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Samstag, 13. November 2021

Wanderung auf den Mount Longonot

By On November 13, 2021

 

Naivasha, Kenia

Eine sehr durchzogene Nacht

Zuerst waren es die Moskitos, die mir gestern Abend das Leben schwer machten. Dann kamen plötzlich Gliederschmerzen dazu. Zudem war mir abwechselnd viel zu kalt und dann wieder viel zu heiß. Irgendwann spielte auch mein Bauch verrückt. Ich malte mir schon aus, wie ich die nächsten Wochen mit einer schweren Malaria oder sonst irgend einer schwerwiegenden Krankheit im Bett liegen würde. Nachdem ich eine Ibuprofen eingenommen hatte, fand ich zum Glück irgendwann doch noch in den Schlaf.


Als mein Wecker heute Morgen um 6:30 Uhr klingelte, fühlte ich mich bereits um einiges besser. Die Gliederschmerzen waren weg, auch mein Temperaturempfinden passte wieder halbwegs. Ich beschloss es einfach zu wagen, meine heutig geplante Wanderung auf den Mount Lonognot durchzuführen. 


Auf zum Mount Longonot National Park

Nach dem Frühstück machte ich mich auf zum Busbahnhof. Dort konnte ich auf Anhieb ein Matatu finden, das in den Ort Longonot fährt. Nach fast einer Stunde war das Gefährt endlich voll und wir konnten losfahren. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde und kostete 100 KSh (= 0,90 €) - ich glaube die Einheimischen zahlen nur die Hälfte, aber heute hatte ich einfach keine Energie ewig lange zu handeln. 


Von Longonot nahm ich ein Boda-Boda - auch wieder für 100 KSh - bis zum Nationalparkeingang des Lonogonot Nationalparks. Hier musste ich erstmals 20USD Eintritt bezahlen. Es wäre auch möglich sich einen Guide zu buchen, das ist aber nicht nötig, da man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Der Mount Longonot ist übrigens ein inaktiver Vulkan (letzter Ausbruch 1860). 


Die Wanderung startete äußerst erfreulich: Gleich in den ersten 10 Minuten sah ich eine Giraffenfamilie. Als sie mich erspähten, schauten sie neugierig zu mir herüber. 


Eine Giraffenfamilie :)


Kurze Zeit später beobachtete ich eine Herde Zebras und Antilopen. Es sollte hier scheinbar auch Löwen und Leoparden geben, aber von denen sah ich (zum Glück) nichts. Andere Menschen traf ich bis jetzt auch keine. 


Der Aufstieg zum Kraterrand war aufgrund der Hitze und meines leicht angeschlagenen Zustandes recht anstrengend. Oben angekommen hatte ich einen genialen Ausblick auf den Kraterboden und den 2.780m hohen Gipfel. 


Am Kraterrand angekommen


Mein Ziel war es den kreisförmigen Kraterrand zum umwandern - das sind ungefähr sieben Kilometer. Schatten gibt es hier kaum. Ich merkte nun ziemlich stark, dass ich heute wirklich nicht in meiner Höchstform war. Diese - für meine Verhältnisse - eigentlich sehr einfache und kurze Wanderung machte mir heute irrsinnig zu schaffen. Zum Glück hatte ich genügend Wasser und Sonnenschutz dabei. Vom Gipfel aus genoss ich den tollen Ausblick auf den Naivasha-See


Der Gipfel vom Mount Longonot 2.780m


Der Abstieg wurde durch den trockenen Vulkansand ziemlich staubig. 



Nun kamen mir plötzlich jede Menge einheimische Schulkinder in Schuluniform (!!) entgegen. Sie hatte heute so etwas wie einen Wandertag und quälten sich in der Mittagshitze den Berg hinauf. Keiner hatte einen Rucksack dabei, in der Hand hielten sie lediglich eine kleine Plastikflasche Wasser. Ich hatte mittlerweile fast drei Liter getrunken. Sie taten mir richtig leid. Aber ich denke, dass es viele nicht auf den Gipfel geschafft haben. Immerhin waren es geschätzt hunderte Kinder und die meisten schienen bereits ganz unten aus dem letzten Loch zu pfeifen. Wie kann man auch nur auf so eine Idee kommen mittags so eine Wanderung zu starten?


Ich war heilfroh als ich wieder im Dorf Longonot ankam, da ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Irgendwie war ich wohl doch noch nicht ganz gesund. Mein Bauch machte sich immer wieder bemerkbar. Ich habe es auch den ganzen Tag über nicht wirklich geschafft etwas zu essen, weil mir der Appetit fehlte. Zudem bekam ich immer gleich heftige Bauchkrämpfe wenn ich auch nur einen kleinen Bissen aß. Zurück in meinem Baumhaus war ich streichfähig.  


