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Sonntag, 28. November 2021

Simples Landleben in Kapkoi

By On November 28, 2021

 

Eldoret, Kenia

Eine Nacht in Nakuru

Letzten Donnerstag, dem 18.11., ging es für mich weiter von Naivasha nach Nakuru. Ich hatte dort eine Unterkunft gleich neben dem Busbahnhof. Dementsprechend laut war es auch die ganze Nacht. Ich muss zugeben, dass mir die Gegend dort nicht sonderlich sympathisch war. Die Leute sind irrsinnig aufdringlich und versuchten mich fast schon aggressiv in ihr Matatu zu zerren, ganz egal ob ich dorthin wollte oder nicht. Zum Glück waren die Angstellten meiner Unterkunft dafür umso netter. Daniel - ich vermute es ist der Besitzer - brachte mich am Freitagmorgen sogar zum Busbahnhof und ging sicher, dass ich im richtigen Matatu landete.


Von Nakuru ging es dann am nächsten Tat weiter nach Eldoret. Auch das ist eine recht große Stadt, jedoch stellte ich gleich bei der Ankunft fest, dass die Menschen hier um einiges freundlicher und weniger aufdringlich sind.


Angekommen bei Hillary und seiner Familie 

Meine Gastfamilie (von Couchsurfing) wohnt etwa 30 km außerhalb von Eldoret in dem Dorf Kapkoi, das auf 2.500 m Seehöhe liegt. Die Familie besteht aus Hillary - ein professioneller Marathonläufer, seiner Frau Betty und den beiden Kindern Annabelle (5 Jahre) und Aniel (1 Jahr). Betty holte mich vom Busbahnhof ab. Nun ging es mit einem weiteren Matatu nochmals über eine Stunde in ihr kleines, idyllisches Heimatdörfchen Kapkoi. Ich fühlte mich von Anfang an super wohl hier. Alles total ländlich und simpel. Die Familie lebt in einem kleinen Holzhaus mit einem Wellblechdach. Die Küche ist in einem eigenen Gebäude - hier wird auf offenem Feuer gekocht. Auch die Hühner wohnen mit in der Küche. Das Toilettenhäuschen befindet sich etwa 100 Meter vom Haus entfernt - eine kleine Holzhütte mit einem Loch im Boden, welches man möglichst treffen sollte, wenn man sein "Geschäft" verrichtet. Die "Dusche" ist die kleine Holzhütte gleich daneben - man nimmt sich einen Kanister Wasser mit und duscht sich dann im Schöpfprinzip. Fließend Wasser gibt es keines, es muss mühsam vom Brunnen heraufgezogen und hergeschleppt werden. Dann wird es am Feuer noch erwärmt. Duschen ist hier also etwas ziemlich zeitaufwändiges. Zudem muss man mit etwa drei Litern auskommen, da Wasser  Mangelware ist. Die Familie besitzt drei Kühe, von denen eine täglich gemolken wird. Außerdem haben sie einen Garten mit vielen Früchten und Gemüse (Kartoffeln, Mais, Melonenbirnen, Avocados, Tamarillos,...). Sie versorgen sich zu einem großen Teil selbst oder tauschen Dinge und Lebensmittel mit den Nachbarn aus. 


Betty beim Melken der Kuh

Die Küche. Hier wird auf auf offenem Feuer gekocht.

Links die Toilette und rechts die Dusche ;)

So sieht die Toilette von innen aus. Man sollte möglichst das kleine Loch treffen wenn man sein "Geschäft" erledigt. 

Hier wird geduscht und zwar nach dem Schöpfprinzip. Man nimmt eine Schüssel warmes Wasser mit und einen Becher, mit dem sich das Wasser dann über den Körper schüttet.


Da wo die weltbesten Marathonläufer herkommen...

... genau da befinde ich mich gerade. Man kennt sie ja, die kenianischen Marathonläufer, die bei den Wettkämpfen immer ganz vorne mitlaufen. Sie kommen großteils tatsächlich genau da her wo ich gerade bin. Da Eldoret und die Gegend rundherum (zB Iten) auf durchschnittlich 2.500 m Seehöhe liegt, bietet diese Region die idealen Voraussetzungen für das sogenannte Höhentraining. Das Laufen ist in Kenia jedoch weniger eine Freizeitbeschäftigung, sondern eine der wenigen Möglichkeiten, einen Weg aus der Armut zu finden. Die Arbeitslosenquote beträgt hier scheinbar bis zu 80%. 


Ich, als begeisterte Läuferin, wollte mit Hillary natürlich gleich über das gemeinsame Hobby sprechen. Ich musste schlucken als er mir antwortete: "You know, we Kenyans don´t run for fun, we run for money." Auf Deutsch: "Weißt du, wir Kenianer laufen nicht zum Spaß, wir laufen für Geld." Unglaublich was da für Welten aufeinander prallen. Für uns ist das Laufen eine nette Freizeitbeschäftigung, während es hier mehr oder weniger ums nackte Überleben geht. 


Umso rührender fand ich es wie bereitwillig diese einfache Familie alles was sie hatte mit mir teilte. Sie gingen immer sicher, dass ich satt war und es mir an nichts fehlte. Hillary erzählte mir, dass er seinen Traum ein erfolgreicher Marathonläufer zu werden, mittlerweile wieder an den Nagel gehängt habe. Zu groß sei die Konkurrenz. Und solange er nicht gewinnen würde, bekäme er auch kein Preisgeld. Er hätte eigentlich die perfekten Voraussetzungen - er ist gertenschlank und hat hat einen durchtrainierten Körper. Nun möchte er aber sein Glück mit Hilfsjobs in Katar versuchen. Dort würde er genug Geld verdienen um seiner Familie Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Er habe das Visum bereits beantragt und möchte gerne für zwei Jahre dorthin. Sein Vorhaben stimmt mich traurig, immerhin führen er, seine Frau und die zwei Kinder ein wirklich harmonisches Familienleben in einer absolut idyllischen Umgebung. Sie pflegen einen respektvollen Umgangston und behandeln einander äußerst liebevoll. Jeden Abend sitzt die ganze Familie zusammen und es wird in der Bibel gelesen, gemeinsam gesungen und gebetet. Ich kann Hillary nur aus vollem Herzen wünschen, dass sein Vorhaben den gewünschten Erfolg bringt. Für uns, die wir mit so viel Wohlstand aufgwachsen sind, sind solche Schritte oft schwer nachzuvollziehen. 


Hillary, Betty mit Aniel und Annabelle


Der Tagesablauf auf der Farm

Es gibt hier immer viel zu tun. Die Familie steht um kurz vor sechs Uhr am Morgen auf. Annabelle wird dann für die Schule fertig gemacht. In Kenia gehen die Kinder tatsächlich schon ab vier Jahren zur Schule. Die Kleine spricht fließend Englisch, Swahili und die regionale Stammes-Sprache. Unglaublich! Danach geht´s ans Melken der Kuh. Hillary ist ein guter Lehrer und schon bald konnte ich beim Melken helfen. Da die Kuh leider nicht immer genug Wasser bekommt, gibt sie leider manchmal nur sehr wenig Milch. Zudem ist es äußerst beschwerlich das Wasser vom Brunnen heraufzuziehen und dann den etwa 500 m weiten Weg zu schleppen. Für die drei Kühe sollten es täglich mindestens 100 Liter sein! 

