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Mittwoch, 22. Dezember 2021

Viertägige Mount Kenya Besteigung zum Point Lenana 4.985m

 

Nanyuki, Kenia


Die letzten vier Tage war ich in der wunderschönen Mount Kenya Region unterwegs und habe dabei den dritthöchsten Gipfel dieses Massivs - den Point Lenana auf 4.985m - bestiegen. Der höchste Gipfel ist der Batian Peak, welcher mit seinen 5.199m den zweithöchsten Berg Afrikas darstellt. Aufgestiegen bin ich über die Sirimon-Route, welche den einfachsten Weg zum Gipfel darstellt. Abgestiegen wurde über die Chogoria-Route, welche die schönste sein sollte. Es werden dabei abwechslungsreiche Landschaften mit Regenwäldern, Riesenlobelien, Bambushainen und Moorlandschaften durchquert. Weiter oben wird die Landschaft karger und felsiger. Man überquert Schneefelder und hat ein paar leichte Klettereinheiten dabei.



Hier eine Zusammenfassung der letzten vier Tage: 


Tag 1: Sirimon Gate 2.650m - Old Moses Camp 3.300m

  • 8,91 Kilometer, 710 Höhenmeter
  • Gemeinsam mit Joseph - der sowohl als mein Guide, Träger und Koch fungierte - startete ich um kurz nach 10 Uhr vom Sirimon Gate in Richtung Old Moses Camp. Wir kamen vorbei an Herden von Pavianen und durchquerten einen wunderschönen Urwald. Nach etwa 2Std 30min kamen wir bereits im Camp an, wo wir die erste Nacht verbrachten. Am Ende des Tages waren wir etwa zehn Bergsteiger in der Hütte. Einige waren schon wieder beim Abstieg. Ich musste feststellen, dass die meisten neben einem Guide noch extra jeweils einen Träger und einen Koch dabei hatten. Natürlich ist das eine Frage des Budgets. Für mich war es völlig okay, meine Sachen selber zu tragen. Geschlafen wird in Schlafsälen mit Stockbetten. Strom gibt es keinen. Am Abend wurde es ziemlich frisch. Das Abendessen war der absolute Hammer: Es gab Suppe, eine leckere, frisch gekochte Hauptspeise und dann sogar noch frische Früchte.


Diese Mädchenschulklasse belagerte mich beim Aufstieg ;)

Abendstimmung

Erster Blick auf den Gipfel des Mount Kenya

Tag 2: Old Moses Camp 3.300m - Shipton´s Camp 4.200m

  • 14,59 Kilometer, 980 Höhenmeter
  • Gemeinsam mit Tommy - einem jungen Schotten - und unseren Guides starteten wir nach dem Frühstück um etwa acht Uhr den heutigen Abschnitt. Die Landschaft ist traumhaft schön. Auch das Wetter war uns bis dahin noch sehr gnädig. Joseph, mein Guide, konnte mir viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt erzählen. Zu Mittag machten wir einen kurzen Stopp. Es wurde wieder leckeres, frisch gekochtes Essen serviert. Ab etwa 4.000m Seehöhe wurde die Landschaft karger, dafür faszinierte mich die Tierwelt umso mehr. Klippschliefer - welche aussehen wie Murmeltiere oder riesige Meerschweinchen - tummeln sich hier in Massen. Zudem wimmelt es nur so von kleinen rattenähnlichen Tieren - aber weitaus niedlicher. Als wir das Shipton´s Camp erreichten, verschwand die Sonne langsam hinter einer dicken Wolkendecke. Es wurde eisig kalt. Imposant erhebt sich der Mount Kenya direkt hinter dem Camp. Am Ende des Tages war hier einiges los. Es kam sogar eine Gruppe, die mit dem Zelt unterwegs war. Gegen 19 Uhr lag ich schon im Bett, am Gipfeltag starten wir nämlich schon um 3 Uhr nachts. 

