Enter your keyword

Samstag, 6. November 2021

Mein erster Tag in Nairobi

By On November 06, 2021


Nairobi, Kenia

Die Anreise

Mittlerweile bin ich wohlauf in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, angekommen. Die Anreise verlief erstmals ohne gröbere Zwischenfälle. In Kairo hatte ich einen 3-stündigen Zwischenstopp. Da kam ich auch erstmals auf die Idee, dass ich für Kenia wahrscheinlich einen Steckdosenadapter brauchen könnte. Der absolute Hammer war dann, als mir ein Ägypter in seinem kleinen Flughafenladen so ein Ding für sage und schreibe 100 USD verkaufen wollte. Ich lehnte dankend ab.


Ansonsten lief alles komplett nach Plan. Unsere Maschine landete pünktlich um 3:30 Uhr morgens in Nairobi. Ich hatte alle Einreiseformalitäten richtig ausgefüllt und fand zu meinem Glück auch sogleich einen Bankomaten, um erstmals an Bargeld zu kommen. Und das Allerbeste: Sogar mein Taxifahrer wartete schon auf mich. Meine Unterkunft hat nämlich ein Abholservice organisert. Der Fahrer war äußerst lieb. Ebenso der Besitzer meiner Unterkunft, der mich herzlich begrüßte. 


Mein Zimmer sah auf dem ersten Blick ganz passabel aus. Leider war es gleich neben der Rezeption. Dort wurde die ganze Nacht gequatscht und das Licht schien hell in mein Zimmer. 


TIA - This is Africa

Zu deutsch: "Das ist Afrika." Diesen Spruch sagen die Einheimischen gerne, wenn hier irgendetwas schief läuft oder einfach typisch afrikanisch-chaotisch verläuft. Heute wurde ich wieder daran erinnert was das genau bedeutet. Nachdem ich ziemlich unausgeschlafen zum Frühstück erschien, war ich erstmals erstaunt wie lecker es war: Rührei, Süßkartoffeln, Bohnen mit Tomatensauce, ein kleine Schale mit Fruchtsalat, ein Glas frisch gepresster Maracujasaft und dazu noch eine Kanne Kaffee - Wow! Und das alles für unschlagbare 15 USD pro Nacht inklusive Frühstück!



Nachdem ich mich gesättigt hatte, startete ich den Versuch einen Zimmerwechsel zu bekommen. Die äußerst nette Dame an der Rezeption meinte, das sei überhaupt kein Problem. Ich packte meine sieben Sachen und zog in ein anderes Zimmer. Nachdem ich ausgepackt hatte, bemerkte ich, dass das Fensterschloss kaputt war. Es konnte also jeder ganz einfach reinlangen. Als ich der netten Dame davon erzählte, bot sie mir sogleich wieder ein neues Zimmer an, welches mir auf Anhieb gefiel. Nun hieß es nocheinmal packen und umziehen. Es hat sich aber auf alle Fälle ausgezahlt. 


Da kann man wirklich nicht meckern



Misson: SIM-Karte

Meine heutige Mission war es, mir eine lokale SIM-Karte von Kenia zu besorgen. Als ich mich gegen Mittag auf die Straßen Nairobis wagte, überkam mich schon ein leicht mulmiges Gefühl. Trotz meiner vielen Afrika-Erfahrungen war es wieder ein kleiner Kulturschock. Zudem hört man ja öfter, dass Nairobi nicht ganz ungefährlich sei - vor allem Taschendiebe würden sich viele rumtreiben. Ich packte also meine kleine Stofftasche fest unter den Arm und versuchte so selbstbewusst wie möglich unterwegs zu sein. Nur keine Unsicherheit zeigen! Von allen Seiten erntete ich Blicke und Zurufe wie "Mzunguu" - so werden europäische/hellhäutige Touristen hier genannt). Andere weißhäutige Menschen kamen mir den ganzen Nachmittag nicht unter. Immer wieder habe ich mich verlaufen. Das Handy wollte ich zwischen den Menschenmassen nicht herausholen. 


