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Sonntag, 22. März 2020

Heimkommens-Update

By On März 22, 2020

Kurzes Update bezüglich meiner Heimreise: 
Am Dienstag (17.3.) gegen Mittag bin ich wohlauf Zuhause bei meinen Eltern gestrandet. Es hat alles problemlos geklappt mit den Flügen. Pünktlich bin ich in München am Flughafen angekommen. Dort schien alle wie ausgestorben. Es gab eine automatisierte Passkontrolle und sonst nichts. Also es wurde weder Fieber gemessen noch bekamen wir als Fluggäste irgendwelche Quarantäne Auflagen aufgrund des derzeitigen Corona Virus. Aber gut, ich komme ja auch aus keinem Risikogebiet. Auch mit den Zügen hatte ich großes Glück. Ich fand sogleich eine Verbindung, die direkt von München aus in meinen Heimatort fuhr. Eigentlich rechnete ich mit Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich. Aber auch da war nichts. 

Mittlerweile habe ich bereits ein paar wunderschöne Tage mit meiner Familie genossen und hoffe, dass die geplante Weiterreise in die Schweiz in den nächsten Tagen genauso problemlos verlaufen wird.

Erste Frühlingsboten in meiner wunderschönen Heimat in Österreich

An der Taugl


Donnerstag, 19. März 2020

ROUTE INDIEN

By On März 19, 2020




Reisezeitraum:
13.01.2020 - 16.03.2020

Route: 
NEPAL - Neu Delhi - Kochi - Alappuzha - Munnar - Thattekad - Bangalore - Hampi - Palolem - Colva - Vagator - Arambol - Vasco da Gama - Dehradun - Rishikesh - ÖSTERREICH





Montag, 16. März 2020

Es geht wieder zurück in die Heimat!

By On März 16, 2020

Nachdem mein letzter Heimflug aufgrund der derzeitigen Corona Situation abgesagt wurde, hoffe ich nun, dass  es bei meinem zweiten Versuch klappen wird. Derzeit bin ich am Flughafen in Delhi. Gut 80% der Passagiere und des Flughafenpersonals laufen mit Atemschutzmasken herum. In den Apotheken am Flughafen gibt es ein Riesensortiment an Desinfektionsmittel wie auch Atemschutzmasken - in allen möglichen Farben und Ausführungen. Die Leute decken sich wie wild damit ein. 

Ich persönlich hoffe nur, dass ich wirklich morgen Früh in München ankomme. Und dann auch irgendwie von München in meine Heimat in Österreich. Die Grenze ist ja mittlerweile geschlossen und die Züge fahren nur noch eingeschränkt. Drückt mir also die Daumen. Der Mitarbeiter der meiner Airline konnte mich beruhigen, dass es mit dem Flug höchstwahrscheinlich "noch" klappen sollte. In den nächsten Tagen wird der Flugverkehr nach Deutschland dann aber eingestellt. 

Indien zu verlassen stimmt mich etwas traurig. Nachdem ich dem Land anfangs etwas skeptisch gegenüber getreten bin, muss ich sagen, dass ich es immer lieber gewann. Ich werde so einiges vermissen: das absolut vorzügliche indische Essen, die traumhaften Strände von Goa, die wunderbaren Yogastunden, die chaotischen Straßen und die maßlos überfüllten Zugfahrten und natürlich auch die super gechillten Einheimischen. Aber das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass Indien mich gesehen hat.

Als kleine Erinnerung habe ich mir gestern noch ein schönes Henna-Tattoo machen lassen :)


Namaste!


Sonntag, 15. März 2020

Fakten über Rishikesh - die Hauptstadt des Yoga

By On März 15, 2020

1. Spiritualität und Selbstfindung

Wenn man in Rishikesh ankommt, spürt man sogleich die "spirituell" angehauchte Atmospähre. Das zieht natürlich allerhand Yogis und sonstige bunte Vögel an. Bereits die Beatles haben diese entspannte und inspirierende Stimmung sehr genossen. Ebenso tun es viele weitere Hippies und Aussteiger. Gekleidet in weiten Leinengewändern und bunten Tüchern spazieren Barfüßige und Dreadlocks-Träger durch die Straßen, vorbei an den unzähligen Ayurveda-Shops, Massagestudios, Yoga-Ashrams und kleinen Läden, in denen allerlei Spiritualität, Esoterik und anderer Hokuspokus angeboten wird. Massenhaft Plakate werben für Reiki, Lachmeditationen, Kristall-Heilung, Darmspülungen, Tantra, vegetarische Superfood-Restaurants, geistige Unterweisung von diversen Gurus usw. Selbstfindung ist an diesem Ort also ein großes Geschäft. Viele hier sind auf der Suche nach dem Lebenssinn und Erleuchtung.

