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Freitag, 6. Mai 2022

Meine größten Reiseabenteuer

By On Mai 06, 2022


Immer wieder werde ich gefragt, was denn nun die spannendsten Reiseabenteuer auf meinen Backpacking Trips waren. Ich habe deshalb eine kleine Zusammenfassung der Erlebnisse, die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind, geschrieben.




.... IN AFRIKA


Backpacking im wilden Norden Kenias

Marsabit, Kenia (März 2022)
Nur wenige Touristen besuchen den Norden Kenias, und noch weniger das Gebiet östlich des Turkana-Sees. Und wenn sie es machen, dann meist nur mit Guide und bewaffnetem Eskort, da die Region bekannt ist für Raubüberfälle und Banditen. Gemeinsam mit meiner indischen Reisebekanntschaft Kailash habe ich es gewagt diese Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Abenteuer, die wir dort erlebten, werde ich bestimmt nie wieder vergessen: Eine stundenlange Motorrad-Fahrt durch die Chalbi-Wüste. Zudem waren wir zu dritt auf dem Gefährt mit noch Unmengen an Gepäck und fuhren so ohne Straßen quer durch den Sand. Wir wurden sechs Stunden lang mitten in der Wüste ausgesetzt und waren tatsächlich schon der Meinung, dass wir nun entweder gekidnapped oder ausgeraubt wurden. Die Nächte waren so unerträglich heiß, dass wir fast kein Auge zutun konnten. Wir besuchten abgelegene Stämme, die so gut wie nie einen Muzungu (= weißer Tourist) zu sehen bekommen,  usw. Es war alles in allem eine super abenteuerliche Zeit mit vielen unvergesslichen Bekanntschaften. 




Couchsurfing in einem der größten Flüchtlingslager weltweit

Kakuma, Kenia (Januar 2022)
Es mag vielleicht sehr ungewöhnlich klingen, aber ich habe tatsächlich einen Couchsurfing Gastgeber in dem Flüchtlingslager Kakuma - im Nordwesten Kenias - gefunden. Dieses Abenteuer ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Anfangs dachte ich, dass mein Gastgeber Jonathan dort wohnt, weil der vielleicht für eine Hilfsorganisation arbeitet. Doch wie sich herausstellte war er ein Flüchtling aus dem Kongo. Ich lebte also mitten unter den Flüchtlingen in einer Wellblechhütte unter simpelsten Bedingungen. Erstaunlicherweise wurde ich von allen sehr gastfreundlich aufgenommen. Gerne wäre ich länger geblieben. Doch die Lebensumstände waren für mich nur schwer auszuhalten. Da ist zum einen die beinahe unerträgliche Hitze (ca 40 Grad Celsius) sowohl tagsüber aber vor allem nachts. Da es Strom nur wenige Stunden am Tag gibt, konnte natürlich auch kein Ventilator helfen. Wasser ist nur wenige Stunden am Tag verfügbar, zudem ist es ziemlich verschmutzt und schmeckt salzig. Nachts attackierten mich Moskitos ohne Ende. So verließ ich das Lager nach drei Tagen wieder. Die Erlebnisse dort werden mir aber ewig in Erinnerung bleiben.


Das Flüchtlingslager Kakuma (Kenia)



Schlafen in einer Höhle in Lesotho

Ich wanderte einige Tage mit einem Einheimischen durch Lesotho und wir schliefen dabei in Höhlen. Wir kamen an den eindrucksvollsten Felsschluchten vorbei und genossen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Weiters durchquerten wir einige Dörfer, für die so ein Muzungu (= weißhäutige Person) eine absolut außergewöhnliche Begegnung war. 





    Autostoppen in Namibia

    Ich versuchte bei 40 °C in der Mittagshitze mitten im Nirgendwo an der Grenze Botswana - Namibia Auto zu stoppen, um nach Windhoek zu gelangen. Im Endeffekt kam ich mit zwei verschiedenen Trucks dort heil an - jedoch inklusive jeder Menge Nervenkitzel!





      Trinken von frischem Ziegenblut mit den Massai in Tanzania

      Ich lebte einige Tage mit einem Massai-Stamm in Tanzania am Lake Natron und habe dabei mit ihnen frisches Ziegenblut getrunken und noch weitere unvergessliche Abenteuer erlebt.





        Jagen mit einem Stamm, der noch in Höhlen lebt in Tanzania

        Ich war mit den Hadzabe, dem ältesten Jäger- und Sammlerstamm jagen. Diese Menschen leben noch in Höhlen und haben eine ganz besondere Sprache, die aus Schnalzlauten mit der Zunge besteht. Sie sind Nomaden und haben keine Schulbildung. Ich fühlte mich wie in einer komplett anderen Welt.

        Mithelfen an einer Schule mitten im Busch Ugandas

        Ich lebte einige Tage in Uganda in einem kleinen Dörfchen mitten im Busch, fernab jeglicher Zivilisation - also ohne Strom und ohne fließend Wasser. Ich lernte dabei ihre doch recht andersartige Kultur und Brauchtümer näher kennen.

        ... IN EUROPA


        Schlafen unter freiem Himmel auf den Kanaren

        Das Schlafen unter dem freiem Sternenhimmel ist selbst für mich als "erfahrene Abenteurerin" immer wieder ein besonderes Erlebnis. Man ist der Natur so unglaublich nahe - kein Zelt, kein Mosikotnetz. Dafür  hat man den besten Blick auf den Mond und die Sterne. Zudem kann man die Geräusche aus der Natur ganz ungefiltert hören. Am liebsten schlafe ich weit weg von der Zivilisation. Auf den Kanaren habe ich besonders oft draußen geschlafen - nur mit meinem Schlafsack und einer Matte. Der Vorteil dort ist, dass es keine gefährlichen Tiere gibt. Ich schlief alleine oder mit meinen Reisebekanntschaften an einsamen Stränden, in den Bergen, in Höhlen oder Ruinen. Es war jedes Mal ein unvergessliches, einzigartiges Abenteuer. 


