Enter your keyword

Posts mit dem Label 36 Vanuatu werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 36 Vanuatu werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 6. November 2023

Route Vanuatu

By On November 06, 2023

 

Reisezeitraum & Route: 

16.10.2023 - 04.11.2023

FIDSCHI - Port Vila - Pele Island - Nguna Island - Port Vila - Tanna Island -  Isaka Village - Mount Yasur - Lenakel - Yakel Village Port Vila - NEUKALEDONIEN





=> Hier findest du alle Fotoalben von Vanuatu <=




Samstag, 4. November 2023

Zwei Backpacker und ein Suitcaser auf der Vulkaninsel Tanna

By On November 04, 2023

 

In den letzten Wochen hat die Fluglinie Air Vanuatu massenweise Flüge gecancelt - teilweise ohne ersichtlichen Grund. Ich konnte also erst wirklich glauben, dass wir nach Tanna fliegen, als wir in der Maschine saßen. Mit mir die Chinesin Skylar und der Türke Umut. Wir hätten wohl unterschiedlicher nicht sein können. Und doch stellte sich in der folgenden Woche heraus, dass wir das absolut perfekte Team waren. Was uns am meisten verband war eine ordentliche Portion Verrücktheit und die große Lust auf Abenteuer. 


Umut, Skylar und ich


Auf geht's in das Urwald-Dorf Isaka 

Umut hatte eigentlich schon eine Unterkunft auf Tanna gebucht, welche er aber kurzerhand stornierte, um sich sich uns anzuschließen. Der erste Stopp sollte das kleine, abgelegene Urwald-Dorf Isaka sein, in dem unser Couchsurfing Gastgeber Grem wohnt. Wir kamen gegen Mittag an dem relativ rustikalen Flughafen der Insel an. Ein Taxi war für uns Abenteurer sowieso keine Option, also beschlossen wir erstmal loszumarschieren in Richtung Lenakel. Wir haben die Distanz ein bisschen unterschätzt. Doch das Glück stand auf unserer Seite und bereits nach ein paar Minuten hielt ein Pick-up, um uns mitzunehmen. Wir schwangen uns also auf die Ladefläche und genossen den Fahrtwind. 



In Lenakel angekommen staunten wir nicht schlecht, dass dies der größte Ort der Insel sein sollte. Er bestand bloß aus einer Ansammlung von ein paar Häusern und einem Markt. Dazwischen wenige Geschäfte, die gerade mal die wichtigsten Grundnahrungsmittel verkaufen. 



Wir sollten am Markt nach Jinny - der Tante von Grem - Ausschau halten. Sie näht hier Kleider. Nach kurzem Herumfragen fanden wir sie. Gemeinsam mit ihr werden wir am Nachmittag nach Isaka fahren. Skylar, Umut und ich nutzten die Zeit, um noch etwas Gemüse, Reis und Fleisch für Grems Familie zu kaufen. Dann ging es los. Wieder auf einem Pick-up. Anfangs war die Straße noch gut, aber je weiter wir ins Innere der Insel kamen, desto holpriger wurde die Fahrt. Schließlich begann es auch noch zu regnen. Irgendwann wurde die Straße zu einem Fluss. Scheinbar regnete es hier nonstop seit dem Zyklon vor ein ein paar Tagen. Als wir plötzlich vor einem großen reißenden Fluss standen hielt unser Gefährt an. Wir müssten aussteigen. Es sollte nun zu Fuß weiter gehen. Anfangs dachten wir, wir müssten den Fluss lediglich durchqueren. Doch da haben wir uns getäuscht. Tatsächlich mussten wir nun eine gute Stunde im knietiefen Wasser flussaufwärts wandern. Jinny klärte uns auf, dass dieser Fluss eigentlich die Straße ist. Unglaublich! Grem wurde von unserer Ankunft informiert und schickte uns ein paar Jungs mit einer Schubkarre (!!) entgegen, um die mitgebrachten Lebensmittel zu transporten. Was für ein Abenteuer! 


Eine Stunde lange ging es flussaufwärts bis wir schließlich Isaka erreichten


Als wir in Isaka ankamen, war es bereits stockdunkel. Grem zeigte uns unser einfaches Schlafgemach in seinem Haus. Wir bekamen sogar noch Abendessen serviert: eine große Portion Reis mit ein wenig Gemüse.


Die Kirche und das fliegende Plastikteil

Als ich gegen halb sieben erwachte strahlte die Sonne bereits vom Himmel. Ich hörte ein Singen aus der Ferne. Umut kam ganz aufgeregt an. Wir sollten schnell mitkommen, die ganzen Dorfbewohner wären in der Kirche versammelt. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Endlich konnte ich das Dorf bei Tageslicht sehen: Strohhütten, jede Menge Schweine, ein paar Hühner und eine super interessante Vegetation. Die vulkanische Erde hier ist schwarz. Auch die Kirche war bloß eine offene Strohhütte. Wir hörten dem Gesang ein Weilchen zu, bis Skylar ganz spontan beschloss ihre Drohne fliegen zu lassen. Als die Dorfbewohner diese erspähten war es vorbei mit der Kirchenzeit. Einer nach dem anderen trat ins Freie um das fliegende Plastikteil zu sehen. 

Gespannt beobachten die Kids Skylars Drohne


Zurück im Haus vom Grem wurde uns Essen serviert: viel Reis mit ein wenig Gemüse. Ziemlich genau so sah auch jede weitere Mahlzeit im Dorf aus. Grem entschuldigte sich für sein Kochkünste. Seine Frau hätte gerade die Periode, was heißen soll sie ist "unrein" und darf deshalb nicht kochen. 

Unser tägliches Brot ;)

Dorfhochzeit

Ganz nebenbei erwähnte Grem beim Mittagessen, dass er am Nachmittag auf eine Hochzeit im Nachbardorf ginge. Wir waren natürlich sofort Feuer und Flamme und wollten dabei sein. Es war ein etwa einstündiger Fußmarsch durch den Dschungel dorthin. Wir konnten nun endlich auch das erste Mal den aktiven Vulkan Mt Yasur sehen. 

Der aktive Vulkan Mt Yasur

Wie sich herausstellte handelte es sich um eine Doppelhochzeit. Grem nannte es eine "Blessing Marriage". Er erklärte, dass die zwei Paare bereits seit Jahren verheiratet waren, es sich aber um arrangierte Ehen handelte. Nun heiraten sie ein zweites Mal kirchlich. 

Die zwei Brautpaare und Grem in der Mitte mit der Sonnenbrille ;)

In der Kirche

Nach der Hochzeit nahmen wir ein Bad im Fluss neben Isaka. Im Dorf gibt es nämlich im Moment keine Wasserversorgung aufgrund eines Problems mit den Wasserleitungen. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich unsere Wäsche im Fluss gewaschen.