Rishikesh 

Ein spiritueller Lehrer und Guru

Am Ufer des Ganges - dem heiligen Fluss - sitzen Sadhus (auch Bettelmönche genannt), die heiligen Männer Indiens. Ihre langen Dreadlocks hängen ihnen ins Gesicht und gekleidet sind sie mit orangenen Tüchern. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie großteils mit Betteln am Straßenrand, während sie genüsslich süßliche Kräuter rauchen. Sie haben kein privates Eigentum und keinen festen Wohnsitz. Man sieht sie nachts auf Bänken am Straßenrand oder in kleinen Holzhütten schlafen.

Sadhus

2. Bhang und Shiva

Mit den süßlich riechenden Kräutern wären wir dann auch schon beim Thema: Bhang. Bhang ist eine traditionelle Hanfzubereitung, die in hinduistischen Religionsritualen Verwendung findet. Der Gott Shiva ist einer der Hauptgötter im Hinduismus.  Er ist bekannt als der Gott der Schöpfung und der Zerstörung. Daneben wohl auch der berühmteste Kiffer Indiens. Er soll die meditationsunterstützende Wirkung von Marihuana entdeckt haben. Um ihren Gott näher zu sein, zählt das Rauchen von "Gras" zu den Lieblingsbeschäftigungen der Sadhus. Aus religiösen Gründen ist ihnen das auch erlaubt.

Zu bestimmten Feierlichkeiten - wie beispielsweise dem Holi Festival - findet man sogenannte Bhang Lassies (der auch  "Magic Lassie" genannt) überall. Darunter versteht man einen Milchshake, der mit den getrockneten Blättern und Blüten der Hanfpflanze vermischt ist. Vorsicht also, wenn ihr irgendwo einen grünlich-cremigen Milchshake seht. Das Zeug braucht etwa 1-1,5 Stunden bis es dann - oft ordentlich - zu wirken beginnt.

Holi Festival 

Bhang Lassie 

2. Kein Alkohol und kein Fleisch

Ja, richtig gehört: In ganz Rishikesh bekommt man keinen Alkohol und kein Fleisch - zumindest nicht offiziell. Dafür gibt es jede Menge vegetarischer und veganer Restaurants mit teilweise vorzüglichem Essen. Nach über zwanzig Tagen in Rishikesh muss ich wirklich sagen, dass ich mich dauerhaft daran gewöhnen könnte ohne Alkohol und Fleisch zu leben. 

Super leckeres vegetarisches Thali

Smoothie Bowl zum Frühstück 

3. Affen sind süß, aber Achtung!

Dabei spreche ich aus Erfahrung. Mittlerweile hatte ich bereits zwei Affenattacken in Rishikesh am eigenen Leib erfahren müssen. Dazu muss ich anmerken, dass jedes Mal Essen im Spiel war. Diese Viecher sind nicht zu unterschätzen. Vor allem auf der Laxman Jhula Brücke sitzen sie den ganzen Tag, um ahnungslosen Leuten ihre Snacks oder sogar Obsttüten aus den Händen zu reißen. Dabei gehen sie nicht besonders sachte vor. Sie kommen aber auch in Restaurants und versuchen durch offene Fenster ins Hotelzimmer einzudringen. Vorsicht auch mit Sonnenbrillen und Handys. Das Zeug ist schneller weg, als einem lieb ist. 


4. Streunende Hunde und plastikfressende Kühe 

Streunende Hunde findet man ja vielerorts. Auf streunende Kühe traf ich erstmals in Indien. Sie sind tatsächlich überall: auf den Straßen, auf den Hängebrücken und teilweise spazieren sie sogar in Restaurants. Sie sind aber durchwegs sehr friedlich. Was mir mehr Sorgen macht, ist ihr Essverhalten. Neben Chapatis und Essensresten, die ihnen die Einheimischen füttern, fressen sie allerhand Müll vom Straßenrand. Dabei ist es ihnen egal ob es sich dabei um Plastikverpackungen oder Papier handelt. Seit ich das öfters beobachtet habe, schmeckt mir der Chai Tee nicht mehr ganz so gut wie zuvor, da ich immer daran denken muss, dass er eventuell jede Menge Mikroplastik enthält. 

