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Dienstag, 28. April 2026

Meine größten Reiseabenteuer

By On April 28, 2026


Immer wieder werde ich gefragt, welche meine spannendsten Abenteuer auf meinen Backpacking-Reisen waren. Hier habe ich eine kleine Sammlung jener Erlebnisse zusammengestellt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind.


... IN OZEANIEN


Mein erster tropischer Wirbelsturm

Port Vila, Vanuatu (Oktober 2023)
An einem der wohl unsichersten Orte für einen tropischen Wirbelsturm erlebte ich meinen ersten Zyklon: "Lola". Ich war gerade zum Couchsurfen bei Grant. Er wohnt in einer selbstgebauten Holzhütte, die ziemlich weit ab vom Schuss liegt. Sie ist umgeben von hohen Bäumen und nur wenige Meter vor der Haustür ist schon das Meer. Als Lola dann von Kategorie 3 auf 5 hochgestuft wurde - das ist übrigens die höchste Stufe - wurde mein Gastgeber sichtlich nervös. Der letzte Wirbelsturm hatte ihm das Dach davongeweht und noch weitere Sachen im Haus zerstört. Wenn außerdem einer der hohen Bäume aufs Haus stürzen würde, dann wäre es das wohl gewesen mit uns. Ich muss noch anmerken, dass mein Schlafgemach bei ihm nicht einmal eine Wand an der Vorderseite hatte. Es folgte eine schlaflose Nacht. Windböen zogen immer wieder mit lauten Karacho durch mein Zimmer und ich wurde in meinem Bett wurde sogar vom Regen erwischt. Zum Glück waren wir schlussendlich nicht im direkten Epizentrum des Sturms und blieben vor gröberen Schäden verschont. 



.... IN AFRIKA


Gekidnappt im wilden Norden Kenias?

Marsabit, Kenia (März 2022)
Nur wenige Touristen besuchen den Norden Kenias, und noch weniger das Gebiet östlich des Turkana-Sees. Und wenn sie es machen, dann meist nur mit Guide und bewaffnetem Eskort, da die Region bekannt ist für Raubüberfälle und Banditen. Gemeinsam mit meiner indischen Reisebekanntschaft Kailash habe ich es gewagt diese Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Abenteuer, die wir dort erlebten, werde ich bestimmt nie wieder vergessen: Eine stundenlange Motorrad-Fahrt durch die Chalbi-Wüste. Zudem waren wir zu dritt auf dem Gefährt mit noch Unmengen an Gepäck und fuhren so ohne Straßen quer durch den Sand. Einige Tage später wurden wir sechs Stunden lang mitten in der Wüste ausgesetzt und waren tatsächlich schon der Meinung, dass wir nun entweder gekidnappt oder zumindest all unserer Sachen beraubt worden sind. Zum Glück ging die Geschichte noch gut aus. Die Nächte waren so unerträglich heiß, dass wir fast kein Auge zutun konnten. Wir besuchten abgelegene Stämme, die so gut wie nie einen Muzungu (= weißer Tourist) zu sehen bekommen, usw. 




Couchsurfing in einem der größten Flüchtlingslager Afrikas

Kakuma, Kenia (Januar 2022)
Es mag vielleicht sehr ungewöhnlich klingen, aber ich habe tatsächlich einen Couchsurfing Gastgeber in dem Flüchtlingslager Kakuma - im Nordwesten Kenias - gefunden. Dieses Abenteuer ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Anfangs dachte ich, dass mein Gastgeber Jonathan dort wohnt, weil der vielleicht für eine Hilfsorganisation arbeitet. Doch wie sich herausstellte war er ein Flüchtling aus dem Kongo. Ich lebte also mitten unter den Flüchtlingen in einer Wellblechhütte unter simpelsten Bedingungen. Erstaunlicherweise wurde ich von allen sehr gastfreundlich aufgenommen. Gerne wäre ich länger geblieben. Doch die Lebensumstände waren für mich nur schwer auszuhalten. Da ist zum einen die beinahe unerträgliche Hitze (ca 40 Grad Celsius) sowohl tagsüber aber vor allem nachts. Da es Strom nur wenige Stunden am Tag gab, konnte natürlich auch kein Ventilator helfen. Auch Wasser war nur wenige Stunden am Tag verfügbar, und ähnelte der Farbe nach eher Milchkaffee - es war also ziemlich verschmutzt und schmeckte zudem salzig. Nachts attackierten mich Moskitos ohne Ende. So verließ ich das Lager nach drei Tagen wieder. Die Erlebnisse dort werden mir aber ewig in Erinnerung bleiben.


