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Sonntag, 26. Dezember 2021

Angekommen in Karatina bei Margaret und ihren Kids

By On Dezember 26, 2021

 

Karatina, Kenia

Am Donnerstag Morgen verabschiedete ich mich von Robert und seiner Familie. Für mich sollte es weitergehen nach Karatina, eine kleine 6.000-Einwohner Stadt, nur 1,5 Fahrtstunden von Nanyuki entfernt. Ich glaube ich habe es schon erwähnt, dass ich hier eine Dame namens Margaret für etwa eine Woche unterstützen werde. Sie arbeitet mit Kindern, die eine geistige Behinderung haben. 


Die Matatufahrt gestaltete sich komplikationslos. Margaret holte mich vom Busbahnhof in Karatina ab. Sie erzählte mir, dass sie Sorge für über 20 Kinder tragen würde. Da aber nun Weihnachten vor der Türe steht, werden die Kinder für zehn Tage nach Hause fahren. Die meisten von ihnen haben nämlich noch Familien, nur wissen diese leider oft nicht wie sie mit den Kindern umgehen sollen, bzw diese in den Alltag integrieren können. Margaret meint, dass es ihnen hier unter ihresgleichen viel besser ginge. Einige der Kids sind Waisen, sie kommen über Weihnachten in Pflegefamilien. 


Herzlicher Empfang in Karatina

Als ich ankam, rannten die Kinder auf mich zu und kreischten vor Freude. Sie begannen ausgelassen zu tanzen und singen. Was für ein schöner Empfang! Nur schade, dass sie heute alle fortgehen werden. Langsam trudelten auch die Mütter und Geschwister der Kinder ein. Es gab ein leckeres gemeinsames Mittagessen, zudem tauschten sie sich noch darüber aus, was in dem Jahr gut lief und wo Verbesserungsbedarf liegt. 


Margaret hat in Karatina ein wunderschönes Zuhause für Kinder mit geistiger Behinderung geschaffen


Ich lernte auch Liz aus der USA kennen. Sie ist genauso wie ich hier, um Margaret bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Liz ist bereits eine ganze Woche da. Die Frage, die wir uns nun stellten, war bloß: Was genau würde unsere Arbeit sein, wenn die Kinder fort waren? Wie sich herausstellte war es unsere einzige Aufgabe Margaret Gesellschaft zu leisten. Sie hat nicht wirklich etwas zu tun für uns. Ein gratis Urlaub, sozusagen. Ich unternahm ein paar kleine Erkundungspaziergänge in der Gegend. Karatina ist dafür bekannt, sehr fruchtbar zu sein - hier wächst wirklich fast alles: Kaffee, Tee, Bananen, Mangos, Avocados, Baumtomaten, Macadamianüsse, ... und natürlich Mais, um das heißgeliebte Ugali zuzubereiten. Ich muss sagen, dass ich mittlerweile an einem Punkt angekommen bin, wo mir das Ugali und der Reis tatsächlich ein bisschen zum Hals raushängt. Mein Körper lechzt nach  Gemüse und einfach mal etwas Abwechslung. Nur ist das leider schwer, wenn man bei einheimischen Familien wohnt, da diese auf ihre lokale Kost schwören.


Weihnachten

Am Heiligen Abend wurde tatsächlich ein kleines Ziegenbaby geboren. Was für ein schönes Weihnachtsgeschenk! 


Am Heiligen Abend hat eine von Margarets Ziegen ein Baby bekommen :)


Am Weihnachtstag fuhren wir mit Margaret und ihrem Bruder Ken quer durch die Gegend, um Verwandtenbesuche zu machen. Insgesamt waren es vier oder fünf verschiedene Familien, ich weiß es schon gar nicht mehr so genau. So richtig in Weihnachtsstimmung kamen Liz und ich dabei nicht. Die meisten Zeit saßen wir im Auto oder auf irgendwelchen Sofas bei Leuten daheim, von denen wir nicht verstehen konnten, worüber sie redeten. Das Highlight war wohl, als eine uralte, demente Frau im Garten bei einer Familie von Margaret uns lautstark grölend irgendwelche Lieder trällerte. 


Am Weihnachtstag waren auffällig viele Mopeds mit lebenden Ziegen oder wie hier sogar mit einer lebenden Kuh unterwegs. Es handelt sich dabei wohl um den Weihnachtsbraten zur Feier des Tages ;)


Ansonsten muss ich sagen, dass Margaret ein super komfortables Haus hat - mit Strom, Warmwasser, Gasherd, einer dicken Matratze, genügend Decken und noch vielen anderen Annehmlichkeiten, die ich in der letzten Woche nicht wirklich hatte. Es ist bloß so, dass wenig zu tun ist hier und ich meinem Aktivitätendrang nur schwer nachkommen kann. Ich werde deshalb vermutlich Anfang der Woche weiterreisen. Eventuell nochmals nach Nairobi, da ich es online irgendwie noch nicht ganz hinbekommen habe, mein Visum zu verlängern. In dem Fall muss ich wohl persönlich zur Einwanderungsbehörde. 




