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Donnerstag, 1. November 2018

Fahrt nach Nakapiripirit


Das Land der Karamoja
Heute mussten wir wieder früh aus den Federn, denn es sollte weiter nach Nakapiripirit im Nordosten Ugandas gehen. In das Land der Karamoja. Diese noch sehr traditionell lebende Bevölkerungsgruppe lebt großteils von der Viehzucht. Einige davon führen immer noch ein halbnomadisches Leben. Vor einigen Jahren gab es in dieser Region viele Unruhen, da es zwischen den Dörfern immer wieder zu Viehdiebstählen kam. Touristisch ist die Gegend nicht erschlossen. Das heißt es kann spannend werden, wie wir dort hinkommen. Selbst die Einheimischen meinten, dass es schwierig werden könnte.

Das Land der Karamoja 


Rasta Peter, unser Freund und Helfer
Zu unserer Überraschung stand Peter schon bei der Rezeption, um uns noch zu begleiten. Mit einem riesigen Grinsen im Gesicht wünschte er uns einen wunderschönen guten Morgen.

Wir gingen mit ihm zu den Boda Boda Fahrern, da diese Mopedtaxis zu unseren liebsten Transportmitteln zählen. Wir mussten nämlich erstmals zur großen Kreuzung, um von dort dann zu sehen wie wir weiter nach Nakapiripirit kommen.
Leider wurden wir uns nicht ganz einig über den Preis. Wir beschlossen ein Stück weiter zu gehen, um ein anderes Transportmittel zu finden. Keine zwei Minuten später hielt ein Auto an. Es saßen Grasei Schuasch und einer der Männer aus der Bar gestern darin. Komischer Zufall.
Wir fuhren mit ihnen bis zur Kreuzung. Peter kam wieder mit. Er möchte uns noch helfen, einen Transport nach Nakapiripirit zu finden. Was für ein herzensguter Kerl. Da stand auch schon ein Matatu, das wohl in die von uns gewünschte Richtung fuhr. Der Fahrer meinte sogar er würde direkt nach Nakapiripirit fahren.

Wir konnten unser Glück kaum fassen. Als er uns den Fahrpreis sagte, verflüchtigte sich unsere Freude jedoch wieder recht rasch: 25.000 USH wollte er pro Person. Das war für eine solche Strecke viel zu viel. Nach einer langen und intensiven Preisverhandlung, einigten wir uns auf 50.000 USH für alle drei.

Die Fahrt nach Nakapiripirit
Wir fuhren auch schon recht bald los. Interssanterweise stiegen immer mehr Leute aus, jedoch niemand zu. Irgendwann waren wir fast die einzigen im Matatu. Plötzlich wurde uns klar, warum wir so viel zahlen mussten : Das Matatu fuhr extra wegen uns nach Nakapiripirit. Krass, so betrachtet ist der Preis sogar extrem billig.

Die unasphaltierte Straße wurde immer noch holpriger. Und hat es da ordentlich herumgeschmissen auf der Rückbank. Wir fuhren lange Zeit durch eine sehr monotone Steppe. Danach passierten wir einige minikleine Dörfer bestehend aus Lehmhütten mit Strohdächern. Die Leute hier tragen eine Kleidung aus Tüchern, ähnlich wie Massai. Die Gegend ist trocken und heiß.

vollgepacktes Matatu



Ankunft in Nakapiripirit
Wir kamen überraschend früh in Nakapiripirit an. Eigentlich rechneten wir damit, erst spät am Abend anzukommen. Wir wussten ja nicht, dass wir tatsächlich ein Privatmatatu haben werden.
Die Bewohner hier schienen auf den ersten Blick recht arm und waren sehr aufdringlich. Anki und Jana war das anfangs recht unangenehm. Ich hatte solche Situationen auf meinen Reisen schon öfters erlebt, besonders heftig war es damals in Malawi.

Hill View Resort
Ich konnte im Internet bereits eine Unterkunft ausfindig machen "Hill View Resort". Wir waren begeistert, denn es gab sogar Strom und fließendes Wasser. Wir konnten uns im Endeffekt auf einen guten Preis einigen : 20.000 USH (~ 4,70 €)  pro Person inklusive Frühstück. Zudem schien der Besitzer recht nett und hilfsbereit. Er wüsste sogar jemanden, der uns auf den Mount Kadam führen könnte.