Das Flüchtlingslager Kakuma (Kenia)


Arbeit mit Missionaren in Kenia: Rehabilitation ehemaliger Gefängnisinsassen

Tinderet, Kenia (Dezember 2021)
Zwei Wochen wohnte ich im kenianischen Teeanbaugebiet Tinderet bei einer deutschen Missionarsfamilie und unterstützte sie bei ihrem Projekt ehemalige Gefängnisinsassen zurück in den Alltag zu rehabilitieren. Ich verbrachte dort eine irrsinnig spannende und lehrreiche Zeit und kann nur staunen, was für eine wertvolle Arbeit Philipp und Tabi dort leisten. 




Schlafen in einer Höhle in Lesotho

Lesotho (März 2016)
Ich wanderte einige Tage mit einem Einheimischen durch Lesotho und wir schliefen dabei in Höhlen. Wir kamen an den eindrucksvollsten Felsschluchten vorbei und genossen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Weiters durchquerten wir einige Dörfer, für die so ein Muzungu (= weißhäutige Person) eine absolut außergewöhnliche Erscheinung war. 





    Autostoppen in Namibia

    Namibia (Februar 2016)
    Ich versuchte bei 40 °C in der Mittagshitze mitten im Nirgendwo an der Grenze Botswana zu Namibia Auto zu stoppen, um nach Windhoek zu gelangen. Im Endeffekt kam ich mit zwei verschiedenen Trucks dort heil an - jedoch inklusive jeder Menge Nervenkitzel!





      Trinken von frischem Ziegenblut mit den Massai in Tansania

      Lake Natron, Tansania (Dezember 2015)
      Ich lebte einige Tage mit einem Massai-Stamm in Tanzania am Lake Natron und habe dabei mit ihnen frisches Ziegenblut getrunken und noch weitere unvergessliche Abenteuer erlebt.





        Jagen mit einem Stamm, der noch in Höhlen lebt in Tansania

        Lake Eyazi, Tansania (Dezember 2015)
        Ich war mit den Hadzabe, dem ältesten Jäger- und Sammlerstamm, jagen. Diese Menschen leben noch in Höhlen und haben eine ganz besondere Sprache, die aus Schnalzlauten mit der Zunge besteht. Sie sind Nomaden und haben keine Schulbildung. Ich fühlte mich wie in einer komplett anderen Welt.

        Mithelfen an einer Schule mitten im Busch Ugandas

        Mbirizi, Uganda (November 2015)
        Ich lebte einige Tage in Uganda in einem kleinen Dörfchen mitten im Busch, fernab jeglicher Zivilisation - also ohne Strom und ohne fließend Wasser. Ich lernte dabei ihre doch recht andersartige Kultur und Brauchtümer näher kennen.

        ... IN EUROPA


        Schlafen unter freiem Himmel auf den Kanaren

        La Gomera, Kanaren, Spanien (März 2021)
        Das Schlafen unter dem freiem Sternenhimmel ist selbst für mich als "erfahrene Abenteurerin" immer wieder ein besonderes Erlebnis. Man ist der Natur so unglaublich nahe - kein Zelt, kein Mosikotnetz. Dafür  hat man den besten Blick auf den Mond und die Sterne. Zudem kann man die Geräusche aus der Natur ganz ungefiltert hören. Am liebsten schlafe ich weit weg von der Zivilisation. Auf den Kanaren habe ich besonders oft draußen geschlafen - nur mit meinem Schlafsack und einer Matte. Der Vorteil dort ist, dass es keine gefährlichen Tiere gibt. Ich schlief alleine oder mit meinen Reisebekanntschaften an einsamen Stränden, in den Bergen, in Höhlen oder Ruinen. Es war jedes Mal ein unvergessliches, einzigartiges Abenteuer. 


        Schlafen unter freiem Sternenhimmel auf La Gomera





        ... IN ASIEN 


        10-tägige Schweigemeditation in Nepal

        Kathmandu, Nepal (Dezember 2019)
        Zehn Tage ohne Sprechen, ohne Schreiben, ohne Lesen und ohne Kommunikation jeglicher Form. Kein Handy oder sonstige elektronischen Geräte. Zehneinhalb Stunden meditieren am Tag. Kein Kontakt zur Aussenwelt. Zweieinhalb eher spärliche Mahlzeiten am Tag. Diese zehn Tage zählen eindeutig zu den längsten und härtesten Tagen meines ganzen Lebens. Doch ich habe durchgehalten. Und es hat sich absolut gelohnt. Ich konnte sehr viel Wertvolles für und über mich und das Leben lernen. 





