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Mittwoch, 31. Oktober 2018

Die Sipi Wasserfälle

By On Oktober 31, 2018



Wasserfallwanderung 


Wir konnten es kaum fassen, dass wir heute morgen wirklich warmes Wasser hatten. Sipi liegt nämlich recht hoch, deshalb wird es nachts ganz schön kühl. 

Hier wurde das Wasser für unsere morgendliche Dusche erhitzt

am Morgen tummelten sich Affen vor unserer Hütte 

Auch auf Peter ist tatsächlich Verlass. Pünktlich stand er heute Morgen vor unserer Hütte. Die Wasserfallwanderung war einfach traumhaft schön. Es ging durch Kaffee- und Bananenplantagen und vorbei an traditionellen Häusern - oder eher Hütten. 

"Muzunguuu, Muzunguuuu!!" 

Jana, Peter, Anki und ich

... auf dem Weg zum ersten Wasserfall

In der Region um Sipi gibt es jede Menge Chamäleons. Auch wir fanden mit Peters Hilfe welche 😍

Die Gegend hier ist saftig grün und die Einheimischen äußerst freundlich. Peter scheint recht beliebt zu sein bei den anderen Dorfbewohnern, aber das wundert uns nicht, denn der junge Mann ist wirklich sehr charmant. 

ein besonders schönes Chamäleon








Er führte uns noch zu einer Dame, die lokales Maisbier braut. Dieses Bier ist sehr trüb mit vielen kleinen Stückchen darin. Je mehr wir davon tranken, desto besser schmeckte es. Für einen Liter von dem Bier zahlten wir bloß unglaubliche 1.000 USH (~ 0, 23 Euro). 

selbstgebrautes Maisbier 

Prost



Erfrischende Abkühlung
Später nahmen wir noch ein Bad in dem äußerst erfrischendem, aber leicht hellbraunem Flusswasser. Weiter oben war eine Frau gerade beim Wäsche waschen im Fluss. Zudem sprangen ein paar Kinder fröhlich kreischend darin herum. Als auch wir uns in die Fluten werfen musterten die Kinder uns neugierig. Sie schienen wohl recht amüsiert darüber zu sein, drei Muzungus beim Baden zu sehen.




Peter gab uns später noch etwas Zuckerrohr zum Probieren. Sehr lecker!

Peter schneidet uns ein Stück Zuckerrohr ab

Supergünstiges Abendessen
Als wir nach der Wanderung wieder zurück ins Dorf kamen, hatten wir ordentlich Hunger. Wir gingen gemeinsam mit Peter in ein kleines lokales Restaurant und aßen dort Reis mit  Krautgemüse. Ich hatte richtig Lust auf Avocado. Der Restaurantbesitzer meinte, das wäre überhaupt kein Problem und schickte kurzerhand Peter, um eine zu kaufen. Das Essen war richtig lecker und auch mehr als ausreichend. Wir konnten es wieder kaum fassen, denn wir zahlten für alle drei Gerichte gemeinsam bloss lächerliche 9.000 USH (2,10 €). Ich glaube ja fast, dass Peter immer schaute, dass wir wirklich nur das zahlen müssen, was auch die Einheimischen zahlen.

Wir machten uns auf den Weg zurück in unsere Unterkunft, um ein bisschen Wäsche zu waschen - natürlich händisch - und uns etwas auszuruhen.

Sipi Nightlife
Am Abend trafen wir uns wieder mit Peter. Er wollte uns eine lokale Bar zeigen. Wir verbrachten einen recht unterhaltsamen Abend mit ihm und seinen Freunden. Dabei tranken wir Bier und probierten auch den einheimischen Zuckerrohrschnaps namens "Waragi".


Am Ende wollte uns Peter sogar noch auf die Getränke einladen, das ließen wir aber nicht zu. Der junge Mann hatte selbst nicht viel, seine Schuhe hatten Löcher ohne Ende und dann wollte er auch noch für uns zahlen. Unfassbar, so viel Gastfreundschaft sind wir gar nicht gewohnt. Falls nun jemand glauben sollte, dass sich Peter an uns ranmachen wollte, dann muss ich euch enttäuschen. Er ist einfach nur ein herzensguter junger Mann.