Geschlechterrollen

Während Skylar und ich am Abend mit den Frauen in einer Strohhütte saßen, die als Küche dient, war Umut am Nakamal. Das ist der Ort an dem sich die Männer zum Kava trinken versammeln. Ziemlich angeheitert und euphorisch kam er zurück und erzählte uns, dass er gerade den stärksten Kava seines Lebens getrunken hätte. Das wollten wir natürlich auch. Es war uns zwar bewusst, dass Frauen am Nakamal eigentlich nichts zu suchen haben und auch Kava den Männern vorbehalten war. Aber vielleicht könnten sie ja für Touristinnen eine Ausnahme machen. Zu dritt machten wir uns also auf zum Dorfplatz mit den großen Banyan-Bäumen. Als wir ankamen verließen einige Männer den Platz. Mit viel Überredungskunst wurde uns dann schlussendlich tatsächlich jeweils eine Kokosschale mit der schlammfarbenen Flüssigkeit überreicht. Wir konnten zusehen wir ein Mann und ein Junge für uns die zerkleinerte Kava-Wurzel in ein Tuch gaben und zusammen mit Wasser da durchließen. Nun hieß es die ganze Schale in einem Schluck auszutrinken. Wir setzten uns danach ans Lagerfeuer in der Mitte des Platzes. Nach ein paar Minuten kam ein Mann auf uns zu und bat uns höflich den Platz zu verlassen, da dieser nur für Männer sei. Wir haben wirklich nicht damit gerechnet, dass man in den Dörfern hier die Geschlechterrollen so ernst nimmt. Als wir später beim Abendessen saßen wurde uns noch eine spannende Sache über den Dorf-Kava erzählt: Dieser sei hier so stark, da er sehr frisch ist. Was heißen soll: Die frische Kava-Wurzel wird von einem jungfräulichen Mann bzw Jungen vorgekaut, um ihn zu zerkleinern. Er spuckt die zerkleinerte Wurzel in ein Gefäß. Und aus dieser ausgespuckten Masse wird dann das Kava-Getränk hergestellt. Das heißt wir haben also Kava-Wurzel vermischt mit dem Speichel von diesem Jungen getrunken. Für Grem und seine Familie war das das allernormalste überhaupt. Ich musste den Schreck erstmal verdauen, bis ich dann später auch ordentlich darüber lachen konnte. Nur gut, dass wir das nicht vorher wussten. Aber wie heißt es so schön: Was uns nicht umbringt, macht uns härter. Später erfuhren wir noch, dass diese Kava-Aktion für Probleme gesorgt hatte. Die Jungs, die uns den Kava reichten mussten höchstpersönlich zum Dorfoberhaupt und sich entschuldigen, dass sie Frauen Kava gegeben haben. 

Der "jungfräuliche" Kava wird für uns zubereitet

Am Abend lagen wir mit ein paar Kids auf ihren selbstgemachten Stohmatten. Der Himmel war sternenklar und es war Vollmond. In der Ferne sah man den rauchenden Vulkan Yasur. Ein Junge spielte Gitarre und die Kids sangen dazu. Zwischendurch hörte man das Grunzen der Schweine. Genau für solche Momente reist man :)

Mission Vulkanbesteigung

Nach zwei Tagen in dem Dörfchen Isaka zogen wir weiter. Wir wollten näher an den Vulkan heran, um von dort aus einen Plan zu hecken wie wir ohne geführte Tour da rauf kommen. Es folgte eine zweistündige Wanderung durch den Dschungel inklusive einiger Flussdurchquerungen, bis wir schließlich in der Yasur View Lodge ankamen. Diese liegt gleich neben dem offiziellen Eingang für die Vulkanbesteigung. Wir teilten uns ein kleines Stroh-Bungalow. Man könnte auch in einem Baumhaus unterkommen, welches etwas mehr kostet und leider keine drei Betten hatte. 

Dieses süße Baby-Ferkel wohnte mit uns in der Unterkunft. Es war unglaublich kuschelbedürftig :)

Von unserer Unterkunft aus hatten wir einen hervorragenden Ausblick auf den Vulkan. Alle paar Minuten hörte man ein gewitterähnliches Donnergrollen. Riesige Aschewolken kamen aus dem Vulkankrater - ein Wahnsinnsanblick! Der Mt Yasur gilt als einer der aktivsten Vulkane weltweit und fasziniert durch seine regelmäßige Aktivität. Alle paar Minuten bricht der Vulkan aus. Es sind etwa 500 Ausbrüche pro Tag. Als Captain Cook 1774 hier landete nannte er den Vulkan Yasur den "Leuchtturm des Südpazifik", da er schon von Weitem das helle Leuchten der Lava sah. Während die anderen Vulkane Vanuatus nur sporadisch aktiv sind, ist der Yasur seit mindestens 800 Jahren daueraktiv. 

Tomas, der Besitzer unserer Unterkunft, fragte uns natürlich gleich bei unserer Ankunft wann wir denn den Vulkan besteigen wollten. So gut wie jeder, der hierher kommt ist nämlich nur aus einem Grund hier: um den Mt Yasur aus nächster Nähe zu sehen. Wir antworteten ihm, dass wir es noch nicht wissen. Wir hatten absolut keine Lust auf eine völlige überteuerte Vulkantour mit einer Masse an Touristen. Unser Vorhaben war es den Vulkan auf eigene Faust bei Nacht zu besteigen. Umut hatte sogar schon einen Plan dafür  - er ist tatsächlich ein Meister des Planens. Es gäbe wohl ein Dorf namens Ipikel auf der anderen Seite des Vulkans. Von dort aus müsste ein Wanderweg bis zum Vulkankrater führen. Da gerade Vollmond war und der Himmel klar und ungetrübt, wollten wir unser Vorhaben bereits in dieser Nacht in die Tat umsetzen. 

Gegen 15 Uhr wanderten wir los in Richtung Ipikel. Wir hatten Glück, denn ein Pick-up nahm uns ein Stück mit. 

Atemberaubend schöne Landschaften am Weg nach Ipikel

Skylar und Umut am Füße des Mt Yasur inmitten der Aschwüste

Ipikel ist ebenfalls ein kleines Strohhüttendorf, jedoch mit einer ziemlich bemerkenswerten Soundanlage. Am Dorfplatz dröhnte Partymusik und nackte Kinder tanzten im Rhythmus mit viel Gekreische herum. Was für ein Schauspiel! Wir kamen dummerweise noch einmal auf die Idee nach einem Nakamal - ihr erinnert euch: der Ort, an dem die Männer Kava trinken - zu fragen. Der junge Mann zögerte lange, dann ging er los und deutete uns ihm zu folgen. Ein älterer Dorfbewohner bemerkte dies und fragte völlig aufgelöst wohin wir wollen. Schnell änderten wir unsere Meinung und antworteten, dass wir nach Essen suchen würden. Wir möchten immerhin nicht noch einmal wegen so einer Kava-Aktion für Unfrieden im Dorf sorgen. Wir waren tatsächlich sehr hungrig nach unserer langen Wanderung und es wurde auch schon Abend. Natürlich gab es im ganzen Dorf kein "Restaurant". Ein Mann namens Isaak erklärte sich aber bereit für uns zu kochen, bzw seine Frau. Es gab... ? Ratet mal! Genau: Reis mit etwas Gemüse ;) Wir saßen vor seiner Strohhütte. Innerhalb kürzester Zeit war unser Essen mit einer Ascheschicht bedeckt. Es regnete tatsächlich Asche, welche der Wind genau in unsere Richtung wehte. Isaak war ein herzensguter Kerl, er wollte uns nicht einmal das Essen verrechnen. Wir bestanden aber darauf ihm etwas dafür zu geben. Mittlerweile war es kurz vor 19 Uhr und stockdunkel. Isaak wollte uns so spät abends keinesfalls mehr zurück nach Hause gehen lassen. Er bereitete uns Matten bei ihm zu Hause vor und meinte wir sollten doch hier schlafen. Wir konnten ihm nichts von unserer geheimen Mission der Vulkanbesteigung erzählen, da wir damit bestimmt auf Widerstand gestoßen wären. Also gaben wir vor die mehrstündige Wanderung zurück zu unserer Unterkunft auf uns zu nehmen. Isaak beschloss uns einen Teil zu begleiten. Es war gar nicht so einfach ihn auf freundliche Art und Weise loszuwerden, aber der wortgewandte Umut schaffte es schlussendlich. 

