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Sonntag, 15. März 2020

Fakten über Rishikesh - die Hauptstadt des Yoga


1. Spiritualität und Selbstfindung

Wenn man in Rishikesh ankommt, spürt man sogleich die "spirituell" angehauchte Atmospähre. Das zieht natürlich allerhand Yogis und sonstige bunte Vögel an. Bereits die Beatles haben diese entspannte und inspirierende Stimmung sehr genossen. Ebenso tun es viele weitere Hippies und Aussteiger. Gekleidet in weiten Leinengewändern und bunten Tüchern spazieren Barfüßige und Dreadlocks-Träger durch die Straßen, vorbei an den unzähligen Ayurveda-Shops, Massagestudios, Yoga-Ashrams und kleinen Läden, in denen allerlei Spiritualität, Esoterik und anderer Hokuspokus angeboten wird. Massenhaft Plakate werben für Reiki, Lachmeditationen, Kristall-Heilung, Darmspülungen, Tantra, vegetarische Superfood-Restaurants, geistige Unterweisung von diversen Gurus usw. Selbstfindung ist an diesem Ort also ein großes Geschäft. Viele hier sind auf der Suche nach dem Lebenssinn und Erleuchtung.

Rishikesh 

Ein spiritueller Lehrer und Guru

Am Ufer des Ganges - dem heiligen Fluss - sitzen Sadhus (auch Bettelmönche genannt), die heiligen Männer Indiens. Ihre langen Dreadlocks hängen ihnen ins Gesicht und gekleidet sind sie mit orangenen Tüchern. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie großteils mit Betteln am Straßenrand, während sie genüsslich süßliche Kräuter rauchen. Sie haben kein privates Eigentum und keinen festen Wohnsitz. Man sieht sie nachts auf Bänken am Straßenrand oder in kleinen Holzhütten schlafen.

Sadhus

2. Bhang und Shiva

Mit den süßlich riechenden Kräutern wären wir dann auch schon beim Thema: Bhang. Bhang ist eine traditionelle Hanfzubereitung, die in hinduistischen Religionsritualen Verwendung findet. Der Gott Shiva ist einer der Hauptgötter im Hinduismus.  Er ist bekannt als der Gott der Schöpfung und der Zerstörung. Daneben wohl auch der berühmteste Kiffer Indiens. Er soll die meditationsunterstützende Wirkung von Marihuana entdeckt haben. Um ihren Gott näher zu sein, zählt das Rauchen von "Gras" zu den Lieblingsbeschäftigungen der Sadhus. Aus religiösen Gründen ist ihnen das auch erlaubt.

Zu bestimmten Feierlichkeiten - wie beispielsweise dem Holi Festival - findet man sogenannte Bhang Lassies (der auch  "Magic Lassie" genannt) überall. Darunter versteht man einen Milchshake, der mit den getrockneten Blättern und Blüten der Hanfpflanze vermischt ist. Vorsicht also, wenn ihr irgendwo einen grünlich-cremigen Milchshake seht. Das Zeug braucht etwa 1-1,5 Stunden bis es dann - oft ordentlich - zu wirken beginnt.

Holi Festival 

Bhang Lassie 

2. Kein Alkohol und kein Fleisch

Ja, richtig gehört: In ganz Rishikesh bekommt man keinen Alkohol und kein Fleisch - zumindest nicht offiziell. Dafür gibt es jede Menge vegetarischer und veganer Restaurants mit teilweise vorzüglichem Essen. Nach über zwanzig Tagen in Rishikesh muss ich wirklich sagen, dass ich mich dauerhaft daran gewöhnen könnte ohne Alkohol und Fleisch zu leben. 

Super leckeres vegetarisches Thali

Smoothie Bowl zum Frühstück 

3. Affen sind süß, aber Achtung!

Dabei spreche ich aus Erfahrung. Mittlerweile hatte ich bereits zwei Affenattacken in Rishikesh am eigenen Leib erfahren müssen. Dazu muss ich anmerken, dass jedes Mal Essen im Spiel war. Diese Viecher sind nicht zu unterschätzen. Vor allem auf der Laxman Jhula Brücke sitzen sie den ganzen Tag, um ahnungslosen Leuten ihre Snacks oder sogar Obsttüten aus den Händen zu reißen. Dabei gehen sie nicht besonders sachte vor. Sie kommen aber auch in Restaurants und versuchen durch offene Fenster ins Hotelzimmer einzudringen. Vorsicht auch mit Sonnenbrillen und Handys. Das Zeug ist schneller weg, als einem lieb ist. 