Wieder neigt sich ein wunderschöner und abenteuerlicher Tag dem Ende zu. Bis Morgen :)


Dienstag, 30. Oktober 2018

Aufregende Matatufahrt von Bugembe nach Sipi

By On Oktober 30, 2018

Abschied von Meddy und seiner Familie
Diesmal wurden wir mit einem leckeren Porridge zum Frühstück überrascht. Wir wollten möglichst bald los, um nicht zu spät in Sipi anzukommen. Natürlich kamen wir wieder nicht vor Mittag weg.

Meddy wollte uns noch gern das Haus zeigen, in dem er mit seiner Frau, seiner Tochter und anderen Waisenkindern lebt. Seine eineinhalb jährige Tochter ist unheimlich süß. 

Meddy, seine Tochter & Anki

Die Frau war nicht zu Hause, sie arbeitet tagsüber am Markt. Auf die kleine Tochter passen währenddessen einfach die anderen Kinder auf, die auch noch nicht über acht Jahre alt zu sein schienen. Meddy servierte uns noch Tee und lecker gewürzte Cassavawurzel. 

Dann begleitete er uns zur Straße, um von dort aus ein Matatu nach Mbale zu finden. Dort müssen wir dann umsteigen und in ein anderes Transportmittel nach Sipi. Nach Mbale sollten es etwa zwei Stunden sein und von dort nach Sipi noch eine, meinte Meddy.

Die abenteuerliche Fahrt nach Sipi
Geworden sind es schlussendlich über vier Stunden nach Sipi. Aber mittlerweile wissen wir schon, dass man die Zeitangaben der Afrikaner meist verdoppeln muss. Die Fahrt war recht kurzweilig. Immer wieder hielten wir an, weil Fahrgäste zu- und ausstiegen. Es ist keine Seltenheit, dass in eine Sitzreihe mit drei Sitzen 4-5 Personen gequetscht werden. Da darf man keine Berührungsängste haben, teilweise sitzt man nämlich fast übereinander. Zudem kommt es auch immer wieder vor, dass jemand lebende Hühner dabei hat. Diese werden einfach an den Beinen zusammengebunden und so an den Beinen mit dem Kopf nach unten transportiert.

Jedes Mal als wir anhielten, kamen sogleich Strassenverkäufer angerannt, und hielten uns energisch ihre Ware zum Fenster herein, darunter Chapati, Getränke, Rolex, Fleischspieße und sogar lebende Hühner. Tatsächlich kaufte sich ein Fahrgast sogar kurzerhand zwei Stück davon.

Straßenverkäufer versuchen uns lebende Hühner ins Matatu zu verkaufen 

... und noch mehr Straßenverkäufer 



Als die Verkäufer uns Muzungus sahen, hatten sie es natürlich sofort ganz besonders auf uns abgesehen. Sie fragten zudem nach unserer Handynummer, ob sie uns küssen dürften usw. Auch wenn es teilweise ein wenig anstrengend war, machte es unsere Fahrt eindeutig kurzweilig.





In Mbale war es zum umsteigen, bzw mussten wir uns ein neues Gefährt suchen. Kaum aus dem Matatu ausgestiegen, belagerte und eine Gruppe auf uns einschreiender Männer "Where do you go? Sipi Falls!! Cheap price!" Es war fast unmöglich sie abzuwimmeln. Sie versuchten uns alle ihr Taxi andrehen, wir wollten aber mit einem Matatu weiter, da dies um einiges billiger ist. Laut ihnen sollte es kein Matatu dorthin geben. Ich wusste jedoch, dass man mit einem solchen zumindest eine Teilstrecke nach Sipi zurücklegen kann.

Zum Glück fanden wir letztendlich einen ehrlichen jungen Mann, der uns zeigte wo wir das Matatu finden können. 3.000 USH zahlten wir nun bis zur Kreuzung nach Sipi.