In einer sternenklaren Vollmondnacht machten wir uns auf zur Mission "Yasurbesteigung bei Nacht" ;)

Mithilfe genauer GPS-Koordinaten konnten wir schließlich den Wanderweg zum Vulkan finden. Wir gingen sicher, dass uns niemand folgte. Dann starteten wir bewaffnet mit unseren Stirnlampen. Was für ein Abenteuer! Zuerst wanderten wir durch einen dichten Dschungel. Immer wieder mussten wir nach dem Weg suchen, da es so viele kleine Abzweigungen gab. Das Donnergrollen des Vulkans kam immer näher. Wir mussten über mehrere Zäune und viel unwegsames Gelände. Teilweise trat warmer Rauch zwischen großen Steinen hervor. Umut warnte uns eindringlich davor den Weg zu verlassen, da so ein Vulkan ziemlich gefährlich sein kann. Obwohl Skylar wenig Erfahrung mit Wandern hatte beschwerte sie sich kein einziges Mal. Es war das Abenteuer ihres Lebens. Oder besser gesagt: Es war das Abenteuer unseres Lebens! Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich selten so etwas aufregendes und imposantes erlebt habe. 

Irgendwann kamen wir aus dem Urwald heraus, vor uns ein steil nach oben führender Weg über schwarze Asche zum Kraterrand. Es knallte und donnerte wie verrückt. Plötzlich sahen wir rote Lava aus dem Vulkankessel heraus in die Luft fliegen. Gegen 21:30 Uhr erreichten wir den Krater. Dort ist ein Weg für die die Touristentouren angelegt. Dazwischen ein paar Aussichtspunkte. Wir waren sehr froh darüber, da es bei Dunkelheit ein leichtes gewesen wäre in diesen Krater zu rutschen und für immer in diesem Höllenschlund zu verschwinden. Nur ein Schritt zu weit und es wäre vorbei. Auf einmal knallte es so laut, dass der Boden unter uns bebte. Direkt nach der Explosion flog rotgelb glühende Lava bis etwa 30 Meter unter unsere Füße und stürzte dann wieder zürück in den Kessel. Mir lief ein Schauer den Rücken hinunter. Was für eine Naturgewalt! Ich hatte fast ein bisschen Angst, da ich keine Ahnung hatte wie sicher das war, was wir da gerade machten. Im Minutentakt kam es nun zu mehr oder weniger starken Ausbrüchen. Unten im Kessel sah man brodelnde Lava. Genau so stellt man sich die Hölle vor. Wir wanderten am Kraterrand entlang. Je nach Windrichtung stiegen uns teilweise scharfe Dämpfe in die Nase. Hier wäre eine Atemschutzmaske bestimmt kein Fehler gewesen. 

Mt Yasur bei Nacht


Völlig geflasht von diesem unglaublichen Erlebnis machten wir uns auf den Rückweg. Wir mussten wieder genau den selben Weg nehmen. Im Endeffekt kamen wir um etwa 3 Uhr nachts in unserer Unterkunft an. Dieses unglaubliche Erlebnis mussten wir nun erstmal verdauen.

Als wir uns am nächsten Tag mit anderen Gästen am Früchstückstisch unterhielten erzählten uns diese, dass sie die teure Vulkantour gemacht haben und leider nur Rauch, aber keine Lava gesehen hatten. Skylar, Umut und ich tauschten vielsagende Blicke aus, behielten unser Abenteuer aber für uns. 


Zurück nach Lenakel im Aschesturm

Nach diesem unvergesslichen Erlebnis sollte es für uns zurück nach Lenakel gehen. Da wir aber keinen teuren Touristentransport in Anspruch nehmen wollten, beschlossen wir erstmal loszuwandern und hofften am Weg ein öffentliches Verkehrsmittel zu finden. Umut und ich sind es als erfahrene Backpacker gewohnt mit unserem Rucksack am Rücken längere Wegstrecken zurückzulegen. Skylar war mit ihrem Koffer unterwegs. Sie ließ sich aber nicht unterkriegen und balancierte diesen gekonnt am Kopf quer durch die Aschewüste.  Nach etwa einer Stunde setzte ein regelrechter Aschesturm ein. Es war schwer zu atmen und wir wurden von oben bis unten schwarz. Eine ganze Stunde wollte dieser Sturm nicht mehr aufhören. Meine Lunge fühlte sich mittlerweile an als wäre sie voller Asche. Wir konnten unser Glück kaum fassen, als nach zwei Stunden endlich ein Pick-up ankam. Er nahm uns für jeweils 500 Vatu mit nach Lenakel

Skylar ist vermutlich der erste Mensch auf dieser Welt, der eine Aschewüste mit einem Koffer durchquert ;)

Die nächsten drei Tage verbrachten wir in einem Strandbungalow etwas außerhalb von Lenakel. Es gab dort fließend Wasser und Strom 24 Std/Tag - so viel Luxus waren wir gar nicht mehr gewohnt. Zudem war die Unterwasserwelt hier gleich vor unserer Haustüre sehr imposant. Da Umut eine Taucherbrille dabei hatte konnte ich sogar schnorcheln gehen. Besonders faszinierend fand ich die etwa zwei Meter langen Wasserschlangen, die ich dort zum ersten Mal in meinem Leben sah. Sie bewegten sich nur in Zeitlupe und lagen mehr oder weniger am Meeresgrund. Weiters war das Korallenriff wunderschön und es gab jede Menge bunter kleiner Fische zu sehen. 

Unser Bungalow

Yakel Village 

Umuts Flug zurück nach Port Vila ging leider schon einen Tag früher als unserer. Skylar und ich beschlossen an unserem letzten Tag auf Tanna das traditionelle Dorf Yakel aufzusuchen. Es ist bekannt geworden durch den Film "Tanna - Eine verbotene Liebe". Ich habe diesen zwar (noch) nicht gesehen, habe aber gehört, dass dieses Dorf nach wie vor wie vor hunderten von Jahren lebt. Wir beschlossen Jinny am Markt aufzusuchen, sie kann uns bestimmt helfen einen günstigen Transport in das Dorf zu finden. Die Gute freute sich irrsinnig uns wiederzusehen. Kurzerhand organisierte sie einen Freund, der uns nach Yakel fahren konnte. Dieser frage, ob wir denn das Dorf informiert hätten, dass wir kommen. Wir verneinten. Er war etwas erstaunt darüber und fragte was wir denn dort wollen. Das hatten wir uns gar nicht so genau überlegt. Wir wollten einfach das Dorf sehen. Angekommen in Yakel schien das Dorf wie ausgestorben. Wir wanderten ein wenig herum bis schließlich eine halbnackte Frau vor uns stand. Sie war nur mit einem Grasrock bekleidet und sprach kein Wort Englisch. Kurze Zeit später kam ein Mann mit einem sogenannten Penisschild und topmoderner Sonnenbrille an. Er erklärte sich bereit uns durchs Dorf zu führen. Wenn wir zudem einen Tanz sehen wollen wäre das für 2.000 Vatu pro Person möglich. Wir waren einverstanden. 

Yakel Village





Der Dorfbesuch hat sich meiner Meinung nach voll ausgezahlt. Auch wenn hin und wieder Touristen dorthin kommen fühlte sich das Erlebnis super authentisch an. Da es außerdem ein sozusagener Überraschungsbesuch war, konnten wir sehen, dass das Dorf nicht nur eine Show für Touris machte, sondern wirklich noch so ursprünglich lebt.


