Enter your keyword

Posts mit dem Label 15 Kolumbien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 15 Kolumbien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. Februar 2017

Kein Grenzbergang mehr an einem Wahlwochenende

By On Februar 18, 2017

Immer wieder was zum Schmunzeln

Eigentlich wollte ich mich heute ja so früh als möglich zu Grenze "Rumichaca" nach Ecuador aufmachen. Doch erstmals schliefen Jorge und seine Mama recht lange und ich wollte mich gerne persönlich von ihnen verabschieden. Als sie dann wach waren, wollten sie noch unbedingt mit mir frühstücken - das Ganze zog sich ordentlich in die Länge, hier in Latinamerika dauert das Zubereiten eines Spiegelei's und eines Kaffees schon mal eine Stunde. Amanda schüttete mir dann noch ihr Herz aus, dass sie über Facebook einen (lt Foto schon relativ betagten) Mann aus den USA kennengelernt hätte und ihr dieser nun als Valentinsgeschenk über eine Million Dollar schicken möchte. Sie hätte ihn aber noch nie gesehen. Außerdem bräuchte er dazu sämtliche Bankdaten usw von ihr. Die Frage an mich war nun, was ich davon halten würde. Die Gute schien sich wirklich schon auszumalen was man mit so viel Geld alles machen könnte. Ich versuchte sie sachte auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Das Gespräch nahm eine drastische Wendung. Amanda erklärte mir plötzlich wie sympathisch ich wäre und wie gern sie mich hätte. Außerdem würde ich perfekt zu ihrem Sohn passen. Und wieso ich eigentlich nich verheiratet wäre. Ich machte ihr klar, dass ich einen unheimlichen Stress hätte und dass wir uns bestimmt bald wieder sehen werden. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit solchen Gesprächen auseinandersetzen muss, trotzdem musste ich wieder ordentlich schmunzeln. Vor allem als sie mir die Vorzüge der Latino-Männer schmackhaft machen wollte.

Menschenmassen an der Grenze Rumichaca

Nach einer herzhaften Verabschiedung von Amanda, brachte mich Jorge zum Bus, der in Richtung Grenze fährt (1.600 COP).
Als ich die Grenze um kurz nach 10 Uhr erreichte, traf mich fast der Schlag. Tausende Menschen und Autos - generell ein wildes Durcheinander. Ich Blödmann, warum muss ich auch die Grenze genau an dem Wochenende an dem die Wahlen in Ecuador sind, überqueren. Morgen soll sogar die Grenze gesperrt werden. Na kein Wunder, dass es hier so zugeht. Zuerst einmal stand unser Bus eine halbe Stunde im Stau an der Grenze. Der überaus unfreundliche Fahrer erlaubte es auch keinem schon vorher auszusteigen. Endlich angekommen, holte ich mir meinen Ausreisestempel an der kolumbianischen Seite, das ging eigentlich ganz flott. Als ich mich durch hunderte aufdringliche Geldwechsler, Essensverkäufer und Taxifahrer zur ecuadorianischen Seite durchgekämpft hatte, traf mich ein weiteres Mal der Schlag. Eine etwa 500 m lange Schlange stand vor der Migracion Office an. Und das in der brütenden Hitze. Mir blieb nichts anderes übrig als mich hinten anzustellen. Nach einer Stunde des Wartens und bereits einem leichten Sonnenstich-Gefühl kam ich ungefähr 20 m weiter.   Erstmals war ich der Verzweiflung nahe, doch diese wandelte sich mit der Zeit  in Humor um. Alles Aufregen hilft hier einfach nichts. Gute vier Stunden später hatte ich es dann endlich geschafft und stand leicht aufgeregt vor dem Grenzbeamten. Immerhin rechnete ich mit einigen Fragen, warum ich denn nach nur einem Tag in Kolumbien wieder in Ecuador einreisen möchte. Ich setzte mein freundlichstes Lächeln auf, welches der Beamte nett erwiderte. Nun konnte ich nur hoffen, dass er nochmal einen 90-Tage Stempel in meinen Pass macht. Und siehe da, alles klappte problemlos.

