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Samstag, 28. Februar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 21 und mein Abschied nach 3 Monaten Wildnis

By On Februar 28, 2026


Drei Monate bin ich nun bereits auf dem Greater Patagonian Trail (GPT) unterwegs. Drei Monate voller wilder Landschaften, einsamer Täler, improvisierter Wege und vieler unerwarteter Begegnungen. 


Eigentlich hatte ich geplant, bis zum 5. März weiterzuwandern, um noch die Sektionen 21 und 22 zu schaffen. Doch manchmal muss man Pläne etwas ändern bzw. anpassen.

Es kamen mehrere Dinge zusammen: Zum einen war ab Freitag eine Schlechtwetterperiode mit starkem Regen angekündigt. Zum anderen hätte ich den See Todos los Santos überqueren müssen - was sich als ziemlich kompliziert herausgestellt hat. Es gibt dort nämlich keine regelmäßige Fähre. Und selbst wenn sie fährt, kommt sie nicht bis ans Ufer, da das Wasser zu seicht ist. Man muss also zuerst mit einem kleinen Boot etwa einen Kilometer auf den See hinausgefahren werden, um überhaupt auf die Fähre zu kommen. Zudem muss der Kapitän im Vorhinein informiert werden. Alles nicht so einfach. Ich nahm Kontakt mit Rudy auf, einem Siedler, der am Ufer des Sees lebt, und fragte ihn, ob er mich mit seinem Motorboot zur Fähre bringen könnte - natürlich gegen Bezahlung. Die Kommunikation mit ihm war aber etwas schwierig und schleppend. Am Ende war mir das Ganze zu unsicher. Wenn die Abmachung mit Rudy nicht geklappt hätte, hätte ich zwei Tage im Starkregen zurück nach Las Gaviotas wandern müssen.


Also traf ich schweren Herzens die Entscheidung, einen Teil der Sektion 21 noch als letzte Tageswanderung zu machen und den GPT danach für diese Saison zu beenden.


Sonnenuntergang am Rupanco-See am Strand von Las Gaviotas, wo auch mein Campingplatz liegt


26. Februar 2026  - Meine letzte Wanderung am GPT

Früh am Morgen machte ich mich vom Campingplatz am Rupanco-See mit meinem Tagesrucksack auf den Weg zur Laguna Los Quetros. Unglaublich, wie leicht sich alles anfühlte. Nach Monaten mit schwerem Trekkingrucksack war es ziemlich ungewohnt, mit so leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Mehr als einmal musste ich kurz fühlen, ob der Rucksack überhaupt noch auf meinen Schultern sitzt.



Der relativ gut ausgebaute Weg führte durch dichten Regenwald, vorbei an Bächen und moosbedeckten Bäumen. Es war eine schöne und entspannte Wanderung. Bei der Laguna machte ich meine Mittagspause.


Laguna Los Quetros 


GPT21 - Technische Daten:

• Distanz: 20 km

• Höhenmeter: 827 m


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz: 1.336 km

• Höhenmeter: 53.143 m


Ich bin also in den letzten 3 Monaten insgesamt 1.336 km und 53.143 Höhenmeter gewandert. Klingt erstmal viel, ist es auf den gesamten Zeitraum gerechnet aber nicht wirklich. Es ist sogar deutlich weniger als ich anfangs erwartet hatte. Ich habe unterschätzt, wie langsam man teilweise vorankommt, vor allem in weglosen Abschnitten oder wenn man sich kilometerlang durch dichtes Gebüsch schlagen muss. Zudem habe ich mehr Ruhetage eingelegt als ursprünglich geplant - gegen Ende oft auch zwangsweise wegen des schlechten Wetters. Aber da es sowieso nie das Ziel war, möglichst viele Kilometer zu machen, sondern den Trail und die Natur zu genießen, bin ich schlussendlich völlig zufrieden mit dem Resultat.


27. Februar 2026 - Zurück Richtung Zivilisation

Am nächsten Morgen ging es dann endgültig zurück in die Zivilisation. Eine kleine Fähre sollte um 7 Uhr am Strand vor meinem Campingplatz in Las Gaviotas anlegen.

 

Noch im Stockdunkeln stand ich auf, baute mein Zelt ab und packte meine Sachen. Die Tage sind hier inzwischen deutlich kürzer geworden, es wird erst gegen 7:30 Uhr hell.


Ich ging zum Strand und stand dort nun ganz alleine im Dunkeln. Keine Menschen, keine Lichter und weit und breit keine Fähre zu sehen. Für einen Moment dachte ich schon, dass vielleicht gar keine kommen würde. Doch dann tauchte sie plötzlich doch auf. Am Anfang war ich der einzige Passagier an Bord. Die Überfahrt dauerte etwa eine Stunde und kostete 200 chilenische Pesos, also ungefähr 20 Cent. Ich hatte allerdings nur 500 Pesos dabei. Die Bootsleute hatten kein Wechselgeld und wollten mir die Fahrt deshalb sogar schenken. Natürlich habe ich ihnen trotzdem die 500 Pesos gegeben. Chile überrascht mich immer wieder: manche Dinge sind hier unglaublich teuer und andere wiederum extrem günstig.



