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Samstag, 5. November 2022

Verregnete Tage in Split

By On November 05, 2022

 

Split, Kroatien


Lange Fahrt nach von den Plitvicer Seen nach Split

Ich hatte ein Riesenglück, der Bus ist am Donnerstag tatsächlich noch gekommen. Und auch diesmal wieder überpünktlich - etwa fünf Minuten vor der mir mitgeteilten Abfahrtszeit sind wir schon wieder losgefahren. Dafür hat sich die Busfahrt dann ins Unendliche gezogen. Laut Google Maps würde eine Autofahrt nach Split knapp dreieinhalb Stunden dauern. Wir waren über sechs Stunden unterwegs. Grund dafür war wohl, dass wir nicht die schnellste Route genommen haben und dafür in jedem Kaff hielten. Der Bus war dafür super gemütlich und es war für ausreichend Klopausen gesorgt ;) Zudem waren nicht einmal die Hälfte der Sitze besetzt. 


Um kurz nach 20 Uhr kam ich dann in Split an. Es war schon stockdunkel aber noch angenehm warm. Diesmal hatte ich mit Couchsurfing Gastgebern leider kein Glück. Es war schon in Zagreb schwierig jemanden zu finden, aber hier in Split habe ich bestimmt zehn Anfragen verschickt und keiner hat geantwortet. Kann auch sein, dass es in Europa generell schwerer ist als in Afrika oder Lateinamerika. War aber auch nicht weiter schlimm, denn ich buchte dann ein hübsches kleines Appartment. Dieses zu finden gestaltete sich etwas schwieriger in den engen, verwinkelten Gassen der Stadt. Im Endeffekt habe ich mich dann komplett verirrt und die äußerst liebe Gastgeberin ist mich abholen gekommen. 


Wolken, Regen & Sturm in Split

Es scheint so als hätte ich schlechtes Wetter nach Split gebracht. Nachdem es auch hier die letzten Tagen sommerlich warm war, war es am Freitag Morgen stark bewölkt und windig. Da für den Nachmittag Regen angekündigt war, startete ich gleich am Morgen mit eine Erkundungstour. Zuerst suchte ich den Hafen auf, um zu fragen zu welchen Uhrzeiten die Fähren morgen auf die Insel Hvar - mein nächstes Ziel - starten. Die Antwort war ernüchternd: Aufgrund des schlechten Wetters könnte es sein, dass die Fähren und Katamarane nach Hvar gecancelt werden, so wie dies scheinbar auch heute der Fall sei. 



Ich beschloss in Richtung Altstadt weiterzugehen. Die Straßen waren großteils menschenleer. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass sich hier im Sommer normalerweise riesige Massen an Touristen durch die Gassen drängen. Irgendwann begann es dann zu regnen. Ich suchte ein kleines Lokal auf, um mir Kaffee und ein Frühstück zu bestellen. Dabei passierte mir wohl ein kleiner Fehler, denn ich landete scheinbar in einer Eisdiele, was mir aber erst im Nachhinein bewusst wurde. Somit habe ich mir zum Frühstück tatsächlich Eiscreme bestellt - in der Annahme es sei eine Frückstücksbowl. Es war ja letztendlich sehr lecker, aber bei strömenden Regen am frühen Morgen könnte ich mir eigentlich Besseres vorstellen als Eiscreme *lach*.  

Am Nachmittag kam kurz die Sonne durch, dann ging es aber schon wieder weiter mit Sturm und Regen. 


Weiter geht es nach Hvar...

... aber natürlich nur wenn die Fähre abfährt. Heute am Samstg um 14 Uhr sollte es soweit sein. Draußen regnet es immer noch in Strömen. Drückt mir die Daumen! Immerhin sollte ich heute meinen Freiwilligenjob auf Hvar starten. 



