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Montag, 8. Mai 2017

Die Pyramiden von Túcume und die Lambayeque Kultur


Die Pyramiden von Túcume befinden sich nicht unweit der Stadt Chiclayo im Norden Perus. Sie stellen die größte bekannte Ansammlung von Pyramiden aus Lehmziegeln aus der Zeit der Lambayeque-Kultur (oder auch Sicán-Kultur genannt) dar. Auf dem Gebiet befinden sich etwa 260 Pyramiden, wobei die höchste ca 30 m misst. Man geht davon aus, dass sie wahrscheinlich von 600 - 1000 nach Christus datiert sind. Die Landschaft ist wüstenartig, durchsetzt mit einigen Flussoasen und grenzt an die peruanische Küste. Neue Forschungen zeigen, dass die Gegend aufgrund von großen Naturkatastrophen, höchstwahrscheinlich dem El Nino, verlassen wurde. Man deutete diese Phänomen nämlich religiös, als Audruck göttlichen Zornes. Somit wurden die Pyramiden als verflucht angesehen, verbrannt und verlassen. In der Lambayeque-Kultur sollten grausame Opfer-Rituale ausgeführt worden sein, was aus Leichenfunden abgelesen werden konnte. Mit einem Opfermesser wurden Menschen Köpfe abgeschnitten. Skulpturen zeigen oft einen Mann mit einem halbkreisförmigen Messer in der Hand, im anderen Arm präsentiert er seinen abgeschnittenen Kopf.


Anreise

Da ich ja gerade in Chiclayo zum Couchsurfen bin, wollte ich natürlich auch einen Blick auf diese Ruinen werfen. Mein Gastgeber Alexander zeigte sich auch sogleich begeistert von dieser Idee und wollte mich begleiten. Er ist immer Feuer und Flamme, mir die Kultur Perus näher zu bringen und überschüttet mich mit interessanten Informationen über die Gegend hier, lokale Köstlichkeiten und vieles Weitere. Wir nahmen also gleich in der Früh ein Colectivo (=Kleinbus) nach Chiclayo. Das öffentliche Verkehrssystem in Chiclayo ist überaus konfus und schwer zu durchschauen. Im Prinzip ist die einzig sinnvolle Lösung das richtige Verkehrsmittel zu finden, Einheimische nach dem Weg zu fragen. Sogar Alexander musste herumfragen, bis wir das richtige Colectivo nach Túcume fanden. Es gibt nämlich kein Hauptbusterminal. Überall in der Stadt verteilt sind Kleinbushaltestellen, welche jedoch weder irgendwie markiert noch sonst was sind. Letztendlich fanden wir das richtige Colectivo. Die Fahrt dauerte etwa 30 Minuten und kostete 2,50 Soles /Person (= 0,70 Euro). Von Túcume aus kann man dann die etwa 15 Minuten bis zu den Ruinen gehen oder ein Mototaxi  für 3 Soles (= 0,80 Euro) nehmen. Wir entschieden uns für die gemütlichere Variante.

Das Museum und die Pyramiden von Túcume

Der Eintritt für die Pyramiden inklusive des Museums beträgt 12 Soles (= 3,30 Euro) und zahlt sich auf alle Fälle aus. Wichtig: ausreichend Wasser, Sonnenschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen, die Sonne knallt hier so richtig vom Himmel. Lustigerweise waren wir die einzigen Gäste hier. Zuerst besichtigten wir das Museum, das ich als äußert interessant empfand.


ein Hexer bzw Medizinmann 

 Danach ging es hinaus die flimmernde Hitze. Es war auch gerade um die Mittagszeit, was das Ganze nicht unbedingt besser machte. Wir wanderten einen sandigen Weg entlang durch eine sehr karge Gegend. Dutzende Libellen flogen in der Luft herum, außerdem bekamen wir einige Eulen, kleine Leguane und jede Menge Vögel zu Gesicht. Es gibt jeder Menge kleiner Wege und die Beschilderungen sind eher unzureichend. Aber im Prinzip kann man sich gar nicht richtig verlaufen. Die Ruinen sind eigentlich nicht mehr richtig als ein Solches erkennbar. Durch die Witterung ist der Lehmstein zerfallen und sie sehen nun eher aus wie kleine Berge. Trotzdem empfand ich es sehr interessant, vor allem wenn man sich vorstellt was sich hier vor einigen hundert Jahren so abgespielt hat. Des Weiteren ist auch die Gegend hochinteressant. Wieder eine für mich komplett neuartige Vegetation. Für den ganzen Besuch sollte man in etwa 3 Stunden einplanen.

so sehen die von der Witterung etwas mitgenommenen Pyramiden heute - einige hundert Jahre später - aus

eine Eule



Alexander



Mittagessen: Espesado

Alexander erzählte mir, dass es hier in Chiclayo ein sehr typisches Montags-Gericht gäbe: Espesado. Dieses Gericht wird demzufolge nur am Montag gekocht. Was genau die Zutaten dafür sind, kann ich nun leider nicht mehr genau wiedergeben - aber seht selbst am Foto. Auf alle Fälle war es super lecker. Ein Mittagsmenü mit Saft, Hauptgericht und Salat kostet hier übrigens um die 6 Soles (= 1,60 Euro).