Zurück in Richtung Quito

Nun mit dem Sammeltaxi nach Tulca (75 Cents) und dort einen Bus in Richtung Quito finden. Das Ganze gestaltete sich erstaunlich einfach. Doch wieder einmal zu früh gefreut. Bereits nach 15 Fahrminuten wurden wir von der Polizei gestoppt. Eine geschlagene Stunde standen wir an Ort und Stelle. Unser Gepäck wurde durchsucht und Ausweise kontrolliert. Gegen sieben Uhr abends kam ich dann endlich auf Belens Farm an und wurde sogleich überaus herzlich empfangen. Mittlerweile tummeln sich schon mehr Menschen hier, einige Freunde von ihnen und zwei andere Reisende sind nämlich auch gerade hier. Wir verbrachten noch einen tollen und vor allem lustigen Abend.



Freitag, 17. Februar 2017

Ein Tag in Ipiales - Las Lajas und Meerschweinchen Dinner

By On Februar 17, 2017
Da Jorge am Morgen Tanzstunden geben musste, nutzte ich diese Zeit um wieder einmal ordentlich auszuschlafen. Um 9 Uhr kam Amanda angetanzt und meinte ich solle doch frühstücken kommen - Spiegelei, Brötchen und eine Tasse schwarzer Kaffee - gut gezuckert natürlich ;)

Kartoffelsuppe mit Banane

Mittags wurde ich von der Oma zu einer Kartoffelsuppe eingeladen, die hier zu meinem Erstaunen mit Banane gegessen wird. Jedoch nicht mit Kochbanane, sondern mit der süßen, die auch wir in Österreich kennen - war anfangs etwas ungewohnt, schmeckte aber nicht so schlecht.

Wiedersehen macht Freude

Danach meldete sich doch glatt Yaroslav. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass ich diesen jungen Mann aus Russland damals als ich mit Pablo am Amazonas war, kennengelernt hatte. Wir trafen uns auf ein Mittagessen. Yaroslav arbeitet nämlich in Pasto (einer Stadt etwa zwei Fahrtstunden von Ipiales entfernt) als Englischlehrer. Tja, ich kann es nicht oft genug betonen wie klein die Welt der Reisenden ist. Es war auf alle Fälle ein sehr schönes und auch lustiges Wiedersehen.

Was mir sonst noch auffällt, seit ich wieder hier in Kolumbien bin, ist dass Ecuador wirklich sehr teuer ist und wie billig doch hier alles ist.


Sanutario de las Lajas 

Später ging es gemeinsam mit Jorge auf zum "Sanutario de las Lajas", einer sehr impressionanten Kirche, nur 15 Fahrminuten von Ipiales entfernt. Jorge hatte mir nicht zu viel versprochen - die Kirche ist inmitten die Felsen einer riesigen Schlucht gebaut. Seit dem 18. Jahrhundert ist sie ein beliebtes Ausflugsziel.

Michi-um-die-Welt Las-Lajas Ipiales Weltreise worldtrip wanderlust
Sanutario de las Lajas

Michi-um-die-Welt Las-Lajas Ipiales Weltreise worldtrip wanderlust

Michi-um-die-Welt Las-Lajas Ipiales Weltreise worldtrip wanderlust


Michi-um-die-Welt Las-Lajas Ipiales Weltreise worldtrip wanderlust

Michi-um-die-Welt Las-Lajas Ipiales Weltreise worldtrip wanderlust



Meerschweinchen zum Abendessen

Zur Krönung des heutigen Tages gönnten wir uns Cuy (= Meerschweinchen) zum Abendessen. Immerhin ist das Gebiet Nariño für diese Delikatesse bekannt. Zu meinem Erstaunen gibt es hier in Ipiales ein ganzes Stadtviertel in dem überall Meerschweinchen verkauft wird. Der Preis liegt zumeist bei etwas über 10 Euro (~ 35.000 COP) pro Stück, inklusive Beilagen - das Ganze reicht für zwei Personen. War ganz lecker, obwohl das Tierchen zu 90% bloß aus Haut besteht - diese ist dafür superknusprig und lecker.