Plastik-fressende Kuh auf Rishikeshs Straßen 


5. Yoga & Ashrams

Rishikesh gilt als die Welthauptstadt und der Ursprungsort des Yoga. Demzufolge gibt es hier unzählige Ashrams. Gemeint sind damit klosterähnliche Meditationszentren, die unter der Leitung eines spirituellen Gurus und den dazugehörigen Yogis stehen. Hier werden Yoga-Retreats und Yogalehrer-Ausbildungen angeboten. Daneben werden Meditationen und Atemübungen praktiziert. Einige Ashrams - wie z.B. der, in dem ich war - bieten zudem Ayurveda-Behandlungen an. Sie haben außerdem einen recht strengen Tagesplan. Tagwache ist meist schon um fünf Uhr morgens. Der Tag wird mit einer Meditation oder einer Feuerzeremonie gestartet. Man muss aber nicht zwingend in einem Ashram wohnen, um in Rishikesh Yoga zu praktizieren. Fast überall findet man sogenannte "drop-in classes" - das sind zumeist 90-minütige Yogaeinheiten, die ca 200-300 Rupies kosten. Ich habe verschiedene ausprobiert und die Lehrer waren großteils wirklich hervorragend. 


6. Baden im Ganges

Wie bereits erwähnt ist der Ganges ein heiliger Fluss der Inder. Im Norden Indiens ist er zum Glück noch relativ sauber. Der gewaltige Fluss verlässt hier den Himalaya und das Garhwal-Gebirge.  Bereits ein paar Kilometer weiter südlich ist er dann schon ordentlich zugemüllt und verdreckt. Die Hindus nutzen das Bad im Ganges um sich von ihren Süden zu reinigen. Zudem streuen sie die Asche der Toten hinein. Jedoch auch für Nicht-Hinduisten ist der Sprung in das kühle Nass eine sehr willkommene Erfrischung.

Der Ganges in Rishikesh 

7. Abenteuer und Natur

Die Gegend rund um Rishikesh eignet sich hervorragend für mehrstündige Wanderungen. Es gibt so allerhand kleine Pfade zu entdecken, welche zu Wasserfällen oder kleinen  idyllischen Bergdörfern führen. Am besten einfach drauf los wandern und selber erforschen. Die Einheimischen warnen zwar vor wilden Elefanten, Tigern und Leoparden - aber ich persönlich habe außer unzähligen Affen keine Wildtiere gesehen und auch niemanden getroffen, der jemals auf solche gestoßen wäre. Es werden zudem überall  auf den Straßen Rafting-Touren angeboten. Das habe ich zwar selbst nicht ausprobiert, aber laut meinen Recherchen sollte das nicht allzu teuer sein.

Wunderschöne Wasserfälle rund um Rishikesh 












Donnerstag, 12. März 2020

Eine weitere Wanderung rund um Rishikesh

By On März 12, 2020


Es stand heute wieder eine kleine Wanderung am Plan. Aber ohne allzu viel Planung. Einfach schauen wo ich lande. Ich nahm einen kleinen Pfad, der gleich hinter der Laxman Jhula Brücke in den Wald führt.  Es war ein sehr idyllischer Weg. Etwa 50m vor mir überquerte ein wunderschöner männlicher Pfau den Weg. Von diesen Tieren gibt es hier in der Gegend eine ganze Menge. 

Blick hinunter auf Rishikesh 

Irgendwann durchquerte ich ein kleines Bergdörfchen, das aus maximal 20 Häusern besteht und nur über einen Wanderweg erreichbar ist. Der Name des Ortes müsste Totla sein, bin mir aber nicht ganz sicher. Die Einheimischen hatten Freude mich zu sehen und riefen mir ein freundliches "Namaste" zu. 



Im weiteren Verlauf entdeckte ich - wieder einmal - Wasserfälle. Wunderschöne sogar. Ohne einen einzigen Touristen.




