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Montag, 11. Januar 2021

Die letzten Tage auf Gran Canaria: Im Westen und Süden der Insel

 

Regen ohne Ende

Da der Wetterbericht sehr schlechtes Wetter für die Nacht von Freitag auf Samstag voraussagte, fragten Pedro und ich unsere Gastgeberin Rosella, ob wir noch eine weitere Nacht in ihrem Hostel in Playa de Tasarte bleiben könnten. Wir hatten Pech. Sie erwartete bereits neue Gäste. Also packten wir am Freitag Morgen unsere sieben Sachen. Vormittags schien sogar noch die Sonne. Guten Mutes wanderten wir von Tasarte in Richtung Berge - "Nationalpark Inagua". Da unsere Rucksäcke mit Zelt, Wasser, Essen, usw ziemlich schwer waren, beschlossen wir diese erstmals irgendwo zu verstecken. Dann können wir unbeschwert ein nettes Plätzchen suchen, wo wir später unser Nachtlager aufschlagen. Der Plan war es, das Zelt vielleicht ein paar Tage am selben Platz stehen zu lassen, falls wir etwas Perfektes finden würden. Was heißen soll: in Wassernähe und gut versteckt - immerhin ist das Wildcampen nicht gern gesehen auf den Kanaren. Somit könnten wir dann tagsüber Wanderungen mit weniger Gewicht am Rücken machen. 


Wir waren bloß eine Stunde unterwegs, als es fürchterlich zu regnen begann. Na hoffentlich wurden unsere Rucksäcke in dem Versteck nicht allzu nass. Wir hatten zwar die Regenschutzhülle drangemacht, aber die hält eben auch nicht alles ab. Im Endeffekt verbrachten wir mehrere Stunden mit erfolglosem Suchen. Als wir zurück bei unseren Rucksäcken ankamen, waren diese tatsächlich ziemlich durchnässt. Es scheint so, als hätte es dort noch mehr Niederschlag gegeben. Gran Canaria ist ja bekannt für seine Mikroklima. Am heutigen Tag konnten wir das hautnahe erfahren. Während es im Distrikt "La Aldea" den meisten Tag über in Strömen geregnet hatte, schien im Distrikt "Mogán" tatsächlich zumeist die Sonne. Die Grenze der zwei Distrikte ist durch eine kleine Mauer gekennzeichent. Geht man hier von einer Seite auf die andere, ist es so, also würde man eine andere Welt betreten: von Starkregen und Sturm in Sonnenschein. Leider waren unsere Rucksäcke auf der verregneten Seite. 


Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu und wir mussten uns schleunen, um das Zelt noch bei Tageslicht aufstellen zu können. Im Endeffekt schlugen wir es dann irgendwo zwischen Tasarte und Veneguera auf - natürlich im Distrikt Mogán ;)


Barranco del Mulato 

Die Nacht im Zelt zog sich unendlich in die Länge. Wir hatten nur sehr wenig geschlafen. Es wehte ein fürchterlicher Wind und es regnete zwischendurch immer wieder in Strömen. Das einzig Gute war, dass der starke Wind das nasse Zelt recht schnell trocknete und somit die Nässe nicht bis zu uns durchdrang. 

Ein verregneter Morgen: Pedro beim Zusammenpacken unserer sieben Sachen

Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, wanderten wir nach Veneguera und gönnten uns dort erstmals ein Frühstück. In dem kleinen Supermarkt deckten wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Wir wussten noch nicht genau wohin wir heute sollten, also wanderten wir planlos in Richtung Mogán los. Der Sturm der letzten Nacht hatte auf der ganzen Insel mehrere Erdrutsche verursacht. Zudem hat es in den Bergen scheinbar ordentlich geschneit. Da wir nicht wirklich winterfest unterwegs sind, beschlossen wir nicht allzu hoch zu wandern. 

Durch den Regen der letzten Tage kommen nun zahlreiche Wasserfälle die steilen Felswände herab

Als wir an der Straße nach Ayacata vorbeikamen sahen wir, dass diese aufgrund eines Erdrutsches gesperrt ist. Das war für natürlich perfekt für uns. Wir wanderten die nun autofreie, steile Bergstraße hinauf. Durch den Regen der letzten Tage waren die Flüsse gut mit Wasser gefüllt und wir gönnten uns ein erfrischendes Bad bei strahlendem Sonnenschein. Unsere letzte Dusche ist immerhin auch schon zwei Tage aus. 

Hier gönnten wir uns unser langersehntes Bad ;)

Bereits am frühen Nachmittag konnten wir einen perfekten Zeltplatz finden: Nicht allzu weit von der Straße entfernt und direkt am Fluss. Nachdem wir unser Nachtlager vorbereitet hatten, begannen wir dann ohne Gepäck eine abenteuerliche Schlucht bergauf zu klettern. 

Unser Nachtlager

Am Abend kochen wir uns leckere Instant-Nudelsuppe über dem Lagerfeuer ;) Als die Sonne weg war wurde es dann eisig kalt. 

Weiter in das sonnige Bahía Feliz

Die Nacht war nicht nur eisig kalt, sondern auch von starkem Dauerregen geprägt. Diesmal ohne Wind. Das hatte den Nachteil, dass es die Nässe irgendwann durch unser Zelt durchdrückte. Mit einem nassen Zelt weiter campen zu gehen, machte keinen Sinn. Zudem sollte es in den Bergen auch die nächsten Tage noch weiter regnen. 

Pedro und ich beschlossen eine Unterkunft im sonnigen Süden der Insel zu buchen - in Bahía Feliz. Wir wanderten nach Mogán und nahmen von dort aus einen Bus. Beim Umsteigen in Puerto de Mogán, beschlossen wir etwas zu Mittag zu essen. Wie es der Zufall so will, trafen wir dort tatsächlich Josh. Der Schotte war mit mir im selben Hostel, als ich vor einigen Tagen schon einmal hier war. Er begleitete uns zum Mittagessen und wir hatte noch ein paar ganz nette Gepräche. 

In Bahía Feliz angekommen, staunten Pedro und ich nicht schlecht - unsere Unterkunft war ganz schön nobel. Es ist eine wunderschöne Aparthotelanlage mit Pool. In nur fünf Gehminuten ist man auch schon am wunderschönen Strand. Das haben wir uns nach dem Trubel der letzten Tagen wirklich verdient! Aufgrund der Corona-Krise, waren wir fast die einzigen Gäste. 

Wohlverdient!

Spontan beschlossen wir noch eine weitere Nacht in der tollen Unterkunft zu bleiben. Am Montag spazierten wir die Küste entlang und gönnten uns leckere Meeresfrüchte zum Abendessen. 

Es gab leckeren Oktopus zum Abendessen


Sonnenuntergang am Strand von Bahía Feliz

Morgen wollen wir dann versuchen nach Teneriffa zu kommen. Es ist noch nicht ganz sicher, ob das Vorhaben gelingt. Immerhin sind die Corona-Zahlen dort um Einiges höher. Deswegen gibt es strengere Restriktionen. Es ist aber schwer eine vertrauenswürdige Quelle zu finden, ob man als Tourist nun einreisen darf oder nicht. Die einen sagen, es geht keinesfalls, die anderen meinen wieder es sollte möglich sein. Wir werden auf alle Fälle morgen zum Hafen in Las Palmas fahren und dann einfach bei der Fähre direkt nachfragen, ob sie uns mitnehmen oder nicht. 


Also dann, hasta luego!

Eure Michi :)



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