4. Streunende Hunde und plastikfressende Kühe 

Streunende Hunde findet man ja vielerorts. Auf streunende Kühe traf ich erstmals in Indien. Sie sind tatsächlich überall: auf den Straßen, auf den Hängebrücken und teilweise spazieren sie sogar in Restaurants. Sie sind aber durchwegs sehr friedlich. Was mir mehr Sorgen macht, ist ihr Essverhalten. Neben Chapatis und Essensresten, die ihnen die Einheimischen füttern, fressen sie allerhand Müll vom Straßenrand. Dabei ist es ihnen egal ob es sich dabei um Plastikverpackungen oder Papier handelt. Seit ich das öfters beobachtet habe, schmeckt mir der Chai Tee nicht mehr ganz so gut wie zuvor, da ich immer daran denken muss, dass er eventuell jede Menge Mikroplastik enthält. 

Plastik-fressende Kuh auf Rishikeshs Straßen 


5. Yoga & Ashrams

Rishikesh gilt als die Welthauptstadt und der Ursprungsort des Yoga. Demzufolge gibt es hier unzählige Ashrams. Gemeint sind damit klosterähnliche Meditationszentren, die unter der Leitung eines spirituellen Gurus und den dazugehörigen Yogis stehen. Hier werden Yoga-Retreats und Yogalehrer-Ausbildungen angeboten. Daneben werden Meditationen und Atemübungen praktiziert. Einige Ashrams - wie z.B. der, in dem ich war - bieten zudem Ayurveda-Behandlungen an. Sie haben außerdem einen recht strengen Tagesplan. Tagwache ist meist schon um fünf Uhr morgens. Der Tag wird mit einer Meditation oder einer Feuerzeremonie gestartet. Man muss aber nicht zwingend in einem Ashram wohnen, um in Rishikesh Yoga zu praktizieren. Fast überall findet man sogenannte "drop-in classes" - das sind zumeist 90-minütige Yogaeinheiten, die ca 200-300 Rupies kosten. Ich habe verschiedene ausprobiert und die Lehrer waren großteils wirklich hervorragend. 


6. Baden im Ganges

Wie bereits erwähnt ist der Ganges ein heiliger Fluss der Inder. Im Norden Indiens ist er zum Glück noch relativ sauber. Der gewaltige Fluss verlässt hier den Himalaya und das Garhwal-Gebirge.  Bereits ein paar Kilometer weiter südlich ist er dann schon ordentlich zugemüllt und verdreckt. Die Hindus nutzen das Bad im Ganges um sich von ihren Süden zu reinigen. Zudem streuen sie die Asche der Toten hinein. Jedoch auch für Nicht-Hinduisten ist der Sprung in das kühle Nass eine sehr willkommene Erfrischung.

Der Ganges in Rishikesh 

7. Abenteuer und Natur

Die Gegend rund um Rishikesh eignet sich hervorragend für mehrstündige Wanderungen. Es gibt so allerhand kleine Pfade zu entdecken, welche zu Wasserfällen oder kleinen  idyllischen Bergdörfern führen. Am besten einfach drauf los wandern und selber erforschen. Die Einheimischen warnen zwar vor wilden Elefanten, Tigern und Leoparden - aber ich persönlich habe außer unzähligen Affen keine Wildtiere gesehen und auch niemanden getroffen, der jemals auf solche gestoßen wäre. Es werden zudem überall  auf den Straßen Rafting-Touren angeboten. Das habe ich zwar selbst nicht ausprobiert, aber laut meinen Recherchen sollte das nicht allzu teuer sein.

