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Dienstag, 4. Juli 2017

Kartoffeln auf Andino-Art - Chuño



Die Situation hier in dem kleinen Dörfchen Chicharro beim leicht verrückten, vorarlbergerischen Taubenliebhaber Ernst wird immer noch verrückter. Gestern kam ein 21-jähriges Mädel namens Alejandra aus La Paz an. Weder sie noch Ernst wissen wie sie genau hierher kam, noch wie lange sie hier bleiben wird. Das Einzige was wir wissen ist, dass sie auch der Religion Hare Krishna angehört und sie sich vielleicht deshalb kennen könnten. Auf jegliche Fragen gibt die Kleine jedes Mal total verschiedene Antworten. Zuerst erzählte sie uns, dass sie Architektur studieren würde. Heute war es dann plötzlich Medizin. Außerdem starrt sie teilweise eine halbe Stunde ins Nichts und leidet meiner Meinung nach an Kleptomanie. Alles was im Haus so verschwindet finden wir in ihrem Rucksack wieder.

Luis - glaube ich - wird das Ganze schön langsam ernsthaft unheimlich. Er ist der Meinung, dass diese Religion eventuell so etwas wie Hirnwäsche mit ihren Anhängern betreibt. Ich selbst bin immer noch im Zwiespalt ob es sich vielleicht um zu viele Drogen oder eine psychiatrische Krankheit handelt. Aber gut, mal sehen was die nächsten Tage so bringen.

Erkundungswanderung 

Luis und ich machten auf alle Fälle heute einen weiteren Titicaca-Erkundungstag. Lustigerweise kennen auf der Halbinsel so gut wie alle den verrückten Gringo mit der Taube.




Herstellung von Chuño

Wir trafen eine einheimische Frau, die gerade mit ihren nackten Füßchen auf Kartoffeln herumtrampelte. Als wir sie fragten was sie da mache, klärte sie uns gleich ausführlich auf. Auf diese Art würde man Chuño herstellen. Es handelt sich dabei um getrocknete Kartoffeln. Sie werden in einem rustikalen Prozess im Andenhochland hergestellt. Auf einer grasbewachsenen Fläche werden die Kartoffeln ausgelegt, wo sie über Nacht einfrieren. Am nächsten Tag werden sie mit nackten Füßen getreten, um sie auszutrocknen. Dieser Vorgang wird meist drei Nächte und drei Tage wiederholt. Übrig bleibt Chuño, der sogar Jahre später noch gegessen werden kann. Vor dem Kochen muss der Chuño einige Stunden in Wasser eingelegt werden, bis er schön weich ist. Danach kocht man ihn.



Gegessen habe ich Chuño schon mehrere Male - ist etwas gewöhnungbedürftig, aber nicht schlecht. Trotzdem sind mir normale Kartoffeln lieber ;)




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