportlichen unter den Wanderern und mit Kindern gut erreichbar.




Von Interlaken nach Lungern

Ein Bekannter aus Luzern fragte mich vor wenigen Tagen, ob ich Lust hätte mit ihm ein bisschen wandern zu gehen. Was für eine Frage - natürlich! Er schlug vor, mir den wunderschönen Schönbüel zu zeigen, da dieser so ziemlich genau auf halber Strecke zwischen seinem und meinem Zuhause liegt. Ich setzte mich heute morgen also in den Zug und machte mich von Interlaken West auf nach Lungern. Die Fahrt mit dem Zug dauerte eine Stunde und elf Minuten, was ich völlig okay finde. Und man muss noch anmerken, dass die Strecke wirklich wunderschön ist.

Mit der Turrenbahn ab in die Höhe

Angekommen in Lungern am Bahnhof traf ich mich mit meinem Bekannten. Von hier aus bis zur Turrenbahn sind es etwa 20 Gehminuten durch den idyllischen Ort. Angekommen an der Talstation der Bahn hatten wir ein Riesenglück, denn die Gondel fuhr auch schon sogleich los. Es waren eigentlich nur Einheimische mit uns in der Kabine. Die Aussicht auf Lungern und den Lungernersee war von hier aus richtig beeindruckend. Draußen wehte ein starker Wind, was uns eine recht aufregende und schaukelige Fahrt bescherte. Im Tal hatte es keinen Schnee, als wir aber an der Bergstation auf 1.532 m ausstiegen, hatte es dann aber reichlich davon. Viele waren mit den Schneeschuhen, Tourenschi oder gar mit dem Schlitten dort. Ich war bloß mit meinen Schneestiefeln da, aber das machte nichts, denn die Wege sind gut ausgetreten - also kein Tiefschnee.

Wanderung von der Bergstation der Turrenbahn zum Schönbüel

Wir starteten unsere Wanderung ganz gemütlich und genossen die imposante Bergkulisse, die uns umgab. Mitunter hatten wir auch einen guten Ausblick auf die bekannte Jungfrau, den Eiger und den Mönch ⟶ die wohl bekanntesten Berge hier in der Gegend. Unter uns erstreckte sich ein dichtes Wolkenmeer.



Der erste Teil des Weges verläuft nur mit geringer Steigung, am Ende wird es dann ein bisschen steiler. Vorbei an der fast komplett eingeschneiten "Alp" (= Almhütten auf schwitzerdüütsch) Breitenfeld, ging es das letzte Stück hoch zum Berghuis Schönbüel, das auf 2008 m über dem Meeresspiegel liegt. Wir kamen dort nach einer etwa eineinhalb-stündigen Wanderung in gemütlichem Tempo an.

Breitenfeld Alp
die ganz schön eingeschneite Alp Breitenfeld


Berghuis Schönbüel

In dem Restaurant dort gibt es lokale Köstlichkeiten und Fremdenzimmer. Wir gönnten uns eine leckere Würstelsuppe. Die Schweizer Preise schocken mich nach wie vor etwas -  ganze 17 CHF hat das Süppchen gekostet. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Von der Panoramaterrasse aus, konnten wir das Haslital, den Niesen und die Berner- und Innerschweizeralpen erblicken.

Von hier aus könnte man übrigens noch endlos viele Wanderungen unternehmen, wie beispielsweise auf das Brienzer Rothorn. Aber aufgrund der Schneelage und unserer fehlenden Ausrüstung ging es für uns nicht mehr weiter. Ich habe mir jedoch bereits fest vorgenommen im Sommer nochmals hierher zu kommen und ein paar Wanderrouten zu erkundschaften.

Wieder runter zur Bergstation der Bahn ging es recht schnell, da wir über die steilen Hänge mit viel Getöse - wie kleine Kinder - im Schnee runterrutschten. Das war ein Riesenspaß. Wir nahmen dann auch noch einen kleinen Berggipfel mit, der nicht allzu schwer vom Weg aus zu erreichen war. Hier wimmelt es nämlich nur so vor kleinen Hügeln, auf denen meist hölzerne Gipfelkreuze angebracht sind.





Fazit:

Eine traumhafte Wanderung, auch für die nicht so sportlichen und zudem perfekt für Familien. Sowohl im Sommer als auch im Winter möglich. Diejenigen, die gerne längere Touren gehen, haben vom Schönbüel aus noch zahlreiche Möglichkeiten für anspruchsvollere Wanderungen. Ich werde auf alle Fälle im Sommer zurückkommen. 


