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Montag, 17. Juli 2017

Cusco - die ehemalige Inka-Hauptstadt Südamerikas


Wie ihr wisst bin ich ja alles andere als ein Städte Fan, aber Cusco hat es mir nun doch ein wenig angetan: uralte Inka-Ruinen, Tempel, enge Kopfsteinflastergassen, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben und das Beste: unendlich viele Trekking Möglichkeiten mit wirklich atemberaubender Landschaft und Vegetation.

Cusco

Cusco bedeutet in der Quechua-Sprache "Nabel der Welt". Cusco war nämlich die Hauptstadt des Inka-Reiches und somit die wichtigste Stadt des Inka-Imperiums. Außerdem stellt sie die archäologische Hauptstadt auf dem amerikanischen Kontinenten dar. Die Form der Stadt verglichen die Inka mit einem liegenden Puma. Es gibt also haufenweise alter Tempel und Ruinen zu besichtigen. Die Grundmauern der Gebäude bestehen aus großen, kunstvoll verfugten Steinen, die Erdbeben und der Zerstörungswut der Spanier standgehalten haben. Es ist bis heute nicht klar, wie die Inka die bis zu 350 Tonnen schweren Blöcke transportieren konnten. 

Plaza de Armas
Inka Ruinen


Der einzig richtig große Nachteil an Cusco ist, dass es absolut überlaufen von Touristen ist - vor allem jetzt in der Hochsaison. Alle paar Meter stehen einheimische junge Damen, die den ganzen Tag über lautstark "Maaassaaaaaageeee!!!!!" brüllen. Andere traditionell gekleidete Frauen laufen mit ihren Babylamas durch die Stadt, um Geld für Fotos mit ihnen zu verlangen. 

Außerdem steht ein Tourunternehmen nach dem nächsten. So gut wie alle Touristen wollen nämlich zu den weltweit bekannten Inka-Ruinen Machu Picchu. Ihr werdet mich wahrscheinlich für verrückt halten, aber ich habe diese ganz gezielt ausgelassen. Ich bin mir zwar sicher, dass es sich um ein absolut interessantes und magisches Fleckchen handelt, andererseits weiß ich auch, dass sich dort täglich hunderte wenn nicht sogar tausende Touristen tummeln und das würde für mich sowieso den ganzen Charme zerstören. Außerdem gibt es Millionen Fotos von diesen Ruinen im Internet. Da mache ich viel lieber auf eigene Faust eine kleine Trekkingtour und entdecke ein paar versteckte Geheimplätze und muss dafür nicht hunderte von Dollar zahlen. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung. Ich weiß nämlich, dass viele (wenn nicht sogar die meisten) die den Machu Picchu besuchten, es nicht bereut haben. Ich bin da einfach ein bisschen anders. Fast täglich bekomme ich zu hören: "Waaas, du warst in Cusco und hast den Machu Picchu nicht besucht????". 

Wanderung abseits der abgetretenen Touristenpfade rund um Cusco 

Gestern Abend, lernte ich in meiner Unterkunft ein wundervolles junges Pärchen kennen: Anne (Deutsche) und Jose (Bolivianer). Wir schienen so ziemlich auf einer Wellenlänge zu sein. Darum starteten wir heute auch gleich gemeinsam eine Wandertour. 

Anna, Jose und ich

Da wir uns abseits von diesem ganzen Massentourismus bewegen wollten, beschlossen wir einfach drauf los zu gehen und uns nicht an irgendwelchen Wanderrouten zu orientieren. Der Tag hätte schöner nicht sein können. Wir kamen an die paradiesischsten Fleckchen, fernab von jeglichen Touristen. Zu unserer Überraschung entdeckten wir jede Menge geheimer Inka Ruinen auf unserem Weg - unglaublich. Diese Plätze hatten eindeutig ihre Magie. Unter an anderem kamen wir an einen riesigen Felsen, der in den unterschiedlichsten Farben erstrahlte - er ist bekannt als der "Balcon del Diablo" (= Balkon des Teufels). 

Balcon del Diablo


Anna und ich beim Erklettern einer gerade entdeckten Höhle 

die Höhle des "Balcon del Diablo"

That must be paradise

Rettung eines neugeborenen Lämmchen

Später entdeckten wir ein paar kleine Lagunen. Plötzlich hörten wir eigenartige Geräusche - es hörte sich fast an wie ein Schäfchen. Wir schauten uns um und siehe da, da lag doch glatt ein ganz frischgeborenes Lämmchen in der Wiese und schrie nach seiner Mama. Leider war von der weit und breit nichts zu sehen. Wir hoben das kleine niedliche Ding hoch und machten uns sogleich auf die Suche nach seiner Mami. Zum Glück fanden wir sogleich eine Schaf-Esel-Lamaherde, die von zwei Hirten bewacht wurde. Als wir das Lämmchen auf den Boden ließen, lief es sogleich auf ein Schaf zu und begann Milch zu nuckeln. Glücklich über unsere gute Tat setzten wir unsere Wanderung fort. 

der kleine süße Kerl konnte noch nicht einmal richtig auf Beinen stehen

am liebsten hätte ich das süße Ding mit nach Hause genommen



Letztendlich waren wir den ganzen Tag unterwegs und es war einfach soo wunderschön. 