Michi um die Welt, Einmal um die Welt, Weltreise, Backpacking Südamerika, Meerschweinchen essen, Reiseblogger, Einmal um die Welt

Michi um die Welt, Einmal um die Welt, Weltreise, Backpacking Südamerika, Meerschweinchen essen, Reiseblogger, Einmal um die Welt

Michi um die Welt, Einmal um die Welt, Weltreise, Backpacking Südamerika, Meerschweinchen essen, Reiseblogger, Einmal um die Welt

Michi um die Welt, Einmal um die Welt, Weltreise, Backpacking Südamerika, Meerschweinchen essen, Reiseblogger, Einmal um die Welt




Donnerstag, 16. Februar 2017

Kurzausflug nach Kolumbien

By On Februar 16, 2017

Von Quito zur kolumbianischen Grenze "Rumichaca"

Heute Mirgen verabschiedete ich mich dann von Belen, ihren zwei Freunden und der Farm für einige Tage. Es ging für mich zur kolumbianischen Grenze. Mit einem Direktbus fuhr ich von Quito nach Tulcán (ca 5 Std, 5,50 USD). In Tulcán traf ich ein liebes Pärchen aus Finnland, welche schon seit Jahren ihr Leben dem Reisen gewidmet hatten. Wir fuhren gemeinsam mut einem Taxi (10 Minuten, 3,50 USD für uns alle gemeinsam) zur Grenze.

Die Grenze Rumichaca

Auf der Grenze traf uns fast der Schlag - hunderte Menschen standen in einer Schlange vor dem Grenzposten. Es folgten etwa  drei Stunden, die wir mit Warten verbrachten. Vor allem der ecuadorianische Grenzposten war sehr nervenaufreibend, obwohl ich dort eigentlich nur den Ausreisestempel brauchte.

Weiter nach Ipiales zu Jorge

Als endlich alle Formalitäten erledigt waren, ging es weiter mit einem Taxi nach Ipiales. Dort hat man zwei Möglichkriten: ein Gemeinschaftstaxi (1.700 COP) oder ein privates Taxi (8.000 COP). Wir entschieden uns für ein privates Taxi, da wir damit pro Kopf fast dasselbe zahlten. In Ipiales am Busbahnhof verabschiedete ich mich von den zwei lieben Finnen - für sie ging es weiter nach Cali. Ich machte mich auf in Richtung Park, wo ich mich dann mit Jorge, meinem neuen Gastgeber, traf. Dieser wohnt mit seiner Mama in einem Häuschen im Zentrum von Ipiales. Jorge ist übrigens Tänzer und seine Mama Amanda Sängerin. Amanda hatte gerade eine kleine Fete steigen und im Wohnzimmer befanden sich etwa 15 Menschen, die mich alle neugierig musterten. Touristen, vor allem blinde, sind hier in Ipiales eher selten. Ich wurde sofort auf ein paar Stamperl "Aguardiente" (dieser ekelhafte kolumbianische Schnaps) eingeladen und neugierig ausgefragt. Dann wurde ich noch verköstigt mit Backhühnchen und Pommes. Unheimlich herzliche und liebe Menschen. Für mich ging es dann aber früh ins Bett, da die vorige Nacht mit nicht besonders viel Schlaf ausgefüllt war, aufgrund eines Schreiorchesters des Esels auf der Farm.

Michi um die Welt, Reiseblog, Weltreise, worldtrip, Reiseblogger, Einmal um die Welt

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Welcome to Peru

By On Dezember 08, 2016

Letzte Stunden in Kolumbien

Der Tag in dieser Familie beginnt früh. Mit der Morgendämmerung und dem Kikeriki der Hähne wird aufgestanden. Um sechs Uhr morgens herrschte schon Hochbetrieb. Die Mädels konnten gar nicht genug bekommen von uns. Zum Fressen süß die Kleinen. Pablo und ich beschlossen ins Zentrum von Leticia zu spazieren und trafen dabei Jeroslav nochmals. Die Hitze war heute wieder extrem drückend. Wir beschlossen also ein naheliegendes Hostel aufzusuchen um etwas im Pool zu relaxen. 


