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Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachten

Aus meinem Plan nach Stonetown aufzubrechen wurde bis jetzt immer noch nichts, ich befinde mich nach wie vor in Nungwi. Auch Danas ist noch mit mir hier. Gestern traf ich Patrick, er ist Deutscher (oh welch Wunder) und arbeitet schon einige Monate auf Zanzibar. Wir beschlossen gemeinsam mit seinem Auto nach Stonetown zu fahren um die Stadt zu erkunden und vielleicht eine Kirche zu besuchen. Nach Stonetown fährt man eine gute Stunde. Es ist eine schöne Stadt am Meer mit vielen alten Gebäuden und engen Gassen. Wir fanden dann auch eine Kirche, in der ein Gottesdienst stattfand. Wir verstanden zwar kein Wort, aber es hatte einfach etwas weihnachtliches. 

Abends ging ich mit Danas in Nungwi an den Strand um lecker abendzuessen. Ich gönnte mir zur Abwechslung Meeresfrüchte vom Grill, die auch hier nicht richtig billig sind. Das Komische ist nur, immer wenn ich mit Danas unterwegs bin fällt die Rechnung nur sehr gering aus. Ich glaube, viele Afrikaner haben einfach ein großes Problem mit dem Rechnen. Im Endeffekt war unser Abendessen, dann ein richtiges Schnäppchen. Das Eigenartige ist nur, dass wir solch glückliche Ereignisse täglich haben. Nach dem Essen gings am Heiligen Abend dann nur noch ab ins Bett, die letzten Tage passierten zu viele verrückte Dinge und es gab auch zuviel Party. Das ist auch der Grund warum ich dann beschloss morgen weiterzureisen. Ich möchte zwar Zanzibar nicht verlassen, da ich mit Katharina (das deutsche Mädel, das ich in Uganda im Mpanga Forest kennengelernt habe) ausgemacht habe, dass wir gemeinsam auf Zanzibar Silvester feiern. 

Patrick hat mir supertolles Angebot gemacht. Einer seiner Mitarbeiter würde wohl ein Zimmer frei haben und dort könnte ich gratis ein paar Tage bleiben. Die Idee fand ich natürlich super. Das einzige Problem ist nur, dass Hajimucha (so heißt der Kollege) kein Englisch spricht und ich kein Swahili. Außerdem wohnt er in einem minikleinen muslimischen Dorf irgendwo im Nirgendwo. Aber genau das finde ich super spannend.

Patrick holte mich am Vormittag in Nungwi ab. Von Danas musste ich mich verabschieden. Ach, diesen verrückten Kerl werde ich wirklich sehr vermissen. Aber die Welt ist klein, ich bin mir sicher, dass sich unsere Wege nochmals kreuzen werden auf unseren Reisen.

Wir besuchten den Arbeitsplatz von Patrick. Dort stehen zwei traumhafte riesige Villen am Meer mit Pool und anderen Luxusausstattungen, welche sie vermieten. Er stellte mich seinen Arbeitskollegen vor, das sind ungefähr 20 Einheimische und noch ein Wiener. Schon krass für zwei Villen so viele Angestellte, aber Arbeitskräfte sind hier einfach sehr billig. Wir gingen Schnorcheln am Strand, das Riff dort ist wirklich sehr schön. Vor allem abseits von Touristen, da die Villen sehr versteckt liegen. Es waren nur ein paar einheimische Frauen und Kinder am Strand, die Krebse einsammelten. Danach wurde ich sogar noch zum Weihnachtsessen mit seinen Mitarbeitern eingeladen. Also manchmal hat man als Traveller wirklich mehr Glück als Verstand, oder? Leben wie eine Königin und das auch noch ohne Geld auszugeben.

Danach meinte Patrick wir könnten die Gegend rund um "Fukuchani" (=der Name des Dorfes, in dem wir uns befinden) noch erkunden. Es gebe wohl irgendwo Höhlen mit angenehm kühlem Wasser zum Schwimmen. Gesagt getan. Dorthin zu finden war sehr schwierig. Wir irrten durch den Palmendschungel, vorbei an einigen Strohhütten. Die Einheimischen hier sprechen leider so gut wie kein Englisch, deshalb war es nicht sehr einfach nach dem Weg zu fragen. Doch schlussendlich fanden wir im dichten Gestrüpp den Eingang zu einer Höhle. Ich staunte nicht schlecht, das sah aus wie ein kleines Paradies mit glaskarem Wasser. Wir mussten ca 5m nach unten kraxeln und dann warfen wir uns in die Fluten. Das war eine angenehme Erfrischung. Irgendwie muss es sich aber unter den Einheimischen herumgesprochen haben, dass hier zwei Muzungus herumirren und kurzerhand standen sie auch schon am Höhleneingang. Sie verlangten dann natürlich nach Geld, dafür dass wir in ihrem Terrain sind. Aber gut, mit ein paar Cent war die Sache erledigt. Später trafen wir einen 15-jährigen Jungen, der zeigte uns eine weitere sehr versteckte Höhle. Diese war noch größer und sehr dunkel, da fast kein Licht reinkam. Wow, sowas habe ich noch nie gesehen. Wie ein riesiger unterirdischer Pool und vor allem richtig unheimlich, so fast ganz im Dunkeln. Aber traumhaft! Wir schmissen uns logischerweise in das kühle Nass. Der Junge mit uns.

Wieder zurück bei den Villen machten wir uns auf zu Hajimuchos Haus. Es liegt in einem kleinen muslimischen 20-Hütten Dorf, aber richtig niedlich. Hajimucho scheint ein recht angesehener Mann hier zu sein. Er zeigte mir alles mit Händen und Füßen. Was mich bloß stutzig machte war, dass es in dem Haus nur ein Schlafzimmer gab. Aber schon kurz darauf kam ich seinem Vorhaben auf die Spur. Hajimucho begann das Zimmer komplett auszuräumen mitsamt Matratze und seinen ganzen Klamotten. Dann brachte er eine neue Matratze, Bettzeug und Moskitonetz. Ja er schläft allen Ernstes wo anders und überlässt mir sein ganzes Haus. Hat man so viel Gastfreundschaft schon mal gesehen?! Ein Mitgrund wir vielleicht auch der muslimische Glauben sein. Wahrscheinlich ist es einem Mann nicht gestattet mit einer fremden Frau in einem Haus zu schlafen.
Heute werde ich schlafen wie im siebten Himmel.

Schöne Weihnachten nochmals und gute Nacht :)

Palmenwälder um Fukochani

Wasserschildkröten

der Strand vor Patricks Villen

bei Hajimucho zu Hause: Hühner im Hof

Hajimuchos Haus - dort durfte ich ganz alleine wohnen

der Strand von Fukochani bei Ebbe

Fischmarkt in Stonetown 


Stonetown

Mangoverkäufer

Stonetown

Stonetown

am Markt in Stonetown

Kinder beim Baden


Fukochani

Fukochani

der unterirdische Pool in der Höhle

der Eingang zum "Pool"

Krebs

Chamäleon 

Buschbaby

Vogelnester

am Strand vor den Villen



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