Enter your keyword

Montag, 30. Mai 2016

Playa Popoyo - ein kleines Paradies

By On Mai 30, 2016
Die heutige Nacht war kurz und der Tag startete früh. Zuerst mit einem Bus zum großen Busbahnhof in Mangua, wo die Busse in Richtung Rivas abfahren - dauerte ca 40 Minuten. Zum Glück stand mein Bus schon bereit. Es wurde natürlich noch gewartet bis das Ding zum Anschlag voll war. Außerdem wurde das Dach mit sämtlichen Gütern beladen. Im Bus sah man die meisten Leute mit rießigen Torten und Blumensträußen bewaffnet. Heute ist nämlich ein Feiertag in Nicaragua - Muttertag. Die Fahrt nach Rivas - ca 100km - dauerte fast 3 Stunden. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass ich schon einmal am Busbahnhof in Rivas war. Dort geht es ziemlich ab, es ist nämlich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Man sollte sein Gepäck wenn möglich keine  Sekunde aus den Augen lassen und vor allem keinem Taxifahrer über den Weg trauen. Diese belagerten mich gleich bei der Ankunft und versuchten mir ihre Dienste anzudrehen. Sorry, kein Geld für ein Taxi! Daraufhin erklärten sie mir natürlich, dass heute aufgrund des Feiertages keine Busse nach Popoyo fahren. Jaja, diese Masche kenne ich schon. Ich erkundigte mich bei den Damen am Markt, die ihr Obst und Gemüse dort verkaufen, nach den Bussen. Natürlich fährt einer. Eine Stunde später saß ich schon im Bus nach Popoyo. Weitere 2 Stunden Fahrt über holprige Straßen folgten. In Las Salinas  hieß es aussteigen. Ich telefonierte kurz mit der Besitzerin des Hostels - Leslia - um sie nach dem Weg dorthin zu fragen. Sie meinte ich müsste nochmals einen Bus nehmen. Na gut. Dieser entlud mich dann irgendwo in der Pampas. Ich wollte Leslia nochmals kontaktieren, da ich keinen Schimmer hatte wo ich hin muss. Aber wie man sich vorstellen kann, gibt es in der Pampas auch kein Handynetzwerk. Ein Typ pfiff mit dem Moped an mir vorbei, ich konnte ihn zum Glück noch aufhalten. Leider hatte auch er keine Ahnung wo das Hostel sein sollte. Als nächstes kam ein rießiges Wohnmobil mit 3 jungen männlichen Insassen die Straße entlang, welches wir anhielten. Die Jungs konnten mir dann endlich sagen wo ich hin muss, wie sich herausstellte habe ich den Namen des Hostels einfach komplett falsch ausgesprochen. Sie boten mir sogar an mich dorthin zu bringen. Leslia begrüßte mich kurz, schien aber ziemlich gestresst zu sein. Ich begutachtete inzwischen das Hostel und den Strand. Das Hostel ist sehr neu, es wurde erst im April eröffnet. Der Strand ist ein absoluter Traum. Popoyo selbst ist ein winzig kleines Örtchen, das bei Surfern sehr beliebt ist, da es anscheinend supergute Wellen hat. Da Nebensaison ist, sieht man nur ein paar vereinzelte Touristen. Popoyo liegt wirklich sehr abgeschieden, es gibt nicht einmal einen Supermarkt hier. Untergebracht bin ich in einem Schlafsaal, bestehend aus 3 Stockbetten, den ich mir zur Zeit aber nur mit einem jungen Mann teile. Mal sehen, was die nächsten 2 Wochen hier bringen.

Terrasse des Hostels
der Strand direkt vor dem Hostel




Sonntag, 29. Mai 2016

Letzter Tag in Managua

By On Mai 29, 2016
Die Woche hier in Managua verging wie im Fluge. Ich habe zwar nicht weltbewegend viel unternommen, da es einfach zu heiß war, trotzdem war es eine sehr schöne Zeit. Ich lernte tolle Leute im Hostel kennen und auch die Hostelbesitzer Alfredo und Karina sind ein sehr sympathisches Pärchen.

Morgen früh geht es weiter nach Popoyo, ein kleines Surferörtchen an der Pazifikküste Nicaraguas. Ich werde dort vorraussichtlich für 2 Wochen in einem Hostel aushelfen. Ihr wundert euch bestimmt wieso meine Reisegeschwindigkeit immer langsamer wird. Der Grund dafür ist wohl, dass ich nun schon 8 Monate unterwegs bin. Ich denke, jeder Langzeitreisende kommt das eine oder andere Mal an den Punkt, wo er sich wieder einmal für kurze Zeit irgendwo sesshaft fühlen möchte. Nicht täglich sein gesamtes Hab und Gut zusammenpacken und wieder irgendwo ankommen, wo man sich nicht auskennt und einem die Menschen fremd sind. Manchmal muss man zwichendurch etwas zur Ruhe kommen und sich wenigstens ein klein wenig heimisch fühlen versuchen.

überdrehte nicarguanische Jungs ;)



Freitag, 27. Mai 2016

Die alltäglichen Probleme eines Backpackers

By On Mai 27, 2016
1. Man muss sich ununterbrochen dafür rechtfertigen, warum man durch die Weltgeschichte reist, anstatt sich mindestens 40 Stunden pro Woche abzurackern.

2. Man muss sich Schlafsäle mit völlig unbekannten Personen teilen, die teilweise lautstark schnarchen oder noch 3 Meter gegen den Wind schlecht riechen.