Wunderschöne Wasserfälle rund um Rishikesh 












Kommentare:

  1. In Indien war ich auch schon mal, aber nicht wegen des Yogas. Es hört sich zwar interessant an, ich kann mir das allerdings für mich eher nicht vorstellen.
    Liebe Grüße
    Gabriela

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    1. Ich denke wenn man nicht unbedingt ein Fan von Yoga und/oder Spiritualität ist, dann ist Rishikesh vielleicht nicht der richtige Ort für einen. Obwohl es auch wunderschöne Wandermöglichkeiten in der Gegend gibt. Und natürlich das indische Essen, welches mein absoluter Favorit ist :)

      Liebe Grüsse,
      Michaela

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  2. Hallo Michi!

    Vielen Dank für den spannenden Beitrag! Ich habe mich jetzt in der Ausgangssperre mit meiner kleinen Tochter das erste Mal in meinem Leben in Yoga versucht. Auch wenn ich glaube, dass wir da ziemlich viel falsch gemacht haben, hat mich die Yoga-Faszination durchaus gepackt und ich werde damit weiter machen.

    Liebe Grüße aus Nizza
    Feli

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    1. Ich habe tatsächlich Yoga auch im Eigenstudium mittels Youtube Videos angefangen *lach*. Es ist dann aber auch mal gut, wenn eine professionelle Person dabei ist, um eventuell eingeschlichene Fehler auszubessern.

      Liebe Grüsse,
      Michaela

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  3. Liebe Michi,
    Hauptstadt des Yoga klingt spannend.
    Ich denke ein paar entspannte Tipps kann aktuell jeder dringend brauchen. Solange wir nur auf eine #virtuelleReise gehen können.

    Aktuell heißt es wir bleiben zuhause, pass auf Dich auf.

    Liebe Grüße, Katja aus dem WellSpa-Portal.de

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  4. Obwohl ich gern Yoga praktizieren, wußte ich nicht, dass Rishikesh als die Yoga-Hauptstadt gilt. Deine Eindrücke sind sehr interessant... mit solchen Affen hab ich schon mal die Bekanntschaft auf Gibraltar gemacht. Das sind dort ja auch die heimlichen Könige - und auch wenn sie echt putzig sind, so sind die doch mit Vorsicht zu genießen.
    Warst du denn auch selber im Ganges baden?
    Viele Grüße
    Tanja

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    1. Ja ich habe mich trotz der recht kalten Wassertemperatur einmal in den Ganges gewagt. Es war eine wundervolle Erfrischung.

      Liebe Grüsse,
      Michaela

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  5. Der Sprung in den Ganges endete für die Tochter von Freunden von uns übrigens fast tödlich, während es ihren indischen Kommilitonen gar nichts ausgemacht hat. Sie hatte schwere Infektion durch den verunreinigten Fluss und war wochenlang im Krankenhaus. Der Fluss ist nicht zu unterschätzen, vor allem in der Nähe der Städte.

    Liebe Grüße von Sanne

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    1. Oje das hört sich nicht gut an. In Rishikesh ist der Ganges noch sehr sauber, da er hier frisch aus dem Himalaya kommt - da kann man also ohne Bedenken rein. Aber im weiteren Flussverlauf ist es auf alle Fälle nicht mehr empfehlenswert!!

      Liebe Grüsse,
      Michaela

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  6. Das mit den "Vorsicht vor den Affen" kenne ich noch aus Bali. Da waren wir auch recht achtlos in einem Affenwald unterwegs und hinterher froh, als wir wieder draußen gewesen sind. Die sind echt nicht zimperlich, wenn es um Futter geht.
    Kein Alkohol und kein Fleisch wäre für mich dort jedenfalls auch sachon "Test" genug glaube ich *lach*

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    1. Haha, ja bezüglich der "süssen" Affen bin ich mittlerweile auch schon mehrmals Besseres belehrt worden *lach*.

      Ich dachte anfangs auch, dass es schwer wird ohne Fleisch und Alkohol - ich war immerhin fast ein Monat in Rishikesh - aber interessanterweise ist es mir nie abgegangen. Dadurch, dass es auch sonst niemand konsumiert, wird man gar nicht erst daran erinnert. Und die vegetarischen Restaurants dort haben vorzügliches Essen ;)

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