Ich staunte nicht schlecht als mir plötzlich eine riesige Menge Straßenverkäufer mit ihren Waren in einem Sack am Rücken volle Kanne entgegenrannte. Sie schienen vor irgendetwas zu flüchten. So schnell wie sie gekommen sind, waren sie dann auch schon wieder weg - abgebogen in eine kleine Gasse. Schmunzelnd habe ich dem Schauspiel zugesehen. Später erkannte ich auch den Grund: Die Polizei war auf den Straßen unterwegs. 


Gott sei Dank stand ich dann irgendwann vor dem "Safaricom"-Shop. Die Registrierung der SIM-Karte verlief problemlos. Ich brauchte lediglich meinen Reisepass und ganz viel Geduld/Zeit. Ich ließ mir auch gleich das allseits gebrauchte "Mpesa" aktivieren. Damit kann in Kenia fast überall gezahlt werden - quasi bargeldlos mit dem Handy.



Nairobis Straßen


Am Rückweg wollte ich einen Lebensmittelshop finden, um Wasser und noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Ich weiß nicht wie viele zig Male ich in diesen Straßen im Kreis gelaufen bin. Alles sieht gleich aus. Zudem wurden die Menschenmassen auch immer mehr. Meine Müdigkeit und die Hitze (27 Grad) machten das Ganze auch nicht unbedingt besser. Ich war wirklich der Verzweiflung nahe. Manchmal flüchtete ich einen kleinen Shop, um schnell in Ruhe auf mein Handy schauen zu können wo ich mich befand. Nach vielen Stunden im Großstadtrummel kam ich dann aber doch noch heil in meiner Unterkunft.


Nun gönne ich mir noch eine Kanne Masala-Tee und Fisch mit Matoke auf der Dachterrasse. Und dann freue ich mich so richtig aufs Bett. 

 

Gute Nacht!


Eure Michi :)







DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:



Freitag, 5. November 2021

Etwas chaotisch geht es nun ganz spontan nach Kenia

By On November 05, 2021

 

Im Zug von St. Johann nach Wien

Das Chaos hat sich zum Glück im Moment wieder etwas beruhigt. Derzeit sitze ich gerade ganz gemütlich im Zug auf dem Weg zum Flughafen Wien. Von dort aus fliege ich nach einem Zwischenstopp in Kairo dann weiter nach Nairobi in Kenia



Wie kam es dazu?

Das werden sich nun einige von euch wohl fragen. Immerhin berichtete ich ja erst vor Kurzem, dass ich nach Äthiopien reisen werde. Die letzten zwei Tage waren zugegebenermaßen ziemlich aufregend und von viel Ungewissheit geprägt. Am Dienstag Nachmittag war ich noch bei einer guten Freundin zu Besuch, um mich zu verabschieden, da es ja bereits am Donnerstag nach Äthiopien gehen sollte. Zufälligerweise sah ich dann in den Nachrichten einen Bericht, dass in Äthiopien soeben der nationale Notstand ausgerufen wurde. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind nun auch in der Hauptstadt Addis Abeba zu erwarten und man rechnet mit einer großen humanitären Krise.

Zuerst beeindruckten mich diese News nicht sonderlich und ich hielt noch an meinen Reiseplänen fest. Im Laufe des Abends erhielt ich aber dann immer mehr Nachrichten von meinen Couchsurfing Gastgebern und Bekanntschaften in Äthiopien. Fast alle rieten mir, meine Reise unbedingt zu stornieren. Keiner weiß was als nächstes kommen kann. Im schlimmsten Fall wird auch noch der Flughafen besetzt, dann gibt es keine Chance zur Ausreise mehr. Das Ganze war für mich ein sehr harter Schlag. Ich habe mich immerhin das letzte halbe Jahr intensiv auf dieses Land vorbereitet, versucht die Sprache etwas zu lernen, usw. Zudem habe ich bereits das Visum bezahlt und eine Unterkunft und den Flug gebucht. Ich beschloss erstmals noch eine Nacht darüber zu schlafen.