Nach der Überfahrt ging es für mich weiter nach Puerto Montt, wo ich mir für ein paar Tage ein kleines Mini-Apartment im Hospedaje Valencia gemietet habe. Die Unterkunft ist sehr zu empfehlen. Sie befindet sich zwar etwas außerhalb der Stadt, die Besitzerin ist aber super lieb und das kleine Apartment inklusive Frühstück kostet 27.000 CLP pro Nacht, was für Chile relativ günstig ist. 


Die Katze in meiner Unterkunft sieht mich an als käme ich von einem anderen Planeten (und genauso fühle ich mich auch)

Mein Plan ist es nun ein bisschen "Urlaub" zu machen in Chile und am Weg zurück nach Santiago noch ein paar schöne Orte besuchen.


Es fühlt sich tatsächlich sehr komisch an, wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Ich vermisse jetzt schon die Wildnis und die Einsamkeit in den Bergen.




Mein Resümee nach drei Monaten auf dem Greater Patagonian Trail

Der Greater Patagonian Trail war tatsächlich mein allererster Weitwanderweg überhaupt. Ich musste mich also im Vorhinein erst einmal ausgiebig mit dem Thema Equipment usw. beschäftigen. Erst letztes Jahr habe ich mir mein erstes leichtes Zelt, einen Gaskocher usw. gekauft. Und dann musste ich natürlich lernen, wie man das Zeug überhaupt benutzt. Ich habe vor dem GPT ein paar kleine Mehrtageswanderungen in der Schweiz gemacht und bin dann noch für eine Woche in die Türkei gereist, um mein Equipment am Lykischen Weg zu testen.


Und schon kurze Zeit später war ich in Chile und wanderte auf einem der einsamsten und unwegsamsten Fernwanderwege der Welt. Wenn ich heute darüber nachdenke, wirkt das selbst auf mich ein bisschen verrückt.


Während der Planung war ich mir nicht sicher, wie lange ich überhaupt unterwegs sein würde. Ich dachte mir: Wenn ich nach einer Woche merke, dass das alles nichts ist für mich oder es mir zu wild wird, dann höre ich einfach wieder auf. Doch im Endeffekt ist genau das Gegenteil passiert. Am Anfang hatte ich noch Mühe mit der Abgeschiedenheit, den oft nicht vorhandenen Wegen, dem ständigen Dreck, dem Schweiß und der Einsamkeit. Aber je länger ich unterwegs war, desto mehr begann ich genau das zu lieben.


Besonders in Erinnerung bleiben mir die vielen Begegnungen mit den Einheimischen. Ich habe oft tagelang keine Menschenseele gesehen und dann plötzlich tauchte mitten im Nirgendwo ein Arriero - das sind sozusagen die Cowboys der Anden - auf. Diese waren verständlicherweise immer sehr erstaunt hier eine Frau alleine anzutreffen. Und dann gab es noch die Begegnungen mit den Menschen in den kleinen abgelegenen Dörfern, die immer unglaublich hilfsbereit und herzlich waren. Auch andere GPT-Wanderer habe ich getroffen, allerdings nur wenige. Meistens haben wir uns vorher über die Community vernetzt und bewusst irgendwo getroffen. Direkt am Weg selbst bin ich tatsächlich nur einem einzigen anderen GPT-Wanderer zufällig begegnet.


Am Ende war der Greater Patagonian Trail eine riesige Herausforderung für mich. Eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass man viel mehr schaffen kann, als man denkt. Und ich liebe ja solche Herausforderungen und werde da auch immer sehr ehrgeizig.


Ich hatte in diesen drei Monaten auch viele Höhen und Tiefen. Doch ich denke am Ende war beides notwendig, um das Ganze zu so einem unvergesslichen Abenteuer zu machen. 


Der Trail hat mir nicht nur unglaubliche Landschaften gezeigt. Er hat mir auch gezeigt, mit wie viel Leidenschaft ich draussen unterwegs bin. Und ich bin mir ziemlich sicher:

Das war nicht mein letzter Weitwanderweg. Und vielleicht komme ich auch schon sehr bald hierher zurück, um den GPT weiterzuwandern.






=> Hier findest du alle meine Fotos der 21. Sektion des GPT <=



=> Hier findest du alle meine Fotos von Puerto Montt <=







Donnerstag, 26. Februar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 20: Der Kampf mit dem Gebüsch

By On Februar 26, 2026


In dieser Sektion ging es wieder einmal an meine „Lieblingsbeschäftigung“: das Kämpfen durch dichtes Gebüsch. Mittlerweile fühle ich mich darin allerdings schon fast wie ein kleiner Profi und ließ mich davon im Vorhinein nicht abschrecken. Stellenweise wurde es dann aber doch ziemlich wild, aber zum Glück war der richtig schlimme Teil relativ kurz.


