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Mittwoch, 26. Februar 2020

Rishikesh - Die Hauptstadt des Yoga

By On Februar 26, 2020

Vor vier Tagen bin ich in Rishikesh, einer Stadt im Norden Indiens, angekommen. Sie liegt am Fuße des Himalaya und ist eine bekannte Pilgerstadt. Durch Rishikesh fließt der Ganges, der nicht nur durch mythologische Bedeutsamkeit als heiliger Fluss, sondern auch durch klares Wasser und landschaftliche Schönheit besticht. Der Ganges verlässt hier den Himalaya und fließt dann weiter durch die Ebenen Nordindiens bis zum Golf von Bengalen. In Rishikesh gibt es eine Vielzahl an Tempeln, Ashrams und Yoga-Zentren, die teilweise auf eine lange Tradition zurückblicken. Rishikesh hat daher den Ruf, die „Yoga-Hauptstadt“ der Welt zu sein. Hindus glauben, dass eine Meditation in Rishikesh, ebenso wie ein Bad im heiligen Fluss Ganges, näher zur Erlösung führt. Es ist also ein sehr spiritueller Ort. Während der 1960er Jahre besuchten sogar die Beatles und mehrere andere Musiker den Ort, um zu meditieren.

Rishikesh - Die Hauptstadt des Yoga

Laxman Jhula Brücke 

Yoga interessiert mich schon sehr lange, aber seit meinem 4-tägigen Yoga Retreat in Nepal bin ich wirklich begeistert davon. Dort hatten wir unter anderem einem Yoga Lehrer aus Rishikesh und er war einfach fantastisch. Schon zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass ich unbedingt einmal in diese Stadt möchte. Und nun bin ich endlich hier.

Ganges - der heiligste Fluss der Inder. Hier in Rishikesh ist er noch sauber. Im späteren Verlauf wird er aber stark verunreinigt durch Abwässer, Asche von Leichenverbrennungen, Müll usw. Das hindert die Inder aber nicht daran, dort ihr heiliges Bad zu nehmen, bzw das Wasser sogar zu trinken. 

Am Sonntag startete ich mein 10-tägiges Yoga-Ayurveda Retreat im "Maa Yoga Ashram". 

Der Tagesablauf im Yoga Ashram. Der Tag beginnt bereits früh. 

Die täglichen Ayurveda Behandlungen sind eine absolute Wohltat. Auch die Ayurveda Ärzte im Ashram wirken äußerst kompetent und bemüht um jeden einzelnen. Im Moment sind wir nur drei Gäste, was das ganze umso persönlicher macht.

Ebenso die Yoga Lehrer sind spitze. Vor allem Sanjay, der die Nachmittags-Yogastunde leitet ist ein Traum. Er bringt einen wahrhaftig in Körperpositionen in denen man sich noch nie zuvor im Leben befunden hat, geschweige denn dass man geglaubt hätte dazu überhaupt im Stande zu sein.

Mit mir ist noch ein junger Italiener namens Claudio und die 69-jährige Russin Irina hier. Vor Irina habe ich wirklich Hochachtung - unglaublich wie fit und beweglich diese Frau noch ist für ihr Alter. Sie erzählte mir, dass sie sich auch Zuhause mit Yoga fit hält.

Graffiti in Rishikesh 

Die Nachmittagspausen nutze ich für ausgedehnte Spaziergänge in der schönen Gegend. Manchmal kommen auch Irina und Claudio mit. 


