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Mittwoch, 4. Februar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 15: Zwischen heißen Quellen und Regentagen

By On Februar 04, 2026


Die wieder sehr kurze Sektion 15 zeichnete sich durch viele Schotterstraßen und noch viel mehr Hitze aus. Dafür waren aber auch richtig schöne Belohnungen zwischendurch dabei. Die heißen Quellen am Río Blanco, entspannte Tage rund um den Caburgua-See und die kleine Auszeit in Pucón waren eine richtige Wohltat. 


Der Caburgua See 

Mittwoch, 28. Januar 2026 

Heute war ein langer Tag auf eher unspektakulärem Untergrund. Insgesamt bin ich fast 30 Kilometer auf unbefestigten Straßen gewandert. Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, zumindest einen Teil davon per Anhalter zurücklegen zu können. Aber man mag es kaum glauben: Kein einziges Auto fuhr in die gewollte Richtung. Einmal kam ein Moped vorbei, einmal ein LKW, der nicht stoppte, und zwei Fahrzeuge fuhren in die entgegengesetzte Richtung. Das war’s. 


Trotzdem erreichte ich schon gegen 15 Uhr mein Ziel, die heißen Quellen am Río Blanco. Hier gibt es zwei Campingplätze, und ich entschied mich für die „Termas San Sebastián“. Zum Glück war kaum etwas los - nur zwei weitere Familien waren da. Der Campingplatz kostet 15.000 chilenische Pesos pro Nacht ( = ca 15€) und bietet dafür warme Duschen, WCs, einen Minishop und mehrere kleine Pools mit heißem Thermalwasser. Mein Zelt konnte ich direkt am Fluss aufstellen, was richtig schön war.


Am Nachmittag genoss ich die verschiedenen Becken der heißen Quellen und plauderte mit ein paar Chilenen.


Zur Feier des Tages gab es noch ein kaltes Bier in der warmen Quelle


Donnerstag, 29. Januar 2026 

Der Tag startete ganz entspannt mit einem Bad im Hot Pot.


Ein heißes Bad am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Die heutige Route begann gleich mit einem Schild, auf dem stand, dass der Weg gesperrt sei. Wie ihr euch denken könnt, ließ ich mich davon nicht wirklich aufhalten. Der Weg war grundsätzlich ganz okay, wird aber augenscheinlich schon seit längerem nicht mehr instand gehalten. Teilweise war er etwas verwachsen, und ein paar umgefallene Bäume lagen quer über dem Weg.



Es ging durch den Nationalpark Huerquehue, was landschaftlich sehr schön war. Ich konnte den Nationalpark aber nicht über den offiziellen Eingang verlassen, da ich ja quasi inoffiziell über einen gesperrten Weg hineingekommen bin und einen Konflikt mit der CONAF (= Parkranger) vermeiden wollte. Also beschloss ich in Richtung Caburgua See zu wandern, wo ich am späten Nachmittag ankam. Eigentlich hatte ich schon fest damit gerechnet, irgendwo am Ufer zu zelten, doch wie so oft auf Reisen lief es nicht ganz nach Plan. Direkt am See begann eine Schotterstraße, und das komplette Ufer ist mit Privatgrundstücken verbaut. Ferienhäuser, teilweise richtige Villen, reihen sich aneinander - alle umzäunt. Wildcampen war also keine Option.


Zwischendurch gab es einen öffentlichen Strand, aber dort waren so viele Menschen, dass auch dieser nicht infrage kam. Mit dem Trampen lief es ebenfalls nicht besonders gut. Erst als ich fast am Ende des Sees angekommen war, nahmen mich zwei Arbeiter die letzten drei Kilometer mit. Sie setzten mich an einem Campingplatz ab. Es war inzwischen spät, ich war müde, es war unglaublich heiß und ich hatte Durst und Hunger. Leider hatte ich wieder kein Glück. Die beiden Campingplätze dort verlangten umgerechnet 60 und 90 Euro pro Nacht, da sie nur ganze Stellplätze vermieten, die eigentlich für Großfamilien gedacht sind. Mir blieb also nichts anderes übrig als mich wieder zur Straße hochzuschleppen. Dort hatte ich nun endlich ein bisschen Glück. Es kam gerade ein kleiner Bus an und nahm mich noch ein paar Kilometer mit, bis kurz vor den Ort Caburgua. Dort fand ich endlich einen kleinen, familiär geführten Campingplatz, nur wenige Gehminuten vom See entfernt. Der Stellplatz kostete 10.000 chilenische Pesos.


Die Familie war super nett. Ich durfte meine Kleidung waschen, es gab warme Duschen, Strom am Stellplatz und Warmwasser zu bestimmten Uhrzeiten. Außer mir war nur noch ein anderes Pärchen dort. Ich kaufte mir im kleinen Kiosk nebenan eine Pizza und genoss den Sonnenuntergang am Strand. Ein schöner Abschluss eines anstrengenden Tages.



Freitag, 30. Januar 2026 

Diesen Morgen ging ich gemütlich an und verließ den Campingplatz erst gegen Mittag. Ich spazierte in den Ort Caburgua, was etwa eine halbe Stunde dauerte, und wartete dort auf den Bus Richtung Pucón, wo ich die nächsten Tage verbringen werde. Der Bus fährt alle 30 Minuten, die Fahrt dauerte 45 Minuten und kostete 1.600 CLP.


In Pucón kam ich für die ersten zwei Nächte in einem Airbnb unter.


Von fast überall aus in Pucón sieht man den imposanten Vulkan Villarrica


Am nächsten Tag traf ich mich mit Natalia von Couchsurfing. Sie ist Chilenin und verbringt den Sommer meist gemeinsam mit ihrer Mama in ihrem Ferienhaus in Caburgua. Natalia hat ein Auto und zeigte mir die Gegend. Wir besuchten die Thermalquellen Los Pozones (Eintritt 15.000 CLP pro Person) und danach einen traditionellen Markt der indigenen Mapuche: die Feria Kui-Kui Quelhue. Dort werden regionale Produkte verkauft, außerdem gibt es einfache Essensstände. Wir aßen ein traditionelles Gericht und ich probierte meinen allerersten Mate. Mate ist ein südamerikanisches Kräutergetränk aus den getrockneten Blättern der Yerba-Mate-Pflanze. Obwohl es vor allem als Nationalgetränk Argentiniens bekannt ist, wird es auch im südlichen Chile getrunken. Er enthält natürliches Koffein und wird traditionell mit einer Bombilla, einem Metallstrohhalm mit kleinem Sieb, getrunken.


Mate


Danach spazierten wir durch Pucón und gönnten uns zum Sonnenuntergang einen Drink am Strand von Pucón.




Da für die nächsten Tage starker Regen angesagt war, schlug Natalia vor, den letzten sonnigen Tag gemeinsam zu nutzen und mit ihrem Kajak auf den Caburgua-See hinauszupaddeln. Natürlich war ich da dabei.