Hier noch ein paar Details zur Wanderung:

Gesamtlänge: 12,70 km

Aufstieg: 753 Höhenmeter

Zeit: 4 Std 30 min (inklusive mehrerer kurzer Pausen)


Jetzt gibt es noch einen Tee und dann ab in die Heia :)





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Donnerstag, 11. November 2021

Schöne Überraschungen in Naivasha

By On November 11, 2021


Naivasha, Kenia

Ich bin nun am Donnerstag Morgen von Nairobi weiter nach Naivasha gereist. Die Matatufahrt kostete 300 KSh (=2,70€) und dauerte knappe etwa eineinhalb Stunden. Leider hat es aber ewig gedauert, bis das Matatu voll war, deshalb verzögerte sich die Abfahrt um eine knappe Stunde. 


In dem Städtchen angekommen, fand ich zum Glück sogleich mein neues Zuhause für die nächsten Tage: Das Baumhaus ;) Es gibt dort zudem mehrere Unterkünfte im Haupthaus "Jane´s Guesthouse". Mein Baumhäuschen ist recht simpel gehalten, aber immerhin hat es sogar eine Toilette und eine Dusche, die jedoch unten ist. Das Ganze kostet etwa 14€/Nacht und das Frühstück ist inklusive. 


Ein spannender Spaziergang

Da es bei meiner Ankunft erst kurz nach Mittag war, beschloss ich sogleich einen kleinen Erkundungsspaziergang zu machen. Es ist ziemlich heiß und staubig hier im Ort. Am Ortsrand angekommen, führte ein kleiner Weg in einen Wald. Mein Ziel war es irgendwann am Naivasha-See anzukommen. Keine Menschenseele weit und breit. Wie schön diese Ruhe zwischendurch tat. 

Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als plötzlich etwa 50m vor mir seelenruhig ein paar Zebras grasten. Unglaublich! Kurze Zeit später sah ich eine Herde Antilopen... und noch mehr Zebras! Also ich glaube das Geld für eine Safari kann ich mir echt sparen *lach*. Schön langsam machte ich mir aber Gedanken, ob es denn hier vielleicht auch gefährliche Tiere gibt. Etwas verunsichert ging ich trotzdem weiter. Aus der Ferne sah ich dann Wasserbüffel. Leider wurde der Untergrund in Richtung See immer sumpfiger, so dass ich nicht mehr weiter konnte. Als ich auf ein paar Holzarbeiter stieß, ging ich auf sie zu. Wichtig ist es in Kenia, dass man Leute nicht einfach anspricht und um irgendwelche Infos fragt. Es gehört zur guten Sitte sich erstmals nach dem Befinden seines Gegenübers zu erkundigen und ein bisschen "Smalltalk" zu führen. Wenn man ein paar Brocken Swahili spricht, dann hat man die Sympathie seines Gegenübers meist sofort gewonnen. Die Herren waren äußerst nett und hilfsbereit. Sie meinten aber ich sollte vorsichtig sein, weil die Wasserbüffel wohl recht gefährlich wären. Zum See käme ich hier aufgrund des Sumpfes leider nicht mehr. Das  machte nichts, ich war überaus zufrieden mit dem was ich bisher gesehen hatte.

Ich staunte nicht schlecht als mich die beiden ganz neugierig anguckten :)

Kinder, Kinder und noch mehr Kinder!

Am Rückweg in den Ort kamen mir jede Menge Schulkinder entgegen. "Muzunguuuu!!!" riefen sie alle im Chor und begannen mir nachzulaufen. Sie schienen jede Menge Spaß dabei zu haben. Die Mädchen berührten abwechselnd meine Haare. Auf Fragen antworteten sie ziemlich schüchtern. Die Kleinen machten keinen Anstand von mir zu weichen. Eine Kleine nahm mich bei der Hand und ließ sie nicht mehr los. Die Menge hinter mir wurde immer größer. Irgendwann musste ich ihnen dann aber sagen, dass sie wohl besser nach Hause gehen sollten, denn ihre Mami würde sicher schon auf sie warten. Sie schauten mich mit großen Augen an und machten sich folgsam auf den Rückweg. Herzzerreißend! 

Zuckersüß die Kleinen

In Naivasha fand ich ein kleines lokales Restaurant, wo ich mir einen Kaffee und Chapati bestellte. Ein Kaffee kostet hier übrigens nur 60 KSh (=0,47€). So ganz mithalten mit dem was ich von zu Hause gewohnt bin, kann er zwar nicht, aber das macht ja nichts. Ich bekam eine Tasse mit heißer Milch und dazu Instant-Kaffeepulver. 

