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Samstag, 13. November 2021

Wanderung auf den Mount Longonot

 

Naivasha, Kenia

Eine sehr durchzogene Nacht

Zuerst waren es die Moskitos, die mir gestern Abend das Leben schwer machten. Dann kamen plötzlich Gliederschmerzen dazu. Zudem war mir abwechselnd viel zu kalt und dann wieder viel zu heiß. Irgendwann spielte auch mein Bauch verrückt. Ich malte mir schon aus, wie ich die nächsten Wochen mit einer schweren Malaria oder sonst irgend einer schwerwiegenden Krankheit im Bett liegen würde. Nachdem ich eine Ibuprofen eingenommen hatte, fand ich zum Glück irgendwann doch noch in den Schlaf.


Als mein Wecker heute Morgen um 6:30 Uhr klingelte, fühlte ich mich bereits um einiges besser. Die Gliederschmerzen waren weg, auch mein Temperaturempfinden passte wieder halbwegs. Ich beschloss es einfach zu wagen, meine heutig geplante Wanderung auf den Mount Lonognot durchzuführen. 


Auf zum Mount Longonot National Park

Nach dem Frühstück machte ich mich auf zum Busbahnhof. Dort konnte ich auf Anhieb ein Matatu finden, das in den Ort Longonot fährt. Nach fast einer Stunde war das Gefährt endlich voll und wir konnten losfahren. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde und kostete 100 KSh (= 0,90 €) - ich glaube die Einheimischen zahlen nur die Hälfte, aber heute hatte ich einfach keine Energie ewig lange zu handeln. 


Von Longonot nahm ich ein Boda-Boda - auch wieder für 100 KSh - bis zum Nationalparkeingang des Lonogonot Nationalparks. Hier musste ich erstmals 20USD Eintritt bezahlen. Es wäre auch möglich sich einen Guide zu buchen, das ist aber nicht nötig, da man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Der Mount Lonognot ist übrigens ein inaktiver Vulkan (letzter Ausbruch 1860). 


Die Wanderung startete äußerst erfreulich: Gleich in den ersten 10 Minuten sah ich eine Giraffenfamilie. Als sie mich erspähten, schauten sie neugierig zu mir herüber. 


Eine Giraffenfamilie :)


Kurze Zeit später beobachtete ich eine Herde Zebras und Antilopen. Es sollte hier scheinbar auch Löwen und Leoparden geben, aber von denen sah ich (zum Glück) nichts. Andere Menschen traf ich bis jetzt auch keine. 


Der Aufstieg zum Kraterrand war aufgrund der Hitze und meines leicht angeschlagenen Zustandes recht anstrengend. Oben angekommen hatte ich einen genialen Ausblick auf den Kraterboden und den 2.780m hohen Gipfel. 


Am Kraterrand angekommen


Mein Ziel war es den kreisförmigen Kraterrand zum umwandern - das sind ungefähr sieben Kilometer. Schatten gibt es hier kaum. Ich merkte nun ziemlich stark, dass ich heute wirklich nicht in meiner Höchstform war. Diese - für meine Verhältnisse - eigentlich sehr einfache und kurze Wanderung machte mir heute irrsinnig zu schaffen. Zum Glück hatte ich genügend Wasser und Sonnenschutz dabei. Vom Gipfel aus genoss ich den tollen Ausblick auf den Naivasha-See


Der Gipfel vom Mount Longonot 2.780m


Der Abstieg wurde durch den trockenen Vulkansand ziemlich staubig. 



Nun kamen mir plötzlich jede Menge einheimische Schulkinder in Schuluniform (!!) entgegen. Sie hatte heute so etwas wie einen Wandertag und quälten sich in der Mittagshitze den Berg hinauf. Keiner hatte einen Rucksack dabei, in der Hand hielten sie lediglich eine kleine Plastikflasche Wasser. Ich hatte mittlerweile fast drei Liter getrunken. Sie taten mir richtig leid. Aber ich denke, dass es viele nicht auf den Gipfel geschafft haben. Immerhin waren es geschätzt hunderte Kinder und die meisten schienen bereits ganz unten aus dem letzten Loch zu pfeifen. Wie kann man auch nur auf so eine Idee kommen mittags so eine Wanderung zu starten?


Ich war heilfroh als ich wieder im Dorf Longonot ankam, da ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Irgendwie war ich wohl doch noch nicht ganz gesund. Mein Bauch machte sich immer wieder bemerkbar. Ich habe es auch den ganzen Tag über nicht wirklich geschafft etwas zu essen, weil mir der Appetit fehlte. Zudem bekam ich immer gleich heftige Bauchkrämpfe wenn ich auch nur einen kleinen Bissen aß. Zurück in meinem Baumhaus war ich streichfähig.  


Hier noch ein paar Details zur Wanderung:

Gesamtlänge: 12,70 km

Aufstieg: 753 Höhenmeter

Zeit: 4 Std 30 min (inklusive mehrerer kurzer Pausen)


Jetzt gibt es noch einen Tee und dann ab in die Heia :)





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