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Montag, 16. Oktober 2023

Nanuya Lailai - ein tropisches Inselparadies

By On Oktober 16, 2023

 

Das Übel mit den Bettwanzen

Für die Nacht in Nadi habe ich mir extra ein günstiges Hotel mit Einzelzimmer gebucht, da in meiner letzten Nacht auf Taveuni im Schlafsaal nicht unbedingt an Schlaf zu denken war. Es kamen nämlich zwei Reisende hinzu. Einer davon hat irgendwann nach Mitternacht beschlossen, dass es nun Zeit war seinen Rucksack zu packen, was eine gefühlte Ewigkeit gedauert hatte. In der Zwischenzeit begann der andere ein dermaßen lautes Schnarchkonzert, dass die Nacht für mich eigentlich gelaufen war. Ich kam also in Nadi im Fantasy Hotel unter. Vom ersten Eindruck her war es sehr schön. Auch das Zimmer gefiel mir gut, es war schön groß und hatte sogar einen Wasserkocher und Kaffee. Das Übel fing dann in der Nacht an. Es begann mich an diversen Stellen am Körper zu jucken. Ich sprühte mich also großzügig mit Insektenspray ein. Verwunderlicherweise half das genau gar nichts. Eigenartig! Ich deckte mich so gut es ging zu, dann  haben die Biester keine Chance. Als auch das nichts brachte machte ich mich auf die Suche nach der Ursache von diesem Übel. Es dauerte nicht lange, da konnte ich sie schon sehen: winzig kleine Bettwanzen! Diese Viecher sind noch tausendmal schlimmer als Moskitos. Da die Rezeption nicht mehr besetzt war, musste ich die Nacht in diesem Zimmer irgendwie überleben. Meine Internetrecherche ergab, dass man das Licht brennen lassen sollte, das mögen die Bettwanzen nämlich nicht. Nun kann ich euch bestätigen, dass das eine Lüge ist. Irgendwann war ich am ganzen Körper voll von juckenden Bissen. Ich beschloss am Boden zu schlafen, was natürlich alles andere als bequem war. Was war ich froh als es Morgen wurde. 


Am Weg in Paradies

Nach dieser etwas turbulenten Nacht ging es für mich auf zum Hafen Port Denarau, um von dort aus mit dem "Yasawa Flyer" auf die gleichnamigen Yasawa Inseln zu fahren. Es handelt sich dabei um einen Highspeed Katamaran, der am Morgen in Richtung Norden alle Yasawa Inseln abfährt und am Nachmittag wieder nach Port Denarau zurückkehrt. Hier am Hafen sah ich tatsächlich das erste Mal Massen an Touristen. Die meisten vermutlich in ihren Zwanzigern. Darunter viele Pärchen. Das fand ich erstmal ziemlich abschreckend. Wie sich später herausstellte verteilte sich die Horde an Menschen sehr gut auf all die kleinen Inseln, so dass ich auf Nanuya Lailai selten andere Touris zu sehen bekam. Außerdem sind die meisten von ihnen sowieso in den großen Ressorts untergebracht. Die zum Glück recht ruhige Überfahrt dauerte gut 4,5 Stunden.

Wir kamen an vielen Mini-Inseln vorbei. Hier: South Sea Island

Mit kleinen Motorbooten werden die Passagiere vom Yasawa Flyer zu ihren Unterkünften abgeholt

Die blaue Lagune

Mein Ziel war die klitzekleine Insel Nanuya Lailai. Sie gehört zur Inselgruppe der Yasawas. Diese sind vulkanischen Ursprungs und verführen mit ihren blauen Lagunen, schneeweißen Sandstränden, kristallklarem Wasser und zerklüfteten Landschaften. Durch ihre Abgelegenheit geben sie einem das Gefühl wie Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel zu sein. 

Als wir Nanuya Lailai erreichten wartete meine Gastfamilie bereits mit einem kleinen Motorboot auf mich. Damit fuhren wir dann auf die andere Seite der Insel in ihr kleines Dörfchen, das aus etwa zehn simplen Holzhütten besteht. Sie sind alle miteinander verwandt, erzählte mir meine Gastgeberin Terry. Im Moment bin ich der einzige Gast, die Hauptsaison neigt sich nämlich schön langsam dem Ende zu. Ich habe also eine Hütte für mich alleine. Und gleich vor der Haustüre ist das Meer. Es ist ein herrliches Gefühl mit dem Meeresrauschens im Hintergrund einzuschlafen. 

Das Meer gleich vor der Haustüre :)


Die nächsten Tage verbrachte ich mit ausgedehnten Spaziergängen quer über die Insel. Eine Inselüberquerung ist in gut einer halben Stunde möglich. Bei Ebbe kann man sogar komplett um die Insel herum wandern, wofür etwa drei Stunden nötig sind. Bei diesen Erkundungstouren traf ich nur selten auf andere Leute, dafür auf allerlei anderes: Seesterne, Seegurken, Fische in allen möglichen Farben, Mangobäume, Mangrovenwälder und natürlich endlos viele einsame Traumstrände. 


Sieht aus wie eine Spinne, gehört aber zur Gattung der Seesterne


Wunderschöne Dschungelpfade


Am bekanntesten auf Nanuya Lailai ist wohl die "Blaue Lagune". Hier wurden einige Szenen aus dem gleichnamigen Film "Die Blaue Lagune" gedreht. 