Als ich später zurück zu meiner Unterkunft kam, musste ich feststellen, dass ich der einzigste Gast hier bin. Im kleinen Restaurant auf dem Gelände war der Koch extra für mich gekommen. So ein Luxus. 

Mein Baumhaus ;)

Am Abend machten mir die Moskitos ziemlich zu schaffen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, da Naivasha auf 2.086 m Seehöhe liegt. Tagsüber ist es ziemlich heiß und die Sonne aufgrund der Höhe unglaublich stark. Nachts wird es aber ziemlich frisch. 


Als dann, Gute Nacht!

Eure Michi :)







Mittwoch, 10. November 2021

Der betrunkene Polizist und weitere Herausforderungen in Nairobi

By On November 10, 2021

 

Nairobi, Kenia

Märkte und andere Herausforderungen

Mittlerweile habe ich wohl den ersten kleinen Kulturschock etwas verdaut. Habe bereits ein paar Einheimische getroffen - vorwiegend über Couchsurfing - die mir das Stadtleben in Nairobi nähergebracht haben und mir erklärten worauf man achten sollte. Die Gegenden um die Busbahnhöfe und Märkte herum finde ich nach wie vor irrsinnig stressig: horrende Menschmassen, viel Armut, Schmutz, Lärm und vor allem viel zu viel ungewollte Aufmerksamkeit, die mir dort als Muzungu zukommt. Aber gut, daran werde ich mich in den nächsten Wochen bestimmt auch noch gewöhnen. Leider tendiere ich mich in solchen Gegenden ständig zu verlaufen. In jeder Seitenstraße sieht es genau gleich aus. Es ist wie ein Labyrinth, aus dem man irgendwie herausfinden muss.  Da es in diesen Menschenmassen nicht besonders schlau ist mit dem Handy herumzulaufen, musste ich immer wieder in einen kleinen Shop flüchten, um meine Online-Landkarten zu checken. Natürlich konnte ich den Laden nicht einfach wieder verlassen ohne etwas zu kaufen. Deshalb habe ich dann am Ende solcher Streifzüge oft jede Menge kleiner Süßigkeiten in meiner Tasche *lach*. 

In meiner Unterkunft habe ich am zweiten Morgen tatsächlich dreimal hintereinander das falsche Frühstück bekommen. Zwei Stunden später klappte es dann zum Glück. Jeder der mich kennt, weiß dass ich es gar nicht ausstehen kann, hungrig zu sein. Es war also eine enorme Geduldsprobe für mich. "TIA" (This is Africa) - würde ich da sagen ;)

Giraffen-Center

Am Montag traf ich mich mit Eddie, einem Einheimischen (von Couchsurfing). Er zeigte mir viele schöne Ecken in Nairobi, wie beispielsweise den John Michuku Memorial Park - eine wahre Ruheoase in dem ganzen Großstadtgetümmel. Ich muss zwar sagen, das der Park nicht sonderlich schön ist, alles sieht recht trocken aus und im im trüben Wasser des Nairobi Rivers schwimmt jede Menge Müll - aber hauptsache nicht so viele Menschen! 

Dann stand meine erste Matatu-Fahrt in Kenia an. Ich kenne diese Kleinbusse ja schon aus anderen afrikanischen Ländern, aber die hier in Nairobi fand ich echt abgefahren. Irrsinnig laute Musik - eine Unterhaltung ist dort fast unmöglich - und rundherum sind sie bunt bemalt mit so einer Art Graffiti. Das erste Matatu hatte sogar mehrere Bildschirme im Inneren montiert, die Musikvideos zeigten. Das ganze Ding vibrierte wegen der lauten Musik. Eddie erzählte mir, dass er die Musik in den Matatus sehr mag *lach*. 

Weiter ging es dann mit einem Boda-Boda (Mopedtaxi) zum Giraffen-Center. Obwohl uns der Fahrer versicherte, dass er weiß wo es sich befindet, hat er sich mehrmals verfahren und am Ende mussten wir einen höheren Preis als vereinbart bezahlen. 

Im Giraffen-Center angekommen, erklärte man uns bei Eintritt, dass kein Bargeld akzeptiert wird. Nur Kartenzahlung oder Mpesa. Mittlerweile habe ich zwar Mpesa am Handy, weil mir bereits gesagt wurde, dass das hier sehr praktisch sei, aber leider kein Geld drauf. Eddie begann nun alle möglichen Bekannten anzurufen, um sie zu fragen, ob sie ihm Geld auf sein Handy schicken könnten. Es dauerte schon ein ordentliches Weilchen, aber dann war auch dieses Problem gelöst.

