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Montag, 23. Januar 2017

Afrika Fotoalben

By On Januar 23, 2017
Hallo Leute,

tut mir leid, dass ich so lange nichts mehr von mir habe hören lassen. Ich bin immer noch in Crucita/ Ecuador zum Hundesitten. Ich genieße meine Zeit hier in diesem Paradies in vollsten Zügen.

In meiner Freizeit versuchte ich nun etwas an meinem Blog zu arbeiten und habe nun endlich meine neuen Afrika Fotolaben fertig.
Schaut sie euch an:


=> DIE NEUEN AFRIKA FOTOALBEN <=

Fotoalben Afrika









Donnerstag, 24. März 2016

ROUTE SÜDAFRIKA/ LESOTHO

By On März 24, 2016



Reiseroute:
NAMIBIA - Kapstadt - Melkbosstrand - Port Elizabeth - East London - Kokstad - LESOTHO  - Qachas Nek - Ha Moshebi - Sehlabathebe - Qachas Nek - Maseru - SÜDAFRIKA - Johannesburg - ARABISCHE EMIRATE

Reisezeitraum: 
20.02. - 14.03.2016




Mittwoch, 9. März 2016

Abenteuer in den Bergen Lesothos

By On März 09, 2016
Die letzten Tage sind eindeutig Teil mein er Top 10 Erlebnisse in Afrika. Als ich Montag frühmorgens in der Hütte von Patrick aufwachte und die Haustüre öffnete ging soeben die Sonne auf. Die Berge und Hügel ringsherum erstrahlten im Morgenlicht und es war so wunderbar ruhig. In Ha Moshebi gibt es nur wenige Häuschen und alle sind ein gutes Stück voneinander entfernt. Ein kleiner Junge ritt auf einem Pferd an mir vorbei. Er war in warme Decken eingehüllt. In Lesotho kann es nachts kalt werden. Das Einhüllen in Decken gehört zum typischen Erscheinungsbild der Bewohner der Bergdörfer hier. Meist haben sie noch eine Wollmütze auf, einen Stock in der Hand und tragen Gummistiefel.

Patrick erwachte ebenfalls, er schlief in der Nebenhütte (sein Zuhause besteht aus 3 Hütten). Er meinte ich soll es mir gemütlich machen, er würde sich inzwischen auf die Suche nach einem Esel machen, der unsere Lasten auf der Wanderung tragen sollte. Als er zurückkam erklärte er mir, dass wir doch keinen Esel bräuchten, da wir nicht so viel zu Tragen hätten. Ursprünglich wollten wir ja mehrere Tage in den Bergen verbringen, aber da der Wetterbericht ab Dienstag viel Regen voraussagte, beschlossen wir nur eine Nacht auszubleiben.

Wir durchquerten jede Menge kleiner Bergdörfer, die bloß aus ein paar Häusern bestanden. Jede Familie hat meist ein Steinhaus, in dem geschlafen wird. Daneben steht eine runde Lehm- oder Steinhütte mit Strohdach, welche als Küche dient. Zirka 100m vom Haus entfernt ist eine kleine Holzhütte in der sich das Plumsklo befindet. Wir machten bei einigen seiner Freunde Halt, um kurz "Hallo" zu sagen. Es war natürlich die Attraktion schlechthin eine Weiße bei sich Zuhause zu haben, da es für die meisten das erste Mal war. Ich wurde herzlichst begrüßt und mit leckerem Essen verwöhnt. Auch hier ist das Hauptnahrungsmittel ein Brei aus Maismehl und Wasser, welcher in Lesotho "Papa" genannt wird. Ich bekam Papa mit grünem Spinatzeugs serviert. Schön langsam gewöhne ich mich an diesen Brei, egal ob man ihn Posho, Ugali, Nshima oder Papa nennt. Gegen Mittag kamen wir am letzten Dorf vorbei. Dann ging es weiter über hügelige Landschaften in eine Schlucht, wo ein Fluss fließt. Eine absolut eindrucksvolle Gegend. Zeitweise kamen uns Hirter oder Männer auf ihren Pferden entgegen. Um ca 15 Uhr fanden wir einen Felsvorsprung, der uns als Schlafplatz perfekt erschien. Wir konnten dort sogar etwas Stroh finden, das wir als Matratze benutzten. Außerdem hatten Hirten aus Steinen eine kleine Mauer gebaut, die uns Schutz vor dem teilweise recht starken Wind bieten sollte. Wir entdeckten an den Felswänden sogar uralte Felsmalereien. Patrick relaxte erstmals ein wenig und machte ein Lagerfeuer während ich dem Fluss nicht widerstehen konnte und ein erfrischendes  Bad nahm. Nach einer leckeren Nudelsuppe über dem Feuer gekocht machte ich mich auf Erkundungstour durch die imposanten Schluchten. Es wurde schön langsam dämmrig und ein Gefühl tiefster Zufriedenheit durchströmte mich. Dieses Fleckchen Erde hatte zu diesem Zeitpunkt etwas richtig Magisches. Es war einer dieser Momente, in denen man weiß warum man reist. Es gibt so viele wunderschöne unentdeckte Fleckchen auf dieser Erde. 