Das Wetter war leider nicht sonderlich berauschend heute. Der Wetterbericht meldete Gewitter. Bis jetzt war es jedoch bloß ein leichter Regen, der kam und ging. Deswegen hatte ich auch gar nicht vor so lange zu wandern. Ich dachte, sobald es stärker zu regnen beginnt, werde ich sowieso umdrehen. Mittlerweile war ich aber bereits über drei Stunden unterwegs. Und wieder einmal ohne Proviant - der Klassiker *lach*.

Wenn sich Wanderwege in Flüsse verwandeln *lach*

Ich fand einen Pfad nach unten, welcher an eine Straße führte. Von hier aus sollten es ca 1,5 - 2 Stunden zu Fuß nach Rishikesh sein. Meine Motivation ließ zu wünschen übrig. Wie es der Zufall so wollte, hielt plötzlich ein Mopedfahrer neben mir an und fragte ob ich mitfahren wollte. Das Angebot nahm ich dankend an. Mein Bauchgefühl sagte mir zudem, dass der Fahrer vertrauenswürdig aussieht. 

Leider wurden wir schon nach wenigen Minuten von der Polizei aufgehalten. Da ich kein Hindi verstehe war mir nicht ganz klar warum. Kann aber gut sein, dass ich ein Mitgrund war. Wenn Polizisten hier Touristen sehen, versuchen sie ihnen meistens für irgendwelche Gründe Geld abzuknöpfen. Mein Fahrer musste ganze 500 Rupies zahlen. Er klärte mich später auf, dass es wegen seines nicht vorhandenen Helms war. Gut, das ist sogar nachvollziehbar. Hier muss übrigens nur der Fahrer einen Helm tragen, sämtliche Mitfahrer sind nicht dazu verpflichtet. 

Wohlbehütet setzte mich der Gute in Rishikesh ab. 

Corona-Hysterie & ein gestrichener Heimflug 

Als ich am Nachmittag meinen E-Mail Ordner checkte, hatte ich tatsächlich eine Nachricht im Posteingang, dass mein Heimflug gestrichen ist. Wie man sich bestimmt vorstellen kann ist der Corona-Virus der Grund dafür. In Indien ist diese ganze Hysterie noch nicht so wirklich angekommen. Es gibt hier im Land auch noch so gut wie keine Fälle. Vielleicht wäre es in dem Fall sogar besser einfach hier zu bleiben. Mein Arbeitgeber hätte aber wahrscheinlich keine Freude. 

Das leidliche an der Angelegenheit ist, dass sämtliche Airline-Hotlines völlig überlastet sind. Auch auf E-Mails wird nicht geantwortet. Das Einzige was ich bis jetzt erfahren habe ist, dass ich auf alle Fälle kein Geld zurück bekomme. Nun bin ich am Überlegen, ob es schlau wäre einen Flug bei einer anderen Airline zu buchen. Wenn dieser dann aber auch annulliert wird, würde ich um sehr viel Geld kommen. Ich werde das Vorhaben erstmals noch ein paar Tage hinausschieben und hoffen, dass es dann noch entsprechende Angebote geben wird. Drückt mir bitte die Daumen! 

Namaste 





Mittwoch, 11. März 2020

Holi Festival in Rishikesh

By On März 11, 2020

Das Holi ist eines der ältesten Feste in Indien. Es findet im ganzen Land statt, wird jedoch am ausgelassensten im Norden Indiens gefeiert. Ich hatte dieses Jahr das Glück live dabei sein zu können. Das Holi wird auch als Fest der Liebe oder als Frühlingsfest bezeichnet.

Holi in Rishikesh

Am Abend vor dem Farbenfest wird eine Art Scheiterhaufen aufgebaut und dann angezündet. Es wird die Niederlage des Bösen gefeiert. Dieses Spektakel findet immer zum Vollmond des Phalguna Monats des Hindukalenders statt. Dies bedeutet, dass das Holi Festival im Februar oder März stattfinden kann.