=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Karatina <=









Mittwoch, 22. Dezember 2021

Meine höchsten Berge

By On Dezember 22, 2021


Wie du wahrscheinlich schon mitbekommen hast, sind Berge meine große Leidenschaft. Hier habe ich eine kleine Liste mit meinen höchsten Errungenschaften zusammengestellt: 



Lobuche East 6.119 m 


  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Für die Besteigung des Lobuche East ist eine spezielle Kletternehmigung und ein Guide erforderlich. 
  • Equipment: Helm, Klettergurt, Steigeisen, Eispickel. Teilweise sind Fixseile vorhanden.
  • Fazit: Wunderschöne Tour, die technisch nicht allzu anspruchsvoll ist. Es war nur eine Stelle etwas schwieriger, an der eine Eiswand hochgeklettert werden musste. Das letzte Stück zum Gipfel ist recht steil, es sind aber Fixseile da. 

Chimborazo 6.310 m


(Besteigung gescheitert, leider nur bis knapp 6.000m geschafft)
  • Ecuador (Südamerika)
  • März 2017
  • 2-Tagestour
  • Kosten: Guide 80 USD/Tag x 2 Tage = 160, Unterkunft in der Schutzhütte 15 USD/ Person x 2 Personen = 30, Verpflegung ~ 15 USD, Transport 16 USD, Equipment stellte mir mein Guide gratis zur Verfügung. Endsumme ~ 221 USD
  • Fazit: Habe bereits zwei Besteigungsversuche hinter mir und jedes Mal mussten wir auf ca 6.000 m umkehren. Das erste Mal war wohl zuviel Neuschnee und ich bekam etwas Probleme mit der Höhe, da wir den Aufstieg einfach viel zu schnell angegangen sind und das zweite Mal war ich superfit doch die Schneesituation war leider zu gefährlich. Eine Besteigung des Chimborazo ist prinzipiell nur für erfahrene und gut akklimatisierte Bergsteiger empfehlenswert und setzt den sicheren Umgang mit Pickel und Steigeisen voraus. Laut meinem Guide scheitern etwa 80% der Besteiger. 





Nevado Pisco 5.752 m


  • Peru (Südamerika)
  • Mai 2017
  • 3-Tagestour
  • Kosten: Touren in Huaraz werden für 250 - 350 USD angeboten. Da ich die Besteigung mit einem Freund durchführte zahlte ich bloß das Equipment: fast 100 USD und Transport: etwa 20 USD.
  • Fazit: Wir führten die Besteigung des Pisco im Rahmen einer 3-Tagestour durch, da wir auch zur Laguna 69 wanderten. Ansonsten ist die Besteigung auch gut in 2 Tagen zu schaffen. Gute Kondition, ausreichende Akklimatisierung, ein erfahrener Bergführer und entsprechendes Equipment sind Voraussetzung. Technisch nicht sehr ansnpruchsvoll.


Kala Pattar 5.643m
  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Technisch einfach. 
  • Traumhafte Aussicht auf den Mount Everest. 
  • Ausgangspunkt ist das Bergdorf Gorak Shep

=> Reisebericht: Everest Base Camp & 3 Passes Trekking & Besteigung des Lobuche East <=






Chhukung Ri 5.546 m

  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Technisch einfach.
  • Ausgangspunkt ist das Bergdorf Chhukung. Der Aufstieg Dauert etwa 3-4 Stunden. 








Sunder Peak 5.361 m
  • Nepal (Asien)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Kein Guide notwendig. Startort ist das Bergdorf Thame. Von dort aus führt ein offizieller Wanderweg bis zu einem sogenannten Vorgipfel. Von dort aus muss man sich selber einen Weg suchen. Es ist eine ziemliche Kraxlerei. Uns wurde gesagt, dass die Besteigung recht gefährlich sei und man ein Seil benötigen würde. Ganz so dramatisch war es aber nicht. 








Gokyo Ri 5.360 m 

  • Nepal (Aisen)
  • November 2019
  • Im Rahmen meines 20-tägigen Everest Base Camp & 3 Passes Trekking bestiegen.
  • Von dem Bergdorf Gokyo aus zu besteigen. Technisch einfach. 



 





Point Lenana 4.985m

 

  • Kenia (Afrika)
  • Dezember 2021
  • 4-Tagestour
  • 286 Euro
  • Traumhafte Trekking-Tour durch atemberaubend schöne Landschaften. Leider hatte ich recht viel Regen und weiter oben Schneesturm. Technisch nicht wirklich anspruchsvoll, jedoch machte sich die Höhe schon ein wenig bemerkbar durch Kopfschmerzen an den letzten beiden Tagen. Scheinbar nur mit Guide erlaubt. 


Guagua Pichincha 4.794 m 

  • Ecuador (Südamerika)
  • März 2017
  • 1-Tagestour 
  • Kosten: Gondelbahn 8,50 USD
  • Fazit: traumhafte Tour, die zuerst von der Bergstation der Gondel auf den Rucu Pichincha führt und danach auf den Guagua Pichincha. Bergsteigerfahrung ist notwendig, da teilweise kleine Kraxelstellen dabei sind. Eine ortskundige Person sollte unbedingt dabei sein, da die Wege teilweise schwer zu finden sind und bei schlechtem Wetter besteht durchaus die Gefahr sich zu verlaufen.


Rucu Pichincha 4.696 m

Rucu Pichincha Besteigung
  • Ecuador (Südamerika)
  • Jänner, Februar & März 2017
  • Halbtagestour
  • Kosten: Gondelbahn 8,50 USD
  • Fazit: Wunderschöne Tour mit einzigartiger Pflanzenwelt. Es reicht ein halber Tag. Am Wochenende leider sehr viele Touristen. Technisch ist das letzte Stückchen zum Gipfel etwas anspruchsvoller - Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Voraussetzung.