Dafür war die Besteigung des Vulkans Antillanca umso schöner und belohnte mich mit traumhaften Aussichten. Und bis auf eine Einlegesohle, die am Gipfel kurzerhand von einer Windböe davongetragen wurde, war diese Sektion am Ende ein voller Erfolg.



Montag, 23. Februar 2026 

Ich startete am Montagmorgen vom Campingplatz in Anticura. Zuerst musste ich den Nationalparkeingang des Puyehue-Nationalparks passieren. Die CONAF-Parkranger baten mich, meine Kontaktdaten und meine Route in ein Formular einzutragen. Bezahlen musste ich nichts.

Lustige Randbemerkung: Etwa zehn Tage später erhielt ich eine WhatsApp-Nachricht von einem der Parkranger, der mich fragte, ob ich gut an meinem Ziel angekommen sei und ob ich ihm noch ein paar Fotos von der Wanderung schicken könnte.


Ich startete also in den dichten Regenwald. Die ersten Kilometer war der Weg noch gut instand gehalten, doch mit der Zeit wurde er immer verwachsener und schließlich auch von umgefallenen Bäumen blockiert. Genau in diesem Abschnitt begann es dann zu regnen. Gebüsch und Regen in Kombination sind eindeutig nicht meine Leidenschaft. Es dauerte nicht lange, und ich war klatschnass.



Als ich den Regenwald hinter mir ließ und die Baumgrenze überschritten hatte, hörte zu meiner Erleichterung auch der Regen auf. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Wolken.


Irgendwann kam ich zu zwei kleinen Bergseen namens Pampa Frutilla (auf Deutsch: Erdbeer-Pampa). Sie machten ihrem Namen alle Ehre, denn rundherum wuchsen massenweise reife Erdbeeren. Ich kam schon gegen 16 Uhr am See an und beschloss die Nacht hier zu verbringen. Trotz der ziemlich kühlen Temperaturen wagte ich mich noch kurz ins Wasser - eine Wohltat!  Den Rest des Nachmittags verbrachte ich damit, mir den Bauch mit Erdbeeren vollzuschlagen.






Dienstag, 24. Februar 2026

Mein Zelt war heute Morgen eine richtige Tropfsteinhöhle. Da es nachts recht kalt war, ist das Ganze sogar noch gefroren. Also wartete ich erst einmal, bis die Sonne herauskam und mein Zelt trocknete.



Ich entschied mich für die Route mit der Besteigung des Vulkans Antillanca. Der Aufstieg war weglos und führte über steilen Vulkansand bergauf. Das bedeutete praktisch: ein Schritt nach vorne und zwei wieder zurück. Mit dem schweren Rucksack war das ziemlich anstrengend, aber die traumhafte Aussicht am Gipfel war jede Mühe wert.




Während ich meine Mittagspause am Gipfel machte und meine Schuhe zum Trocknen ausgezogen hatte, kam eine Windböe und wehte mir tatsächlich eine meiner Einlegesohlen davon. Und damit war sie auch futsch. Am Ende war ich froh, dass nichts Wichtigeres weggeflogen ist.


Der Abstieg war dann eine echte Freude: hinuntersliden im Sand. Das ging dann deutlich schneller voran.


Als ich in tieferen Lagen wieder in den Wald kam, ging die Sache mit dem Gebüsch wieder los. Irgendwann hat es hier scheinbar mal einen Trail gegeben, der inzwischen völlig von dornigen Pflanzen überwuchert ist.


Mitten im Gebüsch standen tatsächlich eine Kuh mit zwei Kälbern - keine Ahnung wie die dort hingekommen sind

Es wurde heute ziemlich spät, denn ich musste unbedingt noch an eine Wasserquelle kommen. Seit dem Erdbeersee gab es nämlich kein Wasser mehr.


Als ich irgendwann am Abend endlich an einem Fluss ankam, musste ich allerdings wieder ein Stück zurückgehen. Mitten in diesem dichten Dschungel war es nämlich unmöglich, einen halbwegs brauchbaren Zeltplatz zu finden.


Mittwoch, 25. Februar 2026

Heute wartete der härteste Teil der Etappe auf mich: stundenlanges, intensives Kämpfen durch dichtes Gebüsch. Aber ich war immerhin mental schon darauf vorbereitet. Ich beschloss diesmal Regenjacke, Regenhose und Gamaschen anzuziehen - eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellte. So war ich wenigstens vor den Dornen geschützt. Gestern sah meine Haut nämlich trotz langer Kleidung ziemlich wild aus, denn diese Dornen verursachen eine Art allergischen Hautausschlag. Außerdem habe ich mir jede Menge blutige Kratzer eingefangen.