Das Anzünden des Scheiterhaufens konnte ich leider nicht mehr erwarten. Gemeinsam mit Dominik und der Amerikanerin Neomi standen wir bereits um 17 Uhr parat - so wie es uns die Einheimischen geraten haben. Der Scheiterhaufen war zwar schon aufgebaut, aber noch keine Menschenseele vor Ort. Wir setzten uns in ein kleines Café mit Ausblick auf die Feuerstelle. Bis 20 Uhr passierte erstmal gar nichts. Dann versammelten sich mehr und mehr Menschen - darunter vor allem junge Inder - und begannen ausgelassen zu tanzen. Was für ein Schauspiel! Nachdem aber zwei Stunden später, das der Haufen immer noch nicht brannte, beschlossen wir unsere Energie für das eigentliche Fest morgen aufzusparen und inzwischen nach Hause zu gehen.

Als ich am nächsten Morgen gegen acht Uhr das Hotel verließ, um mir ein leckeres Frückstück in der German Bakery zu gönnen, staunte ich nicht schlecht. Es war bereits - oder eventuell "noch" - einiges los auf den Straßen. Die Leute schienen in hemmungsloser Feierlaune zu sein und die Straßenkühe leuchteten bereits in bunten Farben.

Selbst die Kühe bleiben beim Holi nicht vor den Farben verschont

Da das Holi in Indien recht wild gefeiert wird, wird Frauen sogar geraten an diesem Tag nicht alleine auf die Straßen zu gehen. Zudem sollte man Kleidung tragen, die man danach notfalls weggeben kann, da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass man sie nicht mehr sauber bekommt. All das wusste ich. Jedoch dachte ich, das Spektakel würde erst später starten und war deshalb noch nicht wirklich gewappnet für das alles.

Zu meiner großen Enttäuschung war die German Bakery geschlossen. Ja, es war so gut wie alles geschlossen und verriegelt. Und ich war so unendlich hungrig. Nachdem ich eine Stunde vergebens durch die Straßen gelaufen und dabei sämtlichen Farb- und Wasserattacken auszuweichen versuchte, machte ich mich frustriert und mit knurrendem Magen auf den Weg zurück ins Hotel. Gerade da erhielt ich eine Nachricht von Neomi, dass sie ein offenes Café gefunden hätte. Gott sei Dank. Ich zog mir schnell Klamotten an, um die es nicht schade ist, wenn sie zerstört werden. Zudem  packte ich mein Handy und meine Wertsachen in eine wasserdichte Tasche. Nun war ich bereit für das, was mich da draußen erwarten würde. Kaum war ich wenige Minuten außer Haus, hatte ich bereits die ersten Farbflecken im Gesicht und in den Haaren. Freudestrahlend zogen Unmengen von Menschen durch die Straßen und begrüßten sich mit den Worten "Happy Holi!". Dabei schmieren sie sich gegenseitig Farbpulver ins Gesicht und/oder bespritzen sich mit Wasser. Es werden dabei jegliche Barrieren oder gesellschaftliche Normen - wie das strenge Kastensystem - beiseite gelegt. Es feiern also alle Klassen gemeinsam und alle Menschen sind an diesem Tag gleichgestellt.

"Happy Holi"

Nachdem wir gefrühstückt hatten, stießen noch Dominik und Julian aus Sri Lanka zu uns. Wir machten uns auf zum großen Platz, an dem das Hauptfest stattfinden sollte. Bereits zum zehn Uhr morgens war dort ein rauschendes Fest im Gange. Zur Mittagszeit erreichte es seinen Höhepunkt. Ich glaube Bilder sagen mehr als Worte:




Ich, Neomi und Dominik



Da es immer wieder Warnungen gibt, dass das Holi gefährlich sein könnte und Frauen keinesfalls alleine außer Haus gehen sollten, war ich auf das Schlimmste gefasst. Meine Befürchtungen waren aber umsonst. Es wurde zwar ausgelassen gefeiert und natürlich gab es dabei auch viel Körperkontakt beim gegenseiten Beschmieren mit Farbe. Ich fand aber, dass sich die indischen Männer wirklich höflich verhalten haben. Man sollte bloß nicht zu viele Wertsachen dabei haben und diese immer im Blick behalten. In größeren Städten wird es jedoch bestimmt wilder zugehen.  Ein weiterer Vorteil hier in Rishikesh ist, dass es keinen Alkohol gibt. Von daher sind die Leute auch nicht hemmungslos betrunken. Natürlich kann man Alkohol irgendwo am "Schwarzmarkt" auch hier bekommen, aber zumindest ist er auf den Straßen verboten.