Als wir zurück nach Hause kamen, wurde natürlich erstmals im Swimmingpool entspannt. So lässt es sich leben ;)

der heutige Sonnenuntergang von Alexanders Haus aus




Kommentare:

  1. Hallo,
    das hört sich total interessant an und ich bin ein bisschen traurig es ausgelassen zu haben! Aber Peru hat einfach so unglaublich viel zu bieten. Ich liebe diese Couchsurfing-Bekanntschaften! Bisher hatte ich immer Glück und super Leute kennengelernt, die mir egal wo immer alles zeigen wollten. Man bekommt doch immer noch einmal einen ganz anderen Blick auf ein Land. Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß bei deiner Reise und schau dir mal Paracas an, für zwei Tage sehr interessant.
    Liebe Grüße,
    Kuno

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    1. Oh ja, da hast du vollkommen recht, Couchsurfing ist für mich eine der besten Erfindungen überhaupt. Man kann so noch viel authentischer Reisen und erhält tiefe Einblicke in Kultur, Küche und Familienleben.
      Vielen Dank und liebe Grüße zurück,
      Michaela

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  2. Hallo Michaela,
    wiedermal großartige Fotos und eine spannende Geschichte. Ich finde, dass ist genau die richtige Mischung: Museum, Ruinen, tolle Landschaft und Wildlife.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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    1. Dast stimmt, die Mischung war wirklich perfekt.
      Lg aus Trujillo/Peru,
      Michaela

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  3. Ich finde es witzig, dass man die Pyramiden als solche bezeichnen kann. Ich denke dabei immer nur an Ägypten. Danke für den Artikel!
    P.S. Hattest du keinen Respekt vom "Medizinmann"?
    Liebe Grüße
    Jessica

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    1. Haha, der Medizinmann, den man am Foto sieht ist leider nur eine Puppe, haber aber auch schon viele "live" getroffen. Und natürlich habe ich Resepkt vor ihnen - wenn ich auch nicht unbedingt an diese Dinge glaube :D
      lg aus Peru

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  4. Hallo Michaela,
    das hätte ich mir auch nicht entgehen lassen! Ich finde Pyramiden in jeder Form und die damit verbundenen Kulturen wahnsinnig interessant. Vor alle die Vorstellung, wie diese gebaut wurden, welche architektonische und statische Leistung damals vollbracht wurden - einfach toll. Deine Bilder gefallen mir wirklich gut.
    Lieben Gruß, Susanne

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    1. Oh ja, auch mich bringt das immer wieder zum Staunen, wie die Menschen in der damaligen Zeit es geschafft haben, solche Bauen zu errichten!

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  5. Hallo Michaela, bin bekennender Südamerika-Fan, reise ab und an auf dem Kontinent und bin immer wieder erstaunt, wieviele vom Massentourismus unentdeckte Ecken es dort noch gibt. Zum Glück. Habe seit meinem Trip nach Lima eine grössere Perureise ganz oben auf meiner Liste...das Couchsurfing werde ich mir zwar sparen, aber die Gegend von Chiclayo merke ich mit. LG, Eddy

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    1. Ja, die Gegend um Chiclayo und Trujillo wird dir bestimmt gut gefallen, wenn du interessiert an Geschichte und Ruinen bist - hier gibt es jede Menge davon zu sehen!
      Lg Michaela

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  6. Hallo Michaela,

    ich liebe diese kargen Landschaften ja. Leider haben wir es nicht in den Norden Perus geschafft, aber nach deinem Bericht werden wir uns das auf jeden Fall für nächstes Mal vornehmen.

    LG
    Gina

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  7. Liebe Michaela,
    das klingt wirklich sehr interessant. Eine gute Mischung aus Kultur und toller Landschaft.

    Viele liebe Grüße
    Kathi

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  8. Hi Michaela, deine Bilder sind wirklich so wunderschön! Da würde ich am liebsten gleich mal meinen Koffer packen und nach Peru reisen :) Ich finde deine Couchsurfing Abenteuer immer total spannend und interessant, da ich diese Art zu reisen bis jetzt noch nie ausprobiert habe. LG aus Kärnten, Anita

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    1. Couchsurfen musst du unbedingt mal ausprobieren liebe Anita :)

      Liebe Grüße aus Peru

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  9. Hallo Michaela,
    ist ja genial, dass ihr die einzigen Besucher wart!
    Der Ausflug wäre auf jeden Fall auch etwas für mich und ich werde es mir deshalb auf jeden Fall merken. Hoffentlich verschlägt es mich bald auch mal nach Peru. Super auch, dass dein Gastgeber so Feuer und Flamme ist, dir die Kultur Perus näher zu bringen. :)
    Liebe Grüße,
    Jessi

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    1. Oh ja, mein Gastgeber war wirklich klasse und Peru kann ich dir nur sehr ans Herz legen!

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  10. Die Voodoo Puppen sind ja gruselig. :-D Aber ansonsten fand ich den Bericht total spannend und wie immer lese ich gerne entspannt vom Sofa anstatt selbst durch die brütende Hitze zu laufen. ;-)

    Dankeschön und LG Daniela

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    1. Haha, ja die Voodoo Puppen fand ich auch etwas gruselig.

      Liebe Grüße aus dem nun etwas kühleren Huaraz :)

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  11. Liebe Michaela,

    in Peru habe ich leider nur Machu Picchu und Puno gemacht... Leider! Irgendwann muss ich mir auch noch andere Gegenden anschauen und da kommt diese hier auf jeden Fall mit auf die Liste. Ich muss zugeben, dass ich noch nie von Túcume gehört habe... Bis auf die Voodoo-Puppen, die ich irgendwie angsteinflößend finde, sieht das aber so aus, als würde es mir dort gefallen!

    Danke :)

    Liebe Grüße,
    Barbara

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