3. Man muss sich täglich mit Mückenschutz einsprühen, da man ansonsten Malaria, Dengue-Fieber oder Ähnliches riskiert.

4. Man kann nie richtige Pläne machen, da täglich unvorhergesehene Dinge geschehen.

5. Man muss tagtäglich die selben Klamotten tragen.

6. Man muss jeden Cent dreimal umdrehen, da einem jeder ausgegebene Cent dem Arbeitsleben wieder näher bringt.

7. Man muss auf den Märkten um jeden verdammten Cent teilweise stundenlang handeln.

8. Man muss mit seinem superschweren Rucksack teilweise ewig lange herumwandern, bis man eine günstige Unterkunft gefunden hat.

9. Man verliert völlig den Überblick über jegliche Fernseh- und  Radioneuigkeiten wie z.B. Nachrichten, Fernsehserien, usw.

10. Man isst fast täglich Reis, da es das günstigste und teilweise einzig erhältliche Nahrungsmittel ist.

11. Man muss immer Klopapier dabei haben, da es in den meisten Ländern unüblich ist, solches zu benutzen.

12. Man muss jeden Tag Neues lernen und sich anpassen (andere Kultur, neue Währung, neue Sprache, andere Sitten...)

13. Man wird in vielen Ländern als wandelnde Geldbörse gesehen.

14. Man wird auf den Straßen, Bushaltestellen, usw ununterbrochen angestarrt.

15. Man wird bemitleidet wenn man am Straßenrand steht und versucht Auto zu stoppen.

16. Man kann sich nie sicher sein, ob das Leitungswasser trinkbar ist - auch wenn es einem die Einheimischen versichern.

17. Man findet sich teilweise unter unmöglichen hygienischen Umständen wieder, von den man sich zu Hause nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

18. Man duscht teiweise nach dem Schöpfprinzip.

19. Man nimmt eine 24-Stunden Busfahrt auf sich, denn der Bus, der bloß 10 Stunden brauchen würde kostet um ganze 3 Dollar mehr.

20. Man muss ständig die selben Fragen beantworten (Wie heißt du? Woher kommst du? Wo willst du hin? Was, du bist wirklich ganz alleine als Mädel unterwegs?).

21. Man trägt sein ganzes Leben in Form eines Rucksacks herum und man ist im Prinzip obdachlos.

22. Man weiß nicht mehr, was eine warme Dusche ist.

23. Man muss immer wieder neue Sprachen lernen, denn englisch allein ist meist nicht ausreichend.

24. Man weiß oft nicht, wie man seine unglaublichen Erlebnisse nur annähernd so aufregend seinen Freunden zu Hause rüberbringen kann.

25. Man hat jedes Mal beim Geld abheben Angst, dass der Bankomat die Karte nicht mehr ausspuckt.

26. Man trifft andauernd richtig tolle, verrückte und interessante Leute und muss von allen wieder Abchied  nehmen.

27. Man kann sich  nicht mehr vorstellen, dass einem früher oder später wohl wieder der Alltag einholen wird.

Und trotzdem - oder vielleicht sogar genau deswegen - liebe ich das Reisen :)

Mittwoch, 25. Mai 2016

Managua Tag 3

By On Mai 25, 2016
Ich weiß, ich habe schon einmal betont wie heiß es hier in Nicaragua ist, aber lasst euch eines sagen: Managua ist um ein Vielfaches heißer als der Rest des Landes. Tagsüber hat es um die vierzig Grad und nachts sinkt die Temperatur gerade mal auf ca 30 Grad. Man ist also am Dauerschwitzen. Zwischen 10 Uhr vormittags und 4 Uhr nachmittags ist die Hitze so unerträglich, dass man gar nicht erst auf die Straße gehen will. Da ich jedoch um 13 Uhr zum Spanischkurs muss, bleibt mir nichts anderes übrig. Ich versuche bloß, soweit es möglich ist, im Schatten zu gehen. Aber für große Erkundungstouren ist es eindeutig zu heiß und man riskiert definitiv einen Sonnenstich. Am Schlimmsten sind die Nächte, es ist nur schwer irgendwie zu schlafen wenn man schweißgebadet im Bett liegt. Wir haben zwar einen Ventilator im Zimmer, aber erstens funktioniert das Ding nur bedingt und zweitens kann man es nur schwer so positionieren, dass es alle Personen, die dort schlafen, erreicht.

Nach dem Spanischkurs traf ich mich heute erneut mit David. Er zeigte mir den Managua-See, welcher fast 60km lang ist. Leider ist der See sehr verschmutzt und riecht auch nicht sonderlich gut. Lange Zeit wurden die Abwässer direkt und ungeklärt in den See geleitet, weshalb dieser als biologisch so gut wie tot galt. Vor einigen Jahren wurde eine Kläranlage gebaut, mittlerweile hat er sich etwas erholt, aber Schwimmen geht man da trotzdem nicht freiwillig.

Im Moment sitze ich wieder an der Rezeption des Hostels und kämpfe damit, meine Äuglein irgendwie offen zu halten - 3 Stunden noch...



Managua See



Dienstag, 24. Mai 2016

Managua Tag 2

By On Mai 24, 2016
Mein gestriger Arbeitsabend verlief sehr gemütlich, kurz gesagt: eigentlich musste ich nichts anderes tun als einfach anwesend zu sein. Ich konnte  mich also voll darauf konzentrieren etwas spanisch zu lernen. Das Lustige daran war, dass mich der Hostelbesitzer "Alfredo" danach auch noch für meine "Arbeit" gelobt hatte.

Mittlerweile ist auch ein bisschen mehr Bewegung ins Hostel gekommen, gestern war ein deutsches Pärchen bei mir im Schlafsaal untergebracht und heute teile ich ihn mit einem verrückten Belgier und einem Deutschen. Die beiden unterhalten mich zum Glück ein wenig bei meiner anstrengenden Arbeit an der Rezeption.