Montag, 27. Januar 2020

Munnar - Tee so weit das Auge reicht

By On Januar 27, 2020

Chaos am Busbahnhof von Alappuzha 

Vorgestern Vormittag ging es dann also endlich weiter - raus aus diesem Moskitonest. Ich packte meine sieben Sachen und machte mich auf zum Busbahnhof von Alappuzha. Um 10:30 Uhr sollte ein Direktbus nach Munnar abfahren. Es war ein wildes Chaos dort. Einen Fahrplan konnte ich nirgendwo finden, also fragte ich mich durch die Menge, wo und wann denn genau der Bus abfahren würde. Je mehr Leute ich befragte, desto mehr verschiedene Antworten bekam ich. Aber ich habe da schon meine Taktik: Ich befrage einfach so viele Menschen bis eine der Antworten eindeutig überwiegt und auf diese verlasse ich mich dann. Gegen elf Uhr saß ich endlich im richtigen Bus. Er war recht rustikal, ohne Fensterscheiben und ohne Türen. Das war aber wiederum ganz angenehm, da so der Fahrtwind ordentlich durch den ganzen Bus ziehen konnte, was bei der Hitze unendlich gut tat. Die Fahrt nach Munnar kostete 171 INR und dauerte etwa 5,5 Stunden. 

Munnar - ein idyllischer Ort inmitten von Teeplantagen

Ich war nun wirklich froh, der Hitze entflohen zu sein. In Munnar herrscht ein recht angenehmes Klima. Tagsüber hat es so um die 26 Grad und nachts frische 13 Grad - herrlich! Der Ort liegt auf 1500 m Seehöhe und ist bekannt für seine Teeplantagen. Ja, hier wächst tatsächlich Tee so weit das Auge reicht. Munnar ist zudem umgeben von saftig grünen Hügeln, Flüssen, Wasserfällen und vielen kleinen Bergdörfern - ein richtig idyllisches Fleckchen hier. Der Ort selber ist zwar nicht so schön, aber es gibt Unmengen an Unterkünften in den umliegenden Dörfern. Ich habe mich dazu entschlossen mir ein günstiges Hotel im Vorort Old Munnar zu nehmen, da ich kein eigenes Gefährt habe und somit recht zentral liege. 

Wandern in Munnar ohne Guide

Als ich in der Touristeninformation nach einer Wanderkarte fragte, erhielt ich zur Antwort, dass dies ohne geführte Tour nicht möglich sei - warum auch immer. Ich hatte keine Lust lange zu diskutieren und bedankte mich freundlich für die Info. Dann startete ich gestern Vormittag auf eigene Faust meine erste Wanderung. Es war alles völlig problemlos. Es gibt hier Wanderwege ohne Ende. Sie sind zwar nicht als solche ausgeschildert, aber mit einer guten Online-Landkarte ist das überhaupt kein Problem. Da die Teeplantagen in privatem Besitz sind, sollte man diese ohne Genehmigung jedoch nicht durchqueren - aber gut, solange sich niemand beschwert ist es bestimmt kein Problem. In meinem Fall begegnete ich bloß sehr freundlichen Einheimischen, die mich freundlich anlächelten und sofern sie ein paar Brocken Englisch konnten sofort Smalltalk mit mir begannen. 

Saftig grüne Teeplantagen soweit das Auge reicht in Munnar

& noch mehr Tee

Kinder in einem Bergdorf

Da ich es sehr genieße endlich wieder etwas aktiver sein zu können, startete ich nach dem gestrigen Wandertag heute gleich noch einen. Ich  fand diesmal einen recht schmalen Pfad, dem ich stundenlang folgte. Und das hat sich eindeutig ausgezahlt. Die Gegend war atemberaubend schön und die abgelegenen Bergdörfer einfach malerisch. Zudem faszinierte mich die farbenprächtige Vogelwelt. Leider bekam ich keinen vor die Linse, da ich bloß mit dem Handy, das keine gute Zoom-Funktion hat, fotografiere. Die Einheimischen schienen sich recht zu wundern, dass sich ein Tourist hierher verirrt. Sie waren mir aber alle äußerst freundlich gesinnt und winkten mir zu oder begannen mit mir zu sprechen - meist jedoch in ihrer Landessprache Malayalam. Interessanterweise fragten mich fast alle Männer, die ein paar Brocken Englisch konnten, immer gleich als erste oder zweite Frage ob ich Single wäre *lach*. Natürlich gab ich vor verheiratet zu sein. 


ein Tempel in einem Bergdorf


Fast wie zu Hause *lach*

"Autsch" - diese Klett-Stacheln haben sich in meiner Hose verfangen. War gar nicht so leicht das Zeugs wieder raus zu bekommen!

An diesem traumhaften Plätzchen legte ich eine kleine Mittagspause ein. 