Auf nach Peru

Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns herzlich von der Wagners Familie. Auf ein zweites mal machten wir uns auf nach Santa Rosa. Dort mussten wir erstmals das Migrationsbüro aufsuchen, um den Einreisestempel nach Peru zu bekommen. Dann ging es mit einer Mischung aus Tuk-Tuk und Mopedtaxi weiter zur Fähre. Unser Fahrer fuhr als wäre er geisteskrank. Mehrmals blieben wir im Schlamm stecken oder schienen fast umzukippen. Wir dachten eigentlich zeitig bei der Fähre zu sein, doch dort befanden sich schon Massen an Menschen. Pablo fiel erstmals die Kinnlade runter. So hätte er sich das nicht vorgestellt. Sah eher aus wie irgendein Asylantentransport, meinte er. Eine Hängematte hing nach der anderen. Wir hatten schon die Befürchtung keinen Aufhängeplatz für unsere mehr zu finden. Doch wir fanden dann doch noch ein Plätzchen. Es war ein ordentlicher Zugang. Kinder rannten herum, Menschen unterhielten sich laustark und andere schnarchten bereits in ihren Hängematten. Ich liebte es! So etwas habe ich noch nie zuvor gemacht. Drei Tage werden wir mit dieser Fähre nun über den Amazonas schippern. Und das Ganze für 60.000 COP, was gerade einmal 18 Euro sind. Zusätzlich bekommen wir sogar ein im Preis inkludiertes Frühstück und Mittags- und Abendessen. Es ist zwar wenig und einfach, aber das macht ja nichts. Bin schon gespannt ob ich mich nun endlich ans Schlafen in Hängematten gewöhne.

So sah es auf der Fähre aus - eine Hängematte nach der anderen

Mittwoch, 7. Dezember 2016

ROUTE KOLUMBIEN

By On Dezember 07, 2016


Kolumbien: 26.09. - 07.12.2016 + 16.02. - 18.02.2017

MEXIKO - Bogotà - Armenia - Salento - Medellin - Taganga - Santa Marta - Tayrona Nationalpark - Minca - Palomino - Riohacha - Cabo de la Vela - Valledupar - Ocaña - Bucaramanga - La Mesa de los Santos - Villa de Leyva - Bogotà - Salento - Guatapè - Taganga - Santa Marta - Bogotà - Leticia - PERU

Unverhofft kommt oft - Fähre verpasst

By On Dezember 07, 2016

Der Tag danach

Ich war froh als die Morgendämmerung eintrat. Zwei Frauen kamen bereits um 6 Uhr morgens, um dem Schamanen das Frühstück zuzubereiten. Plötzlich stand Williams vor mir und fragte mich ob es mir besser ginge. Naja, bis auf das, dass ich unartig müde war, ging es mir zugegebenermaßen blendend. Wahrscheinlich hatte ich gestern wirklich alle negativen Dinge wortwörtlich rausgekotzt. Pablo dagegen ging es dreckig. Ihm war schwindelig und übel. Fazit: Ich bereue es keinesfalls, mich auf dieses unvergessliche Ayahuasca-Abenteuer eingelassen zu haben, aber ein zweites Mal würde ich es eher nicht mehr machen.

Zurück bei Thomas in Leticia

Pablo und ich machten uns wieder auf zurück nach Leticia. Der Weg fiel uns beiden sehr schwer. Bei Thomas zu Hause angekommen, legten wir uns erstmals hin. Am Abend wollten wir nach Santa Rosa, einer kleinen Insel auf der peruanischen Seite des Anazonas, nur wenige Minuten von Iquitos entfernt. Von dort aus sollte nämlich eine Fähre nach Iquitos fahren. Drei Tage sollten wor unterwegs sein.