Ich beim Melken :D

Nachdem die Kühe versorgt sind, wird der Chai aufgestellt. Das ist der typisch kenianische Tee mit viel Milch und ganz viel Zucker. Der Tee wächst auf den Teeplantagen direkt vor dem Haus. Und die Milch kommt frisch von der Kuh. Sogar der Zucker kommt vom regionalen Zuckerrohr. Tatsächlich trinkt die Familie so gut wie gar nichts anderes als Chai den ganzen Tag. Das Wasser hier sollte ja sowieso immer abgekocht werden vor dem Trinken. Zusätzlich gibt es am Morgen zum Chai selbstgemachtes Chapati (= Fladenbrot, bestehend aus Mehl und Waser) .

Betty und Hillary beim Zubereiten frischer Chapatis

Weiter geht es mit Arbeiten wie Brennholz aus dem Wald holen, Tierfutter schreddern, die Hühner versorgen, Obst und Gemüse ernten, Wäsche händisch waschen, usw. Nebenbei muss noch auf den einjährigen Aniel aufgepasst werden, den man eigentlich keine Sekunde aus den Augen lassen soll. Einmal stand er schon kurz vor dem metertiefen Brunnenloch - mir ist fast das Herz stehen geblieben. Betty hat vor Kurzem einen kleinen Job in der Stadt gefunden, wodurch sie unter der Woche tagsüber nicht da ist. Zum Glück wohnt im Moment noch die Schwester von ihr mit uns, die eine große Entlastung bei den täglichen Arbeiten darstellt. Zu meiner Begeisterung finden sich im Garten zwischen den Obststauden immer wieder kleine Chamäleons in den buntesten Farben. 

Die kleine Annabelle und ihre drei Kusinen beim Brennholz sammeln

Nachbarschaftshilfe wird im Dorf groß geschrieben. Immer wieder kommt jemand vorbei, um zu helfen oder eben umgekehrt. Gleich am ersten Wochenende feierte die Nachbarsfamilie den Schulabschluss ihres Sohnes. Wir kamen schon am Vortag dorthin um ihnen die zu helfen die Unmegen von Kartoffeln zu schälen und das Essen vorzubereiten. Am nächsten Tag werden nämlich viele Gäste erwartet. Natürlich waren wir dann auch zur Feier eingeladen. Die ganze Großfamilie war da und etwa das halbe Dorf. Insgesamt waren es wohl etwas über 50 Besucher. Ich wurde super herzlich von allen empfangen. 

Schulabschlussfeier im Dorf

Am Samstag Abend verkündete Hillary mir feierlich, dass wir ein Schaf schlachten werden. Am nächsten Tag kommen nämlich Verwandte vorbei. Soweit ich das verstanden habe geht es darum, dass irgendwelche Brautpreisschulden erlassen wurden. Natürlich durfte ich bei der Schlachtung life dabei sein. Hillary und sein Nachbar schnitten dem schon etwas älterem Schaf mit einer recht stumpfen Machete den Kopf ab. Die 5-jährige Annabelle schaute quietschend vor Begeisterung zu. Als der Kopf ab war, schnappte sie sich diesen sogleich zum Spielen. Sie steckte ihre Finger in sämtliche Öffnungen und war innerhalb kürzester Zeit auf und auf voll mit Schafsblut. Die Erwachsenen störte das wenig. Mein Auftrag war es dann ihnen den Schafskopf nachzutragen zum Haus. Das war ein ekelhaftes Gefühl sag ich euch. Der Kopf bewegte sich nach wie vor ein wenig, zudem war er immer noch warm und blutete. Nun wurde dem Vieh noch das Fell abgezogen und das Fleisch aufgearbeitet. Gegessen wird hier ALLES außer die Knochen, was heißen soll alle Teile des Darms, sämtliche Innereien usw. Das war wieder einmal ein recht gravierendes Erlebnis heute. Fotos erspare ich euch lieber ;)


Zum gemeinsamen Joggen kam ich mit Hillary nur ein einziges Mal. Aber das hat mir schon gereicht. Aufgrund der Höhe, war ich innerhalb kürzester Zeit ordentlich außer Atem. Dafür machten wir aber immer wieder kleine Wanderungen in den Wald und zu wunderschönen Wasserfällen ganz in der Nähe. Die kleine Annabelle verfolgte mich in jeder freien Minute auf Schritt und Tritt. Sie liebt es meine Haare anzufassen und mir Frisuren zu machen.


Annabelle, Aniel und ich


Annabelle, ich, Aniel und Betty

In Kenia wird typischerweise mit den Fingern gegessen

In dieser Flasche aus Kürbis befindet sich ein fermentiertes Getränk bestehend aus Milch und Holzkohle. Es ist typisch für die Gegend hier und nennt sich "Mursik". 

Wanderung mit den Nonnen ;)

Wunderschöne Aussicht vom Wasserfall aus

Wenn einem die Hühner das Mittagesen wegessen *lach*


Kulturelle Unterschiede

Am Sonntag, als dann das geplante Festessen stattfand, amüsierten sich die Gäste vor allem darüber, dass in meiner Heimat eine Frau "gratis" ist - also, dass es keinen Brautpreis gibt. So etwas ist für sie absolut unvorstellbar.  


Mittags und abends isst die Familie meist Ugali (=Maismehlbrei, ähnlich wie Polenta) oder Reis mit Bohnen. Als ich ihnen eines abends Pasta mit Tomatesauce gekocht hatte, merkte ich sofort, dass sich ihre Begeisterung in Grenzen hielt. Ein Essen ohne Ugali ist für sie kein richtiges Essen. Ich selbst war heilfroh endlich mal etwas anderes zwischen die Zähne zu bekommen. Meine Freude war leider nur von kurzer Dauer. Ehe mich mich versah , schüttete Betty Teile vom Schafskopf über meine Nudeln. Da das Vieh schon älter war, hatte es einen unglaublich starken "Schaf"-Geschmack. Zudem besteht der gekochte Kopf sowieso nur aus einer ekelhaft ledrig-gummiartigen Haut. Wenn man darauf herumkaut, wird die Masse im Mund immer mehr statt weniger. Ich konnte sie davon überzeugen, dass ich Schafskopf nicht so gerne mag und spendierte ihn an Hillary. Leider war aber schon allein die Sauce davon so geschmacksintensiv, dass meine ganze Pasta versaut war. Aber der Hunger war letztendlich größer....


Es dauerte bis das Schaf komplett aufgegessen war. Auch die nächsten Tage schwammen in der Bohnensauce immer wieder irgendwelche Teile vom Schafsdarm. Das war schon eine ordentliche Bewährungsprobe für mich. Der Rest der Familie strahlte aber, da Fleisch für sie etwas sehr seltenes und besonderes ist. Da es keinen Kühlschrank gibt, muss man das Tier natürlich so schnell wie möglich weiterkriegen. Als Hillary dann fast eine Woche nach der Schlachtung noch einen Schafsschenkel aus der Scheune holte, musste ich ihm aber sagen, dass ich das keinesfalls mehr essen würde. Tagsüber ist es sehr warm dort und außerdem sitzen die Fliegen drauf. Hillary wollte mich jedoch davon überzeugen, dass das überhaupt nicht schlimm wäre und schnitt ein Stück vom Schenkel ab. Ich musste mich fast übergeben, als ich sah, dass das Fleisch voll von kleinen Madenwürmern war. Gar kein Problem meinte Hillary, das Fleisch wird eh noch gekocht. Das war jetzt nun wirklich zu viel für mich. Ich legte auch Hillary noch ans Herz, dass er das besser nicht mehr essen sollte, er könne sich eine üble Lebensmittelvergiftung holen. 