Mount Meru 4.566 m

Mount Meru Besteigung

  • Tansania (Afrika)
  • Dezember 2015
  • 3-Tagestour
  • Kosten: 350 USD (inkl. Transport, Nationalparkgebühr, Guide, Verpflegung, 2x Übernachtung in Hütten)
  • Fazit: Traumhafte Tour, für die leider ein Guide vorgeschrieben ist. Vor allem der 3. Tag ist etwas anspruchsvoll, da der Aufstieg zum Gipfel bereits um kurz nach Mitternacht los geht.  Am selben Tag erfolgt auch der gesamte Abstieg, was ganz schön in die Knie geht.
=> Reisebericht Mount Meru Tag 1 <=
=> Reisebericht Mount Meru Tag 2 <=
=> Reisebericht Mount Meru Tag 3 <=




    La Malinche 4.420 m

    • Mexiko (Nordamerika)La Malinche Besteigung
    • September 2016
    • 1-Tagestour
    • Kosten: nichts
    • Fazit: Sehr schöner Berg, vor allem unter Woche nur wenige bis fast gar keine Touristen. Ist technisch sehr einfach, der Weg geht jedoch teilweise sehr steil und geradlinig noch oben. 









    Mönch 4.107 m

    • Schweiz (Europa)
    • August 2019
    • 1-Tagestour
    • Kosten: evtl für Guide und Ausrüstung
    • Fazit: Vom Jungfraujoch ist man in etwa drei Stunden am Gipfel. Steigeisen und Eispickel notwendig. Bergführer empfehlenswert. Gipfelgrat sehr abschüssig. Aussicht vom Gipfel einfach traumhaft!
    => Fotos Mönch <=





    Vulkan Acatenango 3.976 m


    Acatenango Besteigung
    • Guatemala (Zentralamerika)
    • August 2016
    • 2-Tagestour
    • Kosten: 20 USD (inkl. Guide, Transport, Verpflegung, Campingequipment)
    • Fazit: Tolle Tour, aber etwas anstrengend, da man Zelt, Schlafsack, Verpflegung usw. selbst tragen muss (mein Rucksack hatte fast 15kg). Technisch sehr einfach, dafür aber gute Kondition notwendig. Der Gipfel des Vulkans ist traumhaft schön - und arschkalt!











      Viertägige Mount Kenya Besteigung zum Point Lenana 4.985m

      By On Dezember 22, 2021

       

      Nanyuki, Kenia


      Die letzten vier Tage war ich in der wunderschönen Mount Kenya Region unterwegs und habe dabei den dritthöchsten Gipfel dieses Massivs - den Point Lenana auf 4.985m - bestiegen. Der höchste Gipfel ist der Batian Peak, welcher mit seinen 5.199m den zweithöchsten Berg Afrikas darstellt. Aufgestiegen bin ich über die Sirimon-Route, welche den einfachsten Weg zum Gipfel darstellt. Abgestiegen wurde über die Chogoria-Route, welche die schönste sein sollte. Es werden dabei abwechslungsreiche Landschaften mit Regenwäldern, Riesenlobelien, Bambushainen und Moorlandschaften durchquert. Weiter oben wird die Landschaft karger und felsiger. Man überquert Schneefelder und hat ein paar leichte Klettereinheiten dabei.



      Hier eine Zusammenfassung der letzten vier Tage: 


      Tag 1: Sirimon Gate 2.650m - Old Moses Camp 3.300m

      • 8,91 Kilometer, 710 Höhenmeter
      • Gemeinsam mit Joseph - der sowohl als mein Guide, Träger und Koch fungierte - startete ich um kurz nach 10 Uhr vom Sirimon Gate in Richtung Old Moses Camp. Wir kamen vorbei an Herden von Pavianen und durchquerten einen wunderschönen Urwald. Nach etwa 2Std 30min kamen wir bereits im Camp an, wo wir die erste Nacht verbrachten. Am Ende des Tages waren wir etwa zehn Bergsteiger in der Hütte. Einige waren schon wieder beim Abstieg. Ich musste feststellen, dass die meisten neben einem Guide noch extra jeweils einen Träger und einen Koch dabei hatten. Natürlich ist das eine Frage des Budgets. Für mich war es völlig okay, meine Sachen selber zu tragen. Geschlafen wird in Schlafsälen mit Stockbetten. Strom gibt es keinen. Am Abend wurde es ziemlich frisch. Das Abendessen war der absolute Hammer: Es gab Suppe, eine leckere, frisch gekochte Hauptspeise und dann sogar noch frische Früchte.


      Diese Mädchenschulklasse belagerte mich beim Aufstieg ;)

      Abendstimmung

      Erster Blick auf den Gipfel des Mount Kenya

      Tag 2: Old Moses Camp 3.300m - Shipton´s Camp 4.200m

      • 14,59 Kilometer, 980 Höhenmeter
      • Gemeinsam mit Tommy - einem jungen Schotten - und unseren Guides starteten wir nach dem Frühstück um etwa acht Uhr den heutigen Abschnitt. Die Landschaft ist traumhaft schön. Auch das Wetter war uns bis dahin noch sehr gnädig. Joseph, mein Guide, konnte mir viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt erzählen. Zu Mittag machten wir einen kurzen Stopp. Es wurde wieder leckeres, frisch gekochtes Essen serviert. Ab etwa 4.000m Seehöhe wurde die Landschaft karger, dafür faszinierte mich die Tierwelt umso mehr. Klippschliefer - welche aussehen wie Murmeltiere oder riesige Meerschweinchen - tummeln sich hier in Massen. Zudem wimmelt es nur so von kleinen rattenähnlichen Tieren - aber weitaus niedlicher. Als wir das Shipton´s Camp erreichten, verschwand die Sonne langsam hinter einer dicken Wolkendecke. Es wurde eisig kalt. Imposant erhebt sich der Mount Kenya direkt hinter dem Camp. Am Ende des Tages war hier einiges los. Es kam sogar eine Gruppe, die mit dem Zelt unterwegs war. Gegen 19 Uhr lag ich schon im Bett, am Gipfeltag starten wir nämlich schon um 3 Uhr nachts. 

