Enter your keyword

Montag, 8. Februar 2021

Der verschneite "El Teide"

By On Februar 08, 2021

 

Los Gigantes, Teneriffa

Die Schlechtwetterfront vor einigen Tagen, hat dem El Teide eine ordentliche Schneehaube beschert. Da ich den Schnee manchmal schon ein kleines bisschen vermisse, beschlossen wir heute irgendwie dort hinauf zu kommen. So weit es möglich war fuhren wir mit dem Bus, in unserem Fall war das das Örtchen Chiguergue. Weiter mussten wir es dann per Autostopp versuchen. Diesmal ging das Ganze um einiges schneller, als das vorherige Mal. Ein nettes, älteres Ehepaar aus Zürich nahm uns mit. Leider nicht so weit wie erhofft, da die Straße auf etwa 1.800 m Seehöhe gesperrt war, wegen des Schnees. Aber gut, wir konnten ja weiter wandern. 


Als Barfußliebhaberin mussten die Schuhe natürlich gleich ausgezogen werden ;) Der linke Gipfel im Hintergrund ist der El Teide.



Zurück wanderte ich bis in das hübsche Örtchen Chío zu Fuß. Der Weg entpuppte sich wieder einmal als eine kleine Herausforderung. Er war völlig zugwachsen mit dornigem Gebüsch und Kakteen. Hier ist wohl schon ewig niemand mehr entlang gegangen.


In den tieferen Lagen hat die Mandelblüte schon begonnen. 


Von Chío aus nahm ich den Bus zurück nach Los Gigantes. Sdravko versuchte den Rückweg wieder per Anhalter. Im Endeffekt kamen wir fast genau gleichzeitig zurück in unserer Unterkunft an. 






Sonntag, 7. Februar 2021

Los Gigantes: Erkundschaftung der tiefen Schluchten des Teno-Gebirges

By On Februar 07, 2021

 

Los Gigantes, Teneriffa

Das Auge von Los Gigantes

Die gestrige Wanderung starteten Sdravko und ich wieder direkt von Los Gigantes aus. Wir hatten kein richtiges Ziel vor Augen, sondern wollten einfach schauen wo wir landen. Zuerst ging es den Wanderweg Richtung Tamaimo hoch. Dann bogen wir einen Weg nach links ab. Nach einem kurzen Aufstieg wurden wir mit einem grandiosen Ausblick aufs Meer und den verschneiten El Teide belohnt. Wir stärkten uns mit ein paar leckeren Kaktusfrüchten, die wir am Weg fanden. Schon bald erreichten wir einen weiteren Aussichtspunkt: Das Auge von Los Gigantes oder auch El Bujero genannt. Es handelt sich dabei um ein riesiges Felstor, welches man sogar von Los Gigantes aus gut sehen kann.  Was wir leider nicht wussten war, dass man direkt zu dem Felsloch hin kann. Das habe ich erst bei der Recherche im Nachhinein herausgefunden *lach*. Ist aber halb so schlimm, denn auch dort wo wir waren, war es atemberaubend schön. 


Ausblick von El Bujero auf Los Gigantes hinab


Blick auf den verschneiten El Teide 3.715m - den höchsten Berg Spaniens

So sehen meine Finger nach dem Essen der Kaktusfrüchte aus *lach*


Wir setzten die Wanderung fort und kamen dabei unterhalb des Cruz de los Misioneros vorbei. Da unsere Tour bereits um einiges länger dauerte als ursprünglich gedacht, hatten wir nicht genügend zu essen dabei. Auch das ist halb so schlimm wenn man einen Biologen dabei hat, der auf essbare Früchte und Wildpflanzen spezialisiert ist ;) Sdravko zeigte mir wieder allerhand essbare Wildkräuter. 


Besonders lecker finde ich den Gänsefuß


Noch mehr Wasserstollen...