Am Blue Lagoon Strand. Es ist hier wie in einer Badewanne

Dieser kleine süße Kerl hat mich einen ganzen Vormittag lang begleitet. Hier ist er gerade am Fische jagen ;)

In dem kleinen Dörfchen, in dem ich wohne, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Man bekommt hier einen wunderbaren Einblick in das ursprüngliche Fidschi. Mit Wasser muss man sparsam umgehen, vor allem wenn es länger nicht regnet, da Regenwasser die einzige Süßwasserversorgung darstellt. Strom kommt vom Generator, welcher abends für drei Stunden angemacht wird, damit man beispielsweise das Handy laden kann. Zum Essen servierte man mir alles was die Insel so hergibt: Papayas, Bananen, Maniok, Kochbananen, Kürbis, Kokosmilch, Meeresfrüchte und Fisch. Zum Frühstück gab es  neben Obst interessanterweise meist frittierten Kuchen, der so richtig vor Öl triefte. Aber gut, da muss man bei Reisen eben manchmal durch ;)

Oktopus in Kokosmilchsauce mit süßen Kochbananen

Maniok, Kürbis, Nudeln, Würstel, Papaya und Banane

Bei Ebbe kann bzw könnte man auf die Nachbarinsel Nanuya Levu - auch Turtle Island genannt - spazieren. Da es sich jedoch um ein Privatgrundstück handelt ist es nicht erlaubt diese Insel zu betreten. Ich startete zwei Versuche und wurde jedes Mal früher oder später erwischt ;)

Turtle Island bei Ebbe 

Mangroven

Neben meinen ausgedehnten Erkundungstouren (ich kenne nun bestimmt jeden Trail auf der kleinen Insel) planschte ich natürlich auch ausreichend in dem badewannenwarmen, kristallklaren Meer. 

Nun ist es auch schon wieder Zeit mich von den traumhaften Fidschi Inseln zu verabschieden. Es geht weiter nach Vanuatu, ein Land von dem viele von euch vielleicht noch nie gehört haben ;)


Praktische Infos:

  • Preis von Port Denarau auf Nanuya Lailai (der letzte Stopp des Yasawa Flyers): 205 FJD (= 85 €). Das ist nicht unbedingt günstig. Als Alternative gibt es nur den Seabus von Lautoka, der um 15 FJD günstiger ist, aber auch um einiges unbequemer. 
  • Mein Homestay heißt Vunidaka und man kann ihn über AirBnB buchen. Wenn man Terry direkt kontaktiert erhält man einen günstigeren Preis. Bei Interesse gebe ich euch gerne ihre Nummer. Ich zahlte 50 FJD (= 21€) pro Tag inklusive drei Mahlzeiten. 


Eure Michi :)


=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Nanuya Lailai <=









Mittwoch, 11. Oktober 2023

Bula Fidschi - Entspannen auf Taveuni, irgendwo zwischen gestern und heute

By On Oktober 11, 2023

 

Die Fidschi Inseln sind ein unglaublicher Kontrast zu Papua Neuguinea. Sie sind der perfekte Ort um nach all den unglaublichen Abenteuern, die wir in den letzten fünf Wochen erlebt haben, ein bisschen zu entspannen und alles Revue passieren zu lassen. Was wir besonders schätzen ist die Freiheit. Endlich können wir wieder alleine auf die Straßen gehen, ohne um unser Leben fürchten zu müssen oder diese ständigen Warnungen zu bekommen "Das ist gefährlich, jenes ist gefährlich,..." usw. Normalerweise bin ich ja kein Freund von diesen "Touristendestinationen", aber im Moment ist es einfach genau das Richtige. 

 

Angekommen in Fidschi :)

Die Anreise

Da wir einen Nachtflug mit 7-stündigem Zwischenstopp in Brisbane hatten, war ich bei meiner Ankunft in Fidschi um halb sechs am Morgen ziemlich gerädert. Es funktionierte alles dermaßen problemlos, dass ich es fast nicht glauben konnte. Raus aus dem Flughafen, dann stand da schon der Bus nach Suva. Und man wird es kaum glauben: Sofort nachdem wir eingestiegen sind fuhr er sogar schon los, obwohl noch nicht einmal alle Sitze belegt waren. So etwas sind wir gar nicht mehr gewohnt. Suva befindet sich am anderen Ende der Hauptinsel. Die Fahrt dahin dauerte etwa vier Stunden. 


Während Carolin ein Guesthouse bevorzugte kam ich bei einem Couchsurfing Gastgeber unter. Er heißt Arvind und sieht ziemlich "indisch" aus, so wie sehr viele andere Menschen, die sich hier auf den Straßen tummeln. Ich machte den Fehler und fragte ihn, ob er denn Inder sei, was er sofort wehement verneinte. Er sei durch und durch Fidschianer. Jedoch kamen seine Vorfahren als Zuckerrohrarbeiter von Indien auf die Fidschi Inseln. Heute sind scheinbar 40% der Bevölkerung hier indischer Abstammung. Da habe ich auf alle Fälle wieder etwas gelernt. Arvind hat einen sehr angenehmen und ruhigen Charakter. Innerhalb kürzester Zeit zauberte er mir ein indisches Curry, bevor er wieder in die Arbeit musste. Arvind besitzt nämlich einen DVD Shop. Dort arbeitet er täglich - sieben Tage die Woche - ganze elf Stunden. Zuhause hat er noch sechs Katzen damit er sich nicht so einsam fühlt. 