        20-tägiges Trekking in der Everest Region in Nepal 

        Everest Gebiet, Nepal (November 2019)
        Ganze 20 Tage lange wanderte ich gemeinsam mit meinem italienischen Trekkingkollegen Andrea in der wunderschönen Everest Region in Nepal. Wir legten dabei über 300 Kilometer und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Ganze ohne Guide und ohne Träger - außer für die Besteigung des 6.119m hohen Lobuche East war für zwei Tage ein Guide obligatorisch. Wir bewegten uns die meiste Zeit in Höhen um die 5.000m und stießen dabei immer wieder an unsere körperlichen Grenzen. Die enorme Höhe, der schwere Rucksack und die täglich zurückgelegten Strecken und Höhenmeter gingen ordentlich an die Substanz. Trotzdem kann ich behaupten, dass dieses Trekking eines der schönsten meines ganzen Lebens war. Auch die eisig kalten Nächte (so um die -15 Grad Celcius) in den unbeheizten Unterkünften waren eine Herausforderung - aber im Nachhinein gesehen auch ein unvergessliches Erlebnis. 







        .... IN SÜDAMERIKA



        Polizeifestnahme am Titicacasee in Bolivien

        Titicacasee, Bolivien (Juli 2017)
        Eines frühen Morgens wurden mein Couchsurfing Gastgeber Ernst, seine weitere Besucherin Alejandra und ich ganz überraschend von der Polizei festgenommen. Tatverdacht: Drogenherstellung und -schmuggel und obendrein noch Mädchenhandel. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie korrupt die Polizei dort ist. Zum Glück ging die ganze Geschichte nochmals gut aus.


        Polizeifestnahme am Titicacasee



        Autostoppen in Bolivien - 24 Std auf einem Lieferwagen

        Uyuni - Sucre, Bolivien (Juni 2017)
        Gemeinsam mit einem guten Freund reiste ich von der Salzwüste Uyuni bis nach Sucre per Autstopp in einem Lieferwagen - ganze 24 Stunden dauerte das Vergnügen, es sei aber dazugesagt, dass wir auch Pausen machten und nachts für einige Stunden stoppten. Die einheimische Familie, die uns mitnahm, war superlieb und verköstigte uns sogar.


        Diese Familie nahm uns 24 Stunden auf ihrem Lieferwagen mit. 



        Lama-Opferungsfest mit den Bergarbeitern von Potosí in Bolivien

        Potosì, Bolivien (Juni 2017)
        Ich war in Potosí in Bolivien bei einem Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter dabei. Es war ein wirklich sehr spannendes und authentisches Erlebnis und auf alle Fälle nichts für sanfte Gemüter! Außerdem bewiesen die Bolivianer, dass sie ein sehr trinkfreudiges Volk sind. 


        Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí 


        Besteigung einiger der höchsten Berge der Welt in Ecuador & Peru

        Südamerika (2017)
        Ich bestieg einige der höchsten Berge der Welt, darunter der 5.752 m hohe Nevado Pisco in der Cordillera Blanca, einem der schönsten Gebirgszüge weltweit, der sich in den Anden Perus befindet. Außerdem versuchte ich zweimal den 6.310 m hohen Chimborazo in Ecuador zu besteigen. Dieser Berg hat die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt und ist ebenso der naheliegendste Punkt zur Sonne auf dieser Erde - und übertrifft damit sogar den Mount Everest. Wir campten sowohl bei der Pisco Besteigung als auch bei der Chimborazo Besteigung auf über 5.000 m Höhe in eisiger Kälte


        Camping auf etwa 5.000 Meter Seehöhe



        Eine Woche auf einer Fähre am Amazonas

        Leticia, Kolumbien - Yurimaguas, Peru (Dezember 2016)
        Ich verbrachte insgesamt eine ganze Woche auf einer Fähre am Amazonas auf dem Weg von Leticia (Kolumbien) nach Yurimaguas (Peru) mit Zwischenstopp in Iquitos für zwei Tage. Geschlafen wurde in einer Hängematte zwischen zig Einheimischen. Als einzige Gringa (=Ausländerin) auf der Fähre war ich das Highlight schlechthin - vor allem für die Kinder. Zu essen gab es dreimal täglich Reis - zum Frühstück Reis aufgekocht mit Zuckerwasser und zu Mittag und zu Abend gesalzen mit Soße oder einem minikleinen Stückchen Hühnchen - seitdem kann ich Reis irgendwie nicht mehr essen.