Goodbye Vanuatu

Am Donnerstag ging es dann auch für Skylar und mich zurück nach Port Vila. Wir trafen uns am Abend noch ein letztes Mal mit Umut und feierten Abschied. Unsere Wege werden sich nun leider endgültig trennen, was für uns alle drei recht emotional war.

Umut ist mittlerweile nach Australien geflogen, Skylar wieder bei sich zu Hause und ich fliege heute Abend nach Neukaledonien. Meine Zeit hier in Vanuatu ist also vorüber. Ich habe dieses Land und seine Einwohner wirklich sehr ins Herz geschlossen. Selten auf der Welt findet man so faszinierende Landschaften und so freundliche Menschen. 


Praktische Infos: 

  • Es gibt fast täglich Flüge von Port Vila nach Tanna über Air Vanuatu. Das Aufgabegepäck darf maximal 10kg wiegen. Flugpreis: 100 - 120 €
  • Yasur View Lodge: Bungalow für 3 Personen inklusive Frühstück: 4.000 Vatu (= 31 €), der Preis für 2 Personen wäre 3.000 Vatu (= 24 €). Strom gibt es abends für zwei Stunden. Fließendes Wasser ist vorhanden. 
  • Touristentransport von Lenakel zum Vulkan: 2.500 Vatu/Person bzw wenn man alleine ist 5.000 Vatu für ein Taxi. Öffentlicher Pick-up: 500 Vatu. Es ist aber schwer ein öffentliches Verkehrsmittel zu finden. Am ehesten am späteren Nachmittag wenn die Marktfrauen zurück in ihre Dörfer fahren. 
  • Offizielle Preise für die Vulkanbesteigung: 1. Besuch: 9.000 Vatu (= 71 €), 2. Besuch 5.000 Vatu (= 39 €), 3. Besuch 3.000 Vatu (=24 €) , ab 4. Besuch 1.000 Vatu (= 8 €)
  • Eine Besteigung des Mt Yasur auf eigene Faust ist eigentlich nicht gestattet und man sollte sich der Risiken bewusst sein, da ein stärkerer Vulkanausbruch Lebensgefahr bedeuten kann. 
  • Fahrt nach Yakel mit einem Pick-up  - Taxi: 3.000 Vatu hin & zurück, inklusive 2 Std warten
  • Yakel Village: 1.000 Vatu /Person um das Dorf zu sehen, 2.000 Vatu /Person für einen Dorfbesuch + Tanzvorführung
  • Unsere Bungalow in der Nähe von Lenakel hieß Rocky Ridge und kostete 3.000 Vatu/Person/Nacht inklusive Frühstück. Der Preis für den Bus dorthin von Lenakel ist 150 Vatu.  




=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von der Insel Tanna <=











Donnerstag, 26. Oktober 2023

Zyklon "Lola" wütet in Vanuatu

By On Oktober 26, 2023

 

Mein nächstes Ziel sollte etwas außerhalb von Port Vila bei meinem Couchsurfing Gastgeber Grant sein. Viel wusste ich über die Unterkunft dort nicht, aber er beschrieb sie als "speziell". Grant arbeitet als Fitnesstrainer in Port Vila. Er hat dort erst vor Kurzem sein eigenes Studio eröffnet. Ich konnte meinen großen Rucksack bei ihm im Fitnessstudio lassen, während ich den Tag über durch die Stadt schlenderte und ein paar Besorgungen machte. Am Abend durfte ich mit seinem Nachbar Mike mitfahren, da Grant nur einen Gelände-Buggy besitzt, der wohl ein Einsitzer ist. 


Die Fahrt von Port Vila zu Grant's Haus - oder vielleicht sollte man besser "Hütte" sagen - dauerte gut eine Stunde, wobei die letzten Kilometer einer überaus holprigen Schotterstraße mit etlichen Schlaglöchern entlang führten. Als mir Mike während der Fahrt ein wenig von Grant's Haus erzählte wurde mir langsam aber sicher klar, dass das dort abenteuerlich werden könnte. Es gibt keine Toilette. Man geht also einfach in den Busch. Die Outdoor Dusche ist an einem Baum befestigt und das ganze Haus ist sozusagen offen - was heißen sollte, dass die Räume auf mindestens einer Seite keine Mauer oder sonstige Wand haben. Ich weiß, das hört sich alles irrsinnig toll an. ABER: Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass gestern eine Zykonwarnung herausgekommen ist. Bevor ich mit meiner Erzählung weiterfahre, kurz noch ein paar Fakten zu einem Zyklon:


Was ist ein Zyklon?

Ein Zyklon ist ein tropischer Wirbelsturm. Er bildet sich, wenn sich große Wassermassen für längere Zeit auf über 26°C erwärmen. Ab dieser Temperatur verdunstet Wasser schneller und es bilden sich sogenannte Wolkenstürme. Diese können in riesige Höhen wachsen. Da die Erde ständig rotiert werden diese Wolkenstürme in Bewegung gebracht. Im Zentrum eines Zyklons können Windgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h entstehen. Es kommt zu sinflutartigen Regenfällen und man muss mit Stromausfällen, Flugausfällen, Wasserausfällen und Unterbrechungen der Telefonverbindung rechnen. Zudem werden oft Straßen durch umgestürzte Bäume abgeschnitten. 


Die Buschtoilette und die Boa Constrictor

Mike beruhigte mich. Die Zyklonsaison startet normalerweise erst im November. Ende Oktober ist also noch mit keinem starken Zyklon zu rechnen. Als Grant gegen 20 Uhr zu uns stieß war es schon stockdunkel. Mit einer Taschenlampe bewaffnet machten wir uns auf von Mike's Haus zur Hütte von Grant. Mike ist übrigens sein einziger Nachbar. Kilometerweit lebt sonst kein Mensch. Es gibt ringsum nur Dschungel und das Meer. Irgendwie unheimlich. Ich konnte nur hoffen, dass Grant kein Psychopath ist. Seine Behausung fand ich tatsächlich sehr eindrucksvoll. Er hat die rustikale Hütte selber gebaut. Die Küche ist komplett offen. Wegen der nicht vorhandenen Toilette bekam ich noch eine kurze Anleitung wie ich mein Geschäft zu verrichten hätte. Wenn ich "klein" müsste, sollte ich einfach mindestens 50 Meter vom Haus weggehen und mir ein Plätzchen im Busch suchen. Für das große Geschäft sollte ich vor zu den Klippen gehen und es direkt ins Meer purzeln lassen. Wow, unglaublich, dass er so schon seit Jahren lebt. Aber immerhin bevorzuge ich Buschtoiletten im Gegensatz zu verdreckten Klos. Als ich mich später das erste Mal auf in den Busch machte, ließ ich einen gellenden Schrei los. Grant eilte sofort herbei und brach in schallendes Gelächter aus. Ich wäre um ein Haar auf eine etwa ein Meter lange Schlange getreten, die keinen Anstand machte sich vor mir zu verstecken. Grant erklärte mir ganz lässig, dass das doch bloß eine kleine Boa Constrictor wäre. Die gäbe es hier in Massen. Aber die seien nicht giftig, meinte er und versuchte sie am Hinterteil zu fassen. Die Boa zeigte sich kampflustig und hätte ihn fast gebissen. Normalerweise wären die nicht so aggressiv, erklärte er. Für mich war das erstmal genug Adrenalin. Meine nächsten Klogänge waren jedes Mal eine Mutprobe.


Begegnungen am Weg zur Buschtoilette


"Sind wir hier wirklich sicher vor einem Zyklon?"