Die wunderschönen Fidschi-Dollar Geldscheine


Männer mit Wickelröcken

Trotz wahnsinniger Müdigkeit raffte ich mich gleich an meinem Ankunftstag noch auf und fuhr mit dem lokalen Open-Air-Bus ins Zentrum von Suva. Was mir sofort ins Auge stach waren die Männer mit ihren kunterbunten Hemden und knielangen Wickelröcken, welche "Sulu" genannt werden. Wo man auch hinkommt wird man mit einem fröhlichen "Bula!" begrüßt. Wie sich herausstellte sind die Einheimischen irrsinnig hilfsbereit und sprechen alle sehr gutes Englisch. Auf die großen Touristenmassen, die ich erwartet hatte, bin ich bis jetzt noch nicht gestoßen. Das Land ist mir sympathischer als ich anfangs erwartet hatte. Ich bereute es jetzt schon, dass ich meinen Weiterflug nach Vanuatu ausnahmsweise schon im Vorhinein gebucht hatte, da er so irrsinnig günstig war. Zehn Tage habe ich also in Fidschi.


Weiter geht es auf die Garteninsel Taveuni

Am Samstag Morgen ging es dann schon weiter auf die Insel Taveuni, diesmal wieder zusammen mit Carolin. Man hat die Wahl zwischen einer etwa 24-stündigen Fahrt mit der Fähre oder dem etwas teureren 40-minütigen Flug. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt hatte ich in PNG eine nicht so tolle Erfahrung auf der Fähre, da mir etwa 10 von den 18 Fahrtstunden kotzübel war. Das hat mich etwas gebrandmarkt, somit wurde es diesmal der Flug. Das stellte sich als eine gute Entscheidung heraus. Die Aussicht aus der 20-Mann Maschine war atemberaubend schön. Unter uns all die kleinen Inseln und die türikisblauen Riffe.


Am Weg nach Taveuni


Taveuni ist auch bekannt als die grüne Garteninsel. Wie der Name schon vermuten lässt gibt es hier eine enorme Vielfalt an tropischen Blüten und anderen Gewächsen. Das Landesinnere ist geprägt von Dschungel. Daneben gibt es noch spektakuläre Wasserfälle, Kokosplantagen und eine tolle Unterwasserwelt. 


Wir legten die 20  Minuten vom Flughafen zu unserer Unterkunft - Maravu Lodge - zu Fuß zurück. Es tut einfach so gut endlich wieder ohne Eskort irgendwohin gehen zu dürfen. Die Lodge gefiel mir auf Anhieb: ein sauberer kleiner Swimmingpool, jede Menge Kokospalmen, Papayapflanzen und nette Bungalows. In einem davon befand sich unser Dorm, welchen wir uns aber nur mit einem jungen Engländer teilen mussten. Der Strand liegt etwa fünf Gehminuten entfernt und sieht original aus wie in einem Urlaubskatalog. Genau so stellt man sich ein tropisches Inselparadies vor! Es gibt dort ein süßes kleines Café und man kann sich Schnorchelausrüstung ausleihen. Das hat mir gleich am ersten Tag einen ordentlichen Sonnenbrand beschert.



Unser Pool in der Maravu Lodge


Schnorcheln, Wandern & Wasserfälle

Insgesamt verbrachte ich vier Nächte in der Maravu Lodge. Tagsüber ging es entweder zum Schnorcheln zu dem berühmten Regenbogenriff, wo es eine besonders hohe Dichte an kunterbunten Weichkorallen gibt, oder zum Wandern in den tropischen Dschungel. 


Schnorcheltour zum Regenbogenriff. Wir hatten auch Taucher an Board.


Besonders gut hat mir der Lavena Coastal Walk gefallen. Bloß die Anreise war ein bisschen schwierig. Es gibt zwar Taxis, aber das kommt für Abenteurer nicht in Frage. Gemeinsam mit einem jungen Engländer startete ich am Montag Morgen. Scheinbar würde einmal am Tag ein Bus nach Lavena - unserem Startpunkt - fahren. Wir fragten ein paar Einheimische wann denn dieser abfahren würde. Je mehr Leute wir befragten, desto mehr unterschiedliche Antworten bekamen wir. Alles zwischen 9 und 12 Uhr bis hin zu "es fährt gar kein Bus" wurde uns gesagt. Wir fanden es vernünftig einfach mal zu starten und es per Anhalter zu versuchen. Nachdem wir bereits über eineinhalb Stunden in der sengenden Mittagshitze in Richtung Lavena wanderten haben wir die Hoffnung fast aufgegeben, dass noch ein Bus kommt. Wir überlegten umzudrehen, da es zu Fuß dorthin zu weit wäre. Genau in diesem Moment kam ein gelber Open-Air-Bus mit lauter fidschianischer Musik die Schotterstraße angerattert. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Nachdem wir im Besucherzentrum noch 30 FJD zahlen mussten konnten wir die wunderschöne Wanderung entlang der Küste bis hin zu einem Wasserfall endlich starten. Irgendwo muss man noch einen Fluss überqueren, der im Moment aber nicht viel Wasser führte. Scheinbar gab es hier früher eine Hängebrücke, welche von einem Hurricane weggerissen wurden. Am Ende geht es noch ein Stück ins Landesinnere. Der Weg endet an einem herrlichen, türkisblauen Naturpool mit doppeltem Wasserfall. Man muss die letzten hundert Meter schwimmen um dorthin zu gelangen. Wir waren ganz alleine dort. Es war ein Traum! Wie eine kleine Oase mitten in diesem dicht bewachsenen Urwald. Wir kletterten die Felswand am linken Wasserfall hoch und folgten dem Flussverlauf noch ein Stück. 


