Enter your keyword

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Höhlen-Erkundungsstour

By On Dezember 04, 2019

Gestern traf ich mich zum Frühstück mit Lee, einem jungen Kandadier, den ich hier in Pokhara kennengelernt habe. Dabei muss ich anmerken, dass es in der German Bakery unglaublich leckeres Essen und auch Kaffee gibt -> sehr zu empfehlen. Lee führt ein recht spannendes Leben, er wohnt nämlich seit sechs Jahren in einem Camper in Kanada und nimmt immer nur Kurzzeitjobs an, um danach wieder auf Reisen zu gehen. Ich finde die Geschichten von anderen Menschen immer sehr spannend, vor allem wenn sie so ein "extravagantes" Leben führen.

Sehr leckeres Frühstück in der German Bakery 

Nach dem äußerst leckeren und herzhaften Frühstück beschlossen wir eine kleine Wanderung zu starten. In der Nähe von Pokhara sollte es recht bekannte Höhlen geben. Höhlen finde ich grundsätzlich sehr spannend, aber halt nicht wenn sich dort Unmengen von Touristen tummeln. Wir beschlossen deshalb eine unentdeckte Höhle zu finden, immerhin sollte es hier in der Gegend jede Menge davon geben. Zuerst wanderten wir knappe zwei Stunden quer durch Pokhara, was aber eine ganz tolle Erfahrung war, da wir in sehr schöne Stadtviertel kamen, in die sich wohl nicht so oft Touristen verirren. Dementsprechend aufgeregt winkten und brüllen uns Kinder aus allen Richtungen zu. 

Wir versuchten eine Höhle namens Birendra zu finden, die auf der Landkarte eingezeichnet war. Der Weg dorthin - der eigentlich keiner war - stellte sich als äußerst abenteuerlich heraus.



Wir gingen einen Fluss entlang. Das Vorhaben wurde aber immer unwegsamer und der Dschungel immer dichter. Wir kamen nur sehr langsam voran und Lee legte zur Draufgabe noch eine ordentliche Bruchlandung in den Fluss hin.





Wir konnten es kaum glauben, als wir dann tatsächlich die Höhle gefunden haben. Es führte sogar ein kleiner Weg dorthin. Am Eingang war ein recht verrostetes Schild angebracht. Schien so, als hätte man vor langer Zeit einmal versucht die Höhle der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hat aber dann wahrscheinlich doch nicht so geklappt. Wir holten unsere Stirnlampen aus dem Rucksack und starteten die Erkundungstour. Die ersten fünf Meter waren sogar recht ausgebaut. Danach war es aber eine ordentliche Kletterei und teilweise ziemlich eng. Je tiefer wir in die Höhle kamen, desto feuchter und wärmer wurde die Luft. Es fühlte sich an wie ein Dampfbad. Was ich nicht so toll fand, waren die riesigen Spinnen, die sich dort überall tummelten. Ansonsten war die Höhle aber wunderschön, vor allem die Gesteinsformationen waren sehr beeindruckend. Im Endeffekt kamen wir ziemlich weit rein, beschlossen dann aber umzudrehen. Es war einfach viel zu warm und wurde dermaßen eng, dass ich ein wenig Platzangst bekam. Trotzdem ein sehr gelungenes Abenteuer.



In nächsten Dorf suchten wir etwas zu essen. Das war gar nicht so einfach, da dort niemand Englisch sprach. Wir konnten aber dann doch noch eine nette ältere Dame finden, die uns ein Dal Bhat zubereitete. Sie schien eine Riesenfreude gehabt zu haben, weil wir bei ihr aßen. Die Dame bedankte sich mehrmals freudestrahlend für unseren Besuch.

die Küche der Dame, die uns ein sehr leckeres Dal Bhat zubereitete

Später ging es zu Fuß zurück nach Pokhara. Ja, wir legten ordentlich Kilometer zurück.

Yoga-Retreat

Heute starte ich in dem Dörfchen Khapaudi - ganz in der Nähe von Pokhara, auch am Phewa-See gelegen - ein 4-tägiges Yoga Retreat. Bin schon sehr gespannt darauf.










Meine größten Reiseabenteuer

By On Dezember 04, 2019


Immer wieder werde ich gefragt, was denn nun die spannendsten Reiseabenteuer auf meinen Backpacking Trips waren. Ich habe deshalb eine kleine Zusammenfassung der Erlebnisse, die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind, geschrieben.



... IN ASIEN 



20-tägiges Trekking in der Everest Region in Nepal 

Ganze 20 Tage lange trekkte ich gemeinsam mit meinem italienischen Wanderkollegen Andrea in der wunderschönen Everest Region in Nepal. Wir legten dabei über 300km und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Ganze ohne Guide und ohne Träger - außer für die Besteigung des 6.119m hohen Lobuche East war für zwei Tage ein Guide obligatorisch. Wir bewegten uns in Höhen um die 5.000m und stießen dabei immer wieder an unsere körperlichen Grenzen. Die enorme Höhe, der schwere Rucksack und die täglich zurückgelegten Strecken und Höhenmeter gingen ordentlich an die Substanz. Trotzdem kann ich behaupten, dass dieses Trekking eines der schönsten meines ganzen Lebens war. Auch die eisig kalten Nächte (so um die -15 Grad Celcius) in den unbeheizten Unterkünften waren eine Herausforderung - aber im Nachhinein gesehen auch ein unvergessliches Erlebnis. 

=> Reisebericht: Everest Base Camp & 3 Passes Trekking & Besteigung des Lobuche East 6.119m <=






.... IN SÜDAMERIKA



Polizeifestnahme am Titicacasee in Bolivien

Eines frühen Morgens wurden mein Couchsurfing Gastgeber Ernst, seine weitere Besucherin Alejandra und ich ganz überraschend von der Polizei festgenommen. Tatverdacht: Drogenherstellung und -schmuggel und obendrein noch Mädchenhandel. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie korrupt die Polizei dort ist. Zum Glück ging die ganze Gesichte nochmals gut aus.