Heute Morgen setzten wir die Erkundschaftung des Teno-Gebirges fort.  Zuerst ging es wieder den sozusagenen "Skywalk" entlang der Steilklippen und durch die erste Galería (Wasserstollen). Gleich links nach dem Ausgang dieses ein Kilometer langen Wassertunnels erspähten wir ein altes Höhlenhaus in der Felswand. Von der Abenteuerlust getrieben, wollte ich es mir natürlich näher ansehen. Das Unterfangen war mit einer kurzen Kraxelei verbunden. Als ich die Höhle betrat, hat es mich fast umgehauen: Ein richtig ekelhafter Geruch kam mir entgegen - so ähnlich wie alter Stinkekäse, nur noch um einiges stärker. Da der Raum komplett vollgestopft war mit diversen Dingen - wie beispielsweise alten, verrosteten Eisenbahnteilen - konnte ich nicht gleich herausfinden wo der Gestank herkam. War es vielleicht eine Leiche? Ich begann herumzusuchen, musste dabei aber aufpassen nicht zu tief einzuatmen, sonst hätte ich mich wohl übergeben müssen. Schon kurze Zeit später war dann alles klar: Es handelte sich um einen toten, halbverwesten Ziegenbock. 


Wir wanderten die Schlucht Barranco Mancha de Los Díaz nach unten bis zum Strand Playa de Barranco Seco. Dort machten wir eine kurze Mittagspause. Ein kleines Boot mit zwei Tauchern legte gerade an, ansonsten war niemand hier. 


Der Strand Playa de Barranco Seco


Wir beschlossen für den Rückweg die nächste Schlucht Barranco los Sauces zu nehmen, welche sich als etwas anspruchsvoller als die vorherige entpuppte. Wir verloren mehrere Male den Weg und mussten ein paar happige Kletterpassagen überwinden. Schwindelfrei und trittsicher sollte man hier auf alle Fälle sein. Die Schlucht war stellenweise gigantisch tief. Alle paar hundert Meter lagen verrostete Eisenbahnteile herum. Besonders eindrucksvoll fanden wir die weißen Kalksteinformationen. 


Die eindrucksvolle Schlucht Barranco los Sauces

Überall liegen alte Eisenbahnteile herum...


Wir entdeckten auch eine Ruine...

Wunderschöne Kalksteinformationen


Da wir nicht so schnell voran kamen wie geplant, mussten wir uns schön langsam etwas schleunen. Es wäre nicht gut, wenn wir nach Einbruch der Dunkelheit noch irgendwo in diesen Schluchten herumirren würden. Auf unserer Landkarte sahen wir, dass es einen weiteren Wasserstollen quer durch den Berg geben sollte. Dort angekommen, hielt sich unsere Begeisterung erstmals in Grenzen. Er war mit einer Gittertüre verschlossen. Bei genauerem Hinsehen, bemerkten wir jedoch, dass zwei Gitterstäbe herausgebrochen waren. Wir zwängen uns durch die kleine Öffnung hindurch und hofften inständig, dass wir am anderen Ende auch wieder herauskommen würden. 


Vor diesem verschlossenen Wasserstollen standen wir... Zum Glück konnten wir uns durch die Öffnung rechts unten hindurch zwängen. 

Wasserstollen überall! Insgesamt durchquerten wir heute drei davon. Die Länge variiert meist zwischen einem und drei Kilometern.


Wieder einmal stand das Glück auf unserer Seite. Nach etwa zwei Kilometern waren wir wieder draußen. Nun mussten wir noch ewig lang auf dem Wasserkanal entlangwandern, bis wir dann vor der nächsten Galería standen. Durch diesen letzten Wassertunnel kamen wir wieder problemlos hindurch. Er endete etwas unterhalb des Örtchens Tamaimo. 


So neigt sich wieder einmal ein unheimlich spannender und abenteuerlicher Tag dem Ende zu. Wir haben übrigens unsere Unterkunft in diesem tollen Apparthotel verlängert und bleiben noch bis zum 9.2. hier. 


Hasta luego!


Eure Michi :)




Freitag, 5. Februar 2021

Abenteuer in Los Gigantes

By On Februar 05, 2021

 

Los Gigantes, Teneriffa

Eigentlich überlegten Sdravko und ich, ob wir die nächsten Nächte wieder irgendwo draußen schlafen sollten. Der Wetterbericht schien aber dermaßen schlecht, dass wir uns einen Plan B überlegten. Es sollte bis auf 1.500m herunterschneien und es sind heftige Regenstürme angekündigt.


Unser Plan B war Los Gigantes. Es ist der westlichste Ort Teneriffas. Das einst verträumte Fischerdorf entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Touristenzentrum. Seine imposante Steilküste fällt bis zu 450m senkrecht in den Atlantik hinein. Der Ort erinnert mich tatsächlich ein bisschen an Puerto de Mogán auf Gran Canaria. 