        In meiner Hängematte auf der Fähre am Amazonas - hier schlief ich eine ganze Woche



        Ayahuasca-Zeremonie bei einem Schamanen im Dschungel von Kolumbien

        Leticia, Kolumbien (Dezember 2016)
        Ich besuchte einen Schamanen mitten im Dschungel am Amazonas in der Nähe von Leticia und machte dort eine Ayahuasca Zeremonie. Fazit: Eindeutig kein Wiederholungsbedarf, trotzdem möchte ich dieses Erlebnis nicht missen.




        Schwimmen im Amazonas

        Amazonas, Kolumbien & Peru (Dezember 2016)
        Ich schwamm im Amazonas inmitten von Piranhas und Krokodilen. Unser Guide versichterte uns aber, das sich diese Tierchen nur im Uferbereich aufhalten würden, wir hätten also in der Mitte des Flußes absolut nichts zu befürchten. Das glaubte ich ihm auch, bis mich plötzlich etwas am Bein beknapperte...





        Neben diesen unvergesslichen Reiseabenteuern, hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse. Diese könnte ihr =>HIER<= nachlesen. 



        Meine kulinarischen Abenteuer auf Reisen könnt ihr => HIER <= finden.







        Sonntag, 19. April 2026

        Route Chile

        By On April 19, 2026

         

        Reisezeitraum & Route: 


        25.11.2025 - 16.03.2026

        ÖSTERREICH - Santiago de Chile - Coya - Agua Buena - San Fernando - Talca - Los Álamos - Talca - El Medano - Laguna del Maule - San Fanián de Alico - Antuco - Lonquimay - Icalma - ARGENTINIEN - Icalma - Puccón - Puerto Fuy - Futrono - Anticura - Lago Rupanco - Puerto Montt - Valdivia - Concepción - Santiago de Chile - ÖSTERREICH 






        Dienstag, 17. März 2026

        Von Puerto Montt nach Santiago - meine letzten Tage in Chile

        By On März 17, 2026


        Von Puerto Montt aus arbeitete ich mich langsam wieder in Richtung Norden hinauf, nach Santiago - dem Ort, von dem ich diese Reise zu Fuß gestartet hatte. Während der Busfahrten hatte ich Blick auf die Berge und musste an die Herausforderungen der vergangenen drei Monate denken, die ich dort erlebt hatte. Die ganze Strecke, die ich nun über mehrere Tage verteilt mit dem Bus zurücklege, habe ich zuvor wandernd über hohe Berge bewältigt. Beim Hinausschauen aus dem Busfenster kamen wieder so einige Erinnerungen hoch.

        Santiago de Chile bei Nacht - die Aussicht von meinem Airbnb-Appartement

        Meine sozusagenen Urlaubstage verbrachte ich mit ein paar kurzen Wanderungen, erkundete schöne Orte und machte zwischendurch einige Trailruns.


        Nach drei Monaten fast ausschließlich in der Natur brauchte ich ein paar Tage, um mich wieder an Städte, Straßen und die vielen Menschen zu gewöhnen. Manchmal stand ich irgendwo mitten im Trubel und dachte mir, dass ich jetzt eigentlich viel lieber wieder in den Bergen wäre - mit meinem Zelt und der Stille der Wildnis um mich herum.


        Die letzten zwei Wochen waren also ein langsamer Einstieg zurück in die Zivilisation. Eine Zeit, um die Eindrücke der vergangenen Monate wirken zu lassen und dieses Abenteuer langsam ausklingen zu lassen.


        Der Fischerhafen Angelmó in Puerto Montt - hier tummeln sich immer jede Menge Seelöwen und hoffen darauf, etwas von den Fischabfällen abzubekommen

        Frisch vom Boot zum Verkauf. Da ich Meeresfrüchte liebe, habe ich am Fischmarkt lecker geschmaust.