Unverhofft kommt oft

Wir verabschiedeten uns um kurz vor 18 Uhr von Jeroslav und Thomas und machten uns auf zu den kleinen Holzbooten am Ufer von Leticia. Von dort aus fahren ununterbrochen kleine Boote für 3.000 COP nach Santa Rosa. Auf der Insel angekommen fragten wir unseren Bootsfahrer, er heißt übrigens Wagner, wo die Fähre nach Iquitos sei. Er erklärte uns, dass heute der einzige Tag der Woche sei, an dem diese schon mittags abgefahren sei. Oh nein! Wir begannen zu diskutieren was wir nun machen sollten. Es war immerhin schon dunkel. Plötzlich meinte Wagner, dass wir gerne mit zu ihm nach Hause kommen könnten und bei ihm und seiner Familie schlafen dürften. Wir wären herzlich eingeladen. Wow, so viel Gastfreundschaft machte uns erstmals sprachlos. Natürlich willigten wir ein. Wagner meinte, wir könnten nun gleich zu ihm fahren, er würde nun Feierabend machen. Sein kleines Holzhaus auf Stelzen steht gleich am Flussufer. Wir staunten nicht schlecht, als uns zehn zuckersüße Kinder bei ihm zu Hause begrüßten. Es scheinen viele Leute hier zu wohnen. Die Bedingungen sind simpel. Kein Strom - bloß ein Genertor, den sie manchmal anmachen - und kein fließend Wasser. Zum Baden oder Abwaschen holen sie Wasser vom Fluss. Auch Toilette gibt es keine, es wird einfach in den Wald hinter dem Haus gegangen. Na hoffentlich lauert mir da nachts keine Anakonda auf. Die Mädels liefen mir wie Schoßhündchen nach, sie wollten meine Haare und meine Haut anfassen. Die Familie teilte großzügig ihr Abendessen mit uns - ein Stück trockenes Weißbrot und ein Glas warme Milch. Die Frauen scheinen hier sehr jung Mütter zu werden und viele Kinder zu haben. Die Nacht verbrachten wir in unseren neuen Hängematten in ihrem Haus. Ich bin wieder einmal zutiefst gerührt von der unendlichen Gastfreundschaft dieser, unter in einfachsten Bedingungen lebenden Menschen.

Bei Wagners Familie :)









Samstag, 3. Dezember 2016

Amazonas-Tour Tag 4 - Zurück nach Leticia

By On Dezember 03, 2016

Zurück in die Zivilisation 

Um 4:30 Uhr riss uns der Wecker heute aus dem Schlaf. Um fünf Uhr sei Abfahrt mit dem Boot, zurück nach Leticia. Zu unserer Verwunderung waren alle püktlich, sogar unser Guide und der Bootsfahrer, die beide ordentlich verkatert aussahen. Unser Fahrer schlief sogar teilweise unterm Steuern einfach ein. Was mussten wir lachen.

Vier Stunden verbrachten wir auf unserem Holzboot, bis wir wieder in Leticia ankamen. Die letzten Tage hatten uns als Gruppe ordentlich zusammengeschweißt. Schade, dass alles ein Ende hat, aber es war auf alle Fälle ein unvergessliches Abenteuer.

Den Nachmittag verbrachten Pablo und ich gemeinsam mit Jeroslav im Pool eines naheliegenden Hostels.

Für morgen sind wir uns noch unschlüssig ob es weiter nach Peru gehen sollten, oder ob wir noch einen Schamanen aufsuchen sollten um die "Ayahuasca" Pflanze auszuprobieren. Aus dieser Pflanze stellen die Amazonas Indianer einen Sud her, den sie für ihre Rituale verwenden. Er wirkt einerseits reinigend für den Körper, das heißt man bekommt eventuell Durchfall und muss erbrechen, andererseits wirkt er halluzinugen und versetzt sie in Trance. Hört sich auf alle Fälle spannend an, wenn auch auf der anderen Seite leicht beängstigend. Wir werden sehen.

