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Donnerstag, 4. März 2021

Valle Gran Rey: Unterwegs per Anhalter und in chaotischen Hostels

 

Nun sind schon wieder einige Tage vergangen seit meinem letzten Upadate. Die letzten Tage hat mein Kopf geraucht. Ich sollte mir nämlich schön langsam einen Rückflug nach Hause buchen, da ich im April wieder arbeiten muss. Vorher möchte ich aber gerne noch meine Familie in Österreich sehen. Nun habe ich mich mit sämtlichen Einreisebestimmungen und Quarantäne-Regeln für Deutschland, Österreich und die Schweiz herumschlagen müssen. Gar nicht so einfach, sag ich euch. Heute wurde nun aber endgültig ein Rückflug für den 16.3. gebucht. Hoffe, dass das nun alles  klappt wie geplant. 


Ansonsten bin ich nach wie vor im Valle Gran Rey auf La Gomera. Habe die letzten Tage ein paar schöne Wanderungen gemacht. Unter anderem auf den Aussichtsberg Risco de la Mérica



Ausblick von Risco de la Mérica hinunter nach Valle Gran Rey


Das liebevoll-chaotische Hostel

Am Samstag traf ich mich mit Josh, einem Schotten, den ich damals in einem Hostel auf Gran Canaria kennengelernt habe. Er kam nun nach La Gomera für ein verlängertes Wochenende. Wir beschlossen also uns am Abend auf einen Drink zu treffen. Irgendwann im Laufe des Abends erhielt ich tatsächlich eine WhatsApp Nachricht von Nathalie, der Besitzerin meines derzeitigen Hostels. Sie meinte, dass sie mein Zimmer unabsichtlich überbucht hätte und ich deshalb heute eine Nacht im Schulzimmer verbringen sollte. Zur Erklärung: Im Erdgeschoss des Hostels befindet sich eine Spanisch-Schule. Zudem habe ich ursprünglich nur eine Nacht bei Natahlie gebucht, dann aber gefragt, ob ich vielleicht ein paar Tage länger bleiben könnte. Nathalie meinte, das sei überhaupt kein Problem. Nun war aber scheinbar doch der Wurm drin. Wer  meinen letzten Blogbeitrag gelesen hat, kann sich vielleicht erinnern, dass sie bereits meine erste Buchung "übersehen" hatte und mich deshalb wo anders unterbringen musste *lach*. Aber man kann der Frau einfach nicht böse sein, da sie eine unheimlich liebe Art hat. Auf alle Fälle meinte sie nun, dass ich doch bitte demnächst zurückkommen sollte, um mein Zimmer zu räumen. Ich muss zugeben, dass ich nicht besonders erfreut von dieser Nachricht war, deshalb habe ich mich auch nicht sonderlich beeilt. Als ich dann zwei Stunden später im Hostel ankam, herrschte Riesenchaos. Neue Gäste standen mit Sack und Pack vor meinem Zimmer und warteten ungeduldig. Der Putzmann Domingo saß ganz verzeiweifelt auf der Dachterrasse und  wartete ebenso bis ich endlich zurückkam. Ich packte meine sieben Sachen so schnell es ging. Domingo zeigte mir die Unterkunft für die Nacht: Ein kleines Klassenzimmer in der Schule. Es wurde lediglich ein Bettgestell mit zwei Matratzen übereinander reingestellt. Bei dem Anblick musste ich tatsächlich etwas schmunzeln:


Mein Bett für diese Nacht im Klassenzimmer der Spanisch-Schule ;) Wenigstens musste ich hier nur 10€ (anstatt der 25€ für ein normales Zimmer) zahlen

Das war schönes mein Zimmer davor. Ausblick von meinem Bett aus.


Am Sonntag fuhr ich mit Josh in den Lorbeerwald. Nathalie hat zwar gemeint, ich sollte mein Zimmer wieder wechseln, immerhin findet dort morgen am Montag ja wieder Schule statt. Da ich sie nicht erreichen konnte, kümmerte ich mich erstmals nicht weiter um das Ganze. Die Überraschung erlebte ich dann, als ich gegen 22 Uhr zurück in "mein Klassenzimmer" kam: Von meinen Sachen war keine Spur mehr, dafür lag jemand anderes in dem Bett. Voller Schreck machte ich die Tür schnell wieder zu und kontaktiere Nathalie, was denn hier los sei. Sie meinte lediglich, dass sie mich wie versprochen wieder ein normales Zimmer umquartiert hatte. Ich konnte mir wieder einmal ein herzliches Lachen nicht verkneifen. So ein heilloses Durcheinander mit den Buchungen habe ich auch noch nie erlebt. Ich machte mich also auf die Suche nach meinem neuen Zimmer. An einer Türe steckte ein Schlüssel außen im Schloss. Na, ich hoffte mal, dass das nun das Richtige ist. Und siehe da, alle meine Sachen standen dort. Ich war recht glücklich, wieder ein "normales" Zimmer zu haben und hoffte inständig, dass ich dort nun auch bis zum Ende meines Aufenthaltes bleiben kann. 


Der Lorbeerwald auf La Gomera

Die uralten Lorbeerbäume


Als ich den anderen Gästen im Hostel am nächsten Tag meine Story erzählte, mussten sie schrecklich lachen. Sie meinten, dass so etwas tagtäglich hier vorkomme. Aber niemand kann Nathalie wirklich böse sein, da sie eine herzensgute - aber super chaotische - Frau ist. 

