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Donnerstag, 12. Dezember 2019

Entspannte Tage in Pokhara




Ende des Yoga Retreats

Am Montag beendete ich am frühen Nachmittag mein Yoga Retreat bei Atmashree. Ich fühlte mich rundum wohl und entspannt, wie nach einem Wellness Urlaub. All das gesunde Essen, das Yoga und die Meditationen waren eine Wohltat für Körper und Geist. Zudem habe ich viel neues gelernt und große Fortschritte in meiner Yogapraxis gemacht.

Wieder in Pokhara :) 

Phewa-See

Eine äußerst seltsame Begegnung...

Ich beschloss diesmal in Pokhara in einem Hostel zu wohnen und nicht couchzusurfen. Ich traf mich aber mit einem Inder namens Sanu, den ich über Couchsurfing kennengelernt habe. Das war jedoch eine recht schräge Angelegenheit. Ich wollte nämlich zu Fuß vom Yoga Retreat zurück nach Pokhara gehen - es ist immerhin nur eine halbe Stunde. Sanu ließ es sich aber nicht nehmen mich mit seinem Roller abzuholen. Er setzte mich wohlbehütet bei meinem Hostel ab. Lustigerweise hat er seinen Shop gleich neben meiner Unterkunft. Ich besuchte ihn später also in seinem kleinen Laden, in dem er Schals und Tücher aus Yak-Wolle und Kaschmir verkauft. Er kommt übrigens auch aus Kaschmir, ist aber seinen Erzählungen nach schon mit 14 Jahren gemeinsam mit einem Freund nach Nepal gekommen, um hier Arbeit zu finden. Sanu begrüßte mich recht überschwänglich mit einer langen Umarmung. Danach bot er mir Kaffee an, was ich natürlich dankend annahm. Als er jedoch begann den Kaffee geheimnisvoll unter seinem Tisch anzurühren bekam ich plötzlich ein ungutes Gefühl. Was wenn er mir da irgendwas reinmischt? Hier in seinem Shop bräuchte er bloß die Türe schließen und könnte machen mit mir was er will. Er rührte sicher 15 Minuten in der Tasse herum. Keine Ahnung wozu das gut sein sollte, immerhin war es bloß Instant Kaffee, den er mit Zucker und ein wenig Wasser mischte. Dann goß er das Ganze mit heißem Wasser auf und reichte es mir feierlich. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, da ich mir noch unsicher war, ob ich das wirklich trinken sollte. Ich beschloss nur einen kleinen Schluck zu nehmen und dann erstmal abzuwarten, ob mir vielleicht komisch werden würde. Im ersten Moment hatte ich wirklich das Gefühl, dass mir leicht schwindlig wird, aber ich denke, das war wohl mehr eine Paranoia. Äußerst vorsichtig trank ich im Endeffekt dann die ganze Tasse... und es passierte nichts! Gott sei Dank! Da Sanu äußerst schöne Yak-Schals verkauft, beschloss ich ihm einen abzukaufen und mich dann von den Socken zu machen. Der erste Schal, den er mir zeigte, traf bereits voll meinen Geschmack. Und den Preis von 500 Rupies fand ich auch okay. Danach verabschiedete ich mich von ihm. Sanu wollte mich unbedingt nochmal umarmen. Er drückte mich dermaßen fest und lange, dass ich begann ihn leicht von mir wegzustoßen. Doch das ignorierte er gekonnt und sagte dann noch zu allem Überfluss, dass er eine starke Freundschaft zwischen mir und ihm spüre. Was war ich froh aus dem Laden wieder raus zu sein! Das war eine sehr eigenartige Begegnung. Normalerweise kann ich mich auf mein Bauchgefühl immer sehr gut verlassen, doch in der Situation bin ich mir sogar im Nachhinein noch nicht ganz sicher, ober der Typ einfach nur nett war, oder doch etwas unheimlich. 

Wiedersehen mit Andrea

Ich besuchte am späteren Nachmittag noch eine Yoga-Stunde. Und ob man es glaubt oder nicht: Am Abend traf ich mich mit Andrea. Ihr könnt euch bestimmt an ihn erinnern: Er ist derjenige mit dem ich drei Wochen in der Everest Region am Trekken war. Nun ist er gestern auch in Pokhara angekommen. Es war sehr schön ihn wiederzusehen. Wir hatten uns allerhand zu erzählen und genossen einen sehr schönen Abend. 