Was zudem für uns etwas ungewöhnlich erscheinen mag ist, dass die Babys hier keine Windeln tragen. Wenn sie pinkeln müssen, dann ist eben die Hose nass. Die meisten Erwachsenen stört das nicht sonderlich, wenn so ein nasses Baby auf ihnen herumkrabbelt oder sich auf ihren Schoß sitzt. Da hatte ich schon ordentlich Mühe. Immerhin liebte es der kleine Aniel auf meinem Schoß zu sitzen. Und da man die Wäsche hier ja nur händisch waschen kann, ist es viel Arbeit, diese dann wieder völlig sauber und geruchsfrei zu kriegen. Wenn der Kleine "groß" muss, dann merken sie das meistens und ziehen ihm die Hose runter, oder sie wird einfach gewechselt und ausgewaschen. Also ich denke, ich habe hier das Immunsystem meines Lebens entwickelt ;) Ich bin ja der Meinung, dass wir in Europa teilweise viel zu steril leben, aber das hier fand ich teilweise schon etwas zu viel des Guten. Trotzdem muss man sagen, dass die ganze Familie pumperlgesund ist. 


Die Sache mit dem Heiraten

Was bestimmt auch noch unter die Rubrik "kulturelle Unterschiede" gehört, ist die Sache mit dem Heiraten. Für die Leute hier ist es absolut unverständlich wieso ich keinen Mann und Kinder habe. So etwas sei ein Segen Gottes und gehöre zum Leben einfach dazu. Für das Problem hatte Hillary recht schnell eine Lösung parat: Hosea, der Bruder von Betty wäre noch zu haben. Er ist Mitte zwanzig, trinke keinen Schluck Alkohol und wäre sehr fleißig. Ein perfekter Ehemann also. Ich machte den riesengroßen Fehler und tat das Angebot als Scherz ab. Freundlichkeitshalber erlaubte ich es Hillary sogar, dass er ihm meine Nummer weitergibt. Schon bald wurde mir klar, dass die Sache hier todernst ist. Hosea meinte scheinbar nun wirklich ich hätte Interesse ihn zum Mann zu nehmen. Als ich Hillary erklärte, dass wir in Europa aus Liebe heiraten, meinte dieser bloß, dass die Liebe eh automatisch kommen würde, wenn man sich öfters trifft. Heiraten ist hier oft einfach Mittel zum Zweck. Puh, irgendwie musste ich aus der Situation wieder rauskommen. Der Rest der Familie verstand meine Zurückhaltung überhaupt nicht. Man muss hald auch bedenken, dass so ein Muzungu (=Weiße) in der Familie ein besseres Leben für sie alle bedeuten könnte. Mittlerweile habe ich aber klare Worte gesprochen, die sie nun wohl auch verstanden haben. Hillary war tatsächlich etwas eingeschnappt. Nun habe ich wieder eine wichtige Lektion fürs Leben gelernt: In Afrika darf man nie mit Herairatssachen scherzen!!


Ansonsten ist zu sagen, dass die Menschen hier keinen Stress kennen und Zeit für sie überhaupt keine Rolle spielt. Vor allem das soziale Miteinander ist sehr wichtig. Trifft man Bekannte auf der Straße, kann so eine Begüßung schon mal über eine Stunde dauern. 


Zurück in der Zivilisation 

Insgesamt verbrachte ich eine volle Woche bei dieser wundervollen Familie. Vorgestern, am Freitag, brachte mich Hillary zurück nach Eldoret. Hier werde ich bis morgen - Montag -  verweilen. Ich kaufte noch Kleider für die Kinder, worüber sie sich äußerst dankbar zeigten. Zudem musste ich allen versprechen, bald wiederzukommmen - was ich natürlich sehr gerne mache. Nun wird es aber am Montag erstmals weitergehen nach Tinderet. Dort werde ich bei einer Missionarsfamilie leben, die ehemalige Gefangene rehabilitiert. Ich bin schon unglaublich gespannt auf meine Zeit dort. 

Im Moment genieße ich es sehr wieder in der "Zivilisation" angekommen zu sein. Es gibt hier im Ort sogar einen Waschsalon mit Waschmaschine (!!!) welchen ich natürlich sofort aufgesucht habe. Seit Beginn meiner Reise habe ich meine Sachen eigentlich immer nur händisch gewaschen. Außerdem genieße ich es zwischendurch wieder mal etwas anderes als Ugali und Reis zu essen. Und wie schön eigentlich so eine Dusche mit fließend Wasser ist! So lernt man die kleinen Dinge im Leben wieder richtig zu schätzen :)

Plakat in einem Supermarkt in Eldoret. Hier gibt es nicht - wie bei uns - Geld zu gewinnen sondern 1000 Ziegen *lach*


Ich werde mich wieder melden wenn ich in Tinderet angekommen bin.


Bis bald!

Eure Michi :)












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Mittwoch, 17. November 2021

Camp Carnelley´s am Naivasha-See

By On November 17, 2021


Naivasha-See, Kenia

Seit Montag bin ich nun im Camp Carnelley's am Naivasha See. Das liegt eigentlich nur 40 Fahrminuten von meiner alten Unterkunft entfernt - dafür bin ich jetzt aber dirket am See. Es scheint hier alles wie ausgestorben, außer mir ist maximal eine weitere Familie hier. Ich schlafe in einem Schlafsaal mit acht Betten (1.000 KSh/Nacht), kann ihn aber für mich alleine nutzen. Das Camp ist ziemlich weitläufig und wirklich sehr idyllisch. Am Ufer ist ein elektrischer Zaun angebracht, damit die Nilpferde nachts nicht ins Camp kommen können. Die Tiere sind ja scheinbar ziemlich gefährlich, vor allem wenn sie an Land kommen. Ansonsten gibt es hier eine ungeheure Vielfalt an Vögeln und jede Menge Affen, die am Morgen ihr Unwesen treiben und in den Mülleimern nach Essbarem suchen.


Sonnenuntergang am Naivasha-See


Streifzug nach Kamere

Am ersten Tag startete ich einen Streifzug zu Fuß zum nächsten Dorf - Kamere. Dort war ich wieder einmal die Attraktion schlechthin und bekam für meinen Geschmack viel zu viel Aufmerksamkeit, weshalb ich noch ein Stückchen weiter wanderte. Zwei Männer, die mir entgegen kamen fragten mich, ob ich denn keine Angst hätte hier alleine herumzuwandern. Sollte ich etwa? Ich ließ mich nicht verunsichern und marschierte weiter. Ein kleiner Pfad durch einen Wald führte in Richtung See. Ich war an einem wunderschönen Fleckchen angekommen. Vögel in den schönsten Farben sangen hier fröhlich ihre Lieder. In der Ferne entdeckte ich ein paar Fischer. Vorsichtig ging ich weiter, immer schön am Schauen, ob eh nicht plötzlich irgendwo ein Nilpferd aus dem Wasser kommt. 



