The Greater Patagonian Trail – Sektion 1: Der Einstieg in die Wildnis
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| Mein erster Sonnenuntergang hoch über Santiago |
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| Mein erster Sonnenuntergang hoch über Santiago |
Der Flug von Madrid nach Santiago de Chile lief dann ohne weitere Zwischenfälle.
Vom Flughafen in Santiago ging es dann auch problemlos weiter. Mit dem Bus (Turbus) bis zur Metrostation, wo ich mir dank der hilfsbereiten Chilenen sogleich eine BIP-Karte für die Metro kaufen konnte.
Auch der SIM-Karten-Kauf brachte so seine Tücken mit sich. Beim Entel-Shop gab’s keine Prepaid-Karten und dann wurde ich mehr oder weniger von einem Kiosk zum nächsten geschickt. Zum Glück traf ich irgendwann auf Stefanie, eine Kioskbesitzerin, die SIM-Karten verkaufte und mir tatsächlich auch beim kompletten Registrierungsprozess geholfen hat, da mein ausländischer Reisepass dafür nicht funktioniert. Sie hat schlussendlich alles mit ihren eigenen Daten und ihrer ID-Karte für mich erledigt. Am Ende hat sie mir noch ihre Telefonnummer gegeben und gemeint, ich hätte nun eine Freundin in Santiago – ein wahrer Engel.
Pünktlich um 4 Uhr morgens war ich dann am nächsten Tag wach. Der Jetlag lässt grüßen. Ich traf mich an diesem Tag mit Athena aus Neuseeland, die ich aus der GPT-Facebook-Gruppe kenne. Sie war bereits sechs Wochen auf dem GPT unterwegs und wir konnten uns ein wenig austauschen. Nun hat sie aber vorzeitig abgebrochen, weil ihr das Ganze doch ein bisschen zu einsam war. Ich bin gespannt, wie es mir damit gehen wird.
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| Parque Quinta Normal |
Meine Couchsurfing-Gastgeber entpuppten sich als typische chilenische Nachteulen. Sie kommen immer erst sehr spät nach Hause. Abendessen um 22/23 Uhr ist hier völlig normal. Mir fallen jedoch immer schon um 21 Uhr die Äuglein zu. Immerhin ist es zu Hause vier Stunden später. Von daher haben wir uns die ersten zwei Tage so gut wie gar nicht gesehen.
Heute Morgen hatte ich erstmals die Gelegenheit, mit meiner Gastgeberin Tamara ein bisschen zu plaudern. Wir saßen etwa drei Stunden beim gemeinsamen Frühstück und tranken den typisch chilenischen Tee. Ihren Mann und ihren Sohn habe ich bisher nur ganz kurz zum „Hallo“ und „Tschüss“ sagen gesehen.
Heute stand tatsächlich wieder ein Treffen mit jemandem aus der GPT-Gruppe an. Das klingt jetzt vielleicht so, als würden jede Menge Leute diesen Trek machen, aber es sind eigentlich nur um die 100 Personen im Jahr und das gesamte Wegenetz umfasst mehrere tausend Kilometer. Vermutlich werde ich beim Trekking so gut wie niemanden treffen. Trotzdem ist es schön und gibt auch ein bisschen Sicherheit, sich vorher ein ein wenig auszutauschen. So traf ich mich heute zum Mittagessen mit Antoine aus Frankreich, der unter anderem mit dem Packraft unterwegs sein wird.
Danach hieß es einkaufen, denn morgen früh möchte ich mein Abenteuer starten. Ich plane, die erste und die zweite Sektion zu kombinieren. Das heißt, ich wäre fürs Erste eine Woche jenseits der Zivilisation unterwegs. Glaubt mir: Für sieben Tage Essen einzukaufen ist eine ziemliche Herausforderung. Und vor allem ist das Ganze nicht sonderlich gesund, denn immerhin soll es vor allem satt machen und wenig wiegen. Es war schwierig da den richtigen Kompriss zu finden.
Die ganzen Lebensmittel in den Rucksack zu bekommen, war die nächste Challenge. Zudem muss ich morgen etwa sechs Liter Wasser mitnehmen, da ich vermutlich erst am Ende des zweiten Tages Wasser finden werde. Es ist nämlich sehr heiß hier und Schatten gibt es so gut wie keinen. Mit so einem schweren Rucksack war ich vermutlich noch nie unterwegs.