Zwar verwandelte sich mein Outfit schon bald in eine mobile Sauna und ich schwitzte wie verrückt, aber das war eindeutig das kleinere Übel.


Anfangs ließ sich unter dem Gestrüpp noch so etwas wie ein verwachsener Pfad erahnen. Doch irgendwann wurde es ein richtiges Massaker: massenweise umgefallene Bäume lagen durch einen Windwurf übereinander. Das Ganze erinnerte mich ein bisschen an Mikado. Weder oben drüber noch unten durch schien wirklich realistisch. Fast eine Stunde kämpfte ich mich voran, nur um am Ende festzustellen, dass ich mich im Kreis gedreht hatte. Das GPS kam unter den hohen Bäumen auch nur schlecht durch. Es war wirklich zum Verzweifeln.





Der richtig schlimme Abschnitt war vermutlich nur knapp einen Kilometer lang, aber ich brauchte fast zwei Stunden dafür. Danach bin ich auch noch mehrere Male von der Route abgekommen, konnte aber immer wieder zurückfinden.


Massenweise reife Brombeeren - was für eine Belohnung nach dem Buschkampf!

Umso erleichterter war ich, als ich schließlich in Las Gaviotas am Rupanco-See ankam. Am Ufer gibt es zwei kleine Campingplätze und ein Mini-Kiosk, dazu ein paar wenige Häuser von Siedlern, die hier wohnen. Die Campingplätze bieten jeweils nur fünf bis zehn Stellflächen, entsprechend ruhig ist es hier. Der günstigere war leider schon voll. Der andere verlangte satte 17.500 CLP, dafür waren allerdings nur zwei Familien da. Ich beschloss zu bleiben. 


Lago Rupanco



GPT19 - Technische Daten:
• Distanz: 55 km
• Höhenmeter: 2.322 m
• Dauer: 2,5 Tage

Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 
• Distanz: 1.316 km
• Höhenmeter: 52.316 m





=> Hier findest du alle meine Fotos der 20. Sektion des GPT <=









Sonntag, 22. Februar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 19: Wo die Erde brodelt & Schwefelgeruch in der Luft liegt

By On Februar 22, 2026


Und wieder einmal war es eine absolut überwältigende Etappe. Es ging weiterhin durch vulkanische Landschaften. Ich kam an Geysiren vorbei, wo der Untergrund brodelte und dampfte - ein fast schon surreales Spektakel. Ein weiteres Highlight war der Vulkankrater mit Gletscher im Inneren sowie das "Skifahren" im Vulkansand. Irgendwo dazwischen tauchte immer wieder der Franzose mit dem riesigen Rucksack auf. 


Der Untergrund dampft und brodelt bei den Geysiren

Mittwoch, 18. Februar 2026

Der Minibus von Futrono nach Riñinahue - meinen Ausgangspunkt für die Sektion 19 - fuhr um 9:55 Uhr vor dem „Supermercado Big“ los. Das herauszufinden war allerdings fast schwieriger als die Etappe selbst. Es gibt keine Fahrpläne, keine Haltestelle und niemand schien so wirklich eine Ahnung über die Abfahrtszeiten zu haben.


Ein paar Dörfer weiter stieg ein junger Mann mit riesigem Trekkingrucksack zu. Vielleicht auch ein GPT-Wanderer? Es machte mich aber stutzig, dass er chilenische Marken trug. Ich weiß ja inzwischen, dass die Chilenen nicht unbedingt alleine in die Berge gehen.


Ab Riñinahue ging es für mich per Anhalter weiter. Während ich bei einem älteren Herrn im Auto saß, sah ich plötzlich diesen jungen Mann mit dem riesigen Rucksack am Straßenrand stehen und den Daumen rausstrecken. Mein Fahrer wollte ihn aber scheinbar nicht mitnehmen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir uns noch einmal begegnen würden.


Und tatsächlich: Als ich bei meiner letzten Mitfahrgelegenheit einstieg, saß er auf der Rückbank. Das war fast schon filmreif. Er heißt Jean, ist 28, kommt aus Frankreich und wandert ebenfalls den GPT, allerdings erst seit einer Woche.


Es brauchte insgesamt vier Mitfahrgelegenheiten, bis ich mit Jean am Ende der unbefestigten Bergstraße ankam. Ich hatte mir somit eine ziemlich monotone Strecke erspart. 


Nun ging es für ein paar Stunden durch einen dichten Wald. Dabei mussten wir durch das Privatgrundstück von Neri und Héctor. Zum Glück hatte ich bereits im Vorhinein die Telefonnummer von Señora Neri herausgefunden und sie somit kontaktieren können. Das ältere Ehepaar ließ uns Wasser auffüllen und verlangte 5.000 CLP für das Durchqueren ihres Grundstückes. Unsere Kontaktdaten mussten wir zur Sicherheit in ein Buch eintragen.