Polizeifestnahme am Titicacasee



Autostoppen in Bolivien - 24 Std auf einem Lieferwagen

Gemeinsam mit einem guten Freund reiste ich von der Salzwüste Uyuni bis nach Sucre per Autstopp in einem Lieferwagen - ganze 24 Stunden dauerte das Vergnügen, es sei aber dazugesagt, dass wir auch Pausen machten und nachts für einige Stunden stoppten. Die einheimische Familie, die uns mitnahm war superlieb und verköstigte uns sogar.


diese Familie nahm uns 24 Stunden auf ihrem Lieferwagen mit



Lama-Opferungsfest mit den Bergarbeitern von Potosí in Bolivien

Ich war in Potosí in Bolivien bei einem Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter dabei. Es war ein wirklich sehr spannendes und authentisches Erlebnis und auf alle Fälle nichts für sanfte Gemüter! Außerdem bewiesen die Bolivianer, dass sie ein sehr trinkfreudiges Volk sind. 

Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí



Besteigung einiger der höchsten Berge der Welt in Ecuador & Peru

Ich bestieg einige der höchsten Berge der Welt, darunter der 5.752 m hohe Nevado Pisco in der Cordillera Blanca, einem der schönsten Gebirgszüge weltweit, der sich in den Anden Perus befindet. Außerdem versuchte ich zweimal den 6.310 m hohen Chimborazo in Ecuador zu besteigen. Dieser Berg hat die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt und ist ebenso der naheliegendste Punkt zur Sonne auf dieser Erde - und übertrifft damit sogar den Mount Everest. Wir campten sowohl bei der Pisco Besteigung als auch bei der Chimborazo Besteigung auf über 5.000 m Höhe in eisiger Kälte


Aussicht vom Nevado Pisco auf die umliegenden Berge



Eine Woche auf einer Fähre am Amazonas

Ich verbrachte insgesamt eine ganze Woche auf einer Fähre am Amazonas auf dem Weg von Leticia (Kolumbien) nach Yurimaguas (Peru) mit Zwischenstopp in Iquitos für zwei Tage. Geschlafen wurde in einer Hängematte zwischen zig Einheimischen. Als einzige Gringa (=Ausländerin) auf der Fähre war ich das Highlight schlechthin - vor allem für die Kinder. Zu essen gab es dreimal täglich Reis - zum Frühstück Reis aufgekocht mit Zuckerwasser und zu Mittag und zu Abend gesalzen mit Soße oder einem minikleinen Stückchen Hühnchen - seitdem kann ich Reis irgendwie nicht mehr essen.

am-amazonas fähre-amazonas schlafen-in-hängematte backpacking
auf  meiner Hängematte am Amazonas - hier schlief ich eine ganze Woche



Ayahuasca-Zeremonie mit einem Schamanen im Dschungel von Kolumbien

Ich besuchte einen Schamanen mitten im Dschungel am Amazonas in der Nähe von Leticia und machte dort eine Ayahuasca Zeremonie. Fazit: Eindeutig kein Wiederholungsbedarf, trotzdem möchte ich dieses Erlebnis nicht missen.


Ayahuasca-Zeremonie Leticia
das Haus des Schamanen mitten im Dschungel Kolumbiens



Schwimmen im Amazonas

Ich schwamm im Amazonas inmitten von Piranhas und Krokodilen. Unser Guide versichterte uns aber, das sich diese Tierchen nur im Uferbereich aufhalten würden, wir hätten also in der Mitte des Flußes absolut nichts zu befürchten. Das glaubte ich ihm auch, bis mich plötzlich etwas am Bein beknapperte...


schwimmen-im-amazonas
schwimmen im Amazonas







.... IN AFRIKA



Schlafen in einer Höhle in Lesotho

Ich wanderte einige Tage mit einem Einheimischen durch Lesotho und wir schliefen dabei in Höhlen. Wir kamen an den eindrucksvollsten Felsschluchten vorbei und genossen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Weiters durchquerten wir einige Dörfer, für die so ein Muzungu (= weißhäutige Person) eine absolut außergewöhnliche Begegnung war. 


Lesotho



Autostoppen in Namibia

Ich versuchte bei 40 °C in der Mittagshitze mitten im Nirgendwo an der Grenze Botswana - Namibia Auto zu stoppen, um nach Windhoek zu gelangen. Im Endeffekt kam ich mit zwei verschiedenen Trucks dort heil an - jedoch inklusive jeder Menge Nervenkitzel!





Trinken von frischem Ziegenblut mit den Massai in Tanzania

Ich lebte einige Tage mit einem Massai-Stamm in Tanzania am Lake Natron und habe dabei mit ihnen frisches Ziegenblut getrunken und noch weitere unvergessliche Abenteuer erlebt.


Massai-Dorf Tansania Ziege-schlachten Weltreise Backpacking



Jagen mit einem Stamm, der noch in Höhlen lebt in Tanzania

Ich war mit den Hadzabe, dem ältesten Jäger- und Sammlerstamm jagen. Diese Menschen leben noch in Höhlen und haben eine ganz besondere Sprache, die aus Schnalzlauten mit der Zunge besteht. Sie sind Nomaden und haben keine Schulbildung. Ich fühlte mich wie in einer komplett anderen Welt.


Hadzabe Weltreise Backpacking Hadza
die Hadzabe rüsten sich für die Jagd



Mithelfen an einer Schule mitten im Busch Ugandas

Ich lebte einige Tage in Uganda in einem kleinen Dörfchen mitten im Busch, fernab jeglicher Zivilisation - also ohne Strom und ohne fließend Wasser. Ich lernte dabei ihre doch recht andersartige Kultur und Brauchtümer näher kennen.


Im-Busch Uganda Mbirizi
so sehen die typischen Häuser im Busch Ugandas aus




Neben diesen unvergessllichen Reiseabenteuern, hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse. Diese könnte ihr =>HIER<= nachlesen. 

Dienstag, 3. Dezember 2019

Australian Camp, Dhampus & der Phewa-See

By On Dezember 03, 2019


Australian Camp & Dhampus

Die gestrige Wanderung mit Pramod zum Australischen Camp und dem Dorf Dhampus war wunderschön und sehr relaxed. Zuerst fuhren wir mit dem Motorbike bis zu dem Dorf Phedi. Dort stellten wir dieses ab und fuhren die recht abenteuerliche Bergstraße mit dem Bus weiter bis nach Kande. Von hier aus starteten wir unsere Wanderung. Bis zum Australischen Camp brauchten wir etwa eine Stunde. Man muss aber dazu sagen, dass Pramod bestimmt nicht der sportlichste ist. Er schwitzte und keuchte den ganzen Weg lang unaufhörlich. Dementsprechend machten wir auch viele Pausen.