Der Spanischkurs war auch ganz okay, diesmal habe ich - Gott sei Dank!! - eine weibliche Spanischlehrerin. Danach traf ich mich noch kurz mit David auf einen Drink, da er hier in Managua arbeitet.

Hasta mañana!

"Ceviche" - ich liebe es! 

Montag, 23. Mai 2016

Managua - die Hauptstadt Nicaraguas

By On Mai 23, 2016
Wieder einmal musste ich heute Morgen von einer wunderbaren Familie Abschied nehmen. Davids Mutter ist ein richtiges Herzstück, sie hat mir noch eine riesige Tüte voll mit leckeren Avocados aus dem eigenen Garten mitgegeben. Diese unendliche Gastfreudschaft dieser Menschen, die unter simpelsten Bedingungen leben, ist immer wieder rührend. Davids Familie hat es mir generell sehr angetan, ich konnte erleben wie eine Großfamilie harmonisch zusammenlebt. Außerdem strahlt sie einfach unheimlich viel Wärme und Beharrlichkeit aus. Davids Mutter muss seit über 20 Jahren alleine für die Familie sorgen, da der Vater eine neue Frau hat. Man merkt, dass sie ein sehr gutes Durchsetzungsvemögen hat, alle Familienmitglieder haben große Achtung vor ihr. Frühmorgens  ist die ganze Familie bereits auf den Füßen und es wird geputzt, geschruppt und gekocht - und zwar alle, egal ob männlich, weiblich, jung oder alt. Das Schöne ist, dass sie das alle gern zu tun scheinen und nebenbei ihre Mutter lieben. In Nicaragua hat die Mutter generell einen sehr hohen Stellenwert bei den Kindern.

Trotzdem machte ich mich nach dem Frühstück auf nach Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. Die Fahrt dahin verlief wieder recht verrückt, die Minibusse hier werden bis auf Anschlag vollgestopft. Ich konnte das "Hostel Ida", in dem ich ich die nächste Woche arbeiten werde, problemlos finden. Dort wurde ich sogleich freundlich begrüßt. Da gerade Nebensaison ist, ist das Hostel bis auf 2 Dauergäste leer. Ich bin im Schlafsaal untergebracht, den ich aber ganz für mich alleine habe. Insgesamt fühle ich mich sehr wohl hier und glaube, dass ich eine gute Zeit in Managua haben werde. Ich muss täglich von 18-23 Uhr arbeiten. Wobei das Ganze halb so schlimm ist, da ich bloß an der Rezeption sitzen muss und Anrufe entgegen nehmen werde oder Check-in und Check-out machen muss. Jeweils am Nachmittag besuche ich einen weiteren Spanischkurs.

Sonntag, 22. Mai 2016

Mirador de Catarina

By On Mai 22, 2016
Die Medikamente gestern, hatten eine ordentliche Wirkung gezeigt, ich schlief fast 12 Stunden durch und fühlte mich heute Morgen um Einiges besser. David und ich beschlossen wieder einen kleinen Autostopp-Ausflug zu machen. Diesmal zu einem schönen Aussichtspunkt namens "Mirador de Catarina". Wir hatten riesiges Glück beim Autostoppen, denn wir mussten jeweils nur wenige Sekunden auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Der Aussichtspunkt war wirklich atemberaubend. Man hat von dort aus einen traumhaften Blick über die "Laguna de Apoyo", da wo ich übrigens mit Bernardo vor ein paar Tagen schwimmen war. Ansonsten verlief der Tag recht relaxt, weil ich mich ja noch etwas auskurieren sollte.

Morgen geht es übrigens weiter in die Hauptstadt Nicaraguas "Managua". Dort werde ich eine Woche in einem Hostel aushelfen und erhalte dafür Unterkunft und eine Mahlzeit am Tag.

"Mirador de Catarina" mit Ausblick auf die "Laguna de Apoyo"

Ich und David

Freitag, 20. Mai 2016

In "La Concepción" bei David und seiner Familie

By On Mai 20, 2016

La Concepción

Mittlerweile bin ich in La Concepción, einem kleinen Städtchen zwischen Masaya und Manuagua, angekommen. Mein Gastgeber heißt David und wohnt mit seiner Familie (Mama, 2 Schwestern, 2 Brüder und jeweils deren Partnern)  in einem sehr einfachen Häuschen. Die Familie empfing mich sehr herzlich und ich wurde sogleich mit dem landestypischen Gericht "Gallo Pinto" begrüßt. Ich wurde in Davids Zimmer untergebracht, welches gleichzeitig die Küche ist. Fließend Wasser gibt es derzeit keines, laut David haben sie bloß zweimal die Woche für wenige Stunden Wasser. Die Wasserversorgung scheint hier wirklich ein großes Problem zu sein.

Gestern Abend gingen wir noch in eine lokale Bar auf einen Drink. Dort musste ich mir wieder die übelsten Anmachen anhören, vor allem von einem besoffenen verheirateten Familienvater, dessen 16 jähriger Sohn danenben saß. Traurig.

Heute machten David und ich uns am Vormittag Richtung "La Boquita" auf, welches eine kleines Dörfchen ist, das am Meer liegt. Wir versuchten es mit Autostoppen - zwei Stunden später kamen wir dann am Strand an. Dort waren so gut wie nur Einheimische am Planschen. Ich fiel erstens durch meine Haut- und Haarfarbe schon einmal sehr auf und des weiteren aufgrund meines Bikinis. Die Nicaraguaner scheinen nur in voller Klamottengarnitur zu schwimmen. David versicherte mir jedoch, dass der Bikini absolut kein Problem sei. Irgendwie geht es mir gesundheitlich leider wieder einmal nicht so gut, die Beschwerden erreichten am Strand in der Mittagshitze ihren Höhepunkt (angefangen von Magen- Darmbeschwerden über leichtes Fieber bis hin zu Schnupfen und Halsweh). In letzter Zeit scheine ich sehr anfällig für jegliche Wehwehchen zu sein. Teilweise bin ich natürlich selber schuld, ich müsste einfach vorsichtiger mit dem Wasser sein und dürfte den Ventilator nachts nicht immer auf vollgas aufdrehen. Jedenfalls ging es mir so dreckig, dass wir uns vorzeitig auf den Heimweg machen mussten und bei der Apotheke ein paar Wundermittelchen einkauften. Der Rückweg bestand aus einer Mischung aus Autostoppen und Busfahren. Insgesamt wurden wir heute von einem Auto, einem Jeep, einem Lieferwagen (auf der Ladefläche) und einem kleinen LKW mitgenommen.

