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Mittwoch, 14. Juni 2017

Oruro: Die Thermalquellen "Termas de Obrajes" & Lama zum Abendessen


Von La Paz nach Oruro

Trotz einiger Warnungen, wie hässlich die Stadt Oruro sei, machte ich mich heute dorthin auf den Weg. Mein eigentliches Ziel ist Potosí, aber da dorthin nur Nachtbusse fahren und diese für mich der absolute Horror sind, weil ich in diesen kein Auge zumachen kann, beschloss ich den Weg zu halbieren.
Soki bot mir an, einige Dinge bei ihm lassen zu können, da ich sowieso noch einmal nach La Paz kommen werde. Dieses Angebot nahm ich natürlich dankend an.

Dann ging es zum Busterminal von La Paz. Zu meinem Glück fuhr auch gleich ein Bus nach Oruro los. Kosten: 20 Bolivianos (= 2,60 Euro). Es wäre noch irgendeine Busbahnhofsgeführ von 2,50 Bolivianos zu bezahlen gewesen, doch da man meinen 100er Schein nicht klein machen konnte, musste ich einfach gar nicht bezahlen. 100 Bolivianos sind eigentlich bloß 13 Euro, aber das ist hier in Bolivien zumeist sehr schwierig mit so einem großen Schein zu zahlen. Am besten ist es, wenn mann immer schön Münzen hamstert. Sonst kann es einem auch passieren, dass man das WC einfach nicht benüzten darf, wenn man die 1 Boliviano Münze nicht passend parat hat. Die Fahrt nach Oruro dauerte 4 Stunden.

Die Stadt Oruro

Oruro ist eine Stadt im Hochland des bolivianischen Andenmassivs und liegt auf ca 3.710 m. Die Vegetation in und um Oruro ist karg, denn in dieser Höhe ist kein üppiges Wachstum mehr möglich. An Tieren gibt es Alpacas, Lamas und Gürteltiere. Die Stadt selbst wirkt nicht sehr einladend und etwas schmutzig.

Oruro


Mein Couchsurfing Gastgeber Paul holte mich mit seinem Auto vom Busbahnhof ab und wir machten sogleich eine Spritztour durch die Stadt. Er schlug vor, dass wir die Thermalquellen Termas de Obrajes besuchen könnten. 

Die Thermalquellen "Termas de Obrajes"

Die Fahrt zu den Thermalquellen dauerte eine gute halbe Stunde mit dem Auto. Leider war das große Schwimmbecken gerade gesperrt aufgrund von Reinigungsarbeiten. Wir konnten aber in einer sozusagenen privaten Riesenbadewanne ein Bad nehmen. Eine gute Stunde relaxten wir hier, bevor es wieder zurück nach Oruro ging.

Lama zum Abendessen

Da in der Gegend hier Lamafleisch zu einem sehr gängigen Gericht gehört, wollte ich ein solches natürlich auch gleich probieren. Paul führte mich zu einem kleinen Lama-Restaurant am Straßenrand. Ich war etwas verwundert, über das Aussehen des Fleisches, es wird nämlich zuerst getrocknet und dann werden die Fleischfasern klitzeklein abgezupft. Diese werden dann in einer ordentlichen Portion Fett herausgebraten. Serviert wird das Ganze mit Mais, Käse, Karatoffeln, Ei und scharfer Sauce. Vom Geschmack her ähnelt das Lama vielleicht etwas dem Schafsfleisch. Ich fand das Gericht ganz lecker, bloß war es mir eine Spur zu deftig - das Fleisch trieft bloß so vom Fett. Lama wird natürlich auch gleich auf die Liste der kulinarischen Abenteuer auf meiner Reise gesetzt  ;)

Lamafleisch 


Zur Abwechslung einmal eine nicht so gute Couchsurfing-Erfahrung...