        Ich könnte diese knuffigen Tiere stundenlang beobachten 


        Angekommen in Valdivia - hier sieht man noch heute deutliche Spuren deutscher Einwanderung aus dem 19. Jahrhundert. Viele Restaurants, Cafés und Bäckereien verwenden deutsche Wörter wie „Brot“ oder „Kuchen“. "Kuchen" wird übrigens in ganz Chile angeboten ;)

        In Valdivia wage ich mich an meinen ersten Trailrun nach langer Zeit des ausschliesslichen Wanderns

        Es gibt tatsächlich ein paar richtig schöne Trails

        Valdivia 


        In Valdivia fühlte ich mich fast wie auf den Galapagos Inseln - überall auf der Seepromenade liegen diese riesigen Seelöwen herum


        Da schmaust jemand am Fischmarkt

        Eine alte Burgruine in Niebla 

        Am Strand von Niebla


        In meinem Airbnb in Concepción habe ich vom Bett aus eine mega Aussicht auf den Sonnenuntergang 

        Auch in Concepción finde ich wieder schöne Strecken fürs Trailrunning 


        Und zwischendurch lasse ich es mir natürlich auch gut gehen - hier mit einem Pie de Limon, ein chilenischer Kkassiker

        Zurück in Santiago angekommen 

        Cerro Santa Lucía in Santiago 

        Auch wenn diese Reise hier endet, werden die Erinnerungen an all die Abenteuer ewig bleiben.



        => Hier findest du alle meine Fotos von Puerto Montt <=


        Samstag, 28. Februar 2026

        The Greater Patagonian Trail - Sektion 21 und mein Abschied nach 3 Monaten Wildnis

        By On Februar 28, 2026


        Drei Monate bin ich nun bereits auf dem Greater Patagonian Trail (GPT) unterwegs. Drei Monate voller wilder Landschaften, einsamer Täler, improvisierter Wege und vieler unerwarteter Begegnungen. 


        Eigentlich hatte ich geplant, bis zum 5. März weiterzuwandern, um noch die Sektionen 21 und 22 zu schaffen. Doch manchmal muss man Pläne etwas ändern bzw. anpassen.

        Es kamen mehrere Dinge zusammen: Zum einen war ab Freitag eine Schlechtwetterperiode mit starkem Regen angekündigt. Zum anderen hätte ich den See Todos los Santos überqueren müssen - was sich als ziemlich kompliziert herausgestellt hat. Es gibt dort nämlich keine regelmäßige Fähre. Und selbst wenn sie fährt, kommt sie nicht bis ans Ufer, da das Wasser zu seicht ist. Man muss also zuerst mit einem kleinen Boot etwa einen Kilometer auf den See hinausgefahren werden, um überhaupt auf die Fähre zu kommen. Zudem muss der Kapitän im Vorhinein informiert werden. Alles nicht so einfach. Ich nahm Kontakt mit Rudy auf, einem Siedler, der am Ufer des Sees lebt, und fragte ihn, ob er mich mit seinem Motorboot zur Fähre bringen könnte - natürlich gegen Bezahlung. Die Kommunikation mit ihm war aber etwas schwierig und schleppend. Am Ende war mir das Ganze zu unsicher. Wenn die Abmachung mit Rudy nicht geklappt hätte, hätte ich zwei Tage im Starkregen zurück nach Las Gaviotas wandern müssen.


        Also traf ich schweren Herzens die Entscheidung, einen Teil der Sektion 21 noch als letzte Tageswanderung zu machen und den GPT danach für diese Saison zu beenden.


        Sonnenuntergang am Rupanco-See am Strand von Las Gaviotas, wo auch mein Campingplatz liegt


        26. Februar 2026  - Meine letzte Wanderung am GPT

        Früh am Morgen machte ich mich vom Campingplatz am Rupanco-See mit meinem Tagesrucksack auf den Weg zur Laguna Los Quetros. Unglaublich, wie leicht sich alles anfühlte. Nach Monaten mit schwerem Trekkingrucksack war es ziemlich ungewohnt, mit so leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Mehr als einmal musste ich kurz fühlen, ob der Rucksack überhaupt noch auf meinen Schultern sitzt.



        Der relativ gut ausgebaute Weg führte durch dichten Regenwald, vorbei an Bächen und moosbedeckten Bäumen. Es war eine schöne und entspannte Wanderung. Bei der Laguna machte ich meine Mittagspause.


        Laguna Los Quetros 


        GPT21 - Technische Daten:

        • Distanz: 20 km

        • Höhenmeter: 827 m


        Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

        • Distanz: 1.336 km

        • Höhenmeter: 53.143 m


        Ich bin also in den letzten 3 Monaten insgesamt 1.336 km und 53.143 Höhenmeter gewandert. Klingt erstmal viel, ist es auf den gesamten Zeitraum gerechnet aber nicht wirklich. Es ist sogar deutlich weniger als ich anfangs erwartet hatte. Ich habe unterschätzt, wie langsam man teilweise vorankommt, vor allem in weglosen Abschnitten oder wenn man sich kilometerlang durch dichtes Gebüsch schlagen muss. Zudem habe ich mehr Ruhetage eingelegt als ursprünglich geplant - gegen Ende oft auch zwangsweise wegen des schlechten Wetters. Aber da es sowieso nie das Ziel war, möglichst viele Kilometer zu machen, sondern den Trail und die Natur zu genießen, bin ich schlussendlich völlig zufrieden mit dem Resultat.