Am Rückweg entdeckte ich noch den öffentlichen Strand von Kamere. Dort gibt es ein paar Restaurants und jede Menge frischen Fisch zu kaufen. Ich war völlig außer mir, als ich dann etwa 100 Meter vor mir endlich ein Nilpferd sah. Es stand im Sumpf und war am Grasen. Ich ging noch ein paar Meter weiter, aber viel näher als geschätzte 50  Meter traute ich mich nicht mehr zu kommen. Ein einheimischer Junge wollte wohl besonders "cool" sein und wagte sich etwa bis auf 10 Meter Entfernung auf das Ungetüm zu, welches ihn keines Blickes würdigte. Überglücklich endlich ein Nilpferd gesehen zu haben ging es zurück ins Camp. 


Bike-Tour zum Oloidien-See

Der Dienstag startete nicht besonders gut. Am Vorabend habe ich mir ein leckeres Curry gegönnt, aber leider ist mein Bauch immer noch nicht ganz gut. Die Tage davor habe ich nur Grießbrei und Bananen gegessen, weil das das Einzige war, was ich vertragen habe. Jedenfalls musste ich nach dem Curry ab etwa ein Uhr nachts halbstündlich auf die Toilette rennen. Als ich dann so gegen fünf am Morgen noch einmal fast in den Schlaf gefunden hätte, machten die Affen am Blechdach aber so einen Radau, dass sowieso nicht mehr ans Schlafen zu denken war. 


Da ich den Tag dann gemütlich angehen wollte, beschloss ich  mit einem Matatu an den Oloidien-See zu fahren. Doch der Typ vom Fahrradverleih schaffte es doch glatt mir so einen Drahtesel anzudrehen, da es damit viel einfacher sei dorthin zu kommen. Außerdem sehe man sehr viele Wildtiere am Weg, da es durch ein Naturreservat geht. Zum Glück war es bewölkt an dem Tag, wodurch das Unterfangen nicht ganz so anstrengend war. Und ich muss sagen: Das Fahrrad hat sich so was von gelohnt! Es war unglaublich, was ich auf meinem Weg wieder alles an Tieren zu sehen bekam: Giraffen, Zebras, Büffel und Antilopen. 


Unterwegs mit meinem Drahtesel


Am Rückweg waren Pumbas (Warzenschweine) auf der Straße unterwegs. Ein paar Meter weiter saßen dann riesige Paviane am Straßenrand. Das war dann der Moment, wo ich Angst bekam. Mit den Biestern hatte ich in Sambia schon eine ganz ungemütliche Begegnung. So ein Vieh - und glaubt mir, die sind groß - hat sich damals vor mir aufgebaut, die Zähne gefletscht und mir dann mein komplettes Jausensackal geklaut. So schnell ich nur konnte, radelte ich deshalb jetzt an ihnen vorbei.


Pumba


Vorsicht Nilpferde!

Am Abend ging ich im Restaurant des Camps gleich nebenan essen - oder besser gesagt: Suppe löffeln. Als ich mich um kurz nach acht auf den Heimweg machen wollte, meinte der Besitzer er ließe mich jetzt auf gar keinen Fall zu Fuß nach Hause gehen. Es war schon stockdunkel und es wären nun überall die Nilpferde unterwegs, da es hier keinen Zaun gibt. Ich dachte der Typ macht nur Scherze und versucht mir bloß ein teures Taxi anzudrehen. Er ließ aber nicht locker. Sogleich stand auch schon ein Auto da. Der Fahrer forderte mich auf einzusteigen. Die beiden verunsicherten mich so sehr, dass ich nachgab. Ich traute meinen Augen kaum, als wir dann direkt an zig Nilpferden vorbeifuhren, die gemütlich am Grasen waren. Das hätte ich mir wirklich nicht gedacht. Der Fahrer verlangte dann auch kein Geld, aber ich steckte ihm zum Dank etwas Kleingeld zu. 



Schon wieder die Polizei...

... hat mir heute das Leben schwer gemacht. Da die Bike-Tour gestern so toll war, wollte ich das Ganze heute wiederholen. Ich machte mich wieder in die selbe Richtung auf. Als ich gerade am Straßenrand hielt, um ein Foto vom See zu machen, bremste plötzlich auch ein Moped mit zwei Männern neben mir. Einer der beiden fragte recht unfreundlich was ich hier mache. Etwas genervt erwiderte ich, dass am Fotografieren bin. Er erklärte mir, er sei Polizist und das sei verboten, weil wir in einem Naturreservat sind. "Blödsinn", dachte ich mir bloß. Der will bestimmt wieder nur Geld. Dann wollte er noch wissen wo überhaupt mein Guide sei. Eigentlich sollte man in solchen Situationen ja freundlich bleiben, aber so ganz schaffte ich das heute wohl nicht. Ich war mir ziemlich sicher, dass das nur eine Abzocke ist. Dann wollte er sogar, dass ich mit auf den Polizeiposten komme. Auf so etwas ließ ich mich nicht ein und erklärte ihm daraufhin, dass ich in dem Fall zurückfahren werde. Zum Glück ließ er mich gehen. Ich erkundete also die andere Seite vom See. 


Ironischerweise erfuhr ich später vom Besitzer des Fahrradverleihs, dass der Polizist warhscheinlich gar nicht gelogen hatte. Im Naturreservat dürfe man wirklich keine Fotos machen (???) und eigentlich nur mit Guide rein, wegen der gefährlichen Tiere. Ich musste etwas Schmunzeln über mich selbst. 


Nun geht es morgen für mich weiter in die Stadt Nakuru. Dort werde ich nur eine Nacht bleiben. Am Freitag treffe ich mich dann in Eldoret mit Hillary (von Couchsurfing). Ich werde mit ihm und seiner Familie ein paar Tage in einem kleinen Dorf dort in der Nähe verbringen. Hillary ist übrigens professioneller Marathonläufer. Ich bin schon gespannt!


Eure Michi :)






Sonntag, 14. November 2021

Naivasha und seine Wildtiere

By On November 14, 2021

 

Naivasha, Kenia

Über den gestrigen Tag gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass es mir im wahrsten Sinne des Wortes beschissen ging. Ich konnte schon in der Nacht fast nichts schlafen wegen heftiger Bauchschmerzen und musste immer wieder auf die Toilette rennen. Tagsüber wurde es nicht besser. Ich konnte den ganzen Tag über gar nichts essen. Nachmittags quälte ich mich dann zu einer Apotheke um mir ein paar Mittelchen zu holen, die mir Besserung verschaffen sollten. Auf dem Weg dorthin sah ich tatsächlich Zebras am Straßenrand mitten im Ort grasen. Ansonsten passierte nichts Aufregendes - außer vielleicht dass ich bemerkte Mitbewohner zu haben. Immer wieder fand ich irgendwo neuen Mäusekot - oder vielleicht doch Ratten? - in meinem Baumhaus. Gesehen hab ich die Tiere aber (zum Glück) noch nicht. 