Planänderung

Als ich am Mittwoch Morgen aufwachte, las ich mir sofort die Nachrichten über Äthiopien im Internet durch. Dabei bekam ich eine Gänsehaut. Ich ahnte nichts Gutes, wenn ich trotz all dieser Reisewarnungen einfach dorthin fliegen würde. Jeder weiß, wie sehr ich Abenteuer und Nervenkitzel liebe, aber das war mir nun doch eine Spur zu heiß. Ich höre immer sehr auf mein sozusagenenes "Bauchgefühl" bzw meine "innere Stimme". Diesmal sagte sie mir, ich sollte so schnell wie möglich einen Plan B machen. Ich rief sofort die Fluglinie an und stornierte den Flug. Ich bekam sogar noch einen Teil des Geldes zurück. Auch die Unterkunft konnte ich stornieren. Nur die 72 USD für das Visum bekomme ich leider nicht zurück.

Nun musste schnell der Plan B her. "Kenia" kam mir sofort in den Sinn. Das ist das Nachbarland und auch dort war ich noch nie. Sobald sich die Situation in Äthiopien bessern würde, könnte ich ja dann dorthin. 


Für Kenia muss man ein Online-Visum beantragen. Dieses Unterfangen war ziemlich zeit- und nervenaufreibend. Da ging das mit dem Äthiopien Visum viel einfacher. Nach drei Stunden war es dann aber endlich absendebereit. Nun konnte es bis zu 48 Stunden dauern, bis ich erfahren würde, ob es genehmigt ist oder nicht. Als Einreisedatum gab ich Freitag, den 5.11. (also heute!!) an. Das war natürlich alles ultra spontan. Hätte ich die Einreise jedoch erst ein paar Tage später geplant, dann müsste ich wieder neu einen kostenpflichtigen PCR Test machen. Bis Samstag Morgen ist aber der, welchen ich für Äthiopien gemacht hatte noch gültig. Die Zeit rannte also. Ich wollte aber den Flug nach Kenia erst buchen sobald ich das Visum hatte. Ich saß also wie auf Nadeln. Erfahrungsgemäß bekommt man es schon einige Stunden später. Dem war aber diesmal leider nicht so. Als es nun schon spätabends am Mittwoch war, beschloss ich erst morgen in der Früh wieder nachzusehen. Wenn bis dahin nichts da war, dann hatte ich wohl ein Problem.

Erfreuliche Nachrichten

Und siehe da, am Donnerstag Morgen war endlich mein genehmigter Visaantrag da. Himmelhoch jauchzend begann ich nach Flügen zu suchen. Ich fand einen Flug von Wien nach Nairobi für 260 €, welcher bereits am Freitag um die Mittagszeit starten sollte. Was für ein Glück! Nun musste ich noch diverse Formalitäten erledigen, welche tatsächlich auch recht mühsam waren. Durch die ganz Corona-Sache ist das Reisen nicht mehr ganz so einfach wie vorher. Aber irgendwann war auch das alles erledigt. Ich war überglücklich. 


So spontan habe ich wohl noch nie einen Flug gebucht. Dazu kommt noch, dass ich wirklich null auf Kenia vorbereitet bin. Ich bin echt gespannt was mich dort so erwarten wird. Aber ich bin mir sicher es war die richtige Entscheidung in dieser Situation.


Was inzwischen in Äthiopien passiert

Wer die Nachrichten in den letzten Tagen ein wenig verfolgte, hat wahrscheinlich mitbekommen, dass die Lage dort im Moment sehr unsicher und unvorhersehbar ist. Der Konflikt begann schon vor einem Jahr, war aber auf den Norden des Landes beschränkt. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der Regierung in Addis Abeba und der TPLF. Mittlerweile hat sich das Ganze aber ziemlich rasch ausgebreitet und nun ist auch die Hauptstadt betroffen. Angesichts des Vormarschs der Rebellen aus der Unruhe-Region Tigray hat die Regierung in Äthiopien einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt. Das berichteten staatliche Medien am Dienstag. Die Rebellengruppe TPLF hatte im Konflikt mit der Armee in den vergangenen Tagen zwei strategisch wichtige Städte eingenommen. Auch sei es zu erwarten, dass die Regierung bei gewaltsamen Auseinandersetzungen das Internet, das Mobilfunknetz und die Festnetze ausschalten werde, was die Kommunikation im Land enorm erschweren würde. Ich denke es wäre für meine Lieben zu Hause nicht sehr angenehm, wenn sie plötzlich wochenlang nichts mehr von mir hören würden. Zudem wäre das Reisen ohne Internet eine ziemliche Herausforderung.