Leider ist es so, dass Touristen bei solchen Attraktionen immer um Einiges mehr bezahlen als Einheimische. So bezahlte ich 1.500 KSh (= 11,60 €) und Eddie nur 400 KSh (= 3 €). Das Zentrum wurde übrigens gegründet, um vom Aussterben bedrohte Giraffenarten zu schützen. Man kann die Tiere dort sogar füttern, was eine ziemlich lustige Sache war. Eddie schaffte es sogar einen Griaffenkuss zu bekommen.

Giraffenzungen sind dunkelblau, ziemlich lang und sehr beweglich ;)



Zurück in das Stadtzentrum ging es wieder mit einem Matatu. Am Busbahnhof aßen wir in einem kleinen einfachen Restaurant Eddies Lieblingsspeise: Chips Masala = Pommes mit leckerer Masalasauce und einem kleinen Salat. Man bezahlt dafür 120 KSh (= 90 Cent) - und die Portion war wirklich groß. 

So sehen die abgefahrenen Matatus in Nairobi aus

Boda-Boda Fahrt mit Eddie. Übrigens muss nur der Fahrer einen Helm tragen

Gestern Mittag traf ich mich kurz mit Stella, einer Einheimischen Bergführerin - ich glaube zumindest, dass sie eine ist. Aus dem Gespräch habe ich es nicht ganz herausbekommen. Anfangs hat sie sich eher so vorgestellt als wäre sie eine "Freundin", die die Tour gerne gemeinsam mit mir machen würde. Ich möchte nämlich liebend gerne den Mount Kenya besteigen. Doch das Thema hat sich recht schnell erledigt, weil die Summe, die sie nannte - bzw versuchte mehrmals diffus zu umschreiben - lag bei mehr als 1.0000 USD. Aber zum Glück habe ich mittlerweile von einem Freund von Eddie erfahren, dass ich das Ganze einfach vor Ort organisieren sollte, dann wird es um ein Vielfaches günstiger.

Der betrunkene Polizist

Nach dem Treffen mit Stella musste ich zum Bankomaten. Da der größte Geldschein hier ein 1.000er (= 7,70 €) ist und mir der Automat aber nur 500er ausspuckte, hielt ich letztendlich einen enormen Geldpacken in der Hand. Für manche Leute hier sind das wahrscheinlich mehrere Monatsgehälter. So schnell wie möglich nach Hause also mit dem Zeug! Wie es das Unglück so will, hörte ich plötzlich jemanden hinter mir herrufen. Normalerweise ignoriere ich solche Zurufe, aber diesmal drehte ich  mich um. Ich schluckte. Es war ein Polizist, das bedeutete nichts Gutes. Kurz überlegte ich, ob ich davonrennen sollte, da ja bekannt ist wie korrupt diese Typen sind. Zudem hatte ich Unmengen an Geld dabei, ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn der das sieht. Ich versuchte freundlich und ruhig zu bleiben. Er fragte nach meinem Reisepass. Der war leider im selben Pormonee wie die Geldscheine. Ich suchte ewig lang am Handy herum, um ihm ein Foto vom Pass zu zeigen. Dabei hielt ich mein Handy krampfhaft fest, damit er mir es nicht auf einmal wegreißen konnte. Der Polizist war mir aus irgendeinem Grund sehr unheimlich. Mit der Zeit bemerkte ich, dass er unwahrscheinlich betrunken war. Seine Alkoholfahne war durch seinen Mundschutz bis durch den meinen deutlich bemerkbar. Er gab sich dann mit dem Foto zufrieden und fragte was ich hier wolle. Ich erklärte ihm, dass ich hier mit Missionaren zusammenarbeite und armen Leuten helfe. Ich dachte das würde ihn bestimmt gnädig stimmen. Dann fragte er mich ganz skrupellos nach Geld, bzw ob ich ihm einen Kaffee zahlen würde. Ich versuchte ihm so glaubhaft wie möglich zu erklären, dass ich im Moment gar kein Geld dabei hätte und meine Freunde bereits auf mich warten. Falls er morgen wieder hier sei, würde ich ihm einen Kaffee bringen, doch jetzt müsse ich dringend los. Gottlob ließ er mich gehen. Diese Erfahrung hat mir nun schon etwas Unbehagen eingejagt. Wenn man nicht einmal den Polizisten trauen kann, wem dann? 

Zurück in meiner Unterkunft beschloss ich, dass es nun wirklich an der Zeit ist diese große Stadt zu verlassen. Kurzerhand plante ich am Donnerstag nach Naivasha weiterzureisen. Dort werde ich in einem Baumhaus wohnen, ganz in der Nähe eines großen Sees - dem Lake Naivasha. Darauf freue ich mich nun sehr.