Ein spannender Spaziergang

Heute Morgen fühlte ich mich wieder etwas besser. Die Nacht über gab mein Bauch Ruhe. Der Koch hat mir zum Frühstück liebenswürdigerweise einen Grießbrei und Tee gemacht. Da es mir danach noch ganz gut ging, beschloss ich einen kleinen Spaziergang zum Karagita Strand zu machen - in der Hoffnung dort Nilpferde zu sehen. 


Es kam wieder einmal alles ganz anders. Ich durchquerte zuerst den kleinen Wald am Ortsrand. Heute waren dort noch viel mehr Wildtiere unterwegs als beim letzten Mal als ich hier war: Gnus, Antilopen, Giraffen, Zebras, Affen, etc. Es fühlte sich fast unwirklich an so nah bei diesen Tieren herumzuspazieren. Ich kam mir tatsächlich vor wie in einem Animationsfilm. Zugegebenermaßen hatte ich schon ein bisschen Schiss. Was sollte ich machen, wenn mich so ein Tier plötzlich attackieren würde? Aber die Abenteuerlust war natürlich größer als die Angst ;)





Als ich die Tiere ein Weilchen beobachtet hatte, sah ich aus der Ferne einen jungen, einheimischen Mann auf mich zukommen. Außer ihm hatte ich hier weit und breit keine Menschenseele gesehen. War er etwa ein Ranger, der mich hier vertreiben möchte? Oder war es vielleicht sogar verboten hier zu sein? Es stellte sich aber heraus, dass er super lieb war. Er ging mit mir sogar noch näher an die Tiere ran, da er meinte, dass das völlig ungefährlich sei - außer bei den Giraffen müsse man etwas aufpassen. Er bot mir an mir noch ein paar versteckte schöne Plätze hier in der Umgebung zu zeigen. Anfangs war ich verunsichert, ob er dann nicht plötzlich Geld für seine Dienste verlangen würde, oder vielleicht sogar sonst irgendetwas im Schilde führte. Aber irgendwie sagte mir mein Bauchgefühl, dass der Kerl völlig okay ist. Er heißt übrigens Heman. Wir wanderten gemeinsam einen halb ausgetrockneten, ziemlich matschigen Flussverlauf hoch. Teilweise war es sogar ein bisschen zum Klettern. Lustig fand ich, dass ich Heman eine Anzughose, ein weißes Hemd und darüber eine Winterjacke trug. Es hatte gefühlte 40 Grad und bereits nach kurzer Zeit waren wir von oben bis unten voll mit Matsch. Er ist ein recht ruhiger Charakter. Schon bald bemerkte ich aber, dass er ein herzensguter und sehr naturverbundener Mensch ist. Als wir später wieder in Naivasha waren, lud ich ihn auf ein kaltes Getränk ein, worüber er sich sehr freute. Wir tauschten noch Nummern aus und es gab eine herzliche Umarmung. 


Unterwegs mit Heman :)


Ich denke ich bin nach wie vor ein bisschen angeschlagen, da ich nach dieser kleinen Tour ziemlich streichfähig bin. Auch mein Bauch macht sich von Zeit zu Zeit noch bemerkbar. Da mir die Umgebung um den Naivasha-See so gut gefällt und ich mir sowieso nicht sicher bin, ob ich eine lange Matatufahrt schon verkrafte, habe ich beschlossen noch ein paar Tage länger zu bleiben. Ich werde morgen in ein Camp direkt am See umziehen. Und dann dort hoffentlich auch endlich die Nilpferde sehen ;)


Eure Michi :)






Samstag, 13. November 2021

Wanderung auf den Mount Longonot

By On November 13, 2021

 

Naivasha, Kenia

Eine sehr durchzogene Nacht

Zuerst waren es die Moskitos, die mir gestern Abend das Leben schwer machten. Dann kamen plötzlich Gliederschmerzen dazu. Zudem war mir abwechselnd viel zu kalt und dann wieder viel zu heiß. Irgendwann spielte auch mein Bauch verrückt. Ich malte mir schon aus, wie ich die nächsten Wochen mit einer schweren Malaria oder sonst irgend einer schwerwiegenden Krankheit im Bett liegen würde. Nachdem ich eine Ibuprofen eingenommen hatte, fand ich zum Glück irgendwann doch noch in den Schlaf.


Als mein Wecker heute Morgen um 6:30 Uhr klingelte, fühlte ich mich bereits um einiges besser. Die Gliederschmerzen waren weg, auch mein Temperaturempfinden passte wieder halbwegs. Ich beschloss es einfach zu wagen, meine heutig geplante Wanderung auf den Mount Lonognot durchzuführen. 


Auf zum Mount Longonot National Park

Nach dem Frühstück machte ich mich auf zum Busbahnhof. Dort konnte ich auf Anhieb ein Matatu finden, das in den Ort Longonot fährt. Nach fast einer Stunde war das Gefährt endlich voll und wir konnten losfahren. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde und kostete 100 KSh (= 0,90 €) - ich glaube die Einheimischen zahlen nur die Hälfte, aber heute hatte ich einfach keine Energie ewig lange zu handeln. 


Von Longonot nahm ich ein Boda-Boda - auch wieder für 100 KSh - bis zum Nationalparkeingang des Lonogonot Nationalparks. Hier musste ich erstmals 20USD Eintritt bezahlen. Es wäre auch möglich sich einen Guide zu buchen, das ist aber nicht nötig, da man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Der Mount Lonognot ist übrigens ein inaktiver Vulkan (letzter Ausbruch 1860). 


Die Wanderung startete äußerst erfreulich: Gleich in den ersten 10 Minuten sah ich eine Giraffenfamilie. Als sie mich erspähten, schauten sie neugierig zu mir herüber. 


Eine Giraffenfamilie :)


Kurze Zeit später beobachtete ich eine Herde Zebras und Antilopen. Es sollte hier scheinbar auch Löwen und Leoparden geben, aber von denen sah ich (zum Glück) nichts. Andere Menschen traf ich bis jetzt auch keine. 


Der Aufstieg zum Kraterrand war aufgrund der Hitze und meines leicht angeschlagenen Zustandes recht anstrengend. Oben angekommen hatte ich einen genialen Ausblick auf den Kraterboden und den 2.780m hohen Gipfel. 


Am Kraterrand angekommen


Mein Ziel war es den kreisförmigen Kraterrand zum umwandern - das sind ungefähr sieben Kilometer. Schatten gibt es hier kaum. Ich merkte nun ziemlich stark, dass ich heute wirklich nicht in meiner Höchstform war. Diese - für meine Verhältnisse - eigentlich sehr einfache und kurze Wanderung machte mir heute irrsinnig zu schaffen. Zum Glück hatte ich genügend Wasser und Sonnenschutz dabei. Vom Gipfel aus genoss ich den tollen Ausblick auf den Naivasha-See


Der Gipfel vom Mount Longonot 2.780m


Der Abstieg wurde durch den trockenen Vulkansand ziemlich staubig. 