Eure Michi :)


Donnerstag, 3. November 2022

Nationalpark Plitvicer Seen im Herbst

By On November 03, 2022


Plitvicer Seen, Kroatien


Nationalpark Plitvicer Seen 


Auf geht's zu den Pltvicer Seen

Nachdem ich auf Ivan's Sofa erstaunlich gut geschlafen habe, machte ich mich dann am Dienstag Morgen auf zum Busbahnhof. Um 10:30 Uhr sollte ein Bus zu den Plitvicer Seen fahren, bzw genauer gesagt in das Dörfchen Jezerce, in dem ich meine Unterkunft gebucht habe. Es liegt etwa 40 Gehminuten vom Nationalpark entfernt. 


Am Busbahnhof lief alles reibungslos und ich konnte problemlos das Busticket kaufen, welches 110 Kuna (ca 14,50 €) kostete. Für das Gepäck werden zusätzlich mit 7 Kuna (ca 0,93 €) verlangt. Der Bus fuhr überpünklich los und die Fahrt dauerte gut zwei Stunden. Der Busfahrer war äußerst aufmerksam und fragte in gebrochenem Englisch mehrmals nach, an welcher Haltestelle er mich genau rauslassen müsse. 


Angekommen in Jezerce

Das kleine Dörfchen Jezerce besteht nur aus ein paar Häusern. Die Gastgeberin meiner Unterkunft ist super lieb und machte sich vor allem Sorgen darüber, ob ich denn eh etwas zu essen dabei hätte, weil am Dienstag ja ein Feiertag - Allerheiligen - war, und somit wirklich alles in der Umgebung geschlossen hatte. Daran habe ich gar nicht gedacht, aber wie es der Zufall so will habe ich mir dermassen viel Wegzehrung eingepackt, dass das locker für den ganzen Tag reichte. Mein Zimmer kostete umgerechnet 26€ die Nacht, das war auch das günstigste, welches ich in der Gegend hier finden konnte. Es gibt eine kleine Küche, in der man kochen kann und zu meiner Freude einen riesigen Balkon. Für diese Jahreszeit war es ungewöhnlich warm, es hatte ganze 24 Grad. Ich gönnte mir erstmal einen Kaffee und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Da es erst früher Nachmittag war, erkundete ich dann noch ein wenig die Umgebung.


Passend zu Allerheiligen fand ich sogar einen Friedhof


Der Nationalpark Plitvicer Seen

Am Mittwoch Morgen startete ich bereits um 7:30 Uhr in Richtung Nationalpark. Vorher deckte ich mich im Supermarkt des kleinen Dörfchens Mukinje noch mit allerhand Wegzehrung ein. Immerhin hatte ich vor den ganzen Tag im Park zu verbringen. 


Der Nationalpark Plitvicer Seen ist übrigens der größte und älteste Nationalpark Kroatiens. Er ist für seine 16 kaskadenförmig angeordneten Seen bekannt, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind und sich in eine Kalksteinschlucht hinein erstrecken. 


Der Park hat zwei Eingänge, wobei Eingang 1 der überlaufenere ist. Von meiner Unterkunft aus, war zum Glück der Eingang 2 näher. Ich bezahlte 80 Kuna (ca 10,60 €) Eintritt. Die wunderschöne Landschaft erstrahlte in den schönsten Herbstfarben. Ich konnte es kaum glauben, dass ich fast auf fast keine anderen Leute traf. Von vielen Seiten habe ich nämlich schon gehört wie furchtbar überlaufen dieser Nationalpark sein sollte. Es gibt wohl keine bessere Jahreszeit diesen Park zu besuchen als den Spätherbst: der Eintrittspreis sinkt nämlich ab 1.11. beträchtlich, es sind nur noch sehr wenige Menschen unterwegs und zudem ist die Herbstlandschaft super eindrücklich. 



Es gibt verschiedene Routen im Park. Ich entschied mich für die längste - die "Route K", welche etwa 18 km lang ist. Im Endeffekt bin ich so gut wie  alle nur existierenden Wege abgegangen - und noch ein paar inoffizielle obendrauf. Als ich an einigen Stellen auf die  Hauptroute kam, war da schon um Einiges mehr los, aber abseits davon konnte man absolute Ruhe genießeh. Auf der Hauptroute gibt es auch kleine Minifähren  und Busse, die man mit dem Eintrittsticket kostenlos benutzen kann. 