Alpakas am Strand


Anschließend lud sie mich noch zu sich ins Ferienhaus zum Grillen ein. Ich lernte ihre 80-jährige Mama kennen, und wir verbrachten einen richtig schönen Nachmittag. Wegen des anhaltenden Regens blieb ich schließlich noch ein paar Tage länger als geplant in Pucón. Ich zog vom Airbnb in ein kleines Studio-Apartment im Hostal Lincoyan 690, das ungefähr genauso viel kostete (35.000 CLP pro Nacht). Pucón ist nicht günstig, da es sehr touristisch ist. Generell ist Chile eher teuer, vor allem was Unterkünfte betrifft. Mit dem kleinen Studio bin ich aber super happy: Es hat einen Balkon, ist schön groß, ich kann kochen und es ist perfekt für Regentage.


Wenn alles gut läuft, werde ich am Donnerstag mein Trekking fortsetzen, denn dann soll das Wetter wieder besser werden. Je weiter man nach Süden kommt, desto regnerischer und windiger wird es. Daran muss ich mich wohl langsam gewöhnen.



GPT14 - Technische Daten:

• Distanz: 55 km

• Höhenmeter: 1.555 m

• Dauer: 2 Tage


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz: 994 km 

• Höhenmeter: 39.044 m

• Dauer: 46 Tage







=> Hier findest du alle meine Fotos der 15. Sektion des GPT <=











Mittwoch, 28. Januar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 14: Eine halbe Stunde Argentinien und Besteigung des Sollipulli

By On Januar 28, 2026


Die Sektion 14 war insgesamt eine richtig schöne Etappe. Zur Abwechslung gab es für mich keine wirklichen Tiefpunkte, dafür ein paar Höhepunkte. Die Morgenstimmung an einer warmen Lagune hatte etwas Magisches, wie sie so ruhig vor sich hin dampfte, und auch die Besteigung des Vulkans Sollipulli war ein echtes Highlight. Die Sektion war eher kurz, hat mir aber trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - sehr gut gefallen.

Am Vulkan Sollipulli 


19.- 23. Januar 2026

In dem kleinen Örtchen Lonquimay gönnte ich mir erst mal drei wohlverdiente Pausentage. 


Während dieser Zeit meldete sich Felix bei mir. Ein junger Franzose, der gerade sein Zahnarztstudium abgeschlossen hatte und ebenfalls auf dem Greater Patagonian Trail unterwegs ist. Er schrieb mir über eine GPT-Gruppe, dass er gerade am Weg nach Lonquimay sei.


Wir trafen uns schließlich und verbrachten knapp zwei Tage zusammen. Dabei tauschten wir unsere verrücktesten Trekking-Erlebnisse aus und philosophierten über das Unterwegssein. Außerdem gab er mir ein paar Tipps, wie ich mein Rucksackgewicht reduzieren könnte, denn das ist leider immer noch etwas zu hoch.


Felix wandert nach Norden, also genau in die entgegengesetzte Richtung wie ich. Und so trennten sich unsere Wege dann auch wieder.


Freitag, 23. Januar 2026 

Nach dieser ausgiebigen Erholung ging es heute mit dem Bus von Lonquimay nach Icalma. Die Fahrt dauerte etwas mehr als zwei Stunden und kostete 3.300 chilenische Pesos.

In Icalma plante ich, zwei Tage zu bleiben. Meine Mission hier war es am nächsten Tag zu Fuß über die chilenische Grenze nach Argentinien zu wandern und noch am selben Tag wieder zurück, um meine 90 Tage Aufenthalt in Chile zu erneuern.


Ich hatte mir in Icalma ein sehr einfaches, mini-kleines Studio-Apartment gebucht. Das Duschsystem war eher rustikal. Entweder kam tröpfchenweise kochend heißes Wasser aus dem Duschkopf oder eiskaltes Wasser, ebenfalls ohne nennenswerten Wasserdruck. Also beschloss ich, auf das bewährte Schöpfprinzip umzusteigen.

Ich sammelte das kochend heiße Wasser in einem großen Suppentopf, mischte es mit kaltem Wasser und schüttete es mir mit einer kleinen Kaffeetasse über den Körper. Immerhin besser als Bergbäche, die voller Kuhfäkalien sind.


Samstag, 24. Januar 2026 

Heute Morgen startete ich um 9 Uhr meine Wanderung in Richtung argentinische Grenze.

Alles lief erstaunlich problemlos. Ich checkte aus Chile aus, reiste in Argentinien ein, machte dort etwa eine halbe Stunde Pause und wanderte dann das Ganze wieder retour. Die Grenzbeamten schauten mich natürlich etwas komisch an, als ich so schnell wieder zurückkam. Aber da ich mein schlechtestes Spanisch ausgepackt hatte, dachten sie sich wohl, dass Nachfragen keinen großen Sinn machen würden.


Bei der Wiedereinreise nach Chile wurde es dann etwas strenger. Sie wollten ein Rückflugticket sehen, eine Unterkunftsadresse und kontrollierten mein Gepäck ziemlich genau. Am Ende war aber alles okay und ich bekam meine neuen 90 Tage. Der ganze Spaß heute bedeutete übrigens eine 18 Kilometer lange Wanderung.


Sonntag, 25. Januar 2026 

Am späten Vormittag startete ich von meiner Unterkunft in Icalma offiziell in die Sektion 14.

Anfangs ging es noch eine ganze Weile die Straße entlang, die irgendwann zu einem Schotterweg wurde, später zu einem kleinen Pfad und am Ende zu einem komplett verwachsenen Trail. Eine Machete wäre hier definitiv von Vorteil gewesen.


Trotz der erschwerten Bedingungen kam ich bereits am frühen Nachmittag an einem kleinen Bergsee an (vermutlich heißt dieser "Laguna Olga", bin mir aber nicht ganz sicher) an dem ich unbedingt zelten wollte. Ein absolut idyllisches Fleckchen Erde. Ich hatte den See ganz für mich allein und schmiss mich natürlich sofort in die Fluten. Überraschenderweise war das Wasser erstaunlich warm.


Montag, 26. Januar 2026

Der Morgen war richtig magisch. Der warme See dampfte in der eiskalten Morgenluft.




Der Wandertag begann mit vielen Umwegen, hauptsächlich wegen Kuhherden mit Kälbern und Bullen, die teilweise ziemlich angriffslustig wirkten.


Der unbefestigte Weg endete plötzlich abrupt vor einem Graben. Unten lagen eine eingestürzte Brücke und ein Pickup im Bach. Es sah so aus, als wäre das Unglück noch nicht allzu lange her. Das Hinunter- sowie Hinaufkommen aus dem Graben war eine ziemliche Kraxelei. Ich musste mich außerdem durch dichtes Gebüsch kämpfen.




Der Plan für heute war eigentlich ein kurzer Wandertag mit Übernachtung auf einem Campingplatz, um am nächsten Tag den Vulkan Sollipulli zu besteigen. Der sogenannte Campingplatz stellte sich allerdings als Garten eines Privathauses heraus. Ich öffnete das Tor, klopfte an die Haustür, aber niemand öffnete. Also beschloss ich, meine Mittagspause hier zu verbringen. Ich holte mir Wasser aus dem Bad, lud meine elektronischen Geräte an der Steckdose und wartete. Als nach etwa einer Stunde immer noch niemand auftauchte, zog ich weiter.