Nun kamen mir plötzlich jede Menge einheimische Schulkinder in Schuluniform (!!) entgegen. Sie hatte heute so etwas wie einen Wandertag und quälten sich in der Mittagshitze den Berg hinauf. Keiner hatte einen Rucksack dabei, in der Hand hielten sie lediglich eine kleine Plastikflasche Wasser. Ich hatte mittlerweile fast drei Liter getrunken. Sie taten mir richtig leid. Aber ich denke, dass es viele nicht auf den Gipfel geschafft haben. Immerhin waren es geschätzt hunderte Kinder und die meisten schienen bereits ganz unten aus dem letzten Loch zu pfeifen. Wie kann man auch nur auf so eine Idee kommen mittags so eine Wanderung zu starten?


Ich war heilfroh als ich wieder im Dorf Longonot ankam, da ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Irgendwie war ich wohl doch noch nicht ganz gesund. Mein Bauch machte sich immer wieder bemerkbar. Ich habe es auch den ganzen Tag über nicht wirklich geschafft etwas zu essen, weil mir der Appetit fehlte. Zudem bekam ich immer gleich heftige Bauchkrämpfe wenn ich auch nur einen kleinen Bissen aß. Zurück in meinem Baumhaus war ich streichfähig.  


Hier noch ein paar Details zur Wanderung:

Gesamtlänge: 12,70 km

Aufstieg: 753 Höhenmeter

Zeit: 4 Std 30 min (inklusive mehrerer kurzer Pausen)


Jetzt gibt es noch einen Tee und dann ab in die Heia :)





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Donnerstag, 11. November 2021

Schöne Überraschungen in Naivasha

By On November 11, 2021


Naivasha, Kenia

Ich bin nun am Donnerstag Morgen von Nairobi weiter nach Naivasha gereist. Die Matatufahrt kostete 300 KSh (=2,70€) und dauerte knappe etwa eineinhalb Stunden. Leider hat es aber ewig gedauert, bis das Matatu voll war, deshalb verzögerte sich die Abfahrt um eine knappe Stunde. 


In dem Städtchen angekommen, fand ich zum Glück sogleich neues Zuhause für die nächsten Tage: Das Baumhaus ;) Es gibt dort zudem mehrere Unterkünfte im Haupthaus "Jane´s Guesthouse". Meine Baumhäuschen ist recht simpel gehalten, aber immerhin hat es sogar eine Toilette und eine Dusche, die jedoch unten ist. Das Ganze kostet etwa 14€/Nacht und das Frühstück ist inklusive. 


Ein spannender Spaziergang

Da es bei meiner Ankunft erst kurz nach Mittag war, beschloss ich sogleich einen kleinen Erkundungsspaziergang zu machen. Es ist ziemlich heiß und staubig hier im Ort. Am Ortsrand angekommen, führte ein kleiner Weg in einen Wald. Mein Ziel war es irgendwann am Naivasha-See anzukommen. Keine Menschenseele weit und breit. Wie schön diese Ruhe zwischendurch tat. 

Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als plötzlich etwa 50m vor mir seelenruhig ein paar Zebras grasten. Unglaublich! Kurze Zeit später sah ich eine Herde Antilopen... und noch mehr Zebras! Also ich glaube das Geld für eine Safari kann ich mir echt sparen *lach*. Schön langsam machte ich mir aber Gedanken, ob es denn hier vielleicht auch gefährliche Tiere gibt. Etwas verunsichert ging ich trotzdem weiter. Aus der Ferne sah ich dann Wasserbüffel. Leider wurde der Untergrund in Richtung See immer sumpfiger, so dass ich nicht mehr weiter konnte. Als ich auf ein paar Holzarbeiter stieß, ging ich auf sie zu. Wichtig ist es in Kenia, dass man Leute nicht einfach anspricht und um irgendwelche Infos fragt. Es gehört zur guten Sitte sich erstmals nach dem Befinden seines Gegenübers zu erkundigen und ein bisschen "Smalltalk" zu führen. Wenn man ein paar Brocken Swahili spricht, dann hat man die Sympathie seines Gegenübers meist sofort gewonnen. Die Herren waren äußerst nett und hilfsbereit. Sie meinten aber ich sollte vorsichtig sein, weil die Wasserbüffel wohl recht gefährlich wären. Zum See käme ich hier aufgrund des Sumpfes leider nicht mehr. Das  machte nichts, ich war überaus zufrieden mit dem was ich bisher gesehen hatte.

Ich staunte nicht schlecht als mich die beiden ganz neugierig anguckten :)

Kinder, Kinder und noch mehr Kinder!

Am Rückweg in den Ort kamen mir jede Menge Schulkinder entgegen. "Muzunguuuu!!!" riefen sie alle im Chor und begannen mir nachzulaufen. Sie schienen jede Menge Spaß dabei zu haben. Die Mädchen berührten abwechselnd meine Haare. Auf Fragen antworteten sie ziemlich schüchtern. Die Kleinen machten keinen Anstand von mir zu weichen. Eine Kleine nahm mich bei der Hand und ließ sie nicht mehr los. Die Menge hinter mir wurde immer größer. Irgendwann musste ich ihnen dann aber sagen, dass sie wohl besser nach Hause gehen sollten, denn ihre Mami würde sicher schon auf sie warten. Sie schauten mich mit großen Augen an und machten sich folgsam auf den Rückweg. Herzzerreißend! 

Zuckersüß die Kleinen

In Naivasha fand ich ein kleines lokales Restaurant, wo ich mir einen Kaffee und Chapati bestellte. Ein Kaffee kostet hier übrigens nur 60 KSh (=0,47€). So ganz mithalten mit dem was ich von zu Hause gewohnt bin, kann er zwar nicht, aber das macht ja nichts. Ich bekam eine Tasse mit heißer Milch und dazu Instant-Kaffeepulver. 

Als ich später zurück zu meiner Unterkunft kam, musste ich feststellen, dass ich der einzigste Gast hier bin. Im kleinen Restaurant auf dem Gelände war der Koch extra für mich gekommen. So ein Luxus. 

Mein Baumhaus ;)

Am Abend machten mir die Moskitos ziemlich zu schaffen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, da Naivasha auf 2.086 m Seehöhe liegt. Tagsüber ist es ziemlich heiß und die Sonne aufgrund der Höhe unglaublich stark. Nachts wird es aber ziemlich frisch. 


Als dann, Gute Nacht!

Eure Michi :)







Mittwoch, 10. November 2021

Der betrunkene Polizist und weitere Herausforderungen in Nairobi

By On November 10, 2021

 

Nairobi, Kenia

Märkte und andere Herausforderungen

Mittlerweile habe ich wohl den ersten kleinen Kulturschock etwas verdaut. Habe bereits ein paar Einheimische getroffen - vorwiegend über Couchsurfing - die mir das Stadtleben in Nairobi nähergebracht haben und mir erklärten worauf man achten sollte. Die Gegenden um die Busbahnhöfe und Märkte herum finde ich nach wie vor irrsinnig stressig: horrende Menschmassen, viel Armut, Schmutz, Lärm und vor allem viel zu viel ungewollte Aufmerksamkeit, die mir dort als Muzungu zukommt. Aber gut, daran werde ich mich in den nächsten Wochen bestimmt auch noch gewöhnen. Leider tendiere ich mich in solchen Gegenden ständig zu verlaufen. In jeder Seitenstraße sieht es genau gleich aus. Es ist wie ein Labyrinth, aus dem man irgendwie herausfinden muss.  Da es in diesen Menschenmassen nicht besonders schlau ist mit dem Handy herumzulaufen, musste ich immer wieder in einen kleinen Shop flüchten, um meine Online-Landkarten zu checken. Natürlich konnte ich den Laden nicht einfach wieder verlassen ohne etwas zu kaufen. Deshalb habe ich dann am Ende solcher Streifzüge oft jede Menge kleiner Süßigkeiten in meiner Tasche *lach*. 

