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Samstag, 3. Oktober 2015

Abschied von Bobby und ihrer Familie

Naomi

Bevor ich Bobbys Haus verließ, habe ich auch endlich Bobby selbst kennengelernt. Sie kam heute gegen Mittag mit ihrem 9 Monate altem Baby nach Hause. Ich hatte vorher ja nicht einmal gewusst, dass sie ein Baby hat. Der Papa kommt aus Europa, deshalb ist die Kleine ein zuckersüßes Mischlingsbaby. Sie heißt übrigens "Naomi".

Ich muss nochmals betonen, dass die Gastfreundschaft hier kaum zu übertreffen ist, vor allem im Angesicht der Tatsache, dass die Menschen selbst so wenig besitzen. Sie haben mich hier fast 3 Tage verköstigt und beherbergt und wollen dafür auch keinesfalls Geld annehmen. Davon könnten wir uns alle eine Scheibe abschneiden. Das Teilen gilt als völlige Selbverständlichkeit, vor allem auch im Familienverbund. Hier gibt's kein "mein" oder "dein", nur ein "unser"!

Ein paar Sachen, die mir die letzten Tage noch aufgefallen sind:
  • Die Gottesdienste hier sind richtig unheimlich. Abends kann man diesen vom Zimmer aus lauschen, da wird lautstark geschrien - ich dachte erstmals echt, dass der Krieg ausbricht - und im nächsten Moment wieder lustig gesungen.
  • Nachts erwachen hier irgendwelche Monsterfrösche, so ein wildes Gequake hab ich noch nie gehört.
  • Ach und die liebe Zeit: es ist unglaublich wie langsam hier alles von statten geht. Bobbys Mam fing mittags an zu kochen und um 18Uhr waren die Kartoffeln dann fertig. Aber es waren wirklich nur Kartoffeln, die sie in Zeitlupe geschält hat, dann gekocht, dann frittiert... Auch hier im Internetcafé bewegt sich die Kellnerin nur in Zeitlupe auf mich zu :D

Am Nachmittag ging es dann weiter zu Nathy aufzubrechen, sie hat mit ihrem Bruder ein Haus in Kampala. Bin schon gespannt was mich diesmal erwartet...

Bobby hat ohnehin mal genug zu tun, es wird nämlich gerade eine Toilette in ihrem Hof gebaut und gerade hat sie noch erfahren, dass ein Freund von der Polizei verhaftet wurde und nun im Gefängnis sei. Nun ist sie auf dem Weg dorthin um ihn zu helfen. Ja, hier erlebt man die unglaublichsten Sachen, aber trotzdem fühle ich mich schon recht wohl. Man merkt einfach, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Dinge die mich anfangs echt schockten sind mittlerweile schon relativ normal geworden.

der Innenhof von Bobbys Haus

Ausblick vom Hausdach

Nokia und ich

So, nun noch Fotos von Bobby und ihrer Mam. Die beiden haben sich so lieb um mich gekümmert und geholfen wo sie nur konnten. Ich werde sie richtig vermissen

Bobby und Naomi

Bobby und ihre Mam

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