Nairobi bei Nacht mit Linda

Am Abend traf ich mich mit einer Einheimischen namens Linda. Sie ist ein wahrer Engel, sage ich euch. Zuerst aßen wir gemeinsam in einem kleinen lokalen Restaurant die besten Fisch-Fingers der ganzen Stadt - wie sie mir erklärte. Sie waren tatsächlich ein wahrer Gaumenschmaus. Später zeigte sie mir die Straßen Nairobis bei Nacht. An ihrer Seite fühlte ich mich sehr sicher. Sie gab mir super viele Tipps und half mir zuguterletzt sogar noch den Busbahnhof zu finden, von dem aus ich dann am Donnerstag weiterreisen muss. Sie ging sicher, dass wirklich alles klappt: Sie fragte die Busfahrer nach dem genauen Preis (weil mich als Muzungu würden sie sonst wieder übers Ohr hauen) und erklärte mir wie ich von meiner Unterkunft dorthin kommen kann. Nach diesen teils zwielichtigen Begegnungen war das nun wirklich ein gelungener Abschluss von diesem Tag.

Ihr werdet dann wieder von mir hören, wenn ich in Naivasha bin! 



Eure Michi :)




Samstag, 6. November 2021

Mein erster Tag in Nairobi

By On November 06, 2021


Nairobi, Kenia

Die Anreise

Mittlerweile bin ich wohlauf in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, angekommen. Die Anreise verlief erstmals ohne gröbere Zwischenfälle. In Kairo hatte ich einen 3-stündigen Zwischenstopp. Da kam ich auch erstmals auf die Idee, dass ich für Kenia wahrscheinlich einen Steckdosenadapter brauchen könnte. Der absolute Hammer war dann, als mir ein Ägypter in seinem kleinen Flughafenladen so ein Ding für sage und schreibe 100 USD verkaufen wollte. Ich lehnte dankend ab.


Ansonsten lief alles komplett nach Plan. Unsere Maschine landete pünktlich um 3:30 Uhr morgens in Nairobi. Ich hatte alle Einreiseformalitäten richtig ausgefüllt und fand zu meinem Glück auch sogleich einen Bankomaten, um erstmals an Bargeld zu kommen. Und das Allerbeste: Sogar mein Taxifahrer wartete schon auf mich. Meine Unterkunft hat nämlich ein Abholservice organisert. Der Fahrer war äußerst lieb. Ebenso der Besitzer meiner Unterkunft, der mich herzlich begrüßte. 


Mein Zimmer sah auf dem ersten Blick ganz passabel aus. Leider war es gleich neben der Rezeption. Dort wurde die ganze Nacht gequatscht und das Licht schien hell in mein Zimmer. 


TIA - This is Africa

Zu deutsch: "Das ist Afrika." Diesen Spruch sagen die Einheimischen gerne, wenn hier irgendetwas schief läuft oder einfach typisch afrikanisch-chaotisch verläuft. Heute wurde ich wieder daran erinnert was das genau bedeutet. Nachdem ich ziemlich unausgeschlafen zum Frühstück erschien, war ich erstmals erstaunt wie lecker es war: Rührei, Süßkartoffeln, Bohnen mit Tomatensauce, ein kleine Schale mit Fruchtsalat, ein Glas frisch gepresster Maracujasaft und dazu noch eine Kanne Kaffee - Wow! Und das alles für unschlagbare 15 USD pro Nacht inklusive Frühstück!



Nachdem ich mich gesättigt hatte, startete ich den Versuch einen Zimmerwechsel zu bekommen. Die äußerst nette Dame an der Rezeption meinte, das sei überhaupt kein Problem. Ich packte meine sieben Sachen und zog in ein anderes Zimmer. Nachdem ich ausgepackt hatte, bemerkte ich, dass das Fensterschloss kaputt war. Es konnte also jeder ganz einfach reinlangen. Als ich der netten Dame davon erzählte, bot sie mir sogleich wieder ein neues Zimmer an, welches mir auf Anhieb gefiel. Nun hieß es nocheinmal packen und umziehen. Es hat sich aber auf alle Fälle ausgezahlt. 