Julian und ich


Bhang Lassie 

Ganz ohne berauschende Mittel geht es aber auch in Rishikesh nicht. Zum Holi Festival wird fast überall das "Bhang Lassie" - bzw auch "Magic Lassie" genannt - verkauft. Es handelt sich dabei um ein Getränk, das aus Milch oder Joghurt gemischt mit Honig und einer Hanfzubereitung besteht. Man sollte allerdings vorsichtig mit dem Zeugs sein, denn die Wirkung setzt erst nach 1-1,5 Stunden ein - und das manchmal recht heftig. Also auf keinen Fall alleine machen.

Bhang Lassie

Am frühen Nachmittag löste sich das Fest schon wieder auf. Wir fanden daraufhin ein gemütliches kleines Lokal, in dem wir den Tag ausklingen ließen. Auch hier wurde das Magic Lassie ausgeschenkt. Demenstrechend gechillt oder teilweise eher stoned waren viele der Gäste. Daneben wurde getrommelt und gemeinsam gesungen.

Wohl zu viel von dem Magic Lassie erwischt *lach*


Fazit: Das Holi war auf alle Fälle ein großartiges und unvergessliches Erlebnis, das ich keineswegs missen möchte.



Sonntag, 8. März 2020

Wanderung zu den Neer Garh Wasserfällen

By On März 08, 2020


Nach zwei ziemlich verregneten Tagen folgte heute endlich wieder strahlender Sonnenschein. Ich beschloss die Yogastunde ausfallen zu lassen und gleich in der Früh eine Wanderung zu starten. Außerdem muss ich noch anmerken, dass ich von den Yogastunden der letzten Tage einen kompletten Ganzkörper- Muskelkater davongetragen habe. Ein Ruhetag ist also absolut vertretbar. Man mag ja meinen Yoga sei enspannend. Nicht so aber wenn man an einer 90 minütigen Ashtanga-Stunde teilnimmt. Die Lehrer waren aber wirklich einsame spitze.

Ich startete meine Wanderung von meiner Unterkunft in der Nähe der Laxman Jhula Brücke. Mein erstes Ziel waren die Neer Garh Wasserfälle. Da diese recht bekannt sind, war mir eigentlich schon klar, dass es etwas touristisch sein würde dort. Es hielt sich aber in Grenzen. Eintritt war 50 Rupies. Die Wasserfälle sind wunderschön und die kleinen Pools laden auf alle Fälle zum Schwimmen ein.

Neer Garh Wasserfälle in Rishikesh 

Neer Garh Wasserfälle: Die türkis blauen Pools laden zum Baden ein 

Nach den Wasserfällen ging es ziemlich steil bergauf. In Kombination mit der Mittagshitze kam ich ordentlich ins Schwitzen. Von hier an sah ich keinen einzigen Touristen mehr.

Hart arbeitende einheimische Frau 

Ich folgte dem schmalen Pfad bis ich auf einen breiteren Weg kam. Von dort aus kam ich dann bis auf den höchsten Punkt dieses Berges - wie auch immer er heißen mag - und genoss eine wunderschöne Aussicht auf Rishikesh und das Flussbett des Ganges.

Wunderschöne Aussicht auf Rishikesh und den Ganges

Da ich nicht dachte, dass meine Tour dermaßen lange wird und es schon Nachmittag wurde, begann mein Magen wie wild zu knurren. Ich hatte zwar genügend Wasser dabei, jedoch nichts Essbares. Weit und breit war auch keine Möglichkeit irgendwas aufzutreiben. Ich versuchte also den schnellstmöglichen Weg nach unten zu finden. Es ging steil bergab, durch teilweise dichtes Gestrüpp. Ausgerechnet jetzt fiel mir die Warnung eines Einheimischen ein: Ich sollte gut aufpassen beim Wandern und mich nicht abseits der Wege aufhalten, da es in dieser Region viele Bären, Leoparden und auch Königskobras gäbe. Letzteres bereitete mir am meisten Sorgen.