Im Camp angekommen aßen wir zu Mittag: Dal Bhat natürlich. Ich wage mich zu behaupten, dass dies mein allerbestes Dal Bhat war. Pramod erzählte mir, dass er dieses Gericht täglich zu Mittag und abends essen würde. Eine Mahlzeit ohne Dal Bhat wäre für einen Nepalesen keine richtige Mahlzeit. Das erinnert mich an Afrika und das Posho/Ugali.

Dal Bhat

Vom Australischen Camp ging es über das Dorf Dhampus zurück zum Motorbike in das Dorf Phedi. Das waren vielleicht nochmal 2 Stunden - aber halt wirklich im Schneckentempo. Die Wanderung war insgesamt wunderschön. Die üppige Natur erinnert ein wenig an einen Dschungel.

Dieses süße Baby-Hündchen entdeckten wir am Rückweg 

Zum Abendessen traf ich mich tatsächlich mit einem Schweizer. Er heißt Luca und bereist schon seit 1,5 Jahren die Welt. Wir tauschten noch jede Menge Reisegeschichten aus und verabredeten uns auch gleich zum Joggen für den nächsten Tag.

Laufrunde um den Phewa-See 

Heute morgen startete ich topmotiviert meine Laufrunde. Es sollte einmal komplett um den Phewa-See gehen, das sind etwa 30km. Luca kündigte an, dass er später nachkommen würde. Ich rannte also alleine los. Die Gegend war wunderschön.




Um die Mittagszeit wurde es aber extrem heiß. Ich genehmigte mir ein kaltes Cola und wartete währenddessen auf Luca. Bereits nach einer halben Stunde kam er an. Die restliche Strecke legten wir dann gemeinsam zurück. Es ging durch Reisfelder und kleine Dörfer. Zudem kamen wir an einem Tempel und mehreren tollen Aussichtspunkten vorbei.




Da wir zwischendurch hungrig wurden, legten wir noch eine Essenspause ein. Danach ging es nur noch schleppend weiter - mit vollem Bauch joggt es sich einfach nicht gut. Aber wir hatten ja keinen Zeitstress. Von daher beanspruchte unsere Runde letztendlich fast den ganzen Tag. Zu Abend aßen wir dann in der Bar meines Couchsurfing Gastgebers. Insgesamt ein sehr gelungener Tag!








Sonntag, 1. Dezember 2019

Pokhara - Eine Ruheoase am Phewa-See

By On Dezember 01, 2019


Nach dem hektischen, lauten und schmutzigen ist Pokhara nun eine willkommene Abwechslung. Die Stadt liegt direkt am wunderschönen Phewa-See. Es gibt hier jede Menge kleine, gemütliche Bars direkt am See und unzählige Yogazentren. Der perfekte Ort also, um für ein paar Tage abzuschalten. 

Ich kam gestern nach einer etwa 8-stündigen Busfahrt am Busbahnhof in Pokhara an. Dort wurde ich gleich von einigen Taxifahrern belagert. Da ich mich nach dem langen Sitzen unbedingt bewegen wollte, beschloss ich aber die etwa 40 Minuten ins Zentrum zu laufen. Dort suchte ich dann das kleine Café "Hakuna Matata" meines Couchsurfing Gastgebers. Ich war begeistert, denn es liegt direkt am See. 

Phewa-See 

Das Café "Hakuna Matata" meines Couchsurfing Gastgebers 

Mein Gastgeber Deepak scheint auf den ersten Blick ganz liebenswürdig, aber etwas wortkarg. Er zeigte mir mein Zimmer, das nicht unweit von seinem Café entfernt liegt. Ein sehr simpler Raum mit einem Holzbett und dünner Matratze. Deepak entschuldigte sich noch, dass es kein Warmwasser gäbe und ich zudem nach dem Schöpfprinzip duschen müsste. Nach sechs Monaten Backpacking in Afrika ist das natürlich kein Problem für mich. 

Da Deepak mit seinem Café recht beschäftigt ist, traf ich mich am Abend mit Pramod - ein Einheimischer, auch von Couchsurfing. Wir genossen den Abend am See mit einem kühlen Bier und vielen spannenden und lustigen Gesprächsthemen.  Ich finde es immer wieder spannend in Kontakt mit den Einheimischen zu treten. Viele Reisende halten sich vorwiegend in den Hostels mit anderen Reisenden auf und haben somit nur eher wenig Kontakt zu den Menschen von hier. Das ist meiner Meinung nach sehr schade, da es so spannend ist in andere Kulturen tiefer einzutauchen. Wenn ich nun die Menschen hier in Nepal mit den Afrikanern oder Südamerikanern vergleiche, muss ich sagen, dass es große Unterschiede gibt. Ich habe das Gefühl, dass die Nepalesen viel ruhiger und zurückhaltender sind. 

Derzeit genieße ich gerade ein sehr leckeres Frühstück : Obstsalat und richtig leckeren Capuccino. Heute werde ich mit Pramod zum Australischen Camp (2.055m) und dem Dorf Dhampus wandern. Ich bin schon sehr gespannt. 






Samstag, 30. November 2019

Kathmandu again

By On November 30, 2019


Nach dem Trekking habe ich nun drei recht entspannte Tage in Kathmandu verbracht. Ich gönnte mir den Luxus meine ganzen Klamotten in die Wäscherei zu bringen. Von Hand hätte ich den ganzen Schmutz wahrscheinlich sowieso nicht mehr raus bekommen. 
Zudem genoss ich eine lange heiße Dusche und konnte mir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder meine Haare waschen. 

Nicht ganz so entspannt finde ich die Stadt Kathmandu an sich. Es ist laut, schmutzig und überall sind Massen von Menschen. Vor allem das Überqueren der Straßen ist eine ordentliche Herausforderung, da es natürlich keine Zebrastreifen gibt und der Verkehr endlos ist. Ich versuche mich immer Einheimischen anzuschließen, die auch gerade Überqueren wollen - das ist wohl die einfachste und sicherste Lösung.