Ab hier musste man schwimmen




Da wir keine Ahnung hatten wie wir wieder zurück in unsere Unterkunft kommen sollten, stellten wir uns bereits darauf ein die Nacht im Dorf verbringen zu müssen. Doch auch diesmal stand das Glück auf unserer Seite. Wir trafen auf ein älteres englisches Pärchen (unglaublich wie viele Engländer hier unterwegs sind), die uns anboten mit ihnen im Taxi mitzufahren. 


Die Datumsgrenze

Vielleicht habt ihr schon einmal von der Datumsgrenze gehört. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich darüber vor meiner Fidschi-Reise nicht viel wusste. Wie die meisten wissen ist in Greenwich London der Nullmeridian. Wir befinden uns im Moment genau auf der gegenüberliegenden Seite, also am 180° Meridian. Er zerteilt die Insel Taveuni in der Mitte. Eigentlich müsste man hier also in zwei unterschiedlichen Tagen leben - die eine Hälfte im Heute, die andere im Gestern. Da das aber nicht sonderlich praktikabel ist wurde das Datum so gelegt, dass ganz Fidschi im gleichen Tag lebt. Man kann diese Datumsgrenze besuchen und somit mit zwei Beinen in zwei verschiedenen Tagen stehen. 


Per Anhalter mit Carolin und dem Engländer am Weg zur Datumsgrenze.

Irgendwo zwischen gestern und heute ;)


Ein weiteres Highlight auf der grünen Insel ist die natürliche Wasserrutsche Waitavala. Man kann hier einem Flussverlauf entlang in mehreren Stufen von oben nach unten über diese natürliche Steinrutsche in einen kleinen Pool rutschen. Als wir dort ankamen tummelten sich Unmengen an einheimischen Kindern dort. Es war immerhin auch Fidschi Tag - der Unabhängigkeitstag. Die Kids zeigten uns wie wir am besten hintunterrutschen können und führten uns noch allerhand haarsträubende Kunststücke vor. Das Ganze ist nur etwas für Abenteuerlustige und gar nicht so ungefährlich, da es in einer ordentlichen Geschwindigkeit nach unten geht. Der Spaß hat mir auf alle Fälle den einen oder anderen blauen Fleck beschert. 



Diese Steinrutsche geht es mit einem ordentlichen Speed hiunter


Meine erste Kava Zeremonie

Am Dienstag war dann auch schon mein letzter Abend auf dieser wunderschönen Insel angerückt. Das war ein ein guter Grund um an einer Kava Zeremonie teilzunehmen. Kava wird auch als Rauschpfeffer bezeichnet. Raffael, der Manager unserer Unterkunft, machte sich zur Feier des Tages ans Werk: Er goss heißes Wasser über die zerkleinerten Bestandteile der Kava-Wurzel. Als der Sud fertig war wurde er mit einem Tuch gefiltert. Dann wurde er in einer großen blauen Plastikschüssel auf die Mitte des Tisches gestellt. Das schlammig aussehende Getränk erinnerte mich an das Wasser im Amazonas oder im Sepik. Früher war das Trinken von Kava in der Südsee reine Männersache. Mittlerweile ist es aber in den meisten Gegenden auch Frauen erlaubt, besonders Touristinnen. Als mir der Trunk in einer halbierten Kokosnussschale angeboten wurde, musste ich erstmal in die Hände klatschen und laut "Bula" rufen. Danach stürzt man sich das Gesöff in einem Schluck hinunter. Tatsächlich schmeckte das Zeug genau so wie es aussah: wie abgestandener Schlamm mit einem leicht scharf-bitteren Nachgeschmack. Kurz darauf fühlte sich meine Zunge etwas taub an. Wenn die Kokosnussschale zurück gegeben wird klatscht man noch dreimal in die Hände. Nun sollte eine entspannende Wirkung eintreten. Die Kokosnussschale wird vom Dorfoberhaupt - in unserem Fall Raffael - immer wieder gefüllt und an die nächste Person weitergegeben. Zwischendurch spielte er auf der Gitarre und sang lustige Lieder. Ich wurde mit der Zeit sehr müde. Keine Ahnung ob das wirklich vom Kava kam. Ansonsten spürte ich keine große Wirkung. 


Die Kava Zeremonie nimmt einen festen Platz im Leben der Fidschianer ein. Es ist ein Ritual zur Begrüßung oder Verabschiedung von Gästen. Zudem kommt sie bei diversen Festlichkeiten zum Einsatz oder einfach so zum gemütlichen Beisammensein am Abend.


