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Montag, 20. Juni 2016

Die "Maras"

Habe mir nun nochmal durch den Kopf gehen lassen, ob ich morgen wirklich na El Salvador will, nachdem mir Rolando alle möglichen Horrorgeschichten über die "Maras" dort erzählt hat. Wikipedia hat meine Bedenken auch nicht richtig besänftigt:

"El Salvador weist weltweit die höchste Rate gewaltsamer Tötungen auf und liegt dabei seit 2014 vor Honduras. Im Jahresschnitt kommen 16 Menschen pro Tag, das sind 60 pro 10.000 Einwohner durch Tötungsdelikte ums Leben. Die Gefahr von Gewaltverbrechen ist überaus hoch, die Hemmschwelle beim Gebrauch von Schuss- oder Stichwaffen niedrig.Es gibt in El Salvador eine sehr hohe organisierte Bandenkriminalität. Diese Banden rekrutierten sich ursprünglich aus Rückwanderern unter den 1 bis 2 Millionen salvadorianischer Migranten, die nach dem Bürgerkrieg in die Region von Los Angeles ausgewandert waren und dort illegal lebten.USAID gab die Zahl der 1998 bis 2005 weitgehend ohne Absprache mit den Regierungen nach Zentralamerika überführten Strafgefangenen mit ca. 40.000 an. Das Department for Homeland Security der USA bezifferte die Zahl der zwischen 2001 und 2010 nach El Salvador überführten Straftäter mit 40.429. Viele von ihnen fanden weder Familienstrukturen noch soziale Bedingungen vor, die ihre Integration ermöglicht hätten. Den sich aus den Zurückgeführten bildenden oder bereits vorher in Los Angeles existierenden Banden wie z. B. der Mara Salvatrucha (auch M-13), die vom US-Kongress zur internationalen kriminellen Vereinigung erklärt wurde und ihr Hauptquartier in El Salvador hat, und der rivalisierenden M-18 gehören (geschätzt) 25.000 Kinder und Jugendliche. Als Aufnahmeprüfung wird ein Kreis gebildet, in den das neue Mitglied sich stellen muss und daraufhin verprügelt wird.
Der Drogenkonsum hat nach dem Krieg erheblich zugenommen.Jugendbanden in Heeresstärke beherrschen ganze Stadtviertel, vor allem im Viertel Mejicanos der Hauptstadt, aber auch auf dem Lande und erpressen Schutzgelder. Auch die Kinderprostitutionnimmt zu. Das Familienleben ist nach dem Krieg sehr zu Schaden gekommen, die Väter sind oft in die USA migriert. Die Arbeit imDrogenhandel erscheint den Rückkehrern oft als einzige Beschäftigung. Für über 60.000 junge Männer und Jugendliche stellt die Bandenkriminalität offensichtlich die einzige Möglichkeit dar, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Dabei nicht mitgezählt sind die Familien, die in diesen Strukturen finanziell gefangen sind.
Zur Eskalation kam es 2003, wofür viele Beobachter den Wahlpopulismus der konservativen ARENA-Partei und die von ihr proklamierte Politik der harten Hand (Mano dura) verantwortlich machten. Die Bandenmitglieder wurden als Terroristen verfolgt. Die Verwendung von Tattoos, die die Zugehörigkeit zu Banden wie M-13 oder M-18zum Ausdruck brachten, wurde kriminalisiert. Auch 12-jährige Kinder wurden bestraft. Innerhalb eines Jahres wurden 20.000 Personen festgenommen, mussten aber zum größten Teil 2004 wieder freigelassen werden, da das zugrunde liegende Gesetz für verfassungswidrig erklärt wurde. Nach Gerüchten im Jahr 2004, dass al-Qaida die Bande M-13 infiltriere, richteten die Sicherheitsdienste der USA Sonderarbeitsgruppen für El Salvador ein und sandten zusätzliches Verbindungspersonal in die Region, das die einheimischen Kräfte bei der Bekämpfung der Banden unterstützte.Auch die ARENA-Partei fordert weiterhin eine Militarisierung des Kampfes.