Freitag, 2. Dezember 2016

Amazonas-Tour Tag 3 - Piranhas fischen, Affen und eine Anakonda

By On Dezember 02, 2016

Piranhas fischen

Piranhas fischen war der Plan für den heutigen Vormittag. Jeder mit einer einfachen selbst gebastelten Angel standen wir also am Boot und versuchten unser Glück mit kleinen rohen Hühnchenfleischstückchen. Jeroslav hatte als erster Glück. Er stellte sich beim Einziehen der Rute jedoch so ungeschickt an, dass der Piranha erstmals über Doros Rücken runterrurschte. Diese brach sogleich in hysterisches Geschrei aus. Der Guide nahm das Tier von dem Angelhaken und hielt es in Händen. Jeroslav hielt spaßeshalber seinen Finger nahe an den Mund des Piranhas. So schnell konnten wir gar nicht schauen hing das Biest dran. Doro brach wieder in hysterisches Geschrei aus, Jeroslav dagegen beachte vor lauter Schock bloß ein "Fuuuck" heraus. Nach wenigen Sekunden ließ der Piranha wieder los und fiel zu Boden. Jeroslav blutete ordentlich. Der Fisch hat ihm doch glatt ein kleines Stückchen raus gebissen. Nun hatten wir also unsere erste Piranha Attacke auch schon hinter uns. Leider hatten wir beim Fischen wenig Glück, wir ergatterten bloß einige kleine Sadinen und noch weitere drei Piranhas, die aber alle viel zu klein zum Essen waren.

Wir entschlossen aufgrund der Hitze nochmals schwimmen zu gehen. Diesmal an einen schönen weißen Sandstrand am Amazonas - unglaublich, dass es so etwas gibt. Innerhalb weniger Minuten artete unser Schwimmen in eine ordentliche Schlammschlacht aus, in die wir letztendlich auch unseren Guide integrierten. Das war ein Spaß.

Affenfarm

Das Highlight des Tages war eine Farm, auf der jede Menge gerettete Tiere leben - Affen, Anakondas, Papageien, Schildkröten usw
Bereits als wir die Farm betraten, stürmten Affen unterschiedlicher Rassen auf uns zu. Erstmals reagierten wir fast etwas überfordert, denn die Tiere sprangen uns einfach an, hüpften uns am Kopf herum und einer klaute sogar meinen Ohrring. Als der Besitzer gemütlich daher schlenderte, meinte er wir bräuchten keine Angst zu haben, die Affen wären ganz harmlos. Einer von ihnen war besonders übermütig, er nahm mich bei der Hand und führte mich herum. Plötzlich nahm er umherstehende Wasserkübel und begann sie wie wild herum zu schleudern. Dieses Affentheater erinnerte uns an einen Kindergarten. Irgend einen Blödsinn führten sie immer im Schilde. Danach zeigte uns der Besitzer noch seine 4 Meter lange Anakonda. Wir durften sie sogar auf die Schultern nehmen, was bei einem Gewicht von 30 kg nicht so einfach war. Die Farm war einfach so faszinierend, vor allem die sieben Affen, die dort einfach so mit der Familie mitleben, dass wir sie am liebsten gar nicht mehr verlassen wollten.

Caipirinha 

Nach dem Abendessen bereiteten wir mit dem Guide zusammen Caipirinha zu. Tagsüber hatten wir kleine runde und vor allem saure Früchte gesammelt, die mit einem Alkohol vermischt werden und das wars dann auch schon. Abartig stark war das Zeugs jedenfalls. Jeroslav hatte natürlich jede Menge Trinkspiele auf Lager.

unser erster selbstgefischter Piranha








"Kamu Kamu" - diese Frucht sammelten wir zum Herstellen des Caipirinhas

Schwimmen zum Sonnenuntergang im Amazonas 



Donnerstag, 1. Dezember 2016

Amazonas-Tour Tag 2 - Flussdelfine und Kaimane

By On Dezember 01, 2016


Die Nacht verlief im Dschungel des Amazonas verlief regenreich.  Leider wurde das angenehme Regenprasseln vom Schnarchen unseres Guides um ein Viefaches übertönt. Ich konnte also in der Hängematte wieder einmal nicht besonders gut schlafen. Wie froh war ich doch, als es endlich "Tagwache!!" hieß. Zum Frühstück gab es Rührei - oh welch Wunder - und schwarzen Kaffee.

Moskitoreiche Dschungelwanderung

Es folgte eine ca 4-stündige Wanderung durch den Dschungel. Die hohe Luftfeuchtigkeit brachte uns ordentlich ins Schwitzen, was zur Folge hatte, dass wir alle 30 Minuten den Mückenspray erneuern mussten, da uns die Biester sonst aufgefressen hätten. Ich glaube, die größte Peinigung, die ich mir vorstellen könnte, wäre ein Tag im Dschungel ohne Mückenschutz. Danach ging es eine halbe Stunde mit dem Holzboot den Fluss "Yavari" entlang, bis wir das Camp erreichten, in dem wir die Nacht verbringen werden. Es liegt an einem See namens "Zacambu".