Von dort aus ging es mit einem sozusagenen "Shared Taxi", also Gemeinschaftstaxi weiter. Drei Personen saßen vorne und zu viert waren wir auf der Rückbank. Da hab ich aber auch schon Schlimmeres erlebt. Kosten: nochmals 3.000 USH pro Person.

Bekiffte Rezeptionisten
Kaum den ersten Fuß in das Dorf Sipi gesetzt, sprachen uns auch schon zwei junge Männer an. Der eine hatte eine Bob Marley Mütze auf, wir nennen ihn hier im weiteren Verlauf "Grasei Schuasch", und der andere eine ordentliche Alkfahne, wir nannten ihn Klaus. Was die beiden verband, waren die roten Augen. Ansonsten waren sie aber ganz nett. Sie wollten uns ihr "Twilight Hostel" zeigen.

Wir kamen mit ihnen mit. Das Hostel bestand aus drei kleinen runden Hütten mit Strohdach und einer genialen Aussicht über die Kaffeeplantagen und die Wasserfälle. Es schien uns sofort recht sympathisch. Wir fragen nach dem Preis und konnten diesen sogar noch ein bisschen herunter handeln. Im Endeffekt zahlten wir 15.000 USH (~ 3,40 €) pro Person und Nacht in unseren eigenen Hütte. Zwar ohne Strom, aber an der Rezeption gab es dafür Steckdosen. Das Wasser funktionierte auch noch nicht, aber sie versprachen uns, dass es später eines geben wird, sogar warmes. Da bin ich mal gespannt. Aber für den Preis darf man ja wirklich nicht meckern. Wir sind übrigens die einzigen Gäste hier.

unsere Unterkunft 

Klaus wurde mit der Zeit etwas lästig. Er wollte unbedingt mit uns Abendessen und was trinken gehen und ließ sich nur schwer abwimmeln.

Als wir später noch einmal zu Grasei Schuasch an die Rezeption kamen, meinte dieser ganz trocken, dass er Klaus nun weggeschickt habe, da dieser ein mentales Problem habe. Wir konnten uns ein Lachen nicht verkneifen. So nennt man das hier also, wenn jemand ordentlich bekifft und angetrunken ist.

Grasei Schuasch wollte uns andrehen, morgen unser Guide für die Sipi Wasserfälle zu sein. Ohne Guide dürfte man diese anscheinend nicht besuchen. Laut meinen Recherchen stimmte das sogar. Anfangs wollte er 30.000 USH pro Person dafür, später ging er runter auf 25.000 USH. Wir beschlossen uns noch ein wenig im Ort umzuhören, ob wir ein besseres Angebot finden können.

Wir fanden ein weiteres Hostel, gleich neben unserem und genehmigten uns dort ein Bier. Dabei hatten wir eine fantastische Aussicht auf die umliegende Gegend.

Peter unser Retter
Als wir wieder zurück zu unserer Unterkunft wollten, war das riesige Eingangstor verschlossen. Wir standen eine Zeit lang davor und klopften wie wild dran. Keine Regung. Was nun? Wir versuchten uns erfolglos gegenseitig mit einer Räuberleiter darüber zu helfen. Okay, dann blieb uns wohl nichts anderes als im Ort die Bars abzuklappern und nach Grasei Schuasch zu suchen. Der war bestimmt irgendwo dort unterwegs, zudem war der Ort auch nicht sonderlich groß.

Bei unserer Suche stießen wir in einer Bar auf einen sehr freundlichen einheimischen jungen Mann : Peter, hier im Ort auch Rasta genannt. Er zeigte sich äußert hilfsbereit und kam mit uns zum Hostel. Peter war uns allen gleich sehr sympathisch.

Lustigerweise bekam er das Tor mit nur einem Stoß auf. Wir waren wohl tatsächlich zu blöd dafür. Der junge Mann brachte uns noch eine Petroleumlampe und Toilettenpapier in unsere Hütte. Wir waren doch ein wenig erstaunt, dass Peter sich hier in unserem Hostel so gut auskannte, aber vermutlich helfen die Leute hier im Dorf alle ein wenig zusammen.