Morgen geht es wieder in wärmere Gefielde. Ich habe einen Couchsurfing Gastgeber in der Nähe des Vogelschutzgebietes Thattekad - nicht unweit der Stadt Kothamangalam - gefunden. Er wohnt dort mitten in der Wildnis, was sich ganz spannend anhört. Die Busfahrt dahin sollte zum Glück nur 2-3 Stunden dauern. 

Namaste :)




=> Hier findest du mehr Fotos zu Munnar <=







Montag, 13. Januar 2020

ROUTE NEPAL

By On Januar 13, 2020




Reisezeitraum:
04.11.2019 - 13.01.2020

Route:
TSCHECHIEN - Kathmandu - 3-Passes + Everest Base Camp Trekking - Kathmandu - Pokhara - Australian Camp - Dhampus - Pokhara - Kathmandu - Vipassana Center Kathmandu - Kathmandu - Pokhara - Mardi Himal Trek - Chitwan Nationalpark - Kathmandu - INDIEN




Letzte Tage in Nepal

By On Januar 13, 2020

Am Freitag ging es wieder zurück in das laute und hektische Kathmandu. Wir kauften noch ein paar Souvenirs ein, immerhin ging es für Andralynne am Samstag Abend schon wieder zurück in die Schweiz.

Am Abreisetag gönnen wir uns am Vormittag eine absolut geniale Spa-Behandlung. Bevor es  zum Flughafen ging, besuchten wir den Pashupatinath Tempel, den ich vor kurzem bereits mit Santosh besucht habe. Diesmal aber ganz nach Vorschrift mit Eintrittsticket. Wir verließen den Tempel mit gemischten Gefühlen. Der Geruch der verbrannten Leichen, der ganze Müll und Dreck und generell die ganze Stimmung dort waren etwas schräg. Vom Pashupatinath Tempel aus gingen wir die etwa 30 Minuten zu Fuß zum Flughafen.



Der Abschied von Andralynne fiel mir ehrlich gesagt schon ein wenig schwer. Wir hatten zwei wunderschöne und abenteuerliche Wochen, mit unvergesslichen Abenteuern.

Heute traf ich mich mit einer Einheimischen, die ich beim Vipassana kennen gelernt haben. Wir verbrachten einen tollen Nachmittag mit super Gesprächen.


Morgen geht es nun für mich tatsächlich weiter nach Indien. Meine Gefühle sind etwas gemischt. Immerhin hört man über das Land nicht nur Positves. Aber ich möchte mir völlig unvoreingenommen selbst ein Bild davon machen. Vor meiner Afrika-Reise musste ich mir ja auch unendlich viele Horrorgeschichten anhören und im Endeffekt liebte ich die Länder dort.
Ich werde also morgen Nachmittag in Neu-Delhi ankommen und dort eine knappe Woche verbringen. Von Neu-Delhi geht es dann nach Kochi im Süden Indiens. Bin schon sehr gespannt. Nepal werde ich auf alle Fälle sehr vermissen!














Freitag, 10. Januar 2020

Fahrradtour zum "Lake Twentythousand"

By On Januar 10, 2020


Die bessere Überschrift wäre wohl: "Was für ein absolut verückter Tag".

Lake Twentythousand 

Gemütlicher Vormittag 

Nachdem wir heute endlich einmal ausschlafen konnten, genossen wir ein spätes, aber unglaublich leckeres Frühstück, das uns Dharmik, der Besitzer unserer Unterkunft, zubereitete. Wir saßen am Vormittag noch gemütlich mit ihm zusammen. Er und Andralynne spielten auf der Ukulele.

Frühstück 

Am Nachmittag beschlossen Andralynne und ich uns ein Fahrrad auszuleihen und zum Lake Twentythousand zu radeln. Das ist ein Naturschutzgebiet, in dem es viele kleinere Seen gibt. Zudem ist es ein Paradies für Vogelliebhaber. 