Bevor wir uns mit dem Bus auf dem Weg nach Los Gigantes machten, spazierten wir noch ein wenig an der Küste von Puerto de la Cruz entlang - in der Hoffnung ein paar Früchte zu finden. Da leider gerade nicht Saison ist, fanden wir bis auf ein paar Ashwagandha Beeren nicht viel Essbares. Sehr beeindruckend fand ich aber die Blüten der Passionsfrüchte:


Die wunderschöne Blüte der Passionsfrucht


Unsere Unterkunft in Los Gigantes versetzte uns in Staunen. Wir buchten ein Appartment für 18 Euro pro Person und Nacht. Unsere Erwartungen waren also nicht besonders hoch. Das Ganze in einem Apparthotel. Bereits beim Betreten des Hotels erschien es uns recht nobel. Es gibt sogar zwei beheizte Pools. Unser Appartment ist riesig groß (70m²) mit Küche, Waschmaschine, Wohnzimmer, riesiger Terrasse und für jeden ein eigenes Schlafzimmer und als Draufgabe sogar noch zwei Badezimmer. Nicht schlecht! Vor allem wenn man bedenkt, dass ich auf Gran Canaria oft schon 20 Euro für ein Bett im Schlafsaal bezahlt habe. Wegen dem Corona ist das Hotel fast leer - unser Glück ;)


Los Gigantes: Skywalk und Durchquerung zweier Wassertunnel

Ihr könnt euch vielleicht daran erinnern, dass ich Mitte Januar bereits mit Pedro hier in Los Gigantes war und wir eine abenteuerliche Wanderung entlang der Steilküste und der alten Wasserkanäle starteten. Ich fand das damals so beeindruckend, dass ich etwas ähnliches unbedingt noch einmal machen wollte. Auch Sdravko fand die Idee gut. 

Wir starteten denselben Steilkippenweg (auch "Skywalk" genannt), den ich bereits kannte. Am Ende des Weges mussten wir durch einen ein Kilometer langen Wassertunnel, hier auch als "Galeria" bekannt. Wie ich bereits in einem vorherigen Post beschrieben hatte, wurden diese Stollen zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet, um die Wasserversorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. Wasser wird auf Teneriffa in Kanälen und Rohren über die ganze Insel verteilt. Teilweise ist es möglich solche Wasserstollen zu begehen. Nachdem wir also die erste Galeria durchquert hatten, mussten wir erstmals eine steile Schlucht - Barranco Mancha de Los Díaz - bergauf wandern. Es folgten uns fünf ältere Herren aus Frankreich. Sie waren so begeistert von unserem Abenteuer durch die Galerias zu wandern, dass sie es uns gleich tun wollten. Im Endeffekt bekam der eine aber Probleme mit seinen Beinen und so blieben vier von ihnen zurück. Der scheinbar älteste von ihnen wollte aber nicht so schnell aufgeben und schloss sich uns wagemutig an. 

Schon bald kamen wir zum Eingang eines weiteren Wasserstollens. Es scheint so, als wäre dieser mit einem Gitter verschlossen gewesen. Das Gitter lag aber nun zig Meter unter dem Stolleneingang. Glück gehabt. Laut meiner Landkarte sollte dieser Tunnel fast 3km lang sein - er wird auch "El Largo" (= der Lange) genannt. Nun konnten wir nur hoffen, dass auch das Gitter am anderen Ende entfernt wurde, sonst müssen wir den ganzen Weg zurück. Im Stollen war es recht warm. Der arme fast zwei Meter große Sdravko hatte große Mühen, weil die Tunnelhöhe recht niedrig ist und er sich somit die ganz Zeit bücken musste. 

Der Eingang zum zweiten Wasserstollen, der ganze drei Kilometer lang ist. 

Wir hatten großes Glück und kamen alle wohlauf am anderen Ende wieder heraus. Durch ein kleines Tal ging es wieder zurück nach Los Gigantes. Am Rückweg wanderten wir an einigen Obstplantagen vorbei und konnten sogar ein paar reife Orangen ergattern. 



Regenschauer....

Heute Morgen hat uns nun auch hier die Schlechtwetterfront erreicht. Es hat über Nacht ordentlich abgekühlt und es ziehen immer wieder heftige Regenstürme vorbei. Wie gut, dass wir hier so eine große und schöne Unterkunft haben. Und weil es uns so gut gefällt, haben wir erstmals bis zum 9. Februar verlängert. 

