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Donnerstag, 15. September 2016

Puebla: Besteigung des Vulkan "La Malinche" - 4.420m





Der Vulkan "La Malinche" 

Heute wurde zeitig aufgestanden, denn Pablo und ich hatten uns zum Ziel gesetzt den inaktiven Vulkan La Malinche, der ganze 4.420 m hoch ist, zu besteigen. Er liegt im Bundestaat Puebla (Mexiko), ca. 1 Fahrtstunde mit dem Auto von der Stadt Puebla entfernt und stellt den fünfthöchsten Berg Mexikos dar. Das hört sich vielleicht etwas wilder an, als es in Wirklichkeit ist, denn man bis auf gute 3.000 m mit dem Auto fahren. Der Vulkan liegt in dem wunderschönen Naturschutzgebiet Parque Nacional La Malintzi. Dort konnten wir unser Auto am Eingang des Centro Vacacional La Malintzi abstellen. Hier gibt es unter anderem eine kleine Lodge, die aber komplett menschenleer zu sein schien. Zu unserem Erstaunen trafen wir auch sonst auf so gut wie auf keine anderen Leute, bloß in der Nähe des Parkplatzes spazierten ein paar Schulgruppen herum. Das Wandern gehört wohl nicht zu den Lieblingshobbies der Mexikaner. Ebenso war es für Pablo die erste größere Tour. Wir fragten an dem Infostand des Eingangs um eine Wanderkarte, doch eine solche scheint es nicht zu geben. Immer geradeaus, meinten sie bloß. Na gut dann los.

Der Aufstieg

Der Wanderweg war anfangs recht breit und nicht allzu steil, durch einen schönen Wald. Als die Bäume niegriger und weniger wurden, ging auch der Wanderweg immer steiler bergauf. Wie genossen die atemberaubende Landschaft und die vielfältige Pflanzenwelt. Vogelgezwitscher waren die einzigen Geräusche, die die Stille durchdrangen. Irgendwann kamen wir an ein Schild, auf dem Stand, dass man ab hier den Aufstieg nach 14 Uhr nicht mehr wagen sollte. Da es noch vor 12 war, machten wir uns deswegen also keine Sorgen. Von nun an wurde es richtig steil und der Weg führte nicht, wie ich es von zu Hause gewohnt bin, serpientenmäßig den Berg hoch, sondern einfach gerade nach oben. Zuerst war der Aufstieg steinig, später felsig. Pablo schlug sich aber richtig gut. Bloß die anspruchsvolleren, felsigeren "Kletter"-Stellen brachten ihn etwas Schwitzen. Der Aufstieg zum Gipfel kostete uns gute 4 Stunden.



vulkanischer schwarzer Sand













der Gipfel des Malinche ist nun schon zum Greifen nahe

Gipfelsieg

Am Gipfel angekommen brauchte Pablo erstmals einige Minuten um das Ganze zu verdauen. Dann strahlte er aber wie ein Honigkuchenpferd und meinte er hätte noch nie so etwas Cooles gemacht. Der Ausblick war traumhaft, leider zog schon nach kurzem Nebel auf. Von Gipfelkreuz oder Gipfelbuch - keine Spur. Dafür war irgendso ein Betonklotz mit Metallstangen dort - keine Ahnung was das mal gewesen sein sollte. Wir hatten als kleine Gipfelfreude ein Fläschchen Mezcal eingepackt. Pablo schien recht durstig zu sein und leerte fast die halbe Flasche in einen Zug, was mich etwas beängstigte. Ich war mir nicht sicher, ob  Kombination aus der dünnen Höhenluft mit dem starken Alkohol die Beste seien. Doch es schien ihn nicht negativ beeinflusst zu haben - ganz im Gegenteil: er begann lustig zu singen und wiederholte immer wieder wie toll das alles hier sei. Es wehte außerdem ein sehr frischer Wind, also Jack und Fleecepullover sind auf alle Fälle zu empfehlen.


unsere Gipfelfreude 

... inklusive Wurm


... am höchsten Punkt des La Malinche - ohne Gipfelkreuz oder sonstiges Krimskrams 







Der Abstieg

Der Abstieg war wie meistens beim Bergsteigen der etwas unangenehmere Teil, denn der steile Weg ging ganz schön in die Knie. Teilweise konnten wir aber Sandpisten finden, auf denen es deutlich lustiger und schneller voran ging. Wir brauchten im Groben zwei Stunden für den Abstieg.

Letztendlich war es ein traumhafter Tag. Und Pablo ist so unheimlich stolz auf sich, da es sein höchster Berg bis jetzt war. Auch für mich war es nach dem Mount Meru (Mount Meru Tag 1, Mount Meru Tag 2, Mount Meru Tag 3) mein zweithöchster Gipfelsieg. Ich kann den "La Malinche" guten Gewissens weiterempfehlen.