        27. Februar 2026 - Zurück Richtung Zivilisation

        Am nächsten Morgen ging es dann endgültig zurück in die Zivilisation. Eine kleine Fähre sollte um 7 Uhr am Strand vor meinem Campingplatz in Las Gaviotas anlegen.

         

        Noch im Stockdunkeln stand ich auf, baute mein Zelt ab und packte meine Sachen. Die Tage sind hier inzwischen deutlich kürzer geworden, es wird erst gegen 7:30 Uhr hell.


        Ich ging zum Strand und stand dort nun ganz alleine im Dunkeln. Keine Menschen, keine Lichter und weit und breit keine Fähre zu sehen. Für einen Moment dachte ich schon, dass vielleicht gar keine kommen würde. Doch dann tauchte sie plötzlich doch auf. Am Anfang war ich der einzige Passagier an Bord. Die Überfahrt dauerte etwa eine Stunde und kostete 200 chilenische Pesos, also ungefähr 20 Cent. Ich hatte allerdings nur 500 Pesos dabei. Die Bootsleute hatten kein Wechselgeld und wollten mir die Fahrt deshalb sogar schenken. Natürlich habe ich ihnen trotzdem die 500 Pesos gegeben. Chile überrascht mich immer wieder: manche Dinge sind hier unglaublich teuer und andere wiederum extrem günstig.



        Nach der Überfahrt ging es für mich weiter nach Puerto Montt, wo ich mir für ein paar Tage ein kleines Mini-Apartment im Hospedaje Valencia gemietet habe. Die Unterkunft ist sehr zu empfehlen. Sie befindet sich zwar etwas außerhalb der Stadt, die Besitzerin ist aber super lieb und das kleine Apartment inklusive Frühstück kostet 27.000 CLP pro Nacht, was für Chile relativ günstig ist. 


        Die Katze in meiner Unterkunft sieht mich an als käme ich von einem anderen Planeten (und genauso fühle ich mich auch)

        Mein Plan ist es nun ein bisschen "Urlaub" zu machen in Chile und am Weg zurück nach Santiago noch ein paar schöne Orte besuchen.


        Es fühlt sich tatsächlich sehr komisch an, wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Ich vermisse jetzt schon die Wildnis und die Einsamkeit in den Bergen.




        Mein Resümee nach drei Monaten auf dem Greater Patagonian Trail

        Der Greater Patagonian Trail war tatsächlich mein allererster Weitwanderweg überhaupt. Ich musste mich also im Vorhinein erst einmal ausgiebig mit dem Thema Equipment usw. beschäftigen. Erst letztes Jahr habe ich mir mein erstes leichtes Zelt, einen Gaskocher usw. gekauft. Und dann musste ich natürlich lernen, wie man das Zeug überhaupt benutzt. Ich habe vor dem GPT ein paar kleine Mehrtageswanderungen in der Schweiz gemacht und bin dann noch für eine Woche in die Türkei gereist, um mein Equipment am Lykischen Weg zu testen.


        Und schon kurze Zeit später war ich in Chile und wanderte auf einem der einsamsten und unwegsamsten Fernwanderwege der Welt. Wenn ich heute darüber nachdenke, wirkt das selbst auf mich ein bisschen verrückt.


        Während der Planung war ich mir nicht sicher, wie lange ich überhaupt unterwegs sein würde. Ich dachte mir: Wenn ich nach einer Woche merke, dass das alles nichts ist für mich oder es mir zu wild wird, dann höre ich einfach wieder auf. Doch im Endeffekt ist genau das Gegenteil passiert. Am Anfang hatte ich noch Mühe mit der Abgeschiedenheit, den oft nicht vorhandenen Wegen, dem ständigen Dreck, dem Schweiß und der Einsamkeit. Aber je länger ich unterwegs war, desto mehr begann ich genau das zu lieben.