Gestern wurde ich tatsächlich eine ganze Stunde lang von lang von einem Mann in der Stadt verfolgt. Angefangen hat es mit ganz normalem Smalltalk: "How are you? Where are you from?" Wie mir später erklärt wurde, war mein großer Fehler, dass ich auf diese Fragen geantwortet hatte. Denn sobald man das macht, hat man schon verloren. Im Endeffekt wollte der Typ natürlich Geld. Da ich mich von seiner Forderung aber recht unbeeindruckt zeigte, wurde der Kerl ganz schön wütend und begann lautstark zu schimpfen. Zum Glück hat er sich dann vom Acker gemacht. Und ich habe wieder etwas gelernt: Rede mit keinem Fremden. Etwas ähnliches passierte mir am selben Tag nochmals mit einem kleinen Jungen, dee mich auch ewig verfolgte, da er Geld für seinen sterbenskranken Vater wollte. 


Dal Bhat

Heute Mittag wurde ich von James (ein Einheimischer, den ich über Couchsurfing kenne) und seinen Freunden zu einem super leckeren, selbstgekochtem Dal Bhat eingeladen. Es handelt sich hierbei um eines der beliebtesten Alltagsgerichte der nepalesischen Küche. Es besteht aus Linsensuppe (dal), Reis (bhat) und Gemüse der Saison. Ich persönlich liebe dieses Gericht, zudem hat man den Vorteil, dass man in den Restaurants meist noch kostenlos Nachschub angeboten bekommt. Wenn man also sehr hungrig ist, dann ist es die perfekte Mahlzeit. 

"Kanchee", der Hund von James 

Dal Bhat 


Am späteren Nachmittag traf ich mich die Tage mit meinem Trekkinkollegen Andrea, um gemeinsam Abend zu essen und auf unser erfolgreiches Tekkingabenteuer anzustoßen. Heute Abend hieß es aber Abschied nehmen, da sich unsere Wege wieder trennen werden. Nun haben wir über drei Wochen jeweils 24 Stunden am Tag miteinander verbracht. Zudem verbinden uns unvergessliche Abenteuer. Das wird nun für mich sehr ungewohnt wieder alleine weiter zu ziehen. Auf alle muss ich morgen wieder früh aus den Federn, da mir eine 8-stündige Busfahrt bevorsteht. Es geht nämlich weiter nach Pokhara. Diesmal werde ich das erste Mal auf dieser Reise bei einem Couchsurfing Gastgeber unterkommen. Bin schon gespannt. 







Mittwoch, 27. November 2019

Everest Base Camp & 3 Passes Trekking & Besteigung des Locuche East 6.119m

By On November 27, 2019


Die letzten drei Wochen war ich in der Everest Region in Nepal am trekken. Gemeinsam mit meinem Kollegen Andrea legte ich dabei über 300 Kilometer und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Trekking war eindeutig das schönste und anstrengendste, das ich jemals gemacht habe. Immer wieder stießen wir an unsere körperlichen Grenzen, was zum einen an der enormen Höhe und zum anderen an den weiten und steilen Wegen lag. Wir machten die drei bekannten Pässe: Renjo La Pass (5.418m), Cho La Pass (5.420m) und Kongma La Pass (5.490m). Zudem wanderten wir zum Everest Base Camp und bestiegen mehrere Berggipfel. Ganz besonders stolz bin ich darauf, endlich meinen ersten 6.000er bestiegen zu haben: den Lobuche East auf 6.119m Seehöhe. 




1. Tag: Kathmandu (1.400m) - Phaplu (2.500m)

  • Mit einem Jeep ging es 13 Stunden lang von Kathmandu in das Bergdorf Phaplu. Die Fahrt war äußerst holprig und abenteuerlich.
  • Kosten für die Fahrt : 1.800 Nepalesische Rupie (NR) = ca 14 Euro

Esel zum Transportieren von Lasten in den abgelegenen Dörfern des Himalaya 

2. Tag: Phaplu (2.500m) - Taksindu La Pass (3.000m) - Jubing (1.700m)

  • 29,5 km
  • 1.167 Höhenmeter
  • Die Motivation war - zumindest im Anbetracht der zurückgelegten Kilometer - an diesem ersten Tag wohl noch am größten. 
  • Eines der Highlights von diesem Tag war bestimmt die Schlange, vor der Andrea im letzten Moment gerade noch so abbremsen konnte, indem er eine ordentliche Po-Landung am steilen Weg nach unten hinlegte. Ob das Tier giftig war oder nicht, wissen wir leider nicht. 
  • Für unsere erste Unterkunft bezahlten wir gerade mal 50 NR pro Person (=40 Cent). 

mein Trekkingpartner Andrea und ich 

3. Tag: Jubing (1.700m) - Karila Pass (2.885m) - Surke (2.300m)

  • 20,6 km
  • 2.315 Höhenmeter
  • Der heutige Tag hat ganz schön ausgegeben, da wir einiges an Höhenmetern machten und zudem gute 10 kg am Rücken mit uns herumschleppen. Vor allem in diesen Höhenlagen ist das eine ordentliche Herausforderung. 
  • Ich glaube ich habe noch nie so viele Esel an einem Tag gesehen wie heute (dachte ich bis zumindest bis zu diesem Tag). Sie werden zum Transportieren von Lasten genutzt. Immerhin gibt es hier etliche abgelege Bergdörfer, die nur durch tagelange Fußmärsche erreichbar sind. Teilweise kommt man an den Viechern fast nicht vorbei. 
  • Die Unterkunft konnten konnten wir mit etwas Handelgeschick kostenlos bekommen. Wir mussten bloß versprechen, dass wir hier zu Abend essen und frühstücken. 
  • Ich gönnte mir noch eine eisig kalte Dusche nach dem guten alten Schöpfprinzip. Für eine warme Dusche müsste man bezahlen, da das Wasser erst erhitzt werden muss. 