Tipps zur Malinche Besteigung:

  • Man sollte auf alle Fälle etwas Bergsteig-Erfahrung mitbringen und halbwegs trittsicher und schwindelfrei sein. 
  • gute Bergschuhe sind von Vorteil
  • mindestens 3 Liter Wasser mitnehmen
  • Reiseproviant nicht vergessen; auf dem Weg zum Gipfel gibt es keine Shops oder Hütten; am Nationalparkeingang befindet sich zwar ein kleiner Shop, der jedoch wirklich mikrig ausgestattet ist
  • Anreise: mit Auto oder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich: Bus von Puebla nach Apizaco (ca. 1 Std.), weiter mit dem Colectivo zum Malinche Nationalpark (ca. 30 Minuten) oder mit dem Taxi
  • Aufstieg offiziell: 4,5 Stunden, Abstieg offiziell: 2,5 Stunden; der Weg zum Gipfel ist recht klar ersichtlich und eigentlich nicht zu verfehlen
  • sonstige Austrüstung: Regenjacke, warmer Fleecepullover, evtl. Haube und Handschuhe, Sonnencreme, Sonnenbrille





Kommentare:

  1. Ja Wahnsinn - das würde ich mit meiner Höhenangst und nicht sehr ausgeprägten Kondition niemals schaffen. Umso mehr freut es mich wenn ich Artikel wie diesen lese und dann zumindest im Geiste mitgehen kann. Die Tipps am Ende finde ich übrigens extrem super!
    Liebe Grüße
    Elena

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  2. Liebe Michaela,
    wow, die Fotos eurer Gipfelbesteigung sind toll. Erst dachte ich: puh ganz schön gewagt mitten in der Mittagshitze so eine Wanderung zu machen, aber oben scheint es ja echt ein bisschen kühl und windig zu sein. Super, dass ihr das durchgezogen habt!
    Lg Annika

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    1. Oh ja, oben angekommen wars alles andere als warm! Da haben wir von Mittagshitze nur träumen können ;)

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  3. Das sieht traumhaft aus und liest sich auch richtig verlockend. Die letzte Gipfelbesteigung ist bei uns schon etwas her, aber jetzt hab ich wieder richtig Lust darauf bekommen. Toll wie fit du bist und das so easy wegsteckst. Yeah zu Frauenpower!

    Viele Grüße
    Victoria

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    1. Oh ja, nur zu empfehlen. Es gibt keinen besseren Platz als die Berge zum abschalten!
      Glg

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  4. Hallo Michaela,
    wow, schöne Flora entlang des Wanderwegs nach oben. Sieht schön aus und für die Bilder ist es natürlich auch schön, wenn es etwas vernebelt da oben ist. Du hast ein paar ganz schöne Fotos gemacht. Und klar, die Gipfelfreude muss naturlich auch sein.

    Viele Grüße,
    Stefanie

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  5. Hallo Michaela,
    Hut ab vor der Leistung. Obwohl ich viel Sport treibe, wäre das überhaupt nichts für mich. Auch wenn die Aussicht und die wunderschöne Landschaft bestimmt fürden Muskelkater am nächsten Tag klein werden lassen.
    Danke für den tollen Bericht, Susanne

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    1. Danke Susanne
      Ps: das mit dem Muskelkater wird von Bergtour zu Bergtour besser ;)

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  6. Iiieek - Mezcal beim Bergsteigen trinken?? Ihr jungen Leute, ihr... ts, ts ;-)

    Ich bin ja froh, dass ihr heil hinauf und wieder runtergekommen seid! 4.000 Meter, Respekt. Das hab ich bisher auch noch nie geschafft.

    LG, Jenny

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  7. Hallo Michaela,
    das klingt nach einer wirklich schönen und etwas abenteuerlichen Wanderung.
    Vulkanwanderungen kenne ich bisher nur aus Costa Rica, aber ich kann mir vorstellen, wie kalt es oben war. :D
    Und auch wenn es anstrengend ist, Gipfelfreude ist doch immer was tolles.
    Liebe Grüße,
    Jessi

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    1. Je anstrengender der Aufstieg, desto größer die Freude am Gipfel anzukommen :)

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  8. Hey Michi, das ist wirklich ein toller Bericht und deine Fotos sind atemberaubend. Wir sind auch letztes Jahr die Malinche rauf, aber mit Kind bin ich nicht weiter als bis zur Baumgrenze. Trotzdem war es eine total schöne Wanderung. Lieben Gruß aus Deutschland ;-)

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    1. Ja ich denke mit Kind wirds dann schon ganz schön hart bis zum Gipfel. Aber es ist ja auch schon bis zur Baumgrenze mega schön :)

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