Gleich ums Eck konnten wir einen Fahrradverleih finden. Für 200 NPR pro Person mieteten wir jeweils ein Bike. Das von Andralynne war ein Mountainbike und meins ein Citybike mit Körbchen vorne dran. Bereits nach wenigen Metern musste ich feststellen, dass die Bremsen nicht funktionierten. Na dann hoffe ich mal ganz stark, dass wir nicht allzu viel bergab fahren müssen. Auch das Gefährt von Andralynne war schon etwas baufällig. Zudem fühlte es sich an als hätte sie den zweiundzwanzigsten Gang drin. Leider gab es aber keine Gangschaltung. 

Nashorn mitten im Dorf 

Keine 10 Minten weitergefahren, sahen wir ein paar Leute am Straßenrand versammelt. Schon bald wurde uns klar warum. Nur wenige Meter entfernt graste ein Nashorn in der Wiese. Unglaublich!! Wir stoppten und lehnten unsere Fahrräder an einen Baum. Langsam wagten wir uns immer näher an das Tier heran. Als sich das riesen Vieh dann aber plötzlich in Bewegung setzte, rannten wir alle panisch hinter den nächsten Baum. Anscheinend sind Nashörner ja gar nicht so ungefährlich. Das Tier bewegte sich nun auf den Viehstall eines kleinen Häuschens zu. Die Besitzer waren sichtlich beunruhigt. Nun begann es auch noch mit seinem Horn gegen den Stall zu stoßen. Ein Mann versuchte es mit Steinen zu vertreiben. Doch das ließ das Nashorn ziemlich kalt. Nach einer Weile beschloss es der Straße entlang weiterzuspazieren. Das verursachte natürlich ein ziemliches Verkehrschaos. Auch wir wollten eigentlich weiter, aber es war uns etwas zu unsicher an dem Tier einfach vorbeizuradeln. Als es dann aber am Wegrand zu grasen begann, nahmen wir all unseren Mut zusammen und überholten es so schnell wie möglich. Was für ein Adrenalinkick!




Actionreiche Fahrradtour

Wenige Minuten später gab es bereits die nächste Unterbrechung. Meine Fahrradkette ist herausgesprungen. In guter Teamarbeit konnten wir das Ganze aber recht schnell reparieren. Leider sprang das blöde Ding von nun an zirka alle zehn Minuten heraus. Aber gut, es gibt Schlimmeres. 

Unser Weg führte nun auf eine zweispurige Autobahn. Das war eindeutig schlimmer. Mitten in dem wilden Verkehrschaos mit unseren klapprigen Fahrrädern standen wir Todesängste durch. Was waren wir froh, als wir endlich abzweigen konnten. Es ging eine unasphaltierte Straße weiter - gar nicht so einfach mit meinem Citybike. 

Irgendwann erreichten wir den Eingang des Naturschutzgebiets, in dem sich der Lake Twentythousand befindet. Hier mussten wir nochmals 200 NPR pro Person Eintrittsgebühr bezahlen. Da wir es etwas waghalsig empfanden, in einem Gebiet, in dem gefährliche Tiere wie Tiger und Nashörner leben, einfach mit dem Fahrrad herumzufahren, fragten wir sicherheitshalber bei den Parkwächtern nach, ob es denn hier Wildtiere gäbe. Diese verneinten unsere Frage. Wie wir aber später erfahren mussten gibt es hier sehr wohl eine ganze Menge an Nashörnern, Tigern, Krokodilen, usw. 

Wie schon erwähnt sprang meine Fahrradkette in regelmäßigen Abständen heraus. Mittlerweile waren wir schon recht geübt, das Ding wieder rein zu bringen. Diesmal schien die Kette aber irgendwo zu klemmen. Wie gerufen kam genau in dem Moment ein Jeep an. Der Fahrer zögerte nicht lange und sprang aus dem Fahrzeug. Er holte noch das notwendige Werkzeug und schwuppsdiwupp hatte er es schon repariert. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben was für ein Glück ich beim Reisen immer wieder habe. Wie durch ein Wunder hielt die Kette nun bis ans Ende unserer Tour. 