Zusammenfassung der Tour:

  • Ausgangspunkt: Bahnhof Lungern
  • Gehzeit: etwa 1,5 Stunden von der Bergstation Turren auf den Schönbüel. Alles in allem muss man etwa 4 Stunden für die Tour vom Bahnhof Lungern bis man wieder dort zurück ist (inkl. Pausen und Gondelfahrt) rechnen. 
  • Schwierigkeit: leicht
  • Ausrüstung: festes Schuhwerk (im Winter besser Winterstiefel oder Schneeschuhe), Sonnenschutz, ausreichend Flüssigkeit, etwas zu Essen oder das nötige Kleingeld für eine Jause im Berghuis Schönbüel

Turrenbahn:

Erreichbarkeit: in etwa 20 Gehminuten vom Bahnhof Lungern
Dauer: ca. 5 Minuten
Preis: 33 CHF für Hin- und Rückfahrt, 22 CHF für eine Fahrt; mit Halbtax-Abo: 16,50 für Hin- und Rückfahrt, 11 CHF für nur eine Fahrt (Stand 01/2018)
Für weitere Infos: => Webseite der Turrenbahn <=





Sonntag, 7. Januar 2018

Wanderung auf den Harder Kulm und den Wannichnubel

By On Januar 07, 2018

Mein neues Zuhause Interlaken ist - wie viele vielleicht wissen - touristisch recht überlaufen. Jeder der schon einmal hier war, weiß auch warum. Es ist ein kleines Örtchen, das zwischen zwei unglaublich schönen Seen liegt und von einer traumhaften Bergkulisse umgeben ist. Eines der bekanntesten Ausflugsziele ist unter anderem der "Harder Kulm". Dieser Aussichtspunkt liegt auf 1.322 m Seehöhe. Man wird dort mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, zudem gibt es ein Panorama-Restaurant, das aussieht wie ein Schloss. 

am Harder Kulm

Nun wohne ich schon fast eine ganze Woche in meiner neuen Heimat in der Schweiz. Die meisten Formalitäten habe ich zum Glück schon hinter mich gebracht. Das war teilweise ganz schön nervenaufreibend. Zudem kamen gravierende Verständigungsschwierigkeiten hinzu. Nie hätte ich mir zuvor gedacht, dass schwitzerdüütsch sich so grundlegend von der normalen deutschen Sprache unterscheidet. Aber es geht von Tag zu Tag besser.

Heute Morgen war der erste Tag, der wirklich mit strahlendem Sonnenschein begann. Das wollte ich natürlich ausnutzen. Da ich aufgrund des regnerischen Wetters (ja richtig gehört, hier regnet es tatsächlich im Winter - damit hätte ich nicht gerechnet, da ich aus meiner Heimat Österreich massenhaft Schnee gewohnt bin) noch nicht viel zum Erkundschaften der Gegend gekommen bin, beschloss ich mit etwas Bekannterem zu starten: Dem Harder Kulm. Mir graute es zwar schon ein wenig vor den Menschenmassen, die sich dort wohl aufhalten würden, aber einmal gesehen haben muss man ihn ja doch.


Wanderung auf den Harder Kulm (1.322 m)

Ich schwang mich auf mein neu gekauftes Damenfahrrad und radelte damit zum Bahnhof Interlaken Ost. Hier stellte ich meinen Drahtesel ab und spazierte Richtung Harderbahn (ca. 5 Minuten Fußweg), denn von dort aus starten auch die Wanderwege. Dabei muss man einfach den Fluss (die Aare) bei der nächsten Brücke überqueren und schon ist man da. Bei der Bahn angekommen, konnte ich mein Glück kaum fassen: Es war ein Schild angebracht, dass die Harderbahn im Winter geschlossen sei. Was für eine Freude! Ihr wisst ja wie wenig mir Touristenmassen liegen. Vielleicht konnte ich die Aussicht dort nun doch ohne Menschengedränge genießen.

Die Gehzeit war mit 2 Std. 20 Min. angeschrieben. Ich machte mich ganz gemächlich auf den Weg - immerhin hatte ich alle Zeit der Welt. Zuerst ging es an einem kleinen Wildpark vorbei, dort konnte ich sogar ein paar Steinböcke im Gehege erspähen. Weiter ging es den anfangs noch komplett schneefreien aber sehr idyllischen Wanderweg. Es wirkte tatsächlich wie im Frühling hier. Der Weg ist gut ausgebaut, derzeit hat er sich jedoch an einigen Stellen in einen Fluss verwandelt.



