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Freitag, 3. Februar 2023

Meine höchsten Berge

By On Februar 03, 2023


Wie du wahrscheinlich schon mitbekommen hast, sind Berge meine große Leidenschaft. Hier habe ich eine kleine Liste mit meinen höchsten Errungenschaften zusammengestellt. 




Lobuche East 6.119 m


 

  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Für die Besteigung des Lobuche East ist eine spezielle Kletternehmigung und ein Guide erforderlich. 
  • Equipment: Helm, Klettergurt, Steigeisen, Eispickel. Teilweise sind Fixseile vorhanden.
  • Fazit: Wunderschöne Tour, die technisch nicht allzu anspruchsvoll ist. Es war nur eine Stelle etwas schwieriger, an der eine Eiswand hochgeklettert werden musste. Das letzte Stück zum Gipfel ist recht steil, es sind aber Fixseile da. 


Chimborazo 6.310 m



(Besteigung gescheitert, leider nur bis knapp 6.000m geschafft)
  • Ecuador (Südamerika)
  • März 2017
  • 2-Tagestour
  • Kosten: Guide 80 USD/Tag x 2 Tage = 160, Unterkunft in der Schutzhütte 15 USD/ Person x 2 Personen = 30, Verpflegung ~ 15 USD, Transport 16 USD, Equipment stellte mir mein Guide gratis zur Verfügung. Endsumme ~ 221 USD
  • Fazit: Habe bereits zwei Besteigungsversuche hinter mir und jedes Mal mussten wir auf ca 6.000 m umkehren. Das erste Mal war wohl zuviel Neuschnee und ich bekam etwas Probleme mit der Höhe, da wir den Aufstieg einfach viel zu schnell angegangen sind und das zweite Mal war ich superfit doch die Schneesituation war leider zu gefährlich. Eine Besteigung des Chimborazo ist prinzipiell nur für erfahrene und gut akklimatisierte Bergsteiger empfehlenswert und setzt den sicheren Umgang mit Pickel und Steigeisen voraus. Laut meinem Guide scheitern etwa 80% der Besteiger. 



Nevado Pisco 5.752 m


  • Peru (Südamerika)
  • Mai 2017
  • 3-Tagestour
  • Kosten: Touren in Huaraz werden für 250 - 350 USD angeboten. Da ich die Besteigung mit einem Freund durchführte zahlte ich bloß das Equipment: fast 100 USD und Transport: etwa 20 USD.
  • Fazit: Wir führten die Besteigung des Pisco im Rahmen einer 3-Tagestour durch, da wir auch zur Laguna 69 wanderten. Ansonsten ist die Besteigung auch gut in 2 Tagen zu schaffen. Gute Kondition, ausreichende Akklimatisierung, ein erfahrener Bergführer und entsprechendes Equipment sind Voraussetzung. Technisch nicht sehr ansnpruchsvoll.



Kala Pattar 5.643m



  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Technisch einfach. 
  • Traumhafte Aussicht auf den Mount Everest. 
  • Ausgangspunkt ist das Bergdorf Gorak Shep

=> Reisebericht: Everest Base Camp & 3 Passes Trekking & Besteigung des Lobuche East <=






Chhukung Ri 5.546 m

  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Technisch einfach.
  • Ausgangspunkt ist das Bergdorf Chhukung. Der Aufstieg Dauert etwa 3-4 Stunden. 








Sunder Peak 5.361 m

  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Kein Guide notwendig. Startort ist das Bergdorf Thame. Von dort aus führt ein offizieller Wanderweg bis zu einem sogenannten Vorgipfel. Von dort aus muss man sich selber einen Weg suchen. Es ist eine ziemliche Kraxlerei. Uns wurde gesagt, dass die Besteigung recht gefährlich sei und man ein Seil benötigen würde. Ganz so dramatisch war es aber nicht. 








Gokyo Ri 5.360 m 


  • Nepal (Aisen)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Von dem Bergdorf Gokyo aus zu besteigen. Technisch einfach. 



