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Samstag, 21. November 2020

Dreitägige Wanderung auf Gran Canaria: Von Teror nach San Bartolomé de Tirajana

 

Leider musste ich meine geplante Inselüberquerung auf Gran Canaria von Nord nach Süd etwas abkürzen. Eigentlich hätte ich mir eine ganz tolle Route herausgesucht, die fünf Tag dauern sollte. Aus gegebenem Anlass - ja es geht wieder mal um Corona - sind im Moment leider nur sehr wenige Unterkünfte im zentralen Bergland Gran Canarias geöffnet. Auf meiner Route konnte ich tatsächlich nur ein Hostel finden, das auch halbwegs in meine Preisklasse fällt - eine wunderschöne Berg-Finca. Ich beschloss dort zwei Nächte zu bleiben. Hier nun eine kleine Übersicht über meine dreitägige Wanderung:




Tag 1: Teror - Cruz de Tejeda - Tejeda - Finca La Isa

  • 21,39 Kilometer
  • Aufstieg: 1.410 Höhenmeter
  • Von El Pagador nahm ich einen Bus nach Teror. Hier startete ich meine Wanderung. Es ging durch ein kleines Tal mit unzähligen Fincas bergauf zu einem Bergkamm mit fantastischer Aussicht auf die Nordseite der Insel. Den ganzen Tag lang begegnete mir auf den Wanderwegen nur eine einzige Person: Ein älterer Finca-Besitzer, der nicht schlecht staunte, dass ich tatsächlich bis nach Tejeda wandern wollte. Bei den meisten Kanariern scheint wohl der Strand beliebter zu sein als die Bergwelt. Gegen Mittag wurde es unwahrscheinlich heiß. Ich lechzte nach Schatten. Immer wieder musste ich Trinkpausen einlegen. Was war ich doch froh, dass der Wanderweg nun in einen lichten Nadelwald führte. Hier war es gleich um Einiges angenehmer. Später erreichte ich den höchsten Gebirgspass Gran Canarias: Cruz de Tejeda, welcher auf 1.580 Metern über dem Meeresspiegel liegt und zugleich der geografische Mittelpunkt der Insel ist. Von hier aus ging es bergab zur Finca de Isa, eine malerische Bergfinca, die zugleich ein Hostel ist. Ein Bett im 4er Schlafsaal kostet hier 22,5 Euro/Nacht. Zu meinem Erstaunen war ich diesmal nicht alleine. Ich teilte mir das Zimmer mit einem Schotten, einem Engländer und einem Deutschen. Alle etwa in meinem Alter und im "Backpacking Stil" unterwegs. Am Abend beschloss ich noch in das Örtchen Tejeda zu wandern, da sich dort der einzige Supermarkt in der Nähe befindet. Ich deckte mich dort mit Verpflegung für den nächsten Tag ein. 

Teilweise gibt es Beschilderungen auf den Wanderwegen Gran Canarias. Diese sind jedoch eher spärlich vorhanden. Ich war froh eine Offline-Landkarte auf meinem Handy zu haben.



Kurz vor Cruz de Tejeda. In weiter Ferne erkennt man schon das Wahrzeichen der Insel, den Roque Nublo.

Finca de Isa: Was für ein idyllisches Fleckchen :)

Tag 2: Finca La Isa - Cruz de Tejeda - Roque Nublo - La Culata - Finca La Isa

  • 20,62 km Kilometer
  • Aufstieg: 908 Höhenmeter
  • Von den anderen Reisenden wollte mich leider niemand bei meiner heutigen Rundwanderung begleiten. Es erschien ihnen zu weit *lach*. Von Cruz de Tejeda führte mich mein Weg am Rand des ehemaligen Vulkankraters nach Süden. Schon bald hatte ich Aussicht auf mein heutiges Ziel, den Roque Nublo - das Wahrzeichen der Insel. Als ich diesen erreicht hatte, folgte ein steiler Abstieg in das kleine Dorf La Culata. Hier leben die Menschen noch wie vor einigen Jahrzehnten - unberührt vom Massentourismus. Am Ende landete ich wieder im Örtchen Tejeda, und steuerte schnurstracks auf den Supermarkt zu - ein "Spar" übrigens. Ich brauchte dringend etwas kaltes zum Trinken. Doch zu früh gefreut. Ein nettes Schild am Eingang wies darauf hin, dass von 13:30 - 16:30 Uhr geschlossen sei. Das liebe Siesta. Es war gerade erst 15 Uhr. Ich beschloss mir im Laden nebenan Eiscreme zu kaufen und legte dann ein kleines Mittagsschläfchen im Park ein. Am späten Nachmittag ging es über einen steilen Wanderweg zurück zur Finca. 

 Cruz de Tejeda: Der geografische Mittelpunkt der Insel

Rund um den Roque Nublo führt mich die heutige Wanderung


Das kleine Bergdörchen La Culata



Tag 3: Finca La Isa - San Bartolomé de Tirajana

  • 19,63 Kilometer
  • Aufstieg: 667 Höhenmeter
  • Zeitig ging es auch heute wieder los. Ich sollte spätestens um 14 Uhr in San Bartolomé de Tirajana sein, um den Bus nach Maspalomas nicht zu verpassen. Immerhin gab es für mich keine weiteren Unterkünfte mehr im Bergland. Schade - gerne wäre ich noch ein paar Tage länger durch die Gegend gewandert. Der erste Teil des heutigen Weges war mit dem von gestern identisch. Je weiter ich in den Süden kam, desto mehr änderte sich die Landschaft. Sie wurde trockener und karger. Durch eine grandiose Bergwelt führte mich der Weg steil bergab. Ich hatte Glück und kam etwa um 13:15 Uhr an meinem Ziel, der Bushaltestelle in San Bartolomé, an. 

Im Süden der Insel wird die Landschaft deutlich trockener und karger.



Seit Tagen besteht mein Mittagessen aus "Jamón" (= Rohschinken) und Brot. Die Auswahl in den kleinen Lebensmittelläden in den Bergen ist leider nicht sehr groß *lach*


Zusammenfassung:

  • Gesamtstrecke: 61,64 Kilometer
  • Aufstieg: 2.985 Höhenmeter
  • Fazit: Wunderschöne Tour durch die fantastische und abwechslungsreiche Bergwelt Gran Canarias. Nächstes Mal würde ich es vielleicht mit dem Zelt machen, somit ist man etwas flexibler. Wichtig: genügend Proviant und vor allem Wasser dabei haben, denn es gibt fast keine Einkaufsmöglichkeiten am Weg.



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