        Besonders in Erinnerung bleiben mir die vielen Begegnungen mit den Einheimischen. Ich habe oft tagelang keine Menschenseele gesehen und dann plötzlich tauchte mitten im Nirgendwo ein Arriero - das sind sozusagen die Cowboys der Anden - auf. Diese waren verständlicherweise immer sehr erstaunt hier eine Frau alleine anzutreffen. Und dann gab es noch die Begegnungen mit den Menschen in den kleinen abgelegenen Dörfern, die immer unglaublich hilfsbereit und herzlich waren. Auch andere GPT-Wanderer habe ich getroffen, allerdings nur wenige. Meistens haben wir uns vorher über die Community vernetzt und bewusst irgendwo getroffen. Direkt am Weg selbst bin ich tatsächlich nur einem einzigen anderen GPT-Wanderer zufällig begegnet.


        Am Ende war der Greater Patagonian Trail eine riesige Herausforderung für mich. Eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass man viel mehr schaffen kann, als man denkt. Und ich liebe ja solche Herausforderungen und werde da auch immer sehr ehrgeizig.


        Ich hatte in diesen drei Monaten auch viele Höhen und Tiefen. Doch ich denke am Ende war beides notwendig, um das Ganze zu so einem unvergesslichen Abenteuer zu machen. 


        Der Trail hat mir nicht nur unglaubliche Landschaften gezeigt. Er hat mir auch gezeigt, mit wie viel Leidenschaft ich draussen unterwegs bin. Und ich bin mir ziemlich sicher:

        Das war nicht mein letzter Weitwanderweg. Und vielleicht komme ich auch schon sehr bald hierher zurück, um den GPT weiterzuwandern.






        => Hier findest du alle meine Fotos der 21. Sektion des GPT <=



        => Hier findest du alle meine Fotos von Puerto Montt <=







        Donnerstag, 26. Februar 2026

        The Greater Patagonian Trail - Sektion 20: Der Kampf mit dem Gebüsch

        By On Februar 26, 2026


        In dieser Sektion ging es wieder einmal an meine „Lieblingsbeschäftigung“: das Kämpfen durch dichtes Gebüsch. Mittlerweile fühle ich mich darin allerdings schon fast wie ein kleiner Profi und ließ mich davon im Vorhinein nicht abschrecken. Stellenweise wurde es dann aber doch ziemlich wild, aber zum Glück war der richtig schlimme Teil relativ kurz.


        Dafür war die Besteigung des Vulkans Antillanca umso schöner und belohnte mich mit traumhaften Aussichten. Und bis auf eine Einlegesohle, die am Gipfel kurzerhand von einer Windböe davongetragen wurde, war diese Sektion am Ende ein voller Erfolg.



        Montag, 23. Februar 2026 

        Ich startete am Montagmorgen vom Campingplatz in Anticura. Zuerst musste ich den Nationalparkeingang des Puyehue-Nationalparks passieren. Die CONAF-Parkranger baten mich, meine Kontaktdaten und meine Route in ein Formular einzutragen. Bezahlen musste ich nichts.

        Lustige Randbemerkung: Etwa zehn Tage später erhielt ich eine WhatsApp-Nachricht von einem der Parkranger, der mich fragte, ob ich gut an meinem Ziel angekommen sei und ob ich ihm noch ein paar Fotos von der Wanderung schicken könnte.


        Ich startete also in den dichten Regenwald. Die ersten Kilometer war der Weg noch gut instand gehalten, doch mit der Zeit wurde er immer verwachsener und schließlich auch von umgefallenen Bäumen blockiert. Genau in diesem Abschnitt begann es dann zu regnen. Gebüsch und Regen in Kombination sind eindeutig nicht meine Leidenschaft. Es dauerte nicht lange, und ich war klatschnass.



        Als ich den Regenwald hinter mir ließ und die Baumgrenze überschritten hatte, hörte zu meiner Erleichterung auch der Regen auf. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Wolken.


        Irgendwann kam ich zu zwei kleinen Bergseen namens Pampa Frutilla (auf Deutsch: Erdbeer-Pampa). Sie machten ihrem Namen alle Ehre, denn rundherum wuchsen massenweise reife Erdbeeren. Ich kam schon gegen 16 Uhr am See an und beschloss die Nacht hier zu verbringen. Trotz der ziemlich kühlen Temperaturen wagte ich mich noch kurz ins Wasser - eine Wohltat!  Den Rest des Nachmittags verbrachte ich damit, mir den Bauch mit Erdbeeren vollzuschlagen.






        Dienstag, 24. Februar 2026

        Mein Zelt war heute Morgen eine richtige Tropfsteinhöhle. Da es nachts recht kalt war, ist das Ganze sogar noch gefroren. Also wartete ich erst einmal, bis die Sonne herauskam und mein Zelt trocknete.