Route K

Ich bin insgesamt an dem Tag über 32 Kilometer  und knapp 600 Höhenmeter gewandert. Am meisten bereute ich es, dass ich keinen Bikini mitgenommen hatte, denn das glasklare Wasser verführt wirklich zum Hineinspringen - vor allem bei diesen sommerlichen Temperaturen. Vermutlich ist das Baden zwar nicht erlaubt, aber da ich teilweise wirklich an versteckte Stellen kam, hätte ich es bestimmt wagen können. 




Zum Schluss bin ich dann sogar noch mit einer Mini-Fähre gefahren 

Mission Busticket

Neben der wunderschönen Wanderung war es gestern zudem noch mein Ziel herauszufinden wo ich ein Busticket für mein nächstes Ziel Split finden konnte. Die Informationen im Internet waren nicht sonderlich vertrauenswürdig. Auf einigen Webseiten stand, dass im November gar keine Busse dorthin fahren, auf anderen fand ich einen einzigen Bus mit etwas ungünstigen Zeiten. In der Hochsaison fahren scheinbar über sechs Busse täglich diese Strecke. Ich erkundigte mich also an den Info-Schaltern am Eingang des Nationalparks. Doch leider konnte mir absolut keiner eine Auskunft geben. Letztendlich bin ich das Risiko eingegangen und habe einfach ein Ticket online gebucht. Nun kann ich nur ganz stark hoffen, dass dieser Bus heute auch kommt. 


Weiter geht es nach Split

... das hoffe ich zumindest. So ganz vertraue ich dieser Online-Buchung nämlich immer noch nicht. Der Bus sollte um 13:50 Uhr den Eingang 1 des Nationalparks passieren. Meine liebe Gastgeberin in  Jezerce hat mir erlaubt bis dahin noch in meinem Zimmer bleiben zu können.


Nun werde ich noch ein bisschen die Sonne auf meiner Terrasse genießen. 

Also dann, ich melde mich wieder sobald ich in Split bin


Eure Michi :)




=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von den Plitvicer Seen <=









Montag, 31. Oktober 2022

Angekommen in Zagreb

By On Oktober 31, 2022

Zagreb, Kroatien


Wie die Zeit vergeht

Es ist einfach unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Tatsächlich habe ich seit meiner letzten Reise nach Kenia schon wieder über ein halbes Jahr gearbeitet. Das heißt es ist wieder Zeit zu reisen ;) Diesmal werden es "nur" drei Monate sein, anstatt der ansonsten üblichen fünf. 


Pläne

Ich habe beschlossen dieses Mal in Europa zu bleiben. Meine hauptsächlichen Reiseziele werden Kroatien, Griechenland und Schweden sein. In jedem dieser Länder werde ich 2-3 Wochen einen Workaway Job machen. Das soll heißen, dass ich gegen ein paar Stunden Arbeit am Tag Kost und Logis kostenlos gestellt bekomme. 


Erster Stopp: Zagreb

Nachdem ich nun eine Woche bei meiner Familie in Österreich verbracht habe, machte ich mich heute mit dem Zug auf den Weg nach Zagreb. Dort werde ich eine Nacht bei meinem Couchsurfing Gastgeber Ivan - ich glaube ich Kroatien heißen so gut wie alle Männer so - verbringen. Morgen sollte es dann weitergehen zu den Plitvicer Seen. Touristenattraktionen sind ja eigentlich gar nicht mein Ding, aber ich habe die große Hoffnung, dass dieser eigentlich wunderschöne Nationalpark in der Nebensaison nicht so überlaufen ist wie sonst. 


Zu meinem Glück war der Zug von Villach nach Zagreb fast leer. An gefühlt jeder zweiten Haltestelle kam ein neuer Schaffner um die Fahrkarten zu kontrollieren. Als Schwarzfahrer hätte man es hier also nicht besonders leicht. Die Zugstrecke war super schön, vor allem der Teil, der durch Slowenien führt. An der kroatischen Grenze kam dann eine Horde an Polizisten in den Zug die genauestens alle Ausweise kontrollierten. 