      Tommy und ich

      Mein Guide Joseph und ich


      Blick vom Shipton´s Camp auf den Mount Kenya

      Ein Klippschliefer

      Tag 3: Shipton´s Camp 4.200m - Point Lenana 4.985m - Meru Bandas 3.000m

      • 22,27 Kilometer, 850 Höhenmeter
      • Das war eindeutig der anspruchvollste Tag dieser Tour. Ich habe so gut wie nichts geschlafen - zum einen wegen der Kälte und zum anderen wahrscheinlich wegen der Höhe. Um zwei Uhr morgens hat sich bereits eine Gruppe zur Gipfelbesteigung aufgemacht. Joseph und ich machten um ziemlich genau vier Uhr morgens los. Es war stockdunkel und durch den dichten Nebel konnte man gerade mal einen Meter weit sehen. Es ging überaus steil nach oben. Irgendwann begann es zu nieseln, später war es ein Eisregen und irgendwann ein regelrechter Schneesturm. Es ging teilweise durch Schneefelder. Später war es dann ein wenig zum Kraxeln. Der Fels war eisig. Wir überholten die Gruppe, die eine Stunde vor uns los ist. Um kurz nach sechs Uhr morgens erreichten wir den Point Lenana auf 4.985m. Ich war überglücklich trotz der schlechten Wetterverhältnisse angekommen zu sein. Wir waren wohl die ersten und zudem alleine am Gipfel. . Aufgrund der Kälte wurden nur schnell ein paar Gipfelbilder gemacht, dann ging es schon wieder an den Abstieg. Der Niederschlag wurde immer mehr, irgendwann ging die Nässe durch meine Regenjacke und meine Regenhose hindurch. Auch die Höhe machte sich bemerkbar - ich bekam Kopfschmerzen und der Schlafmangel machte es nicht besser. Wir hatten noch knappe 20 Kilometer vor uns bis zu den Meru Bandas. Was war ich froh als irgendwann die Sonne etwas durchkam. Bereits am frühen Nachmittag kamen wir überglücklich bei unserer Unterkunft an. Auch hier waren wir die enzigen Gäste. Ich musste mich erstmal für eine Stunde hinlegen. Danach wurde mir tatsächlich eine heiße Dusche ermöglicht. Die Meru Bandas sind eindeutig die komfortabelste Schlafmöglichkeit am Mount Kenya. Danach fühlte ich mich fit genug, um die Gegend ein wenig zu erkundschaften. Ich entdeckte sogar Wasserböcke an einem kleinen See. Das absolute Highlight war ein Kaminfeuer am Abend. Im Dunkeln sollte man die Unterkunft übrigens nicht mehr verlassen, da wilde Tiere wie Büffel und manchmal sogar Elefanten auf das Grundstück kommen. 

      Point Lenana 4.985m


      Viel Regen beim Abstieg

      Hier wird gerade Wasser für meine heiße Dusche erhitzt :)

      Meru Bandas

      Wasserböcke

      Tag 4: Meru Bandas 3.000m - halber Weg nach Chogoria

      • 8,97 Kilometer, 22 Höhenmeter
      • Diese Nacht habe ich herrlich geschlafen. Der Tag startete leider mit fürchterlichem Regen. Als er um 9 Uhr etwas weniger wurde, machten wir uns auf den Weg nach Chogoria. Der Weg führt durch einen dichten Regenwald. Nach knappen zehn Kilometern ließen wir uns von einem Taxi abholen, immerhin wären es bis nach Chogoria noch über 30 Kilometer. Meine Beine waren nun doch etwas müde von den Strapazen der letzten Tage. Die Straßenverhältnisse gestalteten sich überaus abenteuerlich, aufgrund des starken Regens. Mehrmals blieben wir fast im Schlamm stecken.

      Fazit:

      Absolut traumhaftes Trekking! Ich kann auch nur empfehlen, die Tour über vier Tage zu machen, obwohl es sicher auch kürzer möglich wäre, wobei man dann die faszinierenden Landschaften sicher nicht so intensiv erleben kann. 
      • Insgesamt: 54,74 Kilometer, 2.562 Höhenmeter

      Budget:

      Im Vergleich zu den anderen Bergsteigern musste ich feststellen, dass ich mit den Kosten für meine Tour überaus günstig davongekommen bin. Die meisten hatten wie bereits erwähnt sowohl Guide, Träger als auch einen Koch dabei. Zudem haben viele über eine Reiseagentur gebucht, was es auch teurer macht. Ohne Guide ist das Bergsteigen hier scheinbar nicht erlaubt. Hier eine Zusammenstellung meiner Kosten:

      • 85 USD Nationalparkgebühr für 3 Nächte/4 Tage
      • 12.000 Ksh Guide (=3.000Ksh/Tag)
      • 6.000 Ksh Übernachtungen (= 2.000Ksh/Nacht)
      • 3.000 Ksh Essen
      • 1.500 Ksh Miete Schlafsack
      • 4.400 Ksh Transport
      • = ca 286 Euro 



      Ich bin mittlerweile wieder bei Robert und seiner Familie in Nanyuki angekommen. Morgen Vormittag reise ich weiter nach Karatina. Dort werde ich Margaret, einer kenianischen Lehrerin, bei ihrer Arbeit mit behinderten Kindern für etwa eine Woche behilflich sein. 