Wegen der wenigen Wasserquellen schleppte ich über vier Liter Wasser mit mir herum. Normalerweise hatte ich in letzter Zeit höchstens 1,5 Liter dabei, weil es meist genug Bäche und Flüsse gibt - immerhin zählt jedes Gramm. Diesmal war mein Rucksack also wieder ein echtes Schwergewicht.


Gegen 18 Uhr schlug ich mein Nachtlager auf. Jean wollte noch weiterziehen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass wir uns bald wieder über den Weg laufen werden.


Am Abend kamen zwei Arrieros mit einem Pferd an meinem Zelt vorbei. Etwas bedrückt erzählten sie mir, dass sie ein krankes Pferd oben am Berg zurücklassen mussten. Sie baten mich, am nächsten Tag nach dem Tier zu schauen. Sie würden dann auch wiederkommen und versuchen, es irgendwie ins Tal zu bringen. Vielleicht würde es sterben. Man konnte richtig spüren, wie stark die Bindung zu ihren Pferden ist.


Donnerstag, 19. Februar 2026 

Kaum war ich am Morgen aufgebrochen, stand ich auch schon bei Jeans Zeltplatz. Wir plauderten kurz, dann zog ich weiter. Bei den heißen Quellen würden wir uns wahrscheinlich wiedersehen. Das kranke Pferd konnte ich nirgends finden.


Dann begann eine der surrealsten Passagen dieser Reise. Bereits lange bevor ich die Geysirse sah, roch ich sie. Es lag ein intensiver Geruch nach faulen Eiern (Schwefel) in der Luft. 



Geysire sind relativ seltene Naturphänomene in vulkanisch aktiven Gebieten. Tief unter der Erde wird Wasser durch heißes Gestein so stark erhitzt, dass sich enormer Druck aufbaut. Dann schießt es als Fontäne in die Luft oder brodelt einfach vor sich hin.


Überall zischte und dampfte es aus dem Boden. Der Untergrund war ziemlich weich. Das durfte ich hautnah erfahren, als ich mit einem Fuß in der heißen, matschigen Masse einsank. Zum Glück ist nichts passiert. Die Vorstellung, von einem Geysir verschluckt und in die ewigen Jagdgründe befördert zu werden, finde ich nicht so prickelnd.



Bei den heißen Quellen traf ich Jean wieder. Leider war das Wasser viel zu heiß zum Baden. Mehr als kurz die Füße hineinzuhalten war also nicht drin. Trotzdem war der Umweg absolut lohnenswert. Das Tal wirkt wie aus dem Bilderbuch, durchzogen von vielen kleinen Flüssen.



Plötzlich landete tatsächlich ein Helikopter neben uns. Eine chilenische Familie machte einen Ausflug mit ihrer Privatmaschine hierher. Nach etwa 15 Minuten waren sie schon wieder weg, da auch für sie das Wasser viel zu heiß war. Sie boten uns noch ihre Telefonnummer an, falls wir am Berg in Schwierigkeiten geraten sollten. Wir lehnten dankend ab, schließlich haben wir Satellitentelefone dabei. 



Später trennten sich die Wege von Jean und mir erneut. Der Rest des Tages führte mich durch eine beeindruckende Vulkanlandschaft, vorbei an versteinerter Lava und durch eine regelrechte Vulkansand-Wüste.


Freitag, 20. Februar 2026

Morgenstimmung


Heute ging es weiterhin fast ausschließlich durch Vulkansand. Bergab macht das richtig Spaß, bergauf ist es sehr anstrengend - es geht einen Schritt vorwärts und man rutscht gefühlt zwei wieder retour.


Die Vulkansand-Wüste ist von schwarzer, versteinerter Lava durchzogen

Ich kam an einem weiteren kleinen Geysir vorbei. Die Wassersituation hier ist eher schwierig. Es gab nur ein kleines Rinnsal mit klarem Wasser von einem Schneefeld, der Rest war ausgetrocknet oder milchkaffeebraun mit extrem viel Sediment.


Das Highlight des Tages war die Besteigung des Puyehue-Vulkans. Ich versteckte meinen großen Rucksack und nahm nur Wasser und Snacks mit. Der Aufstieg war weglos, steil und kräftezehrend im losen Sand. Weiter oben kamen Schneefelder dazu, teilweise mit Sand bedeckt.


Der Aufstieg zum Krater des Puyehue-Vulkans. Unter dem Sand liegt Schnee.


Oben am Krater angekommen war die Aussicht ein Traum. 


Der riesige Krater ist im Inneren mit Gletscher gefüllt.


Der Abstieg machte richtig Spaß - es war quasi "Skifahren" im Sand.


Samstag, 21. Februar 2026

Der Morgen begann mit Blick hinunter auf ein Wolkenmeer. 



Vor mir lagen rund 1.400 Höhenmeter Abstieg. Sobald ich in die Wolken eintauchte, verschwand die Sonne für den Rest des Tages. Stattdessen fand ich mich in einem sattgrünen, nebelverhangenen Regenwald wieder.