        Schlafen unter freiem Sternenhimmel auf La Gomera





        ... IN ASIEN 


        10-tägige Schweigemeditation in Nepal

        Vipassana - Zehn Tage Schweigemditation. Zehn Tage ohne Sprechen, ohne Schreiben, ohne Lesen und ohne Kommunikation jeglicher Form. Kein Handy oder sonstige elektronischen Geräte. Zehneinhalb Stunden meditieren am Tag. Kein Kontakt zur Aussenwelt. Zweieinhalb eher spärliche Mahlzeiten am Tag. Diese zehn Tage zählen eindeutig zu den längsten und härtesten Tagen meines ganzen Lebens. Doch ich habe durchgehalten. Und es hat sich absolut ausgezahlt. Ich konnte sehr viel Wertvolles für und über mich und das Leben lernen. 





        20-tägiges Trekking in der Everest Region in Nepal 

        Ganze 20 Tage lange trekkte ich gemeinsam mit meinem italienischen Wanderkollegen Andrea in der wunderschönen Everest Region in Nepal. Wir legten dabei über 300km und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Ganze ohne Guide und ohne Träger - außer für die Besteigung des 6.119m hohen Lobuche East war für zwei Tage ein Guide obligatorisch. Wir bewegten uns in Höhen um die 5.000m und stießen dabei immer wieder an unsere körperlichen Grenzen. Die enorme Höhe, der schwere Rucksack und die täglich zurückgelegten Strecken und Höhenmeter gingen ordentlich an die Substanz. Trotzdem kann ich behaupten, dass dieses Trekking eines der schönsten meines ganzen Lebens war. Auch die eisig kalten Nächte (so um die -15 Grad Celcius) in den unbeheizten Unterkünften waren eine Herausforderung - aber im Nachhinein gesehen auch ein unvergessliches Erlebnis. 







        .... IN SÜDAMERIKA



        Polizeifestnahme am Titicacasee in Bolivien

        Eines frühen Morgens wurden mein Couchsurfing Gastgeber Ernst, seine weitere Besucherin Alejandra und ich ganz überraschend von der Polizei festgenommen. Tatverdacht: Drogenherstellung und -schmuggel und obendrein noch Mädchenhandel. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie korrupt die Polizei dort ist. Zum Glück ging die ganze Gesichte nochmals gut aus.


        Polizeifestnahme am Titicacasee



        Autostoppen in Bolivien - 24 Std auf einem Lieferwagen

        Gemeinsam mit einem guten Freund reiste ich von der Salzwüste Uyuni bis nach Sucre per Autstopp in einem Lieferwagen - ganze 24 Stunden dauerte das Vergnügen, es sei aber dazugesagt, dass wir auch Pausen machten und nachts für einige Stunden stoppten. Die einheimische Familie, die uns mitnahm war superlieb und verköstigte uns sogar.


        Diese Familie nahm uns 24 Stunden auf ihrem Lieferwagen mit. 



        Lama-Opferungsfest mit den Bergarbeitern von Potosí in Bolivien

        Ich war in Potosí in Bolivien bei einem Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter dabei. Es war ein wirklich sehr spannendes und authentisches Erlebnis und auf alle Fälle nichts für sanfte Gemüter! Außerdem bewiesen die Bolivianer, dass sie ein sehr trinkfreudiges Volk sind. 


        Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí 


        Besteigung einiger der höchsten Berge der Welt in Ecuador & Peru

        Ich bestieg einige der höchsten Berge der Welt, darunter der 5.752 m hohe Nevado Pisco in der Cordillera Blanca, einem der schönsten Gebirgszüge weltweit, der sich in den Anden Perus befindet. Außerdem versuchte ich zweimal den 6.310 m hohen Chimborazo in Ecuador zu besteigen. Dieser Berg hat die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt und ist ebenso der naheliegendste Punkt zur Sonne auf dieser Erde - und übertrifft damit sogar den Mount Everest. Wir campten sowohl bei der Pisco Besteigung als auch bei der Chimborazo Besteigung auf über 5.000 m Höhe in eisiger Kälte


        Camping auf etwa 5.000 Meter Seehöhe



        Eine Woche auf einer Fähre am Amazonas

        Ich verbrachte insgesamt eine ganze Woche auf einer Fähre am Amazonas auf dem Weg von Leticia (Kolumbien) nach Yurimaguas (Peru) mit Zwischenstopp in Iquitos für zwei Tage. Geschlafen wurde in einer Hängematte zwischen zig Einheimischen. Als einzige Gringa (=Ausländerin) auf der Fähre war ich das Highlight schlechthin - vor allem für die Kinder. Zu essen gab es dreimal täglich Reis - zum Frühstück Reis aufgekocht mit Zuckerwasser und zu Mittag und zu Abend gesalzen mit Soße oder einem minikleinen Stückchen Hühnchen - seitdem kann ich Reis irgendwie nicht mehr essen.

        In meiner Hängematte auf der Fähre am Amazonas - hier schlief ich eine ganze Woche



        Ayahuasca-Zeremonie bei einem Schamanen im Dschungel von Kolumbien

        Ich besuchte einen Schamanen mitten im Dschungel am Amazonas in der Nähe von Leticia und machte dort eine Ayahuasca Zeremonie. Fazit: Eindeutig kein Wiederholungsbedarf, trotzdem möchte ich dieses Erlebnis nicht missen.




        Schwimmen im Amazonas

        Ich schwamm im Amazonas inmitten von Piranhas und Krokodilen. Unser Guide versichterte uns aber, das sich diese Tierchen nur im Uferbereich aufhalten würden, wir hätten also in der Mitte des Flußes absolut nichts zu befürchten. Das glaubte ich ihm auch, bis mich plötzlich etwas am Bein beknapperte...