Kommentare:

  1. Hi Michi!

    Ein schöner Reisebericht mit tollen Fotos. Es ist wie du sagst: Die echten Abenteuer erlebt man abseits der Touristenpfade. Wir nutzen dazu in fremden Gegenden oft Geocaches. Diese werden normalerweise an spannenden Orten versteckt, die aber nicht touristisch bekannt sind.

    Viele Grüße
    Udo

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    1. Das klingt spannend mit den Geocaches - habe ehrlich gesagt noch nie davon gehört, werde mich aber auf alle Fälle darüber informieren. Danke für den Tipp.

      Liebe Grüße aus Peru,
      Michaela

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  2. Hallo Michi,
    das klingt nach einem spannenden Abenteuer! Ich liebe es ja mich in der Natur zu bewegen und hätte mich euch angeschlossen! Einfach zu schön! Vielen Dank für die tolle Geschichte!

    Ja, die Cache-Routen oder die moderne Form der Schnitzeljagd!

    Liebe Grüße,
    Alex.

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    1. Liebend gern hättest du dich uns anschließen können Alex ;)

      Liebe Grüße aus Lima,
      Michaela

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  3. Ein schöner Bericht, Michaela. So schön solche Orte sind, aber die Massen vertreiben uns gewöhnlich auch recht schnell. Einer der Gründe, warum wir Genuss Reiseziele suchen. Das sind gewöhnlich Orte abseits des Massentourismus.

    Liebe Grüße,
    Monika

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    1. Ja, da habt ihr völlig Recht, liebe Monika!

      Liebe Grüße aus Lima,
      Michaela

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  4. Hallo Michaela,
    ein schöner Bericht mit noch schöneren Fotos. Die Felsen vom Balcon del Diablo sind toll und das kleine Lämmchen sooo süß! Schön, dass ihr die Mama gefunden habt. Toll stelle ich es mir auch vor, wenn man "unterwegs" Inka Ruinen findet. Solche Überraschungen machen Reisen für mich spannend!
    Viele Grüße
    Elena

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  5. Was für ein toller Bericht! Ich bin im Gegensatz zu dir schon ein Städtefan! Cusco wäre definitiv auch ein Ort nach meinem Geschmack und ich würde es wie du machen wollen, fernab der bekannten Wanderwege die Gegend erkunden! So tolle Bilder hast du da gesammelt! Da bekommt man gleich Fernweh!

    Liebe Grüße
    Jana

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  6. Moin Michaela, weiß nicht, ob ich es geschafft hätte, nicht nach Machu Picchu zu fahren, kann Dich aber absolut verstehen... man hat durch all die Berichte einen mystischen Platz vor Augen und was man dann möglicherweise erlebt, enttäuscht die Erwartungen allzu sehr. Ich hatte so ein Erlebnis am Palolem Beach in Goa, statt einsamer Strände ein Tourirummel der billigsten Sorte, bin sofort wieder weg. Mutige Entscheidung... LG, Eddy

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    1. Wie gesagt, jeder ist anders. Ich möchte auch niemandem vom Machu Picchu abraten, aber ich weiß, dass dieser Touristenrummel für mich persönlich fürchterlich gewesen wäre...

      Liebe Grüße aus Lima,
      Michaela

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  7. Spannend, welche Regionen sich so alle als den Nabel der Welt bezeichnen :-)
    Dein Bericht ist aber ganz nach meinem Geschmack, weit ab der ausgetretenen Touristenpfaden.
    Danke für das Fernweh :-)

    Liebe Grüße
    Katja

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  8. Hallo Michaela,

    ich finde es völlig in Ordnung, dass du nicht auf Machu Picchu warst. Wir haben uns auf überlegt, ob wir uns den Rummel antun sollen. Letztlich haben wie uns doch dazu entschieden und uns eben auf die Massen eingestellt und keine mystische Atmosphäre erwartet.
    Dafür waren wir in Australien nicht beim Uluru. Daher kennen wir auch die Reaktionen: " Whaaat? Ihr wart nicht....?!"

    LG
    Gina

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    1. Da bin ich aber froh, dass es auch Menschen gibt die ähnlich denken wie ich ;)

      Liebe Grüße,
      Michaela

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  9. Hallo Michi,

    ich finde die Inka-Kultur absolut faszinierend und beneide dich gerade ganz schön um dieses Abenteuer! ;-) Machu Piccu hätte ich zwar auch nicht auslassen können, allerdings hab ich auch schon einige ziemlich gruselige Berichte zu den aktuellen Touri-Massen dort gelesen...
    Und das Lämmchen ist unglaublich süß!

    LG Karin

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    1. Ja, von diesen gruseligen Touri-Massen-Berichten habe ich genügend gehört, das war dann auch der Grund dafür, dass ich mich dagegen entschieden habe!

      Liebe Grüße,
      Michaela

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