Derzeit liege ich im Bett und hoffe, dass es mir bald  besser geht!

Gute Nacht!

da ist jemand beim Autostoppen müde geworden :D

teilweise mussten wir lange warten auf eine Mitfahrgelegenheit - vor allem in der brütenden Mittagshitze 

die Nicaraguaner baden in voller Klamottengarnitur 
Busbahnhof 



Donnerstag, 19. Mai 2016

Meine erste Lava am Vulkan Masaya

By On Mai 19, 2016
Nach dem Spanischunterricht machten Bernardo und ich uns auf in Richtung "Vulkan Masaya" auf, welcher ein aktiver Vulkan ist, der nur wenige Busminuten von Masaya entfernt liegt. Man sollte dort anscheinend direkt die Lava sehen können, deshalb war ich schon sehr aufgeregt, da ich so etwas noch nie zuvor sah. Zu unserem rießigen Glück mussten wir nicht einmal Eintritt bezahlen, da Benardo dort einmal gearbeitet hatte. Theoretisch könnte man die 6 km zum Vulkankrater gut hochwandern, aber ich glaube schon einmal erwähnt zu haben, dass die Hitze hier im Moment fast unerträglich ist. Einen weiteren Sonnenstich wollte ich nicht riskieren. Wir wurden auf der Ladefläche eines Jeeps zum Krater hochgefahren. Als ich am Abrund des riesigen Kraters stand, aus dem nach Schwefel riechende Rauchschwaden emporzogen,  und in die vor sich hin brodelnde Lava hinuntersehen konnte, war dies ein richtig atemberaubender, ja fast magischer Moment. Die Lava scheint regelrecht zu kochen bzw vor sich hin zu explodieren. Schaut man länger hin, wirkt sie direkt hypnotisierend. Man fühlt sich plötzlich dem Erdkern richtig nahe. Die letzte Eruption dieses Vulkans war im Jahr 2008. Früher glaubte man, dass an den Eruptionen verärgte Götter schuld seien, deshalb brachte man regelmäßig Menschenopfer, in Form von Kindern oder Jungfrauen, die man in den Krater zur Lava hinabschmiss. Bei diesem schauderhaften  Gedanken bekam ich regelrecht Gänsehaut. Auf dem Rückweg bemerkte ich erst den Schmutz auf meiner Haut und den Klamotten, welcher durch die Aschewolken bedingt ist.

Heute Abend steigt die Geburtstagsparty von Bernardos Mama und morgen habe ich noch ein letztes Mal Spanischunterricht, dann werde ich Masaya wieder verlassen.

in den Tiefen des Vulkankraters brodelt die Lava 


Vulkanisches Gebiet mit Lavagesteinsformationen

Lavagestein 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Petroglyphen (Felsschnitzereien) in Masaya

By On Mai 18, 2016
Da mein Spanischlehrer heue verhindert war, nahm Bernardo mich mit zu seiner Arbeitsstelle in der Nähe des Masaya-Sees. Dort wurden 800 Jahre alte Petroglyphen an einem Flussverlauf gefunden. Leider dient der Fluss hier für viele Menschen als Mülldeponie. Bernardo und sein Team haben es sich zur Aufgabe gemacht die Gegend von all den Abfällen zu befreien und Pfade zu bauen, um das ganze Areal in Zukunft für Touristen zugänglich zu machen. Derzeit ist das Ganze aber noch ein richtig geheimes, idyllisches Plätzchen. Wir gingen den Flussverlauf entlang und ich konnte die beeindruckenden Felsformationen bestaunen. Außerdem gibt es über 100 verschiedene Petroglyphen. Wir folgten dem Fluss bis zu der Stelle, wo er in Form eines Wasserfalls in den Masaya-See mündet.




beeindruckende Felsformtionen

über 800 Jahre alte Petroglyphen

Arbeiter bauen Wege um das Gebiet für Touristen zugänglich zu machen

Bernardo und ich

an dieser Stelle mündet der Flus in Form eines Wasserfalls in den Masaya-See


Friedhof in Masaya




Dienstag, 17. Mai 2016

Unerträgliche Hitze und weitere Spanischstunden

By On Mai 17, 2016

Die Hitze in Masaya scheint sich von Tag zu Tag steigern. Sogar nachts hat es annähernd 30 Grad. Die Stadtbewohner warten schon sehnlich auf den Regen, eigentlich hätte Anfang Mai die Regenzeit begonnen.  Ab ca 10 Uhr vormittags wird es so heiß, dass man nur noch irgendwo vor einem Ventilator sitzen möchte. Dementsprechend anstrengend gestaltete sich der Spanischunterricht. Es ist schwierig sich zu konzentrieren, wenn man sich fühlt wie in einer Mischung aus Dampfbad und Sauna. Irgendwo kann ich diese gemütliche - teilweise auch als "faul" bezeichnete Lebensweise - der Nicaraguaner verstehen, denn es ist wirklich schwer unter solchen Umständen etwas Produktives zu vollbringen. Nach dem Unterricht heute war ich einfach nur richtig geschafft und schmiss mich ins Bett vor den Ventilator, bis Bernardo an der Tür klopfte und mich ins Fitnessstudio schleppte. Nach dem harten Training fühle ich mich nun etwas besser. Und siehe da: Vor wenigen Minuten hat es regnen begonnen - wunderbar!