Am Weg nach Zagreb in einem halb leeren Zug

Im Zug habe ich meinen ersten Kuna gefunden - mein Glückskuna :)

Um kurz nach 17 Uhr kam ich dann pünktlich in Zagreb an. Aufgrund der gestrigen Zeitumstellung war es schon ziemlich dunkel. Zuallererst suchte ich mir einen Bankomaten, um ein paar Kuna abzuheben. Ivan schickte mir seine Wohnadresse. Laut Landkarte sollten es etwa 45 Minuten zu Fuß dorthin sein. Nach der langen Zugfahrt war der Spaziergang eine Wohltat, obwohl ich wirklich so gut wie gar nichts von der Gegend sah. Erschwerend zur Dunkelheit kam nämlich noch dichter Nebel hinzu.


Problemlos konnte ich die Wohnung von Ivan finden. Er empfing mich super nett in seinem Zuhause und servierte mir selbstgemachte kroatischer Wurst von seinen Eltern. Während Ivan nun noch auf eine Helloween-Party gehen wird, werde ich mein Schlafgemach für diese Nacht hüten: ein super gemütliches Sofa. 


Ihr werdet wieder von mir hören sobald ich bei den Plitvicer Seen angekommen bin. 


Gute Nacht!


Eure Michi :)













Sonntag, 3. April 2022

Route Kenia

By On April 03, 2022

 


Reisezeitraum & Route: 

06.11.2021 - 19.03.2022

ÖSTERREICH - Nairobi - Naivasha - Mount Longonot 2.776m - Kamere - Oloidien See - Nakuru - Eldoret - Kapkoi - Eldoret - Tinderet - Nakuru - Nanyuki - Point Lenana 4.985m /  Mount Kenya - Chogoria - Karatina - Nairobi - Kitale - Lodwar - Kakuma - Eliye Springs - Lodwar - Kitale - Mount Elgon Nationalpark - Kitale - Kisumu - Luanda Kotieno - Mfangano Island - Sindo - Kisumu - Kericho - Nairobi - Masai Mara - Nairobi - Nakuru - Nyahururu - Nanyuki - Marsabit - North Horr - Loiyangalani - Marsabit - Nanyuki - Nairobi - Lamu Island - Watamu - Nairobi - DEUTSCHLAND 








=> Hier findest du alle meine Fotoalben von Kenia <=








Samstag, 19. März 2022

Goodbye Kenia

By On März 19, 2022

 

Ich kann es kaum glauben, dass ich gerade am Flughafen in Nairobi sitze und ganze viereinhalb Monate in Kenia schon wieder um sind. Als ich Anfang November hier angekommen bin, wusste ich weder wie lange ich bleiben möchte, noch was ich überhaupt in diesem Land machen würde. Ich bin ja ziemlich spontan in Kenia gelandet. Mein ursprünglicher Plan war eigentlich Äthiopien. Zwei Tage vor dem Abflug kam eine Reisewarnung für das Land aufgrund von Bürgerkrieg. Das Auswärtige Amt hat mich sogar persönlich angerufen und mir nahe gelegt meine Reise zu stornieren. Daraufhin habe ich doch glatt für den übernächsten Tag einfach einen Flug nach Kenia gebucht, ohne auch nur den geringsten Schimmer von dem Land zu haben. Und siehe da, es hat mir so gut gefallen, dass ich meine komplette Reise-Auszeit hier verbracht habe. 


Meine letzten Tage in Nairobi

Am 14.3. kam ich von der Küste zurück nach Nairobi. Ich wollte noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und alte Bekanntschaften wiedertreffen. Untergekommen bin ich bei Ash. Ich habe ihn Anfang November über Couchsurfing nur kurz für ein Abendessen getroffen. Während meiner Zeit in Kenia gab er mir immer wieder wertvolle Tipps und ich durfte letztes Monat sogar ein paar Tage in seiner luxuriösen Wohnung wohnen, obwohl er selbst gar nicht da war. Und dann war da noch die Sache im Nordosten Kenias, als ich tatsächlich geglaubt habe, dass ich gekidnappt wurde. Da habe ich sofort Ash kontaktiert, da ich weiß dass er viele Beziehungen zu diversen Obrigkeiten des Landes pflegt. Mit seiner Hilfe wurde sofort die Polizei in Marsabit informiert und am Ende alles aufgeklärt. Nun war es sehr schön Ash noch einmal persönlich zu treffen. 