Mitten im "Esel-Verkehr" 

auch die Einheimischen müssen hier schwere Lasten von Dorf zu Dorf schleppen

4. Tag: Surke (2.300m) - Monjo (2.800m) 

  • 15,57 km
  • 1.019 Höhenmeter 
  • Nun am vierten Tag machen sich Rücken und Beine schon ordentlich bemerkbar. Aber die Motivation ist noch voll da, denn die Landschaft ist einfach atemberaubend und ändert sich auch von Tag zu Tag. 
  • Ab Lukla sind nun mehr Trekkingtouristen auf den Wegen anzutreffen. Hier befindet sich nämlich ein kleiner Flughafen - er hat den Ruf einer der gefährlichsten der Welt zu sein. Die Tage davor sind wir kaum auf andere Wanderer gestoßen. Wir beobachten, dass die meisten der anderen Trekker mit Guides und/oder Trägern unterwegs sind. 
  • Statt Esel sieht man nun mehr Yaks auf den Wegen als Transporttiere. Diese werden in den höheren Lagen bevorzugt genutzt. 
  • Unterkunft bekamen wir auch heute kostenlos. 
  • Der Besitzer war sogar so nett und genhmigte uns eine gratis heiße Dusche. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Ja, oft sind es tatsächlich die kleinen Freuden, die das Leben schön machen. 


In den höheren Lagen werden nun Yaks zum Transport eingesetzt 

5. Tag: Monjo (2.800m) - Everest Viewpoint (3.880m) - Namche Bazar (3.440m): 

  • 17,18 km
  • 1.339 Höhenmeter
  • Auf diesem Streckenabschnitt ist nun eindeutig mehr los. Teilweise muss man sogar mit Wartezeiten rechnen. Das passiert vor allem dann, wenn eine Eselkarawane vor einem herläuft oder wenn diese von der anderen Richtung kommt und die Hängebrücke überquert. Die Tiere transportieren Gaskartuschen, Lebensmittel, usw. Zudem sind noch massenhaft Träger unterwegs und natürlich Touristen.
  • Heute hatte ich tatsächlich einen Esel-Unfall. Wir warteten schon eine Ewigkeit, bis die erste Eselkarawane endlich die Hängebrücke überquert hatte. Dann gingen wir los. Als wir bereits über der Mitte der Brücke waren, sahen wir, dass eine weitere Eselkarawane mit Gaskartuschen beladen die Brücke betrat. Wir machten den riesigen Fehler und dachten, dass wir dran vorbei kämen. Als die Tiere bei uns ankamen, rempelten sie uns mit ihren Gaskartuschen mehrmals ziemlich schmerzhaft an. Ein Tier war dabei so grob, dass ich es von mir wegstoßen musste. Daraufhin verlor es seine Ladung - zwei Gaskartuschen. Der Eseltreiber begann ordentlich zu fluchen. Mir tat alles weh. Andrea half ihm noch mühsam den Esel wieder zu beladen. 
  • Als wir in Namche Bazar ankamen, machten wir noch eine kleine Wanderung zum "Everest Viewpoint". Zum ersten Mal in meinem Leben, sah ich den höchsten Berg der Erde live. Wow, er wirkt so unwahrscheinlich nahe.

Blick auf Namche Bazar


6. Tag: Namche Bazar (3.440m) - Thame (3.759m) + Sidetrek

  • 20 km
  • 1.463 Höhenmeter
  • Da wir das Berdgdörfchen Thame heute schon gegen Mittag erreichten, beschlossen wir noch den Sunder Peak zu besteigen, welcher auf 5.361m Seehöhe liegt. Leider mussten wir nach einigen Stunden umdrehen, da das Wetter umschwang und der starke Wind uns fast weggeblasen hatte. Zudem fanden wir keinen Weg, deshalb beschlossen wir das Vorhaben erstmal auf morgen zu verschieben.
  • Das Wetter auf dieser Höhe wird schon sehr rau. Tagsüber knallt die Sonne vom Himmel und man muss ordentlich aufpassen, dass man sich nicht verbrennt. Nachts wird es eisig kalt bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Die Hütten sind alle unbeheizt und für warmes Wasser z. B. zum Duschen muss man extra bezahlen (bis zu 10 Euro). Andrea und ich gönnten uns deshalb -  wie eigentlich jeden Tag - nur eine kurze eisig kalte Dusche im Schöpfprinzip. Wäre gespannt, ob das noch andere Trekker bei diesen Temperaturen machen. 

Erster Blick auf den Mount Everest

7. Tag: Thame (3.759m) - Sunder Peak (5.361m) - Marulung (4.080m)

  • 20,69 km
  • 2.036 Höhenmeter
  • Heute standen wir früh auf und starteten nochmals einen Versuch den Sunder Peak zu besteigen. Der Besitzer unserer Unterkunft meinte, wir könnten nur einen sogenannten Vorgipfel besteigen, da der richtige Gipfel sehr schwierig sei und man ihn nur mit dem Seil besteigen könnte. Zum Glück ist Andrea ebenso abenteuerlustig wie ich, also versuchten wir es mit dem Hauptgipfel. Es war zugegebenermaßen eine ordentliche Kletterei und ohne Andrea hätte ich das bestimmt nicht geschafft. Überglücklich erreichten wir wenige Stunden später den Gipfel des 5.361m hohen Sunder Peak. Die Luft hier oben ist schon ordentlich dünn. Die Besteigung war auf alle Fälle eine Herausforderung, aber umso glücklicher waren wir als wir es geschafft hatten.
  • Wir aßen in Thame leicht verspätet zu Mittag und machten uns dann noch auf in das 10 km entfernte Bergdorf Marulung. Wir trafen auf ein paar Einheimische, die uns warnten, dass es um diese Zeit schon viel zu spät sei, da der Weg sehr lang ist. Wir ließen uns nicht beirren und erreichten ziemlich genau beim Eintreten der Abenddämmerung das etwa 10-Haus-Dorf. 
  • Wir fanden eine Unterkunft für 100 NR pro Person. Wieder einmal waren wir die einzigen Gäste. Die Inhaberin erzählte mir, dass nun bald der Winter und der Schnee komme, und da wäre es undenkbar auf dieser Höhe wohnen zu bleiben, deshalb ziehen sie Ende Dezember in ein tiefer gelegenes Bergdorf. Im Moment wohnen hier in Marulung nur sie und ihre Mutter und drei weitere Familien. Zudem scheinen die meisten Männer hier schon einmal am Mount Everest gewesen zu sein, entweder als Guide oder Assistent Guide.
  • Ich bin wirklich sehr stolz auf meine Beine, sie tragen mich nun mittlerweile schon sieben Tage durch den Himalaya. Wir legen zudem täglich einiges an Kilometern und Höhenmetern zurück, was in diesen Höhenlagen und mit dem schweren Rucksack gar nicht so einfach ist. Immer wieder sind hohe Pässe zu überqueren. In den ersten Tagen spürte ich meine Beine stark, aber mittlerweile scheinen sie sich an die Belastung gewöhnt zu haben.
  • Falls ihr euch fragt wie das mit dem Klamotten waschen ist: Ganz ehrlich ich laufe seit einer Woche mit genau den selben Sachen herum. Eine Garnitur für tagsüber zum Wandern und die andere zum Schlafen. Aber ich muss sagen, dass es sich wirklich ausgezahlt hat in Klamotten mit Merinowolle zu investieren, denn das Zeug fängt so gut wie gar nicht zu stinken an.
  • Mein neues Lieblingsgetränk: Milchtee. Täglich nach dem Erreichen unserer Unterkunft nach der kalten Dusche bestellen wir uns eine Kanne Milch- oder Masalatee - unglaublich lecker!