Flussdelfine und Badespaß im Amazonas

Nach dem Mittagessen machten wir uns mit unserem Boot auf um Flussdelfine zu finden. Wir mussten nicht lange suchen, schon konnten wir einige dieser Tierchen entdecken. Leider suchten sie nach kurzer Zeit bereits das Weite. Foto ist sich keines mehr ausgegangen. Unser Guide fragte, ob wir noch ein bisschen im Amazonas schwimmen wollen. Wir hatten leichte Bedenken, denn das Flusswasser ist ziemlich dreckig, so dass man genau gar nichts sieht was sich unter einem so tummelt. Der Guide versicherte uns aber, dass wir nichts zu befürchten hätten. Die Kaimane und Krokodile würden sich mehr in Ufernähe aufhalten, Anakondas auch und die Piranhas seien viel tiefer, solange wir als keine blutende Wunde hätten, ließen uns diese auch in Ruhe. Das klang ja sehr beruhigend. Natürlich wollte keiner das Weichei sein und einer nach dem anderen stürzten wir uns ins Ungewisse. Wow, mitten im Amazonas zu schwimmen, das ist schon ein krasses Gefühl. Als mich irgendetwas am Rücken und an den Beinen zu zwicken begann verließ ich aber in Windgeschwindigkeit das Wasser und alle anderen mit mir. Der Guide lachte bloß und meinte, wenn es ein Piranha gewesen wäre, hätte ich ärgere Wunden.

Wir sind übrigens gerade in Peru und nicht mehr in Kolumbien. Man kann aber die Grenzen hier mit dem Boot ohne die üblichen Grenzformalitäten überqueren. Mittlerweile befinden wir uns sogar an der Grenze Peru - Brasilien. Kurzzeitig überquerten wir sogar die Grenze, ich kann also behaupten, dass ich mittlerweile sogar in Peru und Brasilien war.

Kaimane fangen

Als wir zu Abend gegeseen hatten, folgte bereits das nächste Abenteuer. Wir versuchten Kaimane zu finden. In der Dunkelheit machten wir uns mit dem Boot auf. Unser Guide war mit einer Taschenlampe bewaffnet. Nur so kann man diese Tier nämlich finden - ihre Auven leuchten dann nämlich ziemlich krass, wenn man mit der Taschenlampe hineinleuchtet. Wir konnten einen kleinen Kaiman am Ufer entdecken. Wir näherten uns langsam mit dem Boot. So schnell konnte ich gar nicht schauen, lehnte sich der Guide aus dem Boot und schnappte sich das Tier. Mit einer Hand fixierte er den Kopf und mit der anderen den Körper. Der Kaiman war ungefähr einen Meter lang. Jeder der wollte, dürfte ihn auch einmal hochheben. Ihr könnt es euch wahrscheinlich denken, dass ich da natürlich nicht nein sagten. Niemals im Leben hätte ich mir gedacht, dass ich ein Amazonas Krokodil in Händen halten werde. Wie krass ist das denn? Der Arme tat mir aber doch ein bisschen Leid, aber er hielt ganz brav ruhig und machte keine Faxen. Danach entließen wir ihn wieder in die Freiheit. Wir konnten noch zwei fangen, ließen aber auch diese sogleich wieder frei.

Die Nacht verbrachte ich aufgrund der Hitze stark schwitzend inmitten eines unglaublich schönen Grillen- und Froschkonzerts im tiefsten Dschungel des Amazonas - What a wonderful life!

In unserer Unterkunft im indigenen Dorf




Kautschuck
traumhafter Sonnenuntergang am Amazonas 











Amazonas-Tour Tag 1 - Taranteln, Faultiere und Co.