 





Point Lenana 4.985m (Mount Kenya)

 

  • Kenia (Afrika)
  • Dezember 2021
  • 4-Tagestour
  • 286 Euro
  • Traumhafte Trekking-Tour durch atemberaubend schöne Landschaften. Leider hatte ich recht viel Regen und weiter oben Schneesturm. Technisch nicht wirklich anspruchsvoll, jedoch machte sich die Höhe schon ein wenig bemerkbar durch Kopfschmerzen an den letzten beiden Tagen. Scheinbar nur mit Guide erlaubt. 



Guagua Pichincha 4.794 m 

  • Ecuador (Südamerika)
  • März 2017
  • 1-Tagestour 
  • Kosten: Gondelbahn 8,50 USD
  • Fazit: traumhafte Tour, die zuerst von der Bergstation der Gondel auf den Rucu Pichincha führt und danach auf den Guagua Pichincha. Bergsteigerfahrung ist notwendig, da teilweise kleine Kraxelstellen dabei sind. Eine ortskundige Person sollte unbedingt dabei sein, da die Wege teilweise schwer zu finden sind und bei schlechtem Wetter besteht durchaus die Gefahr sich zu verlaufen.



Rucu Pichincha 4.696 m

Rucu Pichincha Besteigung
  • Ecuador (Südamerika)
  • Jänner, Februar & März 2017
  • Halbtagestour
  • Kosten: Gondelbahn 8,50 USD
  • Fazit: Wunderschöne Tour mit einzigartiger Pflanzenwelt. Es reicht ein halber Tag. Am Wochenende leider sehr viele Touristen. Technisch ist das letzte Stückchen zum Gipfel etwas anspruchsvoller - Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Voraussetzung.





Mount Meru 4.566 m

Mount Meru Besteigung

  • Tansania (Afrika)
  • Dezember 2015
  • 3-Tagestour
  • Kosten: 350 USD (inkl. Transport, Nationalparkgebühr, Guide, Verpflegung, 2x Übernachtung in Hütten)
  • Fazit: Traumhafte Tour, für die leider ein Guide vorgeschrieben ist. Vor allem der 3. Tag ist etwas anspruchsvoll, da der Aufstieg zum Gipfel bereits um kurz nach Mitternacht los geht.  Am selben Tag erfolgt auch der gesamte Abstieg, was ganz schön in die Knie geht.

=> Reisebericht Mount Meru Tag 1 <=
=> Reisebericht Mount Meru Tag 2 <=
=> Reisebericht Mount Meru Tag 3 <=




    La Malinche 4.420 m

    • Mexiko (Nordamerika)La Malinche Besteigung
    • September 2016
    • 1-Tagestour
    • Kosten: nichts
    • Fazit: Sehr schöner Berg, vor allem unter Woche nur wenige bis fast gar keine Touristen. Ist technisch sehr einfach, der Weg geht jedoch teilweise sehr steil und geradlinig noch oben. 









    Mönch 4.107 m

    • Schweiz (Europa)
    • August 2019
    • 1-Tagestour
    • Kosten: evtl für Guide und Ausrüstung
    • Fazit: Vom Jungfraujoch ist man in etwa drei Stunden am Gipfel. Steigeisen und Eispickel notwendig. Bergführer empfehlenswert. Gipfelgrat sehr abschüssig. Aussicht vom Gipfel einfach traumhaft!

    => Fotos Mönch <=





    Vulkan Acatenango 3.976 m


    Acatenango Besteigung
    • Guatemala (Zentralamerika)
    • August 2016
    • 2-Tagestour
    • Kosten: 20 USD (inkl. Guide, Transport, Verpflegung, Campingequipment)
    • Fazit: Tolle Tour, aber etwas anstrengend, da man Zelt, Schlafsack, Verpflegung usw. selbst tragen muss (mein Rucksack hatte fast 15kg). Technisch sehr einfach, dafür aber gute Kondition notwendig. Der Gipfel des Vulkans ist traumhaft schön - und arschkalt!