8. Tag: Marulung (4.080m) - Renjo La Pass  (5.418m) - Gokyo (4.750m)

  • 15, 07 km
  • 1.319 Höhenmeter
  • Der Renjo La Pass heute war eindeutig sehr heftig. Due meisten machen den 3-Passes-Trek in umgekehrter Richtung, da er dann einfacher ist. Aber wir wollten natürlich gegen den Strom schwimmen. Dadurch, dass die Sonne vom Himmel knallte, was auf gut 5.000 m Seehöhe ganz schön intensiv ist, bekamen wir einen halben Sonnenstich. Zudem machte sich das Gewicht am Rücken heute sehr unangenehm bemerkbar. Zum ersten Mal spürten sowohl Andrea wie auch ich starke Kopfschmerzen von der Höhe. In Gokyo angekommen, hatten wir nicht mehr viele Nerven dafür Unterkünfte zu vergleichen und nahmen deshalb gleich die erstbeste. Völlig k.o. fielen wir ins Bett.

9. Tag: Gokyo (4.750m) - Gokyo Ri (5.360m) - Thangnang (4.700m)

  • 9,76 km
  • 714 Höhenmeter
  • Nachdem der gestrige Tag sehr heftig war, gingen wir es heute ruhiger an. Wir bestiegen am Vormittag ganz gemütlich den 5.360m hohen Gokyo Ri, gönnten uns dann noch ein Mittagessen in Gokyo und wanderten weiter in das 4.700m hoch gegelegene Dorf Thangnang.
  • Da wir schon um 15 Uhr ankamen und die Sonne noch vom Himmel strahlte, nutzte ich die Chance, um mir nach über einer Woche endlich wieder einmal die Haare zu waschen - mit dem eisig kalten Flusswasser natürlich. Das war schon eine ordentliche Überwindung.
  • Aus vollem Übereifer begannen Andrea und ich noch ein paar unserer Klamotten im Fluss zu waschen. Na ich hoffe mal, das trocknet bis morgen wieder.



10. Tag: Thangnang (4.700m) - Chola Pass (5.420m) - Dzonglha (4.800m)

  • 10,10 km
  • 818 Höhenmeter
  • Kurzes Update bezüglich Wäsche waschen gestern: Wir packten einfach die Kleidungsstücke, die noch etwas feucht waren (bzw eher steifgefroren) in den Schlafsack über Nacht. Und siehe da, heute morgen war das Zeug trocken. Not macht eben erfinderisch.
  • Temperatur: Minus 15 Grad nachts -> ich muss wohl nicht näher darauf eingehen wie abartig kalt mir in der Nacht war. 


11. Tag: Dzonglha (4.800m) - Gorak Shep (5.180m) - Everest Base Camp (5.364m)

  • 19,35 km
  • 834 Höhenmeter
  • Der Tag startete ganz entspannt. Um etwa 8 Uhr morgens machten wir uns auf. Zum Nachmittag hin bekam ich starke Kopfschmerzen und ziemlich kraftlose, müde Beine. Wir wanderten trotzdem noch bis zum Everest Base Camp auf 5.364m Höhe. Als wir dann zurück in der Unterkunft waren, musste ich erstmals eine Schmerztablette nehmen. Die Höhe macht sich nun wohl doch etwas bemerkbar. 
  • Leider habe ich einen Teil meiner Klamotten in der vorherigen Lodge vergessen (Socken und T-Shirt). Der Besitzer unserer Unterkunft hat mir liebenswürdigerweise sein Telefon geliehen um dort anzurufen (obwohl Andrea gemeint hat, dass das sowieso keinen Sinn macht, das Zeug sei bestimmt weg). Doch siehe da, es hieß tatsächlich, dass sie schauen werden, dass jemand das Zeug bringt. 
  • Heute schlafen wir erstmals auf über 5.000m Höhe. Die Luft ist schon auffällig dünn. Kleinste Anstrengungen bringen mich bereits ordentlich ausser Atem.
  • Sobald die Sonne weg ist, ist es einfach nur bitterkalt: - 15 bis - 20 Grad. Ich schlafe derzeit mit 6 Oberteilen + Daunenjacke + 3 Hosen + Daunenschlafsack + Decke von der Lodge und friere immer noch.