      => Hier findest du alle meine Fotos und Videos vom Mount Kenya Trekking <=







      Freitag, 17. Dezember 2021

      Landleben in Nanyuki

      By On Dezember 17, 2021

       

      Nanyuki, Kenia


      Und wieder die Polizei... 

      Ich war dann letztendlich noch bis Donnerstag in Nakuru. Und man wird es kaum glauben: Ich hatte dort meine mittlerweile dritte unschöne Begegnung mit der Polizei seit ich in Kenia bin. Diesmal war es, weil ich meine Mundschutz-Maske auf der Straße kurz unter die Nase gezogen habe. Man muss dazu sagen, dass etliche Menschen hier komplett ohne Maske unterwegs sind. Natürlich hat sich die Polizei aber den "Muzungu" (=Weißen) herausgefischt, immerhin wittern sie da am meisten Kohle. Witzigerweise habe mich etwa zehn Minuten zuvor mit einem Einheimischen über das Maskenthema unterhalten und er meinte in den größeren Städten nehme es die Polizei sehr genau damit. In kleineren Orten interessiert das normalerweise niemanden und man sieht auch äußerst selten Leute mit Masken. Ende der Geschichte war jedenfalls, dass mich die Polizei ohne Strafe wieder gehen ließ, nachdem ich diesmal wirklich freundlich blieb und mich immer wieder für mein Vergehen entschuldigte. Als wir dann auf das Thema impfen kamen, erwähnten sie irgendetwas mit Illuminati und das wäre der Untergang der Menschheit. Währenddessen zog sich der eine sogar selbst die Maske unters Kinn. Ich verkniff mir einen Kommentar. Das war ja wieder ein aufschlussreiches Gespräch. Ich war dann einfach nur froh, als sie mir noch einen schönen Tag wünschten und mich gehen ließen.


      Von Nakuru nach Nanyuki 

      Am Donnerstag Nachmittag ging es dann mit einem Matatu von Nakuru nach Nanyuki (600 Ksh). Es dauerte eine gute Stunde bis das Gefährt voll war. Außerdem wurden aus den mir gesagten drei Fahrstunden letztendlich vier. 


      Bei Robert und seiner Familie am Land

      In Nanyuki wartete bereits mein Couchsurfing Gastgeber Robert auf mich an der Bushaltestelle. Er wohnt mit seiner Familie scheinbar etwas außerhalb von Nanyuki. Wir sammelten seine Frau Lois noch vom Markt ein. Sie verkauft dort Mangos und weitere Früchte. Mit einem Taxi, das schon regelrecht vor dem Auseinanderfallen war, wurden wir dann etwa 40 Minuten zu ihrem Haus gefahren. Es war mir unbegreiflich wie das Auto auf diesen unasphaltierten Wegen in einem äußerst schlechten Zustand fahren konnte. 


      Roberts Familie und seine Kids begrüßten mich äußerst herzlich. Ihr Haus ist super einfach und klein. Es ist aus Holz und Lehm gebaut und hat ein Wellblechdach. Küche und Klohütte befinden sich jeweils in einer separaten Holzhütte außerhalb des Hauses. Neben dem Haus steht ein großer Wassertank. Hier wird Regenwasser von der Dachrinne gesammelt. Fließend Wasser gibt es keines. Im ganzen Haus ist eine einzige Glühbirne vorhanden, welche von einem kleinen Solarpanel betrieben wird. Ansonsten gibt es aber keinen Strom und auch keine Steckdosen. Zum Aufladen des Handys oder anderer Dinge gehen sie ins Haus von Roberts Eltern, das etwa 300 Meter entfernt liegt. 


      Das Haus von Robert und seiner Familie


      Hinter dem Haupthaus steht noch ein winzig kleines Holzhäuschen. Dort wohnt der 15-jährige Sohn. Beim Stamm der Kikuyu ist es nämlich so, dass die Söhne nach der Beschneidung - das geschieht meistens so mit 14 Jahren - aus dem Elternhaus ausziehen. Zum Essen usw kommt er aber noch zu den Eltern. In Kenia gibt es über 50 Stämme, die jeweils alle verschiedene Sprachen und Traditionen haben. In Tinderet und Eldoret war ich großteils beim Stamm der Kalenjin. Wie auch in vielen anderen afrikanischen Ländern sprechen die Menschen hier also zumeist mindestens drei verschiedene Sprachen: zum einen ihre Stammessprache und dann noch die zwei offiziellen Amtssprachen  Swahili und Englisch. 


