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Mittwoch, 20. Januar 2016

Unglückstage - Handy gestohlen!



TIA - This is Africa bzw. in Afrika läuft nichts nach Plan 

Der Tag gestern war nicht gerade der beste. Green und ich wollten ja gleich frühmorgens nach Mulanje zum Bergsteigen, aber es zog sich alles ewig in die Länge. Wir fanden die Besitzerin unserer Unterkunft ewig nicht, der Bus nach Mulanje wurde erst mittags voll, deshalb fuhren wir erst so spät weg. In Mulanje mussten wir erst in das Tourismusbüro um uns für die Berghütten einzutragen. Und dann stürmten auch noch zwanzig junge Männer auf uns zu, die uns erklärten, dass es Green nicht gestattet sei mein Guide zu sein, da ich einen aus dem Dorf für 25 Dollar pro Tag nehmen müsse. Es folgten stundenlange Diskussionen. Letztendlich einigten wir uns drauf, dass uns einer der Jungs bis zur ersten Berghütte begleitet und dann können wir alleine weiter, er bekommt dafür umgerechnet drei Euro. So ein Theater immer. Natürlich war es dann viel zu spät um noch loszugehen. Aber wir fanden eine Unterkunft für nur einen Euro pro Nacht in Mulanje. Zwar ohne Strom und Wasser, aber sonst ganz nett.

Handy gestohlen

Und dann der Höhepunkt: Am Abend, verließ ich um etwa 20 Uhr mein Zimmerchen um Wasser holen zu gehen. Das Zimmer sperrte ich natürlich ab. Danach folgte eine kurze Dusche. Als ich wieder zurück ins Zimmer kam, suchte ich vergeblich mein Handy. Dabei war ich mir ganz sicher, dass ich es auf das Bett gelegt hatte. Ich verständigte die Besitzer meiner Unterkunft.

Diese holten sogleich den Wachmann herbei. Dieser schien jedoch bereits geschlafen zu haben. War ihm auch nicht zu verübeln, der Gute war geschätzte 80 Jahre alt und wirkte schon leicht dement. Er begann sich zu verteidigen und meinte, dass er sich sicher sei, dass niemand  in die Nähe des Hauses kam. Nicht unweit ist jedoch eine kleine Bar, in der sich immer Unmengen an besoffener Dorfbewohner tummeln. Manchmal verirrt sich auch der eine oder andere hierher zum schnellen WC-Gang. Da mein Zimmer ebenerdig lag, standen wir davor und überlegten, wie jemand das Handy gestohlen haben könnte. Wir kamen auch recht schnell drauf, was wohl geschehen war. Die Fenster meiner Unterkunft waren nämlich nur durch Gitter gesichert, also keine Fensterscheibe. Vor dem Fenster lehnte ein am Ende gegabelter Holzstab. Mein Handy hatte eine Schlaufe dran, und somit ist es kein Kunstwerk dieses mit dem Stab herauszufischen. Dann kam mir auch noch in den Sinn, dass mein Alarm auf 20:15 Uhr gestellt war.

Die Geschichte kann man sich also super einfach zusammendenken: Irgendjemand von der Bar kam wahrscheinlich gerade zum Pinkeln hierher und hörte den Alarm meines Handys. Bei einem Blick durchs Fenster sah er das Ding am Bett liegen und fischte es sich natürlich  heraus.

Mittlerweile waren schon jede Menge Leute um mich versammelt. Sie alle schienen sehr empört über den Diebstahl. Ein Herr meinte, wir sollten doch in der Bar die Gäste durchsuchen. Das kam mir recht irrsinnig vor. Wer auch immer mein Handy nun hatte, ist damit bestimmt schon über alle Berge oder hat es wenigstens ordentlich versteckt. Ich war mir bereits recht sicher, das Ding nie wieder zu sehen. Klar, war ich im ersten Moment sehr wütend und auch traurig, da ich doch meine ganzen Reisefotos darauf gespeichert hatte und noch vieles mehr. Da ich schon unendlich müde war, wollte ich eigentlich nur noch schlafen gehen. Doch die Dorfbewohner machten keine Anstalten die Suche aufzugeben. Sie schienen noch besorgter zu sein als ich. Es wurde spekuliert und diskutiert. Eine neue Person wurde nun in Verdacht genommen. Ein Herr schlug vor, dass wir diesen aufsuchen und befragen. Wieder fehlte mir die Sinnhaftigkeit der Sache, aber gut. Wir gingen geschlossen zum Haus des Verdächtigen. Dieser öffnete sehr verschlafen die Haustüre - es war immerhin schon fast Mitternacht. Natürlich wusste er von der ganzen Sache nichts. Ich war wirklich extrem gerührt von der Anteilnahme all dieser Menschen, trotzdem verabschiedete ich mich nun, um schlafen zu gehen.


Bei der Polizei - Austria und Australia

Bereits um sechs Uhr morgens klopfte es an meine Tür. Es waren ein paar Jungs von gestern. Sie wollten mir zur Polizei begleiten. Also los. Die Polizei war wirklich außerordentlich freundlich. Mir war aber klar, dass mir auch diese mein Handy nicht zurückbringen werden, obwohl sie mir dies ernsthaft weißmachen wollten. Sie bräuchten irgend eine Identifikationsnummer, dann könnten sie es orten. Eigentlich wollte ich mir nur schnell den Wisch für die Versicherung holen. Doch die afrikanischen Uhren ticken anders. Schnell geht hier gar nichts.
Dafür teilten die netten Polizisten sogar ihr Mittagessen mit uns. Als mich der Polizist fragte, woher ich denn komme und ich „Austria“ antworte, meinter er: „Oh Australia, nice!“. Ich wiederholte mich nochmals: „No, Austria!“. „Ah ok, Austria.“ Daraufhin ging ich aus, dass er es geschnallt hätte. Doch zu früh gefreut. Ich erhielt meine Unterlagen für die Versicherung. Blöderweise schaute ich mir diese erst genauer an, also ich wieder zurück in meiner Herberge war. Hat der Typ bei Nationalität nun doch glatt „Australia“ hingeschrieben. Nun kann ich nur hoffen, dass sich deswegen die Versicherung nicht weigert zu bezahlen.




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