Da ich mir noch unsicher war, ob ich mich für die Besteigung des Sollipulli bei den Parkrangern registrieren sollte, wählte ich erst einmal einen Umweg, um ihnen nicht zu begegnen. Das Problem war nämlich, dass die Ranger nur eine bestimmte Route auf den Vulkan erlauben und man auch über dieselbe wieder absteigen muss. In diesem Fall könnte ich meinen großen Rucksack bei ihnen lagern. Würde ich aber über eine andere Route absteigen, könnte ich mir ein gutes Stück Weg sparen.


Am Ende schlug ich mein Zelt irgendwo im Gebüsch auf, nicht allzu weit von den Rangern entfernt. Ich fand ein schönes, flaches Plätzchen.


Dienstag, 27. Januar 2026

Heute Morgen beschloss ich kurzerhand, den Parkrangern aus dem Weg zu gehen, da ich meine eigene Route gehen wollte. Also wieder ein kleiner Umweg durchs Gebüsch.


Um kurz nach 8 Uhr startete ich den Aufstieg auf den Sollipulli über die Nordflanke. Etwa tausend Höhenmeter ging es nach oben, aber es fühlte sich überraschend leicht an - trotz des schweren Rucksacks. Ich denke mein Körper hat sich mittlerweile gut daran gewöhnt. Der Weg war gut und die Ausblicke während des gesamten Aufstiegs einfach atemberaubend.





Nach ungefähr zweieinhalb Stunden stand ich am Gipfel. Die Kulisse war unglaublich eindrücklich, mit Blick auf den Gletscher, der direkt im Krater des Sollipulli liegt. Der Vulkankrater hat einen Durchmesser von vier Kilometern. In seinem Inneren liegt ein gigantischer Gletscher, der bis zu 650 m tief ist.




Der Abstieg erfolgte über die Ostflanke - weglos im Freestyle-Modus. Danach ging es wieder eine ganze Weile entlang einer Schotterstraße. Leider kam kein einziges Auto vorbei, sodass Trampen keine Option war.

Ich verbrachte die Nacht schließlich neben einem Fluss.


Mittwoch, 28. Januar 2026

Nach etwa vier Kilometern auf einer unbefestigten Straße ging meine Route heute nahtlos in die Sektion 15 über.



GPT14 - Technische Daten:

• Distanz: 70 km

• Höhenmeter:  2.711 m

• Dauer:  3 Tage


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz:  939 km 

• Höhenmeter:  37.489 m

• Dauer: 45 Tage



=> Hier findest du alle meine Fotos der 14. Sektion des GPT <=







Donnerstag, 22. Januar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 9, 10, 11 & 12: Zwischen Vulkanen und angriffslustigem Getier mit zu wenig Proviant

By On Januar 22, 2026

Diesmal habe ich gleich vier Sektionen aneinandergereiht, ohne einen Erholungstag dazwischen. Das war nicht direkt so geplant, sondern hat sich eher einfach so ergeben, da die Etappen recht kurz waren. 

Die Tage waren heiß, die Nächte meist eisig kalt. Morgens stand ich vor einem eingefrorenen Zelt, tagsüber lief mir der Schweiß aus sämtlichen Poren. Dazwischen Vulkane, Araukarien, staubige Wege, wegloses Gelände - und immer wieder ein paar schöne Begegnungen.

Am Ende ging mir der Proviant aus, so dass ich die Route ein bisschen ummodellieren musste. Mit Hunger kann ich nämlich leider sehr schlecht umgehen. 

Sektion 9

Montag, 12. Januar 2026

Am Morgen ging es mit dem Bus von Antuco zurück nach Abanico - dort, wo ich zwei Tage zuvor Sektion 8 beendet hatte. Ich war ziemlich gespannt, ob der Bus überhaupt kommen würde, denn im Dorf konnte mir niemand eine vertrauenswürdige Information über die Abfahrtszeiten sagen. Aber ich hatte Glück - irgendwann kam er tatsächlich.

Ich entschied mich für eine Route in tieferen Lagen, ohne Bergpass oder Grat. Am Nachmittag war Regen und eventuell Gewitter angesagt, und ich wollte auf keinen Fall noch einmal weit oben und ausgesetzt in ein Unwetter geraten. 

Zuerst ging es eine unbefestigte Straße entlang. Ich hatte noch einmal Glück, denn ich konnte per Anhalter bei fünf Bauarbeitern ein Stück mitfahren - bis zur Laguna Laja. Wir mussten durch eine Nationalpark-Kontrolle, aber man hat kein Ticket von mir verlangt. Wahrscheinlich, weil ich mit den Arbeitern im Auto saß.

Laguna Laja

Danach folgte der Weg dem Ufer der Laguna Laja, einmal rund um den Vulkan Antuco. Entlang der Strecke stehen viele Gedenkmonumente für 44 Soldaten, die hier 2005 bei einem Schneesturm ums Leben gekommen sind.


Als ich schon einige Kilometer in den Beinen hatte, kam tatsächlich noch einmal ein Auto. Wie so oft fuhr es zuerst vorbei, dann hielt es an und kam im Rückwärtsgang retour. Drinnen saßen drei Männer - Vater, Sohn und Großvater -, die einfach aus Spaß durch die Gegend fuhren, um die Landschaft zu erkunden. Sie boten mir an mich ein Stück mitzunehmen, was ich dankend annahm.

Später ging es auf einem Pferdetrail weiter. Es begann leicht zu regnen, aber zum Glück nicht stark, und das Gewitter blieb aus. Gott sei Dank! Mein Camp schlug ich auf einem Pass auf etwa 2.000 Metern Höhe auf, wo ich eine schöne, flache Wiese fand.


Dienstag, 13. Januar 2026

Die Nacht war eiskalt, genauso wie der Morgen. Mein Zelt war komplett eingefroren. Dieser ständige Wechsel aus schweißtreibend heißen Tagen und eisig kalten Nächten ist schon interessant. Tagsüber träume ich von der kalten Nacht, nachts dann wieder von ein bisschen mehr Wärme.

Heute ging es hinunter das Mapuche-Dörfchen Trapa Trapa. Die Mapuche sind die ursprünglichen Bewohner großer Teile von Südchile und Argentinien. Ihr Name bedeutet „Menschen der Erde“, und genau so leben sie auch: sehr eng verbunden mit der Natur, den Bergen, Flüssen und Wäldern. Über Jahrhunderte hinweg haben sie sich erfolgreich gegen Eroberer verteidigt - zuerst gegen die Inka, später gegen die Spanier. Viele Mapuche leben bis heute in kleinen, oft abgelegenen Dörfern und halten an ihren Traditionen, ihrer Sprache und ihrer einfachen, selbstversorgenden Lebensweise fest. Die Natur gilt für sie nicht als Besitz, sondern als etwas, das man respektiert und schützt. 

Viel gab es in Trapa Trapa nicht, aber ich fand einen kleinen Minishop und konnte mir zumindest ein paar Snacks kaufen.


GPT09 - Technische Daten:
• Distanz: 40 km 
• Höhenmeter: 941 m
• Dauer: 1,5 Tage
 

=> Hier findest du alle meine Fotos der 9. Sektion des GPT <=



Sektion 10 

Gegen 14 Uhr startete ich nahtlos in die Sektion 10. Der Weg führte hinauf in ein Tal mit unglaublich vielen Puestos (= einfache Unterkünfte, meist Holzhütten). Hier in dieser Gegend sind im Sommer nicht nur die Arrieros in den Bergen, sondern oft gleich die ganze Familie, um die Tiere zu hüten. Ich traf auf massenweise Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe. Zum Glück wirkten die Tiere hier halbwegs friedlich.