Wiedersehen mit Dorothea

Auch Dorothea habe ich noch einmal getroffen. Sie ist die Missionarin, die ich bei Tabitha und Philipp in Tinderet kennengelernt habe. Sie ist auch diejenige, die mir das Naturheilkundeseminar empfohlen hatte. Nach dem Seminar verbrachten wir noch einen Tag zusammen und ich konnte ein paar Sachen, die ich nicht mehr brauchte, bei ihr zwischenlagern. Ich kam also am Mittwoch Nachmittag bei ihr an und durfte eine Nacht bei ihr bleiben. Sie wohnt etwas außerhalb des Stadtzentrums, gleich neben dem Nationalpark von Nairobi - eine wunderschöne, ruhige Gegend. Wir machten einen gemeinsamen Abendspaziergang, aßen Rolex (= Spiegelei in Chapati eingerollt) und hatten viele schöne Gespräche. 


Am Donnerstag und Freitag war dann ein bisschen Bummeln in Nairobi angesagt. Ich kaufte mir noch das ein oder andere Souvenir und Mitbringsel für meine Lieben zu Hause. 

Ash verwöhnte mich noch mit einem leckeren letzten Frühstück in Kenia

Und schwuppdiwupp war meine Zeit in Kenia schon wieder vorüber. Nun, wenn ich so am Flughafen sitze, kommt es mir vor als wäre das alles nur ein Traum gewesen. Afrika ist jedes Mal wieder ein unvergessliches Abenteuer mit so vielen unglaublichen Eindrücken.  Wenn ich dann wieder so in der Zivilisation an einem Flughafen sitze, kommt mir die Zeit in diesen Strohhüttendörfern usw plötzlich so unwirklich vor. Es ist schwierig all die Abenteuer und Eindrücke in Worte zu fassen. Es tut gut das Erlebte niederzuschreiben, trotzdem denke ich, dass man all das auch nur anähnernd verstehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. 


Vielen Dank an alle, die meine Abenteuer durch diesen Blog so gespannt mitverfolgt haben! Eine Fortsetzung folgt höchstwahrscheinlich im Herbst :)



Eure Michi :)





=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Nairobi <=


=> Hier findest du alle meine Fotoalben von Kenia <=














Dienstag, 15. März 2022

Watamu - Das "kleine Italien" an der kenianischen Küste

By On März 15, 2022

 

Ja, richtig gelesen, Watamu wird tatsächlich auch "Little Italy" (deutsch: kleines Italien) genannt. Es handelt sich dabei um einen Ort an der Küste Kenias mit schneeweißen Sandstränden. Das Gebiet umfasst sogar einen eigenen Meeresnationalpark. Und wie man sich vorstellen kann, tummeln sich jede Menge Italiener hier. Warum das so ist, weiß ich nicht so genau. Einige von ihnen leben schon seit Jahren hier, andere sind Urlauber. Italienische Restaurants und Eisbuden gibt es an jeder Ecke. 


Angekommen in der Mbuyu Lodge

Ich bin also am Mittwoch am Flughafen in Malindi angekommen. Vom dort aus sind es nur etwa hundert Meter zur Hauptstraße. Ich ignorierte all die aufdringlichen Taxifahrer, die mich gleich bei der Ankunft belagerten und schaute mich dann auf der Hauptstraße nach einer günstigeren Fahrtgelegenheit um. Dort standen Tuk-Tuks (= dreirädiges Taxi) und Boda-Bodas (=Mopedtaxi). Es war wieder einmal viel Verhandlungsgeschick gefragt. Schlussendlich brachte mich ein Boda-Boda für 500 Ksh nach Watamu