Da kann man wirklich nicht meckern



Misson: SIM-Karte

Meine heutige Mission war es, mir eine lokale SIM-Karte von Kenia zu besorgen. Als ich mich gegen Mittag auf die Straßen Nairobis wagte, überkam mich schon ein leicht mulmiges Gefühl. Trotz meiner vielen Afrika-Erfahrungen war es wieder ein kleiner Kulturschock. Zudem hört man ja öfter, dass Nairobi nicht ganz ungefährlich sei - vor allem Taschendiebe würden sich viele rumtreiben. Ich packte also meine kleine Stofftasche fest unter den Arm und versuchte so selbstbewusst wie möglich unterwegs zu sein. Nur keine Unsicherheit zeigen! Von allen Seiten erntete ich Blicke und Zurufe wie "Mzunguu" - so werden europäische/hellhäutige Touristen hier genannt). Andere weißhäutige Menschen kamen mir den ganzen Nachmittag nicht unter. Immer wieder habe ich mich verlaufen. Das Handy wollte ich zwischen den Menschenmassen nicht herausholen. 


Ich staunte nicht schlecht als mir plötzlich eine riesige Menge Straßenverkäufer mit ihren Waren in einem Sack am Rücken volle Kanne entgegenrannte. Sie schienen vor irgendetwas zu flüchten. So schnell wie sie gekommen sind, waren sie dann auch schon wieder weg - abgebogen in eine kleine Gasse. Schmunzelnd habe ich dem Schauspiel zugesehen. Später erkannte ich auch den Grund: Die Polizei war auf den Straßen unterwegs. 


Gott sei Dank stand ich dann irgendwann vor dem "Safaricom"-Shop. Die Registrierung der SIM-Karte verlief problemlos. Ich brauchte lediglich meinen Reisepass und ganz viel Geduld/Zeit. Ich ließ mir auch gleich das allseits gebrauchte "Mpesa" aktivieren. Damit kann in Kenia fast überall gezahlt werden - quasi bargeldlos mit dem Handy.



Nairobis Straßen


Am Rückweg wollte ich einen Lebensmittelshop finden, um Wasser und noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Ich weiß nicht wie viele zig Male ich in diesen Straßen im Kreis gelaufen bin. Alles sieht gleich aus. Zudem wurden die Menschenmassen auch immer mehr. Meine Müdigkeit und die Hitze (27 Grad) machten das Ganze auch nicht unbedingt besser. Ich war wirklich der Verzweiflung nahe. Manchmal flüchtete ich einen kleinen Shop, um schnell in Ruhe auf mein Handy schauen zu können wo ich mich befand. Nach vielen Stunden im Großstadtrummel kam ich dann aber doch noch heil in meiner Unterkunft.


Nun gönne ich mir noch eine Kanne Masala-Tee und Fisch mit Matoke auf der Dachterrasse. Und dann freue ich mich so richtig aufs Bett. 

 

Gute Nacht!


Eure Michi :)







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Freitag, 5. November 2021

Etwas chaotisch geht es nun ganz spontan nach Kenia

By On November 05, 2021

 

Im Zug von St. Johann nach Wien

Das Chaos hat sich zum Glück im Moment wieder etwas beruhigt. Derzeit sitze ich gerade ganz gemütlich im Zug auf dem Weg zum Flughafen Wien. Von dort aus fliege ich nach einem Zwischenstopp in Kairo dann weiter nach Nairobi in Kenia



Wie kam es dazu?

Das werden sich nun einige von euch wohl fragen. Immerhin berichtete ich ja erst vor Kurzem, dass ich nach Äthiopien reisen werde. Die letzten zwei Tage waren zugegebenermaßen ziemlich aufregend und von viel Ungewissheit geprägt. Am Dienstag Nachmittag war ich noch bei einer guten Freundin zu Besuch, um mich zu verabschieden, da es ja bereits am Donnerstag nach Äthiopien gehen sollte. Zufälligerweise sah ich dann in den Nachrichten einen Bericht, dass in Äthiopien soeben der nationale Notstand ausgerufen wurde. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind nun auch in der Hauptstadt Addis Abeba zu erwarten und man rechnet mit einer großen humanitären Krise.

Zuerst beeindruckten mich diese News nicht sonderlich und ich hielt noch an meinen Reiseplänen fest. Im Laufe des Abends erhielt ich aber dann immer mehr Nachrichten von meinen Couchsurfing Gastgebern und Bekanntschaften in Äthiopien. Fast alle rieten mir, meine Reise unbedingt zu stornieren. Keiner weiß was als nächstes kommen kann. Im schlimmsten Fall wird auch noch der Flughafen besetzt, dann gibt es keine Chance zur Ausreise mehr. Das Ganze war für mich ein sehr harter Schlag. Ich habe mich immerhin das letzte halbe Jahr intensiv auf dieses Land vorbereitet, versucht die Sprache etwas zu lernen, usw. Zudem habe ich bereits das Visum bezahlt und eine Unterkunft und den Flug gebucht. Ich beschloss erstmals noch eine Nacht darüber zu schlafen.


