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| Meine Freunde - die Kühe & im Hintergrund der schneebedeckte Gipfel des Vulkans Villarrica |
Donnerstag, 05. Februar 2026
Heute Morgen ließ ich mich mit einem Uber-Taxi von meiner Unterkunft zum Parkplatz des Skilifts am Vulkan Villarrica (8.400 CLP) fahren. Dort liegt auch der Eingang des Nationalparks Villarrica. Der arme Fahrer kannte die Straße vorher nicht und wirkte ziemlich überfordert. Immer wieder schaute er panisch aufs GPS. Sein Auto war definitiv nicht für steile Schotter-Bergstraßen geeignet, aber am Ende haben wir es doch ans Ziel geschafft. Wir plauderten noch ein wenig, und er erzählte mir, dass er dieses Jahr in die Schweiz nach Luzern ziehen möchte. Für die Strapazen gab ich ihm noch etwas Trinkgeld.
Mein Eintrittsticket für den Nationalpark hatte ich bereits gestern online gekauft (11.000 CLP). Da wir aber bei den CONAF-Parkrangern nicht gestoppt haben, hat letztendlich nie jemand danach gefragt.
Im Mittelpunkt des Nationalparks steht der aktive Vulkan Villarrica, dessen schneebedeckte Kuppe deutlich aus der Landschaft hervorsticht. Rundherum liegen dunkle, bizarr geformte Lavafelder. Der Vulkan bricht regelmäßig aus, zuletzt 2015, und gilt als einer der aktivsten Chiles. Manchmal sieht man sogar glühende Lava - dieses Glück hatte ich allerdings nicht.
Der Wanderweg war heute ziemlich einfach und gut ausgebaut. Ich traf nur auf drei andere Wanderer. Die Ausblicke auf den Vulkan und seine Lavafelder waren super beeindruckend.
Am Ende des Tages fand ich einen wunderschönen Zeltplatz direkt neben einem Bach.
Freitag, 06. Februar 2026
Der Morgen begann traumhaft: Bereits um 7:15 Uhr stand die Sonne am Himmel und taute mein leicht gefrorenes Zelt auf.
Heute standen wieder einfache Trails an, dafür mit ziemlich vielen Höhenmetern und weiterhin tollen Ausblicken auf die umliegenden schneebedeckten Vulkane.
Gegen Mittag kam ich an einer Kontrollstelle der CONAF vorbei, wo ich mich registrieren musste. Ich schrieb meinen Namen, meine Reisepassnummer und mein Wanderziel in ein Notizbuch. Nach meinem Eintrittsticket fragte wieder niemand - schade, jetzt wo ich endlich einmal eines hätte.
Ich fand einen schönen Zeltplatz in der Nähe eines Wasserfalls und genoss einen traumhaften Sonnenuntergang. Zum Glück wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass mir eine schlaflose Nacht bevorstand.
Samstag, 07. Februar 2026
Mitten in der Nacht wurde ich von starken Windböen geweckt, die lautstark an meinem Zelt rüttelten und es mir fast komplett abbauten. Sogar die Heringe wurden herausgeschleudert. Ich machte mich also im Dunkeln an die Arbeit das Zelt wieder aufzubauen und die Heringe mit großen Steinhaufen zu beschweren. Die Windböen hielten bis zum Morgen an, ich musste das Zelt mehrmals wiederaufbauen - an Schlaf war demzufolge nicht mehr zu denken. Genau solche Nächte sind es aber wahrscheinlich, die das Ganze zu einem unvergesslichen Abenteuer machen.
Am Morgen ging es auf einen Bergpass mit unglaublicher Aussicht auf die Laguna Azul, die blaue Lagune. Kurz vor Mittag kam ich dort an und machte eine Badepause. Überraschenderweise war niemand sonst da, obwohl Samstag war. Scheinbar kommen manchmal Wochenendausflügler mit Pferden hierher.
Der weitere Weg bestand aus einem langen Abstieg mit ein paar kleinen Anstiegen. Ich beobachtete viele interessante Vögel, darunter Greifvögel und Papageien. In den tieferen Lagen wurde es wieder richtig heiß.
Es dauerte eine ziemliche Weile, bis ich einen geeigneten Zeltplatz fand. Ich knackte wieder einmal die 30-km-Marke. Den Weg versüßt haben mir die ersten reifen Brombeeren. Schließlich konnte ich mein Zelt gut versteckt neben einer Schotterstraße aufstellen. Daneben war auch ein kleiner Bach. Zum Glück kamen in der Nacht keine Autos vorbei.
Sonntag, 08. Februar 2026
Am Morgen war mein Zelt vom Kondenswasser platschnass. Da es bewölkt war, machte es keinen Sinn zu warten, bis es trocknet, also startete ich meinen Wandertag. Nach wenigen Minuten kam ein Jeep vorbei, ich streckte den Daumen raus und hatte Glück. Ein einheimischer Jäger nahm mich mit bis ins nächste Dorf, was mir etwa zwei Stunden langweiliges Wandern auf Schotterstraßen ersparte. Der einzige Nachteil an der Sache war, dass er es tatsächlich schaffte meine längst verdrängte Puma-Paranoia zu reaktivieren. Er erzählte mir, dass es in dieser Gegend Unmengen von diesen Raubkatzen gibt und dass es durchaus vorkommen kann, dass sie Menschen angreifen. Als allein wandernde Frau sei es natürlich besonders gefährlich.
Im Dorf Liquine konnte ich Brot und zur Feier des Tages ein Stück Kuchen kaufen (trotz Sonntag) - ich habe nämlich nun die 1.000 Kilometer (mit über 40.000 Höhenmetern) geknackt.
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| Sieht vielleicht ein bisschen zerfleddert aus, schmeckte aber vorzüglich |
Nach einer kurzen Frühstückspause startete ich in die nächste Sektion.
GPT16 - Technische Daten:
• Distanz: 85 km
• Höhenmeter: 3.574 m
• Dauer: 3 Tage
Insgesamt am Greater Patagonian Trail:
• Distanz: 1.089 km
• Höhenmeter: 42.618 m









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