Als wir abends in seiner offenen Küche saßen und plauderten, kam plötzlich eine Warnmeldung auf Grant's Telefon herein. Ich hatte übrigens kein Netzwerk hier. Der Zyklon wurde mittlerweile von Kategorie 3 auf 5 hochgestuft und das ist die höchste Stufe, die es gibt!! Ich bemerkte wie Grant sichtlich nervös wurde. So früh in der Saison hätte er keinesfalls mit einem Wirbelsturm von diesem Ausmaß gerechnet. Er erzählte mir ganz nebenbei, dass der letzte Zyklon sein Dach davongeweht hätte und noch diverse andere Sachen rund ums Haus zerstört hat. Ich bekam schön langsam Muffensausen. Noch nie zuvor  habe ich einen tropischen Wirbelsturm erlebt. Ich hatte keine Ahnung was ich erwarten sollte. "Sind wir hier wirklich sicher?", fragte ich vorsichtig nach. Mit Sorge schaute Grant auf die hohen Bäume, die rund um uns herum stehen. Sie seien sehr alt. Wenn da einer umgeweht werden würde und aufs Haus fällt, dann wäre es das wohl gewesen. Zudem sei das Meer sehr nahe. Wenn der Wirbelsturm Riesen-Wellen verursacht, könnten uns diese locker wegschwemmen. Man möge wohl meinen, er wollte mir bloß Angst machen. Das Gefühl hatte ich aber nicht. Grant hatte scheinbar mehr Schiss als ich. Das war kein gutes Zeichen. Vermutlich befanden wir uns an einem der unsichersten Orte überhaupt für so einen Sturm. Der Nachthimmel war eigenartig lila und zudem hörte man kein Lüftchen. Das wäre die Stille vor dem Sturm, wurde ich aufgeklärt. Auch sein Hund verhielt sich heute scheinbar eigenartiger als sonst.  


Kurz nach Mitternacht zog ein starker Wind auf. Ich konnte die ganze Nacht fast kein Auge zu tun, da ich so eine Angst hatte. Es wehte wie verrückt durch mein Zimmer hindurch, da die Front komplett offen war. Dort hing nur ein Vorhang, den es wie wild herumwirbelte. Als ich kurz einschlief hatte ich einen furchtbaren Alptraum. Ich war schweißgebadet und wollte eigentlich nur noch weg von hier. Hinzu kommt, dass sich zwei meiner Bettwanzenbisse, die ich mir in Fidschi geholt hatte, mittlerweile stark entzündet haben. Ich nahm bereits seit Tagen ein Antibiotikum, welches aber keine Besserung mit sich brachte. Irgendwie hatte ich das Gefühl ich hätte nun auch Fieber. Meine Lymphknoten fühlten sich geschwollen an. 


Als ich am nächsten Morgen auf Grant traf, meinte er ich sehe gar nicht gut aus. Ich erzählte ihm von meinen Bissen. Er schaute sie sich an und riet mir dringend ein anderes Antibiotikum zu nehmen, da eine solche Infektion hier in den Tropen nicht ohne sei. Ein Freund von ihm hätte durch so etwas seinen Fuß verloren. Irgendwie schaffte er es immer wieder mich noch mehr zu beunruhigen. Da Grant bei dem heutigen Sturm unmöglich mit seinem Buggy in die Arbeit fahren konnte rief er kurzerhand Mike an, der sich schon frühmorgens nach Port Vila aufgemacht hatte. Dieser versprach mir ein stärkeres Antibiotikum mitzunehmen. Eigentlich wollte ich liebend gerne auch zurück in die Stadt, dort hätte ich mich um einiges sicherer gefühlt. Aber scheinbar war das im Moment unmöglich. 


Grant las die Nachrichten von heute. Das komplette Land schien sich in einem Ausnahmezustand zu befinden. Alle Geschäfte blieben geschlossen und die Menschen wurden aufgefordert ihre Behausungen sturmischer zu machen und Lebensmittel zu bunkern. Sämtliche Flüge wurden gestrichen und Schiffe zurück in die Häfen gerufen. Die Menschen wurden aufgefordert das Haus nicht mehr zu verlassen. Es herrschte weiterhin höchste Alarmstufe.


Ich half Grant dabei alles rund ums Haus zu befestigen. Ansonsten verbrachten wir den Tag mit warten... warten auf den ersten Zyklon meines Lebens. Im Tagesverlauf fühlte ich mich etwas besser, was bestimmt auch daran lag, dass ich merkte, dass Grant ein herzensguter Mensch ist. Im Minutentakt schauten wir uns die Satellitenbilder an, um zu sehen wo sich der Wirbelsturm im Moment genau befand. Irgendwann in der Nacht sollte er uns dann erreichen. Die Nachrichten ließen Berichte und Warnungen rauf und runter laufen. 


Die rustikale Behausung von Grant ;) Hier machen wir gerade alles sturmischer (zumindest soweit es geht *lach*). Links im Bild sieht man mein Schlafzimmer, welches an der Vorderseite nur durch einen Vorhang "geschützt" ist. 


Die Open-Air Küche :)


Ich war heilfroh, als Mike es spät abends noch schaffte von Port Vila zurück zu seinem Haus zu fahren. Der Sturm war mittlerweile nämlich sehr stark. Der Gute hat mir mein Antibiotika mitgebracht. 


Die Nacht des Zyklons

Kurz bevor ich zu Bett ging, schauten wir uns noch einmal die Zyklonvorhersage an. Es war nun wohl nicht mehr ganz sicher, dass er uns in seiner vollen Stärke treffen würde. Es sah so aus, als würde er Port Vila nur streifen. Als ich später im Bett lag begann es stark zu regnen. Der Wind war phasenweise irrsinnig laut und wehte mit vollem Karacho durch mein Zimmer. Daraufhin Totenstille. Ein paar Minuten später zog wieder ein starke Windböe durch. So ging es die ganze Nacht. Es war ziemlich unheimlich. Irgendwann gegen 3 Uhr nachts kam Grant einmal vorbei um nachzusehen, ob bei mir alles in Ordnung war. Ja es war alles gut, nur mein halbes Bett ist vom Regen etwas nass geworden, aber das war wirklich das geringste Übel.


Ich war froh, als die Morgendämmerung einsetzte. Der schlimmste Teil vom Sturm sollte durch sein. Ich lief gegen 6 Uhr morgens zu Mike hinüber, um ihn zu fragen, ob er denn in die Arbeit fahre. Er bejahte. Ich packte meine sieben Sachen und verabschiedete mich von Grant. Wenn es mir gesundheitlich besser ginge und nicht gerade ein Zyklon wüten würde wäre sein Zuhause ein absolutes Paradies. Aber in der jetzigen Situation war es einfach besser mir ein Zimmer in der Stadt zu nehmen. 


Port Vila sah aus wie eine Geisterstadt. Keine Menschenseele auf der Straße und auch keine Autos. Mike war vermutlich einer der wenigen, die heute in die Arbeit fuhren. Wir konnten zum Glück ein geöffnetes Café finden. Dort setzte er mich ab und ich konnte ein bisschen recherchieren wo ich die Nacht verbringen würde. Das Antibiotikum schien recht schnell gewirkt zu haben, denn bis auf massiven Schlafmangel fühlte ich mich nun tatsächlich wieder etwas besser. Ich staunte nicht schlecht als ich plötzlich Umut traf. Er ist Türke und reist seit über zwei Jahren um die Welt. Ich habe ihn zufällig am Flughafen in Vanuatu getroffen und dabei festgestellt, dass er mit Carolin (meine Reisbegleitung in Papua Neuguinea) in Fidschi im selben Hostel war. Die Welt ist einfach so klein. Wir beschlossen kurzerhand in der selben Pension unterzukommen. Das Wetter war den ganzen Tag stürmisch und regnerisch. Nachdem wir gemeinsam unsere Instant Nudeln gekocht hatten, ging es für mich dann schon sehr früh ab ins Bett.


