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Dienstag, 29. September 2015

Simple Lebensbedingungen


Willkommen zu Tag zwei in Uganda

Der Tag heute hats ordentlich in sich gehabt. Hab mal ausgeschlafen und mich dann mittags mit meinem neuen Freund "Mozzy" getroffen, den wir gestern kennen lernten. Zuerst zeigte er mir sein Zuhause. Die Menschen leben hier wirklich sehr bescheiden. Er teilt sich mit einem Freund eine 2-Zimmer-Wohnung.

die Küche
das Schlafzimmer

So sieht es vor Mozzys Haus aus

Danach zeigte er mir einen botanischen Garten und einen wunderschönen Strand am Viktoriasee.


Juhuu die ersten Affen :)


am Viktoriasee - sieht fast aus wie das Meer



Mozzy und ich



Das Ganze war an und für sich superschön aber auch superheiß. Es hatte anscheindend um die 35 Grad, es waren aber gefühlte 50. Und dann liegt einem der wunderschöne Viktoriasee zu Füßen und man darf nicht hineinspringen. Obwohl Mozzy mir mehrmals ans Herz legte, dass er dort immer schwimmen geht und immer noch keine Bilharziose habe... Naja aber ich blieb hart ;)


Bei Roger und seiner Familie

Am späten Nachmittag holte mich "Roger" (ich kenne ihn von Couchsurfing) mit seinem neuen Boda-Boda (= Mopedtaxi) vom Hostel ab. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie gemeinsam unter einfachsten Bedingungen. Auch er zeigte mir sein "Haus" (falls man das so nennen kann). Auf engstem Raum lebt die Familie zusammen. Daneben steht eine halbfertige Mauer. Er wollte hier 2009 ein Haus bauen und hatte dann kein Geld mehr. Arbeitsplätze sind in Uganda Mangelware. Roger sparte nun schon lange und konnte sich vor einem Monat ein Moped mit dem Ersparten kaufen. Nun arbeitet er als Boda-Boda Fahrer und kann so seine Familie so halbwegs über Wasser halten. 


Rogers Kinder: Emmy and Sydney

sehr gewöhnungsbedürftig sind die Toiletten: einfach in Loch im Boden, kein Papier, keine Spülung, kein Wasser
Soviel Armunt macht einen schon ein bisschen betroffen. Die Kinder waren recht schüchtern mir gegenüber - so einen Muzungu sieht man ja nicht alle Tage bei sich zu Hause.

Der Wochenmarkt von Entebbe

Danach fuhr Roger mit mir auf den Wochenmarkt. Es ist wirklich unbeschreiblich wie es da zugeht. Ich finde einfach nicht die richtigen Worte dafür. Unglaublich viele Menschen, Hühner, Ziegen, Gestank, laute Musik, usw soweit das Auge reicht. Und als sie mich sahen schrien natürlich alle "Muzungu, Muzungu"! Dieser ganze Dreck und das Gestank waren schon krass. Überall hängt Ziegenfleisch in der Sonne mit jeder Menge Fliegen drauf. Als es dann dunkler wurde stieg ich zu allem Überfluss noch in irgendein Loch mitten am Weg und versank in ekelhaften Schlamm. Dem Geruch nach dürfte es sich um menschliche Exkremente gehandelt haben. Der nächste Fehler war, dass ich Roger fragte, ob er mir irgendetwas fürs Abendessen empfehlen könnte. Kurz darauf saßen wir auf einem Holzbänkchen und ich bekam etwas Undefinierbares vor die Nase gestellt. Also es waren auf alle Fälle 3 gekochte Bananen (aber nicht die süßen, die wir kennen; schmeckte eher wie Kartoffeln) mit irgendwelchen Fleischstückchen in der Soße schwimmend. Wie sich herausstellte handelte es sich dabei um Kuhgedärme. Das war schon ein ekelhaftes Gefühl auf diesen Darmzotten herumzukauen. Aber ich hab mich tapfer geschlagen und alles aufgegessen. Aber beim Gedanken daran kommt mir immer noch das Würgen. 

Ja, das war Tag zwei. Eigentlich wollte ich morgen in die Hauptstadt fahren, aber irgendwie fehlt mir noch ein bisschen der Mumm dazu. Es soll dort ziemlich krass zugehen, deshalb werde ich lieber noch eine weitere Nacht im Hostel bleiben. Muss mal sehen ob ich einen netten Couchsurfing-Gastgeber finde, dann werde ich mich wohl früher oder später auf den Weg dorthin machen müssen, da es auch der zenrale Ausgangspunkt für Reisen weiter ins Landesinnere ist. Von Entebbe habe ich ohnehin schon das meiste gesehen. 

Also dann, 
Gute Nacht :) 








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