Der Lake Twentythousand war atemberaubend schön. Zudem sahen wir wunderschöne Vögel in allen Farben und Größen. Es schienen auch tatsächlich ein paar Nashörner unterwegs zu sein. Wir fanden nämlich mehrere frische Haufen. Unsere Guides gestern hatten uns ja genauestens erklärt wie die unterschiedlichen Ausscheidungen der einzelnen Tiere aussehen.


Am Rückweg sahen wir jede Menge Rehe, Affen, Vögel und zwei wunderschöne Pfaue. Außerdem glaube ich einen Bären knurren gehört zu haben.



Abenteuerliche Abkürzung durch den Fluss

Da es schon Abend wurde, bekamen wir etwas Stress noch vor Einbruch der Dunkelheit zurückzukommen. Wir beschlossen also eine Abkürzung zu nehmen. So konnten wir uns auch die Autobahn sparen. Der Weg war ziemlich unheimlich. Es war auch keine Menschenseele außer uns hier unterwegs. Überall im Gebüsch raschelte es. Plötzlich sprangen Rehe aus dem Gebüsch und überquerten vor uns die Straße. Hoffentlich ist kein Tiger hinter ihnen her! Wir begannen fester in die Pedale zu treten. Irgendwann endete die Straße, oder besser gesagt führte sie in einen Fluss. Was nun? Andralynne schlug vor einfach umzudrehen. Immerhin waren in diesem Fluss bestimmt Krokodile. Zudem wussten wir nicht einmal wie tief er war. Ich versuchte sie zu überreden, dass es doch einen Versuch wert sei, den Fluss zu durchqueren. Immerhin würde es bestimmt dunkel werden, bis wir den ganzen Weg wieder retour gefahren waren. Auf der anderen Uferseite standen nun ein paar einheimische Männer. Sie deuteten uns einen Weg durch den Fluss. Wir beschlossen es zu wagen und zogen also unsere Schuhe aus, welche wir dann unter den Gepäckträger klemmten. Mutig wagte sich Andralynne zuerst durch das trübe Gewässer. Das Wasser ging uns zum Glück bloß bis zu den Oberschenkeln. Die hilfsbereiten Einheimischen versicherten uns noch, dass hier keine Krokodile seien. Sie konnten sich aber ein Schmunzeln über unsere verrückte Aktion nicht ganz verkneifen.



Wir beschlossen nun barfuß weiterzuradeln. Da wir zudem jede Menge Seegras und Algen zwischen den Fahrradspeichen hatten, amüsierten sich die Einheimischen, an denen wir vorbeifuhren, herrlich. Auch wir konnten uns vor Lachen über diesen verrückten Tag nicht mehr halten. 

Betrunkener Guide

Zuguterletzt brüllte uns ein älterer Herr aus einem Dorf irgendwas mit "Guide!!" nach. Ich antwortete bloß "No, thanks." Er ließ sich aber nicht verunsichern und schrie uns weiterhin unverständliche Worte zu. Als ich mich dann aber umdrehte bemerkte ich, dass dies doch unser Guide vom Chitwan Nationalpark gestern war. Er rannte uns nach und umarmte uns überschwänglich. Der Kerl war völlig betrunken. Er schien sich aber unendlich zu freuen uns wiederzusehen. Wir plauderten noch ein bisschen mit ihm und erreichten dann ziemlich genau zur Abenddämmerung Sauraha. Wir waren ziemlich geschafft, immerhin legten wir heute mit unseren Klappereseln knappe 30 Kilometer zurück 

Was für ein unvergesslicher Tag. Er wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben. 

Donnerstag, 9. Januar 2020

Walking Safari im Chitwan Nationalpark

By On Januar 09, 2020

Der Chitwan Nationalpark wird durch den Fluss Rapti vom Örtchen Sauraha getrennt. Er wurde 1973 gegründet und nimmt eine Fläche von 932 km² ein. Es gibt hier so einiges an Wildtieren zu sehen, wie beispielsweise den Bengalischen Tiger, Leoparden, weitere Arten von Wildkatzen, Lippenbären, Panzernashörner, Elefanten, Krokodile, Affen, Hyänen, viele verschiedene Vogelarten, Wildschweine, Rehe, Antilopen, Stachelschweine und noch viele, viele weitere.