So sieht Kava aus


Mittlerweile ist es Mittwoch Morgen. Meine Sachen sind gepackt und gleich geht es zurück in Richtung Nadi, auf der Hauptinsel. Dort werde ich eine Nacht verbringen, bevor es für drei Tage auf die Yasawa-Inseln weitergeht. Auch die Wege von Carolin und mir trennen sich an dieser Stelle. Nach der langen Zeit zusammen wird es wahrscheinlich erstmal ungewohnt sein wieder alleine zu reisen. 


Mein erster Eindruck von Fidschi ist durchwegs positiv: Liebenswerte Inselbewohner, glasklares Wasser, faszinierende Unterwasserwelt und ein traumhaft schöner tropischer Dschungel. 


Praktische Infos:

  • Für Busfahrten auf den Fidschis braucht man eine sogenannte "Transport Card", welche man in allen Vodafone Shops erhält und auch dort mit Guthaben aufladen kann.
  • Kosten für den Flug von Suva nach Taveuni mit Northern Air: 120 FJD (= 50 €) 
  • Unterkunft auf Tavuni: Maravu Lodge. Ein Zimmer im Dorm kostet 45 FJD (= 18,7 €). Strom gibt es von 16-10 Uhr aus dem Generator. Außerdem ist ein sehr schöner Swimmingpool vorhanden.


Eure Michi :)




=> Hier findest du noch mehr Fotos und Videos von Taveuni <=




Freitag, 6. Oktober 2023

Route Papua Neuguinea

By On Oktober 06, 2023

 

Reisezeitraum & Route: 

01.09.2023 - 05.10.2023

PHILIPPINEN - Port Moresby - Mount Hagen - Kelam Village - Kundiawa - Kegesuglu - Kundiawa - Koge Village - Goroka - Skom Village / Simbai - Madang - Wewak - Pagwi - Kaminimbit - Aibom - Chambri Lake - Kararau - Kanganamun - Korogo - Wewak - Port Moresby - FIDSCHI 




=> Hier findest du alle meine Fotoalben von Papua Neuguinea <=




Mittwoch, 4. Oktober 2023

Krokodilmänner und Kopfjäger am Sepik

By On Oktober 04, 2023

 

Krokodiljagd am Sepik Fluss


Seekrank

Das Schiff von Madang nach Wewak sollte um 16 Uhr starten. Am Hafen angekommen trafen wir zum Glück sogleich auf Chris, der uns versprochen hatte uns zu helfen einen Schlafplatz an Board zu ergattern. Es wartete bereits eine Menge an Menschen. Chris winkte uns durch. Wir durften zwei Stunden vor allen anderen Passagieren einsteigen. Und als wäre das nicht genug führte uns Chris in eine separate Koje, in der etwa zehn Stockbetten standen. Der Raum hatte sogar eine Klimaanlage. Wir sollten hier schlafen, während die anderen Passagiere sich draußen die wenigen Betten teilen mussten bzw auf den Plastiksitzen schliefen. Zudem wäre es wichtig die Koje abzuschließen, fügte er noch hinzu. Man wisse ja nie wer da so aller mitfährt. Wir waren ihm natürlich unglaublich dankbar für seine Hilfe, obwohl sich diese Sonderbehandlung etwas unangenehm anfühlte. Wir hatten ja immerhin auch nicht mehr als die anderen bezahlt. 

Mit nur einer Stunde Verspätung und einem ziemlich starken Seegang startete das Abenteuer. Ich bin kein Experte auf hoher See, aber es hat schon ganz ordentlich gewackelt. Außerdem glaube ich auch nicht, dass unser Schiff das Allerstabilste war. Die riesigen Wellen überfluteten das Deck mehrmals, wodurch die halben Passagiere schon pitschnass geworden sind. Es brach Panik aus. Einige begannen zu beten. Eine Frau stand mehrere Stunden am Geländer und sang dabei lautstark Loblieder. Der Mann neben Carolin musste sich übergeben. Was für ein Spektakel. Die Toilette war überflutet mit breiigen, übelriechenden Exkrementen - also entweder wurde aufgrund des Seegangs die Schüssel nicht mehr getroffen oder jemand konnte es einfach nicht mehr halten. Kann natürlich sein, dass einige Frauen aus dem Dorf einfach nicht wissen wie man so eine Sitztoilette benutzt. Auf alle Fälle war es sehr unappetitlich. Und in den nächsten 18 Stunden wurde die Sauerei natürlich nicht behoben. Das Ganze ließ meine beginnende Seekrankheit nicht unbedingt besser werden. Mir war tatsächlich kotzübel. Ich lag in dem Stockbett und fühlte mich so mies, als wäre ich todkrank. Dabei stand ich zudem Todesängste durch, da ich nicht wusste ob unsere klapprige, alte Personenfähre das wirklich durchstehen würde. Im Laufe der Nacht beruhigte sich das Ganze wieder. Mir war aber den ganzen nächsten Tag noch latent übel. 

Ob dieses kleine Rettungsboot wohl für alle Passagiere reicht?