Planänderung

Als ich am Mittwoch Morgen aufwachte, las ich mir sofort die Nachrichten über Äthiopien im Internet durch. Dabei bekam ich eine Gänsehaut. Ich ahnte nichts Gutes, wenn ich trotz all dieser Reisewarnungen einfach dorthin fliegen würde. Jeder weiß, wie sehr ich Abenteuer und Nervenkitzel liebe, aber das war mir nun doch eine Spur zu heiß. Ich höre immer sehr auf mein sozusagenenes "Bauchgefühl" bzw meine "innere Stimme". Diesmal sagte sie mir, ich sollte so schnell wie möglich einen Plan B machen. Ich rief sofort die Fluglinie an und stornierte den Flug. Ich bekam sogar noch einen Teil des Geldes zurück. Auch die Unterkunft konnte ich stornieren. Nur die 72 USD für das Visum bekomme ich leider nicht zurück.

Nun musste schnell der Plan B her. "Kenia" kam mir sofort in den Sinn. Das ist das Nachbarland und auch dort war ich noch nie. Sobald sich die Situation in Äthiopien bessern würde, könnte ich ja dann dorthin. 


Für Kenia muss man ein Online-Visum beantragen. Dieses Unterfangen war ziemlich zeit- und nervenaufreibend. Da ging das mit dem Äthiopien Visum viel einfacher. Nach drei Stunden war es dann aber endlich absendebereit. Nun konnte es bis zu 48 Stunden dauern, bis ich erfahren würde, ob es genehmigt ist oder nicht. Als Einreisedatum gab ich Freitag, den 5.11. (also heute!!) an. Das war natürlich alles ultra spontan. Hätte ich die Einreise jedoch erst ein paar Tage später geplant, dann müsste ich wieder neu einen kostenpflichtigen PCR Test machen. Bis Samstag Morgen ist aber der, welchen ich für Äthiopien gemacht hatte noch gültig. Die Zeit rannte also. Ich wollte aber den Flug nach Kenia erst buchen sobald ich das Visum hatte. Ich saß also wie auf Nadeln. Erfahrungsgemäß bekommt man es schon einige Stunden später. Dem war aber diesmal leider nicht so. Als es nun schon spätabends am Mittwoch war, beschloss ich erst morgen in der Früh wieder nachzusehen. Wenn bis dahin nichts da war, dann hatte ich wohl ein Problem.

Erfreuliche Nachrichten

Und siehe da, am Donnerstag Morgen war endlich mein genehmigter Visaantrag da. Himmelhoch jauchzend begann ich nach Flügen zu suchen. Ich fand einen Flug von Wien nach Nairobi für 260 €, welcher bereits am Freitag um die Mittagszeit starten sollte. Was für ein Glück! Nun musste ich noch diverse Formalitäten erledigen, welche tatsächlich auch recht mühsam waren. Durch die ganz Corona-Sache ist das Reisen nicht mehr ganz so einfach wie vorher. Aber irgendwann war auch das alles erledigt. Ich war überglücklich. 


So spontan habe ich wohl noch nie einen Flug gebucht. Dazu kommt noch, dass ich wirklich null auf Kenia vorbereitet bin. Ich bin echt gespannt was mich dort so erwarten wird. Aber ich bin mir sicher es war die richtige Entscheidung in dieser Situation.


Was inzwischen in Äthiopien passiert

Wer die Nachrichten in den letzten Tagen ein wenig verfolgte, hat wahrscheinlich mitbekommen, dass die Lage dort im Moment sehr unsicher und unvorhersehbar ist. Der Konflikt begann schon vor einem Jahr, war aber auf den Norden des Landes beschränkt. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der Regierung in Addis Abeba und der TPLF. Mittlerweile hat sich das Ganze aber ziemlich rasch ausgebreitet und nun ist auch die Hauptstadt betroffen. Angesichts des Vormarschs der Rebellen aus der Unruhe-Region Tigray hat die Regierung in Äthiopien einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt. Das berichteten staatliche Medien am Dienstag. Die Rebellengruppe TPLF hatte im Konflikt mit der Armee in den vergangenen Tagen zwei strategisch wichtige Städte eingenommen. Auch sei es zu erwarten, dass die Regierung bei gewaltsamen Auseinandersetzungen das Internet, das Mobilfunknetz und die Festnetze ausschalten werde, was die Kommunikation im Land enorm erschweren würde. Ich denke es wäre für meine Lieben zu Hause nicht sehr angenehm, wenn sie plötzlich wochenlang nichts mehr von mir hören würden. Zudem wäre das Reisen ohne Internet eine ziemliche Herausforderung.