Gestern Abend hat mir sogar ein geplanter Couchsurfing Gastgeber aus Addis Abeba erzählt, dass er nächste Woche auch nach Kenia kommen wird. Er plant dort solange zu bleiben bis sich die Lage in seinem eigenen Land wieder etwas stabilisiert hat. Nun hoffe ich aus vollem Herzen für all die Einwohner Äthiopiens, dass sich die Situation in ihrem Land so schnell wie möglich beruhigt.


Ihr werdet wahrscheinlich wieder von mir hören, wenn ich in Nairobi - der Hauptstadt Kenias - gelandet bin. 


Bis bald!

Eure Michi :)







DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:


Donnerstag, 21. Oktober 2021

Äthiopien - Die Wiege der Menschheit

By On Oktober 21, 2021

 

Ich hab es nun endlich getan: Der Flug nach Äthiopien ist gebucht. Dieses faszinierende Land übt schon lange eine magische Anziehungskraft auf mich aus - unberührte Kulturen, traditionell lebende Stämme, einzigartige Landschaften, usw. In Äthiopien steht zudem der 5. höchste Berg Afrikas (4.533m) und im Kontrast dazu liegt dort auch eine der tiefsten Regionen der Welt (Danakil-Wüste -110m). 


Reisevorbereitungen im Zug ;)

Die letzten Tage...

... war ziemlich viel los bei mir, da ich viele Dinge wirklich erst am letzten Drücker gemacht habe (Wohnung ausräumen, packen, Freunde verabschieden, diverse Termine, etc). Aber wahrscheinlich brauche ich so eine kleine, gesunde Portion Stress, um in Schuss zu kommen. 


Den Flug nach Addis Abeba - die Hauptstadt Äthiopiens - habe ich tatsächlich erst gestern gebucht. Am 4.11. sollte es nun von München losgehen. Ankommen werde ich in Addis um 3 Uhr nachts. Aufgrund dessen habe ich beschlossen, mir für die ersten Nächte ein günstiges Hotel dort zu buchen und nicht gleich mit Couchsurfing zu starten. Wahrscheinlich werde ich mit dem Alter einfach auch etwas komfortabler *lach*. 


Im Moment sitze ich gerade im Zug von der Schweiz in Richtung Österreich. Ich werde vor meiner Reise nämlich noch einen zweiwöchigen Heimaturlaub einlegen, auf den ich mich nun riesig freue. Leider hatte ich im letzten Jahr nicht sonderlich viele Möglichkeiten meine Familie und Freunde dort zu besuchen. 


Die Reisevorbereitungen

Ich muss gestehen, dass die Reisevorbereitungen für Äthiopien ein Auf und Ab der Gefühle waren. Wie gesagt, steht das Land schon wirklich lange auf meiner Liste. Da es aber nun schon seit Längerem Unruhen/Krieg im Norden des Landes - der sogenannten "Tigray-Region" - gibt, war ich hin- und hergerissen, ob ich es wagen sollte oder nicht. Daraufhin habe über Couchsurfing mehrere Einheimische kontaktiert und sie zur aktuellen Lage befragt. Fast einstimmig haben sie mir bestätigt, dass der Rest des Landes völlig sicher sei. Zwischendurch hörte ich jedoch trotzdem immer wieder Warnungen, dass es besser sei im Moment dort nicht hinzureisen. Wie dem auch auch sei - wer mich kennt weiß, dass ich mich gewissen Herausforderungen gerne stelle. Wobei ich mich natürlich trotzdem sehr intensiv mit den Geschehnissen dort beschäftige und sicher auch nicht leichtsinnig unterwegs sein möchte. 