Vulkanische Gesteinsformationen am "Charco del Diablo"






In diesem Sinne: Hasta Luego!

Eure Michi :)




Dienstag, 2. Februar 2021

Puerto de la Cruz und der Teide Nationalpark

By On Februar 02, 2021

 

Puerto de la Cruz, Teneriffa

Die Videos für Silvanas Deutsch-Online-Kurs zu drehen machte super viel Spaß. Es handelt sich dabei um kurze Videosequenzen mit jeweils einem grammatikalischen Schwerpunkt. Das Ganze mit einer großen Portion Humor.


Der Videodreh mit Silvana machte super viel Spaß. Hier bin ich beispielsweise am Villacher Kirchtag ;)

... und hier beim Segeln am Wörthersee *lach*


Letzten Samstag war ich gemeinsam mit Silvana und Sdravko am Strand von Las Teresitas - hier ließ sich die momentane Hitzewelle besser aushalten. Silvana zeigte sich begeistert, als Sdravko uns mit einem großen Palmenblatt verschiende Dattelarten von den Palmen am Strand herunterholte. Auch von den anderen Menschen am Strand ernteten wir erstaunte Blicke. 


Weiter nach Puerto de la Cruz

Am Sonntag Vormittag war es Zeit von Silvana Abschied zu nehmen. Gemeinsam mit Sdravko machte ich mich auf den Weg nach Puerto de la Cruz an der Nordküste Teneriffas. Es handelt sich dabei um eine der größten Städte auf der Insel. Sie ist bekannt für ihre Strände aus dunklem Vulkansand und einem recht angenehmen Klima. 

Zudem kann man hier halbwegs günstige Unterkünfte finden. Wir quartierten uns in einer Pension im Stadtzentrum ein. Gleich am ersten Tag besuchten wir den Botanischen Garten. Er gilt als einer der schönsten der Welt. Für Sdravko waren natürlich wieder die Früchte interessant. Leider ist im Januar und Februar nicht unbedingt die Saison zum Obst ernten. Trotzdem konnten wir ein paar Dinge finden wie diverse Nüsse, Sternfrüchte, Canistel, falsche Oliven, usw. Von den Macadamianüssen lag sogar so viel am Boden, dass wir drei ganze Tüten damit füllen konnten. Eine Macadamianuss zu knacken ist gar nicht so einfach, da sie eine sehr harte Schale hat. Wir mussten dazu an den Strand gehen und große, harte Steine suchen. Der leckere buttrig, süße Geschmack der Nuss entschädigt jedoch für sämtliche Mühen. 


Eine Macadamianuss knacken: Zuerst entfernt man die äußerste Schicht, welche bei Frischen Nüssen grün ist. Für die harte Nussschale braucht man dann einen harten Stein.


Von Aguamansa zum Montaña de las Cuevas

Am Montag wollte ich dann unbedingt hoch hinaus um endlich den Schnee zu sehen. Immerhin ist der El Teide mit seinen 3.715m ordentlich eingeschneit worden in den letzten Wochen. Leider fährt aber nur einmal die Woche ein Bus die steilen Bergstraßen hinauf, und das war erst wieder am Samstag. Ich suchte mir also eine andere Route heraus. Mit dem Bus ging es bis nach Aguamansa auf etwa 1.000m Seehöhe. Von hier aus wanderte ich zum Gipfel des Montaña de las Cuevas auf 2.061m. Der Weg dorthin führte mich zuerst durch die dichten Kiefernwälder des oberen Orotava-Tals. Es herrscht eine mystische Stimmung hier - meterlange Bärte (Flechten) hängen an den Ästen herunter und Nebel schleicht durch die Bäume. 


Blick auf den verschneiten El Teide vom Kiefernwald aus.


Später ging es einen felsigen, nur schwer erkennbaren Pfad steil nach oben. Ich musste feststellen, dass meine Schuhsohlen schon ordentlich abgenutzt sind und ich deshalb leider nicht mehr den besten Halt habe. Das kommt von dem schroffen Vulkangestein hier auf den Kanaren. Diese verkürzen die Lebenszeit von Schuhen beträchtlich. Endlich kam ich auch an die ersten Schneefelder. Unglaublich, dass diese sich hier halten können, denn die Temperaturen sind in den letzten Tagen stetig angestiegen. Selbst ich war nur mit einer kurzen Hose und einem kurzen Shirt unterwegs. Fast die ganze Wanderung über hatte ich einen traumhaften Ausblick auf den Teide. 