Beim Abstieg kam ich an einer Shiva Höhle vorbei 

Eine nicht so schöne Begegnung hatte ich in einem kleinen Bergdorf mit drei etwa 12-jährigen Jungs. Sie fragten mich um Schokolade. Tja, davon konnte ich selbst gerade nur träumen. Als ich dies verneinte, wollten sie Geld, womit ich ihnen natürlich auch nicht diente. Sie begannen mich nun lautstark auf Hindi zu beschimpfen und schmissen mir als Draufgabe noch ziemlich große Steinbrocken nach. Ich kann nur von Glück reden, dass mich keiner getroffen hat. 

Als ich gegen 16 Uhr und nach über 20 Kilometern und etwa 1.500 Höhenmetern in den Beinen wieder in Rishikesh ankam, steuerte ich geradewegs auf mein Lieblingsrestaurant, der German Bakery, zu. So lecker wue heute hat schon lange keine Mahlzeit mehr geschmeckt. 

Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang am Ganges freue ich mich nun schon auf die nächsten zwei Tage, an denen das bekannte Holi Festival stattfindet. 

Sonnenuntergang in Rishikesh 


Samstag, 7. März 2020

Indische Mönche und spirituelle Lehrer

By On März 07, 2020

Ich genieße meine Tage hier in Rishikesh mit jeder Menge Yoga und ausgiebigen Spaziergängen durch die quirligen Straßen und entlang des Ganges. 

Internationales Yoga Festival in Rishikesh

Gestern Abend spazierte ich gemeinsam mit dem Engländer Dominik am Fluss entlang. Dabei stießen wir mehr oder weniger unabsichtlich auf eine Veranstaltung des internationalen Yoga Festivals. Ein ziemlicher Menschenauflauf, wie man sich vorstellen kann. Es gab eine Feuerzeremonie, bei der gesungen und getanzt wurde. Der Höhepunkt war das Eintreffen des Gurus Pujya Swamiji. Auf alle Fälle ein sehr eindrückliches Event.

Internationales Yoga Festival in Rishikesh

Guru Pujya Swamiji

In Hindu Tempeln sind Schuhe verboten


Sadhus - die indischen Mönche

Rund um den berühmten Parmarth Niketan Tempel tummeln sich jede Menge Sadhus (zu deutsch: Heiliger Mann). Sadhu ist im Hinduismus der Oberbegriff für jene, die sich einem religiösen, teilweise streng asketischem Leben verschrieben haben. 

Die Sadhus, die man hier sieht, sind großteils mit schmutzigen orangefarbenen Tüchern bekleidet und tragen meist keine Schuhe. Ihre langen Dreadlocks fallen ihnen ins Gesicht oder sind in einem Turban versteckt. So sitzen sie am Straßenrand und betteln. Sadhus haben so gut wie keinen Besitz und leben von dem, was sie an Spenden erhalten. Zu Ehren des Gottes Shiva kiffen sie den lieben langen Tag. Da es sich dabei um eine religiöse Praxis handelt, ist ihnen das auch erlaubt, wobei es allen anderen gesetzlich verboten ist. 

Sadhus auf den Straßen Rishikeshs hoffen auf Spenden


Der spirituelle Lehrer und Guru "Mooji"

Ich muss gestehen, dass ich von dem Guru Mooji noch nie zuvor etwas gehört habe - bis ich dann nach Rishikesh kam. Hier ist sein Name in aller Munde. Er ist ein weltbekannter spiritueller Lehrer aus Jamaica, der im Alter von 16 Jahren nach London zog. Mooji ist im Moment gerade hier in der Stadt und hält fast ein ganzes Monat lang in einem Ashram einen täglichen, morgendlichen Satsang. Damit ist das Zusammentreffen mit einem spirituellen Lehrer gemeint, der als "erleuchtet" gilt. Während des Satsangs können die Gäste Fragen stellen, auf die der Lehrer dann antwortet.

Werbeplakat für Mooji. Leider war das Fotografieren beim Satsang verboten, also konnte ich keine Fotos machen. 

