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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Mount Meru - Tag 3 - Gipfelbesteigung

Um Mitternacht klingelte der Handywecker. Leider konnte ich bis dahin kein Auge zumachen. Um halb 1 gabs ein kleines Frühstück und dann brachen wir mit Stirnlampen bewaffnet auf zum Gipfel. Wir werden voraussichtlich um kurz nach sechs Uhr zum Sonnenaufgang dort sein. Anfangs freuten wir uns noch über den klaren Himmel, da wir die Sterne sehen konnten. Doch die Freude hielt nicht lange an, bereits nach 30 Minuten begann es heftig zu regnen und aufgrund des Nebels konnten wir maximal einen Meter weit sehen. Unser Guide hatte uns extra noch ans Herz gelegt unbedingt wasserdichte Kleidung zu wählen. Ich hatte leider nur eine Regenjacke und wasserfeste Schuhe. Ich musste zurückdenken an gestern, als ich am kleinen Meru schon fast erfroren wäre mit der nassen Kleidung. Aber gut, vielleicht hörts ja gleich wieder auf. Die Kalifornier und die Nonnen sahen recht regendicht verpackt aus. Der Regen wurde leider nicht weniger sondern eher mehr. Nach kurzer Zeit war meine Hose klatschnass und mich frierte es bereits furchtbar. Wir konnten auch nur sehr langsam gehen, aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts auf dieser Höhe. Dadurch wurde mir auch nie richtig warm. Nach einer Stunde war sogar meine Regenjacke plötzlich nicht mehr wasserdicht und ich war komplett durchnass. Sogar in meinen Schuhen war bereits ein See. Es war die Hölle. Die Temperatur sank auf um die null Grad und der Regen verwandelte sich in Schneeregen, außerdem wehte ein eisiger Wind. Wir waren erst auf 3800m und es sollte noch auf 4566m hochgehen, das hieß mindestens weitere 6 Stunden in diesen Klamotten. Das würde ich nicht überleben. Ich dachte ernsthaft ans Umdrehen, da mir noch nie im Leben so kalt war. Sogar die Unterwäsche war bereits nass. Unser Guide schien bemerkt zu haben, dass es mir nicht gut ging und zog kurzerhand eine seiner zwei Jacken aus und befahl mir diese anzuziehen. Ich lehnte erstmals ab, da ich sah, dass auch er frierte. Doch er bestand darauf, weiters gab er mir seine Handschuhe. Von diesem Zeitpunkt an schöpfte ich neuen Mut. Mir war ein winzig kleines bisschen wärmer. Außerdem sah ich, dass auch bereits eine der Nonnen völlig durchnässt war und trotzdem weiterkämpfte. Ich versuchte meine Gedanken an schöne Erinnerungen zu lenken. Das half sehr. Das letzte Stück zum Gipfel war das Schlimmste, ein starker eisiger Wind wehte, es schneite nun mehr und auch die Felsen waren mittlerweile komplett eisig. Der Weg zum Gipfel ist zwar nicht wahnsinnig anspruchsvoll, aber die äußeren Umstände erschwerten den Aufstieg. Die Luft schien mittlerweile auch recht dünn. Wir erreichten bereits um 5:20 Uhr den Gipel. Geplant wäre eine Stunde später gewesen, aber aufgrund der Kälte hielten wir nur ganz kurze Trinkpausen ein und gingen auch etwas rascher. Es war somit noch stockfinster, aber Ausblick hätte man bei dem Sauwetter sowieso keinen gehabt. Wir hielten uns nur sehr kurz am Gipfel auf, die Kälte vereint mit der Nässe waren fast nicht auszuhalten. Das Gipfelfoto ist dementsprechend schlecht ausgefallen. Trotzdem war ich unheimlich stolz auf mich, durchgehalten zu haben. Der Mount Meru sollte anscheinend auch technisch sowie körperlich anspruchsvoller sein, als sein bekannter Nachbar der Kilimandscharo. Der Rückweg war weiterhin sehr eisig, doch der Niederschlag wurde allmählich weniger. Nach einiger Zeit kam sogar die Sonne raus und ich konnte mich endlich ein wenig wärmen. Um 8 Uhr waren wir zurück bei der Hütte und erhielten ein leckeres Frühstück. Wir machten noch 2 Stunden Pause und konnten somit die nassen Klamotten noch trocknen. Dann mussten wir uns bereits auf den Rückweg zum Ausgangspunkt der Tour machen, da ein weiter Weg vor uns lag. Der Sonnenschein hielt zum Glück an. Um ca 17 Uhr hatten wir es geschafft.

Nun sind wir zurück bei Jackson in Arusha und werden schon bald todmüde ins Bett fallen.

um 5:20 Uhr morgens erreichten wir im Schneegestöber den Gipfel des fünfthöchsten Bergs in Afrika

völlig durchnässt und frierend am Gipfel angekommen

eine der Nonnen und der Ranger


Blick auf den Meru beim Abstieg

unser toller Guide und ich

der Parkranger mit seinem Gewehr


unser Träger
die zwei Nonnen




Zebras und Giraffen am Rückweg

:)

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