Mit Peter fanden wir auch gleichzeitig unseren Guide für morgen. Für 15.000 USH pro Person würde er uns zu allen drei Wasserfällen bringen. Die Wanderung sollte so fünf Stunden dauern. Wir freuen uns schon riesig drauf.

Montag, 29. Oktober 2018

Besuch einer Schule in einem abgelegenem Dorf

By On Oktober 29, 2018

Ein Morgen in einer typisch afrikanischen Familie
Heute sollte es in eine Schule in einem abgelegenen Dorf gehen. Meddy hat diese gegründet. Er möchte sie uns gerne zeigen. Wir waren alle drei schon sehr gespannt. Als wir am Morgen erwachten waren die Kinder schon bei der Hausarbeit: Wäsche waschen - händisch versteht sich, Boden schrubben, kochen, usw. Meddys Mutter - eine richtige afrikanische "Big Mama" übrigens - und seine Schwester waren bereits am Markt zum Arbeiten. Währenddessen passen zu Hause die größeren Kinder auf die kleineren auf und schmeissen den Haushalt. So etwas wäre unvorstellbar bei uns zu Hause.


Sucran und Arafath




Frühstück...
Abgemacht war, dass Meddy um 9 Uhr bei uns ist. Er wohnt nämlich mit seiner Frau und weiteren Waisenkindern ein paar Häuser weiter. Zu meiner Verwunderung war er für afrikanische Verhältnisse fast pünktlich. Bereits um 10 Uhr tanzte er an. Er servierte uns noch Frühstück : Chapati und Tee, dann starteten wir in Richtung Schule.

... & dann auf in das Dorf Butagaya
Es war ein langer Weg dorthin. Zuerst ging es mit dem Boda Boda ein paar Dörfer weiter. Dort wollten wir die nächsten Wegstecke mit einem Matatu zurücklegen. Wir warteten sicher eine halbe Stunde am Straßenrand, doch leider waren die Busse alle bereits maßlos überfüllt.

Schlussendlich beschloß Meddy, dass wir einfach wieder ein Boda nehmen. Die Dörfer, die wir durchquerten, wirkten immer ländlicher. Am Ende wechselten wir nochmals das Boda. Die letzte Strecke bestand aus einem sehr holprigen Weg.
Vor den Lehmhäusern in den Dörfern, die wir durchquerten spielten überall kleine Kinder. Diese begannen wie außer sich vor Freude als uns sahen lautstark "Muzunguuu, Muzunguuuuu!!" zu schreien und winkten und mit strahlenden Gesichtern zu. Einige begannen vor Freude sogar Luftsprünge zu machen.

am Boda Boda mit Meddy und dem Fahrer



Im Dorf angekommen...
... gingen wir in Richtung Schule. Die Kinder hatten gerade Unterricht. Die Lehrerin kam heraus, um uns zu begrüssen. Dann bat Meddy uns in die Schulklasse. Wir dürften die Kids nun unterrichten. Darauf waren wir jetzt nicht vorbereitet. Zögerlich betraten wir den Klassenraum. Als ich sah, dass es sich nur um 10 - 15 Schüler handelte, atmete ich auf. Denn 100 Schüler in einer Klasse hier in Uganda sind keine Seltenheit. Es lief eigentlich alles ganz gut. Wir erzählten den Kindern, die alle zwischen 12 und 16 Jahren waren, ein wenig von unserem Heimatland Österreich und zeigten ihnen Bilder. Neugierig steckten sie ihre Köpfe zusammen, um begeistert in unsere Handys zu starren.