Angekommen bei den Missionaren in Wewak

Carolin und ich kamen in Wewak bei einer deutschen Missionarsfamilie der Liebenzeller Mission unter: Tina und Manuel Feige mit ihren zwei Kids. Begrüßt wurden wir mit strömenden Regen. Langsam aber sicher beginnt wohl die Regenzeit. Im ganzen Bezirk gibt es seit Tagen keinen Strom. Laut Tina könnte das wohl noch länger gehen. Da sowohl Carolin als auch ich auf dem Schiff so gut wie nichts geschlafen haben, waren wir an diesem Tag nicht mehr zu sonderlich viel fähig. 

Mit dem PMV von Wewak nach Pagwi

Am nächsten Morgen brachte uns Tina zum Busbahnhof in Wewak. Einen Großteil des Gepäcks und unsere Wertsachen konnten wir bei ihnen zu Hause lassen. Die Strecke von Wewak nach Pagwi ist nämlich ziemlich bekannt für seine regelmäßigen Straßenblockaden und Raubüberfälle. Tina riet uns ein kleines Geldtäschchen parat  zu haben, falls wir angehalten werden. Den Rest sollten wir gut verstecken. Wir hatten diesmal wirklich ein bisschen Muffensausen. Was uns zudem etwas Sorgen bereitete war, dass Greg - ein Einheimischer, der uns die nächsten Tage mit seinem Holzkanu den Sepik Fluss zeigen sollte - schon seit gestern kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hatte. Aber gut, er wohnt in einem kleinen Strohhüttendörfchen und hat dort wahrscheinlich kein Telefonnetzwerk. Die letzte Nachricht von ihm war das Bild eines recht beachtlichen Krokodils, das er in der Nacht erlegt hatte. Somit wäre das heutige Abendessen schon mal gesichert. 

Der öffentliche PMV, in den wir um 7:45 Uhr einstiegen, startete dann letztendlich um 10:45 Uhr. Wir sind diese ständige Warterei nun zwar wirklich schon gewohnt, aber so richtig anfreunden werden wir uns damit wohl nie. Es ging zuerst etwa 3 Stunden in die ziemlich unfreundlich und verdreckt wirkende Stadt Maprik (25 Kina). Dort stiegen wir in einen weiteren PMV nach Pagwi um (1,5 Stunden,  15 Kina). Dieses Gefährt war etwas abenteuerlicher: Eingepfercht auf der riesigen Ladefläche eines Lieferwagens wurden wir transportiert. Die Straße war holprig, wir wurden also ordentlich durchgeschüttelt. Gott sei Dank kamen wir ohne Zwischenfälle in Pagwi - einer der drei Orte am Sepik Fluss mit Straßenanschluss - an. Wir waren ziemlich erleichtert als Greg dort bereits auf uns wartete - und das wahrscheinlich schon den halben Tag. 

Das Abenteuer am Sepik beginnt

Der Fluss ist riesig und erinnert mich ein wenig an den Amazonas. Unser blau gestrichenes Holzkanu mit Motor brachte mich beim ersten Anblick zum Schmunzeln: Greg hatte liebevoll drei Gartenstühle darauf platziert, damit wir es gemütlich haben. Der Gute ist sowieso schon seit Tagen super aufgeregt uns zu empfangen. Er hat nämlich noch nie mit Touristen gearbeitet. Sein großer Traum wäre es ein Business im Tourismus zu starten und wir sind sozusagen die ersten, die er herumführt. Er ist uns vom ersten Augenblick an sehr sympathisch und wirkt unheimlich bemüht. 

Unser motorisiertes Holzkanu für die nächsten Tage

Die nächsten vier Tage verbrachten wir bei Greg und seiner Familie in dem kleinen Dörfchen Kaminimbit, das etwa zwei Stunden flussabwärts von Pagwi liegt. Die letzte Nacht schliefen wir dann in Korogo, bei einer befreundeten Familie von Greg. 

Greg, ich, Rosa, Martha und Samuel

Das Haus der Familie

Von Greg's Zuhause aus unternehmen wir Tagesausflüge den Fluss entlang und in andere Dörfer. Am Sepik Fluss herrscht nicht viel Verkehr. Wir sehen nur wenige andere Holzkanus, fast alle ohne Motor. Der Treibstoff sei irrsinnig teuer geworden, deshalb kann es sich fast niemand mehr leisten. Für unsere 5-tägige Tour am Fluss geht tatsächlich der Großteil der Kosten für den Sprit drauf (insgesamt 2.000 Kina = ca 520 €). 