By On Dezember 01, 2016

Stressiger Start in den Tag

Angefangen hat dieser Tag heute mit einer ordentlichen Prise Stress. Um 7 Uhr morgens riss Pablo mich und Jeroslav, einen Russen, der mit uns die Amazonas-Tour macht, aus dem Schlaf. Der Guide würde wohl schon vor der Tür stehen und sei recht angepisst, warum wir noch nicht fertig sind. Was? Ausgemacht war 8:20 Uhr. Anscheinend hätte er gestern Abend extra noch unseren Gastgeber Thomas angerufen, um ihm zu sagen, dass wir um 7 bereit stehen sollten. Thomas hat es aber wohl versäumt uns dies mitzuteilen. Na dann hald schnell Zähne putzen und einen kleinen Rucksack packen. 


Los gehts in den Dschungel des Amazonas

Mit uns auf der Tour sind noch zwei Deutsche: Doro und Jonas und eben der Russe Jeroslav. Wir sind also fünf Leute plus Guide.

Zuerst ging es ca 1,5 Stunden mit einem hölzernen Motorboot den Amazonas entlang. Es folgte eine gut halbstündige Dschungelwanderung, wobei wir am Ende in einem traditionellen Dorf ankamen. Dort werden wir die heutige Nacht in einer Holzhütte auf Stelzen mit der Familie, die dort wohnt, verbringen.

Nach einen Hühnchen, Reis und Nudel-Mittagessen machte der 18-jährige Junge der Familie namens Ivan eine kleine Dschungelwanderung mit uns. Mit einer Manschette bewaffnet und Gummistiefeln ging es los. Die Geräuschkulisse hier im dichten Dschungel des Amazonas begeisterte mich besonders. Wir entdeckte bunte Papageien, Affen und Faultiere. Ivan ließ es sich nicht nehmen, uns so ein Faultier vom Baum zu holen. Er kletterte gekonnt auf einen schwindelerregend hohen Baum und versuchte das Tier irgendwie zu erwischen. Doch dieses kletterte einem immer dünner werdenden Ast entlang, um ihn zu entfliehen. Ivan brach kurzerhand den Ast ab und das Tier flog mit großem Krach zu Boden. Ach du liebe Güte, hoffentlich ist ihm nichts passiert. Wir stürzten auf das Faultier zu. Es schien unversehrt zu sein. Pablo hob es als erster hoch. Diese Tierchen sind wirklich zuckersüß, vor allem das niedliche Gesicht und ihre langsamen Bewegungen. Nach der Reihe hoben wir es alle einmal hoch, obwohl man gut aufpassen musste, denn mit seinen Hand- und Fußkrallen konnte es ordentlich zwicken. Ich glaube es war ziemlich froh, als wir es wieder in die Freiheit enließen.

Als wir zurück zu unserem Holzhaus kamen richteten wir erstmals unser Nachtlager, welches aus Hängematten mit Moskitonetzen darüber besteht, während uns die Mama von Ivan bekochte.

Aufregende Nachtwanderung

Als es dunkel wurde, stand eine Nachtwanderung mit Ivan an. Es war einfach unglaublich zu sehen, was sich hier nachts für Tiere tummeln. Im Hintergrund eine richtig krasse Geräuschkulisse - Grillen, Frösche, usw. Alle paar Meter entdeckten wir etwas Neues. Riesige Taranteln waren an den Bausmstämmen zu erspähen. Ivan fing eine solche ein und ließ sie uns über die Arme krabbeln. Wow, niemals zuvor hätte ich mir vorstellen können, eine wilde Tarantel in den Händen zu halten. Kurz darauf fing Ivan eine noch größere ein. Wir sahen außerdem einen schwarzen Skorpion, eine riesige Ratte am Baum sitzen und einige riesige, bunte Geckos. Also so ein Nachtspaziergang ist wirklich um ein Vielfaches beeindruckender als wie wenn man tagsüber durch den Dschungel wandert.

Na dann, ab in die Hängematte!!

Buenas noches :)

auf unserem kleinen Holzboot







der lustige Kerl hatte ein dauerndes Grinsen aufgesetzt ;)

Ich glaube seine Freude war groß, als wir ihn wieder in die Freiheit entließen

Riesen Gecko

Tarantel

Überall Taranteln an den Bäumen