Unten angekommen befand ich mich am Eingang des Nationalparks Puyehue. Er ist bekannt für seine Regenwälder, smaragdgrünen Seen, Vulkanlandschaften und Thermalquellen.


Obwohl Samstag war, war der Campingplatz dort fast leer. Die Parzellen liegen weit auseinander, es gibt Strom, teilweise Wasseranschluss und vor allem heiße Duschen. Genau das, was ich gerade brauchte. Mit 18.000 CLP (= 16 €) pro Nacht ist es allerdings kein Schnäppchen.



Natürlich traf ich hier wieder Jean und wir aßen zusammen zu Abend in dem Restaurant am Campingplatz.


Sonntag, 22. Februar 2026

Der Nachteil am Regenwald ist, dass absolut nichts trocknet. Gestern habe ich meine Wäsche in der Dusche gewaschen, heute ist sie immer noch genauso klatschnass. Da ich morgen früh los muss und ganz sicher nicht in eiskalte, nasse Wanderkleidung schlüpfen möchte, habe ich beschlossen jetzt am Nachmittag bei ebenso kühlen Temperaturen die feuchten Sachen anzuziehen. Somit kann sie vielleicht durch die Körperwärme trocknen - und es hat tatsächlich funktioniert. Not macht eben erfinderisch!


Eine chilenische Familie schenkte mir Lebensmittel, die sie nicht über die Grenze nach Argentinien mitnehmen durften: Käse, Eier, Butter und Wein. Meine Freude war natürlich groß. Es blieb mir aber trotzdem nicht aus in den nächsten Ort zu fahren, um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Die Hinfahrt konnte ich mit einem Bus zurücklegen, retour blieb mir als einzige Möglichkeit es per Anhalter zu versuchen. Die Strecke ist ziemlich lang und wenig befahren, doch ich hatte unglaubliches Glück: kaum den Daumen rausgehalten nahmen mich auch schon drei junge Männer mit. 


Morgen starte ich in die Sektion 20. Die Zeit rennt. Voraussichtlich werde ich noch bis Anfang März unterwegs sein und dann den GPT für diese Saison beenden. 




GPT19 - Technische Daten:

• Distanz: 79 km

• Höhenmeter: 3.664 m

• Dauer: 3,5 Tage


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz: 1.261 km

• Höhenmeter: 49.994 m





=> Hier findest du alle meine Fotos der 19. Sektion des GPT <=








Dienstag, 17. Februar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 18: Kleinere und größere Katastrophen am Valentinstag im Dickicht

By On Februar 17, 2026


Diese Sektion gehörte für mich eher nicht zu den Lieblingsabschnitten. Das bescheidene Wetter hat einen erheblichen Teil dazu beigetragen, zudem musste ich feststellen, dass Dickicht und Gestrüpp einfach überhaupt nicht meine Welt sind. In höheren Lagen fühle ich mich deutlich wohler als irgendwo im nassen Urwald zu versinken.


Trotzdem gab es auch ein paar Highlights, wie zum Beispiel der traumhafte Zeltplatz am See, die ersten Sonnenstrahlen nach Stunden Dauerregen und am Ende noch ein Riesenglück beim Trampen. 


Diese Sektion war von viel Dickicht und Botanik geprägt


Donnerstag, 12. Februar 2026

Nachdem es die letzten Tage nonstop durchgeschüttet hat bei durchschnittlich etwa 5 °C, kam heute endlich wieder die Sonne raus.

Am Morgen spazierte ich zum Hafen von Puerto Fuy, um mir ein Fährenticket für 11 Uhr zu kaufen. Die eineinhalbstündige Fahrt ans andere Ende des Sees kostet als Fuss­passagier lediglich 1150 CLP, also ungefähr 1,13 €. Für Einheimische sogar nur die Hälfte.



Um 13:30 Uhr kam ich dann in Puerto Pirihueico an und gönnte mir am Hafen noch eine Cazuela.


Cazuela - der typisch chilenische Eintopf mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse 


Der heutige Wandertag war super kurz, denn ich wollte noch am Seeufer campen. Nach lediglich zwei Stunden Wandern fand ich den perfekten Spot. Ich verbrachte einen gemütlichen Nachmittag am See mit Baden und Relaxen. 



Freitag, 13. Februar 2026

Die Morgenstimmung und der Sonnenaufgang am See waren ein Traum. 




Die heutige Route ging gemächlich bergauf, insgesamt etwa tausend Höhenmeter, danach auf der anderen Seite wieder hinunter. Der „Weg“ wird augenscheinlich schon lange nicht mehr genutzt (es könnte eventuell sein, dass ich irgendwo ein "Betreten verboten!" Schild übersehen hatte). Eingestürzte Brücken und unzählige umgefallene Bäume verlangsamten das Vorankommen. Hohes nasses Gras machte aus meinen Schuhen schon bald eine Badewanne.