Patrick hatte sich schon große Sorgen um mich gemacht, da es schon dunkel war als ich zurückkam. 

Die Nacht verlief ruhig, ohne Regen und ohne Sturm. Mein Schlafsack hat auch gute Dienste  erwiesen, ich habe nicht gefroren. Dafür raubte mir eine plötzliche Schlangenparanoia den Schlaf, da wir die letzten Tage zu viel über Giftschlangen in Afrika diskutiert hatten. Im Endeffekt waren es aber die Esel, die mir einen richtigen Schreck versetzten. Die Tiere standen direkt vor mir und schnaubten laut. Ich mahte sofort meine Taschenlampe und und konnte nur ihre leuchtenden Augen in der Dunkelheit sehen. Patrick wachte auch auf und musste herzhaft lachen. Er schlief bloß in eine Wolldecke eingewickelt. Leider war es am Morgen bereits wolkig und es begann schon bald ein wenig zu nieseln. Wir beschlossen deshalb heute keine große Tour mehr zu machen. Am Rückweg begann es dann ordentlich zu schütten. Wir mussten teilweise bei anderen Familien unterstehen, um nicht komplett durchnässt zu werden. Am späten Nachmittag wieder bei Patrick zu Hause angekommen, wärmten wir uns mit heißem Tee. Das einzige Komplizierte an diesem Leben in einfachen Bergdörfern in Lesotho ist die Stromversorgung. Es haben ja wie gesagt nur wenige Häuser Solar, aber auch diese funktionieren nur wenn die Sonne scheint. Da es den ganzen Tag bewölkt war, hatte ich nirgends Glück mein Handy zu laden. Wir suchten sogar noch die sozusage Dorfkneipe auf, dort hätten sie wohl einen Generator. Doch zu früh gefreut, auch dieser war defekt. Ich möchte nicht behaupten, dass mein Handy lebensnotwendig ist. Ganz im Gegenteil, es ist sogar superentspannend, wenn das  Teil ein paar Tage aus ist. Der einzige große Nachteil ist, dass ich keine Fotos machen kann. Das ist für mich eines der wichtigsten Dinge, da es die einzigen Erinnerungen vom Reisen sind, die wirklich bleiben. 

Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen und kochten... was wohl? Papa (Maismehlbrei) natürlich! Und dazu gabs Hühnchen.