Jana beim Unterrichten

der Dorfbrunnen

das Wasser muss oft weite Strecken getragen werden 



Gebetsstunde in der Schule - was für ein Spektakel
Dann meinte einer der Jungs, dass sie jetzt dann Mittagspause hätten, sie vorher aber noch beten würden. Womit wir nicht rechneten war, dass sich dieses äußerst eindrucksvolle Schauspiel über eine Stunde lang zog. Zuerst begannen sie laut und mit Begeisterung zu singen und tantzen ausgelassen dazu. Wahnsinn, was für schöne kräftige Stimmen sie hatten. Dann begannen sie abwechselnd zu beten. Das bestand teilweise aus lautstarkem Schreien, auf die Knie fallen und weinen. Betroffen standen wir da. Wir wussten nicht richtig was da passiert. So etwas hatte selbst ich noch nicht erlebt. Jana wollte schon fast das Klassenzimmer verlassen, weil es ihr zu krass wurde. Am Ende beteten alle gleichzeitig monoton vor sich hin. Dann war es beendet.



Zu Tränen gerührt...
Sie hießen uns herzlich willkommen mit ihnen Mittag zu essen. Zur Feier des Tages gab es Posho mit Kohl und Bohnen.



Sie bedankten sich in Form einer Rede herzlich für unseren Besuch und fragten uns, ob wir ihre Schule unterstützen möchten. Anki, Jana und ich bersprachen uns kurz. Wir baten die Kinder uns eine Liste zu schreiben, mit Dingen, die sie dringend benötigen würden. Die Kinder setzten sich zusammen. Kurze Zeit später händigten sie uns die Liste. Als wir diese durchlasen waren wir zu Tränen gerührt.

So sah diese aus:
1. Feuerholz
2. Essen: Reis, Posho (=Maismehlbrei), Bohnen
3. Strom oder Licht (in Form von Solarpanels)
4. Unterkünfte (für die Waisenkinder)
5. Wir haben nicht genügend Lehrer für das nächste Jahr


diese Liste haben uns die Schüler geschrieben

Da wir es aufgrund von Zeitmangel nicht schaffen würden, die Dinge oder wenigstens einige davon zu organisieren, beschlossen wir sie mit einer Geldspende zu unterstützen. Die Lehrer und Schüler bedanken sich bei uns und versprachen uns mit Fotos am Laufenden darüber zu halten, was mit dem Geld passiert.


die Kinder beim Schreiben der Liste

die Kinder lernen mir den Wasserkanister wie eine echte Afrikanerin zu tragen

Jana spielt mit den Kindern ein Brettspiel mit Steinen und Holzstücken auf einem Blatt Papier



Am Abend fuhren wir noch auf einen Drink zu einer netten kleinen Bar direkt an Nil, ganz in der Nähe der Quelle des Nils.

am Nil 

so sahen unsere Füße am Ende dieses Tages aus


Was für ein aufregender Tag.!

PS: Wer Meddy in seinem Projekt in dieser Schule unterstützen möchte, kann sich hier die Webseite ansehen :
http://www.afsco.webnode.comhttp://www.afsco.webnode.com

Das ist die Bankdaten von Meddy:

Bankname: Bank of Africa
Account Name: African friends service communities (AFSCO).
Account Nummer: 03053590008
Branch: jinja
Country:Uganda
City: Jinja.
Swift code: AFRIUGKA

Sonntag, 28. Oktober 2018

Von Kampala zu Meddy und seiner Familie in Bugembe

By On Oktober 28, 2018

Mosquitos...
Mein Schlaf diese Nacht war etwas durchzogen. Mosquitos quälten mich in den frühen Morgenstunden. Aber eigentlich selber Schuld, ich hätte mich ja vor dem Schlafengehen noch mit dem Mückenspray einsprühen können. Daran dachte ich aber gestern nicht mehr. Meine Haut klebte am Morgen. Durch die feucht-warme Luft schwitzt man nämlich ordentlich.

Das Frühstück
Wir hatten richtig Lust auf Kaffee und WLAN wäre eigentlich auch nicht schlecht. Ich konnte mich an ein einfaches Hotel von damals erinnern, dort sollte es WLAN geben, wenn auch recht langsam.
Zum Entsetzen von Anki bestand der Kaffee mit Milch bloß aus einem großen Krug Milch und Instant-Kaffeepulver. Interessanterweise wird ja in Uganda sehr viel Kaffee angebaut, aber alles exportiert, somit findet man hier meist nur billiges Instantpulver. Da wir auch recht Hunger hatten studierten wir die Speisekarte. Wie sich jedoch herausstellte war so gut wie nichts davon verfügbar. Aber letztendlich bekamen wir einen leckeren Obstsalat. Dieser ließ aber auch ganz schön lange auf sich warten. Ja in Afrika ticken die Uhren eben anders.