        Ich entschied mich für die Route mit der Besteigung des Vulkans Antillanca. Der Aufstieg war weglos und führte über steilen Vulkansand bergauf. Das bedeutete praktisch: ein Schritt nach vorne und zwei wieder zurück. Mit dem schweren Rucksack war das ziemlich anstrengend, aber die traumhafte Aussicht am Gipfel war jede Mühe wert.




        Während ich meine Mittagspause am Gipfel machte und meine Schuhe zum Trocknen ausgezogen hatte, kam eine Windböe und wehte mir tatsächlich eine meiner Einlegesohlen davon. Und damit war sie auch futsch. Am Ende war ich froh, dass nichts Wichtigeres weggeflogen ist.


        Der Abstieg war dann eine echte Freude: hinuntersliden im Sand. Das ging dann deutlich schneller voran.


        Als ich in tieferen Lagen wieder in den Wald kam, ging die Sache mit dem Gebüsch wieder los. Irgendwann hat es hier scheinbar mal einen Trail gegeben, der inzwischen völlig von dornigen Pflanzen überwuchert ist.


        Mitten im Gebüsch standen tatsächlich eine Kuh mit zwei Kälbern - keine Ahnung wie die dort hingekommen sind

        Es wurde heute ziemlich spät, denn ich musste unbedingt noch an eine Wasserquelle kommen. Seit dem Erdbeersee gab es nämlich kein Wasser mehr.


        Als ich irgendwann am Abend endlich an einem Fluss ankam, musste ich allerdings wieder ein Stück zurückgehen. Mitten in diesem dichten Dschungel war es nämlich unmöglich, einen halbwegs brauchbaren Zeltplatz zu finden.


        Mittwoch, 25. Februar 2026

        Heute wartete der härteste Teil der Etappe auf mich: stundenlanges, intensives Kämpfen durch dichtes Gebüsch. Aber ich war immerhin mental schon darauf vorbereitet. Ich beschloss diesmal Regenjacke, Regenhose und Gamaschen anzuziehen - eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellte. So war ich wenigstens vor den Dornen geschützt. Gestern sah meine Haut nämlich trotz langer Kleidung ziemlich wild aus, denn diese Dornen verursachen eine Art allergischen Hautausschlag. Außerdem habe ich mir jede Menge blutige Kratzer eingefangen.


        Zwar verwandelte sich mein Outfit schon bald in eine mobile Sauna und ich schwitzte wie verrückt, aber das war eindeutig das kleinere Übel.


        Anfangs ließ sich unter dem Gestrüpp noch so etwas wie ein verwachsener Pfad erahnen. Doch irgendwann wurde es ein richtiges Massaker: massenweise umgefallene Bäume lagen durch einen Windwurf übereinander. Das Ganze erinnerte mich ein bisschen an Mikado. Weder oben drüber noch unten durch schien wirklich realistisch. Fast eine Stunde kämpfte ich mich voran, nur um am Ende festzustellen, dass ich mich im Kreis gedreht hatte. Das GPS kam unter den hohen Bäumen auch nur schlecht durch. Es war wirklich zum Verzweifeln.





        Der richtig schlimme Abschnitt war vermutlich nur knapp einen Kilometer lang, aber ich brauchte fast zwei Stunden dafür. Danach bin ich auch noch mehrere Male von der Route abgekommen, konnte aber immer wieder zurückfinden.


        Massenweise reife Brombeeren - was für eine Belohnung nach dem Buschkampf!

        Umso erleichterter war ich, als ich schließlich in Las Gaviotas am Rupanco-See ankam. Am Ufer gibt es zwei kleine Campingplätze und ein Mini-Kiosk, dazu ein paar wenige Häuser von Siedlern, die hier wohnen. Die Campingplätze bieten jeweils nur fünf bis zehn Stellflächen, entsprechend ruhig ist es hier. Der günstigere war leider schon voll. Der andere verlangte satte 17.500 CLP, dafür waren allerdings nur zwei Familien da. Ich beschloss zu bleiben. 


        Lago Rupanco



        GPT19 - Technische Daten:
        • Distanz: 55 km
        • Höhenmeter: 2.322 m
        • Dauer: 2,5 Tage

        Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 
        • Distanz: 1.316 km
        • Höhenmeter: 52.316 m





        => Hier findest du alle meine Fotos der 20. Sektion des GPT <=