Ich werde wohl erst wieder von mir hören lassen, wenn ich die ersten paar Tage hinter mir habe. Wünscht mir Glück!
Eure Michi
Ich sitze gerade am Flughafen in Wien, und bin damit offiziell am Weg nach Santiago de Chile, wo ich morgen Nachmittag ankommen sollte. Dort werde ich die ersten drei Tage bei einer Couchsurfing-Gastfamilie verbringen. Somit habe ich noch ein bisschen Zeit den Jetlag auszukurieren, die Stadt ein wenig kennenzulernen und letzte Besorgungen zu machen - Gas und Verpflegung muss ich nämlich vor Ort noch einkaufen.
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| Mit dem Gefährt sollte es gleich nach Madrid gehen, mittlerweile bereits mit einer Stunde Verspätung |
Laut derzeitigem Stand sollte dann am Freitag mein großes Abenteuer starten: der Greater Patagonian Trail (kurz: GPT).
Wenn alles gut läuft, werde ich die nächsten dreieinhalb Monate – also bis etwa Mitte März – auf dem GPT unterwegs sein. Für alle, die noch nie etwas davon gehört haben: Er ist kein klassisch markierter Wanderweg, sondern ein loses Netzwerk aus Routen und Pfaden, teilweise sogar komplett weglos, das sich durch mitunter sehr abgelegenes Gelände in Patagonien zieht. Genau das macht es für mich so spannend, aber eben auch herausfordernd. Vor allem das Rucksackgewicht wird eine ordentliche Aufgabe, denn ich werde für lange Sektionen oft viel Wasser und Verpflegung tragen müssen. Einige Sektionen sind knapp zwei Wochen lang, in denen es absolut keine Zivilsation gibt - also auch keine Möglichkeit Lebensmittel einzukaufen.
Ich bin wirklich neugierig, wie ich mit dieser Mischung aus Abgeschiedenheit, körperlicher Belastung und Dauer-Outdoorleben zurechtkommen werde. Eine so lange und einsame Wanderung habe ich bisher noch nie gemacht. Gleichzeitig gehe ich relativ entspannt an die Sache heran: Wenn ich unterwegs merke, dass es gar nicht meins ist oder größere Probleme auftauchen, habe ich absolut kein Problem damit, früher abzubrechen. Das Abenteuer soll schließlich Freude machen und kein Zwang sein.
In Santiago treffe ich außerdem übermorgen wahrscheinlich einen Franzosen, der ebenfalls den GPT wandern möchte. Er plant zwar andere Sektionen als ich, aber wir werden uns ein bisschen austauschen. Es ist immer schön, jemanden mit einem ähnlichen Ziel zu treffen – bzw jemanden, der genauso verrückt ist, monatelang zu Fuß durch Patagonien zu ziehen.
Vor mir liegt jetzt noch eine lange Anreise: im Moment warte ich auf meinen Abflug nach Madrid. Dort erwartet mich ein fünfstündiger Zwischenstopp. Und anschließend ein über 13-stündiger Flug von Madrid nach Santiago de Chile.
Ich werde versuchen halbwegs regelmäßig von mir hören zu lassen, aber vermutlich um einiges weniger als sonst, da ich die meiste Zeit kein Mobilfunknetz haben werde und auch mit dem Strom sparen muss.
Hasta Luego!
Eure Michi
Hier meine Packliste für den Greater Patagonian Trail (GPT). Das Zusammenstellen der Liste war gar nicht so einfach, denn der GPT ist kein typischer Fernwanderweg: Er besteht aus einem weit verzweigten Netz aus Viehpfaden, alten Gaucho-Routen, wilden Flusstälern und weglosen Abschnitten und zieht sich über Tausende Kilometer durch Chile und Argentinien. Infrastruktur gibt es kaum, Markierungen so gut wie nie, und die meiste Zeit bin ich fernab jeder Zivilisation unterwegs.