        Neben diesen unvergesslichen Reiseabenteuern, hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse. Diese könnte ihr =>HIER<= nachlesen. 





        Freitag, 8. April 2022

        Interviews, Presse & Publikationen

        By On April 08, 2022


        Hier findest du einige Veröffentlichungen, Interviews und Erwähnungen meiner Wenigkeit auf anderen Blogs und in den Medien!




        Interviews:

         













        Erwähnungen:



        • 09.12.2017 - Artikel über meine Reise in der österreichischen Tageszeitung Salzburger Nachrichten: "Traum wurde wahr: Ganz allein um die Welt"
        Salzburger Nachrichten




        Gastbeiträge:





        Bücher, E-Books:









        Bist du an einer Zusammenarbeit interessiert?
        .... dann schau doch mal HIER rein.




        Sonntag, 3. April 2022

        Route Kenia

        By On April 03, 2022

         


        Reisezeitraum & Route: 

        06.11.2021 - 19.03.2022

        ÖSTERREICH - Nairobi - Naivasha - Mount Longonot 2.776m - Kamere - Oloidien See - Nakuru - Eldoret - Kapkoi - Eldoret - Tinderet - Nakuru - Nanyuki - Point Lenana 4.985m /  Mount Kenya - Chogoria - Karatina - Nairobi - Kitale - Lodwar - Kakuma - Eliye Springs - Lodwar - Kitale - Mount Elgon Nationalpark - Kitale - Kisumu - Luanda Kotieno - Mfangano Island - Sindo - Kisumu - Kericho - Nairobi - Masai Mara - Nairobi - Nakuru - Nyahururu - Nanyuki - Marsabit - North Horr - Loiyangalani - Marsabit - Nanyuki - Nairobi - Lamu Island - Watamu - Nairobi - DEUTSCHLAND 








        => Hier findest du alle meine Fotoalben von Kenia <=








        Samstag, 19. März 2022

        Goodbye Kenia

        By On März 19, 2022

         

        Ich kann es kaum glauben, dass ich gerade am Flughafen in Nairobi sitze und ganze viereinhalb Monate in Kenia schon wieder um sind. Als ich Anfang November hier angekommen bin, wusste ich weder wie lange ich bleiben möchte, noch was ich überhaupt in diesem Land machen würde. Ich bin ja ziemlich spontan in Kenia gelandet. Mein ursprünglicher Plan war eigentlich Äthiopien. Zwei Tage vor dem Abflug kam eine Reisewarnung für das Land aufgrund von Bürgerkrieg. Das Auswärtige Amt hat mich sogar persönlich angerufen und mir nahe gelegt meine Reise zu stornieren. Daraufhin habe ich doch glatt für den übernächsten Tag einfach einen Flug nach Kenia gebucht, ohne auch nur den geringsten Schimmer von dem Land zu haben. Und siehe da, es hat mir so gut gefallen, dass ich meine komplette Reise-Auszeit hier verbracht habe. 


        Meine letzten Tage in Nairobi

        Am 14.3. kam ich von der Küste zurück nach Nairobi. Ich wollte noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und alte Bekanntschaften wiedertreffen. Untergekommen bin ich bei Ash. Ich habe ihn Anfang November über Couchsurfing nur kurz für ein Abendessen getroffen. Während meiner Zeit in Kenia gab er mir immer wieder wertvolle Tipps und ich durfte letztes Monat sogar ein paar Tage in seiner luxuriösen Wohnung wohnen, obwohl er selbst gar nicht da war. Und dann war da noch die Sache im Nordosten Kenias, als ich tatsächlich geglaubt habe, dass ich gekidnappt wurde. Da habe ich sofort Ash kontaktiert, da ich weiß dass er viele Beziehungen zu diversen Obrigkeiten des Landes pflegt. Mit seiner Hilfe wurde sofort die Polizei in Marsabit informiert und am Ende alles aufgeklärt. Nun war es sehr schön Ash noch einmal persönlich zu treffen. 

        Wiedersehen mit Dorothea

        Auch Dorothea habe ich noch einmal getroffen. Sie ist die Missionarin, die ich bei Tabitha und Philipp in Tinderet kennengelernt habe. Sie ist auch diejenige, die mir das Naturheilkundeseminar empfohlen hatte. Nach dem Seminar verbrachten wir noch einen Tag zusammen und ich konnte ein paar Sachen, die ich nicht mehr brauchte, bei ihr zwischenlagern. Ich kam also am Mittwoch Nachmittag bei ihr an und durfte eine Nacht bei ihr bleiben. Sie wohnt etwas außerhalb des Stadtzentrums, gleich neben dem Nationalpark von Nairobi - eine wunderschöne, ruhige Gegend. Wir machten einen gemeinsamen Abendspaziergang, aßen Rolex (= Spiegelei in Chapati eingerollt) und hatten viele schöne Gespräche. 


        Am Donnerstag und Freitag war dann ein bisschen Bummeln in Nairobi angesagt. Ich kaufte mir noch das ein oder andere Souvenir und Mitbringsel für meine Lieben zu Hause. 

        Ash verwöhnte mich noch mit einem leckeren letzten Frühstück in Kenia

        Und schwuppdiwupp war meine Zeit in Kenia schon wieder vorüber. Nun, wenn ich so am Flughafen sitze, kommt es mir vor als wäre das alles nur ein Traum gewesen. Afrika ist jedes Mal wieder ein unvergessliches Abenteuer mit so vielen unglaublichen Eindrücken.  Wenn ich dann wieder so in der Zivilisation an einem Flughafen sitze, kommt mir die Zeit in diesen Strohhüttendörfern usw plötzlich so unwirklich vor. Es ist schwierig all die Abenteuer und Eindrücke in Worte zu fassen. Es tut gut das Erlebte niederzuschreiben, trotzdem denke ich, dass man all das auch nur anähnernd verstehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. 