Heute am Mittwoch fühle ich mich schon um einiges besser. Endlich wieder halbwegs ausgeschlafen und auch meine infizierten Wunden scheinen langsam zu heilen. Morgen sollte es gemeinsam mit Skylar auf die Insel Tanna zum Vulkan gehen. Ich hoffe das Wetter bis dahin besser wird, da heute noch alle Flüge gecancelt wurden. Wie es der Zufall so will, fliegt Umut morgen tatsächlich auch nach Tanna. Da sind wir auf alle Fälle ein lustiger Multi-Kulti Trupp ;)


Noch ein kurzes Update zu Lola: Scheinbar hat der Zyklon in einigen Teilen Vanuatus recht heftig gewütet und schwere Schäden an Gebäuden und in der Landwirtschaft verursacht. Es kam zudem zu Überflutungen und Erdrutschen. Zeitweise wurde er als Tropensturm der stärksten Kategorie fünf eingestuft. Mittlerweile wurde er aber in die Kategorie drei herabgestuft. Lola ist der erste vorsaisonale Zyklon dieses Jahres. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 km/h gemessen. Auch der ORF und die Salzburger Nachrichten haben von diesem Zyklon berichtet. 




=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Port Vila <=




Montag, 23. Oktober 2023

Ratten und Vulkanwanderungen auf Pele & Nguna Island

By On Oktober 23, 2023

 

Entspannen auf Pele Island

Gemeinsam mit Skylar ging es am Donnerstag Morgen los in Richtung Pele Island. Didier brachte uns zur Bushaltestelle. Wir hatten Glück, denn bereits nach einer halben Stunde kam ein Minibus. Obwohl wir die einzigen Fahrgäste waren, fuhr er uns all den Weg bis nach Emua. Wir hatten bereits Angst, dass er uns für die einstündige Fahrt nun einen horrenden Taxipreis verlangen würde. Dem war aber nicht so, wir bezahlten nur die regulären 500 Vatu. Am Bootsstopp in Emua warteten wir etwa eine Stunde bis ein öffentliches Boot  nach Pele startete. Die Wartezeit wurde aber aufgrund redseliger Einheimischer recht kurzweilig. In dem Dörfchen Launamoa angekommen, erwarteten uns bereits Jennifer und Norman - ein super herzliches einheimisches Ehepaar. Sie führten uns einen Wanderpfad entlang bis zu unserer Unterkunft. Es war einfach paradiesisch: Ein gar nicht so kleines Bungalow mit Terrasse, riesigem Garten und Meerzugang. Wir waren hier ganz alleine. Norman und Jennifer sind die absolut perfekten Gastgeber und gingen immer sicher, dass es uns an nichts fehlte. Wir wurden mit leckeren einheimischen Gerichten verwöhnt, erhielten Obst, und jeden Morgen eine große Thermos mit heißem Wasser für Tee und Kaffee. Es gab sogar Strom von Solarzellen am Dach. Die Dusche und das WC hatten kein fließend Wasser, was heißen soll, dass man schöpfen muss.


Wir vertrieben uns die Zeit auf Pele Island mit dem Sammeln von Muscheln und Schnorcheln :)



Skylar und ich machten uns sogleich auf zu einer Erkundungstour in zwei weitere Dörfer auf der Insel. Insgesamt gibt es vier davon. Die Einwohnerzahl auf Pele Island wird auf etwa 200 Menschen geschätzt. Interessanterweise haben diese 200 Leute sogar ihre eigene Sprache. 



Kinder zeigten uns dieses riesige Insekt


Als wir von unserem Spaziergang zurück kamen ließ Skylar einen Schrei los. Ich eilte herbei um zu sehen was los war. Tatsächlich haben sich Ratten durch ihren Koffer gebissen und alle ihre Lebensmittel angefressen. Sie demolierten den Koffer dermaßen, dass sogar der Reißverschluss nicht mehr funktionierte. Als Draufgabe haben sie noch ihre Hinterlassenschaften auf den Sachen verteilt. Skylar war natürlich alles andere als begeistert. Mit der Zeit bemerkten wir dann, dass sich eine ganze Horde dieser Biester bei uns im Bungalow zu tummeln schien. Irgendwann stellte ich fest, dass der Boden klatschnass war. Die Ursache war schnell gefunden: Alle unsere Wasserflaschen waren angeknabbert. Das war mir tatsächlich neu, dass es Ratten sogar auf Trinkwasser abgesehen haben. Wir hatten all die Wasserreserven mühsam auf die Insel geschleppt, da es auf Pele sonst nämlich nur Regenwasser zu trinken gibt, wovon man aber üble Bauchbeschwerden davontragen kann. Nun wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben als dieses zu trinken, was wir letztendlich aber ganz gut vertragen haben. Ich muss gestehen, dass ich sehr froh war, dass Skylar mit mir hier war. Alleine in diesem abgelegenen Bungalow mit all den Ratten hätte ich bestimmt die Krise bekommen.


Skylars durchgebissener Koffer

Die Ratten haben sich tatsächlich schön um den Deckel geknabbert. Interessanterweise haben ihnen die Instant-Nudeln dann aber nicht geschmeckt ;)

Wunderschöne Vulkanwanderungen 

Am Samstag musste Skylar zurück nach Port Vila. Somit ging es für mich alleine weiter nach Nguna Island. Diese Insel ist mit dem Motorboot nur etwa 15 Minuten von Pele entfernt. Ich kam wieder in einem hübschen kleinen Bungalow direkt am Meer unter und hatte dort sogar einen kleinen eigenen Sandstrand. Die Sonnenuntergänge waren ein Traum. Strom gab es auch hier über ein kleines Solarpanel, welches aber mehr schlecht als recht funktionierte. Aber wer braucht schon Strom? ;) Zudem war das Süßwasser zum Duschen recht schmal bemessen, weshalb ich beschloss meine Wäsche mit Meerwasser zu waschen. Und siehe da: das funktionierte gar nicht so schlecht. Wichtig ist es nur, sie am Ende noch einmal kurz mit etwas Süßwasser auszuspülen, damit man keine weißen Salzflecken auf der Kleidung hat. 


Der Sonnenuntergang von meinem kleinen Privatstrand aus

Mein Bungalow auf Nguna Island


Gleich am Samstag startete ich eine Wanderung zu einigen der kleinen Dörfern auf der Insel. Die Einheimischen winkten mir alle sehr freundlich zu. Vermutlich war ich der einzige Tourist auf der Insel. 


Am Sonntag stand dann eine größere Tour an. Mein Plan war es über die zwei erloschenen Vulkane ans andere Ende der Insel zu wandern. Da am Sonntag sowieso alle in der Kirche waren, hatte ich dort oben meine heilige Ruhe. Ich genoss es in vollen Zügen. Nur ich und die Natur, weit und breit keine Menschenseele - sowas hatte ich schon so lange nicht mehr. Wie sehr ich das vermisst habe! 





Ich fühle mich fast wie zu Hause


Als ich Utanlangi, das letzte Dorf am anderen Ende der Insel erreichte, war ich schon ziemlich erschöpft. Die Mittagssonne knallte mittlerweile vom Himmel. Ich konnte es kaum glauben, als mich eine junge einheimische Frau dort ansprach und mich kurzerhand zu sich nach Hause einlud. Sie öffnete zwei Kokosnüsse für mich, damit ich das leckere Kokoswasser trinken konnte. Genau davon habe ich ein paar Minuten zuvor noch geträumt. Die Frau muss der Himmel geschickt haben. Ich plauderte ein Weilchen mit ihr, bevor ich mich wieder auf den Rückweg machen musste. 