Auf meiner momentanen Zugfahrt habe ich jetzt noch kurzerhand das Visum beantragt - seit Kurzem ist nämlich das Online-Visa wieder verfügbar. Und siehe da - etwa eine halbe Stunde später bekam ich bereits eine E-Mail, dass meine Aufenthalt für drei Monate bestätigt ist. Wunderbar! Ich hätte mir nicht gedacht, dass das so einfach werden wird. Daraufhin habe ich dann gleich eine günstige Unterkunft gebucht. Ich werde scheinbar sogar vom Flughafen abgeholt - aber der Sache traue ich erst wenn es soweit ist. Falls ihr euch erinnern könnt: Als ich das allererste Mal alleine nach Uganda flog und mitten in der Nacht auf mein Abholservice gewartet habe, hatte man mich einfach vergessen. Es folgte eine abenteuerliche erste Taxifahrt. 


So nun werde ich die nächste Zeit mit meinen Liebsten verbringen und euch dann wenn meine Reise startet wieder regelmäßig hier auf meinem Blog am Laufenden halten. 


Bis bald!

Eure Michi :)






DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:


Mittwoch, 31. März 2021

Route Teneriffa

By On März 31, 2021

 

Reisezeitraum & Route: 


11.03.2021 - 30.03.2021

LA GOMERA - Los Cristianos - Los Gigantes - La Caleta - Barranco Mancha de Los Díaz - Playa de Barranco Seco - Barranco Los Sauces - Tamaimo - Icod de los Vinos - Puerto de la Cruz - Cañada Blanca - Guajara 2.718m - Chío - Costa Adeje - SCHWEIZ 


12.01.2021 - 15.02.2021

GRAN CANARIA - Santa Cruz de Tenerife - San José de los Llanos - Chinyero - Santiago del Teide - Los Gigantes - Playa de Barranco Seco - Puerto de Santiago - Playa de Las Américas - San Andrés - Anagagebirge - Igueste de San Andrés - El Draguillo - Benijo - Roque de las Bodegas - Taganana - Semaforo de Anaga - Playa de Antequera - Santa Cruz - Playa de Ijuana - Roque Bermejo - Playa de las Gaviotas - Puerto de la Cruz - Aguamansa - El Portillo (Teide) - Los Gigantes - Alcalá - Chío - Costa Adeje - Adeje - Los Cristianos - LA GOMERA


12.12.2020 - 17.12.2020

GRAN CANARIA - Santa Cruz de Tenerife - Jardina - Mirador de Cruz del Carmen - San Cristóbal de La Laguna - GRAN CANARIA







=> Hier findest du alle meine Fotos und Videos von Teneriffa :) <=




Dienstag, 30. März 2021

Entspannte letzte Tage im Bergdörfchen Chío

By On März 30, 2021

 

Chío, Teneriffa

Am Mittwoch, dem 24.3. bin ich in Chío angekommen. Tatsächlich ist es schon das zweite Mal auf dieser Reise, dass es mich in dieses idyllische Bergdörfchen verschlägt. Es liegt im Südwesten von Teneriffa auf 680 Meter Seehöhe, fernab von jeglichem Massentourismus. Chío ist umgeben von einer faszinierenden Landschaft. Die Häuser sind in einem sehr traditionellen Stil erbaut. Viele Einwohner leben von der Landwirtschaft. Es gibt hier Feigen- und Mandelbäume, Bananenplantagen und noch vieles mehr. 


Freundlicher Empfang in meiner Unterkunft

Der Empfang in meiner Unterkunft in Chío war super herzlich. Die italienischen Gastgeber Andrea und Silvia erzählten mir, dass sie seit meinem ersten Besuch mit Begeisterung meinen Blog und meine Reise verfolgen. Sie lieben meinen abenteuerlichen Reisestil abseits der abgetretenen Touristenpfade. Das freute mich natürlich sehr. Ich hätte nicht einmal damit gerechnet, dass sie mich überhaupt wiedererkennen. Zudem war es sehr schön noch zwei weitere bekannte Gesichter zu sehen. Ein älterer Biologe aus Deutschland und ein junger Holländer haben sich hier für einen Langzeitaufenthalt eingemietet. Ich kannte beide schon von meinem ersten Besuch. Es war wahrlich ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Zudem sind noch eine sympathische Österreicherin und eine ebenso liebe deutsche Dame da.