Endlich Schnee!

Blick auf den El Teide. 


Von Aguamansa nach El Portillo

Sdravko wollte ja gestern nicht mitkommen, weil er dachte es wäre viel zu kalt dort oben in den Bergen. Nachdem ich ihm aber erzählt hatte, wie warm es gestern war, zeigte er plötzlich nicht mehr so abgeneigt von der Idee irgendwo ihn den höheren Lagen wandern zu gehen. Wie gesagt fährt leider nur am Samstag ein Bus hoch hinauf, also beschlossen wir es per Autostopp zu versuchen. 


Zuerst nahmen wir wieder den Bus nach Aguamansa. Von hier versuchten wir dann unser Glück. Scheinbar war heute Feiertag, denn es war ordentlich was los auf der Bergstraße. Das Problem war leider nur, dass einem die Leute in diesem Fall nicht so leicht mitnehmen. Wir wanderten bereits einige Kilometer zu Fuß die Straße entlang, bis endlich jemand anhielt. Es war netter einheimischer Mann, der mit seinem Pick-up in den Wald fuhr um Kiefernnadeln einzusammeln. Leider fuhr er nicht ganz nach El Portillo. Wieder gingen wir einige Kilometer zu Fuß, bis ein junges Touristenpärchen aus Frankreich für uns hielt. Die zwei brachten uns ganz hoch bis nach El Portillo auf 2.078m. Wir befanden uns nun im Teide Nationalpark, der größte Nationalpark der Kanaren. Ich bestaunte die einzigartige Kraterlandschaft mit ihren unzähligen Vulkankegeln und erstarrten Lavaströmen.


Zu unserer Freude war es nicht einmal kalt hier. Auch vom Schnee war nicht mehr viel übrig. Da es nun schon nach Mittag war, konnten wir nur noch eine kleinere Wanderung machen. Die Gegend wirkt wie eine karge Wüste mit einigen trockenen Büschen. Zudem kann man tolle vulkanische Gesteinsformationen bewundern, die aus erkalteter Lava entstanden sind. Der größte aller Vulkane auf dieser Insel - der El Teide - wirkte von hier aus so unglaublich nah. An seinen Nordhängen lag noch viel Schnee, die Südhänge wirkten aber schon fast aper. Der El Teide ist zudem der höchste Punkt Spaniens.

 

Wandern mit kurzer Hose und kurzem Shirt im Teide Nationalpark auf etwa 2.300m Seehöhe.


Gegen 16:00 Uhr beschlossen wir schön langsam den Rückweg anzutreten, bevor es allzu kalt wird in dieser Höhe. Außerdem wussten wir nicht, wie viel Glück wir nun mit dem Autostoppen haben werden. Doch siehe da, wir standen keine 10 Minuten an der Straße, da hielt auch schon ein unglaublich liebes, älteres Ehepaar für uns an. Sie erzählten uns, dass sie aus Orotava kommen. Am Ende ließen sie es sich aber nicht nehmen, uns bis nach Puerto de la Cruz vor die Haustüre unserer Unterkunft zurückzubringen. Sie heißen Domingo und Luzia. 


Insgesamt waren das sehr schöne Eindrücke heute, sowohl die Natur wie auch die liebenswürdigen Menschen, die wir kennenlernen durften. 



Wohin es morgen gehen wird, werden wir spontan entscheiden.

Hasta luego!

Eure Michi :)





Freitag, 29. Januar 2021

Die "Höhlen-Hippies" von San Andrés de Tenerife

By On Januar 29, 2021

 

Santa Cruz de Tenerife 

Mittlerweile hat eine richtige Hitzewelle Teneriffa erreicht. Aus diesem Grund beschloss ich den gestrigen Tag vorwiegend am Strand zu verbringen. Es ging wieder zum Playa de Teresitas. Am späteren Nachmittag kam auch Sdravko nach, der zuvor noch einen botanischen Garten besucht hatte. Voller Freude präsentierte er mir seine Ausbeute - darunter Kokosnüsse und Baobab-Früchte (= Affenbrotbaum). 


Die alte Festung von San Andrés 

Am Abend schlug er vor ein paar alte Bunker in San Andrés zu erkundschaften. Das klang sehr nach Abenteuer und ich war natürlich sofort begeistert von der Idee. Es handelt sich um die Ruinen einer alten Festung, die früher die Küste von San Andrés vor Piratenangriffen geschützt hat. Scheinbar ist es möglich in ein paar dieser Bunker hineinzukommen. 