Der Besitzer meiner Unterkunft wollte mir übrigens einen Guide für die Wanderung andrehen, allerdings bin ich wirklich froh es alleine gemacht zu haben, da es super einfach war die Wege zu finden. Ich habe außerdem gehört, dass man eigentlich 1.500 Vatu an den Landbesitzer zahlen müsste, um überhaupt auf den Vulkan wandern zu dürfen. Diesen traf ich aber nicht an, weil er vermutlich in der Kirche war - und natürlich habe ich auch ein bisschen darauf geachtet, dass mich nicht unbedingt jemand sieht, wenn ich sein Grundstück durchquere ;) Das ist in vielen Ländern oft ein bisschen nervig, dass sogar "wandern" etwas kostet. Aber an diesem Tag hatte ich auf alle Fälle Glück. 


Mittlerweile ist es bereits Montag Vormittag. Didier hat mir schon eine Warnung geschickt, dass ich mich schleunigst auf den Weg auf die Hauptinsel machen sollte, da eine Zyklonwarnung herausgekommen ist. Er sollte uns wohl morgen erreichen und gar nicht mal so klein sein. Das Wetter könnte also heute schon umschlagen. Sobald die Wellen zu hoch werden, würde es schwierig sein die Insel zu veralassen. Ich hatte wieder einmal ein Riesenglück, denn trotz bereits ordentlichem Seegang fuhr noch ein Motorboot zurück nach Emua. Wir mussten uns mit einer riesigen Plastikfolie vor den ins Boot rauschenden Wellen schützen. Gott sei Dank sind alle Bootsinsassen gut angekommen. Da ich noch nie einen tropischen Wirbelsturm erlebt habe bin ich nun sehr gespannt was uns in den nächsten Tagen auf uns zukommen wird.


Praktische Infos:

  • Die Busse von Port Vila zu den Booten in Emua fahren vom "Bon Marche" Supermarkt in Manples ab. Preis 500 Vatu (= 4 €), Fahrtzeit: 1 Stunde. Am besten zwischen 7 und 8 Uhr morgens da sein. Später fahren sie nur noch sporadisch.
  • Von Emua fahren öffentliche Boote für 500 Vatu nach Pele und Nguna Island. Man muss evtl länger warten. Morgens und am späten Nachmittag ist die Chance größer. Alternative: Ein Boot chartern für 2.500 Vatu.
  • Unterkunft auf Pele Island: Ocean View Bungalow 4.500 Vatu (= 36 €) pro Person/Nacht inklusive 3 Mahlzeiten .
  • Unterkunft auf Nguna Island: Mangamus Bungalow 3.000 Vatu (= 24 €) pro Person/Nacht inklusive 3 Mahlzeiten. 


=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Pele Island <=



=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Nguna Island <=




Mittwoch, 18. Oktober 2023

Schon einmal von Vanuatu gehört?

By On Oktober 18, 2023

 

Als ich vor wenigen Monaten das erste Mal von Vanuatu gehört habe, hatte ich keine Ahnung wo sich dieses Land befinden sollte. Tatsächlich wusste ich noch nicht einmal, dass es überhaupt existiert. Nach einer kurzen Recherche stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen Inselstaat im Südpazifik handelt. Er besteht aus 83 Inseln, die nördlich und nordöstlich von Australien liegen. Die meisten sind vulkanischen Ursprungs. Zudem gibt über 113 verschiedene Sprachen. Englisch, Französisch und Bislama sind die drei Amtssprachen. Ich liebe es solch unbekannte, exotische Länder zu erkundschaften. Und genau deshalb bin ich nun auch hier. Sehr interessant ist noch, dass laut einer britischen Studie in Vanuatu die glücklichsten Menschen der Erde leben. Grund dafür: Sie sind mit wenig zufrieden und das Leben dreht sich hauptsächlich um die Familie und Gemeinschaft. Irgendwie fast das Gegenteil von dem was wir von Zuhause kennen... Angst hätten die Menschen nur vor Wirbelstürmen und Erdbeben.  Da wären wir auch schon beim Thema: Im Moment gibt es eine Wirbelsturm-Warnung hier auf Vanuatu: Der Zyklon LOLA bewegt sich auf uns zu. Das wird auf alle Fälle spannend in den nächsten Tagen. 


Port Vila


Bevor ich mehr über meine Erlebnisse in Vanuatu erzähle, möchte ich aber noch kurz von meiner äußerst adrenalingeladenen Ausreise aus Fidschi berichten:


Goodbye Fidschi - oder vielleicht doch nicht?

Ich hätte nicht gedacht, dass meine Ausreise aus Fidschi mit so viel Action verbunden sein wird. Da ich meine Unterkunft in Nadi schon um 10 Uhr vormittags verlassen musste, war ich bereits gut vier Stunden vor Abflug am Flughafen. Ich dachte ich hätte reichlich Zeit Reiseberichte zu schreiben und meine Reiseplanung etwas voranzutreiben. Dem war aber nicht so. Der junge Mann am Check-in Schalter schien wohl ein Lehrling zu sein. Hinter ihm stand ein weiterer Herr, der ihm genau auf die Finger schaute. Nachdem ich meinen Reisepass vorgelegt hatte, wollte mir der junge Mann bereits mein Flugticket in die Hand drücken. Doch der Aufpasser von ihm wies ihn darauf hin zuerst nach meinem Ausreiseticket aus dem Zielland zu fragen. Darauf war ich vorbereitet und zeigte ihnen mein "provisorisches" Weiterflugticket auf die Salomonen. Das schien dem Guten aber nicht zu reichen. Er wollte ein Ticket nach Hause sehen. Ich erklärte ihm, dass ich noch lange nicht nach Hause reisen würde. Er war aber der Meinung, dass er mich nur nach Vanuatu reisen lassen könne wenn ich ein Rückreiseticket bis nach Hause hatte, was natürlich völliger Quatsch war. Ich erspare euch jetzt die Einzelheiten der Diskussion. Kurz gesagt: sie zog sich ins Unendliche. Die erste halbe Stunde versuchte ich freundlich zu bleiben, aber irgendwann platzte mir echt der Kragen. Das alles führte dazu, dass mein Rucksack wieder vom Gepäckband genommen wurde und ich zu seinem Vorgesetzten musste. Dieser Herr war ungefähr derselbe Ar*** wie der andere. Es gäbe wohl keine andere Möglichkeit als mir ein Rückreiseticket nach Hause zu buchen, erklärte er mir. So seien die Regeln. Obwohl ich wusste, dass das so nicht stimmte war ich ziemlich machtlos. Okay, dann sollten sie meinen Flug stornieren und mir den Flugpreis erstatten. Dann würde ich einfach mit einer anderen Fluglinie buchen. Aber nein, Geld würde ich keines zurück bekommen. Ich setzte mich in ein Café am Flughafen und recherchierte, ob ich irgendwie ein völlig erstattbares Flugticket nach Hause finden würde. Währenddessen kam der "Vorgesetzte" mehrmals vorbei. Einmal fragte er, ob er einfach ein Ticket für mich buchen sollte. "Sicher nicht!!" Das wäre ja noch schöner. Beim nächsten Mal fragte er, ob ich denn genug Geld für eine Weiterreise hätte. "Natürlich, ich reise immerhin seit Monaten um die Welt." Was denkt der eigentlich? Beim dritten Mal fragte er dann, ob ich denn Bargeld dabei hatte. Plötzlich wurde mir klar, wie der Hase läuft! Er möchte Geld! Eine alleinreisende junge Frau scheint das perfekte Opfer zu sein für so eine Art von Korruption. Unglaublich! Aber von mir sieht der keinen Cent. Ich überlegte bereits was ich machen würde, wenn ich nun nicht nach Vanuatu komme. Vielleicht noch einmal ein paar Tage auf die Yasawa-Inseln? Dort war es eigentlich sehr schön. Nach über drei Stunden Ungewissheit kam er wieder vorbei. Mein Flug wurde bereits zum Boarding aufgerufen. Plötzlich meinte er, ich könnte doch mitfliegen. Ich war natürlich überglücklich. Aber auf der anderen Seite auch unglaublich wütend. Der Mann wusste immerhin, dass es nicht korrekt war was er machte. Er hoffte bis zur letzten Minute darauf Geld von mir zu bekommen. Als dies nicht geschah, musste er wohl oder übel aufgeben, da er sich sonst selbst Probleme einhandeln könnte. 