      Mittwoch, 22. Dezember 2021

      Viertägige Mount Kenya Besteigung zum Point Lenana 4.985m

      By On Dezember 22, 2021

       

      Nanyuki, Kenia


      Die letzten vier Tage war ich in der wunderschönen Mount Kenya Region unterwegs und habe dabei den dritthöchsten Gipfel dieses Massivs - den Point Lenana auf 4.985m - bestiegen. Der höchste Gipfel ist der Batian Peak, welcher mit seinen 5.199m den zweithöchsten Berg Afrikas darstellt. Aufgestiegen bin ich über die Sirimon-Route, welche den einfachsten Weg zum Gipfel darstellt. Abgestiegen wurde über die Chogoria-Route, welche die schönste sein sollte. Es werden dabei abwechslungsreiche Landschaften mit Regenwäldern, Riesenlobelien, Bambushainen und Moorlandschaften durchquert. Weiter oben wird die Landschaft karger und felsiger. Man überquert Schneefelder und hat ein paar leichte Klettereinheiten dabei.



      Hier eine Zusammenfassung der letzten vier Tage: 


      Tag 1: Sirimon Gate 2.650m - Old Moses Camp 3.300m

      • 8,91 Kilometer, 710 Höhenmeter
      • Gemeinsam mit Joseph - der sowohl als mein Guide, Träger und Koch fungierte - startete ich um kurz nach 10 Uhr vom Sirimon Gate in Richtung Old Moses Camp. Wir kamen vorbei an Herden von Pavianen und durchquerten einen wunderschönen Urwald. Nach etwa 2Std 30min kamen wir bereits im Camp an, wo wir die erste Nacht verbrachten. Am Ende des Tages waren wir etwa zehn Bergsteiger in der Hütte. Einige waren schon wieder beim Abstieg. Ich musste feststellen, dass die meisten neben einem Guide noch extra jeweils einen Träger und einen Koch dabei hatten. Natürlich ist das eine Frage des Budgets. Für mich war es völlig okay, meine Sachen selber zu tragen. Geschlafen wird in Schlafsälen mit Stockbetten. Strom gibt es keinen. Am Abend wurde es ziemlich frisch. Das Abendessen war der absolute Hammer: Es gab Suppe, eine leckere, frisch gekochte Hauptspeise und dann sogar noch frische Früchte.


      Diese Mädchenschulklasse belagerte mich beim Aufstieg ;)

      Abendstimmung

      Erster Blick auf den Gipfel des Mount Kenya

      Tag 2: Old Moses Camp 3.300m - Shipton´s Camp 4.200m

      • 14,59 Kilometer, 980 Höhenmeter
      • Gemeinsam mit Tommy - einem jungen Schotten - und unseren Guides starteten wir nach dem Frühstück um etwa acht Uhr den heutigen Abschnitt. Die Landschaft ist traumhaft schön. Auch das Wetter war uns bis dahin noch sehr gnädig. Joseph, mein Guide, konnte mir viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt erzählen. Zu Mittag machten wir einen kurzen Stopp. Es wurde wieder leckeres, frisch gekochtes Essen serviert. Ab etwa 4.000m Seehöhe wurde die Landschaft karger, dafür faszinierte mich die Tierwelt umso mehr. Klippschliefer - welche aussehen wie Murmeltiere oder riesige Meerschweinchen - tummeln sich hier in Massen. Zudem wimmelt es nur so von kleinen rattenähnlichen Tieren - aber weitaus niedlicher. Als wir das Shipton´s Camp erreichten, verschwand die Sonne langsam hinter einer dicken Wolkendecke. Es wurde eisig kalt. Imposant erhebt sich der Mount Kenya direkt hinter dem Camp. Am Ende des Tages war hier einiges los. Es kam sogar eine Gruppe, die mit dem Zelt unterwegs war. Gegen 19 Uhr lag ich schon im Bett, am Gipfeltag starten wir nämlich schon um 3 Uhr nachts. 