MITI Vivienda Vacacional

... das ist der Name dieser wunderschönen Unterkunft in Chío, welche ich aus vollem Herzen weiterempfehlen kann. Und das aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Zum einen liegt sie fernab von den Touristenmassen in einem super entspannten Bergdörfchen. Von hier aus hat man tolle Wandermöglichkeiten. Oder man verbringt den Tag einfach im hübschen Garten oder am kleinen Pool und liest ein gutes Buch. Jeder Gast hat sein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad. Dann gibt es noch eine tolle Gemeinschaftsküche und eine Dachterrasse mit fabelhaften Ausblick. Die Sonnenuntergänge von dort aus sind genial. Und das Ganze zu einem unschlagbaren Preis. Es ist tatsächlich meine günstigste Unterkunft hier auf Teneriffa. Wer interessiert ist, darf gerne auf die Homepage der Unterkunft schauen, wo ihr auch direkt buchen könnt: https://mitichiotenerife.blogspot.com/

Wenn ihr bei einer Buchung erwähnt, dass ihr den Tipp von mir bekommen habt, dann bekommt ihr sogar einen kleinen Rabatt ;)


Der Sonnenuntergang von der Dachterrasse meiner Unterkunft in Chío 



Neben Einzelzimmern gibt es auch Doppelzimmer

Der Garten

Der hübsche Mini-Pool


Die letzten Tage dieser Reise ließ ich ganz entspannt ausklingen. Ich hatte spannende Gespräche mit den anderen Reisenden, relaxte am kleinen Pool und ließ meine Reiseabenteuer Revue passieren. Die Corona-Pandemie hat meine ursprünglichen Reisepläne ordentlich durcheinander gebracht. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass alles was im Leben passiert, aus einem ganz bestimmten Grund geschieht. Ich hätte mir vorher nie gedacht, dass die kanarischen Inseln mich so begeistern würden. Außerdem habe ich wieder viele wundervolle Bekanntschaften gemacht - und dabei auch Freunde fürs Leben gefunden. 


Zwischendurch war ich natürlich auch aktiv und habe kleine Wanderungen unternommen:



Wunderschöne vulkanische Landschaften

Überraschenderweise fand ich sogar ein paar Wasserstollen in der Umgebung von Chío

Wenn ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen hätte, dann wäre ich da wohl nicht durchgekommen *lach*

Und wieder mal ein "Lost Place"


Im Moment sitze ich gerade in dem wunderschönen Gärtchen in Chío und tippe diese Zeilen bei meiner letzten Tasse Kaffee hier. Schon gleich muss ich mich aufmachen zum Flughafen Süd auf Teneriffa. Flughäfen sind für mich immer ein sehr emotionaler Ort.  Die verschiedensten Gefühle kommen dort hoch: Vorfreude auf eine Reise, das Ende einer Reise, Abschiedschmerz, usw. Ich werde die Zeit auf den Kanaren unheimlich vermissen! Aber gleichzeitig freue ich mich auch schon wieder auf die Schweiz, meine Freunde dort und die wunderbare Bergwelt.


Also dann, bis zum nächsten Mal!


Eure Michi :)







Mittwoch, 24. März 2021

Küstenwanderungen, Lost Places und Obst rund um Puerto de la Cruz

By On März 24, 2021

 

Puerto de la Cruz, Teneriffa

Vor gut einer Woche ging es dann also gemeinsam mit Sdravko auf nach Puerto de la Cruz, an der Nordküste Teneriffas. Die Stadt ist eine der größten der ganzen Insel. Ihr wisst ja, dass ich nicht unbedingt ein Fan von Städten bin, aber da es in Puerto die günstigsten Unterkünfte gibt und man von dort aus relativ gute Busverbindungen hat, haben wir uns dafür entschieden. Die Stadt ist bekannt für seine Strände aus schwarzem Vulkansand und dem weitläufigen Zoo Loro Parque


Playa de la Fajana (Puerto de la Cruz)


Der "El Drago" in Icod de los Vinos

Eigentlich hätten wir eine direkte Busverbindung von Los Gigantes nach Puerto gehabt. Eigentlich. Wenn uns da nicht meine schwache Blase einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. In Icod de los Vinos hielt ich es dann nicht mehr aus und wir mussten die Busfahrt unterbrechen. Das war gar nicht mal so eine schlechte Idee, denn hier im Ort steht der bekannte "El Drago" (auch "Drago Milenario" genannt). Es handelt sich hierbei um einen etwa 400 Jahre alten Drachenbaum. Er ist scheinbar der älteste und zudem der größte auf der ganzen Welt. Somit ist er auch eines der bekanntesten Wahrzeichen Teneriffas.