Die alte Festung von San Andrés. 


Dem war dann auch so. Zuerst mussten wir uns durch eine schmale Schießscharte hindurch robben. Dann ging es etwa fünf Meter über eine verrostete Leiter durch ein Fallrohr nach unten. Und dann nochmal etwa fünfzehn Meter durch ein weiteres Fallrohr senkrecht runter. 


Über diese verrostete Leiter kletterten wir mehrere Meter durch ein Fallrohr in die Tiefe.


Sdravko kletterte zuerst hinunter. Dort waren scheinbar zwei Räume, dahinter eine Sperrholzwand. Plötzlich meinte Sdravko er würde Menschenstimmen hören. Ich beruhigte ihn, das komme doch sicher von draußen und nicht aus den Bunkern. Doch nun konnte ich es plötzlich auch hören. Eine Frauenstimme und dann noch eine Männerstimme brüllten drohend unverständliche Worte auf Spanisch. Ich wurde etwas nervös. Da wohnen bestimmt irgendwelche Obdachlose. Inständig hoffte ich, dass sie nicht plötzlich mit einem Messer oder ähnlichem auf uns losgehen würden. So schnell wie möglich versuchten wir hier raus zu kommen. 


Ich war schon wieder draußen, während Sdravko sich noch mühsam durch die Schießscharte quetschte. Aus der Ferne sah ich zwei Personen im Dunkeln schnellen Schrittes auf uns zukommen. Ich machte mich bereits darauf gefasst, das sie uns nun verprügeln wollen. Es kam aber tatsächlich ganz anders. Zwei junge Hippies - etwa Anfang zwanzig - standen vor uns. Beide voller Piercings. Sie fragten uns freundlich, ob wir denn einen Schlafplatz suchen würden. In der Tat war es Sdravkos Plan diese Nacht hier irgendwo in den Ruinen zu verbringen. Sie erzählten uns, dass sie ursprünglich aus Madrid kommen, aber schon seit Jahren entweder hier in den Bunkern oder sonst irgendwo "auf der Straße" leben würden. Wir waren wirklich sehr erstaunt wie lieb die beiden waren. Sie zeigten uns sogar "ihre" Höhle, in der sie hier leben. Die Gastfreundschaft ging sogar so weit, dass sie uns am Ende unbedingt noch ein Stück Hasch schenken wollten *lach*. 



Wieder einmal neigte sich ein spannender Tag dem Ende zu. Ich fuhr zurück zu Silvana, während sich Sdravko ein Schlafplätzchen in den Ruinen suchte. 


Baobab-Smoothie

Aus den Baobab Früchten von Sdravko machte ich mir heute Morgen übrigens einen leckeren Superfood-Smoothie. Gemeinsam mit Silvana öffnete ich die Frucht, dann entfernten wir die zahlreichen Samen und Fasern. Am Ende mixten wir das Pulver der Frucht mit einer Banane und Milch. Äußerst lecker muss ich sagen! Und auch gesund: Baobab enthält achtmal soviel Vitamin C wie Organen. Daneben sind die Früchte reich an Anitoxidantien, B-Vitaminen, Kalium, Eisen, Aminosäuren und Kalzium. Baobab ist ein Affenbrotbaum, der aus den afrikanischen Savannen stammt. Die Afrikaner nutzen traditionell schon seit Jahrhunderten fast alle Teile des Superfoods zur Herstellung von Arzneimitteln.


Das sind die Baobab (Affenbrotbaum) Früchte


Hier versuchen wir das Pulver von den Samen und Fasern zu trennen.


Hasta luego!

Eure Michi :)





Donnerstag, 28. Januar 2021

Vier Nächte unter freiem Himmel im Anaga-Gebirge

By On Januar 28, 2021

 

Santa Cruz de Tenerife

Die letzten fünf Tage verliefen sehr abenteuerlich. Gemeinsam mit Sdravko wanderte ich entlang der Küste des Anaga-Nationalparks - vom Osten in Richtung Norden und dann in den Westen. Geschlafen haben wir an verschiedenen einsamen Stränden mit Schlafsack und Matte unter dem freien Sternenhimmel. 