      Tommy und ich

      Mein Guide Joseph und ich


      Blick vom Shipton´s Camp auf den Mount Kenya

      Ein Klippschliefer

      Tag 3: Shipton´s Camp 4.200m - Point Lenana 4.985m - Meru Bandas 3.000m

      • 22,27 Kilometer, 850 Höhenmeter
      • Das war eindeutig der anspruchvollste Tag dieser Tour. Ich habe so gut wie nichts geschlafen - zum einen wegen der Kälte und zum anderen wahrscheinlich wegen der Höhe. Um zwei Uhr morgens hat sich bereits eine Gruppe zur Gipfelbesteigung aufgemacht. Joseph und ich machten um ziemlich genau vier Uhr morgens los. Es war stockdunkel und durch den dichten Nebel konnte man gerade mal einen Meter weit sehen. Es ging überaus steil nach oben. Irgendwann begann es zu nieseln, später war es ein Eisregen und irgendwann ein regelrechter Schneesturm. Es ging teilweise durch Schneefelder. Später war es dann ein wenig zum Kraxeln. Der Fels war eisig. Wir überholten die Gruppe, die eine Stunde vor uns los ist. Um kurz nach sechs Uhr morgens erreichten wir den Point Lenana auf 4.985m. Ich war überglücklich trotz der schlechten Wetterverhältnisse angekommen zu sein. Wir waren wohl die ersten und zudem alleine am Gipfel. . Aufgrund der Kälte wurden nur schnell ein paar Gipfelbilder gemacht, dann ging es schon wieder an den Abstieg. Der Niederschlag wurde immer mehr, irgendwann ging die Nässe durch meine Regenjacke und meine Regenhose hindurch. Auch die Höhe machte sich bemerkbar - ich bekam Kopfschmerzen und der Schlafmangel machte es nicht besser. Wir hatten noch knappe 20 Kilometer vor uns bis zu den Meru Bandas. Was war ich froh als irgendwann die Sonne etwas durchkam. Bereits am frühen Nachmittag kamen wir überglücklich bei unserer Unterkunft an. Auch hier waren wir die enzigen Gäste. Ich musste mich erstmal für eine Stunde hinlegen. Danach wurde mir tatsächlich eine heiße Dusche ermöglicht. Die Meru Bandas sind eindeutig die komfortabelste Schlafmöglichkeit am Mount Kenya. Danach fühlte ich mich fit genug, um die Gegend ein wenig zu erkundschaften. Ich entdeckte sogar Wasserböcke an einem kleinen See. Das absolute Highlight war ein Kaminfeuer am Abend. Im Dunkeln sollte man die Unterkunft übrigens nicht mehr verlassen, da wilde Tiere wie Büffel und manchmal sogar Elefanten auf das Grundstück kommen. 

      Point Lenana 4.985m


      Viel Regen beim Abstieg

      Hier wird gerade Wasser für meine heiße Dusche erhitzt :)

      Meru Bandas

      Wasserböcke

      Tag 4: Meru Bandas 3.000m - halber Weg nach Chogoria

      • 8,97 Kilometer, 22 Höhenmeter
      • Diese Nacht habe ich herrlich geschlafen. Der Tag startete leider mit fürchterlichem Regen. Als er um 9 Uhr etwas weniger wurde, machten wir uns auf den Weg nach Chogoria. Der Weg führt durch einen dichten Regenwald. Nach knappen zehn Kilometern ließen wir uns von einem Taxi abholen, immerhin wären es bis nach Chogoria noch über 30 Kilometer. Meine Beine waren nun doch etwas müde von den Strapazen der letzten Tage. Die Straßenverhältnisse gestalteten sich überaus abenteuerlich, aufgrund des starken Regens. Mehrmals blieben wir fast im Schlamm stecken.

