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Sonntag, 13. Dezember 2015

Ziegenblut und andere Abenteuer

Ziegenschlachtung im Massaidorf

Der Morgen im Massaidorf startete sehr bewölkt. Wir beschlossen deshalb unsere Sonnenaufgangswanderung vorerst zu verschieben und dafür gleich beim Schlachten der Ziege zuzusehen. Angekommen bei der entsprechenden Hütte, standen bereits einige Massais neben dem Ziegenbock. Das Tier tat mir jetzt schon leid. Er schien auch zu merken, dass irgendwas im Busch war, denn er wirkte äußerst nervös.



der Ziegenbock kurz vor der Schlachtung


Dann ging alles sehr schnell, 3 Männer brachten den Bock zu Boden. Einer trennte den Kopf mit einem Buschmesser ab. Das Blut kam aus dem Hals gspritzt, welches die Männer sogleich in einer Schüssel auffingen und etwa zur Hälfte mit Milch und etwas Salz unter ständigem Rühren vermengten.




das frische Blut wird mit Milch und Salz gemischt


Jetzt kam der Augenblick der Wahrheit. Zuerst wagte sich Danas an das noch köperwarme frische Blut-Milch-Gemisch. Er schlug sich recht gut und hat nur leicht das Gesicht verzogen. Dann war ich an der Reihe. Zuerst nippte ich bloß. Schmeckte salzig und nach Milch, war also gar nicht so schlimm wie erwartet. Dann folgte noch ein großer Schluck. Der Nachgeschmack war metallisch-blutig. Wow, ich habe soeben frisches Ziegenblut getrunken! So etwas können wohl nicht viele von sich behaupten. Alex schien das Ganze etwas ungeheuerlich und er stand etwas abseits.

Zu meinem Erstaunen zog Danas plötzlich eine Flasche Vodka aus seinem Hemd - zum Nachspülen, meinte er. Da ich den hygienischen Bedingungen hier auch nicht so hundert prozentig vertraue, machte ich mich mit ihm über den Vodka her.

=> Video: Massai schlachten Ziege


beim Trinken des Ziegenblut-Milch Gemischs


Wanderung mit traumhaften Ausblick

Danach erklommen wir den Hügel und hatten einen traumhaften Ausblick über das Massailand. Am späteren Vormittag führte uns unser Guide, den wir ja aufgehalst bekommen haben (diesmal aber ein supernetter), zu einem traumhaften Wasserfall. Es war eine recht lange Wanderung dorthin, aber wunderschön. Wir durchquerten mehrere Massaidörfer. Ich bin immer wieder fasziniert wie einfach diese Menschen leben. Sie wohnen in simplen Hütten mit Strohdächern, die Kinder laufen barfuß herum und spielen mit Steinen oder bewachen die Viehherden. Das letzte Stück zum Wasserfall war eine richtige Kletterei, es ging durch eine beeindruckende Schlucht. Am Wasserfall angekommen entledigte sich der Guide kurzerhand seiner Klamotten und sprang unter den Wasserfall. Ich folgte ihm sogleich mitsamt meinen Klamotten, mir war nämlich ganz schön heiß.  Außerdem wurde somit wenigstens meine Kleidung wieder einmal gewaschen. Auch Alex und Dennis folgten. Traumhaft.
Der spätere Nachmittag war dann recht verregnet. Wir schafften es aber noch den Natronsee zu besuchen. Unser Guide, mit dem wir wirklich viel Spaß hatten, begleitete uns. Wir hatten uns den Weg dorthin einfacher vorgestellt, außerdem sah der See vom Dorf aus so nahe aus. Wie sich herausstellte hatten wir uns getäuscht. Es gab eigentlich gar keinen Weg zum See. Wir durchquerten Sümpfe und Flüsse. Da bin ich immer wieder froh, dass ich großteils mit Flip Flops unterwegs bin. Das ist am allereinachsten, obwohl es auch Gefahren mit sich bringt. Man ist leider nicht geschützt vor gefährlichen Kleintieren, von denen es in dieser Gegend mehr als genug gibt: sehr giftige Skorpione, Schlangen, Sandflöhe,... Der See war wunderschön, leider kamen wir erst an, als es schon dämmerte. In der Ferne sah man hunderte Flamingos und der Salzsee schimmerte in den schönsten Farben. Dann wurde es auch schon dunkel. Was für ein Glück, dass ich die Kurbeltaschenlampe dabei hatte.



wir durchquerten einige Massai Dörfer






Baden mit Klamotten im Wasserfall

Danas beim Fotografieren

unser Guide




die Dorfkirche




Kletterei zum Wasserfall





der berühmte Vulkan "Ol Donyo Lengai" im Hintergrund





die Kinder verfolgten uns zum See

Lake Natron





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