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Dienstag, 13. Juni 2017

Kulinarische Abenteuer auf meiner Reise



Vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass ich verdammt gerne esse - vor allem Unbekanntes ;) Ich liebe es verrückte Mahlzeiten auszuprobieren und bin dabei relativ wagemutig - würde ich jetzt einfach so behaupten.

Warnung: Nichts für sanfte Gemüter!

Hier eine kleine Zusammenfassung meiner kulinarischen Abenteuer auf dieser Reise: 

1. Grashüpfer in Uganda: extrem lecker! Sie werden in einer Pfanne im eigenen Saft herausgebraten und etwas gesalzen. Außen knusprig, innen weich - ein Traum. Man erhält sie in der Grashüpfer-Saison überall am Straßenrand in kleinen Plastiksäckchen, bereits fertig zubereitet. 

2. Frisches Ziegenblut in Tansania: eher gewöhnungsbedürftig, obwohl ich es mir eindeutig schlimmer vorgestellt habe. Der Massai-Stamm, bei dem ich wohnte, schlachtete am Morgen eine Ziege, indem sie dem lebenden Tier einfach den Kopf abtrennten. Das Blut, das aus dem Hals sprudelte wurde in einem Gefäß aufgefangen und immer schön umgerührt, damit es nicht zu stocken beginnt. Sie verfeinerten das Getränk mit etwas Milch und Salz. Man sollte es dann recht rasch trinken, denn mit der Zeit wird das Zeug gelleeartig, was ziemlich ekelhaft ist. Geschmacklich erstmals warm und salzig. Der Nachgeschmack ist metallisch.

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frisches Ziegenblut gemischt mit Milch und Salz - Tansania

3. Raupen in Sambia: nicht mein Fall. Diese Dinger werden überall auf den Märkten in getrocknetem Zustand verkauft. Zu Hause legt man sie dann in Wasser ein, bis sie weich werden. Danach werden sie mit jeder Menge Fett herausgebraten. Ich probierte sie jedoch nur ein einziges Mal, vielleicht hatte ich bloß nicht den besten Koch.

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frittierte Raupen - Sambia

4. Leguan in Honduras: sehr lecker. Geschmacklich würde ich es als eine Kreuzung aus Huhn und Fisch beschreiben. Wird teilweise auf den Märkten verkauft, obwohl es anscheinend illegal sei und gilt als Delikatesse. Ich erzählte meinem Couchsurfing Gastgeber von meiner Vorliebe für verrücktes Essen, er überraschte mich daraufhin eines Tages mit einem Leguan zum Frühstück.

5. Lebende Muscheln in El Salvador: sehr lecker. Sie werden auf den lokalen Märkten in Meeresnähe verkauft und sind bei den Einheimischen sehr beliebt. Die lebenden Tierchen werden aus der Schale genommen und mit Limettensaft, Zwiebeln, Chili, Paprika und Salz verfeinert. Die Muscheln müssen sich noch bewegen, wenn man sie mit dem Limettensaft beträufelt, sonst sind sie schon alt. Es gibt in El Salvador mehr als genug Fischvergiftungen nach dem Vezehr dieser Dinger.

6. Schildkröte in Kolumbien: war absolut nicht mein Fall. Könnte aber auch daran liegen, dass das Tier schon sehr alt war. Das Fleisch war nämlich sehr zäh. Serviert wurden das in Würfel geschnittene Schildkrötenfleisch und die Leber mit Arepas. Wenige Stunden nach dem Genuss dieser Mahlzeit spielte mein Darm verrückt - ich verbrachte die ganze Nacht am WC. Schlussfolgerung: nicht empfehlenswert.

Schildkrötenrestaurant - Kolumbien


7. Meerschweinchen in Ecuador & Peru: sehr lecker aber wenig dran. Das Tier bestand vorwiegend aus Haut - die aber ganz lecker knusprig war - und Knochen. In Ecuador bekam ich es mit leckerer Erdnusssauce serviert und in Peru mit pikanter Sauce - am besten geschmeckt hat es in Peru.  Auf alle Fälle empfehlenswert!