Viele Leute, die ich hier kennengelernt habe, sind total begeistert von ihm. Der Eintritt zum Satsang ist frei und basiert lediglich auf Spendenbasis. Gemeinsam mit Dominik beschloss ich, dass wir uns das nicht entgehen lassen können. Wir spazierten knapp eineinhalb Stunden in Richtung Rishikesh Zentrum, bis wir den besagten Ashram erreichten. Eine große Menschenmenge war bereits versammelt. Freiwilligenarbeiter hielten Schilder in den Händen, auf denen Worte wie "Stille bitte" und "Handyverbot" geschrieben waren. Wir sollten also nicht sprechen und durften keine Fotos machen. Die Handys mussten ausgeschaltet sein. Danach erfolgte eine Taschenkontrolle. Ein ziemlicher Aufwand wegen eines solchen Gurus. Die Halle füllte sich mit hunderten Menschen. Viele davon bekleidet mit weißen Leinengewändern. Wir warteten gut eineinhalb Stunden bis Mooji endlich die Halle betrat. Die Reaktion der Leute fand ich etwas schauderlich. Sie behandelten ihn wie den Papst oder sogar einen Gott. Einige fielen vor ihm auf die Knie während andere in Tränen ausbrachen. Sie verbeugten sich vor ihm und versuchten ihn anzufassen. Es schien jeder mit Anzeichen von unauthentischer Euphorie und Freude zu lachen, während der Mooji versuchte, so auszusehen, als wäre er in unendlicher Glückseligkeit. Beim Satsang selbst konnte man ihm nun Fragen stellen - vorausgesetzt man hatte das Glück, an die Reihe zu kommen. Es waren zig Hände in der Höhe, die alle lebensverändernde Antworten erhofften. Viele der Gäste schafften es kaum ihre Fragen zu formulieren, da sie immer wieder in Tränen ausbrachen. Erschreckend wie sie diesen Mann vergöttern. Teilweise wirkte es als wären sie regelrecht einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Ich muss natürlich auch sagen, dass einige der Antworten von Mooji tatsächlich sehr eindrücklich und von viel Weisheit geprägt waren. Andere wiederum waren für mich persönlich nicht zufriedenstellend, da er sich ständig wiederholte bzw die Fragen geschickt umging. Das war den Leuten, die ihn grenzenlos anhimmelten, natürlich völlig egal. Jedes Wort, das über seine Lippen kam war für sie pure Wahrheit. Schlussfolgerung gesagt erinnerte mich das ganze Event eher an eine sektenhafte Veranstaltung. Nichtsdestotrotz eine spannende Erfahrung!

Der heutige Sonnenuntergang am Ganges

Namaste




Donnerstag, 5. März 2020

Ende meiner zehn Tage im Ashram

By On März 05, 2020

Nun sind meine zehn Tage im Yoga-Ashram schon wieder vorbei - leider. Es war eine wundervolle Zeit, in der ich meine Yoga-Praxis deutlich verbessern konnte und viel über Ayurveda lernte.

Yogastunden im Maa Yoga Ashram in Rishikesh

Mit Yoga-Lehrer Sanjay


Zudem war ich von ganz tollen Menschen umgeben, von denen ich sehr viel fürs Leben lernen konnte. Da wir nur sehr wenige Gäste im Ashram waren, fühlte es sich an wie eine kleine Familie. Die Stimmung war so wunderbar friedlich. Die positive Ausstrahlung von Ayurveda Arzt Dr. Amrit und seiner Familie war richtig ansteckend. Sie wohnen alle im Ashram. In Kombination mit dem vorzüglichen und super gesundem, vegetarischem Essen und den Ayurveda Behandlungen fühle ich mich wie neu geboren. Nun hoffe ich mal, dass ich dies auch so in meinen Alltag integrieren kann. 

Mit den anderen Gästen im Ashram: zwei junge Frauen aus Argentinien, Drew aus Indien, Nick aus der USA und ich
Besonders spannend fand ich auch, was für Menschen ich hier kennengelernt habe. Menschen, die ich im täglichen Leben Zuhause wohl nie getroffen hätte. Einen jungen Musiker aus Amerika, einen Mann aus Dänemark der hauptberuflich Augenbrauen tätowiert, eine junge Frau aus England die als Energie-Heilerin arbeitet, etc.

Ich habe nun beschlossen bis 14.3. in Rishikesh zu bleiben, da mir der Ort wirklich gut gefällt. Bin heute nach dem Mittagessen aus dem Ashram ausgezogen und in ein günstiges Hotel für 500 Rupies pro Nacht umgezogen.

Der Ganges in Rishikesh

Und in zwei Wochen bin ich tatsächlich schon wieder Zuhause in Österreich. Unglaublich wie die Zeit vergeht!

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