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Dienstag, 26. Januar 2016

Die Malawinesen

Die Malawinesen sind ja als überaus freundliches Volk bekannt. Das kann teilweise aber auch etwas anstrengend sein. Fragt man beispielsweise nach dem Weg, würde niemals jemand zugeben, diesen nicht zu kennen. Man wird dann einfach irgendwo hingeschickt und das noch dazu mit zum Teil recht konfusen Wegbeschreibungen. Meist wollen sie einem aber sogar persönlich dorthin bringen. Gestern war ich ja auf der Suche nach einem neuen Handy. Ich fragte einen jungen Mann auf der Straße, ob er wüsste wo es diese Dinger zu kaufen gäbe - mit verheerenden Folgen: der junge Mann begleitete mich geschlagene 4 Stunden quer durch die Stadt von einem Handyshop zum nächsten. Ich erklärte ihm mehrmals, dass ich nun gerne alleine weitersuchen möchte, doch er ließ sich nicht abwimmeln, er hätte ohnehin genug Zeit. Ja, in Afrika hat fast jeder Zeit, es heißt ja nicht umsonst so schön: Die Europäer haben die Uhren, aber die Afrikaner die Zeit. Der Haken an solchen Diensten ist, dass sich diese Leute dann natürlich eine kleine Belohnung erwarten. Der junge Mann erklärte mir, dass er Künstler sei und zeigte mir dann noch sämtliche Bilder, Postkarten, Armbänder, usw., die er anfertigt. Im Endeffekt kaufte ich ihm dann zwei seiner Armbänder ab, damit waren wir beide glücklich. Solche Situationen kommen täglich mehrmals in ähnlicher Form vor. Trotzdem muss ich sagen, dass die Einwohner Malawis meist wirklich sehr hilfsbereit sind und auch nicht immer eine Gegenleistung für ihre Hilfe erwarten.
Das einzig wirklich anstrengende sind die Busbahnhöfe. Da geht es wild zu. Leute werden zum Teil wie Tiere in die Minibusse getrieben und das auch recht grob. An das werde ich mich wohl nicht gewöhnen wollen, so geht man einfach nicht mit Menschen um. Kaum am Busbahnhof angekommen stürmen jede Menge junger Männer auf einen zu, schreien auf einen ein und versuchen dich in ihren Minibus zu reißen. Ähnliches Schauspiel spielt sich auf den Märkten ab.
Nun genug geschrieben über die Malawinesen, morgen geht´s nach Sambia. Um 5 Uhr morgens soll der Bus dorthin starten. Ich bin schon gespannt was mich dort erwartet. Es ist nun das erste Mal, dass ich alleine eine Grenze in Afrika über den Landweg passiere. Davor hatte ich immer eine Reisebegleitung dabei.
Gute Nacht :)




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