Enter your keyword

Freitag, 25. November 2022

Drei Tage in Montenegro

 

Sveti Stefan, Budva, Montenegro


Goodbye Kroatien

Vorgestern hieß es zeitig aufstehen, denn der einzige Katamaran von Korčula nach Dubrovnik fährt bereits um 7:30 Uhr morgens ab. Es klappte alles wie geplant. Mein Ausreisetag aus Kroatien war zur Abwechslung geprägt von strahlendem Sonnenschein. Etwa zwei Stunden später kam ich bereits in Dubrovnik an. Ich war mir gar nicht so sicher, ob ich an dem Tag überhaupt einen Bus nach Montenegro finden würde, denn laut Reiseführer fahren diese im Winter nur dreimal die Woche. Plan B wäre Autostoppen und Plan C eine Nacht in Dubrovnik verbringen. Doch ich hatte großes Glück. Bereits um 11 Uhr fuhr ein Bus nach Budva. Perfekt!


Die Fahrt nach Montenegro

Der Bus entpuppte sich als Minibus. Ein sogenanntes Matatu in Ostafrika - mit denen habe ich schon viel Erfahrung ;) Das Busticket kostete 215 Kuna (= 28,35 €). Gepäck wurde wieder extra verrechnet mit 10 Kuna. Mit mir an Board waren lediglich vier andere Leute - alles Touristen. Zwei davon waren mit dem Rucksack unterwegs nach Indonesien und sahen etwas verlottert aus. Das zog gleich die Aufmerksamkeit zweier Polizisten auf sich, die daraufhin eingehend ihr Gepäck durchsuchten. Es schien aber alles in Ordnung zu sein. An der Grenze zu Montenegro mussten wir alle aussteigen und durch die Passkontrolle. Die Landschaft während der Busfahrt war spektakulär. Besonders schön fand ich die Bucht von Kotor


Nach drei Stunden Fahrt kam ich am Busbahnhof in Budva an. Mein Couchsurfing Gastgeber Sasa meinte, er würde mich von dort abholen kommen. Doch es war weit und breit keine Spur von ihm. Leider funktionierte mein Internet am Handy in Montenegro nicht. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Café und fragte dort um WLAN. Sasa entschuldigte sich für die Verspätung, er wäre in einer Stunde hier. Ich nutzte die Zeit für ein verspätetes Mittagessen. Erstaunlicherweise ist die Währung in Montenegro der Euro. Preislich ist es auf den ersten Blick etwas günstiger als Kroatien. 


Spaziergang durch Budva 

Nach etwa einer Stunde kam dann auch Sasa an. Er begrüßte mich freundlich und ließ es sich nicht nehmen mir gleich noch die Altstadt von Budva zu zeigen. Tatsächlich war ich schon einmal in dieser Stadt, das ist aber schon ganze 31 Jahre aus. Ich war nämlich gerade mal drei Jahre alt. Noch viel interessanter ist der Fakt, dass ich aus Budva eine meiner allerersten Kindheitserinnungen habe und zwar von einer Bootsfahrt. Ich war also ziemlich gespannt auf diese Stadt. Die Altstadt ist - so wie man das auch aus Kroatien kennt - geprägt von engen Gassen und uralten Steinmauern aus dem Mittelalter. Ansonsten ist Budva mitterlerweile wohl um einiges touristischer als damals. Aber derzeit in der Nebensaison sieht man eigentlich hauptsächlich Einheimische.


Angekommen in Sveti Stefan 

Nach dem kleinen Spaziergang fuhren Sasa und ich mit seinem Auto in das wunderhübsche Örtchen Sveti Stefan. Dort hat er seinen Zweitwohnsitz. Er renoviert das Appartment gerade, da er es im Winter an Russen vermieten wird. Wie auch viele andere Einheimische verbringt er nämlich die Nebensaison nicht am Meer, weil es dann hier nicht viel Arbeit gibt. Sein Hauptwohnsitz ist in der Hauptstadt Podgorica. Auch in Sveti Stefan ging sich noch ein kleiner Abendspaziergang aus, bevor die Sonne unterging. 