In meiner Unterkunft habe ich am zweiten Morgen tatsächlich dreimal hintereinander das falsche Frühstück bekommen. Zwei Stunden später klappte es dann zum Glück. Jeder der mich kennt, weiß dass ich es gar nicht ausstehen kann, hungrig zu sein. Es war also eine enorme Geduldsprobe für mich. "TIA" (This is Africa) - würde ich da sagen ;)

Giraffen-Center

Am Montag traf ich mich mit Eddie, einem Einheimischen (von Couchsurfing). Er zeigte mir viele schöne Ecken in Nairobi, wie beispielsweise den John Michuku Memorial Park - eine wahre Ruheoase in dem ganzen Großstadtgetümmel. Ich muss zwar sagen, das der Park nicht sonderlich schön ist, alles sieht recht trocken aus und im im trüben Wasser des Nairobi Rivers schwimmt jede Menge Müll - aber hauptsache nicht so viele Menschen! 

Dann stand meine erste Matatu-Fahrt in Kenia an. Ich kenne diese Kleinbusse ja schon aus anderen afrikanischen Ländern, aber die hier in Nairobi fand ich echt abgefahren. Irrsinnig laute Musik - eine Unterhaltung ist dort fast unmöglich - und rundherum sind sie bunt bemalt mit so einer Art Graffiti. Das erste Matatu hatte sogar mehrere Bildschirme im Inneren montiert, die Musikvideos zeigten. Das ganze Ding vibrierte wegen der lauten Musik. Eddie erzählte mir, dass er die Musik in den Matatus sehr mag *lach*. 

Weiter ging es dann mit einem Boda-Boda (Mopedtaxi) zum Giraffen-Center. Obwohl uns der Fahrer versicherte, dass er weiß wo es sich befindet, hat er sich mehrmals verfahren und am Ende mussten wir einen höheren Preis als vereinbart bezahlen. 

Im Giraffen-Center angekommen, erklärte man uns bei Eintritt, dass kein Bargeld akzeptiert wird. Nur Kartenzahlung oder Mpesa. Mittlerweile habe ich zwar Mpesa am Handy, weil mir bereits gesagt wurde, dass das hier sehr praktisch sei, aber leider kein Geld drauf. Eddie begann nun alle möglichen Bekannten anzurufen, um sie zu fragen, ob sie ihm Geld auf sein Handy schicken könnten. Es dauerte schon ein ordentliches Weilchen, aber dann war auch dieses Problem gelöst.

Leider ist es so, dass Touristen bei solchen Attraktionen immer um Einiges mehr bezahlen als Einheimische. So bezahlte ich 1.500 KSh (= 11,60 €) und Eddie nur 400 KSh (= 3 €). Das Zentrum wurde übrigens gegründet, um vom Aussterben bedrohte Giraffenarten zu schützen. Man kann die Tiere dort sogar füttern, was eine ziemlich lustige Sache war. Eddie schaffte es sogar einen Griaffenkuss zu bekommen.

Giraffenzungen sind dunkelblau, ziemlich lang und sehr beweglich ;)



Zurück in das Stadtzentrum ging es wieder mit einem Matatu. Am Busbahnhof aßen wir in einem kleinen einfachen Restaurant Eddies Lieblingsspeise: Chips Masala = Pommes mit leckerer Masalasauce und einem kleinen Salat. Man bezahlt dafür 120 KSh (= 90 Cent) - und die Portion war wirklich groß. 

So sehen die abgefahrenen Matatus in Nairobi aus

Boda-Boda Fahrt mit Eddie. Übrigens muss nur der Fahrer einen Helm tragen

Gestern Mittag traf ich mich kurz mit Stella, einer Einheimischen Bergführerin - ich glaube zumindest, dass sie eine ist. Aus dem Gespräch habe ich es nicht ganz herausbekommen. Anfangs hat sie sich eher so vorgestellt als wäre sie eine "Freundin", die die Tour gerne gemeinsam mit mir machen würde. Ich möchte nämlich liebend gerne den Mount Kenya besteigen. Doch das Thema hat sich recht schnell erledigt, weil die Summe, die sie nannte - bzw versuchte mehrmals diffus zu umschreiben - lag bei mehr als 1.0000 USD. Aber zum Glück habe ich mittlerweile von einem Freund von Eddie erfahren, dass ich das Ganze einfach vor Ort organisieren sollte, dann wird es um ein Vielfaches günstiger.

Der betrunkene Polizist

Nach dem Treffen mit Stella musste ich zum Bankomaten. Da der größte Geldschein hier ein 1.000er (= 7,70 €) ist und mir der Automat aber nur 500er ausspuckte, hielt ich letztendlich einen enormen Geldpacken in der Hand. Für manche Leute hier sind das wahrscheinlich mehrere Monatsgehälter. So schnell wie möglich nach Hause also mit dem Zeug! Wie es das Unglück so will, hörte ich plötzlich jemanden hinter mir herrufen. Normalerweise ignoriere ich solche Zurufe, aber diesmal drehte ich  mich um. Ich schluckte. Es war ein Polizist, das bedeutete nichts Gutes. Kurz überlegte ich, ob ich davonrennen sollte, da ja bekannt ist wie korrupt diese Typen sind. Zudem hatte ich Unmengen an Geld dabei, ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn der das sieht. Ich versuchte freundlich und ruhig zu bleiben. Er fragte nach meinem Reisepass. Der war leider im selben Pormonee wie die Geldscheine. Ich suchte ewig lang am Handy herum, um ihm ein Foto vom Pass zu zeigen. Dabei hielt ich mein Handy krampfhaft fest, damit er mir es nicht auf einmal wegreißen konnte. Der Polizist war mir aus irgendeinem Grund sehr unheimlich. Mit der Zeit bemerkte ich, dass er unwahrscheinlich betrunken war. Seine Alkoholfahne war durch seinen Mundschutz bis durch den meinen deutlich bemerkbar. Er gab sich dann mit dem Foto zufrieden und fragte was ich hier wolle. Ich erklärte ihm, dass ich hier mit Missionaren zusammenarbeite und armen Leuten helfe. Ich dachte das würde ihn bestimmt gnädig stimmen. Dann fragte er mich ganz skrupellos nach Geld, bzw ob ich ihm einen Kaffee zahlen würde. Ich versuchte ihm so glaubhaft wie möglich zu erklären, dass ich im Moment gar kein Geld dabei hätte und meine Freunde bereits auf mich warten. Falls er morgen wieder hier sei, würde ich ihm einen Kaffee bringen, doch jetzt müsse ich dringend los. Gottlob ließ er mich gehen. Diese Erfahrung hat mir nun schon etwas Unbehagen eingejagt. Wenn man nicht einmal den Polizisten trauen kann, wem dann? 