Mittwoch, 14. Januar 2026

Der Tag begann mit einem steilen Aufstieg und einer längeren, wunderschönen Gratwanderung mit Blick auf schneebedeckte Vulkane.


Die Natur veränderte sich wieder deutlich. Plötzlich tauchten die faszinierenden Araukarien auf. Es handelt sich dabei um uralte, fast schon prähistorisch wirkende Bäume. Mit ihren dicken Stämmen und den steifen, schuppenartigen Nadeln sehen sie aus, als kämen sie aus einer anderen Zeit. Besonders sind sie, weil sie extrem widerstandsfähig sind, bis zu über 1.000 Jahre alt werden können und für die Mapuche eine große kulturelle Bedeutung haben - ihre Samen stellen eine wichtige Nahrungsquelle dar. Sie schmecken scheinbar ähnlich wie Maroni. Leider werden sie erst ab Mitte Februar reif.



Am späten Nachmittag kam ich bei der Laguna El Barco an. Dort gibt es tatsächlich einen Campingplatz, da eine unbefestigte Straße hinführt. Kosten: 8.000 CLP. Ich war überrascht, wie viel los war - und das an einem Mittwoch.

Man konnte Tortillas, Sopapaillas, Snacks und Getränke kaufen, allerdings sehr limitiert. Zum Trinken gab es zum Beispiel nur Fanta. Ich probierte meine erste Sopapailla - sie erinnerte mich an österreichische Krapfen. Der 11-jährige Alvaro, der Sohn der Sopapaillas-Verkäuferin, verfolgte mich wie ein Hündchen und löcherte mich mit Fragen zu meiner Wanderung. Er war völlig fasziniert.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Früh morgens kam tatsächlich Alvaro zu meinem Zelt, um sich von mir zu verabschieden. Zum Schluss umarmte er mich einfach. Das war wirklich herzerwärmend.

Es ging über einen Schotterweg in das Dörfchen Guallalí. Ein Einheimischer, der mit dem Auto an mir vorbeifuhr, rief mir zu, ich solle unbedingt bei dem Holzhaus von Romina anhalten und dort etwas essen. 

Als ich das Dorf erreichte - es besteht aus gerade einmal fünf Häusern -, fuhr die Dorfpolizei an mir vorbei und fragte, was ich hier mache. Ich erklärte ihnen im Groben meine Route. Sie waren zufrieden und fuhren weiter.
Ich fand das beschriebene Holzhaus. Nach mehrmaligem Rufen kam Romina heraus. Sie zeigte mir ihren kleinen Minishop und bot mir sogar an, ein Mittagessen zu kochen, wenn ich eine Stunde Zeit hätte - die hatte ich natürlich. Sie bereitete mir einen jungen Schafbock mit Kartoffelpüree und Salat zu, dazu gab es selbstgemachte Limonade.

Romina erzählte mir, dass sie hier mehr oder weniger als Selbstversorger leben. Alles kommt aus dem eigenen Garten und das Fleisch von den eigenen Tieren. Erst seit 11 Jahren gibt es Strom im Dorf und alle sind miteinander verwandt. Auf meine Frage wieso es so viele kleine Polizeiposten in dieser Gegend gäbe, erklärte sie, dass das wegen der nahen argentinischen Grenze sei. Es komme immer wieder zu Viehdiebstählen, deshalb patrouilliert die Polizei regelmäßig zu Pferd entlang der Grenze.


GPT10 - Technische Daten:
• Distanz: 54 km
• Höhenmeter: 1.627 m
• Dauer: 2 Tage
 

=> Hier findest du alle meine Fotos der 10. Sektion des GPT <=



Sektion 11 

Mit ziemlich vollem Bauch machte ich mich gegen 14:30 Uhr wieder auf den Weg. Hier begann nun offiziell Sektion 11. Unterwegs traf ich mehrere Arrieros, die mich immer wieder vor Pumas und Wildschweinen warnten.

Am Abend, als mein Zelt bereits stand und ich gerade Wasser holen war, kam plötzlich ein Arriero mit Pferd und Hund angeritten und inspizierte mein Zelt. Ich sprach ihn an und fragte, ob es okay sei, hier zu zelten. Er war super freundlich, heißt Jorge und wohnt in einem nahegelegenen Puesto. Ich war sehr froh, dass er mir wohlgesinnt war, denn ich hatte schon öfters gehört, dass manche Einheimische Fremde auf ihrem Land nicht dulden würden. 

Freitag, 16. Januar 2026

Und wieder war mein Zelt am Morgen eingefroren, obwohl ich nur auf etwa 1.000 Metern Höhe war. Es dauerte, bis alles aufgetaut war, deshalb startete ich später als geplant. Beim Aufstieg traf ich erneut viele Arrieros - alle freundlich, jedoch wieder mit Warnungen vor Pumas und Wildschweinen.

Ich kam an mehreren Kuhherden vorbei, die mit gesenktem Kopf und hysterischem Muhen auf mich zukamen. Das wirkte alles andere als freundlich, also machte ich große Umwege, um ihnen auszuweichen. Danach folgte ein sehr steiler Aufstieg, und ich stellte mein Zelt auf etwa 2.000 Meter Seehöhe auf.

Samstag, 17. Januar 2026

Obwohl ich rund 1.000 Meter höher schlief als die Nacht zuvor, war es deutlich wärmer. Im Zelt hatte ich morgens etwa 5 Grad, und es war trocken - nichts eingefroren. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Es ging heute großteils weglos voran, durch sehr steiles Gelände mit losem Gestein. Die Navigation war mühsam, ich musste ständig am GPS-Gerät schauen, ob ich mehr oder weniger richtig war. Dafür war die Landschaft einfach gigantisch. Alles hier ist wieder sehr vulkanisch, und stellenweise roch es stark nach faulen Eiern, weil schwefelhaltiger Dampf zwischen den Felsen aufstieg - ein unglaubliches Naturschauspiel.



GPT11 - Technische Daten:
• Distanz: 38 km
• Höhenmeter: 2.293 m
• Dauer: 2 Tage


=> Hier findest du alle meine Fotos der 11. Sektion des GPT <=



Sektion 12  

Gegen Mittag ging es direkt in da die Sektion 12 über. Ich kam an heißen Quellen vorbei, die aber ziemlich verschlammt waren und nicht wirklich zum Baden einluden. Ein Bach war sogar so heiß, dass ich mir den Finger verbrannte.

Später kam ich zu besser hergerichteten heißen Quellen und freute mich schon auf ein Bad. Leider hatte ich Pech: Es war Samstag, und eine größere Ausflugsgruppe mit Pferden und Zelten war bereits dort. Also ging ich weiter. Mein Zeltplatz war eher mittelmäßig - ziemlich schräg, aber immerhin Wasser in der Nähe und etwas versteckt.