Da für die Nacht eine geringe Regenwahrscheinlichkeit angesagt war, bot sich eine verlassene Holzhütte als Schlafplatz an. Meiner Erfahrung nach ist das Wetter hier nämlich immer bedeutend schlechter als es vorausgesagt wird. 


Diese verlassene Hütte kommt wie gerufen

Ich beschloss mein Zelt in der Hütte aufzustellen, um vor Insekten und anderem Kleingetier geschützt zu sein

Samstag, 14. Februar 2026

Die Entscheidung, in der Holzhütte zu schlafen, stellte sich als sehr gut heraus. Noch bevor ich richtig wach war, trommelte der Regen aufs Blechdach. Ich startete langsam in den Tag, in der Hoffnung, dass der Regen irgendwann aufhören würde. Mein Handy zeigte interessanterweise eine andere Uhrzeit als mein GPS-Gerät an, was mich letztendlich aber nicht weiter störte, denn Zeit spielt für mich im Moment sowieso keine große Rolle.


Irgendwann hörte  der Regen auf. Ich startete also. Keine halbe Stunde später begann es wieder zu nieseln. Daraus wurde etwas später richtiger Regen und danach begann es wie aus Eimern zu schütten. Erschwerend kam hinzu, dass sich mittlerweile nicht einmal mehr ein Weg erahnen ließ. Ich befand mich mitten im Dickicht. Ohne GPS-Gerät hätte ich nicht mehr gewusst, wo oben oder unten ist. Dieses Gestrüpp bestand nicht nur einfach aus riesigen, dichten Pflanzen, sondern auch aus Dornen und Brombeerstauden.


Genauso sah mein "Weg" über Stunden hinweg aus

 

Und was ist schlimmer als dichtes, dorniges Gestrüpp? Dichtes dorniges nasses Gestrüpp! Es fühlt sich an, als würde man in einem Fluss schwimmen. Innerhalb kürzester Zeit war ich trotz Regenjacke und Regenhose bis auf die Unterwäsche klatschnass. Bei einer Außentemperatur von unter 10 Grad Celsius fühlte sich das Ganze eher bescheiden an. Und genau so ging es die nächsten Stunden weiter. Neben der körperlichen Herausforderung wird man in solchen Momenten auch mental hart auf die Probe gestellt. Ich fragte mich ernsthaft, warum ich das alles eigentlich mache. Tatsächlich habe ich mir in diesen Stunden des Leidens sogar geschworen, dass ich nach dieser Sektion den Greater Patagonian Trail vorzeitig beenden werde.


Dann stand auch noch eine Flussüberquerung an. Ich versuchte auf einem umgefallenen Baumstamm zu balancieren. Das ging natürlich ordentlich in die Hose, da dieser unglaublich rutschig war. Ich landete halb im Wasser. Da ich sowieso nicht mehr nasser als vorher werden konnte, war mir das nun auch schon egal. Die eigentliche Katastrophe war, dass ich in dem ganzen Chaos noch mein GPS-Gerät verloren hatte. Zum Glück fand ich es nach nicht allzu langer Suche wieder, was meine Laune ungefähr von „Total-Katastrophe“ auf „gerade noch tolerierbar“ anhob.



Nach Stunden wurde der Weg plötzlich wieder zu einer Art Weg - es gab Kuhspuren. Das hatte zwar den Nachteil, dass es ein einziger Sumpf und Matsch wurde, aber alles besser als dichtes Dornengestrüpp. Der Regen wurde etwas weniger und der Weg zunehmend besser. Ich war unglaublich erleichtert. Dann tauchten Bienenstöcke auf einer Wiese auf - ein perfekter Platz für die Nacht. 



Rund um die Bienenstöcke war ein Zaun. Als dann auch noch kurz die Sonne herauskam, hatte ich die glorreiche Idee, meine nassen Sachen auf eben diesem Zaun zum Trocknen aufzuhängen. Das Drama nahm seinen Lauf. Eine Biene schaffte es tatsächlich mich direkt unter dem linken Auge zu stechen. Innerhalb kurzer Zeit schwoll die komplette Gesichtshälfte überdimensional an. Ich sah original aus wie Quasimodo. Happy Valentinstag!


Schlussendlich fand ich eine andere Methode, um die Sachen zu trocknen ;)


Sonntag, 15. Februar 2026

Was für eine Freude, der Tag startete mit wolkenlosem Himmel. Leider erreichte die Sonne meinen Zeltplatz ewig nicht, weshalb ich mit noch immer nassen Sachen loslief. Meine Gesichtsschwellung ist über Nacht mehr geworden, sodass der Quasimodo-Look jetzt noch dramatischer wirkte. 