Heute Morgen begann mein Tag zeitig um 4 Uhr, da es hieß, dass wohl um 5 Uhr ein Minibus Richtung Qachas Nek fahren würde. Leider gibt es bloß einmal am Tag einen Transport dorthin. Ich stand eine geschlagene Stunde im Regen und es war richtig eiskalt, bis dann das Gefährt um 6 Uhr endlich eintrudelte. Gegen 9 Uhr kam ich in Qachas Nek an und wollte gleich weiter nach Maseru. Bis spätestens Freitag möchte ich nämlich Johannesburg erreichen. Ich habe mich vorher noch mit Tyler getroffen, da ich ein paar Sachen bei ihm lagerte. Als ich zurück am Taxipark war, war es ersmals richtig schwierig jemanden zu finden, der englisch sprechen konnte und verstand was ich wollte. Letztendlich erklärte mir eine hilfsbereite ältere Dame, dass es heute keinen Minibus nach Maseru mehr geben würde. Was nun? Autostoppen? Nein, dazu hatte ich keine Lust mehr, ich war ziemlich fix und foxi nach den Anstrengungen der letzten Tage. Ich suchte mir eine günstige Unterkunft und wollte gerade das Zimmer beziehen, als eine ältere Dame nach mir rief. Sie würde jetzt nach Maseru fahren und hatte gehört, dass ich auch dahin will. Sie würde mich mitnehmen. Kann man so viel Glück haben? Und noch dazu mit einem Auto, das heißt, wir werden nur ein paar Stündchen brauchen um dort anzukommen. Die Dame war superlieb und meinte dann sogar noch, dass ihre Tochter "Dee", die in Maseru lebt, am Freitag Morgen mit ihrem Freund nach Johannesburg fahren würde und sie mich bestimmt mitnehmen könnte. Der liebe Gott scheint es wirklich gut mit mir zu meinen, so viele glückliche Zufälle auf einmal erlebt man wirklich nicht alle Tage. Die Dame gab mich dann in Maseru an Dee weiter, die sich mit mir sogar noch auf Herbergensuche machen wollte. Dee arbeitet für die UN und hatte noch ein kurzes Meeting, auf das ich sie begleiten sollte. Oh nein - ich war verschwitzt, das letzte Mal gewachen habe ich mich als ich im Fluss schwimmen war, ich hatte noch die Bergschuhe an und meine Klamotten waren schmutzig. Ich versuchte ihr das auszureden, doch sie meinte das sei alles überhaupt kein Problem. Als ich mit ihr den Raum, in dem das Meeting stattfand betrat, wurde mir ganz anders. Ungefähr dreißig richtig vornehm gekleidete Menschen saßen an einer Tafel. Plötzlich richteten sich alle Blicke auf mich. Ich fühlte mich, als wäre ich im falschen Film und hoffte nur, dass mich der Erdboden irgendwie verschlucken würde. Dee bat mich dann zu allem Überfluss noch, mich kurz vorzustellen. Das Meeting dauerte zum Glück nur 30 Minuten und es wurden irgendwelche politische Themen diskutiert. Ich war ziemlich froh als der Zauber vorbei war. Dee lud mich dann sogar noch ein, bei ihr und ihrem Freund schlafen zu können, doch das lehnte ich dann ab, da ich mich sehr nach etwas Ruhe für den morgigen Tag sehne. Wir fanden eine schöne Herberge für mich und Dee konnte sogar den Preis runterhandeln, da sie den Besitzer kennt.
Das Leben kann so schön sein :) Gute Nacht!

Ein Mädchen aus einem der Nachbardörfer ringsum

diese Dame braut lokales Bier

Augustinus mit seiner Mama


ein weiterer Nachbar Patricks




Patrick beim Durchqueren des Flusses


Ruinen

alte Felsmalereien 

unsere Schlafstätten: ich hinter der ersten Steinmauer, Patrick hinter der zweiten ;)


unsere Feuerstelle 




diese Esel waren die Einzigen, die unsere Nachtruhe störten

eindrucksvolle Felsformationen



die Straßen Lesothos



Junge in traditioneller Kleidung 







Sonntag, 6. März 2016

Ha Moshebi Village

By On März 06, 2016
Mittags sollte ein Minibus Richtung Ha Moshebi starten. Tyler warnte mich bereits, dass die Straßenverhältnisse dorthin mirserabel seien - unasphaltierte steile Bergstraßen. Teilweise müssten sogar alle Passagiere das Fahrzeug für eine kurze Strecke verlassen, da es sonst zu viel werden würde für den Minibus. Tyler hatte recht, die Fahrt war mehr als holprig und wir mussten tatsächlich mehrmals stehen bleiben, da das Gefährt nicht mehr weiter kam. Am Straßenrand ging es teilweise hunderte Meter steil bergab - ohne jegliche Sicherungen. Das hielt den Fahrer aber nicht davon ab in einer halsbrecherischen Geschwindigkeit zu fahren. Wir durchquerten winzige Bergdörfer, wo Hirten ihre Kuh- und Schafherden hüteten. Außerdem kamen wir an richtig  atemberaubenden Gegenden vorbei. Das Königreich Lesotho ist auf alle Fälle ein großer Kontrast zu Südafrika.
Das richtig Unangenehme an der Busfahrt war die ohrenbetäubend laute Musik, die in Kombination mit den schlechten Boxen einfach nur grausam war.