Wanderung auf den Sarangkot

Am Dienstag war ich dann zur Abwechslung wieder einmal wandern. Es ging auf den Aussichtsberg Sarangkot. Auf dem Weg traf ich einen Franzosen (dessen Namen ich auch nach mehrmaligem nachfragen nicht aussprechen konnte), mit dem ich dann die Wanderung gemeinsam fortführte. Es waren etwa zwei Stunden auf den Gipfel und eine Stunde Abstieg. Normalerweise hat man eine traumhafte Aussicht von dort auf die hohen Berggipfel der Annapurna Region, aber leider war es an diesem Tag recht bewölkt. Nichtsdestotrotz war es eine sehr schöne Tour mit einer ganz tollen Wanderbekanntschaft.

Ausblick von Sarangkot 

Entspannungstag

Gestern, am Mittwoch hatte ich einen absoluten Entspannungstag. Ich besuchte nach dem Frühstück eine Yogastunde. Danach gönnte ich mir tatsächlich die allererste Maniküre und Pediküre in meinem ganzen Leben. Das Ganze war zwar recht günstig und die Dame massierte auch richtig gut, aber das mit dem Nägel schneiden und Feilen war nicht so ihr Ding - das hätte ich selber besser hinbekommen. Zudem war es dermaßen kalt in dem Raum, dass ich einfach nur heilfroh war, als das Prozedere nach gut 1,5 Stunden vorbei war.

Relaxen im Hostel 


Schöne Wiederbegegnungen

Am Abend erhielt ich eine Nachricht von Luca - das ist der Schweizer, mit dem ich vor dem Yoga-Retreat einen Seerunde gejoggt bin - dass er nach seinem Trekking wieder hier in Pokhara sei. Wir trafen uns zum Abendessen. Später stieß auch Andrea noch hinzu. Wir hatten einen ziemlich lustigen Abend. In Pokhara gibt es eine ziemlich abgespeckte Version von einem Disneyland mit einem ziemlich verrückten Riesenrad. Das Ding würde europäische Sicherheitskriterien wahrscheinlich niemals bestehen. Zudem dreht es sich wahnsinnig schnell - als ich das zum ersten Mal sah, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Wir beschlossen also, dieses Abenteuer zu wagen. Eine Fahrkarte kostet gerade mal 100 Rupies (=ca 80 Cent). Dann ging der Spaß los. Ich kann nur sagen, dass das eindeutig nichts für Menschen mit einem schlechten Magen ist.

Später gingen wir noch in die Bar meines letzten Couchsurfing Gastgebers Deepak. Dort gönnten wir uns ein Bier und eine Wasserpfeife und tauschten dabei unsere verrücktesten Reisegeschichten aus. An diesem Abend hieß es nun wohl endgültig Abschied nehmen von Andrea, da wir nun wohl voraussichtlich nicht mehr am selben Ort sein werden.

Leichte Nervosität vor dem Vipassana

Für mich geht es morgen wieder nach Kathmandu und am Samstag ist dann der große Tag: Ich starte mein 10-tägiges Vipassana (Schweigemeditation) - ich bin schon etwas nervös. 
Anfangs habe ich mich sehr darauf gefreut, doch je näher es rückt, desto mehr Zweifel kommen in mir auf, ob ich das wirklich schaffen würde 10 Tage jeweils 10 Stunden am Tag zu meditieren. Nicht zu sprechen und kein Handy zu benutzen stört mich eigentlich weniger. Aber nun bin ich bereits angemeldet, also werde ich auf alle Fälle mein Bestes geben durchzuhalten. Habe vor kurzem eine Reisende getroffen, die gerade ein Vipassana hinter sich hat. So ganz ermutigend waren ihre Erzählungen ehrlich gesagt nicht. Obwohl sie meinte, dass sie im Nachhinein gesehen großen Profit aus der Sache gewonnen hat, obwohl das wohl die längsten und härtesten zehn Tage in ihrem Leben waren. Da sind ja gute Aussichten. 


Namaste








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