      Im Haupthaus leben Lois und Robert mit zwei weiteren Kindern. Der jüngere ist sechs Jahre alt und die ältere neunzehn. Das Haus besteht eigentlich nur aus einem großen Raum, der durch Vorhänge in drei kleinere Zimmer eingeteilt wird. Ich teile mir einen mit den zwei Kids. Das Grundstück rund ums Haus herum ist ziemlich groß. Sie haben einen riesigen Garten mit Baumtomaten, Mais, Orangen, Mangos und noch vielen weiteren leckeren Obst- und Gemüsearten. Weiters besitzen sie zwei Ziegen, eine Kuh, jede Menge Hühner, zwei Hunde und eine Katze. Ein richtig idyllisches Landleben also! :)


      Eine heißersehnte Dusche. Zuerst wird das Wasser am Feuer erwärmt und dann wird in der Klohütte nach dem Schöpfprinzip "geduscht" ;)


      Am Freitag fuhr ich gemeinsam mit Lois auf den Markt. Diesmal mit einem Boda-Boda, das geht etwas schneller als mit dem Auto. Die Marktfrauen waren höchst erfreut, dass sich ein Muzungu zu ihnen gesellte. Ich wurde mit kleinen Pflaumen beschenkt und die Kids turnten auf mir herum. Ein geselliges Treiben ist das. 


      Vorbereitungen für das Mount Kenia Trekking 

      Später stieß noch Robert mit seinem Freund Joseph zu uns. Joseph sollte mein Guide für die Besteigung des Mount Kenya sein. Ursprünglich wäre eigentlich Robert mit mir gekommen, nun hat er aber leider keine Zeit. Doch auch Joseph wirkte ganz sympathisch, wenn auch etwas wortkarg. Wir setzen uns in ein kleines Restaurant und besprachen sämtliche Details, wie beispielsweise Kosten, fehlendes Equipment, Route usw. Irgendwann wurden wir uns dann auch einig. Eine genaue Kostenaufschlüsselung werde ich euch im nächsten Blogbeitrag geben. Da man ab einer bis zu drei Übernachtungen im Mount Kenia Nationalpark eine Pauschale von 85 USD zahlt, habe ich mich entschlossen, das gleich voll auszunutzen und 3 Nächte/4 Tage zu machen. Losgehen sollte es bereits morgen. Wir werden über die Sirimon-Route aufsteigen und über die Chogoria-Route absteigen. Die Sirimon-Route ist scheinbar der schnellste Weg diesen Berg zu besteigen und die Chogoria-Route soll wohl die schönste sein. Der höchtse Punkt wird der Point Lenana 4.985m sein. Es ist der dritthöchste Gipfel des Mount Kenia Massivs. Die zwei höchsten Gipfel sind im Moment aufgrund der Niederschläge etwas ungünstig zu besteigen und zudem technisch recht anspruchsvoll. 


      Zur Feier des Tages: Hühnchen

      Als wir später wieder bei Robert zu Hause waren, war sein 15-jähriger Sohn gerade dabei ein Huhn zu schlachten. Gekonnt hielt er das Vieh fest und schnitt ihm mit einem Messer den Kopf ab. Das Blut spritzte auf seine Sandalen. Der 6-jährige Bruder schaute quietschvergnügt zu und schnappte sich dann den Hühnerkopf um damit zu spielen. So etwas ähnliches hatte ich bereits in Kapkoi erlebt, das das kleine Mädchen voller Freude mit dem toten Schafskopf spielte. Tja, so unterscheiden sich die Kinderspielzeuge in Europa und Afrika eben ;)


      Der kleine Miguel mit dem Hühnerkopf


      Nun wurde das tote Tier in heißes Wasser gegeben und die Federn gerupft. Der Kleine half schon fest mit. Am Abend gab es dann quasi fangfrisches Hühnchen in leckerer Ingwer-Knoblauch-Sauce mit viel frischem Gemüse als Beilage. Lois ist wirklich eine hervorragende Köchin. Während ich es in Kenia bis jetzt oft erlebt hatte, dass sich die Leute sehr eintönig von Ugali, Reis und Bohnen ernähren, ist das hier ganz anders. Es wird immer mit sehr viel marktfrischem Gemüse gekocht und auch lecker gewürzt. Insgesamt ernährt sich die Familie wirklich sehr gesund. 


      So, heute geht es früh in die Federn, immerhin geht morgen das Mount Kenia Trekking los.


      Gute Nacht!


      Eure Michi :)



      => Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Nanyuki <=






      Dienstag, 14. Dezember 2021

      Zwei Wochen mit "Crossroads Prison and Rehabilitation Ministry"

      By On Dezember 14, 2021

       

      Nakuru, Kenia

      Zwei super schöne, lehrreiche und unheimlich bereichernde Wochen in Tinderet sind nun schon wieder vorüber. Es war eine spannende Erfahrung Einblick in eine deutsche Missionarsfamilie hier in Kenia zu bekommen und vor allem live dabei zu sein. Tabitha und Philipp leisten eine wundervolle Arbeit. Nebenbei haben sie noch die vier kleinen Kids, welche sie mit so viel Geduld und Liebe aufziehen. Ich musste immer wieder staunen, wie Tabitha es schaffte neben den Kids und der ganzen Hausarbeit dann immer noch leckeres Brot, Kuchen und Kekse zu backen. Zudem zauberte sie Marmeladen aus den Maulbeeren und Mangos im Garten und machte Butter aus der frischen Milch, die wir täglich vom Bauern bekamen.