Everest Base Camp

12. Tag: Gorak Shep (5.180m) - Kala Patthar (5.648m) - Lobuche (4.900m)

  • 9,82 km
  • 530 Höhenmeter
  • Ich habe heute tatsächlich meine vergessenen Klamotten weider bkeommen - bin überglücklich (habe nämlich nur zwei Paar Socken dabei).
  • Heute Abend haben wir noch unseren Guide getroffen für die Besteigung des Lobuche East. Er ist noch recht jung und sein Englisch recht begrenzt, wirkt aber sympathisch. 
  • Das einzige Problem: Unser Guide meinte, dass wir das Equipment selbst dabei haben müssen (Steigeisen, Pickel, usw.), in Kathmandu hieß es jedoch, dass wir dies zur Verfügung gestellt bekommen. Ich versuchte also Bimal - den Typen vom Büro in Kathmandu - zu kontaktieren. Dieser meinte, alles kein Problem, unser Equipment sei im Basecamp. Der Guide war jedoch nicht überzeugt davon. Andrea zeigte sich von der Sache sichtlich gestresst. Mir sind solche Situationen schon mehr als bekannt aus meinen vorherigen Reisen in Afrika und Lateinamerika und deshalb ließ ich vorerst keine Panik aufkommen.


13. Tag: Lobuche (4.900m) - Lobuche High Camp (5.150m)

  • 3,57 km
  • 365 Höhenmeter
  • Angekommen im Basecamp, war zum Glück das meiste unseres Equipments dort. Bloß kein Schlafsack. Wir haben unseren Schlafsack aber in Lobuche gelassen, da er für die Kälte auf dieser Höhe sowieso nicht ausreichen würde. Leider gibt es auch keinen Handy Empfang auf dieser Höhe, also war es zwecklos Bimal zu kontaktieren. Was nun? Ohne Schlafsack werden wir bei diesen Temperaturen erfrieren. Der Guide meinte, er könnte uns seinen geben, wir müssten uns den Schlafsack in dem Fall aber teilen. Wie bitte? Nie im Leben haben zwei Leute in diesen engen Mumienschlafsäcken Platz - es war für eine Person schon sehr eng. 
  • Wie durch ein Wunder, kam zwei Stunden später ein junger Kerl an und hatte zwei Schlafsäcke für uns dabei. Keine Ahnung woher der kam. 
Lobuche East Basecamp

14. Tag: Lobuche High Camp (5.150m) - Gipfel: Lobuche East (6.119m) - Lobuche (4.900m)

  • 9,14 km
  • 890 Höhenmeter
  • Tagwache war heute um 1:30 Uhr in der Nacht.
  • Den Gipfel des Lobuche East erreichten wir um sechs Uhr morgens. Überglücklich kann ich nun endlich behaupten, meinen ersten 6000er bestiegen zu haben.
  • Andrea meinte heute so bei beiläufig, dass wir mittlerweile wie richtige Backpacker aussehen: schmutzige, ungewaschenene Kleidung, fettige Haare, lange, dreckige Fingernägel, blutige Hände usw. Da könnte was dran sein. 
  • Andrea kam heute vom Wäsche waschen am Fluss tatsächlich mit sämtlichen blutigen Schürfwunden zurück, da er wohl ausgerutscht ist. Tja, das Hausfrauendasein hier im Himalaya ist nicht so Ohne.
Andrea und ich am Gipfel des Lobuche East 6.119m 

15. Tag: Lobuche (4.900m) - Kongma La Pass (5.490m)  - Chuknung (4.730m)

  • 10,93 km
  • 750 Höhenmeter
  • Nun haben wir endlich die drei Pässe geschafft. 
  • Zur Feier des Tages gönnten wir uns unser erstes Yak-Steak. Geschmacklich war es nicht so schlecht, aber die Konsistenz war ein wenig wie auf einem Gummireifen herumzukauen. 
  • Wir bewegen uns nun schon seit etwa einer Woche in Höhenlagen um die 5.000m - ziemlich krass wenn man sich das so überlegt. Wir sind aber schon bestens akklimatisiert, von daher macht uns die Höhe keine Beschwerden mehr. Man merkt bloß, dass man schnell außer Atem kommt. Außerdem leidet die Haut sehr. Durch die starke Höhensonne ist sie extrem ausgetrocknet und wir holen uns regelmäßig einen leichten Sonnenbrand trotz Sonnencreme.
Kongma La Pass

16. Tag: Chuknung (4.730m) - Chhukung Ri (5.546m) - Pangboche (3.985m)

  • 19,34 km
  • 914 Höhenmeter
  • Ich merke nun eindeutig, dass ich an Körpergewicht verloren habe. Die zuvor perfekt sitzende Berghose ist mir nun beträchtlich zu groß.
  • Heute bestiegen wir unseren letzten Gipfel: den Chhukung Ri.
  • Man merkt nun auch, dass der Sauerstoffgehalt in der Luft wieder höher ist. 
am Gipfel des Chhuknung Ri


17. Tag: Pangboche (3.985m) - Monjo (2.800m)

  • 20,89 km
  • 713 Höhenmeter
  • Es wird nun endlich wieder wärmer in den tieferen Lagen. Zudem wird auch das Essen wieder  günstiger.
  • Als wir heute Namche Bazar durchquerten, konnten wir einfach nicht anders und kauften aus Freude, endlich wieder einen Shop zu sehen, jede Menge Schoki - und haben natürlich auch am selben Tag alles aufgefuttert. 

Namche Bazar

18. Tag: Monjo (2.800m) - Surke (2.300m)

  • 15,80 km
  • 475 Höhenmeter
  • Heute sahen wir einfach unendlich viele Esel und Eselkacke.

das tägliche Menü :)


19. Surke (2.300m) - Karilapass (2.885m) - Jubing (1.700m

  • 20,76 km
  • 1.814 Höhenmeter
  • Es ist nun endlich wieder bemerkbar ruhiger auf den Trails, da hier fast keine Touristen mehr verkehren. Die meisten nehmen nämlich das Flugzeug zurück aus Lukla


20. Tag: Jubing (1.700m) - Taksindu La Pass (3.000m) - Ringmu (2.800m)

  • 16,16 km
  • 1.701 Höhenmeter
  • Das Highlight des Tages war ein einheimischer Mann, denn wir am Weg trafen. Es war schon Anbruch der Dunkelheit und wir waren eigentlich recht im Stress, noch das nächste Dorf zu erreichen. Der Mann hörte aber einfach nicht auf zu reden. Zuerst meinte er, er sei ein großer Fan des christlichen Glaubens, was er auch gleich mit einigen christlichen Liedern belegt hatte. Dann begann er plötzlich "Sorry" von Justin Bieber zu singen. Ich konnte mich vor Lachen nicht mehr halten. Doch wie es so kommen sollte, wollte er im Endeffekt bloß Geld. Andrea und ich machten uns so rasch wie möglich vom Acker. Der etwas unheimliche, kleine Mann begann daraufhin unwahrscheinlich zu schimpfen.
  • Die heutige Unterkunft bekommt die Auszeichnung als ungemütlichste auf dem ganzen Trekking. Im Zimmer liegt überall zentimeterdick Staub und die "Matratze" ist bloß eine hauchdünne Matte. 

