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Mittwoch, 11. Mai 2016

Frühstück mit einem Straßenkind und weiter nach Masaya

Der gestrige Abend im Hostel verlief noch recht lustig, es waren einige Brasilianer, ein paar Franzosen und natürlich ein paar Leute aus den USA hier. Ein paar Partyfreaks feierten bis in die frühen Morgenstunden mit voller Lautstärke. Was richtig nervig war, dass wir zu zwölft im Schlafsaal lagen und nicht einmal da nahmen sie Rücksicht auf andere Schlafende. Zum Glück habe ich meine Ohropax immer mit dabei.


der Pool im Hostel "Backyard"



Hostelküche

Am Morgen beschlossen ein Franzose (mein Namensgedächtnis ist leider alles andere als gut) und ich gemeinsam frühstücken zu gehen. An den Straßenrändern sahen wir jede Menge Straßenkinder liegen. Sie haben teilweise keine Eltern mehr oder leben in sehr armen Familien. Deshalb verbringen sie den Großteil ihrer Zeit auf der Straße und schnüffeln teilweise Klebstoff. Wir fragten einen Jungen, der in einer Gasse am Boden lag, ob er Hunger hätte. Er nickte sogleich heftig. Wir luden ihn ein uns zu folgen. Der Kleine strahlte übers ganze Gesicht. Leider sprach er nicht gerne, außerdem schien er verdammt müde zu sein, denn er konnte kaum seine Augen offen halten. Die Riesenportion von Frühstück (kostete gerade mal 1 Dollar pro Person) schlang er nur so hinunter. Der Kleine heißt Isaak, ist 10 Jahre alt und war noch nie in der Schule. Am liebsten wollte ich den Jungen einpacken und einfach mitnehmen. Er strahlte mich außerdem die ganze Zeit an, da er so fasziniert von meinen blonden Haaren war. Es ist traurig, so viel Leid und Armut zu sehen. Vor allem wenn es sich um junge Kinder handelt tut einem das Herz weh. Der Franzose meinte, dass man doch in den Hostels den Vorschlag machen könnte, dass jeder Gast täglich ein Kind zum Essen einladen sollte. Ich fragte mich daraufhin, ob der Schuss nicht eher nach hinten losgehen könnte, da die Kinder dann sehen, dass es ihnen auch ohne Schule und Arbeit gut gehen kann. Fakt ist, dass dies eine sehr schwierige Problematik ist für diese keine richtige Lösung gibt. Auf alle Fälle ist es wichtiger, dass ein Kind nicht verhungert, als dass es in die Schule geht, aufgrund dessen denke ich, dass wir das Richtige gemacht haben. Was sagt ihr zu dem Thema?

Gegen Mittag machte ich mich auf nach Masaya. Eine Stunde später kam ich schon bei meinem neuen Couchsurfing Gastgeber Bernardo an. Er und seine Familie haben ein kleines simples Hotel im Stadtzentrum. Ich bekam ganze zwei Zimmer inklusive Badezimmer für mich alleine. Das ist wieder einmal Luxus. Das Hotel ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, doch das macht nichts. Seine Eltern scheinen sehr lieb zu sein, aber sprechen natürlich kein englisch. Ich fühlte mich von Anfang an in der Familie herzlich aufgenommen.

Kaum habe ich mein Zimmer bezogen, bemerkte ich, dass ich einige meiner Klamotten in Granada im Hostel vergessen hatte. Das gibt's doch nicht! Ich machte mich also nochmals auf den Weg nach Granada. Somit lässt sich die Zeit am Nachmittag auch totschlagen. Ich besuchte noch kurz eine Spanischschule, die gleich um die Ecke von Bernardos Hotel liegt und erkundigte mich nach den Preisen. Sie verlangen vier Dollar die Stunde für Einzelunterricht, was ich im Vergleich zu den anderen Spanischschulen hier völlig okay finde. Außerdem habe ich das Glück, dass Bernardo mir anbot, solange wie ich will, bei ihnen wohnen zu können. Am Freitag geht es also los - ich freue mich schon. Wenn es mir gefällt werde ich also die komplette nächste Woche dort in den Spanischunterricht gehen.

Als Bernardo am Abend von der Arbeit heimkam, fragte er mich ob ich Lust hätte ihn zum Fitnesstraining zu begleiten. Ja klar, warum eigentlich nicht? Ein bisschen körperliche Betätigung hätte ich sowieso wieder einmal nötig. Ich sag euch was, der Halbmarathon war nichts dagegen. Wir machten vorwiegend Zirkeltraining. Der Trainer war ein richtiger Tyrann. Danach war ich richtig fertig, aber es tat auch wahnsinnig gut. Ich bin eigentlich kein Fintessstudio Fan und war ehrlich gesagt auch noch nie in einem. Ich hätte mir niemals gedacht, dass ich das erste Mal in meinem Leben ausgerechnet in einem nicaraguanischem Fitnessstudio stehen werde. Nun heißt es täglich von Montag bis Freitag hartes Training. Das Vergnügen kostet gerade mal 1,50 Euro die Stunde.

Danach gönnten Bernardo und ich uns Pizza und ein Bier. Sei es uns wohl vergönnt.

die Währung in Nicaragua: Cordoba

nicaraguanisches Bier


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