Ich habe versucht, mein Basisgewicht so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, das richtige Mittelmaß zwischen ultraleicht und dennoch robust genug zu finden. Für die voraussichtlich dreieinhalb Monate auf dem Trail habe ich deshalb auch ein paar Komfortgegenstände eingepackt – zum Beispiel meinen E-Reader. Mein Gesamtgewicht ohne Essen und Trinken liegt aktuell bei rund 9 Kilogramm.
Natürlich werde ich die Liste im Laufe des Abenteuers weiter optimieren und nach der Tour berichten, wie gut sie sich in der Praxis bewährt hat.
* Werbelinks
Der Lykische Weg ist ein rund 540 Kilometer langer Fernwanderweg entlang der türkischen Südküste zwischen Fethiye und Antalya. Er folgt alten Handels- und Hirtenpfaden der Lykier, einem Volk, das vor über 2.500 Jahren in dieser Region lebte. Der Weg verbindet Küstenabschnitte mit Pinienwäldern, Bergkämmen, abgelegenen Buchten und traditionellen Dörfern. Er gilt als einer der schönsten Weitwanderwege der Welt, sowohl wegen seiner landschaftlichen Vielfalt als auch wegen der vielen historischen Überreste (lykische Felsengräber, römische Ruinen, usw).
In einer Woche konnte ich nur einen kleinen Teil der gesamten Strecke zurücklegen, genauer gesagt war es ungefähr ein Viertel der Gesamtstrecke.
Hier die technischen Daten:
Strecke: Ovacık (Ölüdeniz) → Kalkan
Distanz: 130 km, 5.000 Höhenmeter
Dauer: 6 Wandertage/ 6 Nächte
Style: alles Wildcamping
Da ich in Antalya landete, musste ich zuerst den Startpunkt der Wanderung erreichen - in meinem Fall: Ovacık. Dazu ging es zuerst mit dem Bus von Antalya nach Fethiye (3h 30min, 400 TL) und von dort aus weiter nach Ovacık (ca 30 min). Mit dabei war Gerald, den ich aus Ecuador kenne (er war damals mein Couchsurfing-Gastgeber und wohnt mittlerweile in Deutschland). Er begleitete mich die ersten vier Tage.
Da sich die Anreise - inklusive Einkaufen von Gas und Verpflegung - etwas zog, starteten wir die Wanderung erst gegen 16 Uhr, in bereits traumhafter Abendstimmung mit spektakulären Ausblicken.
Da es zu dieser Jahreszeit bereits gegen 18 Uhr dunkel wird, mussten wir auch schon bald einen Zeltplatz suchen. Wir fanden einen mit unglaublichem Ausblick. Und das Beste: ganz in der Nähe stand einfach so mitten im Nirgendwo eine Kühlbox mit eiskaltem, frischem Granatapfelsaft zur Selbstbedienung mit einer kleinen Kasse. So viel Luxus hätten wir tatsächlich nicht erwartet. Ansonsten war ringsum keine Menschenseele. Nachdem Gerald eindrücklich bewiesen hatte, dass er mit dem Gaskocher noch wenig Übung hatte - als er nämlich die Gaskartusche an den Kocher schraubte wurde er panisch, da das halbe Gas mit viel Gezische herauskam - bekam tatsächlich sein Zelt auch noch ein kleines Brandloch, da es von einem Funken des Lagerfeuers erwischt wurde. Aber gut, aus diesen Fehlern lernt man.
Gegen 7:30 Uhr am Morgen wurde es hell. Ich habe erstaunlich gut in meinem Zelt geschlafen. Nach einem Kaffee und Porridge starteten wir in den Tag. Als wir mittags bei einem Bauern vorbeikamen, der Pita verkaufte, schenkte er mir sogar noch frische Weintrauben und ließ uns Trinkwasser auffüllen. Ich hatte Kapazität für 3,5 Liter, was perfekt gepasst hatte. Meistens hatten wir 1-2x am Tag die Möglichkeit Wasser aufzufüllen.