1. Tag: Von El Bailadero zum Playa de Ijuana

Wir starteten mit einem Bus von Santa Cruz nach El Bailadero. Die ersten sieben Kilometer wanderten wir die Straße entlang am Gebirgskamm bis Las Bodegas. Ab hier begann der Wanderweg. Da wir nicht unnötig viel Wasser herumschleppen wollten, haben wir uns bereits im Voraus Wasserstellen herausgesucht. Eine davon sollte am Friedhof von Las Bodegas sein. Wir hatten Glück, es gab dort tatsächlich einen Wasserhahn. Leider hat hat Wasser auf den kanarischen Inseln nur selten Trinkwasserqualität. Wir probierten einen Schluck. Es kann ja Einbildung sein, aber irgendwie hatten wir das Gefühl, dass es einen komischen Beigeschmack (nach verwesten Leichen?) hat. Aber uns blieb sowieso nichts anderes übrig. Nur gut, dass ich Wasseraufbereitungstabletten dabei hatte. 

Der weitere Wegverlauf gestaltete sich um Einiges abenteuerlicher als erwartet. Der Ausdruck "Weg" klingt vielleicht sogar zu nobel. Großteils war nämlich gar keiner sichtbar. Zuerst mussten wir einen abschüssigen Gebirgsgrat entlangklettern, was mit unseren großen Rucksäcken gar nicht so einfach war. Die letzten 1,5 Kilometer ging es dann satte 800 Höhenmeter steil bergab. Naja, wenigstens konnten wir uns so sicher sein, dass nicht viele Leute an dem Strand sein werden. 

Genau so war es auch: Wir waren die einzigen am Playa de Ijuana. Da es bereits zu dämmern begann, mussten wir uns schleunen eine geeignete Schlafstelle zu finden. Auch das war schwieriger als erwartet. Der Strand war klein und wir sollten zudem Flut um Ebbe im Auge behalten, um nachts nicht plötzlich davongeschwemmt zu werden. Wir suchten uns eine Stelle möglichst weit weg vom Wasser im schwarzen Sand. Dort bereiteten wir unser Nachtlager vor. Plötzlich donnerten einige gar nicht so kleine Steine von den Klippen neben uns auf den Boden. Beim Blick nach oben, konnten wir ein paar Wildziegen entdecken, die uns wohl zu vertreiben versuchten. Wutentbrannt begann Sdravko die Biester zu verscheuchen. 

Als wir bereits in unseren Schlafsäcken lagen und schon im Halbschlaf waren, mussten wir plötzlich feststellen, dass das Meer gefährlich nahe kam. Unverzüglich packten wir unsere Sachen zusammen. Nun mussten wir im Dunkeln versuchen eine alternative Schlafstelle zu finden. Wir wanderten eine enge Schlucht zurück und ebneten uns dort eine kleine Stelle an. Hier waren wir wenigstens auch sicher vor den Ziegenattacken.
Am Weg zum Playa de Ijuana

Wir fanden leckere Wollmispeln. Es ist wirklich unglaublich: Immer wenn ich mit Sdravko unterwegs bin lerne ich neue essbare Früchte kennen!

2. Tag: Von Playa de Ijuana nach Roque Bermejo

Die Nacht verlief zum Glück ohne weitere Zwischenfälle. Der Sonnenaufgang am Strand war wunderschön. Was waren wir froh unsere Schlafstelle gewechselt zu haben, denn wir sahen nun, dass die Flut so gut wie den gesamten Sandstrand überflutet hatte. Das wäre kein schönes Erwachen gewesen, von einer Riesenwelle erwischt zu werden.

Der Sonnenaufgang am Playa de Ijuana war wunderschön.

Ein paar Minuten später sah der Himmel so aus.

Heute starteten wir in Richtung Roque Bermejo. Zuerst stand uns ein steiler und schwerer Aufstieg bevor - dieselbe Strecke, die wir gestern bergab mussten. Kurz nach Mittag kamen wir an dem kleinen, verträumten Bergdorf Chamorga vorbei. Es leben bloß 50 Personen dort. In einer kleinen Kneipe gönnten wir uns eine Portion Garbanzas (= Kanarischer Kichererbseneintopf mit Fleisch). 

Gut gestärkt ging es nun bergab zum Roque Bermejo, wo wir erstmals ein erfrischendes Bad im Meer nahmen. Hier scheint man tatsächlich am Ende der Welt angekommen zu sein. Es gibt ein paar Häuser, die aber nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar sind. Wie viele Leute hier genau leben weiß ich nicht, aber mehr als vier recht betagte Personen konnten wir nicht erspähen. Da der Strand voll von Fischinnereien war, beschlossen wir in einer kleinen Schlucht etwas oberhalb zu schlafen. Auch heute statteten uns einige Wildziegen einen Besuch ab. Sie schienen aber etwas friedlicher zu sein, als die von gestern. 