Wir entschieden uns - auf Anraten des Besitzers unserer Unterkunft - den Nationalpark zu Fuß zu erkunden. Es ist auch möglich eine Jeep-Safari zu machen, doch die Motorengeräusche verschrecken die Wildtiere. Andralynne war anfangs äußerst skeptisch, inmitten all der Wildtiere einfach so herumzuspazieren. Das hörte sich tatsächlich etwas lebensmüde an, aber Angriffe von Wildtieren auf Menschen im Park sind dermaßen selten, dass man wohl eher beim Einsteigen in ein öffentliches Verkehrsmittel ums Leben kommt. Zudem werden wir zwei Guides dabei haben, die eine umfangreiche Ausbildung und Erfahrung haben. Wie wir später feststellen mussten, waren diese aber nicht wirklich bewaffnet, sondern hatten bloß einen Holzstock dabei. 

Der heutige Tag startete mit dichtem Nebel. Wir genossen noch ein leckeres Frühstück in unserer Unterkunft und starteten dann gemeinsam mit einem Pärchen aus Holland und zwei Guides die Safari-Tour.


Zuerst ging es mit einem ziemlich wackeligem Holzkanu etwa zwei Stunden flussabwärts. Am Flussufer konnten wir einige Krokodile von teilweise beträchtlicher Größe entdecken. Ich hoffte nur, dass wir nicht kentern, denn unser recht schmales Kanu, schwankte bereits bei minimalen Bewegungen ordentlich. Durch den Nebel wirkte die ganze Umgebung richtig mystisch.

Ein Krokodil nur wenige Meter von uns entfernt am Flussufer





Pfaue

Bevor wir die Wandersafari starteten, erklärten uns die Guides noch wie wir uns bei Wildtieren verhalten sollten. Bei einem Nashorn oder Elefant müssten wir beispielsweise im Zickzack davonrennen oder falls möglich auf einen Baum klettern. Zudem sei es wichtig immer möglichst nah aneinander in der Gruppe zu bleiben und den Anweisungen der Guides zu befolgen. Bei einem Tiger sollten wir nur noch um unser Leben rennen und unser letztes Gebet sprechen.

Wir begannen also die Wanderung. Es dauerte nicht lange, da hörten wir plötzlich in unmittelbarer Nähe ein lautstarkes Brüllen aus dem dichten und hohen Gras. Die Guides brüllten: "Nashorn!! Rennt!!!" Ich fühlte mich wie in einem Action-Film. Wir rannten hinter unseren Guides her. Nach etwa 50 Metern blieben diese stehen. Wir drehten uns um und ein Nashorn donnerte aus dem dichten Gebüsch hervor. Es blieb kurz am Weg stehen und verschwand dann wieder im hohen Gras. Wow, was für ein Adrenalinkick. Wir konnten es kaum fassen, was gerade geschehen ist.

Das Nashorn war nur wenige Meter von uns entfernt im dichten Gras. Leider war ich mit dem Foto etwas spät dran, da wir laut unseren Guides erstmals um unser Leben rennen mussten, als wir das Tier in unmittelbarer Nähe brüllen hörten. 

Im weiteren Verlauf der Wanderung sahen wir jede Menge Affen und verschiedene Vogelarten. Zudem sahen wir viele unterschiedliche Ausscheidungen von Wildtieren, welche uns die Guides erklärten, wie z.B. von Nashörnern, Rehen, usw. Als wir dann sogar noch recht frische Tiger Fußabdrücke sahen, begann unser Herz wieder schneller zu schlagen.

Tigerspuren, die wohl erst wenige Stunden alt sind. 


Im weiteren Verlauf passierte nicht viel Aufregendes, außer dass es ordentlich zu schütten begann. Zum Glück haben wir uns in Pokhara ordentliche Regenmäntel gekauft. Wir sahen dann am Flussufer noch eine Herde wunderschöner Hirsche.