Heute ging es  dafür zügig voran - knapp 17 Kilometer auf guten und augenscheinlich auch benutzten Bergwegen. Als ich kurz nach Mittag an einer Landstraße ankam, wanderte ich noch etwa 20 Minuten, suchte mir eine geeignete Stelle und versuchte es per Anhalter. Ich hatte sofort Glück und eine nette chilenische Familie nahm mich mit bis an meinen Zielort - etwa eine Stunde Fahrt. Was für ein Glück!


... und sogleich waren alle Sorgen vergessen


Obwohl ich mir gestern noch vorgenommen hatte, den Trail vorzeitig zu beenden, sah die Welt nach einem leckeren Burger und einem riesigen Stück Kuchen schon wieder ganz anders aus. Ich bin tatsächlich wieder top motiviert.


In in dem Örtchen Futrono habe ich mir ein Einzelzimmer in dem Hostel "Hospedaje Futrono" (25.000 CLP/Nacht mit privatem Badezimmer) gebucht. 

Der Ausblick von meinem hübschen kleinen Zimmer in Futrono 

Ich werde meine Wanderung erst am Mittwoch fortsetzen, da heute am Dienstag wieder Regen angesagt ist. 


GPT18 - Technische Daten:

• Distanz: 72 km

• Höhenmeter: 2.515 m

• Dauer: 3 Tage


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz: 1.182 km

• Höhenmeter:  46.330 m





=> Hier findest du alle meine Fotos der 18. Sektion des GPT <=





Dienstag, 10. Februar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 17: Wälder und Lagunen

By On Februar 10, 2026

Nach den Vulkanlandschaften wurde es plötzlich wieder richtig grün. Dichter Wald, Lagunen, Nebel und Regen bestimmten diese Sektion. Irgendwie hatte das alles seinen eigenen Reiz, fast ein bisschen mystisch.


Sonntag, 08. Februar 2026

Nachdem ich Sektion 16 im Dörfchen Liquiñe beendet hatte, ging es nach einer kurzen Frühstückspause direkt weiter in die Sektion 17. Gleich zu Beginn ging es knackige 700 Höhenmeter bergauf bis zur Laguna Corazón (zu deutsch: Herz-Lagune). Die herzförmige Lagune lag komplett in Nebelschwaden. 


Mystische Stimmung an der Laguna Corazon 

Mittags kam ich an eine weitere Lagune. Die Sonne zeigte sich für ein Weilchen. Das nutze ich sofort aus für eine Pause und breitete mein klatschnasses Zelt - vom Kondenswasser der letzten Nacht - zum Trocknen aus.


Danach ging es grau in grau weiter. Im dichten Wald war es ziemlich dunkel. Meine Puma-Paranoia meldete sich wieder, besonders wenn das Gebüsch links und rechts komplett undurchsichtig wurde. Einmal war ich mir ziemlich sicher, hinter einem Busch ein Fauchen gehört zu haben. 


Das könnte auf den ersten Blick tatsächlich auch ein Wald zu Hause sein (mit dem kleinen Unterschied, dass es bei uns keine gefährlichen Wildkatzen gibt)


Am Abend erreichte ich den See Lago Pirihueico und fand einen traumhaften Zeltplatz am Strand Pozo de Oro. Ein paar Leute waren mit einem Bootsausflug dort, verschwanden aber bald. Nun gehörte mir dieser schöne Ort ganz allein. Kaum habe ich mich am Abend ins Zelt verzogen begann es leicht zu regnen.


Pozo de Oro am Lago Pirihueico 


Montag, 09. Februar 2026

Es regnete tatsächlich die ganze Nacht nonstop. Da es nur noch ein kurzes Stück bis in den Ort Puerto Fuy war, blieb ich am Vormittag im Zelt, las ein bisschen und nähte meinen eingerissenen Schlafsack. Draußen prasselte es weiter.



Gegen 13 Uhr hörte der Regen auf, deshalb habe ich schnell das Zelt zum Trocknen ausgebreitet, alles gepackt und um bin dann um 14 Uhr los. Nach etwa einer halben Stunde begann es wieder wie aus Eimern zu schütten.



Nach rund 1,5 Stunden kam ich komplett nass in Puerto Fuy an. 


Ich hatte ein kleines Dorf erwartet. Klein war es auch, aber überraschend touristisch. Grund dafür ist die Ferienzeit in Chile und die wirklich schöne Lage des Ortes zwischen See und Bergen.


Ich checkte im Hostel Andalue ein (25.000 CLP pro Nacht). Die Besitzerin ließ mich ihre Waschmaschine benutzen und ich durfte über Nacht meine Sachen über dem Holzofen trocknen.


Da es die nächsten zwei Tage durchregnen soll, bleibe ich erst einmal hier und ziehe vermutlich am Donnerstag weiter.





GPT17 - Technische Daten:

• Distanz: 31 km

• Höhenmeter: 1.561 m

• Dauer: 1 Tag


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz: 1.110 km

• Höhenmeter: 44.179 m






=> Hier findest du alle meine Fotos der 17. Sektion des GPT <=