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| Butterfly Valley |
Der Rückweg ging ebenso steil hoch, wie er vorher runter ging. An einer Kletterpassage muss sich irgendwie mein GPS-Gerät aus der Halterung gelöst haben, und verabschiedete sich geschätzte 100 - 150 m die Felswände hinunter. Wir sahen es noch zweimal an einer Felsstufe aufprallen und dann war es futsch. Ich bekam natürlich die helle Krise, da das Ding südteuer war und ich es ja für Patagonien brauche. Zuerst startete ich den waghalsigen Versuch die Felswand gerade hinunter zu klettern. Ich kam aber nicht weit, da das Unterfangen sehr riskant war und ich wollte nicht am nächsten Tag am Titelblatt der "Butterfly-Valley-News" erscheinen, als dümmster Wandertourist des Jahres. Ich beschloss den aussichtslos scheinenden Versuch zu starten, den Wanderweg zurück hinunter zu gehen und im dichten Urwald da unten das Teil zu suchen. Gerald empfand das als Schnapsidee und meinte ich sollte mich beeilen, da wir den Aufstieg vor Einbruch der Dunkelheit schaffen sollten. Unten angekommen war ich den Tränen nahe, denn es schien mir in dem dichten Gestrüpp unmöglich auch nur irgendwas zu finden, außer vielleicht ein paar Giftschlangen. Ich stieß ein Stoßgebet in den Himmel und wollte mich dann wieder auf den Rückweg machen. Doch dann - wie durch ein Wunder - lag das Gerät direkt vor mir! Und das absolut Unglaubliche: Es war komplett unversehrt (bis auf ein paar kleine Kratzer) und funktionierte sogar noch!
Wir schafften es noch vor Einbruch der Dunkelheit einen Schlafplatz zu finden - auf einer wunderschönen Waldlichtung. Natürlich gab es auch wieder ein Lagerfeuer und zur Feier des Tages eine Dose Bier.
Schlafplatz fanden wir unter einem Olivenbaum - von denen es hier Massen gibt - mit wieder einmal traumhaften Ausblick.
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| Abendstimmung unter dem Olivenbaum |
Die heutige Strecke war eine der schönsten. Auf einer kleinen, abgeschiedenen Farm verkaufte uns eine Frau frischen Orangensaft.
Es war wieder ziemlich heiß. Als wir ein kleines Dorf erreichten, fanden wir dort ein Gebäude mit einem Wasserhahn an der Hauswand. Es war dringend nötig unser Wasser aufzufüllen. Ich staunte nicht schlecht, als sich hinter einer Tür ein WC - wieder mit Wasserschlauch - befand. Ich beschloss die Chance zu nutzen und schnell zu duschen, währenddessen wusch Gerald draußen seine Wäsche. Wie sich dann laut Google Maps herausstellte, handelte es sich dabei um eine Moschee - ups! Als wir am Abend den Strand von Patara erreichten, auf den wir uns eigentlich sehr gefreut hatten, wurden wir bitter enttäuscht: er war komplett zugemüllt. Also wanderten wir ein Stück zurück in den Wald, wo wir einen ganz passablen Zeltplatz fanden. Pünktlich zum Sonnenuntergang startete eine regelrechte Stechmücken-Plage.
Die Nacht war ziemlich warm - ich habe in meinem -4°C Schlafsack ordentlich geschwitzt. Es stand ein super langer Asphaltabschnitt quer durch Tomaten-Gewächshäuser an. Das war auch der unschönste Abschnitt dieser Tour.
In Kınık verabschiedete ich mich von Gerald. Er nahm von hier aus den Bus nach Antalya und musste dann wieder zurück nach Deutschland. Ich gönnte mir im Ort noch ein Mittagessen in einem lokalen Restaurant, in dem ausschließlich Männer saßen. Davon ließ ich mich natürlich nicht beirren. Es gab eine ordentliche Portion Salat (für umgerechnet 1,20 € auch der günstigste auf dieser Reise), dazu Hühnchensuppe und natürlich Ayran.
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| Xanthos |
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| Die geschenkte Gurke ;) |
Dann ging es endlich wieder raus aus dem Ort in die Olivenhaine. Der "Weg" (falls man ihn so nennen kann) führte alten, maroden Wasserkanälen entlang. Hier wimmelte es übrigens nur so von kleinen Landschildkröten. Man musste direkt aufpassen, nicht drauf zu steigen.