Wuhuu, letztendlich doch noch einen Einreisestempel für Vanuatu bekommen :)


Ankunft in Port Vila

Der weitere Anreise nach Vanuatu war zum Glück unproblematisch. Am Flughafen in der Hauptstadt Port Vila angekommen, wollte ich einen öffentlichen Minibus zu meinem Couchsurfing Gastgeber Didier finden. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Die Busse hier haben nämlich weder einen Zeitplan noch eine fixe Route. Man hält sie einfach durch ein Winken an und sagt wo man hin möchte. Der Minibusfahrer überlegt nun, ob das in seine Route mit den anderen Fahrgästen reinpasst oder nicht. Also wirklich sehr umständlich. Da Didier etwas außerhalb der Stadt in einem etwas "wohlhabenderen" Viertel wohnt, hat dort eigentlich jeder ein Auto. Das wiederum bedeutet, dass die Busse da sehr selten hinfahren. Na gut, dann gönne ich mir eben den Luxus eines Taxis. Der erste Taxifahrer wollte 2.500 Vatu (= 20 €). Das sind ja ziemlich gesalzene Preise. Nach ewig langem Herumfragen erklärte sich ein Minibusfahrer bereit mich quasi als Taxi mitzunehmen für 1.500 Vatu. Das war immer noch reichlich Geld, aber immerhin war er super freundlich und erzählte mir während der 20-minütigen Fahrt alles was ich über diese Stadt wissen sollte. 


Didier - er ist übrigens Kanadier - und seine chinesische Freundin Skylar hießen mich herzlich willkommen ihn ihrem kleinen aber sehr komfortablen Mini-Häuschen. Ich darf bei ihnen auf der Terrasse im komfortabelsten Zelt meines Lebens schlafen. Es ist riesig und hat sogar eine richtige Matratze. 


Am nächsten Tag begleitete mich Skylar dabei Port Vila zu erkunden während Didier in der Arbeit war. 


Der Markt in Port Vila


Am Abend luden mich die beiden ein zu ihrem wöchenlichen Workout mitzukommen. Da Sport auf Reisen bei mir sowieso immer viel zu kurz kommmt, war ich natürlich begeistert von der Idee. Ich staunte nicht schlecht als dieses Workout bei einer ihrer Freundinnen zu Hause statt fand, die in einer richtigen Villa direkt am Meer wohnt. Natürlich mit Pool, etc. Wow! Wir starteten mit einer kurzen Jogging-Runde, die mich schon ordentlich außer Atem brachte. Weiter ging es mit Workout und Stretching. Das tat unglaublich gut. Wir ließen den Tag mit gemeinsamen Kochen ausklingen. 


Heute, am Mittwoch, war ein "Plantag" für mich. Es ist wirklich unglaublich, dass man auf Reisen immer wieder einen ganzen Tag dafür verschwendet einfach nur zu planen. Mir macht das mal mehr, mal weniger Spaß. Das ständige Recherchieren kann schon recht anstrengend sein. Was es hier im Südpazifik zudem etwas unangenehm macht sind die Preise. Die sind - im Gegensatz zu dem was ich sonst so auf meinen Reisen gewohnt bin - sehr, sehr hoch. Vor allem geht ziemlich viel Geld für Flüge drauf. Und man wird es kaum glauben wollen, ich habe in Port Vila tatsächlich Kaffee für umgerechnet 7 € getrunken. Das lag auch da dran, dass ich die Umrechnungsrate noch nicht so ganz intus hatte. Fast alles hier ist wirklich sündteuer. Die Preise wurden scheinbar an australische Verhältnisse angepasst, da viele Australier und auch Neuseeländer hierher auf Urlaub kommen. Ansonsten leben einige Expats in der Stadt. Zudem noch die etwas wohlhabenderen Einheimischen. Die Großteil der Bevölkerung Vanuatus lebt aber in kleinen Dörfern. Diese sind hauptsächlich Selbstversorger und leben vom Eigenanbau. Das Resümee meines Plantages war, dass ich weiterhin nicht wirklich einen Plan habe *lach*. Aber auf alle Fälle habe ich eine Farm in Neukaledonien - mein nächstes Ziel nach Vanuatu - angeschrieben, wo ich gerne für ein Weilchen mitarbeiten würde. Zudem wurde der Flug nach Tanna - die Insel mit dem super eindrucksvollen, aktiven Vulkan - gebucht. Zu meiner Freude wird Skylar mich dorthin begleiten. Sie beschloss dann sogar noch spontan mit mir morgen für zwei Tage auf die kleine Insel Pele zu kommen. Weitere Planungen sind aufgrund des kommenden Wirbelsturmes nicht so einfach, da eventuell viele Flüge gecancelt werden.


Kava in Vanuatu

Vielleicht könnt ihr euch noch an meine Kava Zeremonie auf den Fidschis erinnern. Das leicht berauschende Getränk ist auch in Vanuatu sehr beliebt. Und es sollte hier sogar um einiges stärker sein. Es wird sogar behauptet, dass der Kava auf Vanuatu der stärkste auf der Welt sei. Das wollte ich natürlich am eigenen Leib erfahren. Gemeinsam mit Skylar und Didier ging es am Abend in eine sogenannte Kava-Bar. Dort gibt es dann mehrere "Fenster" wo verschiedene Frauen und Männer ihren Kava anbieten. Didier erklärte mir, dass man nicht mischen sollte, sondern am besten nur von einem Anbieter konsumiert. Man kann dann entweder eine kleine Schale Kava für 50 Vatu oder eine große für 150 Vatu nehmen. Sicherheitshalber nahm ich die große ;) Der Kava sieht hier um einiges dickflüssiger aus als in Fidschi. Mit der Schale geht man dann zu einer Art Waschbecken. Dort trinkt man das Gesöff am besten mit einem Schluck. Es ist nichts was man genießt, da der Geschmack nicht sonderlich gut ist. Danach kann man die Schale mit Wasser füllen, um den Mund auszuspülen und so den ekligen Geschmack loswerden. Mein Mund fühlte sich gleich danach ziemlich taub an. Wir setzten uns an einen Tisch. Nach ein paar Minuten trat eine merkbare Entspannung und leichte Müdigkeit ein. Skylar konnte sich kaum noch wach halten. Auch Didier meinte, er spüre den Effekt recht stark. Wir schafften es später trotzdem noch eine Kleinigkeit zu Hause zu kochen. 


Praktische Infos:

  • Öffentliche Minibusse in Port Vila haben ein Autokennzeichen welches mit "B" (für Bus) startet. Also Bxxx. Der Preis innerhalb der Stadt ist 150 Vatu  (= 1,19€). Taxis haben das Kennzeichen Txxx. 


=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Port Vila <=