Heute fanden wir jede Menge der "Kanarischen Ashwagandha/ Schlafbeere". Die kleine orangefarbene Frucht schmeckt bitter-süßlich. Die Ashwagandha gehört zu den am häufigsten genutzten Arzneimitteln in der ayurvedischen Medizin. 

Roque Bermejo

3. Tag Von Roque Bermejo nach Playa de Benijo 

Der Morgen startete etwas bewölkt. Wir beschlossen bei den paar Häusern hier um Kaffee zu fragen. Eine nette alte Dame bereitete uns schlussendlich ein leckeres Tässchen davon zu, während ihr Nachbar sich bereits den ersten Viertelliter Rotwein hinunterkippte. Sie gab uns noch ein paar Tipps für unsere weitere Wegstrecke und erklärte uns wo wir Wasser finden konnten.

Zuerst kamen wir am Faro de Anaga (=Leuchtturm) vorbei. Als wir die vermeintliche Wasserstelle erreichten, mussten wir feststellen, dass die Leitung wohl nicht mehr funktionierte. Nun hieß es gut haushalten mit dem letzten Bisschen, das wir hatten. 

Wir durchquerten das Örtchen El Draguillo - hier war ich bereits mit Pedro - und später Benijo. Benijo ist bekannt für seine leckeren Fischrestaurants. Da wir gerade erst zu Mittag gegessen hatten, fragten wir nach einer Portion zum Mitnehmen. Das klappte zum Glück auch. 

Diesmal fanden wir eine geniale Stelle am Stand mit super Aussicht. Der einzige Nachteil war, dass es recht windig war, was im Endeffekt aber auch nicht sonderlich schlimm war. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang verspeiste ich meinen gebratenen Tintenfisch. Das Leben kann so schön sein. 

Roques de Anaga

Die heutige Schlafstelle

Sonnenuntergang am Playa de Benijo

4. Tag: Von Roque Bermejo nach Playa de las Gaviotas

Heute starteten wir in Richtung Taganana, wo wir uns Kaffee und einen kleinen Imbiss gönnten. Da Sdravkos Knie nicht mehr mitmachen wollten, beschlossen wir heute einen gemütlicheren Tag einzulegen. Wir werden zurück nach San Andrés fahren und von dort dann an den Strand Playa de las Gaviotas weiterziehen. Die Busse fahren nur sehr selten, deshalb beschlossen wir es per Autostopp zu versuchen. Leider ohne Erfolg. Vielleicht sahen wir mittlerweile ja doch schon etwas zu verwahrlost aus nach einigen Tagen ohne Dusche und fernab der Zivilisation *lach*. Wir mussten also ein paar Stunden warten bis endlich der Bus ankam. Am Playa des Gaviotas fanden wir dann sogleich eine perfekte Schlafstelle am feinen Sandstrand. 

5. Tag: Von Playa de las Gavitotas zum Playa de las Teresitas

Diese Nacht konnte ich erstmals halbwegs gut schlafen. Der Tag startete wieder etwas bewölkt, aber schon am frühen Vormittag wurden wir mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Wir wanderten zum nächsten Strand Playa de las Teresitas. Hier gönnten wir uns ein Frühstück und relaxten im Sonnenschein. Das 20 Grad warme Meerwasser war eine erfrischende Abkühlung zwischendurch. Somit beendeten wir auch vorerst unser Wander-Abenteuer im Anaga-Gebirge. 

Playa de las Teresitas: einer der schönsten Strände Teneriffas

Es war ein ganz besonderes Erlebnis jede Nacht unter dem sternenklaren Himmel zu schlafen - wir fühlten uns fast wie 20-jährige Hippies *lach*. Oder besser gesagt: "Nobel-Hippies", immerhin gönnten wir uns zwischendurch immer wieder ein bisschen Luxus in Form von Kaffee oder leckerem Essen. 

Die nächsten Tag werde ich bei Silvana in Santa Cruz verbringen und ihr bei ihrem Deutsch-Online-Kurs zur Hand gehen. 


Also dann, bis bald!

Eure, Michi :)