        Vielen Dank an alle, die meine Abenteuer durch diesen Blog so gespannt mitverfolgt haben! Eine Fortsetzung folgt höchstwahrscheinlich im Herbst :)



        Eure Michi :)





        => Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Nairobi <=


        => Hier findest du alle meine Fotoalben von Kenia <=














        Dienstag, 15. März 2022

        Watamu - Das "kleine Italien" an der kenianischen Küste

        By On März 15, 2022

         

        Ja, richtig gelesen, Watamu wird tatsächlich auch "Little Italy" (deutsch: kleines Italien) genannt. Es handelt sich dabei um einen Ort an der Küste Kenias mit schneeweißen Sandstränden. Das Gebiet umfasst sogar einen eigenen Meeresnationalpark. Und wie man sich vorstellen kann, tummeln sich jede Menge Italiener hier. Warum das so ist, weiß ich nicht so genau. Einige von ihnen leben schon seit Jahren hier, andere sind Urlauber. Italienische Restaurants und Eisbuden gibt es an jeder Ecke. 


        Angekommen in der Mbuyu Lodge

        Ich bin also am Mittwoch am Flughafen in Malindi angekommen. Vom dort aus sind es nur etwa hundert Meter zur Hauptstraße. Ich ignorierte all die aufdringlichen Taxifahrer, die mich gleich bei der Ankunft belagerten und schaute mich dann auf der Hauptstraße nach einer günstigeren Fahrtgelegenheit um. Dort standen Tuk-Tuks (= dreirädiges Taxi) und Boda-Bodas (=Mopedtaxi). Es war wieder einmal viel Verhandlungsgeschick gefragt. Schlussendlich brachte mich ein Boda-Boda für 500 Ksh nach Watamu


        Ich kam in der Mbuyu Lodge unter, welche ich mir bereits im Vorhinein über Booking.com gebucht hatte. Es gibt einen schönen kleinen Pool und ich wohne in einer hübschen Bungalowhälfte mit Strohdach. Inklusive Frühstück kostet mich die Nacht 32€. Eigentlich passt diese Preisklasse nicht wirklich zu meinem Reisestil. Aber wie gesagt, die letzten Tage meiner Reise gönne ich mir nun auch mal was. Agnes, die Besitzerin der Unterkunft war stets hilfsbereit uns super lieb. Auch das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Es gab sogar richtigen italienischen Capuccino. Ich genoss den ganzen Luxus in vollen Zügen - wahrscheinlich sogar um einiges mehr als die meisten anderen Gäste.


        Diese Siedleragame sonnte sich jeden Morgen vor meinem Bungalow

        Entspannen am Pool der Mbuyu Lodge in Watamu


        Ganz "normaler" Urlaub in Watamu 

        Es gibt nicht viel super spannendes von Watamu zu erzählen, denn diese Tage machte ich ganz langweilig "normal" Urlaub, so wie die meisten das kennen ;) Am Pool liegen und ein Buch lesen, Strandspaziergänge, im Meer herumplanschen und gut essen gehen. Tatsächlich kam ich mir jedoch zeitweise ein bisschen fehl am Platz vor zwischen all den Pauschaltouristen - hier fast noch mehr als auf Lamu. Ich fühle mich in abgelegenen Dörfern oder in einsamen Wäldern viel wohler. Der ganze Rummel in den Touri-Gebieten hat nämlich etwas stressiges. Überall wimmelt es nur so von Beachboys - so werden die Jungs genannt, die am Strand herumlaufen und einem ständig etwas verkaufen wollen (Touren, Souvenirs, etc). Sie sind ziemlich schwer abzuwimmeln und nervten mich zeitweise sehr. Auch die Preise sind hier so hoch, wie ich sie in Kenia noch nicht gesehen habe. Aber gut, im Gegensatz zur Schweiz ist es immer noch günstig ;) So habe ich zum Beispiel leckeren Hummer für 1.000 Ksh (= 7,90€) gegessen, dafür würde man Zuhause deutlich mehr zahlen. Pizza und Spaghetti bekomme ich in meiner Heimat aber auf alle Fälle für weniger Geld als in Watamu


        Frischer Hummer


        Die einheimischen Kinder rufen hier nicht "Muzunguu, how are you?" oder "Jambo!" sondern man wird tatsächlich auf italienisch mit "Ciao" gegrüßt. Ich fühlte mich wie im falschen Film. 


        Die Sandstrände rund um Watamu sind dafür wunderschön: Palmen, Felsen im Wasser und weißer, feinkörniger Sand. Wenn man ein wenig läuft, dann findet man auch ganz einsame Ecken. Bereits am ersten Abend zeigte mir ein Einheimischer ein paar Baby-Riffhaie, die im Wasser vor unseren Füßen ihre Kreise zogen. Er erklärte mir, dass die Kleinen völlig ungefährlich wären. Zudem gäbe es auch Schildkröten und Delfine ganz in der Nähe. Wenn ich sie sehen wollte könnte ich nur eine Tour bei ihm buchen. Das war ja schon fast klar, dass er mir nicht ganz uneigennützig die Haie gezeigt hat *lach*. 


        Der Strand von Watamu



        Erkundungstouren rund um Watamu

        Ich ließ mich aber zu keiner touristischen Schnorchel-Bootstour von den vielen Tourenanbietern überreden. Es sollte sowieso nicht sonderlich spannend sein, wie ich von anderen Hotelgästen erfahren habe. Delfine und Schildkröten sahen nur die wenigsten, da gerade keine Saison dafür ist. Dafür unternahm ich ausgedehnte Wanderungen am Strand. Ich entdeckte dabei tolle Klippen und einige Ruinen.