      Fazit:

      Absolut traumhaftes Trekking! Ich kann auch nur empfehlen, die Tour über vier Tage zu machen, obwohl es sicher auch kürzer möglich wäre, wobei man dann die faszinierenden Landschaften sicher nicht so intensiv erleben kann. 
      • Insgesamt: 54,74 Kilometer, 2.562 Höhenmeter

      Budget:

      Im Vergleich zu den anderen Bergsteigern musste ich feststellen, dass ich mit den Kosten für meine Tour überaus günstig davongekommen bin. Die meisten hatten wie bereits erwähnt sowohl Guide, Träger als auch einen Koch dabei. Zudem haben viele über eine Reiseagentur gebucht, was es auch teurer macht. Ohne Guide ist das Bergsteigen hier scheinbar nicht erlaubt. Hier eine Zusammenstellung meiner Kosten:

      • 85 USD Nationalparkgebühr für 3 Nächte/4 Tage
      • 12.000 Ksh Guide (=3.000Ksh/Tag)
      • 6.000 Ksh Übernachtungen (= 2.000 Ksh/Nacht)
      • 3.000 Ksh Essen
      • 1.500 Ksh Miete Schlafsack
      • 4.400 Ksh Transport
      • = ca 286 Euro 



      Ich bin mittlerweile wieder bei Robert und seiner Familie in Nanyuki angekommen. Morgen Vormittag reise ich weiter nach Karatina. Dort werde ich Margaret, einer kenianischen Lehrerin, bei ihrer Arbeit mit behinderten Kindern für etwa eine Woche behilflich sein. 




      => Hier findest du alle meine Fotos und Videos vom Mount Kenya Trekking <=










      Samstag, 4. Dezember 2021

      Abenteuerliche Duschungelwanderung in Tinderet

      By On Dezember 04, 2021


      Tinderet, Kenia

      Meine Gastfamilie machte heute einen Ausflug nach Kisumu. Ich beschloss erstmal eine ausgiebige Erkundungswanderung rund um die Missionsstation DIGUNA zu machen. Es gibt scheinbar einen schönen Wasserfall und einen großen Fels mit traumhafter Aussicht hier in der Nähe. 


      Der Fels dort in der Ferne sollte mein heutiges Ziel sein. Man kann ihn von DIGUNA aus gut sehen.

      ... er kommt schon näher :)


      Da das Wandern nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen der Einheimischen zählt, ist es oft gar nicht so einfach Wege zu finden. Nichtsdestotrotz bin ich irgendwann beim Wasserfall angekommen. Dazu musste ich zuerst abenteuerliche Leitern entlang von Wasserrohren nach oben klettern. Das letzte Stück ging es dann schwindelerregend steil, entlang von Felsen und Wurzeln nach unten. Nun begann ein dichter Dschungel. Ungünstigerweise musste ich gerade in dem Moment an meine Begegnung mit der grünen Mamba in Uganda zurückdenken. Es überkam mich eine regelrechte Schlangenphobie. Natürlich nicht ganz zu unrecht, denn hier in dieser Gegend gibt es ja bekanntlich einige dieser Exemplare. Philipp erzählte mir beispielsweise von einer sechs Meter langen Python, die in Crossroads gesichtet wurde. Zudem sollte es auch Puffottern und Grüne Mambas geben. Vor lauter Panik nahm ich einen großen Stein und warf ihn immer wieder ein paar Meter vor mir auf den Boden, um eventuelle Untiere zu verscheuchen. Zum Glück ging alles gut und schon bald stand ich unter einem beeindruckenden Wasserfall. 