Der "El Drago" bzw "Drago Milenario" in Icod de los Vinos

Icod de los Vinos


Plötzliche Überraschung im botanischen Garten in Puerto 

Nachdem wir den gigantischen Baum bestaunt hatten, ging unsere Reise weiter nach Puerto, wo wir uns wieder ein kleines Appartement gebucht haben. Am Nachmittag wollten wir einen botanischen Garten besuchen. Leider war dieser wohl schon seit längerem geschlossen. Da wir ja schon allerhand Erfahrung mit Zäunen haben, beschlossen wir einfach darüber zu klettern. Gerade als Sdravko ein paar leckere Pitangas gefunden hatte, sahen wir von weitem einen Mann auf uns zukommen. Ziemlich erschrocken machten wir uns so schnell wie möglich von den Socken. Ich war erstaunt wie schnell ich auf einmal über diesen doch recht hohen Zaun springen konnte. Als wir etwa 200 Meter vom Garten entfernt waren, düste plötzlich die Polizei an uns vorbei. Na hoffentlich war die nicht für uns...


Die Barrancos von Puerto

Am nächsten Tag hatte Sdravko die geniale Idee ein paar der Barrancos (=Schluchten) in Puerto zu erkundschaften. Ich war wirklich überrascht, dass man in einer so großen Stadt solch menschenleere und spannende Ecken finden kann. Zu Sdravkos großer Freude entdeckten wir auch ein paar seltene Früchte dort,  an denen er natürlich besonders interessiert war. Neben teilweise recht dichtem Gestrüpp lag auch viel Müll und das ein oder andere tote Tier dort herum. 


Ein Barranco in Puerto de la Cruz 


Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich diese Tür auf *lach*


Weiters konnten wir an diesem Tag eine ganze Menge Füchte in der Stadt ernten. Als normal Sterblicher würde man die wahrscheinlich gar nicht sehen. Sdravko hat jedoch ein ganz besonderes Auge dafür. In den Sträuchern vor riesigen Wohnblöcken fanden wir super leckere Pitangans (auch als Surinamkirsche bekannt) und zudem zahlreiche Wollmispel-Bäume. 

Super leckere Pitangas

Pitangas und Wollmispeln


Wieder im Palmetum in Santa Cruz de Tenerife

Das Palmetum in Santa Cruz ist ein botanischer Garten mit der besten Palmensammlung in ganz Europa. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass ich schon einmal mit Sdravko dort war. Er hat nämlich zum Chef Carlo Morici Kontakt aufgebaut. Somit konnten wir kostenlos rein und obendrauf noch jede Menge leckerer Früchte dort probieren. Diesmal durfte Sdravko im Beisein des Gärtners sogar eine Bananenstaude fällen, wobei er diesen fast erschlagen hatte *lach*. Zudem ernteten wir Kokosnüsse und Sdravko machte wieder ein paar interessante Videos für seinen Youtube-Channel


Sdravko (links) und der Gärtner rechts vor dem Fällen der Bananenstaude.