        Ein anderes Mal wanderte ich den Strand entlang bis zum Mida Creek. An dem Tag legte ich fast 20 km zurück, aber es hat sich voll und ganz ausgezahlt. Wunderschöne einsame Strände erwarteten mich dort. Naja okay, fast einsam. Ein Beachboy gab einfach nicht auf und kam all den Weg mit mir. Der kleine, etwas dickliche Kenianer etwa in meinem Alter - er heißt Bobby - tat mir fast ein wenig leid. Er schien ordentlich Mühe zu haben mit mir Schritt zu halten. Als ich dann über die schroffen Klippen kletterte, um an den nächsten Strand zu kommen, war ihm das nicht sonderlich geheuer. Trotzdem beschloss er mir weiter zu folgen. Bobby wirkte eher schüchtern und war nicht super aufdringlich, sonst hätte ich ihn bestimmt sofort auf die harte Tour abgewimmelt. Ich wusste, dass er versuchen würde mir irgendwie Geld abzuknöpfen, deshalb machte ich ihm von Anfang an deutlich, dass das nichts wird. Ich war barfuß unterwegs. Plötzlich ließ ich einen Schrei los. Bobby eilte sogleich herbei, um mir zu helfen. Da war ich doch glatt fast auf einen Schlange getreten. Im letzten Moment zischte das etwa eineinhalb Meter lange Tier davon. Nun reichte es Bobby, er meinte das wäre eine sehr giftige Schlange und von denen gäbe es viele hier in den Steinen, wir sollten doch umdrehen. Ich stellte noch einmal klar, dass er mich hier verfolgte und es ihm jederzeit frei stünde wieder zurück zu gehen. Aber nein, der Gute beschloss mir weiterhin nachzulaufen. 


        Auf dieses süße Tierchen wäre ich fast draufgetreten


        Es folgten weitere wunderschöne einsame Strände. Ich warf mich in die badewanne-warmen Fluten. Bobby machte es mir nach. 


        Wunderschöne einsame Strände


        Zurück folgten wir einer Straße im Mangrovenwald. Ich wollte dort in das berühmte Krabbenrestaurant "Crab Shack Dabaso". Vorher musste ich aber Bobby klarmachen, dass er mir dorthin nicht folgen kann, immerhin sind die Preise da ziemlich gesalzen und der Beachboy hat bestimmt kein Geld um selbst zu zahlen. Am Ende bestellt er sich etwas Feines und lässt mich dann zahlen. So läuft das nämlich oft. Zum Glück konnte ich ihn davon überzeugen, dass ich dort nun wirklich alleine hingehen möchte. Natürlich musste ich ihm versprechen, dass wir uns in den nächsten Tagen wiedersehen. Er tat mir wirklich ein bisschen leid, aber in dem Fall wäre ich ohne die kleine Notlüge wohl nicht davongekommen. In dem urigen Restaurant, das auf Holzstegen mitten in den Mangroven liegt, gönnte ich mir zum ersten Mal im Leben eine Riesenkrabbe und dazu ein Glas Palmwein - sehr, sehr lecker sag ich euch. 



        Wieder zurück in der Unterkunft angekommen, musste ich feststellen, dass ich mindestens genau so rot geworden bin, wie die Krabbe, die ich soeben verspeist habe. Ich hatte einen ordentlichen Sonnenbrand ausgefasst. Das ist auch kein Wunder, immerhin war ich in Kenia sonst nie mit dem Bikini unterwegs, sondern immer mindestens schulter- und kniebeckt.


        Am nächsten Tag entdeckte ich ein weiteres Restaurant inmitten der Mangroven. Diesmal handelte es sich um ein Garnelenrestaurant.

        Auch das Garnelenrestaurant war auf Holzstegen gebaut.


        Das Garnenlenrestaurant

        Der Sonnenuntergang von hier aus war einfach genial :)


        So neigten sich langsam aber sicher meine Tage an der Küste dem Ende zu. Heute sollte es wieder zurück nach Nairobi gehen. Dort möchte ich noch diverse Bekanntschaften wiedertreffen und ein paar Einkäufe erledigen bevor ich meinen Heimflug am 19.3. antrete.  



        Bis bald!


        Eure Michi :)







        => Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Watamu <=







        Mittwoch, 9. März 2022

        Lamu Island - Ein Paradies, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint

        By On März 09, 2022

         

        Lamu Island ist eine Sandinsel mit Mangrovenbuchten vor der Küste Kenias im Indischen Ozean kurz vor Somalia. Die Insel ist bekannt für seine kilometerlangen, schneeweißen Sandstrände, die beinahe menschenleer sind. Der Hauptort der Insel ist Lamu Town. Er wurde 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. In Lamu Town wird der Ursprung der Swahili-Kultur vermutet. Es ist der älteste besiedelte und besterhaltenste Ort an der ostafrikanischen Küste. Bereits im 14. Jahrhundert war die Insel besiedelt. Lamu Island ist stark islamisch geprägt. 


        Anreise nach Lamu

        Am Freitag, dem 14.3., ging mein Flug von Nairobi nach Lamu. Ganz nach afrikanischer Zeit hatte er natürlich über eine Stunde Verspätung. Das machte mir nichts aus, aber andere Passagiere hatten einen Anschlussflug und waren deshalb ziemlich in Aufruhr. Wie ich später erfuhr kommt es bei den nationalen Flügen sowieso sehr oft zu Verspätungen, oder gar zu Flugausfällen. Gleich nach dem Start begann die Maschine irrsinnig zu ruckeln. Als wir schon recht hoch waren,  ging es plötzlich im Sturzflug wieder einige hundert Meter hinunter. In dem Moment glaubte ich ernsthaft, dass nun mein letztes Stündchen geschlagen hatte. Doch siehe da, von nun an lief alles ohne Komplikationen. 