Sveti Stefan


Das Zuhause von Sasa ist umgeben von leckeren Mandarinen-, Zitronen-, Orangen- und Grapefruitbäumen. Und das Beste: alles ist im Moment reif. Dort durfte ich mir dann gleich den Magen vollschlagen. Sasa meinte, dass sie so viel von den Früchten hier hätten, dass diese sowieso keiner ernten würde. 


Am Abend gingen wir in ein Restaurant. Ich durchlöchterte Sasa mit vielen Fragen über die Kultur der Montenegriner, die er mir alle bereitwillig beantwortete. Wir hatten super lustige und spannende Gespräche. So erfuhr ich beispielsweise, dass in dem Land gerade mal 700.000 Menschen leben. Spannend fand ich zudem auch die Geschlechterrollen, die sich doch recht von den unsrigen unterscheiden. Um kurz vor Mitternacht fielen mir dann regelrecht die Augen zu. Ich war es gar nicht mehr gewohnt so lange aufzubleiben. 


Wanderung um Sveti Stefan

Ich habe hervorragend geschlafen und wollte am Morgen sogleich eine Erkundungswanderung starten. Sasa war sich anfangs recht unsicher, ob er mit sollte, da er sich etwas angeschlagen fühlte. Letztendlich kam er aber mit. Die Montenegriner sind ein ziemlich gemütliches Volk, das heißt es dauerte so seine Zeit bis wir dann wirklich außer Haus kamen ;) 

Ich konnte Sasa sogar dazu überreden die Wanderung etwas länger zu gestalten als geplant. Ich wollte eine neue Route ausprobieren, die er noch nicht kannte. Sasa zeigte sich sehr unsicher und fragte Einheimische, ob der Weg wirklich dorthin führen würde, wo ich glaubte, was diese verneinten. Tja, scheinbar gehört das Wandern einfach nicht zu ihren Lieblingshobbies, denn letztendlich hatten sie unrecht. Das wussten wir in dem Moment aber noch nicht und Sasa versuchte mich immer wieder zum Umdrehen zu überreden. Da wurde mir wieder bewusst, dass andere Menschen (und auch andere Kulturen) wohl bei weitem nicht so einen Abenteuergeist haben wie ich *lach*. Ich bot ihm an alleine weiterzugehen, immerhin bin ich das gewohnt und es würde mir überhaupt nichts ausmachen. Er überlegte kurz und meinte dann er komme mit. Ich war anfangs nur mäßig begeistert, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass er körperlich schon recht am Ende war und mich wahrscheinlich killen würde, wenn wir uns dann auch noch verlaufen. Doch tatsächlich wurde es eine unglaublich schöne, ausgedehnte Rundwanderung. Sasa war am Ende restlos begeistert und bedankte sich mehrmals, dass ich ihn motiviert hatte mitzukommen. Auch dieser Tag war geprägt von strahlendem Sonnenschein, den wirklich keine Wolke trübte.

Blick hinunter nach Sveti Stefan

Dieser süße Kerl begleitete uns ein Stück auf unserer Wanderung

Am Abend waren wir beide platt. Sasa holte einen Riesenburger für uns und wir plauderten noch ein bisschen bei ihm zu Hause. Diesmal ging es früh für mich in die Federn. Am nächsten Tag sollte es nämlich schon weitergehen nach Albanien. Es ist wirklich schade, dass ich etwas unter Zeitdruck stehe, denn schon bald beginnt ja mein Freiwilligenjob in Griechenland. Zu gerne hätte ich noch das Landesinnere und die höheren Berge Montenegros erkundet. Aber vielleicht komme ich ja irgendwann hierher zurück. 


Also dann, gute Nacht!


Eure Michi :)



=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Budva 

und Sveti Stefan <=







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Über Kommentare, Fragen, Wünsche & Anregungen freue ich mich immer sehr :)