Meerschweinchen - Ecuador & Peru


8. Schafskopfsuppe in Peru: Als dieses Gericht gehört eindeutig nicht zu meinen Lieblingsgerichten. Und das Schlimmste dran: Ich bekam die Suppe zum Frühstück serviert - mit einem halben Schafskopf drin. Augen und Fell waren vermutlich das Einzige, das entfernt wurde. Außerdem bestand das Ding bestand bloß aus aufgeweichter, ledriger Haut, einer Zunge, Mundschleimhaut mit ekelhaften Zotten dran und irgendwelchen Sehnen. Ich biss bloß ein Stück ab, doch das war bereits fast zu viel für meinen normalerweise doch recht widerstandsfähigen Magen. Dieses Gericht bekam ich übrigens in Puno am Titicacasee serviert.

Schafskopfsuppe - Peru

9. Lama in Bolivien: Hier in Bolivien zählt Lama zu einem ganz normalen und auch beliebten Gericht. Ich habe es zum ersten Mal in der Stadt Oruro ausprobiert. Ich war etwas verwundert, über das Aussehen des Fleisches, es wird nämlich zuerst getrocknet und dann werden die Fleischfasern klitzeklein abgezupft. Diese werden dann in einer ordentlichen Portion Fett herausgebraten. Serviert wird das Ganze mit Mais, Käse, Karatoffeln, Ei und scharfer Sauce. Vom Geschmack her ähnelt das Lama vielleicht etwas dem Schafsfleisch. Ich fand das Gericht ganz lecker, bloß war es mir eine Spur zu deftig - das Fleisch trieft bloß so vom Fett. Das zweite Mal aß ich Lamafleisch vom Grill bei einer Lama-Opferungsfeier in Bolivien - war etwas zäh das Fleisch. 

Lamafleisch - Bolivien






Kommentare:

  1. Bei Muscheln halte ich ja eventuell noch mit, aber bei Ziegenblut hört bei mir die kulinarische Abenteuerlust auf. Und bei Grashüpfern und Maden müsste ich mich schon sehr überwinden.

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    1. Ja da hast du recht Monika, ich glaub das Ziegenblut blieb auch bei mir ein einmaliges Abenteuer!

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  2. Ich weiß ja: Andere Länder andere Sitten! Aber da hört es bei mir wirklich auf, ich muss nicht alle Aspekte einer Kultur kennenlernen. Grashüpfer und Raupen gehen noch aber lebende Muscheln? Ich finde schon Austern ganz schrecklich. Hut ab, was du so alles getestet hast.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Ja es ist wirklich unglaublich was in den verschiedenen Ländern so alles verspeist wird. obwohl ich sagen muss, das ekelhaftigste für mich waren eindeutig die Raupen und die Schildkröte - aber ich bin mir bei beidem nicht ganz sicher ob das Fleisch nicht schon sehr alt war....

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  3. Hi Michaela,

    Grashüpfer (oder sowas in der Art) habe ich in Kambodscha auch gegessen. Auch an ein Meerschweinchen habe ich mich in Peru rangewagt. Danach ist bei mir allerdings die Höhenkrankheit ausgebrochen und ich weiß bis heute nicht, ob ich vielleicht gleichzeitig eine Lebensmittelvergiftung oder sowas hatte.

    Schildkröte und Leguan sowie lebende Muscheln würde ich wohl auch nicht essen. Von dem Ziegenblut ganz zu schweigen. Ich finde auch: Man muss nicht alles mitmachen und am eigenen Leid erfahren, um eine Kultur kennenzulernen...Aber ich habe auch schon von Reisenden gehört, die Pferdesperma getrunken haben, weil das irgendwo Tradition war. Man konnte wohl die Rasse wählen. Guten Appetit!

    Liebe Grüße,
    Barbara

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    1. Ja da hast du recht Barbara, alles muss man keinesfalls ausprobieren. Aber bei mir siegt meist die Neugier! Obwohl ich´s bei den meisten Dingen wirklich bei "einmal probieren" belassen werde, da ich glaube, dass bespielsweise Schildkröten ja doch in vielen Ländern geschützt werden und das hat bestimmt seinen Grund!

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  4. Da sind echt interessante Gerichte dabei :D
    Lama habe ich in Bolivien auch gegessen :)

    Liebe Grüße, Caro :*
    http://nilooorac.com/

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