Tommy und ich

Mein Guide Joseph und ich


Blick vom Shipton´s Camp auf den Mount Kenya

Ein Klippschliefer

Tag 3: Shipton´s Camp 4.200m - Point Lenana 4.985m - Meru Bandas 3.000m

  • 22,27 Kilometer, 850 Höhenmeter
  • Das war eindeutig der anspruchvollste Tag dieser Tour. Ich habe so gut wie nichts geschlafen - zum einen wegen der Kälte und zum anderen wahrscheinlich wegen der Höhe. Um zwei Uhr morgens hat sich bereits eine Gruppe zur Gipfelbesteigung aufgemacht. Joseph und ich machten um ziemlich genau vier Uhr morgens los. Es war stockdunkel und durch den dichten Nebel konnte man gerade mal einen Meter weit sehen. Es ging überaus steil nach oben. Irgendwann begann es zu nieseln, später war es ein Eisregen und irgendwann ein regelrechter Schneesturm. Es ging teilweise durch Schneefelder. Später war es dann ein wenig zum Kraxeln. Der Fels war eisig. Wir überholten die Gruppe, die eine Stunde vor uns los ist. Um kurz nach sechs Uhr morgens erreichten wir den Point Lenana auf 4.985m. Ich war überglücklich trotz der schlechten Wetterverhältnisse angekommen zu sein. Wir waren wohl die ersten und zudem alleine am Gipfel. . Aufgrund der Kälte wurden nur schnell ein paar Gipfelbilder gemacht, dann ging es schon wieder an den Abstieg. Der Niederschlag wurde immer mehr, irgendwann ging die Nässe durch meine Regenjacke und meine Regenhose hindurch. Auch die Höhe machte sich bemerkbar - ich bekam Kopfschmerzen und der Schlafmangel machte es nicht besser. Wir hatten noch knappe 20 Kilometer vor uns bis zu den Meru Bandas. Was war ich froh als irgendwann die Sonne etwas durchkam. Bereits am frühen Nachmittag kamen wir überglücklich bei unserer Unterkunft an. Auch hier waren wir die enzigen Gäste. Ich musste mich erstmal für eine Stunde hinlegen. Danach wurde mir tatsächlich eine heiße Dusche ermöglicht. Die Meru Bandas sind eindeutig die komfortabelste Schlafmöglichkeit am Mount Kenya. Danach fühlte ich mich fit genug, um die Gegend ein wenig zu erkundschaften. Ich entdeckte sogar Wasserböcke an einem kleinen See. Das absolute Highlight war ein Kaminfeuer am Abend. Im Dunkeln sollte man die Unterkunft übrigens nicht mehr verlassen, da wilde Tiere wie Büffel und manchmal sogar Elefanten auf das Grundstück kommen. 

Point Lenana 4.985m


Viel Regen beim Abstieg

Hier wird gerade Wasser für meine heiße Dusche erhitzt :)

Meru Bandas

Wasserböcke

Tag 4: Meru Bandas 3.000m - halber Weg nach Chogoria

  • 8,97 Kilometer, 22 Höhenmeter
  • Diese Nacht habe ich herrlich geschlafen. Der Tag startete leider mit fürchterlichem Regen. Als er um 9 Uhr etwas weniger wurde, machten wir uns auf den Weg nach Chogoria. Der Weg führt durch einen dichten Regenwald. Nach knappen zehn Kilometern ließen wir uns von einem Taxi abholen, immerhin wären es bis nach Chogoria noch über 30 Kilometer. Meine Beine waren nun doch etwas müde von den Strapazen der letzten Tage. Die Straßenverhältnisse gestalteten sich überaus abenteuerlich, aufgrund des starken Regens. Mehrmals blieben wir fast im Schlamm stecken.

Fazit:

Absolut traumhaftes Trekking! Ich kann auch nur empfehlen, die Tour über vier Tage zu machen, obwohl es sicher auch kürzer möglich wäre, wobei man dann die faszinierenden Landschaften sicher nicht so intensiv erleben kann. 
  • Insgesamt: 54,74 Kilometer, 2.562 Höhenmeter

Budget:

Im Vergleich zu den anderen Bergsteigern musste ich feststellen, dass ich mit den Kosten für meine Tour überaus günstig davongekommen bin. Die meisten hatten wie bereits erwähnt sowohl Guide, Träger als auch einen Koch dabei. Zudem haben viele über eine Reiseagentur gebucht, was es auch teurer macht. Ohne Guide ist das Bergsteigen hier scheinbar nicht erlaubt. Hier eine Zusammenstellung meiner Kosten:

  • 85 USD Nationalparkgebühr für 3 Nächte/4 Tage
  • 12.000 Ksh Guide (=3.000Ksh/Tag)
  • 6.000 Ksh Übernachtungen (= 2.000Ksh/Nacht)
  • 3.000 Ksh Essen
  • 1.500 Ksh Miete Schlafsack
  • 4.400 Ksh Transport
  • = ca 286 Euro 



Ich bin mittlerweile wieder bei Robert und seiner Familie in Nanyuki angekommen. Morgen Vormittag reise ich weiter nach Karatina. Dort werde ich Margaret, einer kenianischen Lehrerin, bei ihrer Arbeit mit behinderten Kindern für etwa eine Woche behilflich sein. 




=> Hier findest du alle meine Fotos und Videos vom Mount Kenya Trekking <=







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