Uralte Bräuche und Geisterhäuser

Ich bin wirklich überwältigt von den reichen Kulturschätzen und den traditionellen Bräuchen in der Sepik Region, die die Menschen dort bis heute bewahrt haben. Jedes Dorf hat ein "Haus Tambaran", ein sozusagenes Geisterhaus. Wir besuchten drei davon. Das Haus Tambaran darf nur von Männern betreten werden. Für uns Touristinnen machen sie aber eine Ausnahme, da wir ja immerhin eine andere Kultur hätten. In diesem Haus werden verschiedene Geister, darunter auch der Wassergeist - das Krokodil - verehrt. Zudem ist es der Ort an dem wichtige Entscheidungen getroffen und Zeremonien durchgeführt werden. Eine dieser Zeremonien ist das äußerst schmerzhafte 3-wöchige Initiationsritual bei dem junge Männer zu erwachsenen, heiratsfähigen Kriegern werden. Dabei wird ihnen am ganzen Körper ein schuppenähnliches Muster in die Haut geritzt. Die Vernarbung sollte später aussehen wie eine Krokodilhaut. In einem Dorf fand gerade so ein Initiationsritual statt. Leider wollte das Dorfoberhaupt ziemlich viel Kleingeld dafür, um die Jungs mit ihren frischen Krokodilnarben im Haus Tambaran besuchen zu dürfen. Somit beschloss ich es mir nicht anzusehen. Carolin war aber dort und meinte, dass es recht interessant war. Die Haut der Heranwachsenden wurde bereits ein paar Tage zuvor eingeritzt. Die Narben waren nun mehr oder weniger gut am Verheilen. Außerdem waren sie alle nackt nur mit Schlamm bedeckt, welcher wohl die Wundheilung fördern sollte. Ich verlinke euch ein paar Bilder dieser Krokodilhautnarben HIER - damit ihr euch ein Bild machen könnt wie das Ganze aussieht. 

Bis vor gar nicht allzu langer Zeit spielten die Kopfjagd und der Kannibalismus noch eine große Rolle am Sepik. In den letzten Jahren ist dies aber scheinbar bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr vorgekommen. Nach Erzählungen der älteren Generation wurde der Kopf des Feindes aufbewahrt. Der Schädelknochen wurde dann als Trophäe im Geisterhaus aufgehängt. Um zum Mann zu werden mussten junge Männer auf Kopfjagd gehen. Das Fleisch der Person wurde gegesssen.

Das Haus Tambaran in Korogo

Das zweistöckigen Haus Tambaran in Kaminimbit

Masken und Krokodilschädel sind darin zu finden




Die Kulinarik am Sepik: Krokodil, Sago und Ratte

Wie man sich vorstellen kann sind die Menschen in den Dörfern am Sepik großteils Selbstversorger. Sie leben vorwiegend von der Jagd (Krokodile, Baumkängurus, Schlangen), vom Fischfang und dem Obst- und Gemüseanbau (Papaya, Wassermelone, Kokosnuss, Grünzeug, Bohnen, Süßkartoffeln,...). Und nicht zu vergessen: Sago! Es stammt von der stacheligen Sagopalme. Daraus wird Stärkemehl hergestellt, welches dann meist zu einer Art Pfannkuchen verarbeitet wird. Geschmacklich meines Erachtens kein Highlight. Schmeckt hauptsächlich nach gar nichts, hat aber trotzdem irgendwie einen eigenartigen Beigeschmack. Die Konsistenz erinnert an Gummi. Sago wird hier jeden Tag gegessen. Und alle lieben es! Martha hatte eine Riesenfreude als ich mir hin und wieder so ein Ding hinuntergewürgt habe. Immerhin machen sie lange satt. 

Am ersten Abend durften wir gleich von dem Krokodil probieren, das Greg am Vorabend extra noch erlegt hat. Vom Geschmack her lag es wohl irgendwo zwischen Hühnchen und Fisch. Da es ein größeres Tier war, war das Fleisch recht fest - fast schon ein wenig zäh. 

Ein paar Tage später gab es dann selbst gejagtes Baby-Krokodil. Das schmeckte vorzüglich. Das Fleisch war super weich und mager. Man konnte sogar die Krokodilhaut mitessen. Vielleicht schmeckte es aber auch so gut, weil wir beim Erlegen live dabei waren. Als die Nacht hereinbrach sind wir mit dem Holzkanu auf den Sepik hinaus gefahren. Bewaffnet mit unseren Stirnlampen und Speeren. Man findet die Krokodile in der Dunkelheit am besten, da die Augen das Licht der Taschenlampe reflektieren und somit aus weiter Ferne funkeln. Es war eine richtig magische Vollmondnacht. Langsam paddelten wir durchs Schilf. Wir mussten so leise wie möglich sein. Man hörte nur das Quaken der Frösche und des Zirpen der Grillen. Immer wieder blitzen Augen in weiter Ferne auf. Es war unglaublich beeindruckend zu sehen wie gekonnt die Männer mit dem Speer umgingen. Bereits das dritte Krokodil war ein Volltreffer. Das arme quieckende Baby-Reptil tat mir fast ein bisschen leid. Es hätte aus der Ferne größer ausgesehen, meinte Greg. Ganz nebenbei erlegte er noch ein paar Fische mit dem Speer. Am Rückweg trafen wir mitten am Fluss auf ein Motorboot. Soweit ich erkennen konnte saßen etwa zehn Männer darauf. Greg packte sofort sein Speer und stand auf. Während er ein paar Worte mit den Männern wechselte, ließ er dieses nicht los. Völlig intuitiv nahmen Carolin und ich gleichzeitig unser Handy und versteckten es in unserer Unterwäsche. Das war nämlich das Wertvollste was wir dabei hatten. Die Situation wirkte ziemlich angespannt, jedoch erfuhren wir nie, was gesprochen wurde. Das wichtigste ist: Es ist nichts passiert und das Speer musste nicht zum Einsatz kommen. Trotzdem wissen wir, dass in dem Land ständig genug schlimme Dinge geschehen. Man sollte also ständig auf der Hut sein. Gerade hier am Sepik gibt es scheinbar Piraten, die ihr Unwesen treiben. Da die Einheimischen aber nicht viel darüber sprechen - vor allem nicht vor uns Touristen - würde Greg uns sowieso nicht erzählen, ob die Situation wirklich bedrohlich war. 