Sonntag, 18. Januar 2026

Ich kam wieder in tiefere Lagen und an massenweise Kuhherden vorbei, oft mit riesigen Bullen. Ich mache wie gesagt inzwischen immer große Umwege deswegen. Nicht selten fixiert mich ein Bulle mit gesenktem Kopf und scharrt dabei mit der Vorderhufe im Boden. Vermutlich kein gutes Zeichen. 



Fast genauso aggressiv sind die Schlangen hier. Ich habe schon einige gesehen. Sie liegen oft einfach am Weg und bewegen sich nicht. Wirft man ein kleines Steinchen, verschwinden sie keineswegs, sondern kommen sogar noch auf einen zu. Sie sind scheinbar nicht giftig, aber sehr angriffslustig, und ein Biss kann üble Infektionen verursachen.


Die Wege waren heute extrem staubig. Der Staub geht durch Schuhe, Socken und Kleidung. Er ist in der Nase und in den Ohren - einfach überall. Man ist am Ende des Tages von Kopf bis Fuß dreckig, inklusive Rucksack. Meinen ersten Zeltplatz baute ich wieder ab, weil das Zelt sofort komplett eingestaubt war. Ich ging weiter, fand ein Stück Wiese, reinigte grob mein Zelt und wusch mich samt Kleidung. Viel bringt das nicht, spätestens morgen sieht alles wieder genauso aus.

Beim begutachten meines Proviants stellte ich fest, dass meine Essensreserven nicht bis zum Ende der Sektion reichen würden. Deshalb beschloss ich, am nächsten Tag eine andere Route zu nehmen, die in das Örtchen Lonquimay führt. Wenn ich Glück habe, kann ich einen Teil davon per Anhalter zurücklegen. Mit Hunger kann ich absolut nicht gut umgehen.

Montag, 19. Januar 2026

Zum Glück war der Weg heute weniger staubig, sodass ich nicht völlig verdreckt in dem Ort ankam. Es ging ewig lange Schotterstraßen entlang, und zunächst hatte ich keinerlei Chance, ein Auto anzuhalten - es war einfach niemand unterwegs.

Als ich an ein paar Farmen vorbeikam, rief mich plötzlich ein Mann. Ich erklärte ihm, dass ich nach Lonquimay wollte. Er meinte, dass gleich ein Bus kommen sollte und ich bei ihm im Schatten warten könne. Ich konnte es kaum glauben, aber tatsächlich kam keine zehn Minuten später ein kleiner Bus angerumpelt. Was für ein unglaubliches Glück! 

GPT12 - Technische Daten:
• Distanz: 60 km
• Höhenmeter: 1.221 m
• Dauer: 2 Tage




Nun werde ich mir wieder ein paar Erholungstage gönnen und all die kleinen Annehmlichkeiten in vollen Zügen genießen, die man auf so einer Wanderung nicht hat.


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 
• Distanz: 848 km 
• Höhenmeter: 34.441 m
• Dauer: 41 Tage




Sonntag, 11. Januar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 8: Vulkanland und Cowboys

By On Januar 11, 2026


Die Sektion 8 des Greater Patagonian Trails führt durch ein stark vulkanisch geprägtes Gebiet mit heißen Quellen, staubigen Wegen und unzähligen Flussquerungen. Dazu kamen lästige Rossbremsen, große Hitze - und ganz viele schöne Begegnungen mit Cowboys, hier in der Gegend Arrieros genannt. Gemeint sind traditionelle Viehtreiber. Sie reiten meist auf Pferden durch die Berge und leben oft tage- oder wochenlang draußen. Die meisten von ihnen sind unglaublich herzlich, neugierig und nicht selten ziemlich erstaunt, einer alleine wandernden Frau in den Anden zu begegnen.

Laguna de Laja

Sonntag, 4. Januar 2026

Nach zwei entspannten Erholungstagen in San Fabián - mit viel Kuchen, Salat, frischen Früchten und Poolzeit - ging es am Sonntagmorgen per Autostopp los zum Start der Sektion 8. Ich hatte riesiges Glück: Zuerst nahm mich eine nette Farmerfamilie mit, später vier junge Leute, die einen Wochenendausflug zu einem Wasserfall machten. Dank ihnen konnte ich mir einige Kilometer auf einer unbefestigten Straße sparen. Irgendwann kam ihr Auto aber nicht mehr weiter, da der Weg immer rustikaler wurde. Und wieder hatten wir Glück - ein Pickup nahm uns noch ein paar Kilometer mit. Alle waren völlig begeistert davon, dass ich hier alleine die chilenischen Anden durchquere.


Ja, der Weg war wirklich holprig 

Gleich zu Beginn meiner heutigen Wanderung stand eine große Herausforderung an: die Querung des Flusses Río Ñuble. Ich versuchte es zuerst ohne Rucksack. Das Wasser ging mir bis über die Hüften, die Strömung war stark und ich schaffte es nicht auf die andere Seite. Also ging ich noch einige Kilometer flussaufwärts und fand tatsächlich eine Stelle, an der ich den Fluss problemlos überqueren konnte. Meine neuen Schuhe haben die Flussquerung gut überstanden, sehen mittlerweile aber alles andere als neu aus.


Mein heutiges Highlight waren zwei Spechte mit knallrotem Kopf, die über mir an einem Baum herum hämmerten.



Der Zeltplatz war so mittelmäßig. Extrem staubig, dafür aber Wasser in der Nähe, sodass ich noch baden konnte, was dringend nötig war bei dem ganzen Dreck. 


Lustigerweise sagten mir heute Morgen mehrere Leute, ich solle mich unbedingt bei allen Polizeiposten registrieren - das mache man hier aus Sicherheitsgründen so. Ich hätte das ehrlich gesagt auch gemacht, aber durch die vielen tollen Mitfahrgelegenheiten hatte ich es komplett vergessen.


Montag, 5. Januar 2026

Der Vormittag war extrem heiß und geprägt von sehr steilen Anstiegen, dafür aber immer mit fantastischem Blick auf den Vulkan Chillán. Meine Mittagspause machte ich an einer heißen Quelle, genauer gesagt in einem Tal mit heißen Flüssen. Rundherum waren noch einige kleine Schneefelder vorhanden - ein toller Kontrast. Hier oben war es nicht mehr so heiß, dazu kam Wind, also perfekt für ein ausgiebiges heißes Bad. Es war herrlich!


Den heißen Fluss am Genießen 

Der restliche Weg war wieder unglaublich staubig. Ich glaube, ich habe inzwischen eine richtige Staublunge, denn bei jedem Schritt wird  der Staub aufgewirbelt und manchmal fährt auch der Wind hinein. Später ging es wieder in tiefere Lagen, es wurde stark neblig und teilweise nieselte es sogar. Es stand erneut eine Flussüberquerung an. Sie war zwar einfach, aber das Wasser ging mir bis zur Hüfte.



Eine Kuh mit zwei Kälbern war gar nicht begeistert, dass ich an ihr vorbeiging, und wollte mich tatsächlich attackieren. Mein Kampfschrei hat sie dann aber doch aufgehalten. Ich traf einen netten Arriero und campte neben einem Fluss. Der Zeltplatz war nicht besonders genial: nicht ganz flach und extrem staubig.