Im März 2012 schlossen inhaftierte Bandenführer ein von der OAS unterstütztes Stillhalteabkommen mit der Regierung, wonach die Zahl der Tötungsdelikte um 60 % sank. Seit 2013 verzichten die Maras in einigen Stadtvierteln auf das Tragen von Waffen und den Drogenhandel. In dieser Situation setzte im Oktober 2012 das US-Treasury Department M-13 auf die Liste transnationaler terroristischer Organisationen. Die genauen Gründe dafür sind unbekannt: Die Obama-Administration hat sich nicht auf eine eindeutige Linie hinsichtlich der Bandenkriminalität festgelegt. 2013 startete USAID ein 42-Millionen-US-Dollar-Programm zur Bekämpfung der Bandenkriminalität, insbesondere vom M-13, durch eine Mischung von „Repression und Prävention“. Da auch im NachbarlandHonduras die bewaffnete Repression der Bandenkriminalität durch staatliche Organe verstärkt wurde, wurde ein Übertreten der dortigen Banden aus salvadorianischen Boden befürchtet.
Seit Sommer 2013 steigt die Emigration unbegleiteter Jugendlicher in die USA wieder an. Von Oktober 2013 bis Juni 2014 überquerten 57.525 unbegleitete salvadorianische Jugendliche - das sind ca. 0,8 % der gesamten salvadorianischen Bevölkerung - die US-amerikanische Grenze und wurden dort festgesetzt. Von Mai auf Juni entspricht das einem Anstieg um ca. 23 %.
Seit dem zweiten Halbjahr 2013 kam es auch besonders häufig zu Überfällen auf Personen, zum Teil mit Todesfolge, nachdem sie Geld in Banken oder am Geldautomaten abgehoben hatten. Als besonders gefährlich müssen insbesondere die großen Städte San SalvadorSanta Ana und San Miguel und auch die Departamentos La Paz, La Libertad und Sonsonate angesehen werden. Von der Benutzung öffentlicher Busse wird dringend abgeraten. (Stand: 10. August 2014)[48]
Die Mordrate stieg 2014 im Vergleich zu 2013 um 57 % von 2492 offiziellen Tötungsdeliktenauf 3912.[49] Darunter waren 39 Polizisten. Im März 2015 erreichte die Mordrate ein Zehn-Jahres-Hoch: 481 Menschen wurden in diesem Monat umgebracht. Allein Anfang April 2015 erfolgten 73 Tötungen in drei Tagen. Als Grund für den Rekord sehen Experten den Zusammenbruch eines Waffenstillstands verfeindeter Gangs.
Im Sommer 2015 kam es zu einer weiteren Eskalation. Die Mordrate erreichte im Juni die Zahl 677 (mehr als 22 im Tagesdurchschnitt), im ersten Halbjahr waren es 2865 Morde, also über 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein in den drei Tagen vom 16. bis zum 18. August wurden 125 Morde registriert. Auch die gezielte Tötung von Polizisten, oft in deren Freizeit, hat mit 41 Fällen im laufenden Jahr 2015 einen Rekordwert erreicht. Immer öfter wird die Armee für Polizeiaufgaben eingesetzt; etwa 300 Bandenmitglieder wurden von Januar bis August 2015 getötet. Die Pläne zur sozialen Prävention und der Dialog im Rahmen des „Nationalen Rats für Sicherheit und bürgerliches Zusammenleben“ sind damit in den Hintergrund gedrängt worden. Derzeit (2015) sitzen 13.000 Menschen in den überfüllten Gefängnissen ein. Die FMLN-Führung hat die Arena-Partei einer Destabilisierungskampagne bezichtigt. Sie versuche, Unruhe in den Streitkräften zu schüren."

Das wird wieder ein Nervenkitzel, ich weiß nicht warum mich diese immer so anziehen. Nun wollen wir mal hoffen, dass mir keine Maras dort über den Weg laufen. 

die Währung in Honduras: Limpira


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