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| Achtung Schildkröte! |
Mein Nachtlager baute ich in den Olivenhainen auf.
Ich war froh als ich an diesem Tag endlich zu einer Moschee kam, denn meine Wasserreserven waren ausgeschöpft. Der Weg wurde von nun an etwas unwegsamer und verwachsen mit Dornen. Teilweiser war die Wegfindung nicht einfach. Am Ende kam ich zu einer Schotterstraße. Ein nettes, älteres Ehepaar stoppte mit dem Auto und bot mir an, mich mitzunehmen - auch das passiert am Lykischen Weg regelmäßig. Nur in den seltensten Fällen sprechen sie aber mehr als drei Worte Englisch. Mit Händen und Füßen funktioniert die Kommunikation aber trotzdem immer ganz gut.
Der Zeltplatz am Abend war wieder einmal ein Highlight: Meerblick, ein kleines Lagerfeuer & Blick auf die Lichter des Örtchens Kalkan in der Ferne.
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| Blick auf die Lichter Kalkans |
Bei den ersten Sonnenstrahlen setzte ich meine Wanderung fort. Heute ging es nur noch etwa 10 km nach Kalkan - aber die hatten es in sich. Es waren ein paar kleine Kraxeleien dabei und ich war die kompletten drei Stunden in der prallen Sonne. In Kalkan beendete ich dann meinen Wandertrip.
Nach einer Woche Wandern freute ich mich auf etwas Entspannung und "Urlaub". Ich nahm den Bus in den Nachbarort Kaş, wo ich mir ein kleines Studioappartment gemietet habe. Dort blieb ich die nächsten zwei Tage.
An zwei kleinen Anekdoten lasse ich euch noch teilhaben:
Mein kleines Appartment hatte zu meiner Freude sogar eine Waschmaschine - ein wahrer Segen nach einer Woche Wandern.
Bis sie während des Programms plötzlich Wasser ausspuckte und zwar ordentlich. Mein Zimmer wurde geflutet und ich versuchte verzweifelt mit dem Knie gegen die Maschinentür zu drücken, um das herausstömende Wasser zu stoppen. Nach ein paar Minuten wurde mir das zu anstrengend. Zum Glück konnte ich den Waschgang vorzeitig abbrechen.
Eigentlich hätte ich sofort denBesitzer informieren können, was ich aber im Anbetracht der Tatsache, dass er mich bei meinem Ankommen bereits sichtlich angeflirtet hatte, nicht machte. Er bot mir nämlich gleich Kaffee an - was natürlich sehr nett war- , aber dann ließ er sich auf meiner Terrasse nieder und wollte da scheinbar gar nicht mehr weg. Er nutzte die Zeit um mich auszufragen, wie es den mit meinem Zivilstand aussehe, usw. Auf eine Fortsetzung dieser Konversation so spät am Abend hatte ich nun wirklich keine Lust. Als blieb mir nichts anderes übrig als das Waschmaschinen-Massaker aufzuwischen.
Der Lykische Weg hat mich sehr positiv überrascht - vor allem die eindrückliche Landschaft und die freundlichen Einheimischen.
Bei der Planung habe ich mich jedoch etwas überschätzt, ich dachte mir nämlich, dass ich locker 30 - 40 km am Tag schaffen würde (anstatt der empfohlenen 15 - 20 km), immerhin bin ich ja sehr sportlich und laufe Ultramarathons. Da habe ich mich aber ordentlich getäuscht. Zum einen ist da der schwere Rucksack, zum anderen dauert es morgens und abends seine Zeit das Zeltlager in Ruhe auf- und abzubauen. Morgens ist zudem oft alles nass vom Tau und man möchte das Zeug wenigstens ein bisschen trocknen lassen. Um diese Jahreszeit sind die Tage außerdem sehr kurz. Die Mittagspause fiel oft länger aus, unter anderem um die elektrischen Geräte zu laden. Genügend Zeit einzuplanen ist also empfehlenswert.
Ich möchte den Lykischen Weg auf alle Fälle irgendwann zu Ende wandern - vielleicht schon nächstes Jahr.
Und der Wichtigste: Mein Equipment-Test für Patagonien war erfolgreich!
Eure Michi