Ich kam in der Mbuyu Lodge unter, welche ich mir bereits im Vorhinein über Booking.com gebucht hatte. Es gibt einen schönen kleinen Pool und ich wohne in einer hübschen Bungalowhälfte mit Strohdach. Inklusive Frühstück kostet mich die Nacht 32€. Eigentlich passt diese Preisklasse nicht wirklich zu meinem Reisestil. Aber wie gesagt, die letzten Tage meiner Reise gönne ich mir nun auch mal was. Agnes, die Besitzerin der Unterkunft war stets hilfsbereit uns super lieb. Auch das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Es gab sogar richtigen italienischen Capuccino. Ich genoss den ganzen Luxus in vollen Zügen - wahrscheinlich sogar um einiges mehr als die meisten anderen Gäste.


Diese Siedleragame sonnte sich jeden Morgen vor meinem Bungalow

Entspannen am Pool der Mbuyu Lodge in Watamu


Ganz "normaler" Urlaub in Watamu 

Es gibt nicht viel super spannendes von Watamu zu erzählen, denn diese Tage machte ich ganz langweilig "normal" Urlaub, so wie die meisten das kennen ;) Am Pool liegen und ein Buch lesen, Strandspaziergänge, im Meer herumplanschen und gut essen gehen. Tatsächlich kam ich mir jedoch zeitweise ein bisschen fehl am Platz vor zwischen all den Pauschaltouristen - hier fast noch mehr als auf Lamu. Ich fühle mich in abgelegenen Dörfern oder in einsamen Wäldern viel wohler. Der ganze Rummel in den Touri-Gebieten hat nämlich etwas stressiges. Überall wimmelt es nur so von Beachboys - so werden die Jungs genannt, die am Strand herumlaufen und einem ständig etwas verkaufen wollen (Touren, Souvenirs, etc). Sie sind ziemlich schwer abzuwimmeln und nervten mich zeitweise sehr. Auch die Preise sind hier so hoch, wie ich sie in Kenia noch nicht gesehen habe. Aber gut, im Gegensatz zur Schweiz ist es immer noch günstig ;) So habe ich zum Beispiel leckeren Hummer für 1.000 Ksh (= 7,90€) gegessen, dafür würde man Zuhause deutlich mehr zahlen. Pizza und Spaghetti bekomme ich in meiner Heimat aber auf alle Fälle für weniger Geld als in Watamu


Frischer Hummer


Die einheimischen Kinder rufen hier nicht "Muzunguu, how are you?" oder "Jambo!" sondern man wird tatsächlich auf italienisch mit "Ciao" gegrüßt. Ich fühlte mich wie im falschen Film. 


Die Sandstrände rund um Watamu sind dafür wunderschön: Palmen, Felsen im Wasser und weißer, feinkörniger Sand. Wenn man ein wenig läuft, dann findet man auch ganz einsame Ecken. Bereits am ersten Abend zeigte mir ein Einheimischer ein paar Baby-Riffhaie, die im Wasser vor unseren Füßen ihre Kreise zogen. Er erklärte mir, dass die Kleinen völlig ungefährlich wären. Zudem gäbe es auch Schildkröten und Delfine ganz in der Nähe. Wenn ich sie sehen wollte könnte ich nur eine Tour bei ihm buchen. Das war ja schon fast klar, dass er mir nicht ganz uneigennützig die Haie gezeigt hat *lach*. 


Der Strand von Watamu



Erkundungstouren rund um Watamu

Ich ließ mich aber zu keiner touristischen Schnorchel-Bootstour von den vielen Tourenanbietern überreden. Es sollte sowieso nicht sonderlich spannend sein, wie ich von anderen Hotelgästen erfahren habe. Delfine und Schildkröten sahen nur die wenigsten, da gerade keine Saison dafür ist. Dafür unternahm ich ausgedehnte Wanderungen am Strand. Ich entdeckte dabei tolle Klippen und einige Ruinen.