Sonntag, 15. Mai 2016

Laguna de Apoyo

By On Mai 15, 2016
Gestern gegen 16:00 Uhr spürte ich plötzlich Bauchkrämpfe, die mit der Zeit immer stärker wurden. Im Endeffekt habe ich mir wohl irgendwie eine Darmgrippe eingefangen. Ich rannte geschlagene 5 Stunden zwischen Bett und WC hin und her. Schrecklich war das. Zu meinem riesigen Glück funktionierte die Wasserversorgung zu dieser Zeit. Danach war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Vielleicht hätte ich den Rat der anderen Reisenden, das Leitungswasser nicht zu trinken, doch befolgen sollen. Meine Devise "Was dich nicht umbringt macht dich härter" entspricht wohl ich immer der Realität. 

Heute morgen fühlte ich mich wieder topfit. Als Bernardo mittags von der Arbeit nach Hause kam machten wir uns auf zur "Laguna de Apoyo", ein Volkankratersee in der Nähe von Masaya. Wir verbrachten dort einen relaxten Nachmittag mit Schwimmen und von Sonnenbaden. Da wir auf dem Rückweg den Bus versäumten, machte ich Bernardo den Vorschlag Auto zu stoppen.  Er war sehr skeptisch und meinte das sei hier zu gefährlich. Ich konnte ihn trotzdem überreden und siehe da, bereits das erste Auto nahm uns mit und brachte uns fast vor die Haustüre.

Wir besuchten außerdem den lokalen Markt in Masaya. Das wilde Treiben dort erinnerte mich wieder ein bisschen an Afrika. 

Nun werde ich mich noch über meine Spanisch Hausaufgaben hermachen damit mein Lehrer morgen nichts zu meckern hat.

Gute Nacht!



hier wird frisch gepresster Orangensaft am Markt angeboten 
serviert wird der frisch gepresste Saft in einer Plastiktüte mit Strohalm 
Laguna de Apoyo




Samstag, 14. Mai 2016

Ein paar Fakten zu Nicaragua

By On Mai 14, 2016

Bernardo hat mich gestern in das Nachtleben von Masaya eingeweiht. Dementsprechend müde bin ich heute. Über die Aufdringlichkeit der Latinos brauche ich euch wohl nicht weiter aufklären. Die ließen sich nicht einmal davon beirren, dass ich in männlicher Begleitung unterwegs war. Abgesehen davon war es eine sehr lustige Nacht. Ich konnte die Tanzkünste der Nicaraguaner bestaunen. Teilweise ging es ziemlich heiß her auf der Tanzfläche.

Heute hieß es erst einmal entspannen.

Ein paar Fakten zu Nicaragua.
- Nicaragua zählt zu den wärmsten Ländern der Welt. Nach Haiti ist es das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung steht Landes lebt in Armut. Insbesondere auf dem Land ist die Quote sehr hoch. Es leben rund 80% der 5,6 Millionen Einwohner von weniger als zwei Dollar pro Tag, rund 45% von einem Dollar oder weniger.
- Die Preise sind dementsprechend niedrig. Essen gehen kann man um circa 1 bis 3 Euro. Eine Packung Zigaretten kostet etwa 1,40 Euro.
- Nicaragua wird von einer Kette aktiver Vulkane durchzogen.
- Strom- und Wasserausfälle stehen an der Tagesordnung.

Freitag, 13. Mai 2016

Spanischunterricht und Muskelkater vom Feinsten

By On Mai 13, 2016

Ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir, da mein Muskelkater sonderlicherweise immer stärker wurde. Vor allem in den Armen schmerzt es richtig krass, ich konnte somit keine richtige Schlafposition mehr finden.
Um acht Uhr startete mein Spanischunterricht. Mein Lehrer "Wilmer"', ist gerade einmal 21 Jahre  alt. Aber ich muss sagen, dass er der erste Nicaraguaner ist, der fließendes englisch spricht. Zudem fand ich den Unterricht richtig gut, wenn auch verdammt viel, da wir gleich über zehn Zeitformen durchmachten. Nur gut, dass ich zu Hause schon einmal Spanischunterricht genommen habe. Am Ende tauschten wir noch Nummern aus, damit wir uns für Montag eine Zeit ausmachen können für den nächsten Unterricht. Könnt ihr euch vorstellen was dann passierte? Ich war keine halbe Stunde zu Hause, bekam ich schon eine Nachricht von ihm, wie hübsch ich sei. Das ist ja wieder einmal typisch!

Den Nachmittag verbrachte ich mit spanisch büffeln und ausruhen, da mein Muskelkater wirklich enorm ist. Jegliche Bewegung schmerzt. Ich wage mir zu behaupten, dass ich noch nie im Leben so einen krassen Muskelkater hatte. Ich hoffe nur, dass sich diese Beschwerden bis morgen bessern, denn so etwas ist wirklich nicht lustig.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend. Bis morgen!

Donnerstag, 12. Mai 2016

Erkundungstour durch Masaya und unausstehliches Machogehabe

By On Mai 12, 2016
Der Tag startete ganz stressfrei. Gegen Mittag brach ich auf in Richtung Masaya-See, der nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegt. Es gibt dort unter anderem einen kleinen gemütlichen Park zum Relaxen. Das lateinamerikanische Machigehabe war heute wieder einmal filmreif. So gut wie alle jungen Männer an denen ich vorbeispaziert bin, starrten was das Zeug hält und gaben zumeist noch irgendwelche Zischlaute von sich - das scheint hier gängiger zu sein als das Nachpfeifen. Erstaunlicherweise verhielt sich nicht einmal der Polizist gesitteter. Unglaublich! Ich würde wirklich einmal gerne wissen was in diesen Lationohirnen so vor sich geht.