Dienstag, 6. Januar 2026

Mein heutiges Ziel waren die heißen Quellen Termas Los Peucos. Dort soll es eigentlich einen Campingplatz geben und mit etwas Glück auch ein Kiosk, wo man Snacks kaufen kann. Da die Termas Los Peucos aber sehr abgelegen sind und die meisten Leute mit Pferden kommen, ist dort oft wenig bis nichts los.


Ich hatte nur einen halben Wandertag geplant und kam schon mittags an meinem Ziel an. Der Plan war es, den Rest des Tages zu entspannen und erst am nächsten Tag weiterzuziehen. Als ich mich den Quellen näherte, hörte ich bereits Pferdegewieher und viele Stimmen. Vor Ort waren zwei Cowboy-Gruppen, die hier übernachtet hatten.  Sie ziehen mit ihren Pferden für mehrere Tage durch die Berge. Die Männer erklärten mir, dass das Camp schon seit längerer Zeit verlassen ist, weil es Probleme mit der Administration gibt. Also leider auch kein Kiosk. Der Vorteil: Ich musste nichts bezahlen.


Ich wartete, bis die Cowboys weg waren, bevor ich mich in die heißen Pools wagte. Die Männer schienen nämlich nur darauf zu warten, mich dabei beobachten zu können - diese Freude gönnte ich ihnen aber nicht. Einer der Cowboys gab mir noch eine kleine Blitz-Reitstunde und hievte mich auf sein Pferd. Es war ein ziemlich ungestümer Gaul. 



Sie wollten noch unbedingt ein paar Fotos mit mir machen bevor sie aufbrachen. Als sie dann weg waren hatte ich diesen wunderschönen Ort ganz für mich allein.



Es gab sogar Toiletten mit funktionierender Spülung - purer Luxus. Ich genoss einen gemütlichen Nachmittag, badete in den heißen Quellen, wusch meine Wäsche und entspannte.


Am Abend verpasste mir eine Schlange, die direkt vor meinen Füßen ins Gebüsch flitzte, einen kleinen Adrenalinkick. Kurz darauf spazierte noch ein ziemlich großer Fuchs am Camp vorbei, vermutlich auf der Suche nach den Essensresten der Cowboys.


Mittwoch, 7. Januar 2026

Der Morgen war eisig kalt und mein Zelt komplett voller Kondenswasser. Dafür wurde der Tag umso heißer, scheinbar über 38 Grad. Es gab wieder einmal viele Flussquerungen - alle recht einfach, und einen sehr steilen Anstieg. Später ging es durch einen Wald, in dem massenweise umgefallene Bäume lagen. Der Weg wurde dadurch zu einer mühsamen Kletterei.



Das Schlimmste an diesem Tag waren aber die Rossbremsen. Ab Mittag hatte ich konstant einen ganzen Schwarm um mich herum. Trotz langer Kleidung wurde ich mehrmals gestochen. Egal wie viele man von den Biestern erschlägt - eine Sekunde später sind wieder genauso viele da. Erst mit dem Sonnenuntergang verschwinden diese Untiere.


Die Zeltplatzsuche war schwierig. Es war zwar halbwegs flach, aber überall lag Kuh- und Schafmist, was geruchstechnisch ziemlich unangenehm war. Am Ende stellte ich mein Zelt unter einem Baum auf, der gefühlt jeden Moment hätte umfallen können. Auch der Bach neben meinem Camp war voller Exkremente. Ich konnte nur voll und ganz auf meinen Wasserfilter vertrauen.


Donnerstag, 8. Januar 2026

Schon kurz nach dem Start meiner heutigen Wanderung hatte ich einen großartigen Blick auf die riesige Laguna de Laja. Meinen Schwimmspot hatte ich aber bei der kleineren Laguna El Roble geplant. Dort kam ich bereits um 11:30 Uhr an und machte eine kleine Mittagspause.



Danach stand mir ein irrsinnig steiler Anstieg auf einen Bergpass bevor. Beim Aufstieg traf ich zwei nette Arrieros, die wie immer sehr erstaunt waren, eine Frau allein in den Bergen zu sehen. Wir plauderten ein wenig.


Kurz bevor ich den Pass erreichte und ich eine längere Gratwanderung vor mir hatte, sah ich dunkle Gewitterwolken hinter mir aufziehen. Die Wettervorhersage hatte eigentlich kein Gewitter angekündigt. Wer mich kennt, weiß, dass ich von Gewittern in den Bergen ziemlich traumatisiert bin. Wieder retour und absteigen fand ich keine gute Idee, da das Gewitter ja aus der Richtung kam. Ich versuchte also so schnell wie möglich voranzukommen. Mitten auf dem Grat wurde es ernst. Die dunklen Wolken waren fast über mir. Es blitzte und donnerte bereits. Ich wurde ein bisschen panisch, denn es gab absolut keine Möglichkeit, einen Unterstand zu  finden. Ich begann zu rennen, obwohl noch mehrere Kilometer Grat vor mir lagen. Ich schickte mehrere Stoßgebete in den Himmel. Schließlich kamen etwas höhere Büsche, in die ich mich hineinkauerte, um wenigstens etwas Schutz zu haben.


Es donnerte unheimlich laut genau über mir und ich sah einen Blitz weiter vorne am Bergkamm. So hockte ich dort ganze zwei Stunden im Gebüsch. Innerlich war ich schon darauf eingestellt, die Nacht hier zu verbringen Irgendwann beruhigte sich das Gewitter zum Glück etwas und ich beschloss weiterzugehen.


Kurz darauf traf ich einen Arriero namens Juan Carlos, der mit zwei Pferden und einem Hund den Berg heraufkam. Er beruhigte mich bezüglich des Gewitters und meinte es sei vorbei. Dann fragte er, ob er ein Foto von mir machen dürfe, was ich bejahte. Daraufhin machte er unzählige Fotos von mir und filmte mich sogar. Ich machte im Gegenzug natürlich auch ein Foto von ihm. Als nächstes fragte er mich nach meinem Namen und schickte kurz darauf jemandem eine Sprachnachricht, in der er erzählte, wie ich heiße. Das war schon alles etwas skurril, aber ich hatte das Gefühl, dass er eigentlich ein guter Kerl war. Er ritt noch eine ziemliche Weile neben mir her. Irgendwann verabschiedete er sich und zog weiter. Ich glaube, er ist einfach noch nie zuvor einer Frau begegnet, die allein in den Bergen unterwegs ist.



Ich fand schließlich einen schönen Zeltplatz auf einer Bergwiese.



Freitag, 9. Januar 2026

Es folgte ein langer Abstieg. Unten im Tal traf ich tatsächlich Juan Carlos vor seinem Puesto wieder. Er winkte mich zu sich heran und wir plauderten noch ein bisschen. Der Cowboy erzählte mir unter anderem, dass er quasi der Ministerpräsident der Arrieros hier in der Gegend sei. 


Danach kam ich in ein Gebiet, das man eigentlich nicht durchqueren darf: ein großes, wegen Wasserkraftanlagen gesperrtes Areal. Da ich von oben aus den Bergen kam, konnte ich problemlos hinein. Es folgten rund 17 Kilometer Schotterstraße, später dann Asphalt. Die Mitarbeiter der Wasserkraftanlage dürfen offenbar keine Wanderer mitnehmen, denn niemand hielt an -  was in Chile eigentlich sehr untypisch ist.