Ein anderes Mal wanderte ich den Strand entlang bis zum Mida Creek. An dem Tag legte ich fast 20 km zurück, aber es hat sich voll und ganz ausgezahlt. Wunderschöne einsame Strände erwarteten mich dort. Naja okay, fast einsam. Ein Beachboy gab einfach nicht auf und kam all den Weg mit mir. Der kleine, etwas dickliche Kenianer etwa in meinem Alter - er heißt Bobby - tat mir fast ein wenig leid. Er schien ordentlich Mühe zu haben mit mir Schritt zu halten. Als ich dann über die schroffen Klippen kletterte, um an den nächsten Strand zu kommen, war ihm das nicht sonderlich geheuer. Trotzdem beschloss er mir weiter zu folgen. Bobby wirkte eher schüchtern und war nicht super aufdringlich, sonst hätte ich ihn bestimmt sofort auf die harte Tour abgewimmelt. Ich wusste, dass er versuchen würde mir irgendwie Geld abzuknöpfen, deshalb machte ich ihm von Anfang an deutlich, dass das nichts wird. Ich war barfuß unterwegs. Plötzlich ließ ich einen Schrei los. Bobby eilte sogleich herbei, um mir zu helfen. Da war ich doch glatt fast auf einen Schlange getreten. Im letzten Moment zischte das etwa eineinhalb Meter lange Tier davon. Nun reichte es Bobby, er meinte das wäre eine sehr giftige Schlange und von denen gäbe es viele hier in den Steinen, wir sollten doch umdrehen. Ich stellte noch einmal klar, dass er mich hier verfolgte und es ihm jederzeit frei stünde wieder zurück zu gehen. Aber nein, der Gute beschloss mir weiterhin nachzulaufen. 


Auf dieses süße Tierchen wäre ich fast draufgetreten


Es folgten weitere wunderschöne einsame Strände. Ich warf mich in die badewanne-warmen Fluten. Bobby machte es mir nach. 


Wunderschöne einsame Strände


Zurück folgten wir einer Straße im Mangrovenwald. Ich wollte dort in das berühmte Krabbenrestaurant "Crab Shack Dabaso". Vorher musste ich aber Bobby klarmachen, dass er mir dorthin nicht folgen kann, immerhin sind die Preise da ziemlich gesalzen und der Beachboy hat bestimmt kein Geld um selbst zu zahlen. Am Ende bestellt er sich etwas Feines und lässt mich dann zahlen. So läuft das nämlich oft. Zum Glück konnte ich ihn davon überzeugen, dass ich dort nun wirklich alleine hingehen möchte. Natürlich musste ich ihm versprechen, dass wir uns in den nächsten Tagen wiedersehen. Er tat mir wirklich ein bisschen leid, aber in dem Fall wäre ich ohne die kleine Notlüge wohl nicht davongekommen. In dem urigen Restaurant, das auf Holzstegen mitten in den Mangroven liegt, gönnte ich mir zum ersten Mal im Leben eine Riesenkrabbe und dazu ein Glas Palmwein - sehr, sehr lecker sag ich euch. 



Wieder zurück in der Unterkunft angekommen, musste ich feststellen, dass ich mindestens genau so rot geworden bin, wie die Krabbe, die ich soeben verspeist habe. Ich hatte einen ordentlichen Sonnenbrand ausgefasst. Das ist auch kein Wunder, immerhin war ich in Kenia sonst nie mit dem Bikini unterwegs, sondern immer mindestens schulter- und kniebeckt.


Am nächsten Tag entdeckte ich ein weiteres Restaurant inmitten der Mangroven. Diesmal handelte es sich um ein Garnelenrestaurant.

Auch das Garnelenrestaurant war auf Holzstegen gebaut.


Das Garnenlenrestaurant

Der Sonnenuntergang von hier aus war einfach genial :)


So neigten sich langsam aber sicher meine Tage an der Küste dem Ende zu. Heute sollte es wieder zurück nach Nairobi gehen. Dort möchte ich noch diverse Bekanntschaften wiedertreffen und ein paar Einkäufe erledigen bevor ich meinen Heimflug am 19.3. antrete.  



Bis bald!


Eure Michi :)







=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Watamu <=