      Entlang von Wasserrohren ging es über diese Leiter nach oben



      Nur gut, dass es hier so viele Wurzeln zum Festhalten gibt


      Ich musste die kleine Ketterpassage wieder zurück zum Weg. Von nun an ging es einen ganz gemütlichen Pfad entlang bis zu einem malerisch schönen, kleinen See. Von da aus konnte ich keinen wirklichen Weg mehr finden und kämpfte mit dem Dornengestrüpp um mich herum. Es kam mir gerade recht, als ich einen jungen Mann in der Ferne auf einem Stein sitzen sah. Er schien mich zu beobachten. Ich bahnte mir einen Weg durch das Gestrüpp und fragte ihn nach dem Weg zum großen Fels. Er meinte, ich sollte ihm folgen. Er begann mich auszufragen, ob ich denn alleine hier sei und ob ich verheiratet wäre. Ich erklärte ihm, dass meine Freunde ganz in der Nähe sind und dass ich natürlich verheiratet wäre. Ich konnte mir nämlich schon denken, worauf er hinaus wollte. Meine Antworten hielten ihn aber keineswegs davon ab, mir schon kurz darauf recht eindeutige Angebote zu machen. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass ich kein Interesse hatte und ich seine Begleitung eigentlich nicht brauchen würde. Natürlich ließ sich der Gute nicht so einfach abwimmeln. Ganz kurz überlegte ich, ob ich Angst haben sollte. Aber im Anbetracht der Tatsache, dass der Kerl maximal so groß war wie ich und wahrscheinlich nur halb so schwer, beschloss ich, dass mir der gar nichts anhaben kann. Was war ich froh, als er dann irgendwann doch verschwand.


      Nun war ich beim Felsen angekommen. Die Aussicht von hier aus ist fantastisch. Man sieht nach DIGUNA hinüber und runter zu dem Wasserfall, von dem ich gerade gekommen bin. Ich legte eine kleine Pause ein und ließ die traumhafte Kulisse ein auf mich wirken. 



      Angekommen am großen Fels mit Blick auf den Wasserfall hinab,


      Der Rückweg führte mich vorbei an ein paar kleinen Farmen und später wieder den Hügel hinauf nach DIGUNA. Was für eine abenteuerliche Wandertour! Nun war ich aber doch froh, wieder heil zurück zu sein!


      Eure Michi :)



      => Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Tinderet <=









      Samstag, 13. November 2021

      Wanderung auf den Mount Longonot

      By On November 13, 2021

       

      Naivasha, Kenia

      Eine sehr durchzogene Nacht

      Zuerst waren es die Moskitos, die mir gestern Abend das Leben schwer machten. Dann kamen plötzlich Gliederschmerzen dazu. Zudem war mir abwechselnd viel zu kalt und dann wieder viel zu heiß. Irgendwann spielte auch mein Bauch verrückt. Ich malte mir schon aus, wie ich die nächsten Wochen mit einer schweren Malaria oder sonst irgend einer schwerwiegenden Krankheit im Bett liegen würde. Nachdem ich eine Ibuprofen eingenommen hatte, fand ich zum Glück irgendwann doch noch in den Schlaf.


      Als mein Wecker heute Morgen um 6:30 Uhr klingelte, fühlte ich mich bereits um einiges besser. Die Gliederschmerzen waren weg, auch mein Temperaturempfinden passte wieder halbwegs. Ich beschloss es einfach zu wagen, meine heutig geplante Wanderung auf den Mount Lonognot durchzuführen. 


      Auf zum Mount Longonot National Park

      Nach dem Frühstück machte ich mich auf zum Busbahnhof. Dort konnte ich auf Anhieb ein Matatu finden, das in den Ort Longonot fährt. Nach fast einer Stunde war das Gefährt endlich voll und wir konnten losfahren. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde und kostete 100 KSh (= 0,90 €) - ich glaube die Einheimischen zahlen nur die Hälfte, aber heute hatte ich einfach keine Energie ewig lange zu handeln. 


      Von Longonot nahm ich ein Boda-Boda - auch wieder für 100 KSh - bis zum Nationalparkeingang des Lonogonot Nationalparks. Hier musste ich erstmals 20USD Eintritt bezahlen. Es wäre auch möglich sich einen Guide zu buchen, das ist aber nicht nötig, da man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Der Mount Longonot ist übrigens ein inaktiver Vulkan (letzter Ausbruch 1860). 