Casa Hamilton und weitere Lost Places 

Abenteuer jeglicher Art sind bei mir immer sehr willkommen. In letzter Zeit habe ich meine Vorliebe für "Lost Places" entdeckt. Gemeint sind damit meistens verlassene Ruinen oder Orte, die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind. Auf den kanarischen Inseln gibt es eine ganze Menge davon. Letzten Donnerstag hielten wir bei einem Küstenspaziergang die Augen offen nach solchen Plätzen. Wir wanderten in Richtung Westen und kamen nach etwa eineinhalb Stunden beim Casa Hamilton ("El Elevador de Aguas de Gordejuela") an - eine Insdustrieruine aus dem Jahr 1903. Ursprünglich war im unteren Teil des Gebäudes eine Wasserpumpenanlage untergebracht. Die oberen beiden Stockwerke wurden als Wohnräume für den Maschinisten und sein Familie genutzt. In diesem Gebäude wurde die erste Dampfmaschine von Teneriffa betrieben. Das Wasser wurde auf die verschiedenen Bananenplantagen gepumpt. Mittlerweile ist die Ruine ein beliebtes Fotomotiv für Wanderer, die den Küstenweg einige hundert Meter oberhalb entlang spazieren. Wir wollten natürlich direkt in das zerfallene Gebäude. Das Unterfangen gestaltete sich wieder einmal recht abenteuerlich. Diesmal schafften wir es aber ohne über einen Zaun klettern zu müssen. Dafür mussten wir aber eine recht waghalsige Kletterei in Kauf nehmen (Bitte nicht nachmachen!!). 


Casa Hamilton (Puerto de la Cruz)

Casa Hamilton (Puerto de la Cruz)


Im weiteren Verlauf unserer Wanderung entdeckten wir noch mehr Ruinen und einen wunderschönen einsamen Strand.


Weitere Ruinen am Playa de la Fajana

Den krönenden Abschluss dieses spannenden Tages stellte ein verlassenes Bauernhaus mit einem riesigen Drachenbaum - "Drago de siete fuentes" - davor dar. 


Drago de siete fuentes


Abschied von Sdravko 

Der Freitag verlief ganz gemütlich. Wir relaxten an den schwarzen Lava-Stränden von Puerto und planschten im Pool unserer Aparthotelanlage. Es war Sdravkos letzter Tag auf Teneriffa. Am Samstag Nachmittag ging sein Rückflug nach Deutschland. Ich begleitete ihn noch den halben Weg zum Flughafen. Ehrlich gesagt mag ich Abschiede nicht besonders gerne. Besonders dieser fiel mir sehr schwer. Immerhin verbrachten wir sehr viel gemeinsame Zeit auf den Kanaren. Eine super abenteuerliche Zeit, in der ich unheimlich viel Neues gelernt habe - vor allem über essbare Pflanzen und Früchte. Aber gut, ich hoffe dass wir uns nicht das letzte Mal gesehen haben...


Wanderung auf den Guajara 2.718m im Teide Nationalpark

Die nächsten zwei Tage verbrachte ich mit Josh - ihr erinnert euch bestimmt: der Schotte, den ich auf Gran Canaria kennengelernt habe. Wir fuhren mit seinem Mietauto in den Teide Nationalpark. Dort machten wir eine super schöne Wanderung auf den Berg Guajara 2.718m. Er ist der vierthöchste Berg Teneriffas und die höchste Erhebung des Caldera-Randgebirges. Wir starteten am Parkplatz Parador Nacional de las Cañadas. Auf unserer Wanderung wurden wir mit unzähligen traumhaften Panoramaaussichten auf die umliegenden vulkanischen Landschaften und den höchsten Berg Spaniens - den El Teide - belohnt. Am Gipfel des Guajara fanden wir alte Steinmauern vor. Sie sind die Überreste der ersten Sternwarte der Welt im Hochgebirge. Bereits 1856 führte hier der Italiener Sir Charles Piazzi Smyth seine Sternbeobachtungendurch durch. Insgesamt dauert die Wanderung etwa 4-5 Stunden und man legt etwa 10 Kilometer und 600 Höhenmeter zurück.


Blick vom Guajara auf den El Teide

Hoch über den Wolken

Jausen-Pause ;)



Heute werde ich Puerto de la Cruz Tschüss sagen und wieder weiterziehen. Es geht nach Chío - ein typisch kanarisches, malerisches Dorf im sonnigen Südwesten der Insel. Ich war vor einigen Wochen schon einmal hier und verliebte mich ebenso in den Ort wie auch in die absolut idyllische Unterkunft dort. Nun werde ich meine letzten sechs Tage dieser Reise in derselben Unterkunft verbringen. Ich freue mich schon sehr!



Eure Michi :)