        Der kleine Flughafen auf Lamu befindet sich um genau zu sein auf der Insel Manda. Diese gehört aber auch zur Lamu-Inselgruppe. Ich folgte den anderen Passagieren zu einem Bootssteg. Dort standen Männer die Plakate mit verschiedenen Namen darauf hochhielten. All die Leute wurden letztendlich von einem privaten Motorboot abgeholt. Ich fragte einen der Polizisten, ob es ein öffentliches Boot nach Lamu gäbe. "Um diese Zeit leider nicht", meinte er. Mir blieb also nichts anderes übrig als mir ein privates Boot zu nehmen. Ein solches würde 500 Ksh nach Lamu Town kosten und 1.000 Ksh nach Shela - das ist der kleine Ort auf Lamu Island, an dem ich die nächsten Tage verbringen werde. Ich konnte den Preis auf  800 Ksh herunter handeln. Die Bootsfahrt durch die Mangrovenwälder war wunderschön. 


        Angekommen im Shela White House

        Gleich bei meiner Ankunft in Shela wurde ich von Männern mit langen weißen Kleidern empfangen. Die Einheimischen in dieser Gegend sind fast alle Muslime. Sie boten mir an den Rucksack zu tragen und mich zu meiner Unterkunft zu bringen. Ich lehnte dankend ab. Einige waren recht hartnäckig, gaben dann aber doch irgendwann auf. Ich ging erstmal los und tat so, als ob ich mich hier auskennen würde. Das war natürlich nicht der Fall. Völlig orientierungslos irrte ich also durch die engen Gassen und fragte mich bei den Einheimischen durch. Zum Glück stand ich dann irgendwann vor meiner Unterkunft: Shela White House. Ich war sofort verliebt in dieses wunderschöne Haus mit der grandiosen Dachterrasse. Der Preis pro Nacht sind umgerechnet 14,50 € inklusive Frühstück (welches superlecker war!!). Das ist auf alle Fälle eine der günstigeren Unterkünfte hier auf der Insel. Es gibt fünf Zimmer. Das Bad teilte ich mir mit einer weiteren Person. 


        Aussicht von der Dachterrasse meiner Unterkunft Shela White House

        Die gemütliche Dachterrasse


        Ich traf hier übrigens Victor wieder. Vielleicht erinnert ihr euch noch an ihn, ich habe diesen jungen Mann aus Frankreich zum ersten Mal auf Mfangano Island getroffen und dann haben wir noch zusammen eine Safari in der Masai Mara gemacht. 


        Shela - ein verschlafenes Dörfchen mit einem kilometerlangen Sandstrand

        Shela ist ein charmantes, verschlafenes Dorf. Ich war beeindruckt von der Architektur der Häuser. Auf Lamu Island gibt es übrigens keine Autos. Zum Transport werden entweder Boote oder Esel benutzt. Oder man geht zu Fuß. Anfangs habe ich mich in den engen, labyrinthartigen Gässchen ständig verlaufen. Aber das störte mich nicht weiter. Jede Gasse schien ein neues kleines Geheimnis zu offenbaren, somit war es unglaublich spannend ein wenig herumszustreunern. Man muss bloß sehr aufpassen, denn immer wieder kommen Esel um die Ecke, die teilweise schwer mit Waren beladen sind. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass so ein Zusammenstoß ziemlich schmerzhaft sein kann. 


        Die hübschen Gassen von Shela


        Besonders schön in Shela finde ich den etwa 12 Kilometer langen langen, schneeweißen Sandstrand. Er ist von Sanddünen umgeben und komplett naturbelassen. Und das Beste: Er ist fast menschenleer. Am Anfang des Strandes - etwa bis zum Fort - sind meist ein paar Touris am Sonnen und Einheimische planschen im Wasser herum. Geht man jedoch weiter ist so gut wie niemand mehr zu sehen. Ich unternahm in diesen Tagen viele lange Strandspaziergänge und genoss das Rauschen der Wellen und die Ruhe. Zwischendurch warf ich mich in die Fluten - das Wasser ist hier absolut glasklar. 


        Dünen umgeben den Strand von Shela

        Der Strand bei Ebbe


        Was für mich etwas ungewohnt war ist, dass Shela recht touristisch ist. Es sind zwar im Moment nur wenige Urlauber da, trotzdem merkt man, dass alles auf den Tourismus ausgerichtet ist. Nach all der Zeit in den abgelegenen Gebieten Kenias, wo Luxus ein Fremdwort war, fühle ich mich hier zwischen all den Schickimicki-Pauschaltouristen etwas fehl am Platz. Überall wird man angequatscht bezüglich Touren, Souvenirs, usw. Dementsprechend hoch sind auch die Preise in den Restaurants. Wie ihr bestimmt wisst, bin ich sehr ungern in touristischen Gebieten. Da aber nun meine Reise bald endet, habe beschlossen etwas "Urlaub" zu machen. Immerhin ist mein Reisestil oft mit Strapazen verbunden und nicht wirklich das, was viele unter "entspannten Ferien" verstehen.  Ich gönnte mir deshalb auf Lamu auch hin und wieder etwas Feines zu Essen, wie zum Beispiel Meeresfrüchte (ich liebe sie soo sehr!) oder auch mal einen Cocktail. Von solchen Dingen konnte ich in den letzten Monaten nur träumen. 


        Frische Meeresfrüchte und Fisch


        Interessant ist noch, dass man hier auf der Insel so gut wie gar nichts von Corona merkt. Kein Mensch trägt Masken und auch sonst würde man nicht auf die Idee kommen, dass dieser Virus existiert... - wenn da nicht in den Shops und in den Restaurants überall die Hinweisschilder wären, dass eine Maskentragepflicht herrscht. Diese scheinen aber eher zur Zierde da zu hängen. Sie werden gekonnt ignoriert. Nicht einmal am Flughafen hat das Personal Masken getragen. Laut den Einheimischen hat es auf Lamu nie Corona-Fälle gegeben - ob das wirklich stimmt habe ich nicht nachgeprüft. Das Leben fühlt sich hier so frei und normal an wie vor dieser Pandemie. 