Gestern Abend hat mir sogar ein geplanter Couchsurfing Gastgeber aus Addis Abeba erzählt, dass er nächste Woche auch nach Kenia kommen wird. Er plant dort solange zu bleiben bis sich die Lage in seinem eigenen Land wieder etwas stabilisiert hat. Nun hoffe ich aus vollem Herzen für all die Einwohner Äthiopiens, dass sich die Situation in ihrem Land so schnell wie möglich beruhigt.


Ihr werdet wahrscheinlich wieder von mir hören, wenn ich in Nairobi - der Hauptstadt Kenias - gelandet bin. 


Bis bald!

Eure Michi :)







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Donnerstag, 21. Oktober 2021

Äthiopien - Die Wiege der Menschheit

By On Oktober 21, 2021

 

Ich hab es nun endlich getan: Der Flug nach Äthiopien ist gebucht. Dieses faszinierende Land übt schon lange eine magische Anziehungskraft auf mich aus - unberührte Kulturen, traditionell lebende Stämme, einzigartige Landschaften, usw. In Äthiopien steht zudem der 5. höchste Berg Afrikas (4.533m) und im Kontrast dazu liegt dort auch eine der tiefsten Regionen der Welt (Danakil-Wüste -110m). 


Reisevorbereitungen im Zug ;)

Die letzten Tage...

... war ziemlich viel los bei mir, da ich viele Dinge wirklich erst am letzten Drücker gemacht habe (Wohnung ausräumen, packen, Freunde verabschieden, diverse Termine, etc). Aber wahrscheinlich brauche ich so eine kleine, gesunde Portion Stress, um in Schuss zu kommen. 


Den Flug nach Addis Abeba - die Hauptstadt Äthiopiens - habe ich tatsächlich erst gestern gebucht. Am 4.11. sollte es nun von München losgehen. Ankommen werde ich in Addis um 3 Uhr nachts. Aufgrund dessen habe ich beschlossen, mir für die ersten Nächte ein günstiges Hotel dort zu buchen und nicht gleich mit Couchsurfing zu starten. Wahrscheinlich werde ich mit dem Alter einfach auch etwas komfortabler *lach*. 


Im Moment sitze ich gerade im Zug von der Schweiz in Richtung Österreich. Ich werde vor meiner Reise nämlich noch einen zweiwöchigen Heimaturlaub einlegen, auf den ich mich nun riesig freue. Leider hatte ich im letzten Jahr nicht sonderlich viele Möglichkeiten meine Familie und Freunde dort zu besuchen. 


Die Reisevorbereitungen

Ich muss gestehen, dass die Reisevorbereitungen für Äthiopien ein Auf und Ab der Gefühle waren. Wie gesagt, steht das Land schon wirklich lange auf meiner Liste. Da es aber nun schon seit Längerem Unruhen/Krieg im Norden des Landes - der sogenannten "Tigray-Region" - gibt, war ich hin- und hergerissen, ob ich es wagen sollte oder nicht. Daraufhin habe über Couchsurfing mehrere Einheimische kontaktiert und sie zur aktuellen Lage befragt. Fast einstimmig haben sie mir bestätigt, dass der Rest des Landes völlig sicher sei. Zwischendurch hörte ich jedoch trotzdem immer wieder Warnungen, dass es besser sei im Moment dort nicht hinzureisen. Wie dem auch auch sei - wer mich kennt weiß, dass ich mich gewissen Herausforderungen gerne stelle. Wobei ich mich natürlich trotzdem sehr intensiv mit den Geschehnissen dort beschäftige und sicher auch nicht leichtsinnig unterwegs sein möchte. 


Auf meiner momentanen Zugfahrt habe ich jetzt noch kurzerhand das Visum beantragt - seit Kurzem ist nämlich das Online-Visa wieder verfügbar. Und siehe da - etwa eine halbe Stunde später bekam ich bereits eine E-Mail, dass meine Aufenthalt für drei Monate bestätigt ist. Wunderbar! Ich hätte mir nicht gedacht, dass das so einfach werden wird. Daraufhin habe ich dann gleich eine günstige Unterkunft gebucht. Ich werde scheinbar sogar vom Flughafen abgeholt - aber der Sache traue ich erst wenn es soweit ist. Falls ihr euch erinnern könnt: Als ich das allererste Mal alleine nach Uganda flog und mitten in der Nacht auf mein Abholservice gewartet habe, hatte man mich einfach vergessen. Es folgte eine abenteuerliche erste Taxifahrt. 


So nun werde ich die nächste Zeit mit meinen Liebsten verbringen und euch dann wenn meine Reise startet wieder regelmäßig hier auf meinem Blog am Laufenden halten. 


Bis bald!

Eure Michi :)






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