Straßenverkäuferin

Auf nach Bugembe
Der heutige Plan war es zu Meddy und seiner Familie nach Bugembe zu fahren. Ich kenne ihn und seine Familie bereits von meiner vorherigen Reise. Meddy hat ein Schule in einem kleinen abgelegenem Dorf gegründet und kümmert sich um Waisenkinder. Er hat selbst 20 (!!!) davon aufgenommen.

Old Taxi Park in Kampala - Chaos pur
Um nach Bugembe zu kommen mussten wir erstmals mit einem Minibus zum "Old Taxi Park" in Kampala fahren. Dieser Busbahnhof gehört zu den gefährlichsten Pflastern in Kampala. Vor allem Taschendiebe treiben dort  ihr Unwesen. Es geht dort wirklich zu wie im wilden Westen: Laut brüllende Straßenverkäufer, Dreck, Müll, unendliche Menschenmassen, verschiedenste Gerüche, hupende Minibusse, Boda Bodas, die sich durchdrängen, usw - kurz: ein heilloses Durcheinander. Ich gab Anki und Jana noch den Tipp ihre Handtaschen festzuhalten. Kurze Zeit später redete uns sogar noch eine nette einheimische Frau darauf an, dass wir unbedingt auf unsere Sachen aufpassen sollten.

Old Taxi Park in Kampala 




Wie ihr euch vorstellen könnt ist es gar nicht so einfach in dem Chaos den richtigen Minibus zu finden. Nachdem wir uns mit Rolex (= Chapati mit Ei - Zwiebel - Tomaten - Kraut - Füllung) und Chpati (= Flade aus Mehl und Wasser) versorgt hatten, fanden wir zum Glück schon recht bald das richtige Matatu.

In Bugembe angekommen
Die Fahrt nach Bugembe zog sich etwas. Dort angekommen versuchten wir mit den Boda Fahrern einen guten Preis zu Meddy Haus auszuhandeln. Leider erfolglos. Meddy sagte uns eigentlich im Vorhinein was es kosten darf, doch wir hatten diesmal kein Glück. Statt 1.000 USH zahlten wir schlussendlich 1.500 USH pro Person (Anmerkung : ca 4.200 USH = 1 Euro). Ich gab ihnen die Wegbeschreibung von Meddy. Es war mittlerweile schon stockdunkel. Die Fahrer luden uns am Ende irgendeiner dunklen Straßen ab. Ich war mir nicht sicher, ob wir hier richtig sind. Ein paar Kinder liefen an uns vorbei und schienen sich herrlich darüber zu amüsieren, dass wir drei Muzungus hier so hilflos herumstehen. Na toll. Aber schon kurz darauf öffnete sich die Tür eines Tors und Meddy kam heraus. Gott sei Dank!

Angekommen in einer richtigen afrikanischen Großfamilie
Als wir den großen Garten mit dem riesigen Mangobaum, dem Papayabaum, dem Kuhstall und all den fröhlich spielenden Kindern betraten, war mir alles plötzlich wieder so vertraut. Wir wurden herzlich empfangen von Meddys Mutter, seiner Schwester und all den Kindern. Darunter Waisenkinder und die Kinder der zwei Schwestern von Meddy. Ich fühlte mich gleich wie in meinen zweiten Zuhause in Afrika. Wunderschön. Sogar die drei Waisenjungs von damals waren noch da und konnten sich an mich erinnern. Sie waren restlos begeistert, dass ich die Fotos von damals noch am Handy habe.

Der Abend bestand aus Herumtollen mit den Kleinen inklusive herzerreißendem Kinderlachen. Auch Anki und Jana schienen nun als würden sich nun richtig in Afrika angekommen fühlen.






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