        Die Altstadt von Lamu: Lamu Old Town 

        Gleich am zweiten Tag beschlossen Victor und ich nach Lamu Old Town zu spazieren. Bei Ebbe kann man direkt am Strand entlang gehen. Der Fußweg dauert etwa eine halbe Stunde. Alternativ könnte man auch ein Motorboot nehmen. Als wir in dieser mittelalterlichen Steinstadt ankamen, hat sie uns sofort in ihren Bann gezogen. Kinder laufen barfuß und lachend durch die Straßen, die Frauen scheinen fast zu schweben mit ihren langen, schwarzen Verschleierungen und die Männer sitzen mit ihren weißen, bodenlangen Gewändern und der traditionellen Kopfbedeckung auf den Steinbänken vor ihren Häusern. Und überall (wirklich überall!!) laufen Esel herum. Die Gassen sind noch verwinkelter als in Shela. Wir fühlen uns einige hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt. Die Zeit scheint hier wahrlich stehen geblieben zu sein. 



        Kinder spielen in den engen Gassen Fußball mit einer leeren Plastikflasche

        Vorsicht schwer beladene Esel!

        Lamu Old Town


        Wir besuchten das Museum im Fort, welches viel über die Geschichte der Insel erzählt (Entritt 500 Ksh). Zudem landeten wir irgendwann am lokalen Markt und beobachteten das geschäftige Treiben. Zu Mittag gönnten wir uns frischen Fisch mit leckerem Kokosreis. 


        Der Markt in Lamu Old Town

        Oktopusse werden in der Sonne getrocknet


        Manda Island und die Takwa Ruinen

        Am Sonntag wollten Victor und ich Manda Island besuchen. Die Bootsfahrt dorthin dauert nur etwa fünf Minuten und kostet 400-500 Ksh pro Boot. Scheinbar gibt es auf der Insel uralte Ruinen (die Takwa-Ruinen), welche wir gerne sehen würden. Zum Glück wussten wir am Anfang noch nicht, was da auf uns zukommen wird. Wir dachten nämlich vom Strand zu der Ruinenstadt würde es etwa ein 20-minütiger Fußmarsch sein. Im Endeffekt waren wir gut zwei Stunden pro Wegstrecke unterwegs. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Schatten gab es keinen. Am Weg dorthin trafen wir keine Menschenseele. Eigentlich dachten wir, dass man bei den Ruinen einen Eintritt zahlen müsste und dass es dort Shops gibt, wo wir uns Wasser kaufen könnten. Und vielleicht sogar ein Motorbike, das uns zurück zu Strand bringen würde. Fehlanzeige! Als wir bei den Ruinen ankamen, war der Ort total verlassen. Es schien zwar so, als ob dort irgendwann wirklich mal mehr Infrastruktur für Touris war, aber das ist bestimmt schon ein Weilchen her. Umso spannender fand ich das Ganze. Victor war sich noch nicht ganz schlüssig was er davon halten sollte. 


        Takwa Ruinen auf Manda Island



        Takwa war im 15./16. Jahrhundert eine wichtige Swahili-Handelsstadt. Die Siedlung wurde vermutlich im 17. Jahrhundert aufgegeben, wahrscheinlich aufgrund der zunehmenden Versalzung des Trinkwassers.


        In der Nähe der Ruinen fanden wir dann noch einen einsamen Strand, wo wir uns eine willkommene Abkühlung gönnten. 


        Der Strand nur wenige Minuten von den Takwa Ruinen entfernt


        Der Rückweg war noch viel heißer und wir mussten uns die letzten Wasserreserven gut einteilen. Letztendlich waren es die Anstrengungen auf alle Fälle wert für dieses kleine Abenteuer. 


        Einen alte Moschee auf Manda Island

        Der Strand auf Manda Island


        Als Victor am Montag die Insel verließ, zog doch tatsächlich wieder ein Franzose in sein Zimmer ein: Anthony, ein Touristenführer aus Paris. Wir verstanden uns sogleich prächtig und tauschten verrückte Reisegeschichten aus, von denen wir beide genug auf Lager hatten. 


        Wanderung in das Dörfchen Matondoni 

        Am Dienstag schlug ich Anthony vor, dass wir in das Dörfchen Matondoni wandern könnten. Er stimmte sofort zu - vielleicht etwas zu vorschnell, denn er wusste nicht, was auf ihn zukommen würde. Auch ich wusste es nicht wirklich. Manchmal schaue ich mir einfach die Landkarte an und wähle irgendeinen Ort aus. Einer, der nicht im Reiseführer steht. So entdecke ich oft die geheimsten und spannendsten Ecken eines Landes. Das Einzige was ich herausfinden konnte war, dass Matondoni ein kleines Fischerdorf ist, wo die traditionellen "Dau" Segelboote gebaut werden. Das sind hölzerne Segelboote, die ursprünglich für den Transport exotischer Gewürze und Waren entlang der Handelsrouten im Indischen Ozean genutzt wurden. 

        Laut der Landkarte müssten wir etwa 12 Kilometer zurücklegen bis wir dort ankommen. Das klingt ja erstmal gut machbar. Zuerst ging es nach Lamu Town. Dort kauften wir uns als Wegzehrung noch Chapati und Bohnen. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier in den versteckten Gassen von Lamu - dort wo üblicherweise nur Einheimische hinkommen - ein frisches Chapati läppische 10 Ksh (= 0,08 €) kostet, während man im Restaurant in Shela 250 Ksh (= 2 €) dafür blechen muss. Auch die Portion Bohnen bekamen wir für 10 Ksh. 