Die anderen Gäste sind auch alle super lieb. Wir sitzen oft gemeinsam auf der Dachterrasse und genießen gemeinsam den Sonnenuntergang. 


Am Dienstag meldete sich Sdravko zurück. Er war jetzt eine ganze Woche nur mit dem Schlafsack in der Wildnis unterwegs. Wir beschlossen wieder in das Appartment zurückzugehen, in dem wir bereits letzte Woche waren. Zu zweit ist es nämlich allemal günstiger als in einem Hostel. 


Das Künstlerviertel El Guro

Wir wanderten am selben Tag noch in das Künstlerviertl von Valle Gran Rey, nämlich El Guro. Viele Maler und Bildhauer haben sich hier in den vergangenen Jahren niedergelassen. 





Unterwegs per Anhalter

Gestern beschlossen Sdravko und ich den Norden von La Gomera zu erkunden. Da das Busnetz hier äußerst schlecht ist, machten wir uns per Anhalter auf den Weg. Als wir schon etwa 20 Minuten erfolglos an der Straße in Valle Gran Rey standen, erzählte ich Sdravko gerade von Richard, einem Schotten, den ich vor einigen Tagen mit Josh in einer Bar getroffen hatte. Und wie es der Zufall so will, hielt in dem Moment ein Auto an. Ratet mal wer darin saß! Genau, es war Richard. Der Gute fuhr mit uns dann quer über die Insel. Zuerst machten wir Stopp im Lorbeerwald und wanderten dort gemeinsam zu einem kleinen See.

Ein kleiner See oberhalb von Meriga


Danach brachte Richard uns noch nach Meriga. Wir bedankten uns herzlich bei ihm. Dann starteten wir eine kleinen, aussichtsreichen Wanderwege hinab in das Örtchen Agulo.


Blick hinunter nach Agulo


In Agulo angekommen, stärkten wir uns kurz in einem Restaurant. Da es schon später Nachmittag war, mussten wir uns schön langsam beeilen, um heute noch zurück nach Valle Gran Rey zu kommen. Sobald es dunkel wird, ist es f nämlich fast unmöglich per Autostopp wohin zu kommen. Wir stellten uns also an die Straße. Es war nun schon eine ganze Stunde vergangen und kein einziges Auto hat gehalten. Die Straße schien nicht sehr frequentiert zu sein. Gerade als wir überlegten wo wir die Nacht schlafen könnten, hielt doch glatt ein Auto an. Ein netter, junger Afrikaner nahm uns für einige Kilometer mit. Leider waren wir aber immer noch sehr weit von unserem Ziel entfernt. Wieder standen wir fast eine Stunde erfolglos an der Straße. Da kam ein einheimischer Mann aus einer Bar und fragte uns, wo wir denn hin müssten. Er nahm uns schlussendlich bis Vallerhermoso mit - ein wunderschöner Ort:


Vallehermoso


Er meinte, dass er hier ein paar Geschäfte beliefern müsste und nicht weiß, wie lange das Ganze dauern würde. Falls wir dann immer noch an der Straße ständen, könnte er uns noch ein Stück weiter mitnehmen, da er eh in unsere Richtung muss. Keine zehn Minuten später hupte ein Auto hinter uns. Es war wieder derselbe nette Herr. Er winkte uns zu sich ins Auto und schien sich sehr zu freuen, uns wiederzusehen. Diesmal nahm er uns bis zu einem alleinstehenden Restaurant irgendwo im Nirgendwo mit. Er müsste nun wieder ein paar Geschäfte im nächsten Ort beliefern. Wir sollten inzwischen in dem Restaurant auf ihn warten. Sdravko und ich beschlossen aber zu Fuß ein wenig die Straße entlangzuwandern, da wir sowieso keinen Hunger hatten. Auch hier kam nur alle drei heiligen Zeiten ein Auto vorbei. Zu unserem Glück hielt aber bereits recht bald ein junger Franzose für uns. Als Alleinreisender schien er sich sehr darüber zu freuen mit uns etwas quatschen zu können. Zu unserem Glück musste er auch ins Valle Gran Rey. Er hielt kurz am einem Gasthaus, um sich Essen zum Mitnehmen zu holen. Als er nach zehn Minuten wieder zu uns ins Auto stieg, entschuldigte er sich für die Wartezeit und meinte, wir hätten ein riesen Glück. Er hat nämlich vier Stück Kroketten bestellt. Da sein Spanisch nicht besonders gut ist, haben die ihn falsch verstanden und ihm vier ganze Portionen gegeben. Er schenkte uns zwei Portionen davon. Was für ein gelungener Tag! Es ist immer wieder schön, was für tolle und hilfsbereite Menschen man kennenlernt wenn man per Anhalter unterwegs ist. 


Nun bin ich etwas wehmütig, weil sich meine Reisezeit langsam aber sicher dem Ende zuneigt. Die nächsten Tage ist vermutlich wieder freiluftschlafen geplant, um noch ein paar weitere versteckte Ecken der Insel zu erkunden. 


In diesem Sinne: Hasta Luego!


Eure Michi :)




=> Hier findest du alle meine Fotos und Videos von La Gomera :) <=





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