Zurück in meiner Unterkunft beschloss ich, dass es nun wirklich an der Zeit ist diese große Stadt zu verlassen. Kurzerhand plante ich am Donnerstag nach Naivasha weiterzureisen. Dort werde ich in einem Baumhaus wohnen, ganz in der Nähe eines großen Sees - dem Lake Naivasha. Darauf freue ich mich nun sehr.

Nairobi bei Nacht mit Linda

Am Abend traf ich mich mit einer Einheimischen namens Linda. Sie ist ein wahrer Engel, sage ich euch. Zuerst aßen wir gemeinsam in einem kleinen lokalen Restaurant die besten Fisch-Fingers der ganzen Stadt - wie sie mir erklärte. Sie waren tatsächlich ein wahrer Gaumenschmaus. Später zeigte sie mir die Straßen Nairobis bei Nacht. An ihrer Seite fühlte ich mich sehr sicher. Sie gab mir super viele Tipps und half mir zuguterletzt sogar noch den Busbahnhof zu finden, von dem aus ich dann am Donnerstag weiterreisen muss. Sie ging sicher, dass wirklich alles klappt: Sie fragte die Busfahrer nach dem genauen Preis (weil mich als Muzungu würden sie sonst wieder übers Ohr hauen) und erklärte mir wie ich von meiner Unterkunft dorthin kommen kann. Nach diesen teils zwielichtigen Begegnungen war das nun wirklich ein gelungener Abschluss von diesem Tag.

Ihr werdet dann wieder von mir hören, wenn ich in Naivasha bin! 



Eure Michi :)




Samstag, 6. November 2021

Mein erster Tag in Nairobi

By On November 06, 2021


Nairobi, Kenia

Die Anreise

Mittlerweile bin ich wohlauf in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, angekommen. Die Anreise verlief erstmals ohne gröbere Zwischenfälle. In Kairo hatte ich einen 3-stündigen Zwischenstopp. Da kam ich auch erstmals auf die Idee, dass ich für Kenia wahrscheinlich einen Steckdosenadapter brauchen könnte. Der absolute Hammer war dann, als mir ein Ägypter in seinem kleinen Flughafenladen so ein Ding für sage und schreibe 100 USD verkaufen wollte. Ich lehnte dankend ab.


Ansonsten lief alles komplett nach Plan. Unsere Maschine landete pünktlich um 3:30 Uhr morgens in Nairobi. Ich hatte alle Einreiseformalitäten richtig ausgefüllt und fand zu meinem Glück auch sogleich einen Bankomaten, um erstmals an Bargeld zu kommen. Und das Allerbeste: Sogar mein Taxifahrer wartete schon auf mich. Meine Unterkunft hat nämlich ein Abholservice organisert. Der Fahrer war äußerst lieb. Ebenso der Besitzer meiner Unterkunft, der mich herzlich begrüßte. 


Mein Zimmer sah auf dem ersten Blick ganz passabel aus. Leider war es gleich neben der Rezeption. Dort wurde die ganze Nacht gequatscht und das Licht schien hell in mein Zimmer. 


TIA - This is Africa

Zu deutsch: "Das ist Afrika." Diesen Spruch sagen die Einheimischen gerne, wenn hier irgendetwas schief läuft oder einfach typisch afrikanisch-chaotisch verläuft. Heute wurde ich wieder daran erinnert was das genau bedeutet. Nachdem ich ziemlich unausgeschlafen zum Frühstück erschien, war ich erstmals erstaunt wie lecker es war: Rührei, Süßkartoffenl, Bohnen mit Tomatensauce, ein kleine Schale mit Fruchtsalat, ein Glas frisch gepresster Maracujasaft und dazu noch eine Kanne Kaffee - Wow! Und das alles für unschlagbare 15 USD pro Nacht inklusive Frühstück!



Nachdem ich mich gesättigt hatte, startete ich den Versuch einen Zimmerwechsel zu bekommen. Die äußerst nette Dame an der Rezeption meinte, das sei überhaupt kein Problem. Ich packte meine sieben Sachen und zog in ein anderes Zimmer. Nachdem ich ausgepackt hatte, bemerkte ich, dass das Fensterschloss kaputt war. Es konnte also jeder ganz einfach reinlangen. Als ich der netten Dame davon erzählte, bot sie mir sogleich wieder ein neues Zimmer an, welches mir auf Anhieb gefiel. Nun hieß es nocheinmal packen und umziehen. Es hat sich aber auf alle Fälle ausgezahlt. 


Da kann man wirklich nicht meckern



Misson: SIM-Karte

Meine heutige Mission war es, mir eine lokale SIM-Karte von Kenia zu besorgen. Als ich mich gegen Mittag auf die Straßen Nairobis wagte, überkam mich schon ein leicht mulmiges Gefühl. Trotz meiner vielen Afrika-Erfahrungen war es wieder ein kleiner Kulturschock. Zudem hört man ja öfter, dass Nairobi nicht ganz ungefährlich sei - vor allem Taschendiebe würden sich viele rumtreiben. Ich packte also meine kleine Stofftasche fest unter den Arm und versuchte so selbstbewusst wie möglich unterwegs zu sein. Nur keine Unsicherheit zeigen! Von allen Seiten erntete ich Blicke und Zurufe wie "Mzunguu" - so werden europäische/hellhäutige Touristen hier genannt). Andere weißhäutige Menschen kamen mir den ganzen Nachmittag nicht unter. Immer wieder habe ich mich verlaufen. Das Handy wollte ich zwischen den Menschenmassen nicht herausholen. 


Ich staunte nicht schlecht als mir plötzlich eine riesige Menge Straßenverkäufer mit ihren Waren in einem Sack am Rücken volle Kanne entgegenrannte. Sie schienen vor irgendetwas zu flüchten. So schnell wie sie gekommen sind, waren sie dann auch auch schon wieder weg - abgebogen in eine kleine Gasse. Schmunzeld habe ich dem Schauspiel zugesehen. Später erkannte ich auch den Grund: Die Polizei war auf den Straßen unterwegs. 


Gott sei Dank stand ich dann irgendwann vor dem "Safraicom"-Shop. Die Registrierung der SIM-Karte verlief problemlos. Ich brauchte lediglich meinen Reisepass und ganz viel Geduld/Zeit. Ich ließ mir auch gleich das allseits gebrauchte "Mpesa" aktivieren. Damit kann in Kenia fast überall gezahlt werden - quasi bargeldlos mit dem Handy.



Nairobis Straßen


Am Rückweg wollte ich einen Lebensmittelshop finden, um Wasser und noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Ich weiß nicht wie viele zig Male ich in diesen Straßen im Kreis gelaufen bin. Alles sieht gleich aus. Zudem wurden die Menschenmassen auch immer mehr. Meine Müdigkeit und die Hitze (27 Grad) machten das Ganze auch nicht unbedingt besser. Ich war wirklich der Verzweiflung nahe. Manchmal flüchtete ich einen kleinen Shop, um schnell in Ruhe auf mein Handy schauen zu können wo ich mich befand. Nach vielen Stunden im Großstadtrummel kam ich dann aber doch noch heil in meiner Unterkunft.


Nun gönne ich mir noch eine Kanne Masala-Tee und Fisch mit Matoke auf der Dachterrasse. Und dann freue ich mich so richtig aufs Bett. 

 

Gute Nacht!


Eure Michi :)







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