      Die Wanderung startete äußerst erfreulich: Gleich in den ersten 10 Minuten sah ich eine Giraffenfamilie. Als sie mich erspähten, schauten sie neugierig zu mir herüber. 


      Eine Giraffenfamilie :)


      Kurze Zeit später beobachtete ich eine Herde Zebras und Antilopen. Es sollte hier scheinbar auch Löwen und Leoparden geben, aber von denen sah ich (zum Glück) nichts. Andere Menschen traf ich bis jetzt auch keine. 


      Der Aufstieg zum Kraterrand war aufgrund der Hitze und meines leicht angeschlagenen Zustandes recht anstrengend. Oben angekommen hatte ich einen genialen Ausblick auf den Kraterboden und den 2.780m hohen Gipfel. 


      Am Kraterrand angekommen


      Mein Ziel war es den kreisförmigen Kraterrand zum umwandern - das sind ungefähr sieben Kilometer. Schatten gibt es hier kaum. Ich merkte nun ziemlich stark, dass ich heute wirklich nicht in meiner Höchstform war. Diese - für meine Verhältnisse - eigentlich sehr einfache und kurze Wanderung machte mir heute irrsinnig zu schaffen. Zum Glück hatte ich genügend Wasser und Sonnenschutz dabei. Vom Gipfel aus genoss ich den tollen Ausblick auf den Naivasha-See


      Der Gipfel vom Mount Longonot 2.780m


      Der Abstieg wurde durch den trockenen Vulkansand ziemlich staubig. 



      Nun kamen mir plötzlich jede Menge einheimische Schulkinder in Schuluniform (!!) entgegen. Sie hatte heute so etwas wie einen Wandertag und quälten sich in der Mittagshitze den Berg hinauf. Keiner hatte einen Rucksack dabei, in der Hand hielten sie lediglich eine kleine Plastikflasche Wasser. Ich hatte mittlerweile fast drei Liter getrunken. Sie taten mir richtig leid. Aber ich denke, dass es viele nicht auf den Gipfel geschafft haben. Immerhin waren es geschätzt hunderte Kinder und die meisten schienen bereits ganz unten aus dem letzten Loch zu pfeifen. Wie kann man auch nur auf so eine Idee kommen mittags so eine Wanderung zu starten?


      Ich war heilfroh als ich wieder im Dorf Longonot ankam, da ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Irgendwie war ich wohl doch noch nicht ganz gesund. Mein Bauch machte sich immer wieder bemerkbar. Ich habe es auch den ganzen Tag über nicht wirklich geschafft etwas zu essen, weil mir der Appetit fehlte. Zudem bekam ich immer gleich heftige Bauchkrämpfe wenn ich auch nur einen kleinen Bissen aß. Zurück in meinem Baumhaus war ich streichfähig.  


      Hier noch ein paar Details zur Wanderung:

      Gesamtlänge: 12,70 km

      Aufstieg: 753 Höhenmeter

      Zeit: 4 Std 30 min (inklusive mehrerer kurzer Pausen)


      Jetzt gibt es noch einen Tee und dann ab in die Heia :)





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      Dienstag, 30. März 2021

      Entspannte letzte Tage im Bergdörfchen Chío

      By On März 30, 2021

       

      Chío, Teneriffa

      Am Mittwoch, dem 24.3. bin ich in Chío angekommen. Tatsächlich ist es schon das zweite Mal auf dieser Reise, dass es mich in dieses idyllische Bergdörfchen verschlägt. Es liegt im Südwesten von Teneriffa auf 680 Meter Seehöhe, fernab von jeglichem Massentourismus. Chío ist umgeben von einer faszinierenden Landschaft. Die Häuser sind in einem sehr traditionellen Stil erbaut. Viele Einwohner leben von der Landwirtschaft. Es gibt hier Feigen- und Mandelbäume, Bananenplantagen und noch vieles mehr. 