Beim Verlassen dieses Industriegebiets war der Mann am Eingangstor ziemlich erstaunt, mich dort zu sehen. Er erklärte mir, dass der Zugang normalerweise nicht erlaubt sei. Aber nun war es ja sowieso zu spät. Er war aber schlussendlich sehr nett. 


Als ich schließlich an einer Hauptstraße ankam, ging es per Anhalter ins nächste Dorf: Antuco. Ich hatte Glück: Schon das zweite Auto hielt an. Es war eine supernette venezolanische Familie. Wir tauschten auch gleich unsere Nummern aus, da sie mich gerne Mal zu sich nach Hause in Santiago einladen möchten. In Chile passiert es mir übrigens oft, dass Autos erst vorbeifahren und dann, wenn sie schon weit weg sind, plötzlich im Ruckwärtsgang zurückkommen, um mich mitzunehmen. Ich glaube, sie brauchen einfach etwas länger, um sich zu entscheiden. Die Familie ließ es sich nicht nehmen, mich direkt bis zu meiner Unterkunft zu fahren.


Nun stehen wieder zwei Erholungstage an, die ich jedes Mal sehr genieße - vor allem wegen des Essens. Ich hatte außerdem riesiges Glück mit meiner Unterkunft "Cabañas Puelche". Eigentlich wollte ich mir ein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad buchen. Als ich ankam, war das aber nicht mehr frei. Stattdessen bekam ich zum selben Preis von 20.000 CLP (18 € ) eine komplette Cabaña (Hütte) nur für mich allein - mit Küche und eigenem Bad - eigentlich für fünf Personen gedacht. Es gibt sogar einen Pool. Luxus pur!



Die Zeit in den Bergen liebe ich wirklich sehr. Ich schlafe im Zelt meistens unglaublich gut, und liebe es mit der Morgendämmerung und den Geräuschen der Natur zu erwachen. Tagsüber genieße ich die Natur, die kalten Bäche und die täglichen Abenteuer. Nicht zu vergessen all die herzlichen Begegnungen. Mindestens genauso sehr schätze ich aber auch die Erholungstage in den Dörfern: einkaufen zu können, richtig gut zu essen, zu duschen und all diese kleinen Luxusmomente. Genau diese Abwechslung macht diese Reise so besonders.


GPT08 - Technische Daten:

• Distanz: 126 km

• Höhenmeter: 5.052 m

• Dauer: 5,5 Tage


Insgesamt am Greater Patagonian Trail: 

• Distanz: 656 km

• Höhenmeter: 28.360 m

• Dauer: 33 Tage




=> Hier findest du alle meine Fotos der 8. Sektion des GPT <=






Samstag, 3. Januar 2026

The Greater Patagonian Trail - Sektion 7: Zwischen Ziegenherden, Rossbremsen und heißen Quellen

By On Januar 03, 2026

Erstaunlicherweise war ich auf dieser Sektion deutlich schneller unterwegs, als ich es erwartet hätte. Im Schnitt bin ich über 30 Kilometer pro Tag gewandert - unglaublich, wenn ich daran denke, wie kurz meine Etappen zu Beginn noch waren. Der Körper scheint sich an die Belastung zu gewöhnen. Natürlich hängt das Ganze stark von der Wegbeschaffenheit ab: Ob es einen richtigen Pfad gibt oder ob man sich durchs Dickicht kämpfen muss. Auf dieser Etappe waren die Wege meist recht einfach, was ein schnelles Vorankommen einfacher machte.

Sektion 7 war geprägt von vielen Puestos, den einfachen Unterkünften der Viehhirten, und von zahlreichen Arrieros, den Cowboys Patagoniens. Dazu kamen Ziegen- und Rinderherden, unzählige Flussdurchquerungen, große Hitze und endlose Bademöglichkeiten. Besonders beeindruckt haben mich die heißen Quellen, die mitten im Nirgendwo direkt aus dem Felsen sprudelten. 

Dazu kamen Pflaumenbäume voller kleiner, reifer Früchte, die einfach köstlich waren.


Freitag, 26. Dezember 2025

Am meinem Abreisetag im Hostel in Talca sprach mich tatsächlich ein Typ an und fragte, ob ich auch den GPT wandere. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet, da der Greater Patagonian Trail relativ unbekannt ist. Wir konnten es beide kaum glauben. Leider musste ich schon zum Bus. Er heißt übrigens Anh und begleitete mich noch zum Terminal. Wir tauschten im Schnelldurchlauf wichtige Infos und Erfahrungen aus.

Um 15 Uhr ging der Bus nach El Médano, wo ich gegen 17:30 ankam. Da es schon zu spät war, beschloss ich meinen Einstieg in die Etappe 7 auf morgen zu verschieben und mir einen Campingplatz zu in dem Dörfchen zu suchen. Dieser entpuppte sich als Garten hinter einem Haus, kostete 7.000 CLP und war soweit völlig in Ordnung. Am Abend ging ich noch zum Fluss hinunter, um die Thermalquellen von El Médano zu besuchen. Sie sind nicht sonderlich spektakulär, da sie nur lauwarm sind. Früher gab es dort richtig heiße Naturpool, ein starkes Hochwasser hatte vor einigen Jahren die natürlichen Becken und Wasserwege leider verändert.

Samstag, 27. Dezember 2025

Nachdem ich am Morgen mein Zelt zusammengepackt hatte versuchte ich per Autostopp zur Laguna del Maule zu kommen. Ich wollte mir nämlich die gut 30 km auf einer Asphaltstraße zu Fuß sparen. Es waren kaum Autos unterwegs. Schlussendlich schaffte ich es mit zwei Mitfahrgelegenheiten - zuerst ein junges Paar, später drei Arbeiter - bis kurz vor die Lagune. Zuerst musste ich aber noch die Grenze zu Argentinien passieren, der hier tatsächlich mitten in den Bergen statuiert ist. Obwohl ich auf der chilenischen Seite blieb, kam ich nicht drumherum durch den Grenzposten zu gehen. 
Dort angekommen waren sich die Grenzbeamten nicht ganz sicher, ob ich mich registrieren müsse. Drei Leute diskutierten darüber und entschieden schließlich, dass es nicht nötig sei.

Die Laguna del Maule liegt auf etwa 2.200 Metern Höhe in einer vulkanischen Caldera. Unter der Lagune befindet sich eine der größten bekannten Magma-Ansammlungen der Erde. 

Laguna del Maule

Am See traf ich auf einen nervigen Fischer, der mir erklären wollte, dass meine geplante Route nicht möglich sei. Vermutlich hatte er einfach keine Ahnung - Wandern zählt in Chile eher nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Einheimischen. Ich beschloss einfach lieb zu lächeln und weiterzugehen. Zuerst musste ich eher freestyle einen kleinen Berg aus Vulkansand erklimmen. 


Danach ging es wieder bergab durch ein wunderschönes von Bächen durchzogenes Tal mit vielen Kühen und Schafen. Ich kam an einigen Puestos vorbei, traf aber auf keinen Arriero (= Viehhirte). 

Sonntag, 28. Dezember 2025

Heute Morgen kamen mir hunderte Rinder entgegen, eingehüllt in eine riesige Staubwolke. Es dauerte mindestens eine halbe Stunde, bis die ganze Herde vorbei war. Dahinter vier Arrieros mit Hut und Lasso sowie ein paar Hirtenhunde. Eine Szene wie aus dem Wilden Westen. Einer der freundlichen Arrieros plauderte kurz mit mir.