Krokodiljagd bei Vollmond




Nun muss es nur noch gebraten werden

& fertig ;)

Als Beilage zum Fleisch bekamen wir viel Obst und Gemüse aus dem Garten. Wenn jedoch die Trockenheit zu Ende geht, ist es vorbei damit. Dann wird nämlich ein Großteil des Festlandes überschwemmt. Deshalb sind die Häuser hier auch auf Stelzen gebaut. Teilweise müssen die Leute sogar mit dem Kanu zum Toilettenhüttchen rudern oder zu den Nachbarn schwimmen. Gegessen wird in dieser Zeit hauptsächlich Fleisch und Sago. 

Die Häuser am Sepik sind auf Stelzen gebaut, da es in der Regenzeit zu starken Überschwemmungen kommt

Der kulinarische Höhepunkt war die Ratte die uns am vorletzten Tag als Mittagessen aufgetischt wurde. Während ich gleich zuschlug zögerte Carolin noch. Als ich ihr aber versicherte, dass sie gar nicht so schlecht schmeckte, traute sie sich auch darüber. Man muss dazu sagen, dass es keine gewöhnliche Hausratte war - von denen wir mehr als genug in der Hütte hatten - sondern ein etwas größeres Exemplar, das im Wald lebt. 
 

Dorfleben am Sepik

Neben unseren Ausflügen liebte ich es mit den Kids Zeit zu verbringen. Vor allem Gregs Tochter, die achtjährige Rosa, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Wir erkletterten gemeinsam Bäume, um beispielsweise Papaya zu ernten oder badeten im Sepik. Der Fluss stellt die einzige Wasserquelle dar, vor allem in der Trockenzeit. In der Regenzeit wird auch Regenwasser gesammelt. Für uns war es anfangs etwas befremdlich sich in der kakaofarbenen Brühe des Flusses zu waschen. Ob man danach sauberer wird ist fraglich. Aber es hat immerhin den Vorteil, dass man die Krokodile nicht sieht wenn man im Wasser herumplanscht ;) Greg versicherte uns aber, dass die Tiere einen weiten Bogen um bewohnte Dörfer machen und vorwiegend im Schilf zu finden sind. 

Ein absolutes Highlight war es, als Greg Bananenstämme für uns zurecht schnitt. Diese gehen im Wasser nicht unter, somit konnten wir uns damit flussabwärts treiben lassen. 

Während die Männer im Dorf auf die Jagd gehen oder im Haus Tambaran abhängen, sind die Frauen mit Hausarbeit, Kochen oder Fischen beschäftigt. Das Waschen der Wäsche sowie des Geschirrs findet direkt am Fluss statt. Auch die Kinder helfen schon fleißig mit. So geht die kleine Rosa bereits selbständig Garnelen und Fische fangen - und stellt sich dabei äußert geschickt an. 

Mit den Kids am Planschen im Sepik

Andrea, Rosa und ich

Rosa am Erklettern eines Papaya-Baumes

Mit diesen Bananen Stämmen ließen wir uns flussabwärts treiben

Rosa und ich :)


Am Montag Morgen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Ich hätte es tatsächlich noch um einiges länger hier ausgehalten. Die simplen Lebensbedingungen, die freundlichen Dorfbewohner und nicht zu vergessen der fehlende Handyempfang machten diese Tage sowohl zu einem unvergesslich spannenden wie auch entspannenden Erlebnis. Als Andenken bekamen wir eine Kette mit einem Krokodilzahn geschenkt. 


Die allerbeste Gastfamilie :)
Greg, ich, Rosa, Martha, Samuel und Carolin

Goodbye Papua Neuguinea

Nachdem Carolin und ich die Rückreise von Pagwi nach Wewak mit dem PMV - diesmal tatsächlich mit einer Direktverbindung (50 Kina) - heil überstanden haben, blieben wir noch eine Nacht bei den Missionaren. Recht spontan und abrupt beschlossen wir, dass unsere PNG Reise nun etwas vorzeitig beendet wird. Es gäbe zwar noch so unendlich viel zu entdecken hier, aber leider ist das Reisen schwierig und vor allem kostenintensiv. Durch die fehlenden Straßen, sind immer wieder teure Inlandsflüge notwendig, was auf Dauer unsere Kosten sprengt. Nach langem Überlegen geht es deshalb morgen auf die Fidschi Inseln. 

Im Moment sind wir wieder in Port Moresby angekommen. Nach wie vor kann ich behaupten, dass es keine schöne Stadt ist. Da es mit dem Couchsurfen irgendwie nicht geklappt hat sind wir im Hideaway Hotel untergebracht. Das ist eine der günstigeren Übernachtungsvarianten, aber tatsächlich immer noch viel zu teuer. Morgen Mittag geht dann unser Flug. 

Als dann, wir hören/lesen uns von den Fidschis ;)


Eure Michi :)




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