      Mein Tagesablauf in den letzten zwei Wochen

      Unter der Woche startete ich meinen Tag meist so gegen sechs oder 6:30 Uhr am Morgen. Ebenso die Kids. Es gab ein gemeinsames Frühstück. Dann ging es für die zwei Mädchen in die Missionarsschule, wo sie von freiwilligen Lernhelfern aus Deutschland unterrichtet werden. Die beiden kleineren Jungs bleiben zu Hause bei Tabi. Philipp und ich fuhren meist gegen 7:30 Uhr nach Crossroads. Dort wird am Morgen immer mit einer Morgenandacht von Pastor Peter gestartet. Diese habe ich aber nur einmal miterlebt, da wir im Normalfall zu spät dran waren. Danach ging es auch schon an die Arbeit bis etwa 17 Uhr. Die einen bauen am neuen Gebäude mit, andere arbeiten auf den Kaffeeplantagen, in der Küche, mit den Tieren, usw. Meine Aufgabe war es das Eingangstor für Crossroads zu gestalten. Philipp hatte immer recht viel zu tun, aber die anderen Arbeiter und auch die ehemaligen Gefangenen standen mir stets mit Rat und Tat zur Seite. 


      Das sind die zwei Köchinnen von Crossroads. Hier bereiten sie gerade Sukuma Wiki (ähnlich wie Spinat) zu.

      Es geht voran mit dem Eingangstor


      Um 10:30 Uhr gab es die heiß ersehnte Chai-Pause. Dann ging es weiter bis zum Mittagessen um etwa 13:30 Uhr. Es gab täglich abwechselnd Reis mit Bohnen oder Ugali (=Maismehlbrei)  mit Githeri (=Mais mit Bohnen) und Grünzeug (Sukuma Wiki). Das Ugali mag ich ja ganz gerne, aber Reis mit Bohnen hing mir irgendwann echt ein wenig zum Hals raus *lach*. Neben meiner Arbeit am Eingangstor fungierte zwischendurch als Krankenpflegerin - da war auch immer was los: üble Dornwarzen an der Fußsohle, Bluthochdruck, Wunden,... Als das Tor fertig war, half ich noch mit Wände zu streichen. 


      Spannende Gesprächsthemen

      Neben der Arbeit hatten wir immer spannende Gesprächsthemen. Natürlich kamen wir auch wieder auf das Thema mit dem Heiraten. Wieder einmal brachen alle in schallendes Gelächter aus, als sie hörten, dass es bei mir zu Hause keinen Brautpreis gibt, sondern die Frauen sozusagen "gratis" sind. 


      Zudem unterhielten wir uns über das Thema Essen. Die Leute hier ernähren sich ja wirklich fast nur von Reis, Bohnen und Ugali. Aber interessanterweise lieben sie das Zeug auch. Eine Mahlzeit ohne Reis oder Ugali ist für sie einfach kein richtiges Essen. Als ich Vorschläge wie Pizza, Pasta oder ähnlichem gemacht habe, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Das würde weder satt machen noch gut schmecken, meinten sie. Pizza wäre doch wie Brot und würde höchstens als Frühstück taugen. Ich musste schmunzeln. Das läuft hier als ganz nach dem Prinzip: "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht."


      Viel Aufregung gab es bei Crossroads als Abraham - einer der ehemaligen Gefangenen - plötzlich ein Handy hatte. Eigentlich ist ihnen das verboten hier, da sie zum einen sowieso kein Geld bekommen mit dem sie sich eins kaufen könnten und zum anderen birgt ein Handy die Gefahr, dass sie wieder Kontakt zu ehemaligen Komplizen aufnehmen oder andere krumme Geschäfte drehen könnten. Nun war die große Frage wie Abraham an das Ding überhaupt kam. Nach einigen ernsten Gesprächen gestand er, dass er täglich einige Eier von Crossroads mitgehen ließ, welche er dann verkauft hatte. Mit dem Geld konnte er sich dann ein Handy kaufen. Das läuft hier oft so, dass man Dinge auf Raten kaufen kann - das ist dann oft nur ein sehr geringer Betrag, der dafür täglich zurückbezahlt werden muss. 


      Die Wochenenden

      An den Wochenenden machte ich ausgiebige Erkundungswanderungen in die umliegenden Dörfer, zu Flüssen und zu Teeplantagen. Da die Gegend hier komplett untouristisch ist und außer den Missionaren eigentlich keine "Weißen" anzutreffen sind, waren die Dorfbewohner oft sichtlich erstaunt, als sie mich sahen. Sie waren durchwegs sehr freundlich und hatten große Freude, wenn ich mich ein wenig mit ihnen unterhielt. Eine nette Dame wollte mich sogar zum Mittagessen einladen. Da es aber noch recht früh war, fragte ich wie spät es denn sei. Sie schaute mich erstaunt an und fragte: "Do you use the time?" - auf Deutsch: "Benutzt du die Uhrzeit?". Ich musste über mich selbst lachen. Das war jetzt wieder mal so eine typisch "deutsche" Frage von mir. Bei uns geht immer alles nach Zeit und am besten überpünktlich. Für die Leute hier spielt Zeit absolut keine Rolle, was ich eigentlich wunderschön finde. Trotzdem entschied ich mich, das nette Angebot abzulehnen, weil ich sonst wahrscheinlich den halben Tag dort verbracht hätte. 


      Diese nette Familie hat mir angeboten mich zum Mittagessen einzuladen. 