Danach meinte Paul er würde mich zu einem Geheimplätzchen entführen. Wir fuhren mit dem Auto fast eine halbe Stunde von der Stadt weg, auf einen Hügel. Von dort aus, hatte man eine traumhafte Aussicht auf das Lichtermeer der Stadt. Plötzlich holte Paul eine Rotweinflasche aus dem Kofferraum. Die ganze Situation wurde mir etwas suspekt, da er unmissverständliches Interesse an mir zeigte. Ich habe sogar schon eine kleine Notlüge ausgepackt, dass ich einen Freund habe, aber das ließ ihn völlig kalt. Er leerte sich die Weinflasche mit großem Appetit runter und holte zu allem Überfluss sogar noch eine zweite aus seinem Auto. Durch den Alkohol schien er nun auch mutiger geworden zu sein, und mir wurde nun auch eindeutig klar, was seine Absichten waren. Jegliche Hemmschwellen schienen jetzt verschwunden zu sein. Mein absolut nicht vorhandenes Interesse an ihm, war ihm scheinbar völlig egal. Ich erklärte ihm kurzerhand, dass ich zurück nach Oruro will - und zwar JETZT. Er schaute mich erstmals etwas verwundert an, und ich musste ihn auch noch dreimal in lautem Ton dazu auffordern, aber dann machte er sich wiederwillig mit mir auf den Rückweg. Es war nun schon Mitternacht, aber ich wollte keinesfalls bei ihm zu Hause schlafen, auch wenn ich wusste, dass er mit seinen Eltern und Großeltern zusammenlebt. Er half mir liebenswürdigerweise noch ein Hostel zu suchen. Tja, solche Situationen können natürlich beim Couchsurfing durchaus vorkommen, vor allem mit lateinamerikanischen Männern. Das Wichtigste ist jedoch immer die Referenzen seines Gastgebers vorher zu checken. Mein Prinzip ist normalerweise, dass ich vorzugsweise bei Frauen oder Pärchen unterkomme oder bei Männern, die über 10 positive Bewertungen haben. Das Ding ist nur, dass es viel mehr Männer auf Couchsurfing gibt. Paul hatte bloß drei Referenzen. Dennoch war es keine angsteinflößende oder gefährliche Situation, sondern einfach bloß sehr unangenehm. Aber es ist mir wieder einmal eine Lehre in Zukunft vorsichtiger zu sein. 



Kommentare:

  1. Lamas habe ich bisher nur beobachtet, aber noch nie gegessen! Da ich auch Lamm- bzw. Schafsfleisch nicht besonders mag, wäre das wohl eher nichts für mich, vor allem, wenn es vor Fett nur so trieft, wie du schreibst! Aber die Stadt ringsrum würde mich schon interessieren!

    Liebe Grüße
    Jana

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    1. Ich denke das hängt ein bisschen von der Zubereitungsart ab, aber dieses fetttriefende Lama war wirklich kein kulinarischer Höhepunkt *lach*

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  2. Das kannte ich noch gar nicht!!! Hört sich sehr interessant an die Gegend und ist definitiv einen Besuch wert!

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    1. Naja, ich denke es gibt bestimmt spannendere Gegenden ;) Aber war trotzdem schön.

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  3. Deine Erfahrung mit Paul, ist genau der Grund, warum ich auch bevorzugt Pärchen übernachte. Aber manchmal sind es eben nur Männer, die einem die Couch anbieten. Ich finde du hast dich gut aus der Situation gerettet und er war ja dann auch noch ganz einsichtig. Trotzdem etwas unschön.

    Ich drücke dir die Daumen, dass der nächste Host wieder cooler drauf ist:)

    Liebe Grüße
    Nicole von PASSENGER X

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    1. Ja, ich übernachte am liebsten auch bei Pärchen, Frauen oder Familien. Aber leider ist das gar nicht so einfach. Vor allem hier in Bolivien finde ich es sehr schwer, da es so gut wie nur Männer gibt und diese nur wenige Referenzen haben. Auf alle Fälle bin ich derzeit auf Hostels umgestiegen, um solch unangenhme Situationen vorerst zu vermeiden.

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  4. Leider habe ich noch keine Erfahrung mit Couchsurfing gemacht. Sowas würde mir allerdings auch Angst machen. Gut das du auf dein Bauch gehört hast und aus Vernunft dir ein Hostel gesucht hast. Ich hätte genauso gehandelt an deiner Stelle.

    Mach es am besten so wie sonst auch das du bei Pärchen oder be Frauen unterkommst :)

    Aber auch diese Erfahrung sollte man gemacht ...

    Drück dir die Daumen das so eine unangenehme Situation nicht wieder vorkommt.


    Liebe Grüße


    Saskia

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    1. Danke Saskia! Leider sind Pärchen und Frauen eher eine Seltenheit auf Couchsurfing, zumindest hier in Bolivien. Aber ich denke, am wichtigsten ist immer auf ausreichend Referenzen zu achten - es gibt immerhin auch sehr nette Männer.

      Liebe Grüße aus La Paz,
      Michaela

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