        Von Lamu nach Matondoni führt lediglich ein Sandweg. Das klingt schöner als es ist. Bei jedem Schritt versinkt man einige Zentimeter im Sand, somit werden die 12 Kilometer gefühlt doppelt so lange. Als Anthony mich am Morgen fragte, ob ich wirklich mit Flip Flops gehen möchte, antwortete ich ihm ganz selbstbewusst, dass ich bereits ein professioneller Flip Flops - Wanderer sei. Tatsächlich benutze ich beim Reisen meine Wanderschuhe nur im Notfall *lach*. Ich liebe das Gefühl, wenn meine Füße durch nichts eingeengt sind. Zudem finde ich sie auch sehr bequem, es macht nichts wenn man nass wird, sie lassen sich leicht ausziehen und man muss keine Socken waschen ;) Ich bereute meine leichtfertige Aussage schon bald. In der Mittagshitze wurde der Sand brennend heiß. Jeder Schritt war schmerzhaft. Von den unzähligen Dornen möchte ich erst gar nicht reden. Somit waren wir ziemlich langsam unterwegs. Am ganzen Weg trafen wir insgesamt drei Einheimische. Für Anthony war das Ganze ein absolutes Abenteuer und er bedankte sich mehrmals für meine geniale Idee. Er würde sich das alleine nie trauen, so abseits der Touristenpfade einfach irgendwohin zu wandern. Wir hofften am Weg eine Badestelle zu finden, doch da hatten wir wenig Glück. Das Ufer war dermaßen dicht mit Mangroven bewachsen, dass wir keine Chance hatten zum Wasser durchzukommen. 

        Der Weg nach Matondoni

        Wir waren heilfroh, als wir das Dörfchen Matondoni nach über zwei Stunden erreichten. Die Einheimischen begrüßten uns freundlich und boten uns eine Führung an. Wir wollten jedoch erstmal nur im Schatten entspannen. Ich kaufte mir einen kalten, zuckersüßen Tamarindensaft und kam langsam wieder zu Kräften. Als ich meine Füße inspizierte, war ich erstaunt, dass sie keine einzige Brandblase abbekommen haben. Wir wanderten zum kleinen Bootshafen von Matondoni. Auch hier hatten wir kein Glück mit Baden. Es war gerade Ebbe und am Weg zum Wasser versanken wir immer tiefer im Schlamm. Wir beschlossen ein Mittagessen zu suchen. In einem kleinen, lokalen Restaurant bekamen wir frittierten Fisch für 40 Ksh (= 0,32 €). Ich brauchte aber drei Stück davon um satt zu werden. 

        Das Dörfchen Matondoni

        Der Strand von Matondoni bei Ebbe

        Eines war uns klar: Zu Fuß wollten wir auf keinen Fall zurück. Wir begannen mit den Fischern zu verhandeln, für wie viel sie uns mit einem Boot zurückbringen würden. Da sie von ihren hohen Preisen nicht herunter gingen, einigten wir uns darauf, dass sie uns zur "Bushaltestelle" in Mokowe für 500 Ksh bringen würden. Gemeint ist damit ein kleiner Bootshafen am Festland. Von dort aus fahren öffentliche Boote nach Lamu Town. In Mokowe hatten wir Glück, denn es fuhr gerade ein Motorboot los (200 Ksh/Person), wo wir noch an Board springen konnten.

        Die Boots-Bushaltestelle in Mokowe

        Zuguterletzt mussten wir dann noch von Lamu Town nach Shela wandern. Da mittlerweile die Flut schon eingesetzt hatte, konnte man nur noch schwer am Ufer entlang laufen. Wir wagten es trotzdem. Es wurde noch einmal sehr abenteuerlich und wir mussten an den Felsen entlang kraxeln bzw im bereits recht tiefen Wasser waten. Am Ende des Tages meinte Anthony, dass er - wenn er gewusst hätte was heute auf uns zukommt - niemals mit mir mitgekommen wäre. Er war am Ende seiner Kräfte, empfand es aber trotzdem als eines seiner besten Abenteuer. Wahrscheinlich war er recht froh, dass ich am nächsten Tag abreiste und er nun einen ganz gemütlichen Urlaub genießen konnte *lach*. 


        Goodbye Lamu Island

        Am Mittwoch, dem 9.3., sollte es für mich weitergehen nach Watamu. Auch hierbei handelt es sich um einen Ort an der Küste Kenias. Ich werde voraussichtlich fünf Tage dort bleiben, bevor es zurück nach Nairobi geht. Am 19.3. ist dann schon mein Heimflug. 

        Obwohl ich anfangs aufgrund des Tourismus etwas skeptisch gegenüber Lamu Island war, muss ich letztendlich sagen, dass es trotzdem eine absolut paradiesische Insel ist und man auf alle Fälle auch untouristische Ecken findet. 

        Meinen Weg von Lamu Island nach Watamu lege ich wieder mit dem Flugzeug zurück (32€). Ich versuche eigentlich Flüge so gut es geht zu umgehen. In dem Fall sprachen mehrere Gründe gegen eine Busfahrt: Zum einen wäre es eine ziemlich lange Reise: Zuerst von Shela nach Lamu mit dem Boot, dann mit einem öffentlichen Boot nach Mokowe und dann noch mit einem Bus von Mokowe nach Watamu für etwa 8 Stunden. Der Flug hingegen dauert nur 25 Minuten. Weiters gibt es für das Festland von Lamu gerade eine Reisewarnung, da es regelmäßig zu terroristischen Angriffen und Raubüerfallen der radikal-islamischen Al-Shabaab Gruppen kommt.

        Auf geht´s nach Watamu



        Ich werde mich dann wieder aus Watamu melden!

        Eure Michi :)



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