      Teeplantagen



      Letzten Freitag Nachmittag kam eine weitere Missionarin bei Philipp und Tabitha zu Besuch - Dorothea. Sie arbeitet für dieselbe Organisation wie die beiden. Doro blieb bis Montag bei uns und musste dann wieder zurück nach Nairobi. Das war eine gute Chance für mich, gleich mit ihr mitzufahren bis nach Nakuru. Mein Plan ist es nämlich als nächstes den  Mount Kenia zu besteigen. Dazu muss ich von Nakuru aus weiter nach Nanyuki. Dort habe ich dann einen Couchsurfing Gastgeber - Robert - der gleichzeitig auch Guide ist. Mit ihm werde ich dann die Besteigung planen.


      Die Fahrt mit Doro nach Nakuru war super kurzweilig und geprägt von vielen spannenden Gesprächsthemen. Wenn ich wieder nach Nairobi muss, um mein Visum eventuell zu verlängern, plane ich sie auf alle Fälle zu besuchen. Nun bin ich erstmals ein, zwei Tage in Nakuru, um ein bisschen Zeit für mich zu haben, bevor ich mich in die nächste Großfamilie stürze. Robert lebt nämlich mit seiner Familie auf einer Farm. 

      Ich muss aber zugeben, dass es sich nun fast ein bisschen einsam anfühlt, so ganz alleine in meinem Hotelzimmer, ohne greischender und lachender Kinder um mich herum. 


      Ich werde mich wieder melden sobald ich im Mount Kenia Gebiet bin. 


      Eure Michi :)



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      Samstag, 4. Dezember 2021

      Abenteuerliche Duschungelwanderung in Tinderet

      By On Dezember 04, 2021


      Tinderet, Kenia

      Meine Gastfamilie machte heute einen Ausflug nach Kisumu. Ich beschloss erstmal eine ausgiebige Erkundungswanderung rund um die Missionsstation DIGUNA zu machen. Es gibt scheinbar einen schönen Wasserfall und einen großen Fels mit traumhafter Aussicht hier in der Nähe. 


      Der Fels dort in der Ferne sollte mein heutiges Ziel sein. Man kann ihn von DIGUNA aus gut sehen.

      ... er kommt schon näher :)


      Da das Wandern nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen der Einheimischen zählt, ist es oft gar nicht so einfach Wege zu finden. Nichtsdestotrotz bin ich irgendwann beim Wasserfall angekommen. Dazu musste ich zuerst abenteuerliche Leitern entlang von Wasserrohren nach oben klettern. Das letzte Stück ging es dann schwindelerregend steil, entlang von Felsen und Wurzeln nach unten. Nun begann ein dichter Dschungel. Ungünstigerweise musste ich gerade in dem Moment an meine Begegnung mit der grünen Mamba in Uganda zurückdenken. Es überkam mich eine regelrechte Schlangenphobie. Natürlich nicht ganz zu unrecht, denn hier in dieser Gegend gibt es ja bekanntlich einige dieser Exemplare. Philipp erzählte mir beispielsweise von einer sechs Meter langen Python, die in Crossroads gesichtet wurde. Zudem sollte es auch Puffottern und Grüne Mambas geben. Vor lauter Panik nahm ich einen großen Stein und warf ihn immer wieder ein paar Meter vor mir auf den Boden, um eventuelle Untiere zu verscheuchen. Zum Glück ging alles gut und schon bald stand ich unter einem beeindruckenden Wasserfall. 


      Entlang von Wasserrohren ging es über diese Leiter nach oben



      Nur gut, dass es hier so viele Wurzeln zum Festhalten gibt


      Ich musste die kleine Ketterpassage wieder zurück zum Weg. Von nun an ging es einen ganz gemütlichen Pfad entlang bis zu einem malerisch schönen, kleinen See. Von da aus konnte ich keinen wirklichen Weg mehr finden und kämpfte mit dem Dornengestrüpp um mich herum. Es kam mir gerade recht, als ich einen jungen Mann in der Ferne auf einem Stein sitzen sah. Er schien mich zu beobachten. Ich bahnte mir einen Weg durch das Gestrüpp und fragte ihn nach dem Weg zum großen Fels. Er meinte, ich sollte ihm folgen. Er begann mich auszufragen, ob ich denn alleine hier sei und ob ich verheiratet wäre. Ich erklärte ihm, dass meine Freunde ganz in der Nähe sind und dass ich natürlich verheiratet wäre. Ich konnte mir nämlich schon denken, worauf er hinaus wollte. Meine Antworten hielten ihn aber keineswegs davon ab, mir schon kurz darauf recht eindeutige Angebote zu machen. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass ich kein Interesse hatte und ich seine Begleitung eigentlich nicht brauchen würde. Natürlich ließ sich der Gute nicht so einfach abwimmeln. Ganz kurz überlegte ich, ob ich Angst haben sollte. Aber im Anbetracht der Tatsache, dass der Kerl maximal so groß war wie ich und wahrscheinlich nur halb so schwer, beschloss ich, dass mir der gar nichts anhaben kann. Was war ich froh, als er dann irgendwann doch verschwand.


      Nun war ich beim Felsen angekommen. Die Aussicht von hier aus ist fantastisch. Man sieht nach DIGUNA hinüber und runter zu dem Wasserfall, von dem ich gerade gekommen bin. Ich legte eine kleine Pause ein und ließ die traumhafte Kulisse ein auf mich wirken. 



      Angekommen am großen Fels mit Blick auf den Wasserfall hinab,


      Der Rückweg führte mich vorbei an ein paar kleinen Farmen und später wieder den Hügel hinauf nach DIGUNA. Was für eine abenteuerliche Wandertour! Nun war ich aber doch froh, wieder heil zurück zu sein!


      Eure Michi :)



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