      Freundlicher Empfang in meiner Unterkunft

      Der Empfang in meiner Unterkunft in Chío war super herzlich. Die italienischen Gastgeber Andrea und Silvia erzählten mir, dass sie seit meinem ersten Besuch mit Begeisterung meinen Blog und meine Reise verfolgen. Sie lieben meinen abenteuerlichen Reisestil abseits der abgetretenen Touristenpfade. Das freute mich natürlich sehr. Ich hätte nicht einmal damit gerechnet, dass sie mich überhaupt wiedererkennen. Zudem war es sehr schön noch zwei weitere bekannte Gesichter zu sehen. Ein älterer Biologe aus Deutschland und ein junger Holländer haben sich hier für einen Langzeitaufenthalt eingemietet. Ich kannte beide schon von meinem ersten Besuch. Es war wahrlich ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Zudem sind noch eine sympathische Österreicherin und eine ebenso liebe deutsche Dame da.


      MITI Vivienda Vacacional

      ... das ist der Name dieser wunderschönen Unterkunft in Chío, welche ich aus vollem Herzen weiterempfehlen kann. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Zum einen liegt sie fernab von den Touristenmassen in einem super entspannten Bergdörfchen. Von hier aus hat man tolle Wandermöglichkeiten. Oder man verbringt den Tag einfach im hübschen Garten oder am kleinen Pool und liest ein gutes Buch. Jeder Gast hat sein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad. Dann gibt es noch eine tolle Gemeinschaftsküche und eine Dachterrasse mit fabelhaften Ausblick. Die Sonnenuntergänge von dort aus sind genial. Und das Ganze zu einem unschlagbaren Preis. Es ist tatsächlich meine günstigste Unterkunft hier auf Teneriffa. Wer interessiert ist, darf gerne auf die Homepage der Unterkunft schauen, wo ihr auch direkt buchen könnt: https://mitichiotenerife.blogspot.com/

      Wenn ihr bei einer Buchung erwähnt, dass ihr den Tipp von mir bekommen habt, dann bekommt ihr sogar einen kleinen Rabatt ;)


      Der Sonnenuntergang von der Dachterrasse meiner Unterkunft in Chío 



      Neben Einzelzimmern gibt es auch Doppelzimmer

      Der Garten

      Der hübsche Mini-Pool


      Die letzten Tage dieser Reise ließ ich ganz entspannt ausklingen. Ich hatte spannende Gespräche mit den anderen Reisenden, relaxte am kleinen Pool und ließ meine Reiseabenteuer Revue passieren. Die Corona-Pandemie hat meine ursprünglichen Reisepläne ordentlich durcheinander gebracht. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass alles was im Leben passiert, aus einem ganz bestimmten Grund geschieht. Ich hätte mir vorher nie gedacht, dass die kanarischen Inseln mich so begeistern würden. Außerdem habe ich wieder viele wundervolle Bekanntschaften gemacht - und dabei auch Freunde fürs Leben gefunden. 


      Zwischendurch war ich natürlich auch aktiv und habe kleine Wanderungen unternommen:



      Wunderschöne vulkanische Landschaften

      Überraschenderweise fand ich sogar ein paar Wasserstollen in der Umgebung von Chío

      Wenn ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen hätte, dann wäre ich da wohl nicht durchgekommen *lach*

      Und wieder mal ein "Lost Place"


      Im Moment sitze ich gerade in dem wunderschönen Gärtchen in Chío und tippe diese Zeilen bei meiner letzten Tasse Kaffee hier. Schon gleich muss ich mich aufmachen zum Flughafen Süd auf Teneriffa. Flughäfen sind für mich immer ein sehr emotionaler Ort.  Die verschiedensten Gefühle kommen dort hoch: Vorfreude auf eine Reise, das Ende einer Reise, Abschiedschmerz, usw. Ich werde die Zeit auf den Kanaren unheimlich vermissen! Aber gleichzeitig freue ich mich auch schon wieder auf die Schweiz, meine Freunde dort und die wunderbare Bergwelt.


      Also dann, bis zum nächsten Mal!


      Eure Michi :)