21. Tag: Ringmu (2.800m) - Phaplu (2.500m)

  • 14,30 km
  • 247 Höhenmeter
  • Heute haben wir tatsächlich den singenden Mann von gestern wieder getroffen. Er stand mitten im Nirgendwo und verkaufte irgendwelchen Krimskrams am Wegrand. 



22. Tag: Phaplu (2.500m) - Kathmandu (1.400m)

  • Tagwache: 3:30 Uhr morgens. Heute ging es nämlich wieder zurück nach Kathmandu. Wir beschlossen diesmal den lokalen Bus zu nehmen, da wir dachten, dass es ungemütlicher als mit dem Jeep sowieso nicht geht. Falsch gedacht. Der Bus war kurz vor dem Auseinanderfallen. Nicht einmal die Sitze waren mehr fest, diese flogen teilweise durch den halben Bus auf der Fahrt. 
  • Zudem habe ich mir zuvor niemals gedacht, dass man diese verrückten, unasphaltierten Bergstraßen überhaupt mit einem Bus zurücklegen kann. 
  • Insgesamt hatten wir zwei gröbere Zwischenfälle. Zuerst ging nach wenigen Kilometern der Tank aus, woraufhin wir ewig warten mussten, bis Nachschub gebracht wurde. Kurz vor Kathmandu haben wir dann noch einen Hund überfahren. Wir mussten daraufhin wieder umdrehen und das tote Tier einsammeln.
  • Nach 14 Stunden Fahrt kamen wir dann endlich in Kathmandu an.
  • Preis für den Bus: 1.100 NR (= ca. 8,70 Euro).

Insgesamt:

  • 318,1 Kilometer
  • 21.423 Höhenmeter
  • 86 Std 35 Minuten Wanderzeit
  • 20 Tag Trekking


Übersicht der kompletten Route:

Phaplu (2.500m) - Taksindu La Pass (3.000m) - Jubing (1.700m) - Karilapass (2.885m) - Surke (2.300m) - Monjo (2.800m) - Namche Bazar (3.340m) - Thame (3.759m) - Sunder Peak (5.361m) - Marulung (4.080m) - Renjo La Pass (5.418m) - Gokyo (4.750m)  - Gokyo Ri (5.360m) - Thangnag (4.700m) - Chola Pass (5.420m) - Dzonglha (4.800m) - Gorak Shep (5.180m) - Everest Base Camp (5.364m) - Kala Patthar (5.648m) - Lobuche (4.900m) - Lobuche High Camp (5.150m) - Gipfel: Lobuche East (6.119m) - Lobuche (4.900m) - Kongma La Pass (5.490m) - Chuknung (4.730m) - Chhukung Ri (5.546m) - Pangboche (3.985m) - Monjo (2.800) - Surke (2.300m) - Karilapass (2.885m) - Jubing (1.700m) - Taksindu La Pass (3.000m) - Ringmu (2.800m) - Phaplu (2.500m)

FAZIT:


  • Everest Base Camp und 3-Passes Trekking sind gut ohne Guide und Träger möglich.
  • Der Haupttrekkingtourismus ist ab Mitte/Ende November vorüber. Wir waren in vielen Unterkünften die einzigen Gäste, wobei in der Hauptsaison Leute oft sogar im Essenssaal schlafen müssen. Nur auf der Strecke des klassischen Everest-Base-Camp Trails war recht viel los. 
  • Die Kosten für die Übernachtungen waren meist gering (von kostenlos bis hin zu 350 NR (= ca 2,80 Euro) pro Person für ein sehr simples Doppelzimmer ohne Strom), jedoch muss man sich verpflichten dort auch zu Frühstücken und Abend zu essen. Pro Mahlzeit kann man im Schnitt mit 500 NR rechnen. Zudem werden das Aufladen von elektronischen Geräten, das WLAN (falls vorhanden), die heiße Dusche usw extra in Rechnung gestellt - und das oft mit beträchtlichen Preisen. So kostet eine earme Dusche schon mal zwischen 8 und 10 Euro. Man kann aber oft noch ein bisschen handeln bei den Preisen. Die Preise werden in den höheren Lagen aber tendenziell auch höher. Das liegt daran, dass dir Sachen mühsam mit Trägern und Yaks tagelang heraufgeschleppt werden müssen.
  • Wir konnten uns viel Geld sparen, indem wir  immer kalt geduscht haben (meist einfach mit einem Kübel kalten Wasser und einem Plastikbecher, mit dem wir uns das Wasser drüberschütteten). Aber ganz ehrlich: Das ganze ist verdammt kalt und nur die wenigsten machen das. Selbst die Sherpa staunten, wie wir das aushalten könnten. Das Gefühl nach so einer kalten Dusche ist aber phänomenal. Weiters hatten wir eine Powerbank dabei, die man mit Solarzellen aufladen kann. So mussten wir unsere Elektronikartikel nicht in den Unterkünften kostenpflichtig laden. Für das WLAN zahlten wir auch nie was, da wir beide eine lokale Simkarte hatten. Handyempfang gab es während des Trekkings natürlich nicht immer, aber alle paar Tage funktionierte es dann schon mehr oder weniger.
  • Durchschnittliche Ausgaben pro Tag: 20 Euro 


=> Ingesamt war es ein traumhaft schönes Trekking, das ich auf alle Fälle weiterempfehlen kann. Ich würde nur raten, die Hauptsaisonen zu meiden, da dann oft wirklich viel los ist auf den Trails.



=> HIER <= findest du noch mehr Fotos und auch Videos vom Everest Base Camp Trekking





Folge mir per E-Mail