In Ha Moshebi, einem 140 Mann Dorf, angekommen, erwartete mich Patrick bereits und führte mich noch kurz in die Dorfkneipe. Dort traf ich zu meinem Erstaunen einen jungen Mann aus den USA. Auch er leistet Freiwilligendienst hier. Er ist bereits seit einem Jahr in dem Dorf und meinte, ich sei die erste Weiße, die er hier sieht. Nach einer netten Unterhaltung brachte mich Patrick in sein simples Zuhause. Er ist ein superlieber Kerl und überließ mir sogar sein Bett. Manche Hütten im Dorf haben Solar, ansonsten gibt es hier aber keinen Strom. Die Gegend ringsherum ist einfach nur faszinierend: Berge soweit das Auge reicht und Hirten, die zumeist mit auf einem Pferd reitend unterwegs sind und sich mit Wolldecken vor der Kälte schützen. Zum Abend hin wirds hier ordentlich kalt und dann ging auch noch ein heftiges Gewitter nieder. Ich freue mich schon auf unsere morgige Tour.

"Ha Moshebi" Village - Patricks Grundstück 

Ausblick von Patricks Haus aus


hier durfte ich schlafen


Samstag, 5. März 2016

Welcome to Lesotho

By On März 05, 2016
Ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen wie diese Nacht. Gleich am Morgen holte mich Piet ab und führte mich auf seine Farm. Ich war mehr als beeindruckt, alles im Öko-Stil und jede  Menge freilaufender Tiere. Piet scheint sehr kreativ und intelligent zu sein, er hat viele interessante Projekte am laufen. Er hat beispielsweise eine eigene Währung für Kokstad erfunden, welche mittlerweile schon in einigen Shops hier akzeptiert wird. Wir besuchten noch einen Farmermarkt und trafen auf viele Freunde von Piet. Einer davon, er heißt Rex, gab mir wertvolle Tipps für Lesotho. Er ist auch begeisterter Bergsteiger und erzählte mir von einem sehr traditionellen Dorf in Leshoto von wo aus man die besten Touren machen könnte - ein sozusagenener Geheimtipp, da Touristen dort selten hinkommen. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme für dieses Vorhaben. Rex kennt einen Einheimischen namens Patrick in dem Dorf und telefonierte sogleich mit ihm. Dann eröffnete er mir meinen Plan für die nächsten Tage. Morgen sollte ich versuchen irgendwie in das Dorf von Patrick zu gelangen. Übermorgen wird die Tour dann starten. 3 Tage Bergsteigen seien geplant. Patrick wird noch einen Esel besorgen, der die Lasten trägt. Schlafen werden wir unter freiem Himmel. Wow ich freue mich jetzt schon auf dieses einzigartige Abenteuer.
Mittags machte ich mich mit Minibussen Richtung Lesotho auf. Die weißen Südafrikaner finden das zwar immer etwas suspekt und gefährlich, dass ich mich mit Minibussen fortbewege, da dieses Transportmittel hier eigentlich nur die Schwarzen benutzen. Aber gerade das reizt mich. Es war endlich wieder einmal ein richtig afrikanisches Erlebnis: maßlos überfüllter Minibus, halsbrecherische Geschwindigkeiten und Insassen, die sich wunderten was denn die Weiße hier macht.

Der Grenzübergang nach Lesotho war völlig komplikationslos. In Qachas Nek angekommen wurde ich von Lirra und zwei jungen Männern namens Tyler und John am Taxipark abgeholt. Sie alle sind als Freiwilligenarbeiter hier. Wir werden diese Nacht alle vier bei Tyler in der Hütte schlafen. Wir hatten noch einen lustigen Spieleabend. Morgen soll es für mich nach Ha Moshebi weitergehen, von dort aus wird meine Wanderung beginnen.

Lesotho ist übrigens ein Königreich und die Landschaft ist von Bergen und Flüssen geprägt. Im Winter gibt es hier sogar Schnee. Qachas Nek liegt auf knappen 2000m.  Die Bevölkerung ist recht arm, die Arbeitslosenrate beträgt 45%. Außerdem ist die AIDS Rate auch hier beträchtlich, ganze 23% der Erwachsenen sind mit HIV infiziert.

Tylers Hütte