Später begegnete ich vermehrt Ziegenherden und kam weiterhin regelmäßig an Puestos vorbei. Zu meiner freudigen Überraschung gab es jede Menge Pflaumenbäume am Wegesrand mit kleinen, unglaublich süßen, reifen Früchten. Ich schlug mir natürlich den Bauch voll, frische Früchte hat man als Weitwanderer schließlich nicht alle Tage.  

In Carrisales, einem Dorf (falls es überhaupt eins ist?) mit vielleicht fünf Häusern, gab es einen Mini-Shop. Obwohl Sonntag war, öffnete mir der ältere Herr auf Zuruf seinen Laden im eigenen Haus. Ich kaufte Cola und Schokolade - sonst hätte es noch Pasta und Thunfischdosen gegeben. Ein Mobilfunknetz gibt es in dem Dorf nicht, aber zu meiner Überraschung hatte der Mann WLAN, welches er mit mir teilte. 

Am späteren Nachmittag kam ich an heißen Quellen vorbei, die direkt aus dem Fels sprudelten. Ich war begeistert, so etwas sah ich zum ersten Mal. Daneben floss ein eiskalter Fluss. Ich machte eine ausgiebige Pause wechselte zwischen der heißen Quelle und dem eiskalten Fluss immer wieder hin und her - Wellness pur! 



Montag, 29. Dezember 2025

Jeder Bergpass eröffnet eine neue Welt. Ich staunte nicht schlecht, als ich das riesige von Flüssen durchzogene Tal unter mir sah. 

Es ging nun für einige Stunden an einem größeren Fluss entlang. Irgendwann musste ich ihn queren, was zum Glück problemlos verlief. Je nach Jahreszeit kann das Wasser teilweise bis über die Hüften gehen. Bei mir reichte es gerade mal bis zu den Knien. Bei hohem Wasserspiegel und starker Strömung können solche Flussquerungen sehr gefährlich sein. 

Ich traf einen netten alten Arriero und plauderte kurz mit ihm. Später kam ich zu einem Puesto, vor dem hunderte von Ziegen grasten. Ich sah zwei Männer und eine ältere Frau dort im Schatten unter einem Baum sitzen und gesellte mich zu ihnen. Die Frau - sie heißt übrigens Irma - verkaufte mir schließlich etwas von ihrem selbstgemachten Ziegenkäse und frisch gebackenes Brot. Sie versorgte mich zusätzlich mit kalten Getränken und wollte mich auf Rotwein aus dem Tetrapack einladen. Ich habe jedoch dankend abgelehnt, da die Kombination aus Wandern in der Mittagshitze und Rotwein vielleicht nicht die Beste ist.



Am Abend fand ich wieder einen sehr schönen Zeltplatz direkt am Fluss. Es ist eine richtige Wohltat, sich noch kurz waschen zu können, bevor man sich zur Nachtruhe ins Zelt legt, denn die Gegend hier ist so unglaublich staubig - der Staub klebt einem ständig an der verschwitzten Haut und an der Kleidung. 

Dienstag, 30. Dezember 2025

Der Tag begann mit einem sehr steilen Anstieg. Die Hitze war wieder heftig, während die Nächte hier überraschend kalt sind. Nach ein paar Stunden erreichte ich die wunderschöne Laguna del Dial. Da es keine Straßen dorthin gibt, lassen sich scheinbar manche reiche Chilenen sogar mit dem Helikopter hierher fliegen.

Laguna Dial 

Zu meiner Überraschung traf ich Kathrin und Matthias wieder, die gerade Badepause machten. Die beiden haben eine andere Route gewählt als ich und konnten noch ein längeres Stück per Autostopp zurücklegen, deshalb waren sie nun wieder vor mir. Wir wanderten noch ein Stück gemeinsam weiter und legten eine weitere Schwimmpause ein. 

Ich campierte später etwas weiter oben als die beiden, aber wir werden uns sowieso in den nächsten Tagen wiedersehen.

Traumhafte Abendstimmung 

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Heute gab es Flussüberquerungen ohne Ende. Das Wasser ging meist etwa bis zum Knie, sodass alles gut machbar war. 

Vor einem Puesto

Scheinbar habe ich bereits komplett das Gefühl für Raum und Zeit verloren - mir fiel nämlich plötzlich ein, dass heute ja Silvester ist. Der letzte Tag des Jahres 2025 gestaltete sich aber etwas unangenehm. Ich wurde fast den ganzen Tag von stechenden Insekten attackiert: Rossbremsen ohne Ende und zudem riesige fliegende Käfer, die tatsächlich auch zustechen. Zum krönenden Abschluss hatte ich neben einem halben Sonnenstich noch massenweise Ameisen im und ums Zelt herum. Die Hitze war heute richtig brutal. Ein kleiner Tiefpunkt zum Jahresabschluss. Kathrin und Matthias haben ihr Zelt auch am selben Ort aufgestellt. Der weitere Abend verlief unspektakulär: Abendessen, ein bisschen plaudern, lesen und um neun Uhr lagen wir schon alle im Schlafsack.

Donnerstag, 1. Januar 2025

Der heutige Wandertag war kurz. Nach etwa 15 Kilometern erreichten wir Puente Inglés, wo es außer einem Campingplatz und einem Kiosk aber nicht viel gibt. Ein Polizist, der gerade Heu für die Polizeipferde verlieferte, bot uns an, uns auf dem Rückweg nach San Fabián - den nachstgrößeren Ort - mitzunehmen. Was für ein Glück! 

In San Fabián trennten sich die Wege von Kathrin, Matthias und mir vorerst wieder. Die beiden mussten zurück in die Hauptstadt, um ihr Zelt reparieren zu lassen. Ich beschloss, mir mindestens zwei entspannte Tage im Ort zu gönnen, bevor ich in die Sektion 8 starte, die wieder ziemlich lang ist und vor allem sehr viele Höhenmeter hat.

Die Erholungstage werden immer in vollen Zügen genossen

Equipment-Update

Mein Zeltboden hat inzwischen ein paar kleine Löcher, von den Ameisen, die sich dort irgendwann einmal durchgefressen haben. Das erste Paar Socken hat an den Außenknöcheln Löcher und ist somit nicht mehr brauchbar. Bei einem Trekkingstock ist die Spitze abgebrochen, ich könnte ihn aber zum Glück provisorisch reparieren. Der Hüftgurt des Rucksacks war auf einer Seite eingerissen, konnte aber genäht werden. Meine Schuhe sind nun nach nicht einmal 600 Kilometern an der Sohle fast komplett durch. Das raue Vulkangestein greift die Schuhe wirklich stark an. Ich konnte glücklicherweise hier in dem kleinen Örtchen Salomon Schuhe zu einem günstigen Preis finden. Ich bin gespannt, was meine Füße zu dem Schuhwechsel sagen.


GPT07 - Technische Daten:
• Distanz: 152 km
• Höhenmeter: 4.386 m
• Dauer: 5 Tage





=> Hier findest du alle meine Fotos der 7. Sektion des GPT <=