Die recht nervenaufreibende Suche nach einem Guide
Wir wollten aber ein paar Preisangebote vergleichen und versuchten uns deshalb vorher noch ein wenig im Ort umzuhören. Doch irgendwie starrten uns alle nur ahnungslos an und schienen nicht die geringste Ahnung davon zu haben, ob es hier im Ort jemanden gibt, der so etwas machen könnte - komisch.

Wir entdecken im Ort noch ein einziges anderes Hotel, nämlich das "Panorama Hotel" und versuchten es dort. Auch diese schienen sich nicht ganz sicher zu sein, ob sich da jemand finden lassen könnte, doch sie baten um meine Nummer und versprachen sich umzuhören und mich dann anzurufen.

Wieder zurück in unserer Unterkunft hatte der Besitzer tatsächlich jemanden aufgetrieben. Der junge Mann hieß Ema. Wir wurden mit ihm aber nicht ganz warm. Er war extrem wortkarg und konnte uns mit nur sehr wenig Information dienen, wie die Tour ablaufen sollte. Dafür war der Preis von 50.000 USH pro Tag für uns alle drei eigentlich ganz in Ordnung.

Wir hofften trotzdem inständig, dass sich die vom anderen Hotel nochmals melden würden, da uns dieser Typ hier einfach nicht besonders sympathisch war. Schon kurze Zeit später wurden wir angerufen, dass wir schnell zum Panorama Hotel kommen sollen, da der angebliche Guide da sein sollte. Jana blieb im Bett, da sie Kopfschmerzen hatte, also machten sich nur Anki und ich auf den Weg.

Im Endeffekt hatten auch wir ordentlich Kopfweh, da das Gespräch nicht besonders gut verlief. Es waren zwei Männer da. Sie redeten zwar im Gegensatz zu Ema sehr viel, aber leider extrem verwirrend und sie schafften es nicht wirklich auf den Punkt zu kommen. Das Ganze zog sich über eine Stunde in die Länge und danach hatten wir eigentlich die Schnauze ganz schön voll. Zuerst hieß es wir müssten wie bei Ema 50.000 USH pro Tag zahlen. Doch dann kamen tröpfchenweise immer mehr Kosten zusammen. Und alles musste man ihnen so richtig aus der Nase ziehen. Plötzlich hieß es, dass die 50.000 pro Person wären, da jede einen eigenen Guide braucht. Dann kamen auf einmal noch 50.000 "Office -Gebühr" dazu, und dann die Anfahrt noch extra. Und dann auch noch das Essen für die Guides, usw.

Wir waren nun ziemlich ratlos was wir tun sollten und sprachen deshalb nochmals mit unserem Hotelbesitzer. Der hilfsbereite Herr holte nochmals Ema und diesmal auch seinen Bruder Peter (das ist wohl ein beliebter Name hier) herbei. Peter war sehr sympathisch. Wir bemerkten, dass auch Ema ein ganz netter war. Ich denke die jungen Männer waren anfangs einfach sehr schüchtern.

Wir einigten uns drauf, dass Ema unser Guide sein wird und Peter als Koch mitkommen wird. Zudem werden die Jungs auch das Essen tragen. Ema sollte 50.000 pro Tag bekommen und Peter 30.000. Da wir kein Zelt auftreiben konnten, beschlossen wir in einer Höhle zu schlafen. Perfekter Plan. Als ich nach gefährlichen Schlangen fragte meinten sie, dass es bloß die schwarze und grüne Mamba geben sollte, aber das wäre alles kein Problem. Hmm... okay!

Wir gingen noch gemeinsam mit dem Hotelbesitzer, Ema und Peter einkaufen für morgen : Reis, Nudeln, Gemüse und Tee.

Beim Zubereiten unseres heutigen Abendessens: Tomaten-Avocado- Salat


Nun freuen wir uns schon sehr auf morgen und hoffen nur, dass die Jungs schon jemals auf diesem Berg waren und den Weg kennen *lach*.



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