Erst das letzte Viertel des Weges war dann schneebedeckt. Da ich nur meine Trekkingschuhe anhatte war ich froh über die Fußspuren im Schnee - es muss also heute schon jemand vor mir hier hinaufgewandert sein. Insgesamt kamen mir auch zwei Wanderer entgegen - beide waren Einheimische. Ich bin wirklich immer wieder überrascht über die freundlichen und redseligen Schweizer. Ganz selbstverständlich blieben sie kurz stehen um mit mir ein wenig zu plaudern. Vor ein paar Tagen verwickelte mich sogar die Supermarktverkäuferin in ein 15-minütiges Gespräch. Die Vorurteile, die ich vor meinem Umzug in die Schweiz zu hören bekam, dass die Schweizer sehr "reserviert" seien, haben sich bis jetzt noch nicht annähernd bewahrheitet.

mit der Zeit wurde der Weg immer schneebedeckter


Nach etwa 1 Std. 40 Min. kam ich beim Harder Kulm an. Bis auf ein Pärchen, das gerade ihr Picknick in Sonne genoss, war keine Menschenseele hier. Ich spazierte auf die Aussichtsterrasse zu und genoss einen atemberaubenden Ausblick auf die Bergwelt. Man sieht von hier aus die drei höchsten Berge der Umgebung sehr gut: Jungfrau (4.158m), Mönch (4.099m) und Eiger (3.970m). Außerdem kann man Interlaken und den Brienzer- und Thunersee aus der Vogelperspektive betrachten.

endlich konnte ich den Harder Kulm erspähen

Blick vom Harder Kulm auf den Thunersee und Interlaken


Weiter auf den Wannichnubel (1.585 m)

Eigentlich hatte ich nicht geplant noch weiter zu wandern, aber auf der Suche nach einem sonnigen Plätzchen für eine Pause, stieß ich auf ein paar Wegbeschilderungen. Ich folgte dem kleinen Wanderweg am Hardergrat entlang. Der Schnee wurde immer tiefer, und meine Schuhe waren schön langsam schneegefüllt. Es war auch hier wieder eine Spur zu sehen, aber das half auch nicht viel. Auf meiner Landkarte konnte ich sehen, dass der Wannichnubel nicht mehr weit entfernt liegt. Da wollte ich nun unbedingt hin. Mit der Zeit versank ich sogar bis über die Knie im Schnee. Es ging also nur sehr langsam voran.



Nach etwa 45 Minuten kam ich dann tatsächlich am absolut paradiesischem Gipfel des Wannichnubel an. Das Panorama hier würde ich als nochmals um einiges gewaltiger bezeichnen als das vom Harder Kulm aus.

Ausblick vom Wannichnubel auf den Brienzersee


Zu meinem Erstaunen, sonnte sich dort bereits ein Mann mittleren Alters auf der kleinen Holzbank. Nach einem kurzen Smalltalk fanden wir heraus, dass wir beide aus Österreich sind. Was für ein Zufall! Er war sichtlich verwundert mich hier anzutreffen - vor allem mit meinem Schuhwerk. Der Mann heißt übrigens Bert und wohnt schon seit vielen Jahren hier in der Gegend. Bert erzählte mir, dass hier im Winter normalerweise gar niemand außer ihm selbst hochkommt. Tja, da erkennt man die Österreich wieder mal *lach*. Wir plauderten noch ein Weilchen. Als Bert sich verabschiedete sonnte ich mich noch ein halbes Stündchen an diesem idyllischen Fleckchen weitab jeglichen Trubels.

Zurück ging es dann nicht mehr über den Harder Kulm, da schon vorher eine kleine Abzweigung in Richtung Interlaken Ost war. Den Abstieg bewältigte ich recht schnell, habe dabei aber nicht mehr auf die Uhr geschaut.

Fazit:

Die Wanderung auf den Harder Kulm kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Im Winter, wenn nicht allzu viel Schnee liegt ist es wahrscheinlich  noch schöner, da man die Ruhe ohne Touristenansammlungen genießen kann. Nichtsdestotrotz ist es bestimmt auch im Sommer schön hier. Wer noch genug Energie hat, sollte unbedingt auch den Wannichnubel mitnehmen.

Zusammenfassung der Tour:

  • Ausgangspunkt: Bahnhof Interlaken Ost
  • Gehzeit: ca. 1,5 - 2 Std. zum Harder Kulm; von da aus noch ca. 30 Min. zum Wannichnubel (im Winter bei viel Schnee verlängert sich die Gehzeit dementsprechend)
  • Schwierigkeit: leicht
  • Ausrüstung: festes Schuhwerk (im Winter besser Winterstiefel oder Schneeschuhe), Sonnenschutz, ausreichend Flüssigkeit, etwas zu Essen

Harderbahn:

Für die Bequemerem fährt eine Standseilbahn auf den Harder Kulm.
Dauer: ca. 10 Minuten
Preis: 32 CHF für Hin- und Rückfahrt (Stand 01/2018)
Betrieb: von April bis November
Frequenz: fährt ungefähr alle 30 Minuten
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