Irgendein Typ auf der Straße wollte mir dann seine Vulkantouren abdrehen, was ich jedoch ablehnte. Plötzlich sprach er mich mit meinem Namen an. Ich war erstmals völlig verwirrt, doch dann klärte er mich auf, dass ich ihn wohl vor einiger Zeit über Couchsurfing angeschrieben hätte. Da er mir daraufhin einige etwas zweideutige Nachrichten schickte und das ziemlich oft, brach ich den Kontakt zu ihm ab. Er - Nelson - reagierte relativ enttäuscht und sogar leicht verärgert darüber, dass ich hier in Masaya bin und der nichts davon weiß. Er wollte mir dann unbedingt ein schönes Plätzchen am Masayasee zeigen, obwohl ich ihm bereits erklärte, dass ich nicht viel Zeit habe, da schon bald das Fitnesstraining begann. Er versicherte mir, dass wir nicht länger als 15 Minuten aus wären. Na gut. Letztendlich war Nelson dermaßen zudringlich und reagierte nochmal sehr ungehalten, als ich seiner Aufforderung mit ihm jetzt im Park zu tanzen, nicht nachkam, dass ich ernsthaft wütend werden musste. Außerdem waren die 15 Minuten schon mehr als Überschriften. Nicht einmal das beeindruckte ihn vorerst. Letztendlich ergriff ich einfach die Flucht. Tja, mit Freundlichkeit kommt man bei diesen Männern zumeist leider nicht weiter.

Das folgende Fitnesstraining mit Bernardo war wieder eine ordentliche Herausforderung und für mich. Heute gehts früh uns Bett und morgen beginnt schon der Spanisch Unterricht - ich bin schon gespannt.

Masaya See


im Fitnessstudio 

Mittwoch, 11. Mai 2016

Frühstück mit einem Straßenkind und weiter nach Masaya

By On Mai 11, 2016
Der gestrige Abend im Hostel verlief noch recht lustig, es waren einige Brasilianer, ein paar Franzosen und natürlich ein paar Leute aus den USA hier. Ein paar Partyfreaks feierten bis in die frühen Morgenstunden mit voller Lautstärke. Was richtig nervig war, dass wir zu zwölft im Schlafsaal lagen und nicht einmal da nahmen sie Rücksicht auf andere Schlafende. Zum Glück habe ich meine Ohropax immer mit dabei.


der Pool im Hostel "Backyard"



Hostelküche

Am Morgen beschlossen ein Franzose (mein Namensgedächtnis ist leider alles andere als gut) und ich gemeinsam frühstücken zu gehen. An den Straßenrändern sahen wir jede Menge Straßenkinder liegen. Sie haben teilweise keine Eltern mehr oder leben in sehr armen Familien. Deshalb verbringen sie den Großteil ihrer Zeit auf der Straße und schnüffeln teilweise Klebstoff. Wir fragten einen Jungen, der in einer Gasse am Boden lag, ob er Hunger hätte. Er nickte sogleich heftig. Wir luden ihn ein uns zu folgen. Der Kleine strahlte übers ganze Gesicht. Leider sprach er nicht gerne, außerdem schien er verdammt müde zu sein, denn er konnte kaum seine Augen offen halten. Die Riesenportion von Frühstück (kostete gerade mal 1 Dollar pro Person) schlang er nur so hinunter. Der Kleine heißt Isaak, ist 10 Jahre alt und war noch nie in der Schule. Am liebsten wollte ich den Jungen einpacken und einfach mitnehmen. Er strahlte mich außerdem die ganze Zeit an, da er so fasziniert von meinen blonden Haaren war. Es ist traurig, so viel Leid und Armut zu sehen. Vor allem wenn es sich um junge Kinder handelt tut einem das Herz weh. Der Franzose meinte, dass man doch in den Hostels den Vorschlag machen könnte, dass jeder Gast täglich ein Kind zum Essen einladen sollte. Ich fragte mich daraufhin, ob der Schuss nicht eher nach hinten losgehen könnte, da die Kinder dann sehen, dass es ihnen auch ohne Schule und Arbeit gut gehen kann. Fakt ist, dass dies eine sehr schwierige Problematik ist für diese keine richtige Lösung gibt. Auf alle Fälle ist es wichtiger, dass ein Kind nicht verhungert, als dass es in die Schule geht, aufgrund dessen denke ich, dass wir das Richtige gemacht haben. Was sagt ihr zu dem Thema?

Gegen Mittag machte ich mich auf nach Masaya. Eine Stunde später kam ich schon bei meinem neuen Couchsurfing Gastgeber Bernardo an. Er und seine Familie haben ein kleines simples Hotel im Stadtzentrum. Ich bekam ganze zwei Zimmer inklusive Badezimmer für mich alleine. Das ist wieder einmal Luxus. Das Hotel ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, doch das macht nichts. Seine Eltern scheinen sehr lieb zu sein, aber sprechen natürlich kein englisch. Ich fühlte mich von Anfang an in der Familie herzlich aufgenommen.

Kaum habe ich mein Zimmer bezogen, bemerkte ich, dass ich einige meiner Klamotten in Granada im Hostel vergessen hatte. Das gibt's doch nicht! Ich machte mich also nochmals auf den Weg nach Granada. Somit lässt sich die Zeit am Nachmittag auch totschlagen. Ich besuchte noch kurz eine Spanischschule, die gleich um die Ecke von Bernardos Hotel liegt und erkundigte mich nach den Preisen. Sie verlangen vier Dollar die Stunde für Einzelunterricht, was ich im Vergleich zu den anderen Spanischschulen hier völlig okay finde. Außerdem habe ich das Glück, dass Bernardo mir anbot, solange wie ich will, bei ihnen wohnen zu können. Am Freitag geht es also los - ich freue mich schon. Wenn es mir gefällt werde ich also die komplette nächste Woche dort in den Spanischunterricht gehen.

