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Samstag, 12. Dezember 2015

Unfreundlicher Empfang am Lake Natron


Man sagte uns, dass wohl ein Bus am Morgen von hier zum Lake Natron fahren würde. Wir waren also um halb acht bereit zur Abfahrt und warteten am Straßenrand, um den Bus abzufangen. Drei Stunden später kam er auch schon. Ein junger Mann begleitete uns, er versuchte uns nämlich zu verklickern, dass wir 20 Dollar für einen Guide am Lake Natron zahlen müssten. Wir erklärten ihm, dass wir ihn wirklich nicht brauchen, aber er ließ nicht locker und stieg mit uns in den maßlos überfüllten Bus ein. Naja, das sollte nicht unser Problem sein. 

Die Fahrt nach Engaresero

Wir verbrachten 2 Stunden in dem Bus, inmitten von Hühnern und eigequetscht zwischen jeder Menge Massais. Die Fahrt war wieder ein einziges Abenteuer, wir durchquerten Flüsse und Bäche und kamen an Giraffen und Zebras vorbei. Zuguterletzt stoppten wir dann auch noch fast eine Stunde, da wir auf einen Bus trafen, der wohl eine Panne hatte. Dreimal wurden wir auf der Strecke angehalten und mussten dabei insgesamt jeweils 35 Dollar zahlen, aber komischerweise nur wir Muzungus. Das seien wohl irgendwelche Gebühren um in das Massai-Land zu dürfen. Wir waren logischerweise nicht sehr begeistert über diese Abzocke.

Am Lake Natron angekommen - unfreundlicher Empfang

In Engaresero, dem Dorf am Lake Natron, angekommen trafen wir doch glatt einen weiteren Reisenden. Er heißt Danas und kommt aus Litauen. Danas bereist bereits seit zwei Jahren die Welt. Wir wollten gemeinsam einen Weg zum See finden. Doch zu früh gefreut, der vermeintliche Guide verfolgte uns mit einem anderen jungen Mann am Motorbike und sie verlangten abermals 20 Dollar, da es uns sonst nicht gestattet wäre, durch das Dorf zu gehen. Also, das konnte nun wohl nicht wahr sein, immerhin hatten wir nun schon genug bezahlt um dieses Land betreten zu dürfen. Nach langem Diskutieren beschlossen wir die Polizei des Dorfes aufzusuchen. Die war im Endeffekt nicht sehr hilfreich, denn auch diese bestätigte uns, dass wir bezahlen müssen, sonst wäre es uns nicht gestattet auch nur irgendwo hinzugehen.

Na gut, wir beschlossen die Nacht im einzigen Gasthaus des Dorfes zu verbringen und morgen früh gleich wieder abzureisen. Das Leben im Massaidorf ist zwar wirklich beeindruckend, vor allem wie simpel die Menschen leben und wie sie sich kleiden und schmücken, aber die Begrüßung hier war alles andere als freundlich und abzocken lassen wir uns auch nicht. Am späten Nachmittag wollten wir auf den Hügel hinter unserem Gasthaus steigen um den Ausblick zu genießen. Doch kaum entfernten wir uns 20 Meter vom Gasthaus tauchte wieder der Typ von vorhin auf und erklärte uns, dass uns auch dies nicht gestattet sei. Er begann uns noch wild zu beschimpfen. Wir versuchten ruhig zu bleiben, denn hier verhaftet zu werden wäre sicher nicht lustig.

Okay, dann suchten wir eben die Dorfkneipe auf, das wird wohl noch gestattet sein. Dort trafen wir ganz nette Dorfbewohner, denen wir unsere Geschichte erzählten. Diese waren sehr lieb und auch etwas geschockt wie uns die zwei Typen behandelt hatten. Es wurde sogleich der Chef des sozusagenen Touristenbüros im Ort herbeigeholt. Dieser Mann war überaus freundlich, aber auch er erklärte uns, dass die 20 Dollar zu bezahlen seien, dafür könnte man den See, einen Wasserfall und noch vieles mehr besuchen - inklusive Guide. Er sei aber sehr betroffen über den unfreundlichen Empfang hier und würde den Preis um die Hälfte reduzieren.

Eigentlich hatten wir schon beschlossen morgen abzureisen, aber die Männer hier waren wirkl ich total nett und bemüht, außerdem haben wir auch ziemlich viel Geld ausgegeben um hierher zu kommen. Na gut überredet. Wir werden morgen die 10 Dollar bezahlen und sind dafür ab jetzt freie Menschen. Wir verbrachten noch ein paar lustige Stunden mit den Massais. Dann ging es ab ins Bett, morgen werden wir zum Sonnenaufgang den Hügel besteigen und man versprach uns auch beim Schlachten einer Ziege dabei sein zu dürfen. Das frische Blut des Tieres wird sogleich nach dem Schlachten mit Milch und Salz verrührt und getrunken. Mal sehen ob ich mich da darüber wage...


Buspanne auf der Wegstrecke

die Hütten der Massai



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