Suchbild



Als wir schon ziemlich am Ende der Tour ankamen, hörten wir auf einmal direkt neben uns aus dem Busch ein lautstark vibrierendes Brüllen. Die Guides reagierten sofort und schrien: "Bär! Bär! Rennt!!!!". Der Adrenalinspiegel stieg wieder ordentlich an. Wir rannten einige Meter, dann blieben wir stehen und schauten gespannt ins Gebüsch. Es handelte sich wohl um einen Lippenbär, der laut Aussage unserer Guides zu den gefährlichsten Bärenarten zählt. Leider konnten wir ihn nicht sehen. Das war nun noch ein krönenden Abschluss unserer Tour.

Wir zahlten insgesamt etwa 5.500 NPR für die heutige Safari, welche die Kanutour, die Wandersafari, die Guides, ein Mittagessen und den Parkeintritt inkludierte. Die Tour dauerte von 8 Uhr morgens  bis 17 Uhr nachmittags.













Mittwoch, 8. Januar 2020

Weiter geht es nach Sauraha / Chitwan Nationalpark

By On Januar 08, 2020

Heute Morgen ging es für Andralynne und mich weiter in Richtung Chitwan Nationalpark. Wir buchten das Busticket in unserem Hotel in Pokhara (Hotel Fewa Dream) für 900 NPR pro Person. Wie wir später feststellen mussten, war das nicht die günstigste Variante. Hätten wir das Ticket am Busbahnhof gekauft, dann hätten wir es wohl um 600 NPR bekommen. Wir starteten also um 6:30 Uhr von unserer Unterkunft. Die arme Andralynne hat einen so krassen Muskelkater von unserer Wanderung davongetragen, dass sie fast nicht mehr laufen kann. Wir nahmen also ein Taxi zum Busbahnhof. Es hieß, dass der Bus um 7 Uhr starten sollte. Dem war dann aber leider nicht so und wir mussten noch bis 7:30 Uhr warten. Währenddessen belagerten uns eifrig Straßenverkäufer, die uns recht aufdringlich ihre Brötchen und ihr Gebäck andrehen wollten.

Die Fahrt von Pokhara nach Sauraha, dem Ort vor dem Nationalpark, dauerte fünf Stunden. Wir gingen die etwa 2 km zu unserer Unterkunft Happy Lemon Tree Lodge zu Fuß. Am Weg dorthin bewunderten wir das kleine Städtchen: überall Ziegen und Kühe am Straßenrand, Elefanten trotten ganz gemütlich die Straßen entlang, da sie als  Transportmittel genutzt werden, usw. Wir fühlten uns wie in in einer komplett anderen Welt. 

In unserer Unterkunft angekommen fühlten wir uns wie im Paradies: Baumhütten aus Bambus direkt am Fluss Rapti, welcher das Städtchen Sauraha vom Chitwan-Nationalpark trennt. Der recht redselige Besitzer empfing uns herzlich mit selbstgemachter Limonade. Wir staunten nicht schlecht, als wir ein Krokodil entdekten, das sich nur wenige Meter von uns entfernt am Flussufer sonnte. Hier kommt richtiges Dschungel-Feeling auf. 

Happy Lemon Tree Lodge

Mit dem süßen Hündchen Nala und einem Krokodil im Hintergrund im Fluss

Krokodil vor unserer Unterkunft im Fluss

Happy Lemon Tree Lodge

Ausblick von unserer Unterkunft aus

Später spazierten wir noch den Fluss entlang in ein kleines Tharu Dorf. Das ist eine Bevölkerungsgruppe im Norden Indiens und in Nepal. Sie bezeichnen sich selbst als Menschen des Waldes, da sie lange Zeit isoliert in Urwäldern gelebt haben. In dem Dörfchen schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Ganz friedlich leben hier Menschen in ihren Lehmhäusern inmitten von Kühen, Ziegen, Enten, usw.



Als wir am Abend wieder in unserer Unterkunft ankamen, machte unser Besitzer dort gerade ein Lagerfeuer am Fluss. Gemeinsam mit den anderen Gästen (aus Holland und Alaska) genossen wir dort noch die wunderschöne Abendstimmung.



Für morgen haben wir eine "Walking-Safari" (= eine Safari zu Fuß) geplant. Bin schon gespannt wie das wird.