Als Bernardo am Abend von der Arbeit heimkam, fragte er mich ob ich Lust hätte ihn zum Fitnesstraining zu begleiten. Ja klar, warum eigentlich nicht? Ein bisschen körperliche Betätigung hätte ich sowieso wieder einmal nötig. Ich sag euch was, der Halbmarathon war nichts dagegen. Wir machten vorwiegend Zirkeltraining. Der Trainer war ein richtiger Tyrann. Danach war ich richtig fertig, aber es tat auch wahnsinnig gut. Ich bin eigentlich kein Fintessstudio Fan und war ehrlich gesagt auch noch nie in einem. Ich hätte mir niemals gedacht, dass ich das erste Mal in meinem Leben ausgerechnet in einem nicaraguanischem Fitnessstudio stehen werde. Nun heißt es täglich von Montag bis Freitag hartes Training. Das Vergnügen kostet gerade mal 1,50 Euro die Stunde.

Danach gönnten Bernardo und ich uns Pizza und ein Bier. Sei es uns wohl vergönnt.

die Währung in Nicaragua: Cordoba

nicaraguanisches Bier


Dienstag, 10. Mai 2016

Auf nach Nicaragua

By On Mai 10, 2016
Gestern hatte ich einen sehr entspannten Vormittag bei Randy zu Hause. Mittags startete ich einen Spaziergang durch Liberia. Die Hitze in diesem Teil von Costa Rica ist fast unerträglich.

Um 15 Uhr kam Randy's nicht englisch sprechende Mama - ich habe leider ihren Namen vergessen, deshalb nenne ich sie einfach liebevoll "Mama" - nach Hause. Soweit ich verstand wollte sie zum Strand fahren, der ca eine Fahrtstunde entfernt liegt. Da schloss ich mich natürlich an. Mama packte noch zwei Dosenbier "Imperial Silver" ein und dann gings los. Die Kommunikation verlief anfangs etwas schleppend da ihr englisch ebenso beschränkt ist wie mein spanisch. Aber schön langsam kam das Ganze ins Rollen. Wir begannen "spanglisch" zu sprechen, was erstaunlich gut funktionierte. Ich bin mir zwar nicht sicher ob wir immer vom selben Thema gesprochen haben, aber das macht ja nichts. Mama zeigte mir den Playa Panama und den Playa Hermosa. Wir genossen einen traumhaft schönen Sonnenuntergang. 
Auf der Nachhausefahrt entwickelte ich unerträgliche Kopfschmerzen,  was relativ untypisch ist für mich. Zu Hause angekommen konnte ich mich nur noch ins Bett schleppen. Leider wurde es nicht besser, erst als ich mir insgesamt 3 verschiedene Schmerztabletten einwarf konnte ich einschlafen. Ich vermute mal, dass ich mir einen Sonnenstich geholt habe.

Sonnenuntergang am Playa Hermosa 


Heute Morgen um halb 7 saß ich bereits im Bus Richtung Grenzübergang Nicaragua. An der Grenze verlief alles recht chaotisch. Die Strecke zwischen dem Costa Rica Grenzposten und dem in Nicaragua beträgt ca 1km. Letztendlich quälte ich mich jedoch dreimal die Strecke auf und ab, da ich auf der Nicaragua Seite wieder zurückgeschickt wurde, da ich wohl irgendeine Gebühr nicht bezahlt habe. Wieder auf der Nicaragua Seite meinte der Grenzbeamte ich müsste nochmals 12 Dollar Einreisegebühr bezahlen. Natürlich hatte ich keine Dollar und begab mich also auf die Suche nach einem Geldwechsler. Dieser versuchte mich erstmals übers Ohr zu hauen. Letztendlich klappte dann aber alles mit den Grenzformalitäten. Ich machte mich auf die Suche nach einem Bus nach Granada. Ein junger Mann meinte, dass ein Direktbus um 30 Dollar inklusive Klimaanlage und WLAN nach Granada fahren würde. Ich machte ihm klar, dass ich diesen ganzen Luxus nicht brauche - mal abgesehen davon, dass die Klima und das WLAN meist eh nicht funktionieren - sondern einen ganz einfachen Bus, mit dem auch die Einheimischen fahren, will. Tja, den gibt es laut seiner Aussage nicht. Die wollen einen ja auch immer für blöd verkaufen. Nach kurzem Suchen fand ich den sogenannten "Chicken Bus" schon. Das ganze Vergnügen bis nach Granada kostete mich im Endeffekt gerade mal 2 Dollar.

Am Busbahnhof in Granada quatschte mich ein Typ an, er wüsste ein billiges Hostel für 6 Dollar die Nacht. Da ich sowieso keinen Plan hatte wo ich hin wollte und der Preis akzeptabel klang, folgte ich ihm dorthin. Ich machte ihm aber gleich klar, dass ich ihm kein Geld für seine Dienste zahlen werde, womit er einverstanden war. Ich denke, dass er eine Provision vom Hostel erhalten wird. Das Hostel heißt übrigens "Backyard", hat einen Pool, WLAN und gratis Kaffee. Was will man mehr?

