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Sonntag, 8. November 2015

Unvergessliche Begegnungen im Mpanga Forest - die grüne Mamba und die liebe Katharina

Den heutigen Tag startete ich vorbildlicherweise mit einer Laufeinheit in Begleitung der zwei Hunde von SINA. Schöner kann ein Tag nicht beginnen.


Mpanga Forest

Etienne empfahl mir dann einen Regenwald namens "Mpanga Forest", in der Nähe von Mipgi und ca 37 km von Kampala entfernt, zu besuchen. Dieses recht unbekannte Naturreservat punktet laut Etienne mit seiner Artenvielfalt an Pflanzen (über 500 Baumarten), Vögeln und Schmetterlingen.  Außerdem könnte man mit etwas Glück Affen und anderes Getier entdecken. Hört sich spannend an. Ich suchte mir also einen Boda-Fahrer und los ging es.

Am Eingang des Mpanga Forests, welcher direkt an der Masaka-Road liegt, stand ein kleines Hüttchen - schien so als sollte man Eintritt bezahlen. Da aber kein Mensch weit und breit zu sehen war, folgte ich erstmals einem kleinen Wanderpfad in den Dschungel. Der Regenwald war atemberaubend, aber auch etwas unheinmlich. Keine Menschenseele weit und breit, die ungeheuerlichsten Geräusche kamen aus den Büschen und riesige, bunte Vögel saßen in den Baumkronen - dafür aber keine Affen.

Ich war nun schon 1,5 Stunden unterwegs, der Pfad wurde immer schmaler und der Dschungel dafür immer dichter. Schön langsam kamen mir ernsthafte Zweifel, ob ich mich noch am richtigen Weg befinde. Etienne meinte, dass ich in ungefähr einer Stunde auf der anderen Seite des Regenwaldes wieder herauskommen sollte. Doch da es unendlich viele kleine Pfade gab, war das Ganze recht verwirrend. Riesige Ameisen krabbelten immer wieder meine Beine empor und zwickten auch ganz schön. Ich kam an einem Tümpel, mit schmutzig schlammigem Wasser vorbei. Irgend etwas schien sich darin zu bewegen. Plötzlich tauchte irgend etwas Riesiges auf. Oh mein Gott! Ich begann völlig panisch zu rennen. War ich nun wirklich schon paranoid? Doch ich wusste doch, dass ich das soeben gesehen hatte. Was konnte das bloß sein - eine riesige Boa vielleicht? - oder ein Krokodil? Ich wollte gar nicht näher darüber nachdenken, sondern einfach nur noch hier raus. Aber die ganzen 1,5 Stunden retour wollte ich nun wirklich nicht wieder laufen. Früher oder später muss ich doch wohl auf der anderen Seite wieder herauskommen. Ich bewegte mich von nun an nur noch langsam fort und panisch in alle Richtungen schauend fort.

Keine fünf Minuten später raschelte es über mir im Baum. Ich richtete meine Blicke nach oben und schaute einer ungefähr 1,5 Meter langen, giftgrünen Schlange direkt in die Augen. Wie versteinert vor Schreck stand ich da ohne mich zu bewegen. Das Ungetüm war bloß geschätzte 2 Meter von mir entfernt. Ich glaubte ernsthaft, dass nun mein letztes Stündchen geschlagen hatte. Plötzlich bewegte sich die Schlange ungewöhnlich langsam von mir weg und verschwand in der Baumkrone. Nun war es komplett aus bei mir. Am liebsten wäre ich in Tränen ausgebrochen. Ich wagte mich weder einen Schritt vor noch zurück. Als ich nach wenigen Minuten wieder klare Gedanken fassen konnte, beschloss ich, dass es das beste war nun einfach den Rückweg anzutreten, da ich wirklich null Ahnung hatte wo ich war. Im Prinzip wollte ich nur noch raus aus diesem grauenhaftem Wald. Wenn mir hier etwas passiert, wird mich kein Mensch finden.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was meine nächste Begegnung war. Wie durch ein Wunder sah ich aus weiter Ferne plötzlich einen blonden Haarschopf aus dem Gebüsch hervorleuchten. Das kann doch gar nich sein. Frohen Mutes kam eine junge Frau, etwa in meinem Altern, angewandert. Sie grüßte mich freundlich und fragte, was ich denn hier so machen würde. Ich war immer noch komplett perplex. Damit hätte ich wirklich als Letztes gedacht, dass mir hier irgendjemand über den Weg laufen würde. Und schon gar nicht eine blonde, junge Frau. Am liebsten wäre ich ihr einfach um den Hals gefallen, so glücklich war ich in diesem Moment über ihre Anwesenheit. Nach einem kurzen Smalltalk beschlossen wir gemeinsam weiter zu gehen. Es stellte sich sogar heraus, dass sie Deutsche ist. Sie heißt übrigens Katharina. Das lebensfrohe Mädel plauderte munter darauf los und irgendwie kam es mir so vor als würde ich sie schon ewig kennen. Katharina erweckte sofort meine Sympathie. Wir redeten über das Leben hier in Uganda, Männerprobleme und Gott und die Welt. Ich dachte nun schon gar nicht mehr an irgendwelche Giftschlangen. Dieses Mädchen muss der Himmel geschickt haben.

Sie beschloss dann sogar noch mit mir nach Mpigi zu Etienne zu kommen, da sie an dem Projekt sehr interessiert war. Wir machten uns dann noch aus, uns zu Silvester auf Sansibar zu treffen um dort gemeinsam zu feiern.


Haus aus Plastikflaschen


SINA
Nachbarjungs






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