Ansonsten muss ich sagen, dass Nicaragua sich vom ersten Eindruck her sehr von Costa Rica unterscheidet: alles ist um Einiges billiger, die Bevölkerung wirkt ärmer, es geht richtig chaotisch zu auf den Straßen: Pferdekutschen, Fahrradtaxis (ja die gibts hier wirklich auch wieder) und jede Menge Leute, die ihr Krimskrams an den Straßenrändern verkaufen. Das soll im Endeffekt heißen: mir gefällt es supergut hier, denn Costa Rica war einfach zu touristisch. In Nicaragua hat man wieder etwas mehr Kulturschock und das liebe ich. Und nicht zu vergessen: Hier scheint wirklich kein einziger Mensch englisch zu sprechen! Nicht einmal die Hostelbesitzer bringen ein Wort auf englisch heraus. Mein Plan ist es deswegen, in nächster Zeit nochmals einen Spanischkurs zu machen.
Die Währung heißt außerdem  "Cordoba", ein Euro sind ca 30 Cordoba. 

Tja, that's Nicaragua 

die Fahrradtaxis haben hier 3 Räder


am lokalen Markt in Granada


so sehen die sozusagenen "Chicken Busse" aus

auch Pferdekutschen sind ein beliebtes Fortbewegungsmittel in Nicaragua

Montag, 9. Mai 2016

Resümee Costa Rica

By On Mai 09, 2016

Wie lange warst du nun in Costa Rica?

Etwas länger als ein Monat.


Was ist in Costa Rica anders als zu Hause?

- Toilettenpapier darf unter keinen Umständen ins WC geworfen werden. Es stehen immer große Mülleimer neben der Toilette, die dazu da sind, das Papier zu entsorgen.
- Wohnungen und Häuser werden prinzipiell mit Schuhen betreten.
- Der Bierkonsum ist mindestens so hoch wie in Österreich, wenn nicht sogar höher.
- Pünktlichkeit hat in etwa den selben Stellenwert wie in Afrika, Unpünktlichkeit ist also etwas tagtägliches.
- Putzwahn kennen die Menschen hier eindeutig nicht. Alle österreichischen Hausfrauen würden wohl einen Kollaps bekommen, wenn sie einen costa-ricanischen Haushalt betreten.
- Die Kinder wohnen meist bis zur Heirat bei den Eltern.
- Es gibt prinzipiell nur Kaltwasser in den Haushalten (welches jedoch eher lauwarm ist)


Was hat dir besonders gut gefallen?

- atemberaubende Tierwelt: Affen, Faultiere, Papageien, Tukane, Schlangen, Leguane, Kakerlaken
- atemberaubende Landschaften: Nebelwänder, Urwälder, traumhafte Strände, Vulkane
- Grundsätzlich sind die Costa Ricaner ein überaus freundliches Volk und leben ihren Lieblingssatz "Pura Vida".
- die Gemütlichkeit der Menschen hier


Was hat dir nicht gefallen?

- Die absolut überhöhten Preise, vor allem in Supermärkten und Restaurants. Das Essen ist wirklich teuer in Costa Rica.
- zu viel Tourismus
- Die maßlos überzogene Aufmerksamkeit (Nachstarren, Nachpfeifen und Nachschreien), die einem die Latinos schenken, wenn man die Straße entlangspaziert war richtig nervig. Aber ich schätze das wird in allen lateinamerikanischen Ländern das selbe sein.


Wieviel Geld hast du ausgegeben?

ca 500 Euro, und das obwohl ich so gut wie immer (bis auf 2 Nächte) couchgesurft habe

ROUTE COSTA RICA

By On Mai 09, 2016
DEUTSCHLAND - Alajuela - San José -  Uvita - Quepos - Manuel Antonio Nationalpark - Jaco - Monteverde - La Fortuna - Tanque - Barranca - Montezuma - Nicoya - Sámara - Playa Negra - Ocotal - Playa del Coco - Liberia - Playa Panama - Playa Hermosa - NICARAGUA

Sonntag, 8. Mai 2016

Letzter Tag auf der Monkey Farm

By On Mai 08, 2016
So, nun ist es soweit, ich werde die Monkey Farm wieder verlassen. Ich hatte eine traumhafte Zeit hier. Ich habe so viel Neues gelernt und das schmutzige Farmleben in vollen Zügen genossen. Außerdem tat es gut, wieder einmal etwas zu arbeiten. Wenn man nur immer am reisen ist, kommt teilweise das Bedürfnis auf, wieder einmal etwas "Sinnvolles" zu tun. Ich meine damit nicht, dass Reisen nutzlos sei. Ganz im Gegenteil, es ist unheimlich wertvoll für einen selbst, man lernt so viel dabei und macht einzigartige und unvergessliche Erfahrungen. Aber nun habe ich wieder einmal etwas gemacht, das nicht nur mir etwas bringt und das ist ein schönes Gefühl.

Nach einer kurzen und schmerzlosen Verabschiedung von Vicki, Amy, Dre, Andrés, Antonia, Sam und Pete machte ich mich auf in Richtung Liberia. Dort holte mich Randy vom Busbahnhof ab, bei ihm werde ich voraussichtlich die nächsten zwei Nächte verbringen. Randy wirkte auf Anhieb sehr sympathisch. Er wohnt gemeinsam mit seiner Mutter, seiner Schwester und deren Sohn in einem Haus. Die ganze Familie empfieng mich sehr herzlich. Mama spricht leider kein englisch, aber mit Händen und Füßen wird es schon funktionieren. Ich habe wieder Luxus hier: ein Einzelzimmer und das sogar noch mit Ventilator. Und keine wahnwitzigen Hühner oder Brüllaffen, die mich morgens aus den Federn reißen. Ach, ich werde das Farmleben trotzdem vermissen.

Buenas Noches!


Beliebte Posts

Empfohlener Beitrag

Gedanken zum Alleinreisen

Folge mir per E-Mail

Folge mir auf Google+

Bist du an meinem E-Book über meine 6 Monate Backpacking in Afrika interressiert?